Grafschafter Wochenanzeiger – Amalchen, die Stubenfliege und andere Küchengeheimnisse

Die Fliege im Flugzeug

Ich war der einzige Passagier
und hatte – nur zum Spaße –
eine lebende Fliege bei mir
in einem Einmachglase.

Ich öffnete das Einmachglas.
Die Fliege schwirrte aus und saß
plötzlich auf meiner Nase
und rieb sich die Vorderpfoten.
Das verletzte mich.
Ich pustete. Sie setzte sich
auf das Schildchen „Rauchen verboten“.

Ich sah: der Höhenzeiger wies
auf tausend Meter. Ha! Ich stieß
das Fenster auf und dachte
an Noahs Archentaube.
Die Fliege aber – ich glaube,
sie lachte.
Und hängte sich an das Verdeck
und klebte sehr viel Fliegendreck
um sich herum, im Kreise,
unmenschlicherweise.

Und als es dann zur Landung ging,
unser Propeller verstummte,
da plusterte das Fliegending
sich fröhlich auf und summte.

Gott weiß, was in mir vorging,
als solches mir durchs Ohr ging.
Ich weiß nur noch, ich brummte
was vor mich hin. So ungefähr:
Ach, daß ich eine Fliege wär.

(Joachim Ringelnatz, 1883-1934, deutscher Schriftsteller)

Hallo, ihr lieben Leser alle vom Grafschafter Wochenanzeiger, auf diese Sonntagsausgabe haben wir uns sehr gefreut, mein Bärenteam und ich, denn das war die pure Vorfreude auf allwieder mal Fragezeichen in euren Augen, die wir lange nicht hatten! Was für eine Gemengelage ist denn nun das wieder, eine Stubenfliege, die einen Namen hat und Küchengeheimnisse????? 

Wir hatten so einen Spaß bei unserer freitäglichen Redaktionssitzung zur heutigen Sonntagsausgabe, denn wir waren ruck-zuck fertig, hatten wir doch schon in den Tagen zuvor durch die Frau Chefredakteurin eifrig Bilder gesammelt, mit denen wir mal wieder ein paar Leckereien hier präsentieren wollten, und dann kam uns der Zufall zu Hilfe, daß wir das alles nun in einem ganz besonders drolligen Rahmen aufbereiten können. 

Mein Bärenteam macht es sich jetzt hier gemütlich, am besten tut ihr das auch, holt euch eine Tasse Tee oder Kaffee legt die Füße hoch und genießt eure Sonntagsausgabe

Was hat es denn nun mit Amalchen, der Stubenfliege, auf sich?

Die Stubenfliege (Musca domesticalat. musca „Fliege“, domesticus „häuslich“), auch Gemeine Stubenfliege oder Große Stubenfliege (zur Unterscheidung von der Kleinen Stubenfliege), ist eine Fliege aus der Familie der Echten Fliegen (Muscidae).

(Quelle: Wikipedia)

https://de.wikipedia.org/wiki/Stubenfliege

Da habt ihr nun ein bissel Hintergrundinformation, um was und wen es sich bei einer Stubenfliege überhaupt handelt. Denn ein solches Exemplar macht nun den drolligen Rahmen unserer Sonntagsausgabe. Frau Chefredakteurin entdeckte sie vor längerer Zeit am PC, an dem sie beschäftigt war, offensichtlich war das Insekt sehr interessiert an dem, was sich da so auf dem Bildschirm tat und wollte das nun auch ganz genau wissen: 

Also Landung besagten Stubenfliegentieres auf dem Monitor. Interessante Lektüre:

Ein gebildetes Stubenfliegenexemplar informiert sich natürlich über die Lage in der Region, wo sie zu Hause ist! 🤣

Und Frau Chefredakteurin hat sich so gefreut, die Fliege war so vertieft, daß sie ganz nah ran konnte ans Objekt und unser hübsches Amalchen euch nun in aller Schönheit präsentieren kann. Warum die Fliege überhaupt einen Namen bekam? Ja, das ist nun die drollige Seite dieser Geschichte: Die Fliege schien sich hier sehr wohl zu fühlen und mochte wohl vor allem Frau Chefredakteurin richtig gerne, denn ob ihr es nun glaubt oder nicht: Ging Frau Chefredakteurin in die Küche, folge Amalchen ihr, obwohl sie gerade noch ganz vertieft in den Bildschirm schien, desgleichen war sie auch sofort zur Stelle, wenn die Frau Chefredakteurin es sich in ihrer Fernsehecke gemütlich machte, selbst ins Schlafzimmer folgte ihr das drollige Insekt, und deshalb bekam unsere Stubenfliege einen Namen. Amalchen hielt hier mehrere Tage die Stellung, und obwohl sehr anhänglich, einfangen mit dem berühmt-berüchtigten Insektenfangglas von der Frau Chefredakteurin ließ sich das schlaue Tierchen nicht, aber einmal gelang es dann doch, und unser Amalchen wurde über Balkonien wieder in die Freiheit entlassen. Denn auf Dauer ist eine Wohnung doch kein so guter Aufenthaltsort für eine Fliege, auch wenn sie Stubenfliege heißt, sie wird ihren Artgenossen draußen bestimmt über ihr abwechslungsreiches Leben in unseren Redaktionsräumen berichtet haben.

Stubenfliegen sind ja bekannt für ihre Vorliebe für Küchen, da machte auch Amalchen keine Ausnahme, aber keine Sorge, die Bilder, die nun von unseren „Küchengeheimnissen“ folgen, sind alle vor Amalchen entstanden, also gab es da keine unhygienischen Zwischenfälle! 😂

Es gibt wieder kulinarisches aus unserer Redaktionsküche zu berichten, dann fangen wir mal an. Wir hatten euch ja bereits im Adventskalender versprochen, daß wir euch über die Verwendung unserer Gewürztütchen aus dem Gewürzadventskalender berichten wollten. 

