Grafschafter Wochenanzeiger – Türchen 10

MiBuRo  A d v e n t s k a l e n d e r

Türchen

Lied im Advent

Immer ein Lichtlein mehr
im Kranz, den wir gewunden,
daß er leuchte uns so sehr
durch die dunklen Stunden.

Zwei und drei und dann vier!
Rund um den Kranz welch ein Schimmer,
und so leuchten auch wir,
und so leuchtet das Zimmer.

Und so leuchtet die Welt
langsam der Weihnacht entgegen.
Und der in Händen sie hält,
weiß um den Segen!

(Matthias Claudius)

Nun ist unser diesjähriger Adventskalender bei den Zahlen schon im zweistelligen Bereich angekommen, kaum zu glauben, wie die Zeit schon wieder rennt. Ich renn in diesem Jahr nicht auf die gewohnte Art mit, teils meinen Ischiasbeschwerden geschuldet, teils aber auch, weil ich die Zeit doch auch mal wieder richtig genießen möchte, sie ist so wertvoll!

Also geht hier alles langsam, aber stetig voran, lach, und so kommt ihr heute in den Genuß meines adventlichen Leuchtens, meinen diesjährigen Adventskranz hatte ich euch ja schon gezeigt

die ersten beiden Kerzen haben schon gebrannt.

nun hab ich wieder ein bissel weiter dekoriert und hab meinen Hausflur draußen wieder komplett fertig, ich hatte es vorher nur schon ein wenig auf Advent umdekoriert. Nun aber in voller Pracht!

Es wird jedes Jahr ein wenig anders, in diesem Jahr gab es einen kleinen Tribut an unseren Außenkorrespondeten Hamish, guckt mal, die Serviette auf dem Bänkchen, schottisches Karo!

So kann man es noch besser sehen! Die Serviette ist von der letzten Familienweihnacht bei Steffis Bruder, ihr könnt euch sicher erinnern!

Platzkärtchen mit Serviette von der Weihnachtsfeier 2018!

Unser Weihnachtselch steht wieder draußen, er ist ein bissel unscharf geworden, lach, aber ich glaub, es ist trotzdem zu sehen, daß in der Tanne noch Ilexzweige stecken, ja, Kristina, das sind immer noch die von dir, ich hab sie getrocknet!

Unser Bild leuchtet wieder, mit Timer, da kann es schön vor sich hin leuchten und ich muß nachts nicht nochmal raus zum „auspusten“!

Auch diese Kerzchen leuchten mit Timer, und guckt, wo jetzt das Herzlicht von meiner verstorbenen Nachbarin steht, es leuchtet schön mit, ich muß sie ja hier oben würdig vertreten.

Alles mal richtig im dunklen

Im Hausflur hängt wieder die schöne Schleife an der Wand

da sie mit „Winter“ beschriftet ist, kann sie immer schön noch nach Weihnachten hängenbleiben.

Unser Türkranz, einmal ohne und einmal

mit Blitz fotografiert!

Schleifchen auch nochmal:

Das ist ein schöner Blickfang, weil es zwischen den Türen von uns und meiner Nachbarin nebenan hängt, sieht man sofort beim raufkommen.

Fußmatte schmückt sich auch wieder weihnachtlich

ich finde es wieder schön in diesem Jahr, macht immer wieder Freude, sich so ein bissel was neues einfallen zu lassen.

Hier haben wir noch eine Neuerwerbung, weihnachtliche Matte für nasse Schuhe und Stiefel (hoffentlich von Schnee!!!!!) Gefiel mir so gut wegen dem Holzdekor!

Das war es, was ich euch im heutigen Türchen zeigen wollte, nun hab ich zum leuchten und den Kerzen noch ein feines kleines Lied, ich glaub, das gab es bis jetzt in jedem Adventskalender, ich mag das Lied, ich mag diese Fassung sehr, und lest mal den Text unter Youtube, wenn ihr es euch dort anseht, so drollig und schön!

Eine kleine Kerzengalerie gibt es jetzt noch so wie bei den Bärenjungs gestern die Bären

und dann wünschen wir euch allen einen schönen Dienstag, bleibt oder werdet gesund, und habts fein wünschen euch das Redaktionsteam des Grafschafter Wochenanzeiger.

Türchen 8

  

MiBuRo  A d v e n t s k a l e n d e r

Türchen 

Die Tanne duftet,
die Stechpalme glänzt,
Und vom Balkonknauf,
weißbeerig sie,
Lauscht die Mistel nieder,
die Schelmin, die!

(Ferdinand Freiligrath)

Nun gehen wir schon auf den 2. Advent zu. Die ersten Weihnachtsbäckereien haben schon stattgefunden, das erste Kerzchen hat schon gebrannt, Häuser und Wohnungen sind bereits wieder festlich geschmückt. Mit Tannengrün

mit Ilex/Stechpalmenzweigen

mit Weihnachtssternen

mit Christrosen

mit Efeu

Was fehlt? Genau, die Mistelzweige!

Misteln sind Pflanzen der Gattung Viscum aus der Familie der Sandelholzgewächse (Santalaceae). Früher wurden die mehr als drei Dutzend Viscum-Arten und die ihnen nahestehenden Gattungen wie z. B. Arceuthobium und Korthalsella in eine Familie namens Viscaceae gestellt. Misteln sind halbparasitischeepiphytische Sträucher.

(Quelle: Wikipedia)

https://de.wikipedia.org/wiki/Misteln

(Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé, Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz, 1885, Gera, Germany, Viscum album)

Die Mistel ist ein Halbparasit. In der Botanik finden wir 3 Unterarten der Mistel: Die Kiefern Mistel parasitiert auf Waldkiefern  und Schwarzkiefern , in seltenen Fällen auch vereinzelt auf Fichten. Ihre weite Verbreitung und deckt sich mit dem Vorkommen größerer Kiefernwälder in Europa. Die Tannen-Mistel wächst ausschließlich auf der Weißtanne  und kommt daher mit Abstand am seltensten vor.

Das breiteste Wirtsspektrum besitzt die Laubholz-Mistel,  die
mehr als 25 verschiedene einheimische und eingeführte Laubgehölze besiedelt. Zu den
Wirtsbäumen, auf denen die Laubholz-Mistel häufig zu finden ist, gehören Linde, Weide, Pappel, Apfel, Ahorn, Robinie und Birke. Sehr selten wächst die Laubholz-Mistel dagegen auf Eichen, Ulmen und Eschen. Ihrer äußeren Gestalt nach sind die drei verschiedenen Mistelarten sehr ähnlich – in Verbindung mit ihrer Wirtspflanze lassen sie sich jedoch mühelos zuordnen.

Das wäre alles wissenswerte zur Botanik, aber die Mistel ist doch noch ganz was anderes als nur eine Pflanze:

Unter dem Mistelzweig

darf man sich küssen!

Die Mistelzweige sind Bestandteil zahlreicher Riten und Bräuche, wie eben dem, daß man sich unter einem Mistelzweig küßt, denn sie gelten als Glücks- und Friedenssymbol. Für die Druiden der Kelten war die Mistel die heiligste aller Pflanzen, denn sie glaubten, die Pflanzen seien direkt vom Himmel auf die Bäume gefallen. Sie wurden mit einer goldenen Sichel geerntet und durften die Erde nicht berühren, deswegen wurden sie in einem Tuch oder einem Mantel aufgefangen. (Wer denkt bei der goldenen Sichel nicht gleich an Asterix und Obelix und den Druiden Miraculix, hihihi!)

Eine Legende erzählt, dass die Mistel vor dem Tod Jesu Christi ein Baum gewesen sei, aus dessen Holz man das Kreuz gezimmert habe. Aus Scham habe sich der Baum nach dem Kreuzestod Jesu in ein Gewächs verwandelt, das all denen Gutes bringen sollte, die unter ihm hindurchgehen. So galten und gelten Misteln immer noch als Glücks- und Friedenssymbol. Man trug die Mistelzweige auch als Freundschaftssymbol in die Häuser der Nachbarn, und wenn sich Feinde unter einem Mistelzweig trafen, so umarmten und versöhnten sie sich, das ist der Ursprung vom Kuß unter dem Mistelzweig. (Vielleicht sollte man die ganze Welt mit Mistelzweigen dekorieren!!!)

Weil die Mistelzweige aber ein so unverkennbares heidnisches Grün sind, werden sie nicht zur Dekoration der Kirchen genommen, und man findet sie niemals draußen auf der Straße, sondern immer nur im Haus.

(Quelle: Sybil Gräfin Schönfeldt, Das große Ravensburger Buch der Feste und Bräuche)

Für die Verbreitung und die Keimung ihrer Samen ist die Mistel auf Vögel angewiesen. Sowohl die Frucht als auch der Same der Mistel wird von vielen Vogelarten besonders im Winter als Futterquelle genutzt. Einer der Vögel ist die Misteldrossel

sie nascht gerne von den zuckerreichen, für uns giftigen Beeren und verbreitet den Samen über ihren Kot oder reibt die klebrigen Fruchtreste beim Schnabelwetzen in die Astrinde.

Aus der Mistel kann auch ein Tee zubereitet werden, und zwar aus dem getrockneten Kraut von Laubholzmisteln, er soll blutdruckregulierende Eigenschaften haben. Misteltee wird immer als Kaltauszug zubereitet, 1 TL in 150 ml kaltem Wasser 10 – 12 Stunden ziehen lassen, abseihen und trinken. Bitte den Tee nicht erhitzen, bei über 40 Grad Celsius werden sonst die heilenden Inhaltsstoffe zerstört.

Ich mag sehr gerne Mistelzweige zu Weihnachten in der Wohnung, meist hab ich sie über der Wohnzimmertüre hängen, denn da gehen die meisten Leute durch, die man dann alle küssen darf, hihihihi! Wie ihr ja alle wißt, arbeite ich hier auch gerne handarbeitlich mit Serviettentechnik, von den schönen Servietten dazu hab ich die Bilder hier entlehnt, bissel bearbeitet und fertig waren schöne Bilder von Mistelzweigen.

Ich hoffe, der kleine Exkurs in die weihnachtliche Botanik und Symbolik hat euch wieder Freude gemacht, dann wünschen wir euch jetzt einen schönen Samstag, hoffentlich entspannt und ohne vorweihnachtlichen Streß!

Habts fein wünschen euch  Mimi und Monika.

 

Türchen 2

  

MiBuRo  A d v e n t s k a l e n d e r

Türchen 

Die Stechpalme

O Leser, hast du je betrachtet die
Stechpalme? – Sieh
ihr glattes Laub, wie eine weise Hand
es zum Gewand
dem Baume gab, so sinnig, daß daran
des Atheisten Klugheit scheitern kann.

Denn unten, wie ein Zaun von Dornen, starrt
es scharf und hart;
kein weidend Vieh durch diesen spitzen Saum
verletzt den Baum.
Doch oben, wo die Rinde nichts befährt,
wird stachellos das Laub und unbewehrt.

Dies ist ein Ding, wie ich’s betrachten mag;
gern denk ich nach
des Baumes Weisheit; seiner Blätter Zier
reicht willig mir
ein Sinnbild für ein Lied, das lange Zeit
nach mir vielleicht noch nutzt und auch erfreut.

Nun, schein ich draußen auch zuweilen rau
und herbe; schau
ich finster auch, wenn mich am stillen Herd
ein Läst’ger stört:
Doch streb ich, dass ich Freunden, gut und treu,
sanft wie das Laub hoch auf der Stechpalm sei.

Und heg ich jung, wie wohl die Jugend tut,
auch Übermut
und Trotz, doch schaff ich, daß ich jeden Tag
sie mindern mag:
Bis ich im hohen Alter, mild von Sinn,
gleich dieses Baumes hohen Blättern bin.

Und wie, wenn alle Sommerbäume grün
dastehn und blühn,
die Blätter dieses einz’gen Baumes nie
so glühn wie sie,
doch spät im öden Winter uns allein
mit ihrem dunklen Immergrün erfreun:

So auch in meinen Jugendtagen will
ich ernst und still
im Kreis der Jugend sein, die unbedacht
des Ernstes lacht,
auf daß mein Alter frisch und fleckenfrei
gleich dieses Baumes grünem Winter sei.

(Robert Southey, aus dem Englischen von Ferdinand Freiligrath)

Die Europäische Stechpalme (Ilex aquifolium), auch Gewöhnliche StechpalmeGemeine StechpalmeHülse (englisch: Holly) oder nach dem botanischen Namen Ilex genannt, ist die einzige in Mitteleuropa heimische Pflanzenart der Gattung der Stechpalmen (Ilex) innerhalb der Familie der Stechpalmengewächse (Aquifoliaceae).

(Quelle: Wikipedia)

https://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4ische_Stechpalme

Mein Lieblingsgrün zur Weihnachtszeit, die Stechpalme, auch Ilex genannt, um die sich allerlei Mythen und Sagen ranken.

An Haustüren und Ställen wurden früher Ilexzweige angebracht, weil man glaubte, es wäre der Winterunterschlupf der guten Waldgeister. Zum Dank dafür sollten sie Menschen und Tiere vor dem Bösen bewahren und Glück bringen. Bei den Römern stand der Ilex für Wohlwollen und freundschaftliche Zuwendung, während der Saturnalien, die etwa zur Zeit des heutigen Weihnachtsfestes gefeiert wurden, schenkte man sich Ilexzweige. Im Heidentum wurde die Stechpalme dem Gott der dunklen Jahreshälfte zugeordnet, der Efeu stand für die Göttin. In Britannien war es daher Sitte, den Wohnraum mit Ilex und Efeu zu schmücken, Sinnbild für männlich und weiblich. Die Stechpalme gilt als starkes Schutzkraut, gegen Blitzschlag und weil die bösen Geister in den Dornen hängen bleiben. Sie war den Kelten heilig als Symbol ewigen Lebens.

