Ein duftender Montag

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Ich denke an:
Ein Dörfchen schlicht in des Friedens Prangen,
drin Hahngekräh;
und dieses Dörfchen verloren gegangen
im Blütenschnee.
Und drin im Dörfchen mit Sonntagsmienen
ein kleines Haus;
ein Blondkopf nickt aus den Tüllgardinen
verstohlen heraus.
Rasch auf die Türe, die angelheiser
um Hilfe ruft, –
und dann in der Stube ein leiser, leiser
Lavendelduft …

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(Rainer Maria Rilke)

Was war das wieder ein herrliches Wochenende mit „Sommer im Herbst“! Wir haben es auf Balkonien genossen und waren viel zu faul für einen Wochenendeintrag, lol!

Nun soll es am heutigen Montag wohl doch ein bissel herbstlicher werden mit dem Wetter, und es ist ja auch abzusehen, daß irgendwann eben doch das kühlere, herbstlichere Wetter seinen Einzug hält! Freu ich mich aber auch schon drauf (falls es nicht wieder „am Stück“ regnet, smiley_emoticons_lol),wenn es draußen ungemütlich wird, wird es drinnen ja umso gemütlicher!

Da hab ich dann schon mal vorgesorgt und mir am Donnerstag bei einem Einkaufsbummel was ganz feines mitgebracht:

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Ein Kerzenglas mit ganz vielen Teelichtern, Duftteelichtern!

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Lavendel und Vanille!

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Und darum der „duftende Montag“!

Lavendel ist so ein schöner Duft, er vereint zwei Gegensätze, Ruhe und Kraft. Er beruhigt die Nerven, hilft bei Einschlafstörungen, führt zu innerer Ausgeglichenheit und erdet. Gleichzeitig erfrischt und reinigt er, sein Name leitet sich vom lateinischen Wort für waschen ab, „lavare“. Er schärft die Sinne und bringt innere Klarheit.

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Ein farblich dazu passender Edelstein ist der Amethyst

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sein Name bedeutet „dem Rausche entgegenwirkend“, und so paßt er auch in der Wirkung zum Lavendel!

Auch Vanille ist ein wunderschöner Duft, wer denkt da nicht gleich an Vanillepudding smiley_emoticons_lol ! Das Gewürz stammt aus den fermentierten Kapselfrüchten (Schoten)  verschiedener Arten der Orchideen-Gattung Vanilla.

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Vanille wirkt stimmungsaufhellend und soll sogar bei depressiven Verstimmungen helfen. Gleichzeitig hat sie eine beruhigende Wirkung, weshalb sie auch in vielen Badezusätzen vorhanden ist, und eben auch in Duftkerzen!

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(Vanilla planifolia plate in: Koehlers Medizinalpflanzen in naturgetreuen Abbildungen, Gera, 1883 – 1914)

Ich hab beide Duftrichtungen schon ausprobiert, sie riechen wunderschön, zumal mir noch ein schönes Kerzenglas wieder in die Hände gefallen ist, aber guckt selbst, schade, daß ihr es nicht riechen könnt!

Das Gläschen hat einen absenkbaren Teelichthalter, die Spirale an der Seite hängt es ein!

Nun wäre so ein Eintrag natürlich nicht vollständig ohne meinen entsprechenden Fundus zum Thema smiley_emoticons_lol, daher zeig ich euch nun mal meine Schätze für Lavendel!

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Lavendelsäckchen und Seife

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Lavendelwasser

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Lavendelwasser und Lavendelöl

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Ein Lavendeldöschen

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Und ein Pomander! Den hab ich mal von meiner Großtante geerbt, die im übrigen als Lieblingsparfüm „Uralt Lavendel“ benutzte, ich glaub, das kennt ihr noch, oder?

Den Pomander nochmal mit einer farblich so schön passenden Kerze:

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Lavendel paßt als Pflanze hervorragend zu Rosen, ich hatte noch eine Rosenseife in einem kleinen Säckchen, eine weihnachtliche Zugabe mal aus der Apotheke, und so kommt sie nun mit hier rein:

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Rosen und Lavendel:

Ach, ja, wem die Häkeldeckchen unter meinem Fundus aufgefallen sind, das sind die hier:

Und damit entlasse ich euch in einen duftenden Montag, euer Co-Autor mimi-herbst und ich wünschen euch einen guten Start in die neue Woche und eine schöne selbige!

Habts fein!

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Selenicereus

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Königin der Nacht

Entfalte des Kelches Pracht,
hörst du die wiegenden Töne?
Leuchte in weißer Schöne,
Königin du der Nacht!

Mondlicht zittert im Thal,
wandelt durch ewige Räume,
blaß über Blüten und Träume
huscht ein verschwiegener Strahl.

Ach und die Sehnsucht erwacht ..,
hörst du das Rauschen im Grunde?
Träume an meinem Munde,
Königin du der Nacht.

(Carl Busse)

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(Selenicereus grandiflorus, 1817 – 1833)

Der Karneval ist vorüber, und eure Königin der Nacht hat ihr Kostüm wieder in den Schrank gehängt!
Aber ich hatte euch ja im Weiberfastnachtseintrag noch eine andere Königin der Nacht versprochen, und die hat hier nun ihren großen Auftritt:

Selenicereus ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Kakteengewächse (Cactaceae). Ihr botanischer Name ist von Selene, der Mondgöttin in der griechischen Mythologie, abgeleitet und nimmt auf die in der Nacht geöffneten Blüten Bezug. Mehrere Arten der Gattung werden wegen ihrer großen, nachts geöffneten Blüten „Königin der Nacht“ genannt. Häufig ist damit Selenicereus grandiflorus gemeint.

Selenicereus grandiflorus ist eine Pflanzenart in der Gattung Selenicereus aus der Familie der Kakteengewächse (Cactaceae). Das Artepitheton grandiflorus leitet sich von den lateinischen Worten grandis für „groß“ sowie „florus“ für „blühend“ ab und verweist auf die großen Blüten der Art. Trivialnamen sind „Königin der Nacht“, „Reina de la Noche“ und „Queen of the Night“. Die Deutsche Kakteen-Gesellschaft sowie die Gesellschaft Österreichischer Kakteenfreunde und die Schweizerischen Kakteen-Gesellschaft wählten Selenicereus grandiflorus 2009 zum „Kaktus des Jahres“.

Selenicereen sind schlanktriebige, stammsukkulente Sträucher. Sie wachsen terrestrisch und erklettern Begleitvegetation und/oder wachsen klimmend oder hängend teilweise oder ganz epiphytisch (aufsitzend). Die meist 1 bis 2,5 cm dicken, mehrere Meter langen Sprosse haben bis zu zehn meist nur wenig erhabene Rippen.
Häufig bilden die Sprosse Luftwurzeln, die sich bei Bodenkontakt in echte Wurzeln umwandeln und die Pflanzen so vegetativ vermehren. Die auf den Rippen stehenden Areolen tragen nur wenige kurze und nadelfeine Dornen sowie manchmal kurzlebige Haare.
Die einzeln aus den Areolen erscheinenden Blüten sind auf eine Bestäubung durch Fledertiere spezialisiert. Sie öffnen sich nachts, häufig nur für wenige Stunden einer Nacht („Königin der Nacht“), manchmal auch wenige Nächte hintereinander. Mit bis zu 30 cm Länge und Durchmesser sind sie sehr groß und meist angenehm duftend, selten geruchlos. Ovarien und Blütenröhren sind außen kurz bedornt und manchmal behaart. Die äußeren Blütenhüllblätter sind rötlich bis bräunlich, die inneren sind weiß bis blass gelb. Die zahlreichen Staubblätter stehen in zwei Gruppen, der Griffel ist lang, dick und oft hohl. Die nach einer Befruchtung entstehenden großen Früchte sind meist rot, selten gelb, und enthalten viele Samen in einem saftigen Fruchtfleisch.

(Quelle: Wikipedia)

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(Plantae selectae, Nürnberg 1750 – 1773, Johann Jacob Haid)

Meine Eltern verbrachten mal einen Urlaub im Westerwald, ihre Pension verfügte über einen herrlichen großen Garten, der vor allem meinem Vater als großen Naturliebhaber faszinierte. Auf seinen „Rundgängen“ entdeckte er dann eines Tages eine Pflanze, die sich durch ihre Dornen wohl als Kaktus auswies, eigentlich aber nur ein „Gewusel“ langer, grüner Triebe, ineinandergesteckt und fröhlich wuchernd, ein echtes „häßliches Entlein“ unter all den anderen wunderbar blühenden Pflanzen war. Interessiert fragte er nach, was das denn wohl sei? Und bekam zur Antwort: „Eine Königin der Nacht“! Mein Vater muß sehr verblüfft ausgesehen haben, und ich glaube, er hat dieser Bestimmung wohl auch nicht so ganz geglaubt.:no: Die Pensionswirtin bot ihm an, ihm einen Ableger zu schneiden, in ein Glas mit Wasser gestellt würden sie schnell wurzeln und ließen sich auch im Zimmer halten. Immer noch sehr mißtrauisch stimmte mein Vater zu und nahm trotz allem hoch beglückt den Ableger nach dem Urlaub mit nach Hause.:yes:
Wie vorausgesagt, wurzelte der Ableger wirklich sehr schnell, wurde liebevoll in Kakteen-Erde gesetzt und von meinem Vater gehegt und gepflegt!
Er wuchs eifrig, bald mußte man die langen Triebe aufbinden, es entwickelte sich eine stattliche Pflanze. Von der legendären „Königin der Nacht“, also einer entsprechenden Blüte, aber weit und breit keine Spur.:no: Meine Mutter rümpfte schon die Nase über das „Gestrüpp“,:)) meinte, man habe meinem Vater einen Bären aufgebunden und er solle das Gewächs lieber entsorgen, zumal die Dornen daran wirklich nicht ohne waren, wenn man mit ihnen in Berührung kam.88|
Mein Vater ließ sich nicht beirren, was einmal unter seinen „grünen Daumen“ geriet, wurde niemals mehr entsorgt, die Pflanze stand unter seinem persönlichen Schutz.;D
Und eines Tages war es soweit: Eine seltsam bepelzte kleine Kugel zeigte sich an einem Trieb!:D
Mit Argusaugen von meinem Papa beobachtet, entwickelte sie sich immer dicker! Kein Zweifel mehr: Hier wuchs eine Blüte heran!:yes:
Mein Papa war ganz aus dem Häuschen, und als sich die ersten Blütenblätter zeigten, erbat er sich von uns den Fotoapparat, um das nächtliche Aufblühen „seiner“ Königin fotografisch und chronologisch festhalten zu können!
Der Fotoapparat wurde aufs Stativ montiert, und Papa legte sich auf die Lauer::>>

Juli 1983, 17.45 Uhr
Juli 1983, 17.45 Uhr

20.00 Uhr
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20.15 Uhr
20.15 Uhr

20.30 Uhr
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21.00 Uhr
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22.30 Uhr
22.30 Uhr

23.00 Uhr
23.00 Uhr

1.00 Uhr
1.00 Uhr

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5.10 Uhr
5.10 Uhr

Eine wahrhaftige Königin der Nacht, nach mehreren nächtlichen Stunden herrlichster Blüte ist am frühen Morgen die ganze Pracht vorbei!:|
Aber mein Papa war selig, das von meiner Mama so geschmähte „Gestrüpp“ war wirklich eine Königin der Nacht und hatte ihn für seine Geduld und seine pflegerische Mühe so reich belohnt!:D

Sie hat noch viele Jahre danach immer wieder ihren Zauber entfaltet, zur großen Freude meines Vaters! Dabei ist noch zu bemerken, daß die Blüte einen wundervollen Duft verströmt, nach Vanille, Björn hat in seinen Kinderjahren immer gesagt „die riecht nach Vanillepudding“,:)) denn selbstverständlich durfte auch er mal nächtens mit seinem Großvater am Blütenwunder teilhaben!:yes:

Irgendwann nach Jahren blühte sie nicht mehr, wurde aber weiterhin liebevoll von meinem Vater versorgt, bis sie dann doch einging.:( Mit der Weitergabe eines Ablegers an mich war aber für Nachwuchs gesorgt, und diese „Baby-Pflanze“ hat dann auch bei mir noch jahrelang geblüht, als ich Mimi bekam, hab ich sie aus Sicherheitsgründen anderweitig in der Verwandtschaft untergebracht, (Mimi war immer sehr interessiert an dem „Ding“ auf der Fensterbank, aber die Dornen!!!88|) meines Wissens lebt die Pflanze dort heute noch, ob sie noch blüht, kann ich leider nicht sagen!

Wer mehr wissen möchte über dieses unscheinbare, aber herrlich blühende Gewächs, kann sich hier mal ein bissel „schlau“ lesen:

http://www.gartendialog.de/gartenpflanzen/kakteen/koenigin-der-nacht-pflege.html

Selbst als Heilpflanze wird die Königin der Nacht in der Homöopathie verwendet, ich hab auch dazu einen sehr interessanten Artikel gefunden:

http://www.wala.de/qualitaet/pflanzenarchiv/koenigin-der-nacht/

Und guckt mal, was ich noch gefunden habe, man kann sogar zu Hause in der eigenen Badewanne ein sinnliches Bade-Erlebnis gestalten mit….“Badeperlen Königin der Nacht“!;D:))

http://shop.kneipp.de/badeperlen-koenigin-der-nacht.html

Wenn der Duft der Badeperlen dem der Blüten der Königin der Nacht ähnelt, dann ist das wirklich ganz herrlich, ein köstlicher Vanilleduft, in der Aroma-Therapie einsetzbar bei Schlafstörungen, Schlaflosigkeit, Angstzuständen und Depressionen.
Ja, Vanillepudding macht glüclich, vielleicht ist es ja nicht nur der Geschmack, sondern auch das Aroma!;D

Und damit entlaß ich euch mit guten Wünschen in den Montag, habt alle eine gute neue Woche!

:wave: