Grafschafter Wochenanzeiger – Stacheliger Wochenbeginn!

Der Igel

Als ob man sägte, rasselt’s von
dem alten Gartenhausbalkon!
Wird heimlich Holz gemacht?
Oh, welch Verdacht!

Im Laub liegt dort ein Igelpaar
und schläft sich aus so wunderbar,
dass weit sein Sägeschnarchen dröhnt,
wenn’s nicht grad vor Behagen stöhnt.
Ich will es schnarchen lassen.
Es soll den Tag verpassen
und sich nur tüchtig stärken
zu neuen Säuberwerken…

Es leuchtet heller Mondenschein
da trippelt’s auf der Treppe,
das Männchen ist’s und hinterdrein
die Igelin als Schleppe.

Nun schnobern sie durch Busch und Strauch
auf zierlich feinen Füßen
und füllen ihren feisten Bauch
mit Schnecken und mit süßen
vom Baum gefallenen Früchten an;
mit Maikäfern und Grillen
sie ihren Hunger stillen.

Da kommt ein Feind, der Dackelhund!
Schnell macht man seinen Rücken rund,
stellt Stacheln auf, rasch wie der Blitz,
dass sich die Hundeschnauze ritz’.
Schon tönt ein Jaulen kläglich,
bald frisst man fort behäglich.

Und endlich satt, denkt man daran,
wie man den lieben Kindern

den Hunger auch kann lindern.
So schleppt das Paar viel Räupchen fett
den Kindern an ihr mollig’ Bett,
von allem nur das Beste,
dass man sie kräftig mäste.

(Otto Nebelthau, 1894 – 1943)

Sorry, wir sind als Sonntagsausgabe am Frühstückstisch vermißt worden, das ehrt uns natürlich und freut uns auch, aber bei dem traumhaft-köstlichen Herbstwetter hatten wir in der Redaktion beschlossen, daß das auffüllen des Vitamin D-Speichers vor den sicher kommenden herbstlichen Usseltagen gerade in diesen Krisenzeiten doch von großer Wichtigkeit ist, damit keine redaktionellen Ausfälle durch gesundheitliche Unbilden verzeichnet werden müssen. Im Klartext: Wir waren faul und haben Balkonien genossen!

Zum Glück bekamen wir Mitte der Woche Post von unserer saarländischen Außenstelle, Freund Django von Mimi in heaven ließ uns über sein Frauchen Britta-Gudrun was feines zukommen.

Also, nehmt euch eine Tasse Kaffee oder Tee

und genießt!

Hallo, ihr lieben Leser hier alle, ich bins, Django, geliebter Kater von meinem Frauchen Britta-Gudrun und Kumpel von Mimi in heaven, und ich hab jetzt hier die Ehre, von unserem stacheligen Familienzuwachs zu berichten, denn stellt euch vor, wir haben eine Igel-Familie im Garten. Aber wie meine Freundin Mimi immer zu sagen beliebte, am besten fängt man mit dem Anfang an, und so laß ich jetzt hier mein Frauchen mal berichten, „wie alles begann“!

„September 12. Samstagvormittag, der mich schon etwas atemlos gemacht hat mit einem besonderen Igelfund.
In meiner sehr tiefen Kellerstufe lag eine Igelmutter mit ihren drei ! Jungen. Sie hätte die Stufe hochklettern können, aber ihre Kleinen nicht, also blieb sie ergeben dort liegen. Nun liegen sie in einer großen Wanne, kuscheln sich in die Decke und werden heute Abend wieder in den Garten gebracht. Die Igelmutter war schon über die Treppe geflüchtet, während ich die Wanne und Handschuhe holte und lief danach aufgeregt im Garten umher, wo ich sie gottseidank einfangen konnte. Gut gefrühstückt hat sie natürlich auch.
Ich habe nachmittags und abends je ein Schälchen Katzenfutter in die Wanne gestellt, das auch leergegessen wurde, wahrscheinlich nur von der Igelmutter.
12. Sept, Samstagabend. Als ich gegen Abend den Platz in meinem Garten unter dem Lorbeerstrauch inspizieren wollte, wo ich sie später abends aussetzen wollte, krabbelte plötzlich Nr. 4 dort umher. Ich habe nur dieses eine gewogen – mit 150 g noch sehr wenig, denn bis Ende Oktober sollten sie 500 g haben, um überwintern zu können. Die Igelmutter quittierte den Zugang mit etwas aufgeregtem Brummen, danach war Ruhe im Karton.

Sept. 13. Sonntag: Die Igel werden in der großen Wanne gefüttert, wobei wohl nur die Mutter ißt. Einmal sah ich zwei am Bauch der Mutter trinken. Abends habe ich nur ein bisschen den gröbsten Kot entfernt. (Selbst die kleinen Igel machten ihre winzigen kleinen Würstchen nur in einem Teil der Wanne, so wie die Mutter. Der Schlaf-und Kuschelplatz war sauber!) Derweil schlief die Mutter tief und fest mit dem kleinsten Igel, drei der Kleinen hatte ich in eine andere Wanne kurzfristig umgesetzt und ihnen da auch ein Schälchen mit Futter hingestellt, an dem aber nur eines ganz kurz etwas schlabberte s. Foto.


Auffallend war, das selbst die Mutter keinen Fluchtversuch aus der Wanne gemacht hat. Vielleicht war sie einfach nur froh, ihre Ruhe zu haben.
Sonntagabend, als ich die anderen zwei erwachsenen Igel draußen im Gartenhof beobachten wollte, ob und wann sie an ihre Futternäpfe mit Djangos Futterresten erscheinen würden, tauchte plötzlich Nr. 5 auf, den ich zu den anderen in die Wanne setzte. Zunächst blieb alles ganz ruhig und ich dachte, na toll – jetzt ist die Familie komplett. Nach einer Stunde schaute ich nach und hörte Kratzen, da saß der Neuzugang außerhalb der Wanne aus der er durch einen kleinen Schlitz geschlüpft war. Weil ich wegen der anderen keinen 2. Ausbruchsversuch riskieren wollte, habe ich ihn in eine andere Wanne gesetzt und ausbruchsicher abgedeckt. Dort saß er auch morgens noch, war aber nicht am Futter gewesen. Bei der nächsten Zusammenführung blieb alles ruhig und so lagen sie alle friedlich bis zur abendlichen Freilassung zusammen.

Sept. 14. Montag
Ich habe heute mit der Expertin von der Wildtierstation in meiner näheren Umgebung gesprochen und sie empfahl mir, was auch mit meiner ursprüngliche Vorgehensweise einhergeht, die Igelfamilie heute Abend in meinen Garten zu entlassen und sie weiterhin zuzufüttern, in der Hoffnung, daß sie auch weiterhin das Futter annehmen, das ich schon längere Zeit für Igel sowieso abends hinstelle.
Falls die Kleinen in der nächsten Zeit doch irgendwann alleine umherlaufen, kann ich sie jederzeit in die Auffangstation bringen. Sie wiegen erst 150 g, das ist etwas weniger als 2 Kiwis! Die Expertin sagte auch, daß man nach Möglichkeit die Jungtiere nicht von ihrer Mutter trennen sollte „nur“ um sie zu retten. In besonderen Fällen wird auch die Igelmutter zusammen mit den Kindern aufgenommen.

Montagabend habe ich die Igelfamilie wieder in den Garten gebracht und zwar bei der Nachbarin. In einem Gespräch ergab sich nämlich, daß die Igelfamilie dort ihr schönes großes Wurfnest hat, wo die Nachbarin die ganze Familie zum Teil auch tagsüber schon beobachtet hat. Das ist natürlich der ideale Ort zur Rückkehr in die Natur. Die Nachbarin hat auch beobachtet, dass die Jungtiere schon teilweise alleine auf Futtersuche waren. Gestern Abend kam die Mutter mit einem Kleinen zu mir in den Garten und ein anderes Jungtier sah ich später auch an meinen Futternäpfen essen.
Jetzt müssen sie nur noch ordentlich wachsen, wir beobachten sie weiterhin.
Das war ein aufregendes Wochenende und nun bin ich sehr erleichtert.
Von dem Wurfnest mache ich noch ein Foto, denn ich habe so etwas vorher auch noch nie gesehen, es liegt unter einer großen Pampasgrasstaude mit deren Material die Igelin das Nest auch gebaut hat – fantastisch!
Außer der Igelfamilie kommen noch zwei andere erwachsene Igel an meine Futternäpfe, da war gestern Abend richtig viel Betrieb!

Das Wurfnest unter dem hohen Pampasgras, so kaum erkennbar, hier

erkennbar hinter dem weißen Teller.

Igel-Nest-Nahaufnahme

Sept. 16. Dienstagabend lief die Igelmutter mit nur einem Kleinen von der Nachbarin rüber in meinen Garten und sehr viel später sah ich sie nochmals alleine mit dem Jungtier. Von den anderen keine Spur.

September 17. Mittwochnachmittag
Verdächtige Hustengeräusche der Igelmutter führte mich gestern an meinen Komposthaufen, wo ein großer Bambusstrauch steht, unter den die Igelmutter ebenfalls ein Nest gebaut hatte, von dem ich nichts wußte! Viele erwachsene Igel haben Lungenwürmer von ihrer natürlichen Nahrung mit Schnecken. Dagegen kann man leider nicht viel machen. Durch den Husten haben die Nachbarn auch erst bemerkt, dass überhaupt ein Igel in ihrem Garten war.

Mittwochabend
Gegen 20.30 h krabbelten drei der Jungtiere alleine aus dem Nest hervor und etwas später die Igelmutter, der die Kleinen aber nicht folgten, sondern nur in meinem Garten umherstreiften. Ich hatte die Beete vorher gründlich gewässert, damit sie vielleicht ein paar Regenwürmer oder Schnecken finden können. Um 22 h setzte ich mich im Dunkeln nahe des Nestes hin und so nach und nach kamen sie von ihrem Gartenausflug zurück und krabbelten um meine Füße herum und entdeckten auch das Katzenfutter. Sie haben nicht viel davon gegessen, aber immerhin schon mal probiert. Danach verschwanden 2 kleine Igel wieder im Nest und einer lief noch im Hof umher. Zufrieden bin ich dann zu Bett gegangen, denn heute früh ist schon der Gärtner für den letzten Herbstschnitt an der Hecke gekommen.
Bei der Nachbarin wurde die Igelfamilie seit vorgestern Abend nicht mehr gesehen. Nr. 4 und 5 leider auch nicht mehr…. Zwei andere erwachsene Igel haben ihre abendliche Futterration natürlich auch wieder verzehrt.

Sept. 17. Donnerstag abends drei im Nest, heute ohne Mutter!
Sie kamen ab 19.45 h aus dem Nest und waren gelegentlich am Futternapf und haben teilweise auch etwas davon gegessen, ansonsten liefen sie unter den Sträuchern umher auf Nahrungssuche. Ab 22 h habe ich nicht weiter beobachtet, weil es heute Abend sehr frisch und windig war. Der Napf war am Freitagmorgen leer. Heute Nacht kam mir die Idee, von meinem regenwurmreichen Kompost unter den Strauch zu streuen, damit sie dort ihre natürliche Nahrung finden können (Der Kompost befindet sich in einer gemauerten Umrandung, da kommen sie so nicht dran). Ich werde die Nachbarin um Hilfe bei der Aktion bitten, weil mir das Schaufeln zu schwer ist. Die zwei anderen erwachsenen Igel waren bis Mitternacht auch nicht an ihren Näpfen, aber am anderen Morgen waren alle Näpfe leer.
Ich warte noch zwei, drei Tage ab, dann frage ich die Expertin, ob ich sie, wenn sie jetzt ohne Mutter unterwegs sind, doch in die Auffangstation bringen soll. Dabei muss mir aber die Nachbarin helfen. “

(Alle Bilder im Bericht: © Britta-Gudrun N.)

So, das war nun der Bericht von unseren Igelchen von meinem Frauchen Britta-Gudrun, wir hoffen, ihr habt Freude daran! Und ich freu mich, mal einen Gastauftritt als Außenredakteur hier im Grafschafter Wochenanzeiger gehabt zu haben. Und gebe die Feder jetzt wieder weiter an die Frau Chefredakteurin.

Ja, ihr lieben Leser, das fanden wir bei unserer wöchentlichen Redaktionssitzung doch alles so schön und spannend, das wollten wir euch hier nicht vorenthalten. Und wo nun mal Igel drauf steht, ist auch Igel drin, denn wir ergänzen den feinen Bericht jetzt noch mit einigen Infos:

Die Igel (Erinaceidae) bilden eine Familie von Säugetieren, deren bekannteste Vertreter die in Europa lebenden Arten Braunbrustigel (Erinaceus europaeus) und Nördlicher Weißbrustigel (Erinaceus roumanicus) sind. Der Braunbrustigel ist die in West- und Mitteleuropa typischerweise anzutreffende Art. Quer durch das östliche Mitteleuropa (vom westlichen Polen über TschechienÖsterreich bis zur norditalienischen Adriaküste) erstreckt sich ein etwa 200 Kilometer breiter Bereich, in dem sich das Verbreitungsgebiet des Braunbrustigels mit dem des Weißbrustigels überlappt.

(Quelle: Wikipedia)

https://de.wikipedia.org/wiki/Igel

Der Igel im Porträt beim NABU:

https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/sonstige-saeugetiere/10302.html

Auch in der Mythologie ist der Igel vertreten, im Mittelalter glaubten die Menschen, daß man vor bestimmten Tieren keine Geheimnisse aussprechen sollte, weil dies sonst Unglück brächte. Zu diesen Tieren zählen neben den Katzen und Raben auch die Igel als Hausgeister von Hexen.

Als Krafttier steht der Igel für Schutz und Sensibilität. Der Igel selber verfügt über keine ausgeprägten Sinne, wenn es um das Sehen geht. Dies kann der Igel aber wunderbar mit anderen Eigenschaften kompensieren. Sein Geruchssinn und Gehörsinn sind besonders gut entwickelt und so versteht es der Igel, mit seinen Schwächen umzugehen, indem er sich auf seine Stärken konzentriert. Daran können wir Menschen uns ein Beispiel nehmen. Anstatt das halb leere Glas zu sehen, bemerken wir nun, daß das Glas halb voll ist.

Der Igel besitzt einen sehr weichen und empfindlichen Bauch. Um diesen zu schützen, kugelt, „igelt“ er sich gerne ein und schützt sich mit seinen Stacheln. So kommt keiner an ihn heran. Das Krafttier Igel zeigt uns, wie wir uns schützen und gleichzeitig für unsere Umgebung öffnen können, so daß es möglich ist, ein behütetes und qualitativ wertvolles Leben zu leben. Der Igel weiß genau, wann er seine Stacheln wieder einfahren muß, weil er Nahrung braucht und seine Jungen versorgen muß, er wechselt also beständig vom Schutz- in den Aktivmodus.

In der Literatur ist sicher allen die Geschichte vom Hasen und Igel bekannt, bei der der schlaue Igel der Gewinner ist.

https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Hase_und_der_Igel

Und wer von euch wie ich in den 50ger-Jahren aufgewachsen ist und Kind war, erinnert sich ganz bestimmt an den Igel Mecki aus der Fernsehzeitung

https://www.hr4.de/programm/mecki-70-jahre-in-hoerzu-,70-jahre-mecki-hoerzu-100.html

wie hab ich ihn geliebt und mich jede Woche neu auf seine Geschichten gefreut, und wie glühend hab ich mir immer die Figur aus der weltbekannten Stofftiermanufaktur mit dem Knopf im Ohr gewünscht, aber leider nie bekommen. Ich hab euch mal eine Seite rausgesucht, wo ihr gucken könnt:

http://deerbe.com/category/280-antiquitten__kunst_antikspielzeug_steiff_tiere_igel_/index.html

Natürlich gibt es den stacheligen Igel auch in den Redaktionsräumen, guckt:

Gleich in dreifacher Ausfertigung, links unser Kresse-Igel, der auch immer Mimis Katzengras zum sprießen gebracht hat, mittig unser Schuhputz-Igel Igor, der hier schon mal in einem Eintrag vertreten war

https://mimisdosenoeffner.wordpress.com/2017/10/21/goldene-herbsttage/

und rechts Björns Quietsche-Igel, an dem er sich in Babytagen sprichwörtlich die noch nicht vorhandenen Zähnchen ausgebissen hat, lach!

Und damit sind wir nun fast am Ende unseres heutigen Eintrages, eines haben wir noch in eigener Sache: Wir hatten doch berichtet, welchen traurigen Weg das Geburtstagspäckchen von Kristina und Rani an uns genommen hatte, nun habe ich zum Wochenende mein „Ersatz“-Geschenk von meiner Mimi in heaven über Kristina und Rani bekommen, guckt mal, ist das nicht einfach entzückend und lieb???

Ein Armbändchen, in silbergrau, mit einem Pfötchen und dem „M“ für Mimi, als Erinnerung an unsere Verbundenheit! Ich hab mich soooooo gefreut!

So kam alles bei mir an, mit hübscher Lavendelserviette eingepackt, in einem so süßen Beutelchen und mit der wunderschönen Engelskarte!

Auch hier noch einmal einen ganz, ganz lieben Dank an Kristina und Rani!!!

Und damit wünschen wir euch allen einen schönen Montag, einen guten Start in die neue Woche, die hoffentlich nicht so „stachelig“ ist wie das Thema unseres Eintrags, lach! Paßt alle wieder besonders gut auf euch auf, die Lage von Corona ist ja wieder alles andere als entspannt, und bleibt oder werdet gesund!

Euer Grafschafter Wochenanzeiger

mit Mimi in heaven und Otto und Luzia, den Freelancern.

Habts fein! Und bleibt behütet wie die Igel!

Grafschafter Wochenanzeiger – Das Pfingstwunder

                         

  Pfingsten! Ein Wort, das seinen Zauber auf das menschliche Gemüt üben wird, so lange noch ein Baum blüht, eine Lerche schmetternd in die Lüfte steigt und ein klarer Frühlingsmorgen über uns lacht. Ein Wort, dessen Klang selbst unter der härtesten Eiskruste des Egoismus, unter dem Schnee des Alters und in dem Herzen, das in Leid und Kummer erstarrt ist, noch ein Echo von Lenzeslust erwecken kann.

( E. Marlitt,  1825 – 1887, Pseudonym für Friederieke Henriette Christiane Eugenie John, deutsche Schriftstellerin)

ls der Tag des Pfingstfestes gekommen war, waren alle zusammen am selben Ort.

a kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen.

nd es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder.

nd alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt und begannen, in anderern Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.

n Jerusalem aber wohnten Juden, fromme Männer aus allen Völkern unter dem Himmel.

ls sich das Getöse erhob, strömte die Menge zusammen und war ganz bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden.

ie waren fassungslos vor Staunen und sagten: Seht! Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden?

ieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören: Parther, Meder und Elamiter, Bewohner von Mesopotamien, Judäa und Kappadokien, von Pontus und der Provinz Asien, von Phrygien und Pamphylien, von Ägypten und dem Gebiet Libyens nach Kyrene hin, auch die Römer, die sich hier aufhalten, Juden und Proselyten, Kreter und Araber – wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden.

lle gerieten außer sich und waren ratlos. Die einen sagten zueinander: Was hat das zu bedeuten?

ndere aber spotteten: Sie sind vom süßen Wein betrunken.

 

(Apostelgeschichte 2, Bibel-Einheitsübersetzung 2016)

Wir wünschen allen unseren Lesern ein frohes Pfingstfest!

Pfingsten feiern in diesen uns immer noch im Griff habenden Corona-Zeiten, was soll man sich da wünschen, so haben wir uns bei unserer Redaktionssitzung zum heutigen Eintrag gefragt? Und sind auf die Idee gekommen, den heutigen Eintrag mit der Apostelgeschichte aus der Bibel zu beginnen, in der beschrieben wird, wie der Heilige Geist in Gestalt von Feuerzungen über die Jünger kam. Und sie in fremden Sprachen reden konnten, jeder sie verstand! Wie sehr wir in diesen Zeiten diesen Heiligen Geist bräuchten, einen Geist, der uns einander verstehen läßt, feurige Zungen, die uns reinigen würden von Egoismus und Rücksichtslosigkeit, einen Geist, der uns klar macht, daß es um jeden einzelnen von uns geht und wir nur gewinnen können, wenn wir alle zusammenstehen.

Feuer ist das Element vom Pfingstfest, als solches soll es uns wärmen wie das früher heilige Herdfeuer und uns Licht geben in der Dunkelheit, als Fackel, oder milder mit Kerzenschein Es soll uns nicht verbrennen, wie es das tut, wenn es wütet! Es muß behütet werden, wir können das Feuer weitergeben, als Flamme, die uns wärmt und deren Energie uns ansteckt, und so sollen sie wirken, die Feuerzungen des Heiligen Geistes, und nicht wie ein Flächenbrand, entzündet von vielen Feuerpfeilen, der nur Schaden anrichtet. Ich denke mal, ihr versteht alle dieses von mir aufgestellte „Gleichnis“, bezogen auf die heutigen Zeiten, in denen die einen mahnen und die anderen rasen wie ein ungezügeltes Feuer. Haben wir also alle mal wieder die Hoffnung, daß das heutige Pfingstfest den Heiligen Geist einmal mehr wieder wirken läßt!

Vielleicht können wir hier den Heiligen Geist bei seiner Arbeit ein bissel unterstützen, in dem wir, wie sich das der Grafschafter Wochenanzeiger ja auf seine Fahnen geschrieben hat, für positive Grundstimmung sorgen, dazu hat die Frau Chefredakteurin mal wieder einen kleinen Exkurs mit der Knipse auf Balkonien gemacht.

Morgenstimmung, ihr werde es kaum glauben bei uns Nachteulen, lach!

Da staunt sogar unser Erdbeerelfchen, daß sich so fröhlich kichernd unter den Blättern der Himbeere versteckt hat!

Daß unsere Glockenblümchen wieder blühen, hatten wir ja schon berichtet

und nun guckt mal:

Na, entdeckt? Suchbild, hihihihi!

Noch eines!

Noch mal, weil es so schön ist, lach!

Soooo, nun lösen wir auf! Sie ist wieder da, unsere kleine dicke Hummel, und berauscht sich an den Glockenblümchen, wir freuen uns jedes Jahr wieder auf sie und sie kommt jedes Jahr treulich wieder! Mußten wir natürlich den Kindern in Köln berichten, und bekamen prompt Bildpost vom dortigen Balkonien

auch Besuch vom fliegenden Blumenbestäubungspersonal, hihihihi! Am duftenden Lavendel! Da können wir noch nicht mit dienen, aber mit einem superfeinen Rosmarin

der ist neu eingezogen und genießt die wärmenden Sonnenstrahlen! Und duftet auch!

Die Sonnenblumen von unserem lieben kleinen Co-Autor Mimi in heaven werden langsam zum Dschungel

schöööön, nicht wahr, da wird meine Maus sich so drüber freuen.

Das war nun mein Beitrag zum heutigen Pfingstfest, jetzt hätte unser Außenkorrespondent Hamish, der derzeit sehr unter Heimweh leidet, euch zum fröhlichen Pfingstmorgenbeginn ein feines, schottisches Frühstück anzubieten

langt alle herzhaft zu!

Unser Volontär Ruddi mit der restlichen Bärengang Bruno, Otto und Lucia haben sich durch unser Archiv gewühlt und präsentieren euch jetzt eine Galerie schöner Bilder aus vergangenen Pfingsttagen zum anregen der weiteren positiven Gestimmheit, denn man los!

Anklicken und groß gucken, wißt ihr ja!

Der Frau Chefredakteurin ist dann gestern beim erstellen des Eintrags noch so ein schönes Lied durch den Kopf gegangen, das gehörte zu den Lieblingsliedern ihres Vaters, und das kriegt ihr jetzt zu Pfingsten auf die Ohren, ich hoffe, es gefällt euch:

Und mit dem Text des Liedes

Frühmorgens, wenn die Hähne krähn,
eh‘ noch der Wachtel Ruf erschallt,
eh‘ wärmer all‘ die Lüfte wehn,
vom Jagdhornruf das Echo hallt:
Dann gehet leise
nach seiner Weise
der liebe Herrgott durch den Wald.

Die Quelle, die ihn kommen hört,
hält ihr Gemurmel auf sogleich,
auf daß sie nicht die Andacht stört
so Groß und Klein im Waldbereich.
Die Bäume denken,
nun laßt uns senken
vorm lieben Herrgott das Gesträuch.

Die Blümlein, wenn sie aufgewacht,
sie ahnen auch den Herrn alsbald,
und schütteln rasch den Schlaf der Nacht
sich aus den Augen mit Gewalt.
Sie flüstern leise
ringsum im Kreise:
Der liebe Gott geht durch den Wald.

(Text: Leberecht Blücher Drewes ,1816-1870, Melodie: Franz Wilhelm Abt, 1819-1885, „Waldandacht“, op. 211 no. 3)

schließen wir nun unseren Eintrag zum heutigen Pfingstfest und wünschen allen unseren Lesern ein richtig frohes! Paßt alle auf euch auf und bleibt gesund, und so gut es in diesen Zeiten geht:

Habts fein! Euer Grafschafter Wochenanzeiger mit Mimi in Heaven und den Freelancern Otto und Lucia

 

 

 

Grafschafter Wochenanzeiger – Türchen 21

MiBuRo  A d v e n t s k a l e n d e r

Türchen

Weihnachtsabend

Die fremde Stadt durchschritt ich sorgenvoll,
der Kinder denkend, die ich ließ zu Haus.
Weihnachten war’s, durch alle Gassen scholl
der Kinder Jubel und des Markts Gebraus.

Und wie der Menschenstrom mich fortgespült,
drang mir ein heiser Stimmlein in das Ohr:
„Kauft, lieber Herr!“ Ein magres Händchen hielt
feilbietend mir ein ärmlich Spielzeug vor.

Ich schrak empor, und beim Laternenschein
sah ich ein blasses Kinderangesicht;
wes Alters und Geschlechts es mochte sein,
erkannt ich im Vorübergehen nicht.

Nur von dem Treppenstein, darauf es saß,
noch immer hört ich, mühsam, wie es schien:
„Kauft, lieber Herr!“ den Ruf ohn Unterlaß;
doch hat wohl keiner ihm Gehör verliehn.

Und ich? War’s Ungeschick, war es die Scham,
am Weg zu handeln mit dem Bettelkind?
Eh’ meine Hand zu meiner Börse kam,
verscholl das Stimmlein hinter mir im Wind.

Doch als ich endlich war mit mir allein,
erfaßte mich die Angst im Herzen so,
als säß’ mein eigen Kind auf jenem Stein
und schrie nach Brot, indessen ich entfloh.

(Theodor Storm)

Liebe Leser unseres Adventskalenders vom Grafschafter Wochenanzeiger,

nun haben wir wieder das Türchen 21, das traditionsgemäß immer einem besinnlichen oder nachdenkenswerten Thema gewidmet war, diese Tradition möchten wir auch in diesem Jahr beibehalten.

Da ist mir in diesem Jahr Theodor Storms obiges Gedicht mal wieder in die Hände gefallen, und während des Lesens fielen mir Parallelen zu unserer heutigen Zeit ein, deren „Brückenschlag“ aber nicht ganz so simpel und einfach ist, wie es auf den ersten Blick scheinen mag, denn das Thema von heute, welches mir dazu einfiel, ist der Klimawandel, ist die Bewegung „Fridays for future“.

Wie läßt sich das mit Storms Bettelkind in Einklang bringen?

Adaptieren wir das Bettelkind aus Storms Gedicht doch einfach mit den Kindern und Jugendlichen von heute, die auch auf die Straße gehen, die uns auch etwas „anbieten“ bzw. uns auf etwas aufmerksam machen wollen wie weiland das Kind mit seinem feilgebotenem Spielzeug im Gedicht: Sie fürchten genau wie dieses Kind um ihre Zukunft, um ihre Existenz in einer auf Dauer geschädigten Umwelt, die ihnen auf lange Sicht eventuell nicht einmal mehr das überleben sichern könnte. Und was tun wir?

Wir handeln wie Storm in seinem Gedicht, wir lassen uns „vorübertreiben“, und das Stimmchen/die Stimmen „verschallen hinter uns im Wind“!

In der letzten Strophe seines Gedichts spricht Storm von seiner Angst, die ihn erfaßte, als er begriff, was eigentlich geschehen war, daß er nicht gehandelt hatte, daß er zu zögerlich war, daß er sich vorbeitreiben ließ: „Als säß mein eigen Kind auf jenem Stein und schrie nach Brot, indessen ich entfloh.“ Die Kinder und Jugendlichen heute schreien nicht im Wortsinne nach Brot, aber im übertragenen Sinne eben doch, es geht um das „Brot“ des Lebens, um das Leben selbst im lebenswerten Umfeld. Und, wenn man den Gedanken des Klimawandels ohne Änderung bis zum Ende durchdenkt, letztlich eben doch auch um Brot im physischen Sinne!

Lassen wir also die Stimmen nicht hinter uns im Wind verschallen, „handeln“ wir „am Wege mit dem Bettelkind“, stellen wir uns an seine Seite und sorgen wir damit mit für seine Zukunft, sein Überleben, denn dieses eine Bettelkind ist stellvertretend für alle, und alle sind unsere Kinder, denen wir nicht entfliehen dürfen, wenn sie nach uns rufen und unsere Hilfe brauchen.

Mir ist durchaus bewußt, daß es verschiedene Ansichten über das Thema „Klimawandelt“ gibt, und daß nicht wenige der Meinung sind, das sei alles maßlos übertrieben, hätte es immer schon gegeben, hätte sich immer alles von selbst wieder reguliert, und außerdem wäre das alles ohnehin bloß ein riesengroßer Hype von verwöhnten Kindern, die zu faul wären, in die Schule zu gehen. Da hätte ich dann nochmal Storm anzubieten:

Euch allen ist sicherlich „Der Schimmelreiter“ von Theodor Storm bekannt? Da geht es um den jungen Deichgrafen Hauke Haien, der schon in seiner Jugend ein Denker und Grübler ist, und der, als er dann Deichgraf geworden ist, zum Schutze und Wohle seiner Mitmenschen Deiche bauen läßt, die ein anderes Profil als die althergebrachten haben und somit größeren Schutz vor der Nordsee und ihren oft verheerenden Fluten bietet. Aber diese neuen Deiche erfordern viel Arbeit und Kosten, und schon murren alle, allen voran sein Widersacher Ole Peters, der den ihm so überlegenen ehemaligen Kleinknecht haßt, weil sein einfacher Sinn, der nur auf seine eigene Bequemlichkeit und Behaglichkeit gerichtet ist, nicht begreift, daß durch die neuen Deiche etwas geschaffen wird, wovon Generationen später noch profitieren können. Erschließt sich die Parallele zu heute? Und wie sie wieder meckern, alle die Ole Peters dieser Welt? Hauke Haien scheitert tragisch an dieser Figur und seinen Mitmenschen, die seine Weitsichtigkeit nicht erkennen konnten oder wollten! Theodor Storm schließt seine Novelle mit den Worten des Schulmeisters, der die Geschichte vom Schimmelreiter erzählt:

„Der Dank, den einstmals Jewe Manners bei den Enkeln seinem Erbauer versprochen hatte, ist, wie Sie gesehen haben, ausgeblieben; denn so ist es, Herr: dem Sokrates gaben sie ein Gift zu trinken, und unsern Herrn Christus schlugen sie an das Kreuz! Das geht in den letzten Zeiten nicht mehr so leicht; aber – einen Gewaltsmenschen oder einen bösen stiernackigen Pfaffen zum Heiligen oder einen tüchtigen Kerl, nur weil er uns um Kopfeslänge überwachsen war, zum Spuk und Nachtgespenst zu machen – das geht noch alle Tage.“

Weise Worte!

Ganz trocken wollen wir aber dieses Türchen nun nicht schließen, also lassen wir hier  noch ein paar Bilder von der Schönheit unserer Welt und der Natur gerade in diesen so schönen Weihnachtstagen ihre eigene Sprache sprechen:

Damit schließen wir unser Türchen 21 in diesem Jahr und wünschen euch allen einen schönen Samstag, den ihr hoffentlich entspannt genießen könnt, in Vorfreude auf das große Fest, denn auch Freude ist wichtig im Leben, sonst werden wir mutlos!

Habts fein, wünschen euch allen euer Redaktionsteam vom Grafschafter Wochenanzeiger!

Grafschafter Wochenanzeiger – Türchen 8

MiBuRo  A d v e n t s k a l e n d e r

Türchen

Advent

Ich klopfe an zum heiligen Advent
und stehe vor der Tür.
O selig, wer des Hirten Stimme kennt
und eilt und öffnet mir!
Ich werde Nachtmahl mit ihm halten,
ihm Gnade spenden, Licht entfalten.
Der ganze Himmel wird ihm aufgetan:
Ich klopfe an.

Ich klopfe an, da draußen ist’s so kalt
in dieser Winterzeit;
vom Eise starrt der finstre Tannenwald,
die Welt ist eingeschneit,
auch Menschenherzen sind gefroren,
ich stehe vor verschloss’nen Toren,
wo ist ein Herz, den Heiland zu empfahn?
Ich klopfe an.

Ich klopfe an, der Abend ist so traut,
so stille, nah und fern,
die Erde schläft, vom klaren Himmel schaut
der lichte Abendstern;
in solchen heil’gen Dämmerstunden
hat manches Herz mich schon gefunden;
o denk, wie Nikodemus einst getan:
Ich klopfe an.

Ich klopfe an und bringe nichts als Heil
und Segen für und für.
Zachäus‘ Glück, Marias gutes Teil,
beschert‘ ich gern auch dir,
wie ich den Jüngern einst beschieden
in finstrer Nacht den süßen Frieden.
so möcht ich dir mit holdem Gruße nah’n;
Ich klopfe an.

Ich klopfe an, bist, Seele, du zu Haus,
wenn dein Geliebter pocht?
Blüht mir im Krug ein frischer Blumenstrauß,
brennt deines Glaubens Docht?
Weißt du, wie man den Freund bewirtet?
Bist du geschürzet und gegürtet?
Bist du bereit, mich bräutlich zu empfah’n?
Ich klopfe an.

Ich klopfe an, klopft dir dein Herze mit,
bei meiner Stimme Ton?
Schreckt dich der treusten Mutterliebe Tritt
wie fernen Donners Droh’n?
O hör‘ auf deines Herzens Pochen,
in deiner Brust hat Gott gesprochen:
Wach auf, der Morgen graut, bald kräht der Hahn:
Ich klopfe an.

Ich klopfe an; sprich nicht: Es ist der Wind,
er rauscht im dürren Laub.
Dein Heiland ist’s, dein Herr, dein Gott, mein Kind.
O stelle dich nicht taub;
jetzt komm ich noch im sanftem Sausen,
doch bald vielleicht im Sturmesbrausen.
O glaub, es ist kein eitler Kinderwahn:
Ich klopfe an.

Ich klopfe an, jetzt bin ich noch dein Gast
und steh vor deiner Tür,
einst, Seele, wenn du hier kein Haus mehr hast,
dann klopfest du bei mir;
wer hier getan nach meinem Wunsch,
dem öffn‘ ich dort die Friedenspforte,
wer mich verstieß, dem wird nicht aufgetan;
Ich klopfe an.

(Karl von Gerok)

Der zweite Adventssonntag, da hab ich überlegt, was ich meinen Lesern zu einem geruhsamen Sonntag anbieten könnte. Und da ich euch ja in Türchen 6 von meinen Frühschichten berichtet habe, ist mir die Idee gekommen, doch mal die liturgischen Bedeutungen der Adventssonntage aufzugreifen.

Die liturgischen Farbe der beiden ersten Adventssonntage ist violett. Die Adventszeit hat vier Sonntage. Der letzte Sonntag im Advent ist immer der Sonntag vor dem Weihnachtsfest am 25. Dezember. Er muss also zwischen dem 18. und dem 24. Dezember sein. Der erste Sonntag im Advent ist zugleich der Beginn des neuen Kirchenjahres.

Der erste Sonntag beginnt mit Psalm 25 „Ad te levavi animam meam“ – „Zur dir erhebe ich meine Seele“. Er handelt vom Vertrauen und der Treue zu Gott. Für Christen beginnt am ersten Sonntag im Advent die Zeit des Wartens, der Hoffnung, der Vorbereitung. Lieder wie „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ oder „O Heiland, reiß die Himmel auf“ künden von der Ankunft und Menschwerdung Gottes an Weihnachten. Im Weihnachtsfestkreis hat das Kirchenjahr seinen ersten Höhepunkt.

Das Warten und die Ankunft stehen im Zentrum des zweiten Adventssonntages. Im Evangelium wird Johannes der Täufer in den Fokus genommen. Matthäus, Mt 3, 1-12, vor dem Auftreten Jesu steht die Predigt des Johannes. Er sieht seine Aufgabe darin, die Menschen auf das Kommen des Messias vorzubereiten und zur Umkehr zu rufen –mit durchaus drastischen Worten.

“ In jenen Tagen trat Johannes der Täufer auf und verkündete in der Wüste von Judäa:  Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe.  Er war es, von dem der Prophet Jesaja gesagt hat: Stimme eines Rufers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn! Macht gerade seine Straßen!  Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften; Heuschrecken und wilder Honig waren seine Nahrung.  Die Leute von Jerusalem und ganz Judäa und aus der ganzen Jordangegend zogen zu ihm hinaus;  sie bekannten ihre Sünden und ließen sich im Jordan von ihm taufen.  Als Johannes sah, dass viele Pharisäer und Sadduzäer zur Taufe kamen, sagte er zu ihnen: Ihr Schlangenbrut, wer hat euch denn gelehrt, dass ihr dem kommenden Zorngericht entrinnen könnt?  Bringt Frucht hervor, die eure Umkehr zeigt,  und meint nicht, ihr könntet sagen: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott kann aus diesen Steinen dem Abraham Kinder erwecken.  Schon ist die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt; jeder Baum, der keine gute Frucht hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen.  Ich taufe euch mit Wasser zur Umkehr. Der aber, der nach mir kommt, ist stärker als ich und ich bin es nicht wert, ihm die Sandalen auszuziehen. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.  Schon hält er die Schaufel in der Hand; und er wird seine Tenne reinigen und den Weizen in seine Scheune sammeln; die Spreu aber wird er in nie erlöschendem Feuer verbrennen.“

(Mt 3, 1-12, Bibel Einheitsübersetzung 2016)

Bibeltexte sind alt und auf ihre Zeit bezogen, schildern bildhaft, damit auch die damals meist des Lesens und Schreibens unkundigen Menschen sie verstehen konnten. Was können uns solche Texte heute noch sagen?

Bei diesem Text ist mir bei den Worten von Johannes dem Täufer ein Satz aufgefallen:

KEHRT UM!

Eine Aufforderung, die gerade heute wieder große Bedeutung erhält: Kehrt um, hört auf, euch und eure Umwelt zu vergiften und zu vernichten, wendet euch ab von Gier und Profit, besinnt euch auf die Werte, die uns als Menschen ausmachen sollen, auf Nächstenliebe, Solidarität, Mitmenschlichkeit und Achtung der Würde des anderen. Kehrt um auf dem Weg, die euch anvertraute Welt zu einem Ort zu machen, in der nur noch der Fortschritt zählt und diesem Ziel alles untergeordnet wird, und die Natur mit all ihrer Vielfalt an Tieren und Pflanzen keinen Platz mehr zum überleben hat. Sonst geht es uns wie bei den Worten des Johannes denen, die keine Frucht bringen: Wir werden umgehauen und ins Feuer geworfen, drastisch gewählte Worte, letztlich aber auch für heute so wahr: Wir werden nicht überleben, wenn wir nicht das überleben der Gesamtheit unseres Planeten sichern!!!

Etwas zum nachdenken zum heutigen 2. Adventssonntag, aber wenn wir auch weiter auf diesem Planeten Advent- und Weihnachtszeit genießen möchten, wie wir sie seit Kindertagen kennen und lieben und doch auch an die uns nachfolgenden Generationen diesen Zauber weitergeben möchten, dann geht nicht nur Friede, Freude, Eierkuchen! Sonst sind auch die nachfolgenden Bilder von dieser wunderschönen Zeit bald nur noch Geschichte!

In diesem Sinne wünschen wir euch allen einen friedvollen, schönen und gemütlichen 2. Adventssonntag, bleibt oder werdet alle gesund, wünschen euch von Herzen euer Redaktionsteam vom Grafschafter Wochenanzeiger!

Habts fein!

Sonntagslektüre

 

Morgenandacht

Sehnsucht hat mich früh geweckt;
wo die alten Eichen rauschen,
hier am Waldrand hingestreckt,
will ich dich, Natur, belauschen.

Jeder Halm steht wie erwacht;
grüner scheint das Feld zu leben,
wenn im kühlen Tau der Nacht
warm die ersten Strahlen beben.

Wie die Fülle mich beengt!
So viel Großes! so viel Kleines!
Wie es sich zusammendrängt
in ein übermächtig Eines!

Wie der Wind im Hafer surrt,
tief im Gras die Grillen klingen,
hoch im Holz die Taube gurrt,
wie die Blätter alle schwingen,

wie die Bienen taumelnd sammeln
und die Käfer lautlos schlüpfen –
oh Natur! was soll mein Stammeln,
seh ich all das dich verknüpfen:

   

wie es mir ins Innre dringt,
all das Große, all das Kleine,
wie’s mit mir zusammenklingt
in das übermächtig Eine!

(Richard Fedor Leopold Dehmel)

Vielleicht erinnert ihr euch noch an diesen Eintrag?

https://mimisdosenoeffner.wordpress.com/2018/01/28/leseratte-buecherwurm-co/

In diesem Eintrag hatte ich seinerzeit angekündigt, noch weitere von meinen Büchern in loser Folge vorzustellen, und da ich vor einigen Tagen mal wieder nach Lektüre für Balkonien gesucht habe, ist mir ein Buch in die Hände gefallen, das ich euch hier nun zeigen möchte!

 Ein Buch über ein Fischottern-Weibchen.

Dieses Buch war ein Weihnachtsgeschenk meines Vaters an mich, er war ein großer Naturfreund, und den Autor dieses Buches kannte er persönlich, somit enthält es für mich noch einen Schatz, nämlich

eine persönliche Widmung des Dichters! Wie hab ich mich darüber gefreut, ich war damals 12 Jahre alt.

Interessiert am Dichter?

https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Malzkorn

Der Inhalt des Buches ist die Beschreibung des Lebens der Fischottern-Fähe Patschel und ihrer Familie, ihres Sohnes Troll und dem Hecht Neptun, der Familie von Patschel ist letztlich das Glück nicht hold, es ist also eine Geschichte ohne Happy-End, die aber dennoch versöhnlich ausklingt, weil sie in einem umfassenden Naturverständnis endet, das Leben und Tod gleichermaßen beinhaltet.

Und es hat wunderbare Naturbeschreibungen vom Hariksee und vom Schwalmtal.

https://de.wikipedia.org/wiki/Hariksee

Ein Bild vom Hariksee aus dem Buch.

Das Buch ohne Schutzumschlag

und mal ein bissel in der Natur in Szene gesetzt:

 mit Licht und Schatten

Den Schluß des Eintrags machen jetzt hier meine Otternbilder, alle aus dem Duisburger Zoo:

und eines aus dem Kölner Zoo vom letzten Besuch im vorigen Monat:

Mimi hat sich natürlich auch sehr für das Buch interessiert, wie ihr hier gucken könnt

 

sie läßt euch herzliche Schnurrgrüße ausrichten und vermeldet, daß sie nun ihr Frauchen wieder ganz für sich hat, alldieweil der Katerfreund Devil seit Freitag sein Frauchen wieder zuhause hat, wie meine Freundin berichtete, war die Freude beiderseits groß! Und heute nachmittag bin ich bei ihr eingeladen zu einem feinen Klönnachmittag- und -abend, mit Bildern und Berichten vom Urlaub an der Ostsee, ich bin schon sehr gespannt!

Ich hoffe, der Sonntagslektüren-Eintrag hat euch bissel Freude gemacht, und wir beide,  Mimi und ich, wünschen euch nun einen ganz feinen, entspannten Sonntag, vielleicht auch mit einem schönen Buch! Kommt gut wieder in die neue Woche und

habts fein! 

Ein Zeichen am Himmel – Regenbogen

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Regenbogen über den Hügeln einer anmutigen Landschaft

Grau und trüb und immer trüber
kommt das Wetter angezogen,
Blitz und Donner sind vorüber,
euch erquickt ein Regenbogen.

Frohe Zeichen zu gewahren
wird der Erdkreis nimmer müde;
schon seit vielen tausend Jahren
spricht der Himmelsbogen: Friede.

Aus des Regens düstrer Trübe
glänzt das Bild, das immer neue;
in den Tränen zarter Liebe
spiegelt sich der Engel – Treue.

Wilde Stürme, Kriegeswogen
rasten über Hain und Dach;
ewig doch und allgemach
stellt sich her der bunte Bogen.

(Johann Wolfrgang von Goethe)

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Überwiegend grau und trüb wie in Goethes Gedicht war das Wetter auch hier am Mittwoch!

Doch zum Abend: Plötzlich durch graue Wolken brach mit Macht die Sonne, schickte ihre Strahlen durch den Regen und malte an die Wolken das altbekannte und immer wieder überwältigende Himmelszeichen: Den Regenbogen!

Tausend Mal gesehen, tausend Mal wieder schaut man und staunt!

Foto5654Wir hatten im alten Blögchen schon mehrere Einträge zum Regenbogen, da beschäftigen wir uns nun mal mit der Mystik und Mythologie dieser herrlichen Himmelserscheinung.

Der Regenbogen ist von jeher ein wichtiges Element zahlreicher Mythologien und Religionen über alle Kulturen und Kontinente hinweg. Die Mythen sprechen ihm dabei oft die Rolle eines Mittlers oder einer Brücke zwischen Götter- und Menschenwelt zu. Mythologien ohne Regenbogen sind selten. Der Regenbogen als Mythos findet sich auch in den Erzählungen relativ isolierter Kulturen; daraus lässt sich schließen, dass dieser Mythos auf der Erde an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten eigenständig erdacht und überliefert worden ist. Es geht nicht allein auf den Verkehr und den Austausch unter den großen Kulturen der Menschheit zurück, wenn der Regenbogen-Mythos heute überall auf der Erde aufgefunden werden kann.

Die australischen Ureinwohner, die Aborigines, verehren in ihrer Schöpfungsgeschichte eine Regenbogenschlange als den Schöpfer der Welt und aller Lebewesen. Die griechische Mythologie sah ihn als Verbindungsweg, auf dem die Göttin Iris zwischen Himmel und Erde reist. Nach der irischen Mythologie hat der Leprechaun seinen Goldschatz am Ende des Regenbogens vergraben. In der germanischen Mythologie war er die Brücke Bifröst, welche Midgard, die Welt der Menschen, und Asgard, den Sitz der Götter, miteinander verband. Während des Ragnarök, des Weltuntergangs der nordischen Mythologie, wird der Regenbogen zerstört. Regenbogen tauchen auch in der Schöpfungsgeschichte der Diné auf. Bei den Inka vertrat der Regenbogen die Erhabenheit der Sonne.

(Quelle: Wikipedia)

Foto5653Iris, aus der griechischen Mythologie als Dienerin der Hera bekannt, wohnt im Olymp und kommt auf einem Regenbogen auf die Erde als Überbringerin von göttlichen Botschaften.

Erschien ein Regenborgen am Himmel, war dies in der altgriechischen Welt ein Zeichen für eine Botschaft der Götter durch Iris, ihrer Botin.

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Von Iris wird gesagt, sie käme bis an die Grenzen der Welt, dorthin, wo die Regenbogen beginnen, daher werden die Regenbogenfarben auch als „Farben der Iris“ bezeichnet.

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Der Regenbogen ist ein Zeichen für Veränderung und Neuaufbruch.

Er ist eine Verbindung zwischen Götter- (Gott-) und Menschenwelt.

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Im alten Testament ist der Regenbogen ein Zeichen des Bundes, den Gott mit Noah und den Menschen schloß. Somit ein Zeichen des Friedens zwischen Mensch, Gott und der Natur, in einer altorientalischen Tradition ist er das Zeichen des abgesenkten, also nicht schußbereiten Bogen Gottes.

Foto5653Foto5643„Die Seele hätte keinen Regenbogen, wenn die Augen nicht weinen könnten.“

(Indianische Weisheit)

Ich hoffe, der kleine Exkurs in die Welt der Mythologie über den Regenbogen hat euch Freude gemacht. Habt alle eine feine Restwoche!