Grafschafter Wochenanzeiger – Erste Sonntagsausgabe vom Neuen Jahr 2021

Schnee

Schnee, zärtliches Grüßen
der Engel,
schwebe, sinke –
breit alles in Schweigen
und Vergessenheit!


Gibt es noch Böses,
wo Schnee liegt?


Verhüllt, verfernt er nicht
alles zu Nahe und Harte
mit seiner beschwichtigenden
Weichheit, und dämpft selbst
die Schritte des Lautesten
in Leise?


Schnee, zärtliches Grüßen
der Engel,
den Menschen, den Tieren! –


Weißeste Feier
der Abgeschiedenheit.

(Francisca Stoecklin, 1894-1931)

Hallo, ihr lieben Leser alle vom Grafschafter Wochenanzeiger, da haltet ihr nun heute die erste Sonntagsausgabe des neuen Jahres in euren Händen, bzw. auf euren Bildschirmen. Für diese Sonntagsausgabe haben mein Team und ich keine lange Redaktionssitzung gebraucht, denn nachdem schon vor etlichen Tagen allüberall die Meldungen eintrudelten, daß es geschneit hatte, mein Redaktionsteam so sehnsuchtsvoll wie vergeblich an den Fensterscheiben der Redaktionsräume klebte, sich aber nicht eine einzige weiße Flocke sehen ließ, war sofort klar, daß dies nur ein Eintrag über das vergeblich erhoffte werden konnte! 

Schnee entsteht, wenn sich in den Wolken feinste Tröpfchen unterkühlten Wassers an Kristallisationskeimen (zum Beispiel Staubteilchen) anlagern und dort gefrieren. Dieser Prozess setzt jedoch erst bei Temperaturen unter −12 °C ein, wobei Wasser in Abwesenheit von Kristallisationsansätzen bei bis zu −48 °C flüssig bleiben kann. Die dabei entstehenden Eiskristalle, weniger als 0,1 mm groß, fallen durch zunehmende Masse nach unten und wachsen durch den Unterschied des Dampfdrucks zwischen Eis und unterkühltem Wasser weiter an. Auch resublimiert der in der Luft enthaltene Wasserdampf, geht also direkt in Eis über und trägt damit zum Kristallwachstum bei. Es bilden sich die bekannten sechseckigen Formen aus. Wegen der besonderen Struktur der Wassermoleküle sind dabei nur Winkel von exakt 60° bzw. 120° möglich.

(Schneekristalle, fotografiert vom Schneeforscher Wilson Bentley, from Annual Summary of the „Monthly Weather Review“ for 1902)

(Quelle: Wikipedia)

https://de.wikipedia.org/wiki/Schnee

Ach, Wikipedia, du bist so unromantisch! Als könne man in solch dürftigen, wissenschaftlichen Sätzen den Zauber von frischgefallenem Schnee beschreiben. Das kann man ohnehin eigentlich nur in Bildern

welch eine Atmosphäre der stillen Ruhe und Gelassenheit strahlen Schneebilder aus. Mein Team hat sich dieses Bild ganz versonnen betrachtet und meinte, wenn Reisen mal wieder möglich wären, dann wäre es doch wundervoll, einen Winter in solch einer Hütte zu verbringen, der Schlitten stünde ja bereits vor der Türe und die Skier lehnten auch schon an der Hüttenwand! Ich konnte ihnen da nur beipflichten! 

Erlebte Winterfreuden:

 

Und heuer tut sich nix, es ist einfach nur kalt, grau in den unterschiedlichsten Varianten und trüb! Das trübte hier auch das Gemüt, und wir brauchten was aufmunterndes! Und hoffen, ihr habt auch Freude an unseren Schneebildern, für alle die unter unseren Lesern, die sich nicht so mit den Freuden des Winters anfreunden können, haben wir aber in einem späteren Teil auch noch was feines. 

Schneebilder aus dem Archiv der schönen „gesammelten“ Bilder, meine Bärenjungs und mein Bärenmädel konnten gar nicht genug bekommen, da drei Bären meines Teams Eisbären sind, ist das wohl kaum verwunderlich, aber auch die beiden Braunbären, Otto und Hamish, waren begeistert! 

Und wonnige neue haben wir auch gefunden, da haben wir mal wieder Zugriff auf unsere Servietten genommen, da die Frau Chefredakteurin bekennender und begeisterter Winterfan ist, gibt es da etliche. 