Erste Verwendung, das Tütchen aus Türchen 5, Kräuter der Provence! 

Frau Chefredakteurin hatte sich zum Abendbrot für eine Zwiebelsuppe entschieden, da bot sich dieses Tütchen an, und da zu der Suppe noch irgendwas „brotiges“ hinzukommen sollte, konnte es gleich doppelt verwendet werden, denn ich hab mir zur Zwiebelsuppe ein selbstgebackenes Focaccia gemacht. 

Dafür benötigt man einen Hefeteig aus 300 g Mehl, ich hab Dinkelmehl genommen, Salz, Hefe, Olivenöl und lauwarmes Wasser, dann muß der Teig erst einmal gehen. 

An einem warmen Ort. Dreh ich immer die Heizung bissel für auf, geht prima! 

Anschließend wird der Teig auf Backpapier auf einem Backblech quadratisch ausgerollt und mit dem Holzlöffel werden kleine Mulden in den Teig gedrückt. 

Dann muß das ganze nochmal 15 Minuten gehen, und wird anschließend mit Olivenöl eingepinselt und mit den Kräutern der Provence bestreut. Geht übrigens auch nur mit Rosmarin und da sehr fein auch mit frischem. 

Dann kommt das ganze bei 200° Umluft für ca. 25 Minuten in den Backofen! 

Das Ergebnis:

Aufgeschnitten und zur Zwiebelsuppe serviert. 

Guten Appetit! 

Das war aber nur die Vorspeise, denn die Kräuter der Provence, die hier bereits bei beiden Köstlichkeiten verwendet wurden, waren ja noch nicht gänzlich verbraucht, die Tütchen sind recht ergiebig, als kam zum französischen Gewürz auch noch ein französisches Gericht: Ratatouille! 

Eine Gemüsepfanne aus Zucchini, Auberginen, Tomaten, Zwiebeln, Paprika, Knoblauch, Olivenöl und Gemüsebrühe. 

Frischer Basilikum darf da auch dran, wenn man es mag. 

Sämtliches Gemüse würfeln, Knoblauch fein hacken, 

Knoblauch, Zwiebeln und Gemüse in Olivenöl anschwitzen, mit Gemüsebrühe auffüllen, als Tomaten nehme ich dabei immer gehackte Dosentomaten, da hat man gleich den leckeren Sud dabei. 15 – 20 Minuten köcheln lassen samt den Kräutern der Provence! Da schmeckt übrigens das Focaccia auch ganz prima zu. 

Als nächstes Menü hatte die Frau Chefredakteurin einen Möhreneintopf geplant, in unseren familiären Überlieferungen auch als „Möhrengemüse“ sprachlich bekannt. Dazu benötigt man frische Bundmöhren möglichst mit dem Möhrengrün, Kartoffeln, Gehacktes oder, was besonders würzig wird, Bratwurstfüllsel. Die hab ich dann auch genommen, und ich mach an den Möhreneintopf auch immer Knoblauch, da hab ich in meinem Einkaufsladen was feines erwischt, einen richtig großen, frischen Knoblauch, guckt mal:

Wie groß die ganze Knolle eigentlich ist, zeigt euch jetzt mal der Vergleich mit einer „normalen“ Knolle mit ihren Zehen:

Besagter Knoblauch wird in bissel Öl angeschwitzt, 

samt den Bratwurstfüllseln. Dann kommen die in Scheiben geschnittenen Möhren und die gewürfelten Kartoffeln dazu

auch bissel anschwitzen, mit Gemüsebrühe auffüllen, und nun kommt der Clou und das nächste Gewürztütchen, ich fand das Gewürz so interessant für so einen eigentlichen schlichten Eintopf

Harissa aus Türchen 19, hört sich doch ungeheuer passend an, oder, Möhreneintopf bissel exotisch und ich kann nun aus Erfahrung berichten: Es schmeckt himmlisch! Leicht scharf, und es duftet wunderbar! 

Und so schmurgelte dann mein Möhreneintopf mit dem aufregenden Gewürz leise vor sich hin, 

wenn Kartoffeln und Möhren weich sind, werden sie mit dem Kartoffelstampfer zu einem Brei gestampft, nun kommt das klein geschnittene Möhrengrün ähnlich wie Petersilie noch dazu, die kann man aber auch nehmen, wenn das Möhrengrün nicht vorhanden ist oder nichts mehr taugt. Lecker, sag ich euch! Und ich muß nicht erwähnen, daß ich bei meinen kulinarischen Zubereitungen mein Bärenteam nicht mehr aus der Küche bekommen habe bei all dem leckeren und den tollen Gerüchen, aber sie haben sich auch ganz prima nützlich gemacht beim schnippeln und vorbereiten. Und beim späteren essen! 🧸🍽😊

Das war nun unsere heutige kulinarische Sonntagsausgabe vom Grafschafter Wochenanzeiger, wir hoffen, es hat euch allen gefallen. Habt einen schönen Sonntag, denkt immer daran, Essen hält Leib und Seele zusammen und für das ältere Semester unserer Leser hier, so wie mich, hätte ich da auch noch einen herrlichen Spruch vom kürzlich verstorbenen Alfred Biolek: „Essen ist die Erotik des Alters.“ 

Paßt alle gut auf euch auf, bleibt oder werdet gesund, und kommt gut wieder in die neue Woche, die erste Woche im August, nicht zu fassen, wie die Zeit derzeit wieder rennt! 

Alles Liebe und Gute für euch, das wünscht euch euer Grafschafter Wochenanzeiger mit Mimi in heaven, 

Otto und Luzia  

Habts fein!