Winterfreuden – Frühlingsahnen

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Der erste Schnee

Ei, du liebe, liebe Zeit,
ei, wie hat´s geschneit, geschneit!
Rings herum, wie ich mich dreh´ ,
nichts als Schnee und lauter Schnee.


Wald und Wiesen, Hof und Hecken,
alles steckt in weißen Decken.
Und im Garten jeder Baum,
jedes Bäumchen voller Flaum!


Auf dem Sims, dem Blumenbrett
liegt er wie ein Federbett.
Auf den Dächern um und um
nichts als Baumwoll´ rings herum.

Und der Schlot vom Nachbarhaus,
wie possierlich sieht er aus:
Hat ein weißes Müllerkäppchen,
hat ein weißes Müllerjöppchen!
Meint man nicht, wenn er so raucht,
daß er just sein Pfeifchen schmaucht?

Und im Hof der Pumpenstock
hat gar einen Zottelrock
und die ellenlange Nase
geht schier vor bis an die Straße.
Und gar draußen vor dem Haus!
Wär´ nur erst die Schule aus!

Aber dann, wenn´ s noch so stürmt,
wird ein Schneemann aufgetürmt,
dick und rund und rund und dick,
steht er da im Augenblick.
Auf dem Kopf als Hut ´nen Tiegel
und im Arm den langen Prügel
und die Füße tief im Schnee
und wir rings herum, juhe!

Ei, ihr lieben, lieben Leut´,
was ist heut´ das eine Freud´!

(Friedrich Güll)

Jaaaa, was war das heut‘ eine Freud, wobei die Freude beim schreiben ja schon wieder von gestern ist! Es hat geschneit, und es blieb auch liegen, anfangs nur ganz sachte

einmal durch die blühenden Orchideen durch!

Und dann aus allen Rohren

da gab es kein Halten mehr, ich mußte mit der Knipse raus und fotografieren!

Schneehäubchen auf Hagebutte!

Der Schnee knirschte unter den Schritten, zum ersten Mal in diesem Jahr, das war so schön!

Ich mach euch mal eine Galerie meiner Schneebilder, ihr wißt ja, anklicken und groß gucken:

Mimi hat sich wieder kopfschüttelnd die Begeisterung ihres Dosenöffners betrachtet, sie blieb gemütlich in ihrer Hängematte und beguckte sich die Pracht von dort, zum Beispiel Katzengras mit Schnee im Hintergrund, lach!

 Viel gemütlicher drinnen als draußen, Frauchen, geh du mal Fotos machen!

Da kam dann meine schöne neue Winterdeko so richtig zur Geltung bei dem herrlichen Schnee

denn auch bei mir ist, bis auf den Weihnachtsbaum, der bis zum 2. Februar stehen bleibt (er nadelt ja auch nicht, weil künstlich, hihihi!) die Weihnachtsdeko der Winterdeko gewichen:

Guckt mal, wo unser Weihnachtsmäuschen nun hingewandert ist

ans Winterhäuschen mit Schneemann, sie fühlt sich da richtig wohl! Sieht man, oder?!

Am Schlafzimmerfenster gibt es auch noch einen Tannen/Weihnachtsbaum, einen beleuchteten, den mag Mimi so gern, wenn sie im Schlafzimmer auf ihrem Kofferplatz oder auf dem Bett döst, deshalb bleibt er auch noch bis zum offiziellen Ende der Weihnachtszeit dran:

 Macht sich wunderhübsch, mit dem Schnee jetzt!

In der beginnenden Abenddämmerung hab ich nochmal meine Grafschaft im Schnee fotografiert, ich konnte mich gar nicht satt sehen und satt fotografieren!

Ich hab auch noch ein Video, ich hab es aufgenommen, wie es geschneit hat, weil man das auf Bildern nicht so gut sieht:

Herrlich, nicht wahr? Ich hatte so eine Freude!

Und nun fragt ihr euch sicher, wo ist denn das im Titel erwähnte Frühlingsahnen?

Na, hier:

Sie drängen schon wieder ans Licht, die Frühlingsblüher, Schneeglöckchen hab ich aber noch keine entdeckt.