Im Christentum wurde der Ilex mit seinen dornenbewehrten Blättern zum Sinnbild für Christus Dornenkrone und die roten Beeren für das Blut, damit sind die wichtigsten Botschaften der Weihnacht vereint, Liebe und Hoffnung.

Ich mag den Ilex sehr, in meinen Kindertagen bin ich immer mit meinem Vater losgezogen, Ilex pflücken zu Weihnachten, wir nannten die Pflanze allerdings „Hülskrabben“! Heute ist das verboten, die Pflanze steht unter Naturschutz.

Und eine kleine Anekdote mit Ilex fiel mir mal wieder ein, wir haben in der Schule mal ein kleines Theaterstück aufgeführt, in dem es darum ging, daß bei einer Familie, Vater, Mutter und die halberwachsenen Kinder, Sohn und Tochter, ein Uniformierter draußen vor der Türe bei ihnen schellt, alle vier haben etwas auf dem Kerbholz und denken, daß ist der Polizist, der sie verhaften will, ich spielte die Tochter und ich hatte eben besagten Ilex geklaut, wohl dazumalen schon strafbar (huch?!). Nachdem sich alle gegenseitig ihre Schandtaten gestanden und sich wechselweise Vorwürfe gemacht hatten, stellt sich letztlich heraus, daß draußen der Briefträger stand, hihihihi!

Ich hab auch noch eigene Bilder vom Ilex, auf dem Grafschafter Friedhof hier fotografiert

Wundert euch nicht, daß hier kaum noch Blätter „gezackt“ sind, nach oben hin ist das beim Ilex so, so steht es auch im obigen Gedicht!

Man kann mit Ilex zur Weihnachtszeit auch wunderschön basteln und gestalten, ich hatte mal den Rohling eines Sternes ganz mit Ilex geschmückt und eine Lichterkette eingebunden, das sah so schön aus, leider ist mir irgendwo mal der Rohling abhanden gekommen. Oder er steckt in den tiefsten Tiefen meines Kellers, lol!

Kleine „Bälle“ kann man aus Ilex machen

 sieht doch hübsch aus, nicht wahr?

Und guckt bloß mal, Mimi ist doch wieder so begeistert über den Adventskalender hier, da mußte sie zum heutigen Türchen unbedingt das passende Kleidchen haben, und weil sie sich (sie ist ein Mädchen!!!) nicht entscheiden konnte, gab es gleich zwei!

Sie wird jetzt wohl wechselweise mal das eine, mal das andere nehmen für ihre Einträge hier.

Nun gucken wir mal, was denn mein schönes Bilderarchiv noch an Material zu diesem Thema hergibt:

  Ilex und Efeu, männlich und weiblich!

 die ersten Weihnachtsglöckchen

  

Häufig findet man Ilexzweige mit Vögelchen, und da wieder bevorzugt mit Rotkehlchen. 

                    

Ich liebe Ilex, wie man auch an meinen Teetassen sieht:

 Und weil ich doch so gerne mit Serviettentechnik arbeite, hab ich auch hier das passende Motiv:

 

Und zu Mimis großer Freude gibt es natürlich auch was mit Katzen und Ilex!

 Hihihi, Mimi in der Tüte!

Noch eine Serviette, gleich alles drauf, Ilex und Katzen, hihihi!

Zum Abschluß von Türchen 2 gibt es noch Musik, passend zu den Dornenblättern vom Ilex:

Habt alle einen schönen 1. Adventssamstag! 

Türchen 10

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MiBuRo A d v e n t s k a l e n d e r

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Weihnachten

Liebeläutend zieht durch Kerzenhelle,
mild, wie Wälderduft, die Weihnachtszeit.
Und ein schlichtes Glück streut auf die Schwelle
schöne Blumen der Vergangenheit.

Hand schmiegt sich an Hand im engen Kreise,
und das alte Lied von Gott und Christ
bebt durch Seelen und verkündet leise,
dass die kleinste Welt die größte ist.

(Joachim Ringelnatz)

Ich hoffe, ihr seid nicht enttäuscht, dies wird nur ein ganz kleines Türchen heute, weil ich gestern keinen so guten Tag hatte,:-/ ich hoffe, heute wird es wieder besser und dann geht es wie gewohnt weiter!
Aber ganz ohne Gedicht und Bilder möchte ich euch nicht in den Tag schicken!

Nehmt also vorlieb!

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Habt alle einen guten Tag!

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MiBuRo A d v e n t s k a l e n d e r

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Markt und Straßen stehn verlassen,
still erleuchtet jedes Haus,
sinnend geh ich durch die Gassen,
alles sieht so festlich aus.

An den Fenstern haben Frauen
buntes Spielzeug fromm geschmückt,
tausend Kindlein stehn und schauen,
sind so wunderstill beglückt.

Und ich wandre aus den Mauern
bis hinaus ins freie Feld,
hehres Glänzen, heilges Schauern!
Wie so weit und still die Welt!

Sterne hoch die Kreise schlingen,
aus des Schnees Einsamkeit
steigt`s wie wunderbares Singen –
o du gnadenreiche Zeit!

(Joseph von Eichendorff)

Heute möchte ich euch mal einige Weihnachtsbräuche und ihre Bedeutung aufstellen:

Wer im Advent eine Schüssel mit Nüssen, Backwerk und roten Äpfeln auf den Tisch stellt, folgt der alten Sitte der Segensfrüchte, die bedeuteten, daß man im künftigen Jahr keinen Mangel leiden muß.

Immergrüne Zweige haben unsere Vorfahren schon in der vorchristlichen Zeit in Haus und Hütte geholt. Sie galten als Symbol der ewigen Lebenskraft, die böse Dämonen verscheuchen (im christlichen Sinne evtl. für ewiges Leben).
Als besonders zauberkräftig galten Eibe, Buchsbaum, Fichte, Tanne, Stechginster, Wacholder, Kiefer, Rosmarin und Efeu.

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Die Stechpalme (Ilex) stellt mit ihren stacheligen Blättern ein Symbol der Dornenkrone dar, mit ihren roten Beeren das Symbol der Blutstropfen Christi.
In England wird die Stechpalme als männliches Symbol betrachtet, der Efeu als weibliches, anschmiegsames. Die Zusammenstellung von Ilex und Efeu stellt daher auch den Kampf der Geschlechter dar.

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Der Mistelzweig war schon deshalb sehr geheimnisvoll, weil die Mistel nicht aus der Erde, sondern in den Bäumen wächst. Die Pflanze ist schon den Druiden, den keltischen Zauberpriestern, heilig gewesen. Sie wurden mit einer goldenen Sichel geschnitten und auf ein Tuch geworfen, damit sie nicht die Erde berührten. Sie sollten Wunder wirken, Glück bringen und böse Geiser abwehren. Wenn sich Feinde unter einem Mistelzweig trafen, so umarmten und versöhnten sie sich; das ist der Ursprung vom Kuß unter dem Mistelzweig.
Weil die Mistelzweige aber ein so unverkennbar heidnisches Grün sind, findet man sie nicht zum Dekorieren von Kirchen und auch nicht auf der Straße, sondern nur innerhalb des Hauses!

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Die Christrose soll an die Blüte Jesse erinnern, die mitten im Dunkel der unerlösten Welt aufblüht.

Rosmarin gehört als heilkräftige Zauberpflanze mit den witterungsbeständigen Blättern ebenfalls zu den Weihnachtspflanzen.

Das Rotkehlchen gehört in England zu den Weihnachtstieren. Eine prosaische Erklärung dazu lautet, daß die englischen Briefträger Mitte des 18. Jahrhunderts rote Röcke trugen, die zu den roten Briefkästen paßten. Man nannte sie daher Rotröcke oder Rotkehlchen, und als um 1860 die Weihnachtskarten Mode wurden, bildete man auf ihnen häufig Rotkehlchen ab.

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Die Kerzen sollen mit ihrem Licht auf jenes weisen, das mit Christus in die dunkle Welt gekommen ist.
Und mit dem Kerzenlicht steigen die Gebete in den Himmel.

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Der Weihnachtsstern ist aufgrund seiner Farbe ein Bestandteil des Weihnachtsfestes (und seines Blühens zu dieser Zeit, wenn auch nicht in unseren Breiten), rot und grün sind die traditionellen Farben der Weihnachtszeit.

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(Quelle: Das große Ravensburger Buch der Feste und Bräuche, Sybil Gräfin Schönfeldt)

Auch diese Liste werde ich im Laufe unseres Kalenders noch fortsetzen, da habt ihr wieder was zum drauf freuen!

Da viele Bräuche ja auch englischen Ursprungs sind, stelle ich hier nun mal ein sehr altes englisches Weihnachtslied ein, wenn ihr mögt, könnt ihr mitsingen, der Text ist eingeblendet:

God rest ye merry gentlemen

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:wave: