Grafschafter Wochenanzeiger – contra vim mortis!

Die Grippe und die Menschen

Als Würger zieht im Land herum
mit Trommel und mit Hippe,
mit schauerlichen Bum, bum, bum,
tief schwarz verhüllt die Grippe.

Sie kehrt in jedes Hause ein
und schneidet volle Garben –
viel rosenrote Jungfräulein
und kecke Burschen starben.

Es schrie das Volk in seiner Not
laut auf zu den Behörden:
„Was wartet ihr? Schützt uns vorm Tod-
was soll aus uns noch werden?

Ihr habt die Macht und auch die Pflicht –
nun zeiget eure Grütze –
wir raten euch: Jetzt drückt euch nicht,
zu was seid ihr sonst nütze!

Es ist ein Skandal, wie man es treibt,
wo bleiben die Verbote-
man singt und tanzt, juheit und kneipt,
gibt’s nicht genug schon Tote?“

Die Landesväter rieten her
und hin in ihrem Hirne,
wie dieser Not zu wehren wär‘,
mit sorgenvoller Stirne;

und sieh‘, die Mühe ward belohnt,
ihr Denken ward gesegnet:
Bald hat es, schwer und ungewohnt,
Verbote nur so geregnet.

Die Grippe duckt sich tief und scheu
und wollte sacht verschwinden –
da johlte schon das Volk aufs Neu‘
aus hunderttausend Münden:

„Regierung, he! Bist du verrückt –
was soll dies alles heißen?
Was soll der Krimskrams, der uns drückt,
ihr Weisesten der Weisen?

Sind wir denn bloß zum Steuern da,
was nehmt ihr jede Freude?
Und just zu Fasnachtszeiten – ha!“
So grölt und tobt die Meute.

„Die Kirche mögt verbieten ihr,
das Singen und das Beten –
betreffs des andern lassen wir
jedoch nicht nah uns treten!

Das war es nicht, was wir gewollt,
gebt frei das Tanzen, Saufen,
sonst kommt das Volk – hört, wie es grollt,
stadtwärts in hellen Haufen!“

Die Grippe, die am letzten Loch
schon pfiff, sie blinzelt leise
und spricht: „Na endlich – also doch!“
Und lacht auf häm’sche Weise,

„Ja, ja – sie bleibt doch immer gleich
die alte Menschensippe!“
Sie reckt empor sich hoch und bleich
und schärft aufs neu die Hippe.

(Verfasser unbekannt, Wochenzeitschrift „Nebelspalter“, Heft 10 des Jahres 1920, 6. März 1920)

Hallo, ihr lieben Leser alle vom Grafschafter Wochenanzeiger, gestutzt über das Gedicht? Tja, die Zeiten und die Menschen ändern sich wohl nie, bevor man zum Schluß des Gedichtes kommt und die Jahreszahl sieht, glaubt man doch wahrlich, die Zeilen wären ganz frisch und neu, aber mitnichten, sie stammen aus der Zeit der Spanischen Grippe. 

Angesichts all der derzeit wieder heftig Blüten treibenden Covidioten-Szene ist das derzeitige Lieblingslied von Reinhard Mey in unseren Redaktionsräumen dieses hier:

https://lyrics.lol/artist/102053-reinhard-mey/lyrics/1269119-es-schneit-in-meinen-gedanken

denn mittlerweile nimmt das ganze querbeet verteilt durch alle Bevölkerungsschichten sich wohl vor allem eines zum Ziel: Die Spaltung unserer Gesellschaft! Jeder gegen jeden ist in dieser Zeit fatal, aber all die Mahner und Schlichter, die Vernünftigen und Besonnenen gehen, so könnte man meinen, gerade unter in „der großen Keilerei…“, auch eine Textzeile von Reinhard Mey aus seinem Lied „Mein guter alter Balthasar“. Und als wäre das alles noch nicht genug, mischen nun auch noch Kunstschaffende mit, unter dem Deckmäntelchen von Satire und gut eingerichtet in der eigenen Wohlfühlblase haut man mal eben ein „Künstler-üben-Kritik-Geschwafel“ raus, das nichts mehr mit Ironie, nicht einmal mehr mit Sarkasmus gemein hat, sondern nur noch blanker Zynismus ist. Da wird sogar Rainer Maria Rilke instrumentalisiert mit den wohl berührendsten Worten, die je über das Thema „Tod“ geschrieben wurden, mit seinen Zeilen „Der Tod ist groß…..“, um dem eigenen Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom zu entkommen. Das ganze dann auch noch dramaturgisch wie inhaltlich grottenschlecht! Falls die Denke bei den o.g. immer noch zu langsam läuft: Dies ist ein Verriß, werte Kunstschaffende samt Regisseur und Vermarkter! Da nützt es dann auch nicht mehr viel, zurück zu rudern, oder mit halbherzigen „Argumenten“ zu versuchen, zu retten was zu retten ist. Da wäre klare Kante angesagt, stattdessen blafft der Regisseur „vons janze“ jetzt alle Verständnislosen für dieses Machwerk an, „Kritik muß wehtun“ (fragt sich in dem Zusammenhang natürlich: Wem?)! Nein, werter Herr, das muß sie nicht, Kritik muß konstruktiv sein, sie muß Lösungsansätze bringen, sonst führt sie zu nichts und ist, mit Verlaub, einfach nur Scheiße und so überflüssig wie ein Kropf! 

Da haben wir in unserer freitäglichen Redaktionssitzung anhand der oben geschilderten Entwicklungen überlegt, welches Scherflein denn wir mit unserem Grafschafter Wochenanzeiger dazu beitragen können, die Eiszeit in den Gedanken wie im Lied von Reinhard Mey zum tauen zu bringen, und da ist uns mal wieder eine alte Tradition zu Hilfe gekommen. In den vergangenen Tagen war das Wetter zwar noch kühl, aber schon sehr frühlingshaft sonnig, es zeichnete sich ganz langsam der Beginn der zukünftigen neuen „Storm-Zeit“ der Frau Chefredakteurin auf Balkonien ab, so hatte sie mal probehalber wieder ihren Storm beim Wickel und ist als erstes bei der Novelle „Der Herr Etatsrat“ hängengeblieben, und genau aus dieser Novelle ergab sich dann der Titel unseres Eintrages zur heutigen Sonntagsausgabe unseres Grafschafter Wochenanzeiger und die Ideen für gedankliches Tauwetter. 

Zitieren wir also mal aus der o.g. Novelle:

„Eine leuchtende Junisonne stand am Himmel und beschien den Sarg und den einzigen, aus Immergrün und Myrten gewundenen Kranz, den Tante Allmachts Stina heimlich am Abend vorher daraufgelegt hatte. Als der Zug unterhalb des Altans angelangt war, scheuchte der Herr Etatsrat den blauen Tabaksqualm zur Seite, indem er herablassend gegen das Gefolge grüßte. „Contra vim mortis, meine Freunde! Contra vim mortis!“ rief er und schüttelte mit kondolierender Gebärde seine runde Hand; „aber recht schönes Wetter hat sie sich noch zu ihrem letzten Gange ausgesucht!“

Contra vim mortis – gegen die Macht des Todes

In unserem Eintrag ist aber nun nicht der biologische Tod gemeint, denn der lateinische Satz „contra vim mortis“ geht eigentlich noch weiter, gänzlich heißt er „contra vim mortis non est medicamen in hortis – gegen die Macht des Todes gibt es keine Medizin im Garten“, was ja letztlich stimmt. 

Wir rufen hier auf zu contra vim mortis – gegen die Macht des Todes von:

  • Liebe
  • Empathie
  • Rücksicht
  • Verantwortung 
  • Zusammenhalt
  • Zärtlichkeit
  • Werte
  • Menschlichkeit

Das alles darf nicht sterben! Wenn wir leben wollen, überleben wollen, dann brauchen wir das alles! Dann werden wir es schaffen, aber das heißt „WIR schaffen das“, ICH schafft das nicht! 

Und so kommen wir hier nun zum Bilderteil unseres Eintrags, denn wer was schaffen will, muß fröhlich sein, und gemäß unserem „himmlischen Auftrag“ von unserer Mimi in heaven sind wir hier Versöhner statt Spalter und Mahner statt Brechstange, das hat sich der Grafschafter Wochenanzeiger von Anbeginn auf seine Fahnen geschrieben. Was würde sich da mal wieder besser anbieten als unser aller geliebtes Balkonien, das langsam in den Frühling startet. 

Alles, was grünt, fast blüht und drinnen überwintert hat, drängt nun wieder hinaus in die Sonne, links unser Orangenbäumchen, Mitte der prächtig überwinterte Salbei und rechts der Thymian. 

Der Salbei setzt bereits Blüten an, wir haben uns so gefreut, das war eine kleine Würzpflanze aus dem Discounter, sie hat sich so toll entwickelt und den Winter prima überstanden. 

Sieht doch prima aus, oder? 

Der Thymian ist ebenfalls wieder ausgeschlagen nach dem langen Winter, auch er hat den Frost überlebt. Alle Pflänzchen waren ja auch gut eingepackt in der kalten Jahreszeit. 

Das selbstgezogene Orangenbäumchen hat den Winter im kühlen Schlafzimmer verbracht und freut sich sehr über den nun wieder wärmenden Sonnenschein. Und das steigende Licht! 

Zu unserer größten Freude ist auch die kleine Johannisbeere wieder ausgeschlagen und wächst Licht und Sonne entgegen, 

wir sind sehr gespannt, ob sie heuer Früchte tragen wird. 

Ganz zaghaft

schlägt auch der Oregano wieder aus, wir werden weiter berichten, wie er sich entwickelt. 

Auch unsere langjährige Glockenblume bekommt schon ganz zarte Knospen, wie wir uns da schon wieder aufs blühen freuen, dann wird uns ganz sicher auch wieder unsere alljährliche Hummel besuchen, um sich am süßen Nektar zu berauschen. 

Die kleine Birke steht wieder in voller Pracht und Blätterschmuck

einmal eine Gesamtansicht von Balkonien! 

Unser Birkenpferd

bekommt allmählich wieder grüne Konturen, die Birken schlagen aus. 

Samt blauem Himmel mit zarten Schleierwölkchen. 

Drinnen freut sich schon jemand auf die Outdoor-Saison

unser Erdbeerelfchen steht ganz erwartungsvoll in den Startlöchern bereit und freut sich vor!

Essen hält Leib und Seele zusammen, sagt man, da hätten wir nun auch noch was ganz feines für euch, denn die Frau Chefredakteurin hat nun endlich mal das erste Gericht mit den neuen Gewürzen aus dem damaligen Adventskalender gekocht, das Gewürz war das aus dem Türchen 8 des letztjährigen Adventskalenders, Ras el-Hanout, die leckere, orientalische Gewürzmischung

https://de.wikipedia.org/wiki/Ras_el-Hanout

und dieses leckere Gericht ist nachgekocht worden:

Hackfleischpfanne mit Ras el Hanout

  • 1 Zwiebel gewürfelt
  • 2 Zehen Knoblauch gepresst oder fein gewürfelt
  • 360 g Rinderhackfleisch
  • 1 rote Paprika gewürfelt
  • 200 g Spinat frisch
  • 300 g Brokkoli frisch
  • 1-2 EL Ras el Hanout
  • Salz, Pfeffer
  • 1 TL Olivenöl

Öl in die Pfanne geben, erhitzen, Zwiebel und Knoblauch darin glasig anschwitzen. Hackfleisch dazu geben und durchbraten. 1 EL Ras el Hanout dazu geben und durchmischen. Brokkoli hinzu und 3 – 4 Minuten mitbraten. Paprika dazu und weitere 4 – 5 Minuten braten. Spinat in die Pfanne geben und weiter braten, bis das Gemüse gar ist. Mit Salz, Pfeffer und dem restlichen Ras el Hanout abschmecken, mit Joghurt und einer Beilage nach Wahl servieren. 

Und so sah das Ergebnis aus:

Lecker, oder? Es duftete verführerisch! Dazu gab es eine Jogurt-Minze-Soße mit Gurke

mit Kurkuma gewürzt

und ein Kümmel-Fladenbrot

Auch das hat so gut geduftet, ich hab meine Bärencrew gar nicht mehr aus der Küche bekommen, hihihihi! 

Fertiges Menü mit lecker Rotwein!

Und wo wir schon einmal bei kulinarischen Köstlichkeiten sind: Ich hatte noch einen fertigen salzigen Mürbeteig im Kühlschrank liegen, da hab ich dann grünes Pesto auf die Teigplatte gestrichen, das ganze mit gehobeltem Parmesankäse bestreut, aufgewickelt und gebacken, tadaaaa:

Sieht das nicht lecker aus? Das war es auch, kann man verschiedene Dips beimachen, dann hat man einen feinen abendlichen Fernsehsnack! Wie ihr euch sicherlich vorstellen könnt, war mein Redaktionsteam begeistert, sie stehen ja nicht nur und ausschließlich auf süß! Aber auch da kamen sie noch auf ihre Kosten, im Tiefkühlfach schlummerte nämlich noch Tiramisu-Eis! 🐻🐻🐻🐻🐻🍨🍦🍨🍦🍨

So, bevor wir nun den Eintrag für unsere heutige Sonntagsausgabe schließen, erlauben auch wir uns mal eine kleine, augenzwinkernde Kritik an der derzeitigen Corona-Politik, betreffs der Zögerlichkeiten der Anordnung von Maßnahmen 😉😊

https://www.otto-reutter.de/index.php/couplets/texte/222-der-gewissenhafte-maurer.html

und schließen den Eintrag mit nochmals einem Lied von Reinhard Mey, bei dem wir so inständigst hoffen, daß sich der Titel bewahrheiten möge:

https://www.lyrix.at/t/reinhard-mey-vernunft-breitet-sich-aus-uber-die-bundesrepublik-deutschland-f2e

Und damit wünschen wir allen unseren Lesern einen schönen, geruhsamen und entspannten Sonntag, bleibt oder werdet alle gesund, paßt auf euch auf, kommt gut wieder in die nächste neue Woche und denkt alle daran: Et hätt noch emmer joot jejange! (Köllsches Grundgesetz, Artikel 3)

Maach et joot, ävver nit zo off (Köllsches Grundgesetz, Artikel 8) wünscht euch euer Redaktionsteam vom Grafschafter Wochenanzeiger mit Mimi in heaven

Otto und Luzia

Habts fein!  

Grafschafter Wochenanzeiger – Adventskalender – Türchen 21

 

MiBuRo  A d v e n t s k a l e n d e r 

Türchen  

Weihe-Nacht

Ein leises Rauschen durch die Tannenzweige –
des kurzen Tages Zwielicht geht zur Neige.

Im Westen glimmt ein matter Rosenstreif,
auf stille Fluren fällt der weiße Reif.

Der weiße Reif, der rings das Feierkleid
der Erde stickt mit flimmerndem Geschmeid.

Der Abend kommt. Es kommt die heilige Nacht,
die aus den Menschen selige Kinder macht,

die Weihe-Nacht, da trost- und wundersam
ein Märchentraum zur dunklen Erde kam:

Der Friedenskönig, den die Welt verstieß,
weil er die Armen Gottes Kinder hieß.

 

Weil er den Sanften, der den Frieden liebt,
den Liebenden, der seine Seele gibt,

weit über alle Reichen dieser Welt,
hoch über alle Herrschenden gestellt.

Du Weiser, seit die Engelharfen klangen,
sind nun Jahrtausende dahingegangen,

die deinen Namen auf den Fahnen trugen
und zu den fernsten Ländern Brücken schlugen,

Millionen Kirchen prangen dir zum Ruhme,
die ewige Flamme brennt im Heiligtume …

Und dennoch, du, der Sklaven Heil gespendet,
du wärst noch heut in tiefe Nacht gesendet,

du schienst auch heut in unser finstres Tal
aus fernen Himmeln, ein verirrter Strahl;

und gingest du im schlichten Arbeitskleid
durch deine Menschheit, deine Christenheit,

sie hätten heute dir das Kreuz errichtet
und morgen dir den Holzstoß aufgeschichtet!

Hoch auf dem Grunde, den dein Blick gesucht,
darüber hin rast laut der Zeiten Flucht,

da regt sich’s dumpf, und aus der Erde Schoß
ringt sich der Urquell aller Sehnsucht los.

Die Welt durchhallt ein Schrei nach Luft und Licht:
Wann braust du, Strom, der Wall und Schranke bricht?

 

Wann kommst du, Tag, da hell die Sonne steigt,
vor deren Glanz der tiefste Schatten weicht?

(Clara Müller-Jahnke, 1860-1905)

Hallo, ihr lieben Leser alle vom Grafschafter Wochenanzeiger, es ist wieder Zeit für unser Türchen 21, das in allen Jahren zuvor einem besinnlichen oder nachdenklichen Thema gewidmet war. In diesem Jahr ist es selbst mir sehr schwer geworden, Worte zu finden. 

Drolligerweise hat mir dann die Öffnung unseres heutigen Kalendertürchens dabei ein wenig geholfen, laßt uns dann auch zu diesem Tag erst einmal das Türchen öffnen:

Fest verschlossen noch, das Türchen 21

Hier ist wirklich Spannung angesagt. 

Und da ist er, in seiner ganzen frostigen Pracht: Väterchen Frost, der Winter. 

Prächtig, oder? 

Auch ihn haben wir natürlich mit passender Kulisse in Szene gesetzt. 

Väterchen Frost, das Sinnbild des Winters, die Natur geht in die Ruhephase, sie zieht sich zurück, alles erstarrt, wird frostig und scheinbar ohne Leben, Eis hindert das Wasser am fließen, Schnee deckt die Felder zu, es scheint, als gäbe es kein Leben, nichts lebendiges mehr. Aber unter der frostigen Decke sammelt die Natur Kraft für den kommenden Frühling, sie braucht diese Pause, um im nächsten Jahr zum wieder steigenden Licht sich erneut zu regen, auszuschlagen, zu grünen und zu blühen. 

Eigentlich bräuchte auch der Mensch solche Ruhephasen, aber wir hasten und rennen, wir halten nicht inne, wir müssen von einem Event zum anderen, von einem Genuß zum nächsten, nur wer immer präsent, immer bereit und immer erreichbar ist, ist Sieger. Äußerlich wirken wir agil, fit, strotzend vor Kraft und Gesundheit, aber in den Seelen ist Eiszeit, alles bleibt oberflächlich, nichts geht mehr richtig in die Tiefe, denn dazu haben wir keine Zeit. 

Und jetzt zwingt uns ein Virus zur Ruhe, zum Stillstand, zur Unbeweglichkeit, selbst lose Kontakte werden fast unmöglich, es ist so vieles verboten, das Virus schränkt uns ein, verbietet Nähe, Austausch, Kommunikation und Rudelgemütlichkeit. Alles zum Schutz der Schwachen, die wir bisher bei unserem rennen und hasten kaum beachtet haben, die auch an Weihnachten in all den Jahren vorher nur eine untergeordnete Stellung hatten und mit allem, was in der Advents- und Weihnachtszeit noch zu erledigen, zu besorgen und vorzubereiten war, mit „abgehakt“ wurden, schließlich ist man ja zu Weihnachten doch mal wieder kurzfristig ein guter Mensch. Im Rahmen, die die Zeit erlaubt, die man noch hat beim Geschenkerummel und Konsum. 

Nun rufen, schreien wir nach Erlösung aus dieser Starre, wollen uns endlich wieder in den Arm nehmen können, beieinander sein dürfen ohne mathematische Berechnungen, ab wann es zu viele werden bezüglich der Ansteckungsgefahr! Wollen endlich „unser altes Leben zurück“! Wollen wir das wirklich? Weiter machen wie oben beschrieben, ohne Rücksicht auf Verluste? Oder liegt nun hier im Virus gerade eine Chance, gewinnen wir endlich zurück, was wir so lange verloren glaubten: Echte Menschlichkeit mit Augen und Ohren für die schwächsten, für die Natur und ihre vielfältigen Lebewesen, die wir teilweise schon ausgerottet haben durch unser rücksichtsloses Verhalten? Wie wäre es denn, wenn wir die Starre im außen für das auftauen unserer Seelen von innen nützen würden? Wenn wir der Oberflächlichkeit unserer „Bussi-Bussi-Beziehungen“ wieder Tiefe und Gemeinsamkeit geben würden? Wenn wir wirklich wieder zuhören würden mit dem Willen zum verstehen, zum helfen und raten? Das Virus hält uns den Spiegel vor, es ist so rücksichtslos und expansiv, wie wir es bisher waren. 

Wir müssen innerlich „auftauen“ wie die Natur im Frühling, wenn Frost und Eis zurückweichen vor den wärmenden Strahlen der Sonne, wir stehen vor der großen Herausforderung, Nähe herzustellen trotz Distanz, Solidarität ohne Rudelverhalten. Nur so kann in diesem Jahr wirklich Weihnachten werden, nehmen wir die Herausforderung an, bieten wir dem Virus die Stirn, zeigen wir uns als Menschen, als Mitglieder einer Gemeinschaft zum Wohle aller! So können wir vielleicht auch die erreichen, die jetzt noch gänzlich fern dieser Möglichkeit stehen und weiterhin nur ihr kleines, selbstsüchtiges ICH pflegen, so kann es dann Weihnachten werden, wie es Ringelnatz in seinem Gedicht beschreibt:

„Wenn wir im Traume eines ewigen Traumes
alle unfeindlich sind – einmal im Jahr! –
Uns als Kinder fühlen eines Baumes.
Wie es sein soll, wie’s allen einmal war.“

Zum Schluß meiner „Epistel“ möchte ich noch ein kleines Beispiel erzählen, wie man mit guten Ideen und einem warmen Herzen und Fürsorge für die „Seinen“ auch in diesen Zeiten trotz Distanz und Abstand Freude, Glück und Anerkennung für geleistetes geben kann: Mein Sohn ist derzeit schon lange im Homeoffice, nun war es auch in seinem Betrieb zu jeder Weihnachtszeit Usus, eine kleine Betriebsfeier abzuhalten, bei der der Chef seinen Mitarbeitern dankt für die geleistete Arbeit im Jahr. Da war in diesem Jahr natürlich kein Gedanke dran, was tat also besagter Chef: Er hat für seine Mitarbeiter gekocht, hat alles gut eingepackt, hat sich in sein Auto gesetzt und ist seine Leute abgefahren, um ihnen auf Distanz das Essen zu bringen, danke zu sagen und ein frohes Fest zu wünschen! (Es ist ein kleiner Betrieb, aber dennoch!) Ich fand das wunderbar, und die Freude der Mitarbeiter könnt ihr euch sicher lebhaft vorstellen. 

Und wo wir nun zum Schluß beim auftauen der Seele waren und bei wärmender Mitmenschlichkeit, da paßt doch sogar das 2. Türchen unseres Gewürzkalenders, denn guckt einmal, was da nun drin war:

Nun endlich, lach! Bratapfelgewürz! Ist das nicht herrlich passend? Was wärmt denn schöner als so ein feiner Bratapfel, wenn man durchgefroren ist, und was ist süßer als so ein leckerer Bratapfel mit den feinen Gewürzen! 

Damit wäre ich nun wirklich am Ende, aber nicht, ohne euch noch hübsche Bilder von Väterchen Frost zu präsentieren, der der Auslöser unseres heutigen besinnlichen Türchens war:

Und der offensichtlich auch ein Herz für „seine“ Tiere hat, die wohl am besten der kalten Zeit trotzen können. 

Damit wünschen wir euch allen einen schönen Montag, und einen guten Start in eine hoffentlich geruhsame Woche kurz vor dem Fest, wir wünschen euch und allen Menschen dieser Erde ein gutes Gelingen der heurigen Weihnacht, ein mitnehmen des Weihnachtsgefühls in den Alltag, gerade in diesem Jahr so wichtig. Laßt euch nicht unterkriegen, bewahrt euch Mut und Zuversicht, denkt an das köllsche Grundgesetz und bleibt oder werdet alle gesund! Und ich möchte euch an dieser Stelle auch im Namen meiner Redaktion ganz herzlich danken für eure Treue und euer Dasein hier, das hilft uns hier über so vieles hinweg, was derzeit, mit Verlaub, einfach Sch….. ist! Habt Dank! 

Euer Redaktionsteam vom Grafschafter Wochenanzeiger mit Mimi in heaven

Otto und Luzia

Habts fein!  

Grafschafter Wochenanzeiger – Betriebsferien

Zukunftssorgen

Korf, den Ahnung leicht erschreckt,
sieht den Himmel schon bedeckt
von Ballonen jeder Größe
und verfertigt ganze Stöße
von Entwürfen zu Statuten
eines Klubs zur resoluten
Wahrung der gedachten Zone
vor der Willkür der Ballone.

Doch er ahnt schon, ach, beim Schreiben
seinen Klub im Rückstand bleiben:
Dämmrig, dünkt ihn, wird die Luft
und die Landschaft Grab und Gruft.
Er begibt sich drum der Feder,
steckt das Licht an (wie dann jeder),
tritt damit bei Palmström ein,
und so sitzen sie zu zwein.

         

Endlich, nach vier langen Stunden,
ist der Albdruck überwunden.
Palmström bricht zuerst den Bann:
“Korf”, so spricht er, “sei ein Mann!
Du vergreifst dich im Jahrzehnt:
Noch wird all das erst ersehnt,
was, vom Geist dir vorgegaukelt,
heut dein Haupt schon überschaukelt.”

Korf entrafft sich dem Gesicht.
Niemand fliegt im goldnen Licht!
Er verlöscht die Kerze schweigend.
Doch dann, auf die Sonne zeigend,
spricht er: “Wenn nicht jetzt, so einst –
kommt es, daß du nicht mehr scheinst,
wenigstens nicht uns, den – grausend
sag ich’s -: Unteren Zehntausend!” …

Wieder sitzt v. Korf danach
stumm in seinem Schreibgemach
und entwirft Statuten eines
Klubs zum Schutz des Sonnenscheines.

(Christian Morgenstern, 1871 – 1914, deutscher Schriftsteller, Dramaturg, Journalist und Übersetzer)

Hallo, ihr lieben Leser vom Grafschafter Wochenanzeiger, wir haben ein bissel Betriebsferien gemacht, weil wir so unmotiviert waren. Teils lag es an der Wetterlage, die erst recht trüb und dann zum Wochenende hin so schwül wieder war, trotz bedrohlichem Himmel am Samstagmorgen über der Liricher Grafschaft

und über unserem Birkenpferd vom Aussichtspunkt Eulennest

wollte sich keine Entspannung mittels eines Gewitters oder wenigstens eines Regengusses einstellen.

Zum anderen Teil lag es außer am Wetter auch mal wieder an der Gemengelage bezüglich des Coronavirus, die Fallzahlen steigen ja wieder kontinuierlich an, hinsichtlich der Groß-„Demos“ am Wochenende in Berlin kann einem als für sich und vor allem für seine Mitmenschen verantwortlich handelnder Mensch mehr als angst und bange werden! Was ist das ein Haufen von Covidioten, man fährt 600 km nach Berlin zum demonstrieren, um dort dagegen zu protestieren, daß man in seinen freiheitlichen Grundrechten und seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt wird von einer „Corona-Diktatur“, durch das Tragen von Masken und einer Abstandsregelung zum Schutze und Wohle aller, worauf man dann auch „konsequent“ auf beides verzichtet hat bei dieser „Demo“! Ich hätte diesem egomanischen „Volk“ gerne ein Schild für ihre Demo gefertigt, ein einziges Wort darauf hätte genügt, um ihre Ansprüche der Öffentlichkeit kundzutun: ICH!!!

Das ist weiß Gott nicht motivationsfördernd für unseren Wochenanzeiger, der sich nun mal den guten Nachrichten verschrieben hat und unserer Leserschaft hier doch gerade in diesen Zeiten Mut machen möchte, mit unserem bekannten und geschätzten Optimismus, aber manchmal kommt dann doch ein anderer Spruch über Opti- und Pessimisten zum tragen: „Ein Pessimist ist ein Optimist mit Lebenserfahrung.“ Oder das schöne Zitat, das ich in einem anderen Blog entdeckt habe und das ich so klasse fand:

„Wenn du Gott zum lachen bringen willst, erzähle ihm von deinen Plänen.“ (Blaise Pascal, 1623 – 1662, franz. Mathematiker, Physiker und Philosoph)

Denn Pläne hatten wir in unserer Redaktion für einen feinen Wochenendeintrag, schon Mitte der letzten Woche bei unserer Redaktionssitzung besprochen und für fein befunden, es sollte mal wieder ein Urlaubs-Erinnerungseintrag werden, das fanden wir dann angesichts der diesjährigen Urlaubszeit mit ihrer regional ebenfalls so ausufernden Ich-Manie doch nicht mehr so passend, da haben wir ihn in der freitäglichen Nach-Konferenz gecancelt. Wir werden ihn nachholen, wir können uns gut vorstellen, daß das auch euer Wunsch wäre, keine Frage, aber uns fehlte denn dann doch die Leichtigkeit und Freude, die solche Einträge voraussetzen, um gut zu werden. Also machen wir hier jetzt einen Cliffhanger, und da kommt dann gleich wieder der Humor ins Spiel, der unser Wochenblatt wohl auch auszeichnet. Sicherlich erinnert ihr euch alle noch an sowas hier

leere Klopapier-Regale allüberall, das wenigstens hat sich ja zum Glück wieder gelegt, das begehrte Papier ist wieder überall zu haben, sogar wieder ganz speziell, lach, guckt:

Das sollte der Gag unserer Urlaubserinnerungen werden, weil der sprachliche Aufdruck euch sicherlich einen Hinweis auf das Urlaubsland gegeben hätte bzw. jetzt gibt! Damit sind wir nun im gewohnten Fahrwasser und führen unseren Montagseintrag, der getreu des Vermächtnisses unseres geliebten Co-Autors, unserer rasenden Reporterin Mimi in heaven, doch fröhlich und optimistisch sein soll, fort.

Und berichten von den kleinen Aktivitäten in unserer Redaktion, denn wir können vermelden: Ein Lampenschirm zur maritimen Verschönerung unseres Schlafzimmers ist fertig, der zweite folgt in Kürze.

Das auf Stoff gebügelte Serviettenmotiv ist mittels Kordel am Lampengestell befestigt worden.

Und so sieht es aus, wenn es leuchtet:

Wir sind sehr zufrieden! Gehäkelt worden ist auch weiter, ein neues Kissenhüllen-Motiv

Ein Seepferd, da hab ich manchen Abend beim fernsehen Spaß dran gehabt!

Mit der weißen Kissenhülle drunter, Fäden müssen noch vernäht und das Motiv mit der Nähmaschine aufgenäht werden.

Auf Balkonien wachsen die Sonnenblumen fröhlich ihrer Blüte entgegen und durch Zufall hat die Frau Chefredakteurin gestern abend entdeckt, daß sich eine Blüte bereits öffnet.

Die übrigen Knospen schwellen weiter!

Da wird sich Mimi dort oben auf ihrem Stern freuen, wenn sie alle blühen werden, und später im Herbst die Vögel, wenn sie Sonnenblumenkerne futtern können.

Und so schließen wir diesen Eintrag mit einem kleinen Gedicht, das die Frau Chefredakteurin selbst gedichtet hat, ich hatte es bei FB mit einem anderen Bärenbildchen eingestellt, das nicht meins ist und daher hier nicht benutzt werden darf, aber wir haben ja selbst genug Bärchen hier, da hat eines davon fürs Gedicht gerne Modell „gelegen“.

Kleines Bärchen, schlaf schön
in den neuen Tag.
Träum dir deine Welt schön,
was auch kommen mag.
Freu dich über Blumen und den Sonnenschein,
wenn er wieder weckt dich
bist du nicht allein.
Alle deine Freunde sind dann wieder hier!
Schlaf schön, kleines Bärchen, wichtig ist das WIR!

(© Monika Zimmermann)

Wir wünschen euch allen einen schönen Montag und einen guten Start in die neue und hoffentlich gute Woche, bleibt oder werdet alle gesund und paßt gut auf euch auf!!!

Das wünscht euch euer Redaktionsteam vom Grafschafter Wochenanzeiger mit Mimi in heaven und den Freelancern

Otto und Luzia

Habts fein!