Musik – die Sprache der Seele

Nur ein Lied färbt die Grauseele bunter

Ich setze mich hin unter nächstbesten Busch
und sing’s Blau mir vom Himmel herunter;
nur ein Lied färbt die Grauseele bunter.
Aus dem Grautag, in welchen die Sorge öd weint,
wird ein Blautag, sobald nur ein Lied hell erscheint;
die verstockteste Wolke wird munter.
Wo ein Liebeslied rot wie die Sonne aufgeht,
jede Wange frohleuchtend voll Herzblut dasteht.
So ein Rot geht dann schwer mehr herunter.

(Max Dauthendey)

Heute ist der Tag der Hl. Cäcilia. Sie hat im 3. Jahrhundert als vornehme Christin in Rom gelebt, zu den ältesten in der römischen Kirche gefeierten Heiligengestalten gehört, und ist Schutzpatronin der Musik geworden. Mit ihrem Tag beginnt die Zeit der Hausmusik und der Konzerte.

(Quelle: Sybil Gräfin Schönfeldt, Das große Ravensburger Buch der Feste und Bräuche)

Der Beginn der Konzerte, das war das Stichwort für diesen Eintrag, die Erinnerung an das schönste Konzerterlebnis, das ich einmal meinem Vater machen konnte. Und wie das Gedicht es ja schon beschreibt, was gibt es schöneres bei diesen usselgrauen Novembertagen, als Musik zu hören.

Bei dem Konzert und meiner Erinnerung daran handelt es sich um das hier:

Das Jubiläums- und Abschiedskonzert der Don Kosaken unter Leitung von Serge Jaroff zum 75. Jubiläum, die Tournee 1971/1972. Und dafür hatte ich Karten ergattert für mich und meinen Papa, in der Stadthalle Oberhausen. Wie hab ich mich gefreut!

https://de.wikipedia.org/wiki/Don_Kosaken_Chor_Serge_Jaroff

Das war das Programm

Das war das Lieblingslied meines Vaters

„Eintönig klingt hell das Glöcklein“, der Text war leider nicht aufzutreiben.

Es war ein herrlicher Abend, die Bühne für den Auftritt der Don Kosaken war nur ganz dezent dekoriert, die Sänger sollten die ganze Aufmerksamkeit haben. Die ganze Aufmerksamkeit meines Vaters hatten sie allemal, als ich ihn während des Konzertes einmal verstohlen von der Seite betrachtet habe, sah ich, daß er vor Rührung weinte, das hat mich sehr bewegt, ich war damals gerade mal 19 Jahre alt und hatte meinen Vater noch nie weinen sehen. Werde ich nie vergessen!

Bleiben wir noch ein wenig bei der Musik der Don Kosaken.

Und nun kommt mein Lieblingslied von den Don Kosaken

„Ich bete an die Macht der Liebe“

https://de.wikipedia.org/wiki/Ich_bete_an_die_Macht_der_Liebe

Mein Vater verehrte die Don Kosaken sehr und war immer restlos begeistert vom Dirigenten Serge Jaroff mit seinen sparsamen Bewegungen, mit denen er seinen Chor dirigierte während der Auftritte. Kein Wunder, denn mein Vater war jahrelang 2. Baß in einem Männerchor, nämlich dem MGV „Eintracht 1875“ Oberhausen-Osterfeld

http://www.eintracht-osterfeld.de/

das ist die Internetseite des Chores heute,  ein Onkel von mir, Witwer der jüngsten Schwester meines Vaters, singt dort heute noch.

Da hab ich noch eine schöne Seite vom Internetauftritt dieses Chores von der Chorgeschichte

http://www.eintracht-osterfeld.de//pages/chorgeschichte.php

und das zweite Bild, das dort abgebildet ist, habe ich auch, guckt mal:

denn zu der Zeit war mein Vater noch aktives Mitglied, in der zweiten Reihe von unten der 4. von rechts.

Näher rangeholt, zweit Reihe von unten, der 1. rechts!

Ich hab das Bild auch mal in der farbigen Einstellung fotografiert, so finde ich es auch schön.

Ich war auf vielen Konzerten von Papas Gesangverein, und wie könnte es anders sein, ich hab natürlich auch davon noch wenigstens eine Karte, hihihi!

und von einem Konzert gibt es sogar noch eine Schallplatte!

Schick, die alten LP-Scheiben noch, nicht wahr, dafür braucht man aber noch das hier,  einen feinen Schallplattenspieler, und den hab ich auch noch, da kann ich mir die schöne Platte immer noch mit anhören!

Und hier nochmal das Platten-Cover, da kann man die Lieder besser lesen.

War ein wundervoller Abend im Stadttheater Oberhausen.

Mal ein bißchen reinhören? Gerne doch, aber die Platte aufnehmen ging leider aus technischen Gründen nicht, also hab ich mal zwei Lieder im Netz gesucht, büdde schön:

„Pferde zu vieren traben“, mein Lieblingslied, das hör ich so gerne!

Und ganz klassisch, Nachthelle von Franz Schubert

Ja, wir sind eine musikalische Familie, mein Papa, wie gesagt, 2. Baß im Gesangverein, ich spiele Blockflöte, Björn Klavier, Orgel und Elektrobaß, andere familiäre Instrumente sind noch Akkordeon, Mundharmonika und Gitarre. Am allerschönsten waren da immer die häuslichen Konzerte zu meiner Kinder- und Jugendzeit an Weihnachten, das war eine Freude, Klavier, diverse Blockflöten, Gitarre und Gesang, da erinnere ich mich so gerne dran. Mit Björn war es dann die elektronische Orgel und meine Flöte, das war auch immer fein!

Und das ist doch nun mal ein feiner Anlaß, euch meine Flöten auch mal zu zeigen, gehört habt ihr sie ja schon im letzten Adventskalender, wie die Zeit rennt, meine Güte, jetzt geht schon bald der nächste wieder los!

Also, Vorhang auf für meine Flöten:

Die kleine Mundharmonika dabei hat Björn mal von seinem Musiklehrer geschenkt bekommen.

Und da hätten wir in einem kleinen Kirchen-Gesangbuch auch das schöne Lied „Ich bete an die Macht der Liebe“ wieder.

Meine Sopranflöte, mit der ich Flöte spielen gelernt habe mit 8 Jahren. Sie begleitet mich schon fast mein ganzes Leben.

Und meine Sopran-Barockflöte

mit der „barocken Griffweise“

Meine Altflöte ist die größere Flöte auf den Bildern, mit dem für sie typischen unteren Griff

So, nun pack ich alle wieder ein

hihihi, was das wohl für ein Koffer unter den verpackten Flöten ist, möchtet ihr wissen? Jaaaa, das ist mein Highlight, da hab ich mich drauf gefreut, dann paßt mal gut auf, wir machen jetzt den Koffer auf…….tadaaaaaaaa!!!

Naaa??? Dämmert es? Jawoll, das ist ein Dudelsack  der gehört eigentlich Björn, verwundert ja irgendwie nicht bei seiner Vorliebe für Schottland und des schönen Urlaubs in Edinburgh in diesem Jahr, oder?

alle Pfeifen

die Anschlüsse am Dudelsack

 und die Spiel-„Pipe“

Unten wunderschön verziert:

Björn hat sich diesen Dudelsack mal im Internet besorgt, und wollte auch spielen lernen, dazumalen war er noch hier zuhause, und hat, als der Dudelsack angeliefert wurde, ihn natürlich begeistert ausgepackt, zusammengesetzt, stand dann im Wohnzimmer und wollte spielen, ehrlich, meine Lieben, ich hab vor lachen bald wörtlich am Boden gelegen, es ist nämlich gar nicht so einfach, einen Dudelsack zu spielen, und die ersten Töne, die man diesem schönen Instrument entlockt, hören sich wirklich an wie die einer verendenden Kuh, sorry, aber anders kann man die Töne echt nicht beschreiben, mir stehen schon wieder die Tränen vor lachen in den Augen, hihihihi, es war göttlich!

So hört sich das dann richtig an:

So, nun kommen wir langsam zum Ende dieses Eintrags, Musik ist ja sehr vielfältig, und meine Generation ist ja musikalisch auch sehr durch diese Herren geprägt worden  „The Beatles“! Da muß ich heute immer noch so über einen Witz lachen, den ich, als noch richtig Beatles-Zeitalter war, mal in einer Zeitung gelesen habe, da sitzen alte Menschen im Altenheim und hören sich neumodische Musik an und einer seufzt „Gott, wenn ich da noch an die guten alten Beatles denke“, tja, und heute ist das nun schon für uns soweit, lol!

Ich hoffe, der Eintrag hat euch bissel Freude gemacht und bringt bissel Licht in die Novemberdüsternis!

Übrigens, da ja nun Mimi, unser aller Co-Autor, nicht fehlen darf: Sie läßt ausrichten, sie mag sehr gerne Reinhard-Mey-Lieder (wen das wundert, bei meiner Vorliebe, hihihi!) und so möchte sie euch jetzt hier zum Abschluß noch ein schönes, passendes Lied von Reinhard Mey einstellen, also, von Mimi  für euch:

„Welch ein Geschenk ist ein Lied“!

http://www.reinhard-mey.de/start/texte/alben/welch-ein-geschenk-ist-ein-lied

Und damit wünschen wir beide euch einen wunderschönen WTT!

Habts fein!