Zum Beispiel solche, wo man, wie ihr oben über dem Gedicht gesehen habt, auch gleich die passende Girlande mit bearbeiten zaubern kann. Oder auch so

fast wie ein Wimmelbild! 

Die Bären waren ja so begeistert von der Hütte, wir hätten auch noch eines, wie unser Balkonien in einem richtigen Winter aussehen könnte:

hübsch, oder? 

Die Bilder mit Vögelchen dabei sind auch immer ganz besonders schön, ein sehr beliebtes Motiv ist natürlich das Rotkehlchen. 

Und eines haben wir uns nun für den Schluß aufgehoben, das fanden wir alle so wonnig, und haben sofort an unsere Mimi in heaven gedacht! Nun guckt doch mal, ist das nicht einfach entzückend?

Katzenliebe im Schnee, was hätte Mimi an diesem Bildchen für einen Spaß gehabt, wenn sie es gefunden hätte, nun wird sie auf Wolke 🌨und Stern ⭐ganz glänzende Augen bekommen haben. Und wir nehmen mal an, alle ihre tierischen Freunde/Leser hier bei uns im Grafschafter ebenso! 

So, da wären wir dann mit unserem Sehnsucht-nach-Schnee-Eintrag am Schluß angekommen, wir hoffen sehr, es hat gefallen. Und für alle nicht so großen Schneefans haben wir jetzt noch ein paar Bilder aus den grafschaftlichen Redaktionsräumen samt dem Weihnachtsstrauß mit den Figürchen mal im hellen, viel Spaß! 

Ihr wißt es ja alle, Bild anklicken, groß gucken! Gilt auch für die nächste Galerie, Weihnachtsstimmung in den Redaktionsräumen:

Unser Bäumchen heuer mit Zubehör rund um ihn rum!

Mal in voller Pracht, mit dem schönen, beleuchteten Stern an seiner Spitze! Und „Kunst“ hat die Frau Chefredakteurin auch gemacht, 😂 guckt mal:

Beleuchtetes Bäumchen am Wohnzimmerfenster durch die zugezogenen Vorhänge fotografiert! 

Nun kommt sie, die nächste Galerie:

Wir hoffen auch hier, es macht euch noch bissel Freude, unsere Deko zu sehen, sie steht auch noch, wir brauchen das glitzern und leuchten in diesem Jahr einfach mal wieder länger! 

Bevor wir diese Sonntagsausgabe nun schließen, haben wir noch etwas schönes für euch, denn am Freitagabend gab es hier mal wieder ein schönes Himmelsereignis, was die Frau Chefredakteurin zu Bilder machen angeregt hat: 

Auch in den gegenüberliegenden Häusern ist noch alles festlich beleuchtet, 

und da zeichnete sich das Ereignis ab, schaut mal, die dicken, dunklen Wolken und darunter ein schmaler Streifen aus Licht der untergehenden Sonne, wie ein Symbol

auch hinter der dunkelsten Wolke ist Licht, der Himmel steht einen Spalt breit offen.

Ist das nicht richtig schön? Das ist das Lieblingsbild von der Frau Chefredakteurin. 

Langsam schließt er sich, der Spalt. 

Mit ganz viel Zoom „rauscht“ es leider, auch wegen der Belichtung, trotzdem fanden wir das Bild schön. 

Der rote Stern, mittig im Bild links neben der Haustür, leuchtet auch immer noch mit, das finden wir derzeit so schön. 

Überall noch Weihnachtsbeleuchtung. 

Und der letzte Blick auf den nun fast wieder geschlossenen „Himmelsspalt“! 

So, ihr lieben Leser alle, wir wünschen euch nun von Herzen einen schönen, entspannten und gemütlichen Sonntag, kommt alle gut weiter durch die wieder so verstärkt schwierigen Zeiten, paßt auf euch auf und bleibt oder werdet alle gesund, euer Redaktionsteam vom Grafschafter Wochenanzeiger mit Mimi in heaven

Otto und Luzia. 

Habts fein!  

Grafschafter Wochenanzeiger – Türchen 12

MiBuRo  A d v e n t s k a l e n d e r

Türchen

Leanabh an àigh

Leanabh an àigh, an Leanabh bh‘ aig Màiri
Rugadh san stàball, Rìgh nan Dùl;
Thàinig do ’n fhàsach, dh’fhuling ’n ar n-àite
Son‘ iad an àireamh bhitheas dhà dlùth!

Ged a bhios leanabain aig rìghrean na talmhainn
An greadhnachas garbh is anabarr mùirn,
‚S geàrr gus am falbh iad, ’s fàsaidh iad anfhann,
An àilleachd ’san dealbh a‘ searg ’san ùir.

Cha b’ionann ’s an t-Uan thàinig gur fuasgladh
Iriosal, stuama ghluais e’n tùs;
E naomh gun truailleachd, Cruithfhear an t-sluaigh,
Dh’éirich e suas le buaidh o ùir.

Leanabh an àigh, mar dh’aithris na fàidhean;
‚S na h-àinglean àrd‘, b’e miann an sùl;
‚S E ’s airidh air gràdh ’s air urram thoirt dhà
Sona an àireamh bhitheas dhà dlùth.

(Mary M. Macdonald)

Hallo, ihr lieben Leser vom Grafschafter Wochenanzeiger, die Frau Chefredakteurin meinte, wenn ihr das Gedicht seht, dann habt ihr wieder die hier so berühmten Fragezeichen in den Augen, lach, weil niemand von euch auch nur ein Wort versteht, aber ich glaub, spätestens, als ihr mich gesehen habt, war euch schon klar, wo der Eintrag hingeht, oder?

Genau, richtig geraten, das ist ein schottisch-gälisches Gedicht, und nun ist auch klar, was das für ein Türchen wird hier heute zum Bergfest: Ich berichte euch von Weihnachten in Schottland!

Von dem obigen Gedicht gibt es lediglich eine Übersetzung ins englische

Child in the manger, infant of Mary,
Outcast and Stranger, Lord of us all,
Child Who inherits all our transgressions,
All our demerits upon Him fall.

Once the most holy Child of salvation
Gently and lowly lived here below.
Now as our glorious mighty Redeemer,
See Him victorious over each foe.

Prophets foretold Him, Infant of wonder;
Angels behold Him on His throne.
Worthy our Savior of all our praises;
Happy forever are His own.

(Mary MacDonald ,1789-1872, übersetzt ins englische von Lachlan Macbean, 1853-1931,)

Unsere Frau Chefredakteurin hat den englischen Text mal durch den Google-Übersetzer „gejagt“, und das stelle ich euch hier nun auch noch ein, dann wissen doch alle wenigstens über den Inhalt Bescheid:

Kind in der Krippe, Kind von Maria,
Ausgestoßener und Fremder, Herr von uns allen,
Kind, das alle unsere Übertretungen erbt,
alle unsere Fehler auf Ihn fallen.

Einst das heiligste Kind der Erlösung
sanft und bescheiden lebte hier unten.
Jetzt, als unser herrlicher, mächtiger Erlöser,
sehen sie Ihn als Sieger über jeden Feind.

Propheten sagten ihn voraus, Kind des Wunders;
Engel sehen ihn auf seinem Thron.
Unser Retter, aller unserer Lobpreisungen würdig;
für immer glücklich sind seine eigenen.

Ich hab mich sehr gefreut, daß wir dieses Gedicht gefunden haben, ich kenn es aus meiner Heimat in Schottland, und es ist nicht nur ein Gedicht, es ist auch ein Lied, das Gedicht ist vertont worden,

die Melodie wird euch bekannt vorgekommen sein, nicht wahr? Genau, „Morning has broken“, „die Melodie hieß ursprünglich Bunessan (nach dem gleichnamigen Ort (gäl. Bun Easain) im Südwesten der Insel Mull), damals bekannt mit dem Text des gälischen Weihnachtsliedes Leanabh an àigh („Kind der Freude“), das von Mary MacDonald (1789–1872) geschrieben wurde. (Quelle: Wikipedia)

So, ihr lieben Leser alle, nun berichte ich euch mal von Weihnachten in Schottland:

Wir Schotten verstehen es, Feste zu feiern, gerade in der kalten und dunklen Jahreszeit, und so beginnen die Feierlichkeiten am  Nationalfeiertag zu Ehren des Schutzheiligen Sankt Andreas am 30. November und gehen über Weihnachten bis zum weltberühmten schottischen Silvesterfest “Hogmanay”.

Das eigentliche Weihnachtsfest war in Schottland über 425 Jahre verboten, denn seit dem Jahre 1583 galt das Weihnachtsfest in Schottland im Auge der Kirche als abtrünnig und somit war der 25. Dezember durchweg ein Arbeitstag. Die Messen durften erst nach Feierabend besucht werden, und wer es wagte, bunt zu schmücken, den erwarteten Bußen.

Tatsächlich ist der 25. Dezember erst seit 1958 ein offizieller Feiertag in Schottland und auch der 26. Dezember gilt gerade einmal seit 1974 ebenfalls als Feiertag.

Aus diesem Grund gibt es nun natürlich nicht so viele alte Bräuche zum Weihnachtsfest in Schottland, es sind dann eben zahlreiche Bräuche aus anderen Ländern übernommen worden.

Und wie in vielen anderen Ländern auch: Essen und trinken am „Yule Tide“ (gälisch: Weihnachtsfest) ist natürlich ganz besonders wichtig, und da herrschen ja meist auch lang überlieferte Traditionen. Lecker essen vor dem heimischen Kamin, hach, ihr Lieben, da gerate ich ins schwärmen, ich liebe (natürlich!!!) die schottische Küche!

Sieht das nicht herrlich gemütlich aus? Nehmt Platz, ich verschwinde mal kurz in der Küche und guck, wie weit das Weihnachtsmenü ist!

Am Weihnachtsabend gehört zum Hauptgang der Truthahn mit Kartoffeln und Gemüse. Christmas Pudding oder Mince Pie (ein traditionelles englisches Weihnachtsgebäck) sind typische Nachspeisen. Und was natürlich unter keinen Umständen beim Festmenü fehlen darf, ist das Shortbread , ein Mürbteiggebäck und soooo lecker!

Und wißt ihr, was richtig fein und für uns Schotten auch ganz wichtig ist zu Weihnachten? Die Dekorationen! Da bin ich hier bei meiner Frau Chefredakteurin und meinen Mitarbeitern richtig prima gelandet, denn die lieben Deko zur Advents- und Weihnachtszeit ja auch so sehr! Fühl ich mich gleich wie zu Hause! Da gibt es nämlich dann bunte Papiergirlanden, und Gestecke aus Stechpalmen und Immergrün, damit werden die Räume geschmückt.

Fenster und Türen sind genau wie hier bei euch auch bei uns in Schottland mit bunten Lichtern geschmückt, hier gegenüber von unseren Redaktionsräumen sieht das ja auch alles so schön aus, ich sag ja, ich fühl mich richtig heimisch!

 

 

 

Die Weihnachtsbäume werden bei mir zu Hause meist recht bunt dekoriert, oder ganz klassisch mit Stroh- und Papiersternen.

Und so, wie wir Bärenjungs hier zum Nikolaus unbedingt unsere Strümpfe an den Kamin hängen wollten, so ist das auch in Schottland, da gehören lange, dekorierte Strümpfe auf jeden Fall zu Weihnachten.

Die werden dann zur Bescherung mit Leckereien und kleinen Geschenken gefüllt. Die schottische Bescherung findet übrigens am Morgen des 25. Dezembers statt.

Eine weitere Tradition ist es, das Kaminfeuer am 1. Weihnachtstag nicht erlöschen zu lassen. Dem Mythos nach könnten sich sonst böse Elfen Ihren Weg durch den Kamin bahnen. Mancherorts finden sogar große Lagerfeuer statt.

Natürlich gibt es in meiner Heimat auch Weihnachtsmärkte

zum Beispiel in meiner Heimatstadt Edinburgh

Da habt ihr was zu gucken, hihihihi!

Nun hab ich noch ein bissel schottische Weihnachtsmusik für euch

und damit schließe ich nun den Eintrag von der Weihnachtszeit in meiner schottischen Heimat. Ich hoffe, ich bin meinem Ruf als Außenreporter gerecht geworden und ihr habt alle euren Spaß gehabt!

„Nollaig Chridheil“ oder auf deutsch „Frohe Weihnachten“ heißt es in Schottland, genießt die restliche Adventszeit, deren Hälfte ja heute bereits um ist. Bleibt oder werdet alle gesund, habt einen schönen Tag, unsere Frau Chefredakteurin hat heute morgen wieder die zweite Frühschicht in dieser Adventszeit!

Habts fein wünscht euch euer Außenreporter Hamish mit dem gesamten Redaktionsteam vom Grafschafter Wochenanzeiger!