Dreikönigs-Tag

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Die Heiligen Drei Könige im Kölner Dom

Auf stillen Felsenhöhn
wir standen viele Nächte,
dort nach dem Licht zu sehn
vom künftigen Geschlechte.

Ein alt prophetisch Lied,
es hat auch uns geklungen,
hat unser Herz durchglüht
und innig uns durchdrungen.

Da trieb es uns hinaus,
zu wandern durch das Leben,
die Ruh, den Hof, das Haus
und alles dranzugeben.

Uns riefen von dem Herrn
die Sagen und die Kunden,
wir folgten seinem Stern,
bis wir ihn selbst gefunden.

Maria, süßes Bild,
wir können’s nie vergessen,
wie du so fromm und mild
am Krippelein gesessen.

Das folgt uns wie im Traum
nach Köllen an den Rheine,
füllt unsern Grabesraum
mit seinem hellen Scheine.

Und wenn ein holdes Kind
nach unserm Grabe ziehet,
wenn treu und stillgesinnt
sich Muttersorge mühet,

dann fühlen wir die Lust
aus alter Zeit sich regen,
es zieht in manche Brust
aus unserm Grab der Segen.

Der Myrrhen Bitterkeit,
man kennt sie wohl im Leben,
doch sollen drüber weit
die Weihrauchwolken schweben.

Das Gold es ist die Treu
im Leben wie im Sterben:
Solch edle Spezerei
kann jeder hier erwerben.

(Max von Schenkendorf)

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Epiphanias (griech.) Fest der Erscheinung des Herrn!
Das Fest der Heiligen Drei Könige, die als „Weise aus dem Morgenland“ dem Stern folgten und zur Krippe fanden, dem neugeborenen Kind huldigten und ihm Geschenke brachten, Gold, Weihrauch und Myrrhe!

WisemenGifts

Deren Reliquien im Dreikönigenschrein im Dom zu Köln aufbewahrt werden.

http://de.wikipedia.org/wiki/Dreik%C3%B6nigenschrein

Zur Geschichte des Dreikönigstages gab es im vorigen Jahr schon einen Eintrag, und um Wiederholungen zu vermeiden, widmen wir uns dieses Mal dem reichen Brauchtum um dieses Fest!

Dreikönig heißt auch die 12. Nacht, weil die Nacht vor dem Dreikönigsfest die 12. Nacht nach Weihnachten ist, die letzte der Rauh- oder Rauchnächte, also eine letzte Zaubernacht.
Um das Haus zu schützen und zu segnen, ist es seit vielen Jahrhunderten Brauch, am Abend und in der Nacht vor dem Dreikönigstag Häuser, Wohnungen und Wirtschaftsgebäude durch Räuchern zu segnen.

Eine Familienfeier mit „Räuchersegen“ gestaltete sich meist so, daß ein Rauchgefäß mit glühender Kohle vorbereitet wird, auf die die Kräuter und die Weihrauchkörner gestreut werden.
Sobald der Duft aufsteigt, wird ein Gebet gesprochen, meist das Vater Unser, dann wird das duftende Rauchgefäß durch die Räume getragen.
Das kann schweigend geschehen, oder es wird gebetet oder gesungen.
Nach dem Räuchern in der Nacht vor dem Dreikönigstag wird anschließend auf die Türen mit weißer Kreide der Haussegen geschrieben

C + M + B

umrahmt von der Jahreszahl, die Buchstaben stehen für
Christus Mansionem Benedicat „Christus segne dieses Haus“.

Volkstümlich werden sie auch als Anfangsbuchstaben der Namen Casper, Melchior und Balthasar gedeutet.
Die Bedeutung jedes der drei Namen erinnert an einen Glück- und Segenswunsch
Caspar (persisch) = Schatzbewahrer
Melchior (hebräisch) = „Mein König ist Licht“
Balthasar (babylonisch) „Gott schützt Leben!“

(Quelle: Sybil Gräfin Schönfeld, Das große Ravensburger Buch der Fest und Bräuche)

Ich liebe solche alten Bräuche, sie erden so gut und bringen uns in unserer heutigen, hektischen Zeit der Natur und ihrem Jahreslauf wieder ein Stück näher!
Und so wird es euch nicht wundern, daß ich Räucher-Utensilien besitze und sie auch benutze, wie auch in der vergangenen Nacht wieder geschehen.

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Das ist mein Kästchen für das Räucherzubehör

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Räucherzubehör: Messingschale, Stövchen, Mörser, Räuchermischungen, Löffel zum portionieren

Wenn man wirklich mit Kohle räuchern möchte, kommt Sand in die Messingschale, darauf die Kohle, die angezündet wird, und wenn sie durchglüht ist, kommt das Räucherwerk darauf.

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In geschlossenen Räumen wie z.B. einer Wohnung kann die Räucherung mit Kohle schon ein wenig heftig ausfallen, daher sollte man zumindest hinterher gut lüften, wer es „behutsamer“ möchte, kann auch mit einem Stövchen räuchern.

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Es gibt fertige Räuchermischungen z.B. für die Rauhnächte, die mitunter aus „neunerlei“ Kräutern und Harzen bestehen wie Alant, Johanniskraut, Beifuß, Rainfarn, Schafgarbe, Königskerze, Kamille, Baldrian, Eisenkraut und Fichtenharz, wahlweise auch Buchsbaum, Eibe, Holunder, Mistel, Lorbeer und Wacholder.

Es gibt auch Wintermischungen aus Benzoe, Sandelholz, Tannennadeln, Vanille, Weihrauch Vanille und Zimt.

Wunderschön ist auch die Weihnachtsmischung aus Orangenschalen, Tannennadeln, Zimt, Weihrauch Balthasar, Zitronengras, Weihrauch Christmas.

Ich hab mir in diesem Jahr meine Räuchermischung selbst gemischt, aus den Bestandteilen für Reinigung, Copal, Jasminblüten, Johanniskraut, Rainfarn, Salbei, Schafgarbe und Jasminharz, für Wärme und Geborgenheit, Beifuß, Benzoe, Siam, Kiefernzapfen, Lavendel, Malvenblüten, Styrax dunkel, Tannennadeln und Weihrauch blau, zusätzlich noch gemischte Weihrauchkörner. Es war ein schöner Duft, ich hab aber mit Stövchen verräuchert.

Mimi liebt dieses Ritual, wenn ich mit dem Gefäß durch die Wohnung laufe, folgt sie mir meist auf Schritt und Tritt! Ich glaube, Tiere haben einfach noch einen anderen Bezug zu solchen „Natur-Ritualen“!

Ich hoffe, der kleine Auflug in die Welt des Räucherns hat euch Spaß gemacht!

Und da nun heute Dreikönigstag ist, möchte ich euch nun auch endlich meine „bewohnte“ Krippe zeigen, den leeren Stall habt ihr ja schon gesehen im Adventskalender!

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Da kommen nun heute noch die Heiligen Drei Könige zu

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dann ist sie wieder komplett!

Ich hab auch noch mal ein Foto von meiner über 60-jährigen dreidimensionalen Krippe aus Pappe gemacht, die in meinem Elternhaus immer unter dem Weihnachtsbaum stand und die ich von meinen Eltern vermacht bekommen habe, als wir auch eine kleine Familie waren, also nach Björns Geburt.

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Bevor ich diesen Eintrag traditionell mit dem Segenswunsch schließe, möchte ich euch doch auch noch die Pflanze des Tages vorstellen, „Ornithogalum umbellatum“, den doldigen Milchstern, ein weiß blühendes winterhartes Zwiebelgewächs aus der Familie der Liliengewächse, volkstümlich auch „Stern von Betlehem“ genannt. Er blüht von Frühjahr bis Sommer mit nur 10 cm Wuchshöhe oder bei den hohen Arten mit 120 cm Höhe. Die Blüten sind becher- oder sternförmig und glänzen in der Abenddämmerung, daher der Name, sie duften auch gut. Er gehört zur Essenzengruppe der 39 klassischen Bachblüten nach Dr. Bach.

Traditionsgemäß schließe ich diesen Eintrag nun mit dem Segenswunsch, als „Hausmutter“ in diesem Blögchen ist das ja mein Recht!

Dreikönigszettel

Im Namen Jesu stehe ich heute auf
und neige mich von ganzem Herzen zu meinem Gott;
die Heiligen Drei Könige
Kaspar, Melchior und Balthasar
seien meine Weggesellen.
Gehe ich in meinem Hause aus oder ein,
so sei der Himmel meine Beschützung.
Der Stern der Heiligen Drei Könige führe mich auf die rechte Straße;
alle, welche mir begegnen,
sollen mir keine schädlichen Feinde,
sondern aufrichtige, gute Freunde sein.
Kaspar, Melchior und Balthasar stehen mir bei
in allen meinen Unternehmungen,
Thun und Lassen,
Handel und Wandel,
Gehen und Stehen,
zu Wasser und zu Land;
sie wollen mich vor Unglück,
Feuer und Wasser
Und vor Allem, was dem Leibe und der Seele schädlich sein mag,
mit ihrem mächtigen Beistande
allzeit behüten und bewahren!
Gott dem Vater ergebe ich mich,
in Gott dem Sohne empfehle ich mich,
in Gott dem heiligen Geist versenke ich mich.
Die heiligste Dreifaltigkeit sei ober mir,
Kaspar, Melchior, Balthasar seien bei und neben mir;
diese bewahren mich,
mein Haus und alles, was ich habe
jetzt und allezeit.

(altes, überliefertes Gebet, sog. „Dreikönigszettel“)

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Mit diesem Segen entlasse ich euch in den heutigen Tag, bleibt beschützt und gesegnet!

Mittsommer

Sommersonnenwende – Mittsommer

Nun die Sonne soll vollenden
ihre längste, schönste Bahn,
wie sie zögert, sich zu wenden
nach dem stillen Ozean!
Ihrer Göttin Jugendneige
fühlt die ahnende Natur,
und mir dünkt, bedeutsam schweige
rings die abendliche Flur.

Nur die Wachtel, die sonst immer
frühe schmälend weckt den Tag,
schlägt dem überwachten Schimmer
jetzt noch einen Weckeschlag;
und die Lerche steigt im Singen
hochauf aus dem duftgen Tal,
einen Blick noch zu erschwingen
in den schon versunknen Strahl.

(Ludwig Uhland)

Sommersonnenwende – Sonnenwende – lat. Solstitium

am 21. Juni 2012 um 01.09 Uhr MESZ

der längste Tag und die kürzeste Nacht,
eine Sonnenwende findet zweimal im Jahr statt, die Sommersonnenwende am 21. Juni und die Wintersonnenwende am 21. Dezember.
Nahe des Polarkreises ist es der Tag „ohne Sonnenuntergang“, Mitternachtssonne, Weiße Nächte.
Weiter polwärts herrscht dann wochen- bzw. monatelang der „Polartag“.
(Quelle: Wikipedia)

Bei den Kelten hieß die Sommersonnenwende Alban Herfin oder Herfeyn und wird auch heute noch z.B. in Stonehenge gefeiert.
Bekannt sind auch die Mittsommerfeiern in Schweden, wer von euch Kriminalromane mag und davon vor allem die nordischen Krimis, kennt sicherlich „Mittsommermord“ von Henning Mankell. Spannend!88|:yes:

In allen alten Bräuchen zu dieser Zeit wird deutlich,das es ein Fest des Übergangs ist, was bisher blühte, wird nun langsam reif, im Höhepunkt des Sommers ist bereits die Ahnung vom kommenden Herbst.
Das Feuer hat eine große Bedeutung zu Mittsommer, es bedeutet Wärme und Leben, die Sonne als Lebensspenderin, man zündet Feuer an, Sonnwendfeuer; um alte Dinge abzuschließen und optimistisch nach vorne schauen zu können,:yes: werden symbolische Gegenstände oder sog. „Abschiedslisten“ ins Feuer geworfen, um sich frei zu machen von altem und bedrückendem und einen Neuanfang zu starten. Ist ein guter Gedanke, auch oder gerade für unsere heutige Zeit.;D
Die Paare sprangen über das Feuer und wünschten sich etwas dabei, dies war auch ein Symbol für Treue.

Seit einiger Zeit ist auch das Ritual des Räucherns wieder neu entdeckt worden, in alten Zeiten wurden Räucher-Rituale häufig durchgeführt, bekannt für diese Rituale sind auch hierzulande noch die 12 Raunächte zwischen Weihnachten und Dreikönigstag.
Zur Sommersonnenwende waren es es traditionell 7 oder 9 verschiedene Kräuter, die zum Räuchern verbrannt wurden.
7 ist die Zahl des Universums, des Makrokosmos, Vollständigkeit
9 aus dem allmächtigen 3 x 3, die dreifache Triade.

Zwei Beispiele für Kräuter zum Räuchern:

Thymian, Lupulin, Rosmarin, Königskerze, Fichtenharz, Beifuss, Weihrauch, Johanniskraut, Orangenblüten.

tradioneller sind:
Alant, Beifuss, Eisenkraut, Mädesüß, Johanniskraut, Kalmuswurzel, Baldrian, Mistel, Weihrauch.

Aus den Kräutern kann man natürlich auch hübsche Kränze winden, in denen dann auch Sommerblumen ihren Platz haben. :yes:

Da Rosenmonat ist, könnte man natürlich auch einen wunderschönen Rosenkranz binden, den kann man dann auch sehr gut trocknen lassen, ebenso Rosensträuße, einfach kopfüber aufhängen, wenn sie noch frisch sind, und trocknen lassen, sie sehen auch getrocknet sehr hübsch aus, die Farbe verblaßt ein wenig so wie auf alten Fotos. Am besten eignen sich dafür die jetzt Hochsaison habenden Freilandrosen mit ihren kräftigen Stielen, da knicken die Rosenköpfchen nicht um!

Und da wir ja nun alle sooooo sehr auf endlich eintretendes Sommerwetter hoffen, versuche ich ihn nun mal zu locken mit einem wunderschönen Rezept für eine Rosenbowle, die paßt so schön zu Mittsommer, ein lauer Abend, vielleicht noch Glühwürmchen, stimmungsvolle Kerzenbeleuchtung und alles ist perfekt!:yes::))

Rosenbowle

Zutaten: 1 gute handvoll duftender Rosenblüten
1l Rosewein
1 Flasche Rose-Sekt

Die Rosenblüten mit Zucker bestreuen (nach Geschmack), mit 1/4 l Rosewein aufgießen und über Nacht ziehen lassen.
Abseihen, mit dem restlichen Rosewein aufgießen, kurz vor dem Servieren den Sekt beifügen und mit einigen Rosenblüten bestreuen.

Da Mittsommer dieses Jahr leider nicht an einem Wochenende liegt,:no: kann man es ja am kommenden Wochenende nachholen, vielleicht spielt bis dahin ja auch das Wetter mit,:??: und vielleicht haben WIR dann ja auch schon wieder gewonnen (Freitag!):yes::yes::yes: und das wären dann drei Gründe zum Feiern!

:wave: