Ein herbstlich-(kugel)runder Sonntag

      

Herbsttag

Herr, es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten, voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin, und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

  

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

(Rainer Maria Rilke)

Ja, der Herbst naht, seit gestern ist bereits meteorologischer Herbstbeginn!

Spürt man auch, es wird kühler, und auch das Licht wird wieder herbstlich-verhangen, ich freu mich in diesem Jahr sehr auf den Herbst. Sollen wir für den September mal wieder den hundertjährigen Kalender befragen? Büdde schön:

„Insgesamt erwartet uns schönes Spätsommerwetter im September. Allerdings gibt es vom 3. bis 6. und vom 8. bis 10. erste Kälteeinbrüche mit Reif. Danach aber genießen wir die schönen Tage bis zum Monatsende.“

Das hört sich gut an!

Bei meinem Wochenend-Einkauf am Freitag hab ich dann zu meinem Entzücken festgestellt, daß bereits der erste Federweißer im Regal steht, hab ich mir sofort freudig ein Pülleken eingepackt

 roten, so lecker!

 

Und nach dieser Entdeckung stand dann auch mein Wochenend-Menü schnell fest: Zwiebelkuchen!

Und somit bemühen wir nach längerer Zeit mal wieder das hier

 Unser Rezeptbuch:

Teig:

  • 300 g  Mehl
  • 1 Päckchen Trockenhefe
  • etwas Salz und Zucker
  • Olivenöl
  • lauwarmes Wasser
  • Gewürze: Kreuzkümmel, Koriander, gem. roter Chili

In das Mehl eine Mulde drücken, Trockenhefe einstreuen, mit etwas Salz und Zucker und 3 Eßlöffeln lauwarmes Wasser einen Vorteig anrühren, etwa 20 Minuten abgedeckt an einem warmen Ort gehen lassen. Dann mit 3 Eßlöffeln Olivenöl und dem restlichen lauwarmen Wasser einen geschmeidigen Hefeteig kneten, ca. eine Dreiviertelstunde abgedeckt erneut gehen lassen. Danach von Hand nochmals durchkneten, auf ein geöltes Backblech ausrollen, nochmals 10 Minuten abgedeckt gehen lassen.

Belag:

  • 4 Gemüsezwiebeln
  • 3 Knoblauchzehen
  • 1 Becher Schmand
  • 2 Eier
  • Kümmel, Kreuzkümmel, Salz, Pfeffer, Majoran
  • 100 g geriebenen Käse, Gouda und Emmentaler gemischt
  • ovale Mini-Tomaten

Gemüsezwiebeln schälen und klein schneiden, ebenso die Knoblauchzehen, in etwas Öl oder Margarine in der Pfanne leicht bräunen lassen, Kümmel hinzufügen. Den Schmand mit den Eier verrühren und mit Salz, Pfeffer, Kreuzkümmel und Majoran würzen. Tomaten in Scheiben schneiden.

Die geschmorten Gemüsezwiebeln mit dem Knoblauch auf dem Teig verteilen

 

mit dem Eier-Schmand übergießen

 

mit Tomatenscheibchen belegen

und ab in den Backofen, Umluft bei ca. 200 Grad 30 – 35 Minuten backen.

Danach den geriebenen Käse drüber streuen und weiter backen, bis der Käse geschmolzen ist! Voilà!

Guten Appetit!

 

Wie sagt mein Lieblingsdichter Theodor Storm in seinem Gedicht „Herbst“ es so schön?

„Und sind die Blumen abgeblüht,
So brecht der Äpfel goldne Bälle;
Hin ist die Zeit der Schwärmerei,
So schätzt nun endlich das Reelle!“

Hab ich, lach, es war soooo lecker, und natürlich hab ich für heute auch noch davon! Das erste Herbst-Kerzchen brannte dann auch schon am Abend.

Und nun fragt ihr euch sicher, warum aber denn „(kugel)runder Sonntag, tja, ich dachte, zum langsamen Abschluß des wirklich „großen“ Sommers zeig ich euch jetzt endlich mal meine „Kugelbilder“, die ich angefertigt habe, nachdem ich feststellte, daß meine geliebte kleine Knipse eine solche Funktion eingebaut hat, denn also:

Ihr wißt schon: Anklicken, groß gucken! Ein paar stell ich hier noch groß rein, meine Lieblingsbilder!

Euer aller Co-Autor, meine Mimi, hat natürlich auch Lieblingskugelbilder, und die möchte sie euch jetzt auch noch mal in groß zeigen:

 Hi, Folks, ich finde die richtig lustig, die Kugelbilder von Frauchen, und die hier mag ich besonders gern:

Hihihi, ich in der Kugel!

Ist das nicht knuffig? Da soll mir Frauchen mal ein Schild für meine Hängematte von machen, häng ich dann raus, wenn ich penne, hihihihi!

Jetzt machen wir beide hier den Schluß vom Eintrag, mein Frauchen und ich, und wünschen euch allen einen wunderschönen Sonntag und einen ganz feinen Herbst, Mimi  und Frauchen Monika.

Habts fein!        

 

(Zwiebel-)tränenreicher Montag!

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Sonnenblume im Gemüsegarten

Hinter jenem alten Lattenzaun dort drüben,
der schon ziemlich arg verwittert ist vom Sturm der Zeit,
sonnt sich ein Gemüsegarten in Beschaulichkeit.
Neben Kraut und Unkraut wachsen friedlich Kohl und Rüben.
Neben einem Kürbis reifen zarte Zuckerschötchen.
Alles, was für eine Hausfrau nütz- und dienlich ist,
ist hier kunterbunt vertreten. Knollen neben Knötchen
wachsen unter einer Sonne – und aus einem Mist.
Hinter jenem Lattenzaun dort zwischen grünen Bohnen,
hoch empor, erhaben über dem Gerank,
sieht man, wie aus purem Gold zum Himmel strahlend, blank
eine wunderschöne, große Sonnenblume thronen.
Leuchtend wendet sie zur Sonne ihr Gesicht,
alles, was da unten kreucht, kann sie nicht stören.
Sie bestrahlt mit überreichem Glanz und Licht
tief im Schatten die Radieschen und die Möhren.
Veilchen, Petersilie, Mohn und Sellerie
sprießen alle aus der gleichen Erdenkrume.
Neben Kraut und Rüben blüht die Sonnenblume.
Selbst auf einem Düngerhaufen liegt ein Stücklein Poesie.

(Fred Endrikat)

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Hach, ich liebe sie, die Fragezeichen in euren Augen, endlich mal wieder ein Eintrag, wo ich mich darauf freuen kann!

Zwiebeln, Sonnenblumen, Tränen und Montag???

Watt datt denn?

Mein Co-Autor und ich, wir haben doch faul wie die Wasserschweine aus dem Kölner Zoo vom letzten Eintrag das Wochenende verbracht, somit war dann ein Eintrag für Montag vorgesehen, und das Thema hat mir mein Wochenend-Menü geliefert!

Zwiebelkuchen!

Die Zwiebel (Allium cepa), auch Zwiebellauch, Bolle, Speisezwiebel,Küchenzwiebel, Gartenzwiebel, Sommerzwiebel, Hauszwiebel oder Gemeine Zwiebel genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Lauch (Allium).

Die Küchenzwiebel ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die in der Kultur jedoch meist nur ein- oder zweijährig gehalten und dann geerntet wird. Die Küchenzwiebel existiert, von gelegentlichen Verwilderungen abgesehen, nur noch als reine Kulturpflanze in der Obhut des Menschen.

Die Küchenzwiebel ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit und wird schon seit mehr als 5000 Jahren als Heil-, Gewürz- und Gemüsepflanze kultiviert. Bei den alten Ägyptern wurden Zwiebeln den Göttern als Opfergabe gereicht, waren eine Art Zahlungsmittel für die beim Pyramidenbau eingesetzten Arbeiter und wurden den Toten als Wegzehrung für die Reise ins Jenseits beigelegt. Davon zeugen die im Grab des Tutanchamun gefundenen Zwiebelreste.

Bei den Römern zählten Zwiebeln zu den Grundnahrungsmitteln vor allem der weniger Begüterten. Römische Legionäre waren es auch, die die „cepula“ (woraus, über mittelhochdeutsch „zwibolle“, letztlich das deutsche Wort „Zwiebel“ wurde) in Mitteleuropa verbreiteten. Hier wurden sie zu einer der am meisten verbreiteten Gemüsearten, durften auf keiner Tafel damaliger Zeit fehlen und dienten im Mittelalter auch als Amulett gegen die Pest. Etwa ab dem 15. Jahrhundert begann man in den Niederlanden, vielfältige, in Form, Farbe und Geschmack unterschiedliche Sorten gezielt zu züchten.

Auch heute findet die Zwiebel eine vielfältige Verwendung in der Küche,  u.a. auch als Gemüsezwiebeln oder kleine Silberzwiebeln.

(Quelle: Wikipedia)

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Die Zwiebel ist auch eine Heilpflanze, ein gutes Hausmittel gegen Husten, Hals- oder Ohrenschmerzen, sie enthält Biotin, Vitamin C, Kalium und Flavonoide, somit also entzündungshemmende und antiallergische Eigenschaften.

Wer kennt sie nicht, die berühmt-berüchtigten Zwiebelsäckchen bei Ohrenschmerzen (hilft!), Zwiebelwickel gegen Halsweh und Zwiebelsaft gegen Husten.

Das nun alles zum „wissenschaftlichen Teil“, kommen wir nun zum eigentlichen Themengeber, meinem Zwiebelkuchen!

Vor den Genuß eines Zwiebelkuchens haben die Götter die Tränen des Zwiebelschneidens gesetzt!!!

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Alleine der Anblick läßt die Tränen schon fließen, nicht wahr, ich hab soooo geheult!

Aus Rache dafür kamen sie dann in die Pfanne zum braten!

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Sieht schon entspannter aus, nicht wahr?

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Ich habe mich für einen Zwiebelkuchen mit Tomaten entschieden, und so kommt hier mal wieder etwas zu Ehren, daß wir, glaube ich, schon sehr lange nicht mehr im Blögchen hatten, unser aller Rezeptbuch

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Einen Hefeteig erstellen aus 300 g Mehl, Trockenhefe, ca. 100 ml lauwarmes Wasser, Olivenöl und einer kleinen roten Pepperoni, die entkernt und ganz klein geschnitten zum Teig gegeben wird.

Der Belag besteht aus 4 Gemüsezwiebeln, Knoblauch, 1 Becher Schmand, 2 Eiern, Salz und Pfeffer, Rosmarin, Thymian, Oregano.

Die kleingeschnittenen Zwiebeln mit dem Knoblauch in Margarine, Butter oder Öl anbraten, bissel bräunen lassen, Pfanne von der Herdplatte nehmen und den Schmand sowie die zwei verquirlten Eier drunter rühren.

Teig auf einer gefetteten Saftpfanne ausrollen, mit dem Zwiebelbelag belegen, einige Tomaten in Scheiben schneiden und auf dem Belag verteilen. Kräftig würzen, dann mit geriebenem Käse bestreuen und bei 200 Grad  (Umluft 175 Grad) etwa 40 Minuten backen.

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So kommt das dann in den Ofen!

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Und so sieht das aus, wenn es wieder raus kommt!

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Ich sag euch, der ist sooooo lecker, und er paßte wirklich gut zum ersten metereologischen Herbst-Wochenende, vor allem, weil auch das Wetter doch schon sehr herbstlich kühl und verregnet war. Was nun noch dazu notwendig gefehlt hätte, wäre ein Federweißer gewesen

https://de.wikipedia.org/wiki/Neuer_Wein

der aber leider im Gegensatz zum vorigen Wochenende nicht mehr in meinem Geschäft vorrätig war, bin ich halt ausgewichen auf einen guten Dornfelder Spätburgunder, war auch seeeehr läcka!

Vielleicht habt ihr ja mal Lust, meinen Zwiebelkuchen nachzubacken, viel Spaß und guten Appetit dafür! Die nun langsam beginnenden herbstlichen Tage eignen sich ja gut für einen Zwiebelkuchen.

Natürlich hab ich zum Thema Zwiebeln noch mehr gefunden, ich erinnerte mich an die wunderschönen bunten Zwiebelzöpfe, die man früher auch mal auf den hiesigen Märkten bekommen konnte

https://de.wikipedia.org/wiki/Zwiebelzopf

und ich hab sogar eine Anleitung dafür gefunden

http://www.helpster.de/zwiebelzopf-und-knoblauchzopf-flechten-wozu-und-wie_213076

Ein ganz feines Video von einem Zwiebelmarkt und einem traditionellen Betrieb für Zwiebelzöpfe gibt es hier

viel Spaß dabei!

Ich stell ja auch immer gerne alte Gemälde mit meinem Thema ein, da bin ich nun auch fündig geworden, guckt mal:

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(Der Gemüsegärtner, Giuseppe Arcimboldo)

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(Der Gemüsegärtner (Umkehrbild), Giuseppe Arcimboldo)

Lustig, nicht wahr?

Und damit entlasse ich euch in eine neue und hoffentlich gute Woche, und erst einmal in den Montag, der mit diesem Eintrag vielleicht ein bissel „würziger“ wird, als sonst die Montage so zu sein pflegen.

Sollte es bereits herbstlich werden bzw. bleiben und regnen, denkt immer daran, es gibt kein schlechtes Wetter, aber

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bunte Regenschirme!

In diesem Sinne: Habt es alle fein!