Grafschafter Wochenanzeiger – Ewigkeitssonntag, stilles Gedenken

Im Zeichen des Todes

Noch war die Jugend mein, die schöne, ganze,
ein Morgen nur, ein Gestern gab es nicht;
da sah der Tod im hellsten Sonnenglanze,
mein Haar berührend, mir ins Angesicht.

Die Welt erlosch, der Himmel brannte trübe;
ich sprang empor entsetzt und ungestüm.
Doch er verschwand; die Ewigkeit der Liebe
lag vor mir noch und trennte mich von ihm.

Und heute nun – im sonnigen Gemache
zur Rechten und zur Linken schlief mein Kind;
des zarten Atems lauschend, hielt ich Wache,
und an den Fenstern ging der Sommerwind.

Da sanken Nebelschleier dicht und dichter
auf mich herab; kaum schienen noch hervor
der Kinder schlummerselige Gesichter,
und nicht mehr drang ihr Atem an mein Ohr.

Ich wollte rufen; doch die Stimme keuchte,
bis hell die Angst aus meinem Herzen schrie.
Vergebens doch; kein Schrei der Angst erreichte,
kein Laut der Liebe mehr erreichte sie.

In grauer Finsternis stand ich verlassen,
bewegungslos und schauernden Gebeins;
ich fühlte kalt mein schlagend Herz erfassen,
und ein entsetzlich Auge sank in meins.

Ich floh nicht mehr; ich fesselte das Grauen
und faßte mühsam meines Auges Kraft;
dann überkam vorahnend mich Vertrauen
zu dem, der meine Sinne hielt in Haft.

Und als ich fest den Blick zurückgegeben,
lag plötzlich tief zu Füßen mir die Welt;
ich sah mich hoch und frei ob allem Leben
an deiner Hand, furchtbarer Fürst, gestellt.

Den Dampf der Erde sah empor ich streben
und ballen sich zu Mensch- und Tiergestalt;
sah es sich schütteln, tasten, sah es leben
und taumeln dann und schwinden alsobald.

Im fahlen Schein im Abgrund sah ich’s liegen
und sah sich’s regen in der Städte Rauch;
ich sah es wimmeln, hasten, sich bekriegen
und sah mich selbst bei den Gestalten auch.

Und niederschauend von des Todes Warte,
kam mir der Drang, das Leben zu bestehn,
die Lust, dem Feind, der unten meiner harrte,
mit vollem Aug ins Angesicht zu sehn.

Und kühlen Hauches durch die Adern rinnen
fühlt ich die Kraft, entgegen Lust und Schmerz
vom Leben fest mich selber zu gewinnen,
wenn andres nicht, so doch ein ganzes Herz. –

Da fühlt ich mich im Sonnenlicht erwachen;
es dämmerte, verschwebte und zerrann;
in meine Ohren klang der Kinder Lachen,
und frische, blaue Augen sahn mich an.

O schöne Welt! So sei in ernstem Zeichen
begonnen denn der neue Lebenstag!
Es wird die Stirn nicht allzusehr erbleichen,
auf der, o Tod, dein dunkles Auge lag.

Ich fühle tief, du gönnetest nicht allen
dein Angesicht; sie schauen dich ja nur,
wenn sie dir taumelnd in die Arme fallen,
ihr Los erfüllend gleich der Kreatur.

Mich aber laß unirren Augs erblicken,
wie sie, von keiner Ahnung angeweht,
brutalen Sinns ihr nichtig Werk beschicken,
unkundig deiner stillen Majestät.

(Theodor Storm)

Ihr lieben Leser alle unseres Grafschafter Wochenanzeiger, wir haben bei unserer freitäglichen Redaktionssitzung lange überlegt, ob wir auch in diesem Jahr wieder einen Eintrag zum Ewigkeitssonntag machen wollen. Es sind doch eh schon so traurige Zeiten, und der Monat November trägt da nicht gerade zu mehr Freude bei mit seinen Gedenktagen. Wir haben uns dann entschlossen, es doch zu tun! Derzeit läuft es hier wie in meinem derzeitigen Lieblingslied von Reinhard Mey „Manchmal wünscht ich es wär nochmal Viertel vor sieben“ 

https://www.reinhard-mey.de/texte/alben/viertel-vor-sieben

vor allem ab der Textzeile „Das Fell wird dünner und leerer der Becher,
der Zaubertrank wirkt nur noch schwer.“

Da ist ein Eintrag mit besinnlichem Charakter doch ganz passend, gönnen wir der Seele eine Atempause, lassen wir Ruhe und Frieden in uns ein. Und so dachten wir uns, wir suchen diese Ruhe und diesen Frieden an einem friedvollen Ort, in diesen novembrigen Gedenktagen fiel uns dazu der Friedhof ein. 

Ein Friedhof (auch Bestattungsplatz oder Begräbnisplatz, veraltet Gottesacker, KirchhofTotenhof oder Leichenhof) ist ein Ort, an dem Verstorbene, in den meisten Fällen begleitet von einem religiösen oder weltlichen Ritusbestattet werden. Anlagen aus vorchristlicher Zeit werden in der Archäologie meist als Gräberfelder oder Nekropolen bezeichnet, der Begriff Friedhof findet dennoch auch für antike Anlagen Verwendung.

Friedhof leitet sich ursprünglich vom althochdeutschen „frithof“ ab, der Bezeichnung für den eingefriedeten Bereich um eine Kirche. Der Bedeutungswandel zu einem „Hof des Friedens“ vollzog sich mit dem Verblassen der etymologischen Wurzel.

(Quelle: Wikipedia)

https://de.wikipedia.org/wiki/Friedhof

Lassen wir Bilder sprechen:

Friedhofsbilder aus Sommertagen, ein Zeichen, daß das Leben immer wieder grünt und blüht. Daraus entwickelte sich die Symbolik, grünes und blühendes an den Gedenktagen im November auf die Gräber zu legen

Und Kerzen aufzustellen, auch ein Zeichen, sie leuchten in der Dunkelheit und erhellen diese, machen Hoffnung auf das wiederkehrende Licht. 

Engel bewachen und behüten unsere Gräber. 

Friedhöfe in der Malerei:

(Caspar David Friedrich)

(Caspar David Friedrich)

(Fritz von Wille)

(Carl Gustav Carus)

Friedhof im Herbst, mit den wunderbar bunten Farben des Herbstes, mit denen er uns versöhnen möchte mit dem kommenden, farblosen Winter. 

In diesem Jahr denken wir zum Ewigkeitssonntag natürlich besonders an unsere geliebte rasende Reporterin Mimi, unser aller Co-Autor in heaven. 

Der leuchtende Engel von Balkonien, den du so mochtest, Mimi, leuchtet jetzt auch für dich mit den Rosenblüten zu seinen Füßen. Wir haben dich lieb und vergessen dich nicht! 

Laß mich, Engel, nicht allein!
Wenn mich alle Liebe läßt,
Engel, halte du mich fest.

Laß mich, Engel, nicht allein,
führ aus Leib und Sterbehemde
in das ungeheure Fremde,
in den Ursprung mich hinein.
Engel, laß mich nicht allein.

(Werner Bergengruen)

Zum Schluß unseres stillen Eintrags haben wir noch Musik für euch, passend zum Eintrag und zur Stimmung, ich liebe dieses Stück. 

Und wenn er dann Geschichte ist, der heutige Ewigkeitssonntag, ja, dann erwartet uns am Horizont bereits das erste Adventslicht

und führt uns vom Friedhof zurück in die Zeit der Hoffnung und Erwartung, gleich einem Engel, der uns den künftigen noch dunklen Weg wieder erleuchtet. Das wünschen wir euch, das wünschen wir uns allen von ganzem Herzen für die kommende Adventszeit, laßt uns den Mut und die Kraft nicht verlieren in diesen dunklen Zeiten, macht euch gemeinsam mit uns auf den Weg in das wiederkehrende Licht. 

Einen guten, stillen und besinnlichen Ewigkeitssonntag wünscht euch allen euer Grafschafter Wochenanzeiger

mit Mimi in heaven Otto und Luzia. 

Paßt auf euch auf und bleibt oder werdet alle gesund!  

 

 

 

Grafschafter Wochenanzeiger – Sonntägliches Wunschkonzert

Der unerfüllte Wunsch

Gut ist’s, einen Wunsch zu hegen
in der Brust geheimstem Schrein,
mit dem Wahn, an ihm gelegen
sei dein volles Glück allein.

Gut ist’s, daß der Himmel immer
dir verschiebt die Wunschgewähr
denn beglückt, du wärst es nimmer,
und du hofftest es nicht mehr.

(Friedrich Rückert)

Bei der freitäglichen Redaktionssitzung zum Wochenende haben wir lange überlegt, was wir unseren Lesern zum heutigen Sonntag mal anbieten könnten, und da die Chefredakteurin noch eine kleine, feine Geschichte in puncto Wunscherfüllung für euch in petto hatte, haben wir uns entschlossen, euch zum Sonntag ein Wunschkonzert zu bieten.

Sicher kennt ihr alle noch die bekannten berühmt-berüchtigten Wunschkonzerte im Radio in weit zurückliegenden Tagen, als Fernsehen in allen Haushalten, geschweige denn Internet und Youtube, noch Wunschdenken war. Da gibt es so ein lustiges Lied von Ulrich Roski, da lacht sich die Frau Chefredakteurin immer weg drüber, hört mal rein:

https://www.songtexte.com/songtext/ulrich-roski/wunschkonzert-2be3e836.html

Dann beginnen wir hier nun mal mit unserem sonntäglich-sommerlichen Wunschkonzert, bestückt mit Archivbildern aus dem Sommer vergangener Einträge:

So, ihr lieben Leser unseres Grafschafter Wochenanzeiger, da hoffen wir doch sehr, daß euch unser Wunschkonzert gefallen hat. Und kommen nun zu der kleinen Geschichte von unserer Chefredakteurin, die sie vor drei Wochen beim Besuch unseres Grafschafter Friedhofs hatte, die Gräber ihrer Eltern verlangten dringend nach Wasser und Pflege. Die schöne Konifere am Grab ihrer Mama

die ihr hier ansatzweise hinter dem Grabschild sehen könnt, ist leider im letzten heißen Sommer eingegangen, und nun war guter Rat teuer, wie man die doch recht hohe Konifere wohl beseitigen könne. Mit ihr zusammen war ein älterer Herr ebenfalls mit einem Grab beschäftigt, nach einer Weile kam er zu ihr hinüber und meinte, die schöne Konifere sei wohl nicht mehr zu retten gewesen, ob sie eine Möglichkeit hätte, sie rauszunehmen? Nein, leider nicht, sie würde sich auch nicht zutrauen, sie selber abzusägen. Und was glaubt ihr, was passiert ist? Der ältere Herr meinte, er käme des öfteren auf den Friedhof und wenn nichts dagegen einzuwenden wäre, brächte er beim nächsten Mal seine Säge mit und würde Hand anlegen. Sehr dankbar für dieses liebe Angebot nahm unsere Frau Chefredakteurin strahlend an, man trennte sich und der ältere Herr fuhr mit seinem Fahrrad nach Hause. Frau Chefredakteurin hantierte noch bissel und machte sich dann auch auf den Heimweg, kurz vor erreichen des Tores am Seitenausgang vom Friedhof kam ihr besagter älterer Herr mit seinem Fahrrad wieder entgegen, die Säge im Gepäck, was man sofort erledigen könne, meinte er, solle man tun, wer weiß, wie das Wetter in den nächsten Tagen würde. Hocherfreut ist Frau Chefredakteurin natürlich sofort mit ihm umgekehrt, um ihm bei seiner Arbeit mit der Konifere zu helfen, und gemeinschaftlich haben sie sie abgesägt und im dafür vorgesehenen Abfallcontainer entsorgt. Mit einem ganz innigen Dank seitens Frau Chefredakteurin trennten sich dann wieder die Wege der beiden. Ist das nicht eine schöne Geschichte? Unser Frauchen war ganz beseligt, als sie dann abends hier wieder eingetrudelt ist, das erlebt man auch nicht alle Tage, daß jemand so selbstlos Hilfe anbietet und auch gleich in die Tat umsetzt! Und hierzu passen nun noch ein paar so wunderschön friedliche Bilder von einem Sonnenaufgang in den letzten Tagen hier in der Grafschaft

da sind sogar die Straßenlaternen noch an, links im dunklen im Bild,

im Nachbargarten gegenüber blinkte der kleine Swimmingpool im Morgenlicht

Nun hoffen wir, daß euer aller Sonntag wunschgemäß verläuft, genießt ihn! Und wo wir schon einmal beim wünschen und Wünschen sind, eure rasende Reporterin Mimi und der Volontär Ruddi werden sich auch bald wieder einen Wunscheintrag erfüllen, dessen Idee ihnen vor einiger Zeit gekommen ist, und für Brigitte/Plauen steht auch noch eine Wunscherfüllung an, sie war vor zwei Wochen die kleine Eisbärin Hertha besuchen, laßt euch mal überraschen!

Unser sonntägliches Wunschkonzert beschließen wir nun mit einem schönen Abendlied zum Abschluß des heutigen Tages

https://de.wikipedia.org/wiki/Abend_wird_es_wieder

Habts fein! Euer Redaktionsteam Mimi und Monika und euer Volontär Ruddi!

 

Ewigkeitssonntag – und der erste Adventsschimmer am Horizont

Der Stern

 So unermeßlich ist die Ferne,
aus der dies Sternbild aufgetaucht,
daß, um den Erdball zu erreichen,
sein Licht Jahrtausende gebraucht.

Vielleicht ist es seitdem erloschen
in jenem weiten Himmelsblau,
wiewohl ich heut erst seine Strahlen
auf unsrer Erde klar erschau‘.

Denn langsam durch des Himmels Räume
schickt uns das Sternbild her sein Licht:
Es war, als wir es nicht erblickten,
nun wir es sehen, ist es nicht!

So auch, wenn unser Glück erstorben
im Dunkel der Vergangenheit,
dringt noch das Licht der todten Liebe
durch alle Weiten, alle Zeit.

  

(Mihail Eminescu, rumänischer Dichter, übersetzt von Mite Kremnitz )

Der letzte stille Feiertag in diesem November, der Ewigkeitssonntag. Bevor das Licht des ersten Adventssonntages kommt, noch einmal aller gedenken, die uns ins unbekannte Dunkel vorausgegangen sind. „Das Licht ist die Speise der Toten“ sagt ein unbekannter Autor. Und wir schmücken mit ihm noch einmal die Gräber unserer Lieben oder stellen ihnen in stillem Gedenken zu Hause eines auf.

Dann nehmen wir die Sehnsucht  und die Erinnerungen an unsere vorausgegangenen Lieben mit hinein in das langsam beginnende adventliche Leuchten, die Kerzen auf dem Friedhof sind vielleicht ein Zeichen dafür, und hinein in den Ewigkeitssonntag, der heuer auch der Tag der Hl. Katharina ist, und mit ihrem Gedenktag beginnt traditionell die Weihnachtsbäckerei. Somit ist der Eintrag zum heutigen Ewigkeitssonntag ein „zweigeteilter“, noch einmal ein stilles Gedenken, und schon frohes Vorbereiten auf die ersehnte Adventsszeit – mit backen!

 

Da hab ich doch erst einmal meinen Fundus durchgeguckt für die kommende adventliche Backsaison, da vor allen Dingen gerade das Plätzchenbacken am heutigen Katharinentag beginnt, als erstes mal meine Ausstechförmchen:

Da sind zuerst einmal die „adventlichen“ Tiere, Bären, Eisbären, Rentiere (man beachte das Mini-Rentier, hihihi!) und die ersten Schneeflocken. die sind auch schon dabei.

Von den Rentieren hab ich noch eine Ausstechform, die sich auch so ein bissel als „Rudolph Rotnase“ eignen würde, mit einem roten Farbenklecks auf dem Plätzchen!

Ist der kleine Elch nicht süß?

Der Eisbär!

Ich hatte so eine schöne adventliche Tischdecke in meinem Fundus, die hab ich jetzt benützt, um alle meine Ausstechförmchen mal als „kleine Geschichte“ zusammenzulegen:

Nochmal Rudolph Rotnase und ein Engelchen!

Die Schneeflocken eignen sich auch für Marzipan und Fondant.

Meine Bärchen wohnen in einer Dose

Aber was sind die schönsten Ausstechförmchen ohne Teig

schließlich möchte man ja solche Ergebnisse erzeugen

 und dafür braucht man die nötigen Zutaten, die dann wieder diesen herrlichen Duft in der ganzen Wohnung hinterlassen werden:

leckere Backgewürze und

alle möglichen Sorten von Nüssen und Samen. Lecker, und wie das duftet!!! Dann hat auch dieser hier wieder Hochkonjunktur

der Christstollen, und ich werde wohl in diesem Jahr mal wieder meine heißgeliebten Liegnitzer Bomben backen

Und was braucht man noch, außer den Zutaten? Ja, natürlich, das Rezept, und da die Backsaison ja erst mal so ganz langsam anrollt, gibt es heute nur zwei Rezepte, schließlich brauch ich doch noch Ideen für den bald wieder beginnenden Adventskalender hier im Blögchen! Also, dann kram ich jetzt mal das Rezeptbuch raus:

Das erste Rezept sind, passend zum heutigen Katharinen-Tag, Thorner Kathrinchen:

  • 500 g Honig
  • 375 g Zucker
  • 375 g Mandeln
  • 750 g Weizenmehl Typ 1005
  •  30 g Pottasche
  • 1 Teelöffel gemahlener Zimt
  • 1 Teelöffel gemahlene Gewürznelken
  • 1 Teelöffel gemahlener Kardamom
  • 1/2 Teelöffel geriebene Muskatnuß
  • 1/2 Teelöffel geriebene Muskatblüte
  • 1 Prise Salz
  • 1 Glas Rum
  • Fett und Mehl für die Form

Honig und Zucker erhitzen und schmelzen lassen, unter gelegentlichem Umrühren fast erkalten lassen, dann Gewürze, gemahlene Mandeln, Mehl und die im Rum aufgelöste Pottasche hinzugeben und alles gut verrühren und verkneten. Den Teig zugedeckt mindestens einen Tag stehen lassen. Er kann auch länger stehen. Den Teig dann einen halben Zentimeter dick ausrollen und mit Spezialformen oder rund ausstechen, auf ein eingefettetes Blech legen und etwa 15 Minuten bei 180 bis 200  Grad Celsius backen. Noch warm mit Zuckergruß bestreichen.

Das zweite Rezept wir euch bestimmt zum lachen bringen, seit sich im letzten Jahr meine Kinder in Schottland verlobt haben, bin ich ein Fan von allem schottischem, lach, und daher kommt nun Rezept Nr. 2 aus Schottland:

Haferplätzchen schottische Art

  • 100 g Butter oder Margarine
  • 125 g brauner Zucker/Kandisfarin
  • 1 Messerspitze Salz
  • 175 g feine und grobe Haferflocken
  • 1 Teelöffel Backpulver
  • wenige Tropfen Mandelaroma

Butter, braunen Zucker und Salz in einer Pfanne unter Rühren bei mäßiger Hitze zerlassen. Die Haferflocken, mit Backpulver und Mandelaroma vermischt, dazugeben. Den Teig auf einem gut gefetteten Backblech zu einem Rechteck festdrücken. Backen bei 180 bis 200 Grad 20 – 25 Minuten, nach dem erkalten in Rauten oder Streifen schneiden.

Beim schreiben der Rezepte und dem einstellen der Bilder für all die schönen Plätzchen, da wurde es hier hinter mir ein bissel unruhig, meine beiden Eulen-Freundinnen, Eulalia und Eusebia, guckten mir über die Schulter von ihrem nun wieder angestammten Platz

den sie nach wegräumen der Herbstdeko wieder eingenommen haben, und meinten ein bissel schüchtern, schade, daß es keine Eulenplätzchen gäbe. Und hatten dann riesigen Spaß, als ich ihnen zeigte, daß es sie doch gibt:

Das rief natürlich auch Mimi auf den Plan, daß es Plätzchen für Katzen gibt, weiß sie ja schon, sie interessierte was anderes, nämlich das Thema meines Eintrages, das voradventliche, hach, da geht ja dann bald doch wieder die schöne Adventszeit mit dem Dosenöffner los, und weg war euer Co-Autor! Und kam nach einer Weile ganz leise wieder angeschlichen, zupfte mich an den Socken und meinte, sie müsse euch rasch was schreiben, na, denn Mimi!

 Hi, Folks, da hab ich doch gerade hier beim Eintrag von meinem Dosenöffner mal so nebenbei mitbekommen, daß nun bald die schöne Adventszeit wieder los geht, ich hab auch schon mal mein Kleidchen dafür probe-angezogen, hihihi, paßt noch, ja, also, diese feine Zeit geht eben wieder los und stellt euch vor, was ich schon in unserer Küche gesehen habe: Eine Weihnachtsmaus!!! Erst hat sie sich nicht so recht getraut, aber ich hab sie erwischt, guckt:

Tadaaaa, da isse! Und wißt ihr, wo die ist??? Am Küchenfenster, denn das hat mein Frauchen schon schön geschmückt für den kommenden Advent und sie sagt, ihr dürft schon mal gucken:

Und an dem Holz-Kerzenleuchter, links am Fuß, da ist die Weihnachtsmaus!

Und oben hängt ein Weihnachtselch, lach, klasse, nicht wahr! So, Folks, das war es kurz von mir, bin wieder weg!

So, nun ist Mimi wieder auf die Couch abgewandert und ich kann nun mal so langsam meinen Eintrag hier zu Ende bringen.

Und so schließen wir den Kreis hier nun mal, angefangen hab ich ihn mit Kerzen, nun beende ich ihn auch damit, denn ich hab mir zur kommenden Advents- und Weihnachtszeit wieder passende Duftkerzen besorgt, und da die Zeit ja auch mitunter doch wieder bissel stressig werden kann mit all den Vorbereitungen auf das große Fest, hab ich mir was ganz besonderes gegönnt für Wellness-Auszeit in der Badewanne oder unter der Dusche, Maxi-Teelichter mit dem Duft „Auszeit am Meer“, ich sag euch, einfach herrlich, echt schade, daß es kein Duft-Internetz gibt. Aber gucken könnt ihr:

Da freu ich mich schon sehr drauf!

Und nun wünschen wir beide, mein Co-Autor Mimi  und ich euch einen wunderschönen Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Habts fein! 

 

Die besinnlichen Tage im November

Allerseelen

Rings liegt der Tag von Allerseelen
voll Wehmut und voll Blütenduft,
und hundert bunte Lichter schwelen
vom Feld des Friedens in die Luft.

Sie senden Palmen heut und Rosen;
der Gärtner ordnet sie mit Sinn –
und kehrt zum Eck der Glaubenslosen
die alten, welken Blumen hin.

 

„Jetzt beten, Willi, – und nicht reden!“
Mit großem Aug gehorcht der Knab.
Der Vater legt den Kranz Reseden
auf seines armen Weibes Grab.

„Die Mutter schläft hier! Mach ein Kreuz nun!“
Klein Willi sieht empor und macht,
wie ihm befohlen. Ach, ihn reuts nun,
das er am Weg heraus gelacht!

Es sticht im Auge ihn – wie Weinen ..
Dann gehn sie heimwärts durch die Nacht;
ganz ernst und stumm. Da lockt den Kleinen
beim Ausgang jäh der Buden Pracht.

Es blinkt durch den Novembernebel
herüber lichtbeglänzter Tand;
er sieht dort Pferdchen, Helme, Säbel
und küßt dem Vater leis die Hand.

Und der versteht. Dann gehn sie weiter.
Der Vater sieht so traurig aus.
Doch einen Pfefferkuchenreiter
schleppt Willi selig sich nach Haus.

(Rainer Maria Rilke)

In diesem Sommer-November hatten wir hier im Blögchen noch gar keinen Eintrag für die besinnlichen Tage, Allerheiligen, Allerseelen, sowie die noch kommenden, Buß- und Bettag und der Ewigkeits- oder Totensonntag. Bei dem so gar nicht novemberlichen Wetter wollte sich wohl auch die Stimmung dazu nicht so recht einstellen. An „Trubeltagen“ wie zum Beispiel Allerheiligen gehe ich ohnehin nicht so gerne auf den Friedhof, ich bin doch lieber ein bissel mehr „allein“ mit mir und meinen Lieben, die dort ruhen.

Und so bin ich gestern, am Donnerstag, auf dem Friedhof gewesen, um mal wieder nach dem rechten zu sehen und ein Kerzchen aufzustellen. Meine Kamera hatte ich nicht dabei, ich wollte einfach mal so in Seelenruhe über den Friedhof laufen, aber ich hab noch Archivbilder vom Mai diesen Jahres. Der November präsentiert sich ja beinahe wie einst im Mai, als ich so über den Friedhof ging heute, da ging mir die Gedichtzeile von Erich Kästner aus seinem Gedicht zum Monat Mai durch den Kopf, in der er beschreibt, daß auch Glück, daß auch der Mai weh tun kann.

Der November ist von so seltener Schönheit, daß auch er schon weh tut. Die Bäume leuchteten in der tief stehenden Sonne wie Kupfer-Dächer!

Meine Archivbilder aus dem Mai vom Gräberfeld, wo meine Eltern liegen:

 Das Grab meines Vaters, der Baum dahinter, das ist der ehemalige Osterstrauß aus Korkenzieherweide, den ich dort vor Jahren mal einfach eingepflanzt habe, ist das nicht ein wunderschöner, stattlicher Baum geworden? Freu ich mich jedes Mal wieder drüber.

 Und Papas schöne Rose, die blüht in jedem Jahr so herrlich!

Das Grab mit der Zypresse ist das meiner Mama, auch die Zypresse war mal ganz klein, als ich sie eingepflanzt habe.

 Mein selbstgemachtes Grabschild bei meiner Mama, mit den Schwälbchen am oberen Rand, ihren Lieblingsvögelchen!

Ein Überblick über das Gräberfeld, rechts unten ist Mamas Grab, ganz links oben ist der Baum hinter Papas Grab.

Wie gesagt, ich hatte meine Kamera nicht dabei, und bei einem Erlebnis gestern hab ich es doch bedauert, mit ist sowas entzückendes an Papas Grab begegnet, das kann ich euch nun nur schildern: Ich hatte ein bissel welkes Laub vom Grab genommen und in den dafür vorgesehenen Behälter getan, als ich zurück kam ans Grab und meine Sachen einpacken wollte, sah ich das hier:

Ein Rotkehlchen hatte sich am Nachbargrab, ähnlich wie auf diesem Archivbild, auf eine alte Blumenschale gesetzt, es war vielleicht nur eine Armlänge von mir entfernt und guckte mich neugierig an, ich bin ganz ruhig stehen geblieben und hab es begrüßt, da hat es wirklich!!! zurück gezwitschert, und anschließend hüpfte es in die Blumenschale, in der noch ein Pfützchen Wasser stand, und badete ausgiebig darin, ungeachtet der Tatsache, daß ich ganz in der Nähe stand, es war kein bißchen scheu und genoß ungestört sein Bad! Danach wurde ich noch einmal lieb angezwitschert zum Abschied und es flog davon! Das war sooooo schön!!!

Ich bin dann ganz selig und entspannt wieder nach Hause gelaufen, unterwegs hab ich mich an das Ahornbäumchen erinnert, das ich euch 2016 von einem Friedhofsbesuch fotografisch mitgebracht hatte

mußte ich doch sofort mal gucken gehen, aber das schöne Bäumchen war schon fast ganz entlaubt, und da ich eh keine Kamera dabei hatte, hab ich Blätter gesammelt, um sie zu Hause zu fotografieren, und die Bilder kommen jetzt:

Die Blätter vom Ahornbäumchen

 und ein besinnliches Arrangement zum heutigen Eintrag.

Und mal dämmerig mit Beleuchtung

 mein Leuchte-Engel!

Das oben eingestellte Gedicht von Rilke ist mein Lieblingsgedicht zu diesen besinnlichen Novembertagen, und angesichts des Inhalts hab ich noch mal Bilder gemacht mit den schönen Blättern, angelehnt an den Schluß des Poems.

 “ Da lockt den Kleinen beim Ausgang jäh der Buden Pracht.“

 „Doch einen Pfefferkuchenreiter schleppt Willy selig sich nach Haus.“

Ja, da bin ich nun langsam am Ende des besinnlichen Teils meines Eintrags angelangt, aber ich hab noch was Schönes zu verkünden: Am Wochenende ist Mimi wieder „allein zu Haus“, denn ich bin bei Sohn und Schwiegertochter (hihihihi!!!), also bei meinen Kindern eingeladen, wir feiern zwei Geburtstage nach, die bei der diesjährigen Hochzeit ein bissel untergegangen sind, meinen und Björns, freu, freu!!!

Mimi drängelt hier gerade an den PC, was hast du denn vor, Mäuschen? Wie, geht mich nix an??! Jaja, ok, mach mal!

 Hi, all meine lieben, vierpfotigen Kumpels und Kumpelinen, wenn ihr Lust habt auf ein Treffen wie weiland zum Halloween-Tag: Ich hab am Wochenende sturmfreie Bude, mein Dosenöffner ist weg!!! Pssssttttt, aber nicht den großen zweibeinigen Katzen und Katern verraten, sonst wird das nix mit Party, lach! Bis denne, eure Mimi!

Na, bin ich ja mal gespannt, was Mimi da nun wieder ausgeheckt hat, ich darf natürlich nicht gucken, klar, aber mir schwant es, hoffentlich räumen sie hinterher wieder auf, hihihihi!

Nun wünschen wir euch allen einen schönen Freitag und ein ganz wunderschönes Wochenende, genießt es alle, bleibt oder werdet gesund und:

Habts fein!  Mimi und Monika.

Rosen im Schnee

Auf eine Christblume

Tochter des Waldes, du Lilienverwandte,
so lang von mir gesucht, unbekannte,
im fremden Kirchhof, öd und winterlich,
zum erstenmal, o schöne, find ich Dich!

Von welcher Hand gepflegt du hier erblühtest,
ich weiß es nicht, noch wessen Grab du hütest,
ist es ein Jüngling, so geschah ihm Heil,
ist es eine Jungfrau, lieblich fiel ihr Teil.

Schön bist du, Kind des Mondes, nicht der Sonne,
die wäre tödlich – andrer Blume Wonne,
dich nährt, den keuschen Leib voll Reif und Duft,
himmlischer Kälte balsamsüßer Luft.

In deines Busens goldner Fülle gründet
ein Wohlgeruch, der sich nur kaum verkündet,
so duftete, berührt von Engelshand,
der benedeiten Mutter Brautgewand.

Dich würden, mahnend an das heilge Leiden,
fünf Purpurtropfen schön und einzig kleiden,
doch kindlich zierst du um die Weihnachtszeit,
lichtgrün mit einem Hauch dein weißes Kleid.

Der Elfe, der in mitternächtger Stunde
zum Tanze geht im lichterhellen Grunde,
vor deiner mystischen Glorie steht er scheu,
neugierig still von fern und huscht vorbei.

Im Winterboden schläft ein Blumenkeim,
der Schmetterling, der einst um Busch und Hügel
in Frühlingsnächten wiegt den samtnen Flügel;
nie soll er kosen deinen Honigseim.

Wer aber weiß, ob nicht sein zarter Geist,
wenn jede Zier des Sommers hingesunken,
dereinst von deinem leisen Dufte trunken,
mir unsichtbar, die blühende umkreist?

(Eduard Mörike)

Nun bricht am Montag schon die letzte vollständige Woche des ersten Monats des neuen Jahres an, bis auf ein paar Tage im letzten Jahr im Dezember war noch nicht eine Schneeflocke zu sehen! Dabei hab ich mich gerade in diesem Jahr wieder so auf Schnee gefreut! In dieser Jahreszeit ist doch knackige Kälte viel natürlicher und gesünder als das wieder einmal vorherrschende endlos öde Einheitsgrau mit Regen und Temperaturen zumeist im zweistelligen Bereich (ich zähl mal demnächst hier im Blögchen, wieviele „Wetter-bedauer-Einträge“ wir wohl schon hatten, lol!).

Da habe ich mir kurzerhand am Freitag beim wochenendlichen Einkauf was schönes gegönnt, was an Winter mit Eis und Schnee und Kälte erinnert, weil es eben gerade dann blüht:

Eine Christrose! Hier schön in Szene gesetzt mit winterlichen Accessoires!

Die Schneerose, genannt meist Christrose oder Schwarze Nieswurz (Helleborus niger), ist eine Pflanzenart aus der Gattung Nieswurz (Helleborus) in der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Diese Art und ihre Sorten mit den auffallend großen, weißen Blüten ist vor allem durch frühe Blütezeit und auch durch die Verwendung als Gartenzierpflanze bekannt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Schneerose

 (Helleborus niger,  Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé, Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Gera)

Wann diese zarte Schönheit zu blühen gedenkt, ist unterschiedlich, manches Mal blüht sie schon im Dezember und vor allem um die Weihnachtszeit, weshalb sie um diese Zeit gerne als Weihnachtsdekoration benutzt wird, als Zimmerpflanze eignet sie sich aber nur kurzfristig und unter der Bedingung, daß sie kühl steht, sie mag die Wärme nicht, sie blüht ja in Eis und Schnee! Mitunter blüht sie daher auch erst im Januar. Und somit eine Zierde für jeden Garten und auch als Friedhofsblume sehr beliebt, weil ihr eben die Kälte nichts anhaben kann.

 Es gibt eine wunderschöne kleine Legende, weshalb sie auch zur Weihnachtszeit als Schnittblume beliebt (und pro geschnittener Blüte sehr teuer!) ist:

Ein Hirte war unterwegs nach Bethlehem, um sich von der Geburt des Erlösers zu überzeugen, er war sehr arm und konnte dem Kind kein Geschenk kaufen und mitbringen, es war mitten im Winter, es blühten keine Blumen, die Bäume und Sträucher trugen keine Früchte, nichts weit und breit, was sich als Geschenk für ein neugeborenes Kind eignen würde. Das machte den Hirten sehr traurig, er setzte sich an den Straßenrand und weinte! Seine Tränen fielen zu Boden, und aus diesen entwickelten sich wunderschöne weiße Blüten, der Rose ähnlich, voller Freude pflückte der Hirten die Blüten und brachte sie zum Christkind als Geschenk.

Wild wachsende Christrosen stehen übrigens unter Naturschutz, da sie sehr selten sind! Auf unserem Kontinent wächst sie im südlichen Mitteleuropa sowie in den südlichen und östlichen Kalkalpen. Ursprünglich kam sie wohl aus Südostasien und ist während der letzten Eiszeit nach Europa gelangt. Während des ständigen Wechsels von warmen und kalten Abschnitten an der erdgeschichtlichen Entwicklung entlang entwickelte die Pflanze die Fähigkeit, die Wachstums- und Blütezeit aufzuschieben und sogar zu unterbrechen. Aber noch ein Überbleibsel aus den alten Entwicklungszeiten schützt sie zuverlässig vor Kälte und Frost: Sie kann Wasser aus den Zellen in die Zwischenräume verlagern, um zu verhindern, daß das gefrierende Wasser die Zellen zum platzen bringt.

Christrosen wurden auch als Orakelblumen gebraucht: Zwölf Blütenköpfe, zur Weihnachtsnacht ins Wasser gestellt, erhielten die Namen der zwölf Monate. Wie sich nun die Köpfe öffneten, wurde dies dem betreffenden Monat zugeordnet: Die geschlossenen Blüten bedeuteten schlechtes, die geöffneten gutes Wetter.

Übrigens: Keine Sorge um euren Co-Autor, meine Mimi, ich weiß es wohl, daß diese wunderschöne Pflanze in allen Teilen hochgiftig ist, aber sie steht auf Balkonien als Zwischenstation unerreichbar für Mimi und zieht demnächst auf den Friedhof um, zu meiner Mama.

Eine kleine Bildergalerie der zarten Schönheit:

(Bild anklicken, groß gucken!)

Bei meiner Sehnsucht nach Winter mit Schnee hab ich nun zwar die Weihnachtsdeko auch bereits wieder eingeräumt, aber mit einigen Teilen mir hier wieder eine Winterdeko gebastelt, so zum Beispiel in meinem kleinen Flur, guckt mal:

Und damit und mit einem kleinen Gedicht schließe ich nun diesen Eintrag und wir, Mimi  und ich, wünschen euch einen wunderschönen Sonntag und einen guten Start in die letzte, vollständige Woche des Monats Januar.

Die Christrose

In der schweigenden Welt,
die der Winter umfangen hält,
hebt sie einsam ihr weißes Haupt;
selber geht sie dahin und schwindet
eh’ der Lenz kommt und sie findet,
aber sie hat ihn doch verkündet,
als noch keiner an ihn geglaubt.

(Johannes Trojan)

Habts fein! 

 

Stilles Gedenken – Ewigkeitssonntag

Herbst

Rings ein Verstummen, ein Entfärben:
Wie sanft den Wald die Lüfte streicheln,
sein welkes Laub ihm abzuschmeicheln;
ich liebe dieses milde Sterben.

Von hinnen geht die stille Reise,
die Zeit der Liebe ist verklungen,
die Vögel haben ausgesungen,
und dürre Blätter sinken leise.

Die Vögel zogen nach dem Süden,
aus dem Verfall des Laubes tauchen
die Nester, die nicht Schutz mehr brauchen,
die Blätter fallen stets, die müden.

In dieses Waldes leisem Rauschen
ist mir als hör`ich Kunde wehen,
daß alles Sterben und Vergehen
nur heimlich still vergnügtes Tauschen.

(Nikolaus Lenau)

Der letzte stille Feiertag, der Ewigkeitssonntag. Ohne viele Worte zeig ich euch nochmal einige Bilder vom Friedhof hier in meiner Grafschaft.

Meine Gräber sind auch wieder zum Ewigkeitssonntag bissel geschmückt, ich muß aber in der nächsten Woche noch einmal hin, ich hab neue Grabschilder für meine Eltern gemacht und die sind nun erst fertig geworden.

Die Tage des Novembers sind gezählt, so hauptsächlich trüb, wie er sich präsentierte, fällt der Abschied von ihm mal wieder sehr leicht und die Vorfreude auf die Adventszeit wächst!

Mit meinem herbstlichen Lieblingsgedicht von Rilke schließe ich diesen Eintrag und wünsche euch allen einen ruhigen, besinnlichen Ewigkeitssonntag.

Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.

Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.

Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.

Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.

(Rainer Maria Rilke)

 

 

Schnäppchen-Jagd

voegel-0024-1

Zaunkönig

Es wollten einst die Vögelein
beherrscht von einem König sein
und luden alle groß und klein
zum königlichen Wettflug ein.
Und alle schwangen sich empor,
doch allen tat´s der Adler vor.
Schon huldigt ihm der Vögel Chor,
als plötzlich unter ihm hervor
der allerkleinste Vogel flog
und ihn ums Königtum betrog.

grap49

Es hatte nämlich dieser Kleine
doch zwischen seine großen Beine,
von ihm und allen unentdeckt,
bis dahin listig sich versteckt
und flog gar kecklich jetzt hervor,
tat´s sonder Müh dem Adler vor
und wollte selbst nun König sein.
Er ward´s – allein zu seiner Schande.

grap49

Denn alle Vögel, groß und klein,
verhöhnten ihn im ganzen Lande.
Wohin er flog, da flog die Schmach
dem kleinen Vogel spottend nach.

grap49

Da fühlte seine Majestät,
Wie schlecht erlogne Würde steht,
und wohnt seitdem, um vor der Spötter Necken
geschützt zu sein, in Zäunen und in Hecken.

grap49

(Joachim Heinrich Campe)

Da der Ableser meines Heizungsverbrauches geruhte, zu nachtschlafener Zeit um 8.00 Uhr (!!!!!) hier heute zu erscheinen, hat eure Nachteule die Gelegenheit beim Schopf ergriffen und einen langen Tag genossen, hihihi! Und womit, erschließt sich euch ja vielleicht schon so ein ganz kleines bissel beim obigen Gedicht! Nachdem es am Morgen wettertechnisch ziemlich grau und trüb aussah, klarte es zum Mittag herrlich auf, wurde zum Speckwetter und ich machte mich auf zum Friedhof. Denn da sich die Vögel an meiner Futterstelle zur Zeit sehr rar machen, wollte ich doch mal gucken, wie es dort um die Flattermänner bestellt ist und wollte sie natürlich, wenn irgend möglich, auch fotografieren, denn nun kommen wir zum Titel, ich mach mit bei BrigitteE’s Vogel-Challenge in diesem Jahr, Vögelchen mit der Kamera schnappen.

Also, es war einiges los in Sachen Vögelchen auf dem Friedhof, der ja eine herrliche Parkanlage ist, bloß können die natürlich fliegen, und sehen einen Zweibeiner mit schußbereiter Kamera drei Meilen gegen den Wind, und husch! sind sie weg! Aber ich bin trotzdem erfolgreich gewesen, naja, jedenfalls für den Anfang, und so liste ich jetzt hier mal meine Erfolge auf:

Nr. 1 – Rotkehlchen

amsel-co-023

Nr. 2 – Saatkrähe

amsel-co-017

amsel-co-018

Nr. 3 – Amsel-Weibchen

amsel-co-021

Nr. 4 – Möwen

amsel-co-025

amsel-co-026

Nr. 5 – Stockenten

amsel-co-031

Ich bin noch kein erfahrener Vogelschnapper, was meine Kamera angeht hab ich im Gegensatz zu meiner Handyknipse natürlich einen ganz anderen Zoom, aber den muß ich mir jetzt richtig „erarbeiten“, da sind noch Unsicherheiten, es ist aber mal ein Anfang und es macht Spaß! Ich hab den Vögeln auch immer gut zugeredet, doch mal lieb sitzen zu bleiben oder mich mal bissel näher ran zu lassen, aber da waren sie alle stur, lach! Aber wie heißt es so schön: „Ett iss noch kein Experte vonne Wolken gepurzelt“ oder noch kein Meister vom Himmel gefallen, lol!

Es war herrliches Wetter heute, und ich bin endlich mal zum See runter gegangen auf dem Friedhof, den ich euch nun auch  mal zeigen kann, leider völlig unbelebt, kein Vogel, keine Ente o.ä. in Sicht, das wird sich aber spätestens im Frühjahr gravierend ändern, der See ist gut bevölkert, mit Reihern, Enten, Bleßhühnern, Gänsen, da freu ich mich schon drauf. Die Enten auf meinen Fotos hab ich am Rhein-Herne-Kanal-Ufer geschnappt, ebenso wie die Möwen.

Friedhofs-See in stiller Ruh‘

amsel-co-008

amsel-co-005

amsel-co-006

amsel-co-010

Es lagen noch bissel Schneereste überall

amsel-co-003

amsel-co-016

amsel-co-004

Das ist die Insel im See, auf der die Vögel brüten im Frühling wieder, ganz im Hintergrund, hinter der Insel ist der See noch mal so breit wie vorne auf dem Bild.

amsel-co-014

Könnt ihr euch noch an das kleine Ahornbäumchen erinnern, mit seiner herbstlichen roten Farbenpracht, das ich im November letzten Jahres fotografiert hatte? So sieht es jetzt aus:

amsel-co-019

Auf dem Rückweg, den ich immer über die Schleuse am Rhein-Herne-Kanal nehme, begleiteten mich am Himmel ganz viele Möwen! Die besuchen gegen Abend oft meine „Burg Lirich“ zum Futter suchen, dann ziehen ganze Schwärme bei mir am Küchen- und Schlafzimmerfenster vorbei.

amsel-co-020

Nun hoffe ich noch auf regen Vogelbesuch an meiner Futterstelle auf Balkonien, damit ich mehr Vögelchen kriege, hihihi, die Meisen, die ich auf dem Friedhof natürlich auch gesehen habe, haben mich fototechnisch vom feinsten veräppelt, Knipse scharf – Vögelchen im nächsten Baum – Mensch mit Knipse hinterher – Knipse scharf – Vögelchen weg! Ich wette, die haben sich kaputt gelacht, die hatten richtig Spaß! Da lauere ich ihnen jetzt halt auf Balkonien auf. Falls sie kommen, im Moment ist hier wirklich eine Flaute, aber überall, bei den Nachbarn auch.

grap25               grap54                grap23

animaatjes-vogels-95099

Habt alle einen schönen Abend noch (wann kann ich das sonst beim klöppeln noch schreiben, hihihi, was so ein Heizungsableser alles bewirken kann!), und kommt gut in einen schönen Dienstag!

Habts fein! vogelhaus_u_23

Stiller Sonntag

11

engel14

Toten-Sonntag

Ihr, die ihr schlaft schon manches Jahr,
ihr, die ihr seit kurzem begraben –
Wacht auf! und macht euch der Gäste bereit:
Ihr sollt euern Sonntag heut` haben!

11

Was wir verloren mit euerm Tod,
das werden wir nie verschmerzen.
Und dennoch – : heut hält ein heimlicher Strom
verknüpft die sehnenden Herzen!

11

Auf Brücken der Liebe eilen wir hin
zu eurer schweigsamen Stätte;
da ist`s uns, als hielten wir eure Hand
und säßen still – traulich am Bette.

11

Da pflegen wir heimliches Zwiegespräch
tiefinnig – wie kaum zu sagen
und blicken uns klar ins Aug` hinein
und nicken und lächeln und fragen –

engel14

Wie dieses und wie jenes kam,
wir wollen es euch erzählen;
was uns`re Seele umschlossen hält,
darf eur`er Seele nicht fehlen –

11

Und kehren wir dann vom Friedhof heim
in dämm`rigen Abendstunden,
dann soll uns allen ums Herze sein,
als hätten wir jene gefunden,

11

die wir für immer verloren geglaubt,
die wir so lange entbehrten,
die, ob sie auch der Tod geraubt,
auf ein Stündelein … wiederkehrten.

(Otto Promber)

11

Der letzte stille Feiertag im November, bevor das adventliche Licht der Hoffnung und Vorfreude wieder leuchtet, der Ewigkeitssonntag.

Stilles Gedenken an alle, Mensch und Tier, die uns vorausgegangen sind.

Von denen wir glauben, daß wir sie eines Tages wiedersehen werden, wo und wie immer jeder sich das vorstellt.

  Die wir geliebt haben und auch über den Tod hinaus lieben.

Von denen wir hoffen, daß es ihnen da, wo sie jetzt sind, gut geht!

Glaube, Liebe, Hoffnung! cid4deb332b1aa84ce0b6c6pr2

Unsere Erinnerungen lassen sie lebendig bleiben und „im sicheren Land der Vergangenheit“ können wir sie jederzeit besuchen.

Ohne große Worte Bilder von meinem letzten Friedhofsbesuch.

friedhof-im-oktober-002

friedhof-im-oktober-001

friedhof-im-oktober-017

friedhof-im-oktober-019

friedhof-im-oktober-021

friedhof-im-oktober-022

friedhof-im-oktober-035

friedhof-im-oktober-036

friedhof-im-oktober-040

friedhof-im-oktober-039

Zwei Zitate von Theodor Storm, passend zum Eingangsgedicht, machen nun hier den Schluß.

„……und ich kann hier im Mondschein meine lieben Schatten zu mir laden; wir brauchen keine Lichter!“ Der Nachtschein fiel durch die kleinen Scheiben; und mitten im Gemache saß die alte Dame und sah mit geisterhaften Augen in die Dämmerung: nur mitunter eine leise Handbewegung, als sei es ein Willkommen.

(aus: Ein Fest auf Haderslevhuus, Theodor Storm)

engel-003

„Auch von den Toten bleibt auf Erden noch ein Schein zurück, und die Nachgelassenen sollen nicht vergessen, daß sie in seinem Lichte stehen, damit sie sich Hände und Antlitz rein erhalten“

(Theodor Storm)

friedhof-im-oktober-025

11

Gedanken zu Allerseelen

11

engel-004

11

Allerseelen

Ernsthaft und still stieg heut der Tag herab.
Die Menschheit träumt und in umflorten Schalen
fängt sie der Sonne herbstlich blasse Strahlen
und schüttet all‘ auf ein geliebtes Grab.

11

Im Daseinskampf wird kein Erinnern wach,
denn wer den Helm trägt greift nicht zum Breviere,
doch Allerseelen pocht an jede Türe,
und heut sinnt jeder seinen Toten nach.

11

Auch ich und du. – Doch ob wir betend knien,
ob wir verträumt nur stille Stirnen senken,
aus bangem Gram und trauerndem Gedenken
muß uns ein Trost als goldne Frucht erblühn.

11

Ein Trost, der lieblich uns entgegen lacht
und uns erzählt an schwarzem Sarkophage,
das auch der Tod nur eine lange Nacht,
die schwanger geht mit einem neuen Tage.

11

(Georg Busse-Palma)

11

Der zweite Tag des Novembers, Allerseelen. Nach Allerheiligen am 1. November ein weiterer Gedenktag für die Verstorbenen. Auch an diesem Tag werden die Friedhöfe besucht, die Gräber geschmückt und ein Licht für die Toten entzündet.

Ich habe die Gräber meiner Eltern schon am letzten Mittwoch auf die Gedenktage vorbereitet, und nach getaner Arbeit bin ich noch ein wenig über den Friedhof gelaufen, es war so eine wunderbar ruhige, stille Stimmung dort, das Licht war so verhangen

friedhof-im-oktober-023

ab und zu brach die Sonne durch

friedhof-im-oktober-025

wie ein Versprechen, daß jedes Ende immer einen neuen Anfang birgt!

Und jedes Vergehen

friedhof-im-oktober-030

schon den Keim des Neuen, Lebendigen trägt.

friedhof-im-oktober-048

Fallende Blätter

friedhof-im-oktober-016

lösen beim betrachten ein Gefühl von Wehmut und Abschied aus, ich ging ein wenig traurig weiter, und plötzlich leuchtete es mir entgegen

friedhof-im-oktober-017

ein Ahornbäumchen auf einem Grab, im leuchtend roten Schmuck der Herbsttage, wie brennend!

friedhof-im-oktober-015

Ich konnte mich gar nicht losreißen von diesem herrlichen Bäumchen

friedhof-im-oktober-012

jedes einzelne rote Blatt leuchtete wie eine Verheißung!

friedhof-im-oktober-013

Ich mag den November nicht, das war schon immer so, aber ich mag Friedhöfe, und mein Besuch am letzten Mittwoch, die Bilder, die ich dort machen konnte, das alles hat so eine positive Stimmung ausgelöst, daß ich es in diesem Jahr mal wagen werde: Ich werde ihm entspannt entgegensehen!

Tröstliche Lichter auf Gräbern

engel-003

herrlich bunte Bäume

friedhof-im-oktober-018

und farbenfrohe Naturdeko für kommende, adventliche Tage

friedhof-im-oktober-034

werden mir dabei helfen, und euch vielleicht und hoffentlich auch!

Und die gute Nachricht gleich am ersten Novembertag, daß nun wohl zukünftig meine geliebten Lieder von Reinhard Mey auf Youtube nicht mehr mit dem „Bedauersmilie“ belegt sein werden, hat mich zum Thema natürlich gleich suchen lassen, ich bin fündig geworden, und auch das ist so ein wunderbar positives Lied für Allerseelen, den November und die kommenden Gedenktage!

Text:

http://www.reinhard-mey.de/start/texte/alben/friedhof

Heute werde ich auf den Gräbern meiner Eltern ein Licht entzünden, als Zeichen, daß die Dunkelheit immer wieder endet, als lieben Gruß in die Ewigkeit!

friedhof-im-oktober-046

Ich wünsche euch allen einen gesegneten Allerseelen-Tag!

11

 

 

 

Der letzte stille Feiertag

Foto2071 Foto2071 Foto2071

Graue Tage

Es ist mitunter,
als wären alle Fäden abgeschnitten…
als wäre alles um dich her
weitab und leer,
ein toter Raum,

und du dir selbst ein fremder Traum…

…als käme nie die Sonne wieder,
als klänge nie ein Lied mehr durch,
als höre alles langsam auf…

und plötzlich flimmert’s durch die Wolken
und plötzlich trifft ein Klang ans Ohr
und leise fliegt auf goldenem Flügel
ein Schmetterling am Weg empor!

(Cäsar Flaischlen )   2animaatjes-natuur-68267

animaatjes-natuur-95630 animaatjes-natuur-95630 animaatjes-natuur-95630

 

Der letzte stille Feiertag im November, der Ewigkeitssonntag, beendet eine Woche, die geprägt war von Trauer, Angst und Fassungslosigkeit.

Trauer um die Toten, von Paris und überall auf dieser Welt, wo solche feigen Terroranschläge Fassungslosigkeit über soviel Unmenschlichkeit auslösen. Und Angst! Angst vor weiteren Anschlägen und einer neuerlichen Spirale der Gewalttätigkeit.

Aber Angst ist ein schlechter Berater! Sie lähmt, sie macht handlungsunfähig, und sie macht kurzsichtig.

Laßt uns daher gemeinsam dafür Sorge tragen, daß solche feigen Anschläge ihr Ziel nicht erreichen, verweigern wir uns der Verallgemeinerungen und der Vorurteile, laßt uns ein Licht anzünden in diesen dunklen Tagen, gebt es weiter und laßt es dadurch wieder hell werden für das Leben! Leben und lieben sind die natürlichen Feinde der Haßprediger und Fanatiker!

Unsere Trauer wird bleiben, sie gehört zu uns, und unsere Toten werden nicht vergessen. Dafür ist dieser Ewigkeitssonntag ein besonderer Anlaß zum Gedenken an sie.

Bevor in der nächsten Woche langsam das Licht der Adventstage wieder Einzug in unsere Herzen und in unsere Welt halten wird, wollen wir noch einmal achtungsvoll innehalten.

Um dann mit Hoffnung und ohne Angst wieder nach vorne zu schauen! Wir sind es unseren Toten schuldig, nicht in Angst und Tatenlosigkeit zu verharren! Leben! Lieben!

Einträge zum Ewigkeitssonntag haben wir in diesem Blog bereits ein drittes Mal, in Anbetracht der letzten furchtbaren Ereignisse hab ich als Thema dieses Mal den Friedhof gewählt, ein Ort, der bei aller Trauer doch auch immer etwas tröstliches und auch lebendiges enthält, auf dem sich das Leben der Natur im Wechsel der Jahreszeiten immer wieder so wunderbar erneuert. Wo man einen Ort zum trauern, zum erinnern, aber auch zum frohen Erinnern besitzt.

Ein Friedhof (Begräbnisplatz, veraltet Gottesacker, Kirchhof oder Leichenhof) ist ein Ort, an dem Verstorbene, in den meisten Fällen begleitet von einem religiösen oder weltlichen Ritus, bestattet werden. Anlagen aus vorchristlicher Zeit werden in der Archäologie als Gräberfelder oder Nekropolen bezeichnet.

Friedhof leitet sich ursprünglich vom althochdeutschen „frithof“ ab, der Bezeichnung für den einge„fried“eten Bereich um eine Kirche. Der Bedeutungswandel zu einem „Hof des Friedens“ vollzog sich mit dem Verblassen der etymologischen Wurzel.

Friedhöfe erfüllen wichtige und in vielen Kulturen bestehende individuelle und kollektive Funktionen. Vor allem sind sie dazu bestimmt, den Angehörigen Verstorbener ein ungestörtes Totengedenken in einem Raum zu ermöglichen, der deutlich von dem der Lebenden abgetrennt ist. Somit spielen sie eine wichtige Rolle in der religiösen Praxis und erfüllen öffentliche Interessen.

(Quelle: Wikipedia)

https://de.wikipedia.org/wiki/Friedhof

Ich liebe alte Friedhöfe und alte Gräberfelder, das war schon als Kind so, wahrscheinlich, weil ich als Kind immer schon mit meinen Verwandten zur Gräberpflege mitgegangen bin. Da entwickelt sich dann meist frühzeitig ein völlig „normales“ Verhältnis für solche Stätten.

Deshalb hab ich als Bilder für diesen Eintrag auch wieder alte Gemälde mit diesem Thema rausgesucht, ich hoffe, sie gefallen euch so wie mir.

Carl_Gustav_Carus_-_Friedhof_auf_dem_Oybin

(Friedhof auf dem Oybin, Carl Gustav Carus, 1828)

800px-Caspar_David_Friedrich_066

(Kügelgens Grab, Caspar David Friedrich, 1822)

800px-Caspar_David_Friedrich_052

(Friedhof im Schnee, Caspar David Friedrich, 1826)

Fritz_von_Wille_0143

(Kapelle im Mondschein, Fritz von Wille, 1912)

Auf den alten Gemälden sieht man, daß zu allen Zeiten Gräber geschmückt und gestaltet wurden, ich finde, das ist für die Nachgebliebenen immer noch so ein schönes Ritual, daß uns mit unseren Verstorbenen verbindet.

Es gibt auch unzählige Rituale um Tod und Beerdigung, alle wahrscheinlich mit dem Ziel, die Trauer durch aktives Tun verarbeiten zu können.

Vom Ursprung her ist ja weiß die Farbe des Todes, bei vielen Völkern ist das wohl auch heute noch so, bei uns ist es eigentlich nur noch den weißen Blumen für Grabgestecke vorbehalten.

In einem Sterbehaus werden Fenster geöffnet, damit die Seele zum Himmel ziehen kann.

Kerzen werden neben den Sterbenden angezündet, und brennen auch bei dem Toten weiter, das Licht ruft den Segen herbei und trägt die Gebete der Familie in den Himmel.

Wasser besitzt eine ähnliche läuternde und belebende Kraft und weist Dämonen ab. Deshalb wird der Sterbende mit Weihwasser besprengt, weil es wie das Taufwasser die Sünden abwäscht, und aus dem gleichen Grund wird die Leiche gewaschen.

Auge und Mund werden den Toten auch heute noch geschlossen, obgleich der ursprüngliche Grund für diese Geste in Vergessenheit geraten ist: Man glaubte, daß der Blick des Toten den nach sich ziehen könnte, den er traf.

Die Uhr wird angehalten, weil die Uhr das Zeichen der Zeit ist, aus der der Tote in die zeitlose Ewigkeit gerufen worden ist. Die angehaltene Uhr zeigt, daß die Lebenszeit abgelaufen ist und verhindert, daß die arme Seele ruhelos weiter umherirren muß.

Der Spiegel wird verhängt, damit sich die Seele leichter aus dem irdischen Leben lösen kann. Der Spiegel wurde als ein Werkzeug des Teufels betrachtet, er hängt mit der irdischen Eitelkeit zusammen und man nimmt dem Bösen die Macht, wenn man sein Werkzeug verhängt.

(Quelle: Sybil Gräfin Schönfeldt, Das große Ravensburger Buch der Feste und Bräuche)

Noch einmal der Nebel des Novembers

Schischkin, Nebel im Wald

(Nebel im Wald, Iwan Iwanowitsch Schischkin)

und dann gehen wir dem Licht des ersten Advent entgegen!

weihnachtskraenze_www-clipart-kiste-de_025

7

Ein Engel möge uns alle begleiten und unsere Gebete und Bitten zum Himmel vermitteln.

engel14

Habt alle einen guten Sonntag!