Für alle, die nicht so die großen Schneeliebhaber sind wie ich: Bald wird es draußen dann wieder so aussehen

Dieweil genieße ich hier „meinen“ Schnee, so lange er liegen bleibt, lang soll es wohl mal wieder nicht sein, ich hoffe, heute ist noch was da von der weißen Pracht, wenn nicht, ich hab sie genossen, ich bin durch den Schnee gestapft und hab ihn fotografisch festgehalten!

Ach, ja, und falls einer von euch (oder auch mehrere, hihihi!) bereits wieder von Sommerfreuden statt Winterfreuden träumen sollte, eine kleine, feine Aussicht auf die Balkonien-Start-Saison (von der natürlich Mimi schon wieder träumt!) hätte ich noch für euch:

Ein neues Laternchen ist neulich mitgehüppt beim einkaufen, das Dekor wird hier niemanden wundern!

Und mit unserem neuen, seit Weihnachten hier wohnenden Keramik-Schneemann (hallo, Ursel, hihihi!!!) beenden wir jetzt unseren Eintrag hier und wünschen euch allen einen wunderschönen und vielleicht auch verschneiten Donnerstag!

Habts fein! Wünschen euch  Mimi und Frauchen Monika.

Rosen im Schnee

Auf eine Christblume

Tochter des Waldes, du Lilienverwandte,
so lang von mir gesucht, unbekannte,
im fremden Kirchhof, öd und winterlich,
zum erstenmal, o schöne, find ich Dich!

Von welcher Hand gepflegt du hier erblühtest,
ich weiß es nicht, noch wessen Grab du hütest,
ist es ein Jüngling, so geschah ihm Heil,
ist es eine Jungfrau, lieblich fiel ihr Teil.

Schön bist du, Kind des Mondes, nicht der Sonne,
die wäre tödlich – andrer Blume Wonne,
dich nährt, den keuschen Leib voll Reif und Duft,
himmlischer Kälte balsamsüßer Luft.

In deines Busens goldner Fülle gründet
ein Wohlgeruch, der sich nur kaum verkündet,
so duftete, berührt von Engelshand,
der benedeiten Mutter Brautgewand.

Dich würden, mahnend an das heilge Leiden,
fünf Purpurtropfen schön und einzig kleiden,
doch kindlich zierst du um die Weihnachtszeit,
lichtgrün mit einem Hauch dein weißes Kleid.

Der Elfe, der in mitternächtger Stunde
zum Tanze geht im lichterhellen Grunde,
vor deiner mystischen Glorie steht er scheu,
neugierig still von fern und huscht vorbei.

Im Winterboden schläft ein Blumenkeim,
der Schmetterling, der einst um Busch und Hügel
in Frühlingsnächten wiegt den samtnen Flügel;
nie soll er kosen deinen Honigseim.

Wer aber weiß, ob nicht sein zarter Geist,
wenn jede Zier des Sommers hingesunken,
dereinst von deinem leisen Dufte trunken,
mir unsichtbar, die blühende umkreist?

(Eduard Mörike)

Nun bricht am Montag schon die letzte vollständige Woche des ersten Monats des neuen Jahres an, bis auf ein paar Tage im letzten Jahr im Dezember war noch nicht eine Schneeflocke zu sehen! Dabei hab ich mich gerade in diesem Jahr wieder so auf Schnee gefreut! In dieser Jahreszeit ist doch knackige Kälte viel natürlicher und gesünder als das wieder einmal vorherrschende endlos öde Einheitsgrau mit Regen und Temperaturen zumeist im zweistelligen Bereich (ich zähl mal demnächst hier im Blögchen, wieviele „Wetter-bedauer-Einträge“ wir wohl schon hatten, lol!).

Da habe ich mir kurzerhand am Freitag beim wochenendlichen Einkauf was schönes gegönnt, was an Winter mit Eis und Schnee und Kälte erinnert, weil es eben gerade dann blüht:

Eine Christrose! Hier schön in Szene gesetzt mit winterlichen Accessoires!

Die Schneerose, genannt meist Christrose oder Schwarze Nieswurz (Helleborus niger), ist eine Pflanzenart aus der Gattung Nieswurz (Helleborus) in der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Diese Art und ihre Sorten mit den auffallend großen, weißen Blüten ist vor allem durch frühe Blütezeit und auch durch die Verwendung als Gartenzierpflanze bekannt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Schneerose

 (Helleborus niger,  Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé, Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Gera)

Wann diese zarte Schönheit zu blühen gedenkt, ist unterschiedlich, manches Mal blüht sie schon im Dezember und vor allem um die Weihnachtszeit, weshalb sie um diese Zeit gerne als Weihnachtsdekoration benutzt wird, als Zimmerpflanze eignet sie sich aber nur kurzfristig und unter der Bedingung, daß sie kühl steht, sie mag die Wärme nicht, sie blüht ja in Eis und Schnee! Mitunter blüht sie daher auch erst im Januar. Und somit eine Zierde für jeden Garten und auch als Friedhofsblume sehr beliebt, weil ihr eben die Kälte nichts anhaben kann.

 Es gibt eine wunderschöne kleine Legende, weshalb sie auch zur Weihnachtszeit als Schnittblume beliebt (und pro geschnittener Blüte sehr teuer!) ist:

Ein Hirte war unterwegs nach Bethlehem, um sich von der Geburt des Erlösers zu überzeugen, er war sehr arm und konnte dem Kind kein Geschenk kaufen und mitbringen, es war mitten im Winter, es blühten keine Blumen, die Bäume und Sträucher trugen keine Früchte, nichts weit und breit, was sich als Geschenk für ein neugeborenes Kind eignen würde. Das machte den Hirten sehr traurig, er setzte sich an den Straßenrand und weinte! Seine Tränen fielen zu Boden, und aus diesen entwickelten sich wunderschöne weiße Blüten, der Rose ähnlich, voller Freude pflückte der Hirten die Blüten und brachte sie zum Christkind als Geschenk.

Wild wachsende Christrosen stehen übrigens unter Naturschutz, da sie sehr selten sind! Auf unserem Kontinent wächst sie im südlichen Mitteleuropa sowie in den südlichen und östlichen Kalkalpen. Ursprünglich kam sie wohl aus Südostasien und ist während der letzten Eiszeit nach Europa gelangt. Während des ständigen Wechsels von warmen und kalten Abschnitten an der erdgeschichtlichen Entwicklung entlang entwickelte die Pflanze die Fähigkeit, die Wachstums- und Blütezeit aufzuschieben und sogar zu unterbrechen. Aber noch ein Überbleibsel aus den alten Entwicklungszeiten schützt sie zuverlässig vor Kälte und Frost: Sie kann Wasser aus den Zellen in die Zwischenräume verlagern, um zu verhindern, daß das gefrierende Wasser die Zellen zum platzen bringt.

Christrosen wurden auch als Orakelblumen gebraucht: Zwölf Blütenköpfe, zur Weihnachtsnacht ins Wasser gestellt, erhielten die Namen der zwölf Monate. Wie sich nun die Köpfe öffneten, wurde dies dem betreffenden Monat zugeordnet: Die geschlossenen Blüten bedeuteten schlechtes, die geöffneten gutes Wetter.

Übrigens: Keine Sorge um euren Co-Autor, meine Mimi, ich weiß es wohl, daß diese wunderschöne Pflanze in allen Teilen hochgiftig ist, aber sie steht auf Balkonien als Zwischenstation unerreichbar für Mimi und zieht demnächst auf den Friedhof um, zu meiner Mama.

Eine kleine Bildergalerie der zarten Schönheit:

(Bild anklicken, groß gucken!)

Bei meiner Sehnsucht nach Winter mit Schnee hab ich nun zwar die Weihnachtsdeko auch bereits wieder eingeräumt, aber mit einigen Teilen mir hier wieder eine Winterdeko gebastelt, so zum Beispiel in meinem kleinen Flur, guckt mal:

Und damit und mit einem kleinen Gedicht schließe ich nun diesen Eintrag und wir, Mimi  und ich, wünschen euch einen wunderschönen Sonntag und einen guten Start in die letzte, vollständige Woche des Monats Januar.

Die Christrose

In der schweigenden Welt,
die der Winter umfangen hält,
hebt sie einsam ihr weißes Haupt;
selber geht sie dahin und schwindet
eh’ der Lenz kommt und sie findet,
aber sie hat ihn doch verkündet,
als noch keiner an ihn geglaubt.

(Johannes Trojan)

Habts fein!