Mimi’s Wochenend-Tagebuch

   

Abschiedsworte an Pellka

Jetzt schlägt deine schlimmste Stunde,
du Ungleichrunde,
du Ausgekochte, du Zeitgeschälte,
du Vielgequälte,
du Gipfel meines Entzückens.


Jetzt kommt der Moment des Zerdrückens
mit der Gabel! – Sei stark!
Ich will auch Butter und Salz und Quark


oder Kümmel, auch Leberwurst in dich stampfen.
Mußt nicht so ängstlich dampfen.
Ich möchte dich doch noch einmal erfreu’n.
Soll ich Schnittlauch über dich streun?


Oder ist dir nach Hering zumut?
Du bist so ein rührend junges Blut. –
Deshalb schmeckst du besonders gut.
Wenn das auch egoistisch klingt,
so tröste dich damit, du wundervolle
Pellka, daß du eine Edelknolle
warst, und daß dich ein Kenner verschlingt.

(Joachim Ringelnatz)

 Hi, Folks,

da isser wieder, der ungeliebte Montag, der Start in eine neue Woche, und da bin ja immer ich wieder gefragt, euer Co-Autor, eure Mimi! Damit das hier im Blögchen mal wieder lustig los geht, und damit euch alle nach den herrlichen Frühlingssommer-Wochenendtagen und dem nunmehr wieder angesagten aprilligen Schietwetter nicht der Montagsblues erwischt!

Also gibt es jetzt einen Tagebucheintrag von mir von meinem herrlichen Balkonienwochenende mit meinem Dosenöffner!

Folks, was war das doch ein Wetterchen!!!

Träller: „Blauer Himmel, Sonnenschein, und wir zwei beide ganz allein, auf Balkonien scheint die Sonne rein, Wochenend und Sonnenschein“! Hihihihi!

Aus der Perspektive von meinem Frauchen im Liegestuhl:

 Hihihi, das ist das Knie vom Dosenöffner, sie hat ja nun mal allüberall ihre Knipse dabei!

Balkonienimpressionen am Samstagnachmittag, Bilder können mit anklicken groß geguckt werden!

Am Abend sprach dann mein Dosenöffner die geheimnisvollen Worte „so, Mimi, auf geht’s, Abendbrot, wir eröffnen die Grillsaison auf Balkonien, ich geh mal alles holen!“ Mmmhh, was denn holen dafür? Wir essen doch sonst immer drinnen im Wohnzimmer???

Ich war ein gespanntes Fragezeichen und hab mir von da ab beguckt, was mein Dosenöffner da so alles anschleppt jetzt:

Hääääh??? Ach, ja, doch, ich erinnere mich, das ist unser Grill, Frauchen, wo immer so lecker riechendes und brutzelndes Zeugs zum mümmeln drauf kommt, ooooh, fein, nu weiß ich wieder!!! Tolles Tischchen hast du da für zum draufstellen vom Grill, hach, ich glaub das wird fein! Und lecker! Sind die Grillhandschuhe nicht knuffig?

Alles parat, freu, freu, geht es jetzt loooohooooos??? Wie, gemach, gemach, ich bin hungrig! Seeeehr hungrig! Watt, das Freßchen ist alles noch in der Küche? Warte, warte, Frauchen, ich komm mit!

Und, wo???

Booooaaaah……Folks, guckt euch das an!

Sieht das lecker aus!!! (Na, bis auf das gemüsige, das ist dann wahrscheinlich für Frauchen, hihihihi!)

Und das hier, das ist dann alles für mich, mmmmmhhhhhh!!!

Guckt Frauchen?

Mußt du nicht noch mal auf Balkonien? Ja? Gut, dann mach mal, ich paß hier schon auf!

Auf dem Weg ins Freßparadies, hihihi!

Angekommen!

Oooh, du Hühnerbeinchen, wie verführerisch du duftest, komm, schönes, leckeres, laß dich verzehren von meiner Liebe…ääääh, von meinem Hunger, hihihihi! Hoffentlich bleibt Frauchen noch draußen…….ach, du Schreck, sie kommt schon wieder, neee, Frauchen, nix ist, alles ist gut, ich paß hier nur genau auf die leckeren Sachen auf! Iiiiiiich??? An was dran gehen??? Nie nicht!

Solche Augen können doch nicht lügen, oder doch? Ist denn der Grill schon an? Ja? Fein, dann laß uns mal alles schnappen fürs drauf legen!

Guckt!!!

Mmmmmh, guckt mal, die Würstchen werden braun! Es wurde langsam schon dunkel draußen, da sah der Grill richtig klasse aus:

Naaa??? Geheimnisvoll, nicht wahr?! Ja, und dann war alles fertig, und wir haben uns gemütlich zum Essen niedergelassen auf Balkonien, guckt mal, Frauchens Teller, sieht das nicht lecker aus?

Ich hab vom Hühnerbeinchen genascht, die Rostbratwürstl sind zu scharf für mich, aber ich liiiieeeebe Hühnerbeinchen, bin ich also auch voll auf meine Kosten gekommen! Frauchen hatte noch lecker Süffel für ihren Grillteller

die erste Erdbeerbowle in diesem Jahr! Es war herrlich, unser Grillfest, ich schwärme jetzt noch!

Am Sonntag zeigte sich das Wetter erst noch sehr schön, am Nachmittag grummelten kleinere Gewitter um uns rum, und ab und zu wehte ein kühler Wind, der tat gut, schließlich war Balkonien aber doch auch für den Sonntag noch angesagt, nur angesichts eines weiteren Gewitters, das hier aufzog, haben wir unseren zweiten Grillabend dann doch nach innen verlegt, schließlich ist unser Grill ein Elektrogrill, der kann ja innen und außen, hihihi! Und nach dem Essen war es dann doch wieder so herrlich draußen, wie ein lauer Sommerabend, und den hab ich dann noch auf Balkonien verbracht, Frauchen hat mal Nachtaufnahmen von mir probiert (mit meinem schwarzen Fell bei einer schwarzen Nacht, lach, ich bin gespannt!)

na, zumindest sind meine Augen zu erkennen, hihihihi!

Hier nur als gaaaanz kleine helle Pünktchen oberhalb vom Brotkasten! Glühwürmchen-Augen, lol!

Der Mond war auch da

nun kommt noch bissel Romantik nachts auf Balkonien

und dann bin ich feddich mit meinem Wochenendtagebucheintrag!

Wir hoffen natürlich, ihr hattet auch alle so ein herrliches, sommerliches und schönes Wochenende, vielleicht auch mit lecker grillen oder anderen Genüssen, und wir wünschen euch jetzt einen schönen Montag und einen guten Start in eine neue, gute Woche, laßt euch nix verdrießen, kein Wetter und keine anderen Unbilden, handelt einfach nach dem kölschen Jrundjesetz: “ Et kütt wie et kütt!“ und „Et hätt noch immer jot jejange!“

Habts fein! 

 

Herbst-Montag

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Herbst

Schon ins Land der Pyramiden

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flohn die Störche übers Meer;

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Schwalbenflug ist längst geschieden,
auch die Lerche singt nicht mehr.
Seufzend in geheimer Klage
streift der Wind das letzte Grün;

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und die süßen Sommertage,
ach, sie sind dahin, dahin!
Nebel hat den Wald verschlungen,

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der dein stillstes Glück gesehn;
ganz in Duft und Dämmerungen
will die schöne Welt vergehn.

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Nur noch einmal bricht die Sonne
unaufhaltsam durch den Duft,
und ein Strahl der alten Wonne
rieselt über Tal und Kluft.

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Und es leuchten Wald und Heide,
daß man sicher glauben mag,
hinter allem Winterleide

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lieg‘ ein ferner Frühlingstag.

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Die Sense rauscht, die Ähre fällt,
die Tiere räumen scheu das Feld,
der Mensch begehrt die ganze Welt.

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Und sind die Blumen abgeblüht,
so brecht der Äpfel goldne Bälle;
hin ist die Zeit der Schwärmerei,
so schätzt nun endlich das Reelle!

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(Theodor Storm)

Faul waren wir wieder am Wochenende, mein Co-Autor und ich, und haben, soweit vorhanden, noch die letzten schon herbstlichen Sonnenstrahlen auf Balkonien genossen, bzw. bei leicht nebelig-trübem Wetter die Indoor-Qualitäten schon mal vorgetestet. Denn man merkt es schon, es sind wohl die letzten Sommertage, die sich da noch in den beginnenden Herbst einschleichen.

Also ist hier mal wieder ein Montags-Eintrag angesagt, und Storms feines Gedicht paßte so hervorragend mit seinem Schluß zu dem, was wir am letzten Montag schon gemacht haben:

Das Reelle schätzen, sprich, mal wieder unser Rezeptbuch rauskramen, denn passend zu den von Storm angesprochenen „goldenen Bälle“ der Äpfel gab es hier am Wochenende ein typisch rheinisch-köllsches Gericht:

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Himmel und Äd mit Flönz! (für Nicht-Kölner: Himmel und Erde mit Blutwurst, hihihi!)

Also Kartoffeln, Äpfel, Zwiebeln, (bei mir kütt och Knoblauch rin!) und Blutwurst.

Und die Äppel waren aus dem Garten meiner Freunde, wie schon im letzten Jahr, sooooo lecker!

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Zutaten:

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500 g Kartoffeln, 500 g Äpfel, 1/4 l Gemüsebrühe, Salz, Pfeffer, 1-2 El Weißwein- oder Apfelessig, 2 dicke Zwiebeln, Knoblauch, Margarine, Butter oder Öl, nach Gusto

Kartoffeln waschen, schälen und in Stücke schneiden, Äpfel vierteln, entkernen und in Stücke schneiden. Kartoffeln in Brühe ca. 10 Minuten garen, Äpfel hinzufügen, garen, bis alles schön weich, aber noch nicht ganz „breiig“ ist. Mit Salz und Pfeffer kräftig würzen, mit Essig abschmecken.

Zwiebeln in der Pfanne in Margarine, Butter oder Öl braun anbraten, Hitze reduzieren und die halbierte Blutwurst kurz mit anrösten.

Kartoffel-Apfel-Gemüse mit den Zwiebeln und der Blutwurst servieren:

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Guten Appetit!

Damit wünsche ich allen eine schöne neue Woche, der Herbst schreitet voran, genießt ihn, und schätzt „das Reelle“, in diesem Sinne wünschen wir euch einen schönen Montag!

Habts fein!