Türchen 21

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Das andere Weihnachtslied

Jetzt geht ein Wandrer wohl im weißen Schnee –
singt ihr und übersingt die ganze Welt,
ihr Kinder singt und übersingt das Weh
der ganzen Welt.

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Es bleibt so vieles heut noch unerfüllt,
es ist wohl Weisheit not,
daß sie den Becher aller Armut füllt,
daß sie die Nacktheit der Enttäuschung hüllt –
Weisheit ist not.

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Der Suchenden und Sorgenden sind viel
auch diese süße Nacht.
So singt das süße Lied vom letzten Ziel,
so singt vom Stern, der aus dem Himmel fiel, –
singt von der Tür, die aufgemacht,
die aller Heimkehr, Armut, Inbrunst offen steht,
das weise Lied, ihr Frohen singt:
Dem Wandernden, der einsam geht
im weißen Schnee; dem Weinen, das verweht
aus vielen Munden. Über die Welt hin singt,
bis alle Welt weiß, dass ein Hauch hergeht,
der hinter Sternen fernher Gott vom Munde dringt.

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(Karl Röttger)

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Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde.  Und siehe, des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr.  Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird;  denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.  Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.  Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen:

Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen, die guten Willens sind. 

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Das Türchen 21 war in jedem Jahr des Adventskalenders hier das besinnliche Türchen.

Und in diesem Jahr wird es beherrscht von den furchtbaren Ereignissen auf dem Berliner Weihnachtsmarkt. Die uns jäh aus der Weihnachtsfreude gerissen haben und uns tief verstört und trauernd zurücklassen. Was bleibt? Die frohe Botschaft der Engel an die Hirten angesichts dieser Grausamkeiten?

Ja! Sie brachten den Hirten stellvertretend für alle Menschen auf Erden die Botschaft der Liebe zur Überwindung des Hasses, die Botschaft der Freude zur Überwindung der Trauer. Die Botschaft des Friedens, der das Böse überwindet. Und die Botschaft, daß diese Worte allen Menschen gelten, ohne Ausnahme!

Frieden? In diesen Tagen? Und bereits hier auf der Erde, unter den Menschen?

Es fällt schwer, daran zu glauben! Dieses Bild hab ich euch 2014 im Adventskalender gezeigt, es ist das Friedenslicht aus Bethlehem, das jedes Jahr zur Weihnachtszeit von den Pfadfindern in alle Kirchen gebracht und vor dort in einem Gottesdienst an die Menschen weitergegeben wird. Und von diesen brennend nach Hause getragen wird.

Und so erlaube ich mir in dem diesjährigen Türchen 21 aus aktuellem Anlaß eine Wiederholung, ich setze euch noch einmal den Text ein, den ich damals zum Friedenslicht geschrieben habe:

„Kann ein kleines, unscheinbares Licht Frieden in die Welt bringen?
Ja, es kann! Wenn es weitergegeben wird von Hand zu Hand, und damit andere Kerzen entzündet werden, strahlt sein Licht immer heller!
Licht, das man teilt, wird mehr!
Es bewirkt, daß sich die Menschen näher kommen müssen, um ihr Licht am anderen zu entzünden, es macht nicht nur das äußere Dunkel, es macht die Herzen hell! Es strahlt Wärme aus, die die Menschen erreicht, es leuchtet aus den Augen der Menschen, die es still betrachten!
Es führt die Menschen zueinander, aus dem Dunkel in das Licht!
Es ist ein ganz winziger, kleiner, erster Schritt auf dem Weg zum Frieden!
Weil es mit seiner Wärme und mit seinem Glanz Kälte taut und „strahlen“ läßt! Wo Menschen Kerzen in die Hand nehmen, haben sie keine Hand mehr frei für eine Waffe! Das Licht muß geschützt werden, damit sind beide Hände beschäftigt, mit dem Halten und dem Schützen!“

Soweit der damalige Text.

Das Motto der diesjährigen Friedenslicht-Aktion lautet:

„Frieden: Gefällt mir – ein Netz verbindet alle Menschen guten Willens“.

Frieden beginnt in den Herzen der Menschen, nirgendwo anders. Und es ist nur wichtig, daß wir ihn haben und versuchen, ihn weiterzugeben, wir werden nicht die ganze Welt retten können, aber in unsere kleinen Welten neben uns und in unseren „Kreisen und Netzen“ können wir sie ein wenig heller machen, wenn wir guten Willens sind.

Seien wir Licht und bringen wir Frieden in unsere Familien, unseren Freundes- und Bekanntenkreis. Damit ist schon viel getan.

Denn:

 „Wir können es vielleicht nicht verhindern, dass diese Schöpfung eine Welt ist, in der Kinder gemartert werden. aber wir können die Zahl der gemarterten Kinder verringern. Und wenn Sie uns dabei nicht helfen, wer sollte uns dann helfen?“ (Albert Camus)

Das war und ist der Leitsatz meiner damaligen Arbeitsstelle, die sich um Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten kümmert.

Alles beginnt im Kleinen!

Angesichts der Ereignisse mag es befremden, aber ich möchte trotzdem gerade mit diesem Weihnachtslied den Eintrag zum heutigen Türchen beenden:

Ich wünsche euch allen einen guten Mittwoch, bleibt behütet!

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Türchen 21

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MiBuRo A d v e n t s k a l e n d e r

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Weihnachtabend

Die fremde Stadt durchschritt ich sorgenvoll,
der Kinder denkend, die ich ließ zu Haus.
Weihnachten war’s; durch alle Gassen scholl
der Kinderjubel und des Markts Gebraus.

Und wie der Menschenstrom mich fortgespült,
drang mir ein heiser Stimmlein in das Ohr:
„Kauft, lieber Herr!“ Ein magres Händchen hielt
feilbietend mir ein ärmlich Spielzeug vor.

Ich schrak empor, und beim Laternenschein
sah ich ein bleiches Kinderangesicht;
wes Alters und Geschlechts es mochte sein,
erkannt ich im Vorübertreiben nicht.

Nur von dem Treppenstein, darauf es saß,
noch immer hört ich, mühsam, wie es schien:
„Kauft, lieber Herr!“ den Ruf ohn Unterlaß;
doch hat wohl keiner ihm Gehör verliehn.

Und ich? – War’s Ungeschick, war es die Scham,
am Weg zu handeln mit dem Bettelkind?
Eh meine Hand zu meiner Börse kam,
verscholl das Stimmlein hinter mir im Wind.

Doch als ich endlich war mit mir allein,
erfaßte mich die Angst im Herzen so,
als säß mein eigen Kind auf jenem Stein
und schrie nach Brot, indessen ich entfloh.

(Theodor Storm)

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(Kinder als Baumverkäufer auf dem Weihnachtsmarkt, 1904, Heinrich Zille)

Das dritte Jahr führe ich nun diesen Adventskalender hier, und traditionsgemäß ist Türchen 21 ein besinnlicher Eintrag!

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Gestern kam das Friedenslicht aus Betlehem in unserer Kirche an und wurde in einem Gottesdienst an die Gemeinde weitergegeben, ich hab es mir mit meinem obigen kleinen Laternchen geholt und angezündet nach Hause getragen.

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Das Motto des diesjährigen Friedenslichtes heißt

„Friede sei mit dir – shalom – salam“

Kann ein kleines, unscheinbares Licht Frieden in die Welt bringen?
Ja, es kann! Wenn es weitergegeben wird von Hand zu Hand, und damit andere Kerzen entzündet werden, strahlt sein Licht immer heller!
Licht, das man teilt, wird mehr!
Es bewirkt, daß sich die Menschen näher kommen müssen, um ihr Licht am anderen zu entzünden, es macht nicht nur das äußere Dunkel, es macht die Herzen hell! Es strahlt Wärme aus, die die Menschen erreicht, es leuchtet aus den Augen der Menschen, die es still betrachten!
Es führt die Menschen zueinander, aus dem Dunkel in das Licht!
Es ist ein ganz winziger, kleiner, erster Schritt auf dem Weg zum Frieden!
Weil es mit seiner Wärme und mit seinem Glanz Kälte taut und „strahlen“ läßt!
Unzählige Lichterketten, die in vergangenen Zeiten gebildet worden sind, beweisen das, die Lichter der „Montagsdemonstrationen“ in der ehemaligen DDR haben einen friedlichen, gewaltfreien Umbruch und Neuanfang ermöglicht!
Wo Menschen Kerzen in die Hand nehmen, haben sie keine Hand mehr frei für eine Waffe! Das Licht muß geschützt werden, damit sind beide Hände beschäftigt, mit dem Halten und dem Schützen!

Bei den gestrigen so vergnügten und fröhlichen Bildern der Weihnachtsmärkte aus vergangenen Zeiten ist mir etwas aufgefallen:
Es gab auch andere! Bilder, wie das ganz oben unter dem Gedicht eingestellte Bild von Zille! Bilder von den ausgegrenzten von dieser Fröhlichkeit, den Armen, denen, die nicht teilhaben konnten. Die sich, wie im Gedicht von Storm, ihren kärglichen Lebensunterhalt eben auch auf diesen Weihnachtsmärkten verdienten, mit dem Verkauf von ärmlichem Spielzeug oder anderen Dingen!
Die sich ein Vergnügen nicht leisten konnten!

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(Was erwarten wir? Ernst Fröhlich, 1877)

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(Heinrich Zille)

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(Berlin N.O. „Nee, Freilein, forn Sechser kannste bei mir nich loofen, der Schport kost´immer noch´n Jroschen!“ „Na, ick habe doch man aber bloß een Schlittschuh“, Heinrich Zille)

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(Heinrich Zille)

Laßt uns nicht müde werden, Licht in die Welt zu bringen, in den Schatten; Mißstände, Ungerechtigkeiten und Benachteiligungen „auszuleuchten“ und aufzuzeigen! Denn nur eine gerechte Welt kann auch eine friedliche Welt werden!

Wir haben im Gottesdienst ein sehr schönes Lied gesungen, mit diesem Lied möchte ich den Eintrag hier nun schließen!
Die Melodie hab ich nur auf der Orgel instrumental gefunden, den Text darf ich aus urheberrechtlichen Gründen hier nicht veröffentlichen, das ist sehr schade, er wäre so passend gewesen!
Er steht im „Halleluja-Heft“, falls einer von euch dazu Zugang hat, kann er ihn nachlesen!

Ich wünsche euch Frieden und Licht und einen schönen 4. Adventssonntag!

:wave: