Grafschafter Wochenanzeiger – Das Wort zum Sonntag

Ostpreußenlied

Land der dunklen Wälder
und kristall’nen Seen,
über weite Felder
lichte Wunder geh’n.

Starke Bauern schreiten
hinter Pferd und Pflug,
über Ackerbreiten
streicht der Vogelzug.

Und die Meere rauschen
den Choral der Zeit,
Elche steh’n und lauschen
in die Ewigkeit.

Tag ist aufgegangen
über Haff und Moor,
Licht hat angefangen,
steigt im Ost empor.

(Erich Hannighofer, 1908 – seit 1. Januar 1945 vermißt)

Hallo, ihr lieben Leser alle vom Grafschafter Wochenanzeiger, nun hat sie uns wohl erwischt, die zweite Welle von Corona, überall steigen die Fallzahlen, viele Großstädte sind mittlerweile Risikogebiete, daß doch wieder ein bissel unbeschwertere Leben wird zunehmend wieder schwieriger und unsicherer. Als wenn das alles nicht schon schwer genug wäre, wird natürlich auch das Geschrei und Gekeife der schwurbelnden „Freiheitsberaubten“ immer lauter und immer asozialer, es ist kaum noch zu ertragen, zu irgendwelchen Nachrichten noch Kommentare zu lesen. Und so kommt zu unserem heutigen Sonntagseintrag mal das Wort bzw. Vorwort zum Sonntag:

Wir haben eine weltweite Pandemie, daran gibt es nichts zu drehen und zu deuteln, der kann man nicht mit verdrehten Zahlen und verdrehten Verschwörungstheorien beikommen, da hilft nur gesunder Menschenverstand und und soziale Kompetenz, sprich Mitmenschlichkeit, da müssen wir uns ALLE in Verzicht, Vorsicht und Rücksicht üben, und das bedeutet das einhalten der AHA-Regeln, Abstand halten, Hygiene beachten, Alltagsmaske tragen. Keiner, wirklich keiner, ist gefeit, niemand weiß sicher, ob ihn sein vielleicht noch junges Alter schützt, und selbst die Experten können uns nicht sagen, was für Folgeschäden selbst nach milden Verläufen in naher oder ferner Zukunft noch möglich sind. Und wie sich das Virus noch weiter entwickelt und/oder in welche Richtung. Wir sitzen alle in einem Boot, und all die Vernünftigen weltweit wollen nicht, daß wir das vor die Wand fahren. Wer jetzt immer noch wie ein Kindergartenkind (und selbst die sind heute mitunter schon gescheiter!) trotzig mit den Füßen aufstampft und schreit „ICH will aber…..feiern, reisen, uneingeschränkt alles tun was ICH will, ohne Rücksicht auf Verluste…..“, der muß sich halt auch wie ein Kind behandeln lassen und mit empfindlichen Konsequenzen für sein Handeln rechnen. Steht so nämlich schon im von eben diesen Leuten so viel zitierten Artikel 1 des Grundgesetzes: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ Da steht nix von Freiheit eines einzelnen Volldeppen steht über allem! Die endet nämlich da, wo die des anderen beginnt. 

So, ihr lieben Leser alle, das mußte mal raus! Daß ich bei euch allen hier damit offene Türen einrenne, ist mir durchaus bewußt, aber manchmal muß man einfach trotzdem etwas schriftlich niederlegen, um sich vom innerlichen wütenden Druck zu befreien angesichts all der Covidioten da draußen! Danke, daß ihr mir zugehört habt! 

Und nun kommen wir endlich zu dem Teil unserer heutigen Sonntagsausgabe, auf den sich mein Team und ich schon so gefreut haben. 

Herbstzeit ist Erinnerungszeit, und so saß mein Redaktionsteam bei der freitäglichen Redaktionssitzung 

mit Mimi in heaven bei einer Tasse Tee und Kerzenschein und blätterte in diversen Unterlagen, um über einen Eintrag fürs Wochenende abzustimmen. Ruddi hatte dabei das Poesiealbum der Frau Chefredakteurin beim Wickel, und das gesamte Bärenteam schaute ihm interessiert über die Schulter. 

„Sag mal, Frau Cheffin, steht da eigentlich auch dein Lieblingslehrer drin, von dem du uns schon so oft erzählt und wohl auch schon oft was geschrieben hast?“ fragte Ruddi. „Ja, natürlich, Ruddi, komm, ich zeig es euch!“ 

„Das ist jetzt 56 Jahre her, daß mir mein Lieblingslehrer diese Zeilen von seinem Lieblingsdichter Werner Bergengruen in mein Poesiealbum schrieb, die ich als Kind noch nicht so verstanden habe, heute aber schon.“ 

Die auf mich gerichteten fragenden Augen meines Teams machten mir dann klar: Sie wollten einen Eintrag über meinen Lieblingslehrer, der schon so oft hier im Blögchen und auch im Grafschafter Wochenanzeiger präsent war. Nichts lieber als das! Zumal du, lieber Bruno, seinen Vornamen trägst, der war schon mit Bedacht gewählt, als du als asylsuchender Berliner Bär hier eingetrudelt bist, denn auch mein Lieblingslehrer war ein Flüchtling, er stammte aus Ostpreußen und ist getreckt, hat dann irgendwann in meiner Heimatstadt auch seine neue Heimat mit seiner Familie, Frau und Sohn, gefunden, aber das Heimweh hat ihn nie verlassen, deshalb auch das Ostpreußenlied als Gedicht im heutigen Eintrag. 

https://de.wikipedia.org/wiki/Ostpreu%C3%9Fen

Wie oft er uns von diesem seinem schönen Land erzählt hat. Er war Konrektor an unserer Schule, sein Freund und Kollege war unser Rektor, er stammte aus Pommern. 

https://de.wikipedia.org/wiki/Pommern

Auch von dort wußte mein Lehrer zu berichten, und so entstand in meiner Kinderseele aus seinen Erzählungen die Sehnsucht nach einem Land, das ich nicht kannte, aus dem Gedächtnis des Lehrers in das Gedächtnis des ihm zuhörenden Kindes: Masurische Seenplatte, Kurisches Haff, Kurische Nehrung, Bernstein, Elche, dunkle Wälder, lichte Seen, Ostsee! 

https://de.wikipedia.org/wiki/Masurische_Seenplatte

https://de.wikipedia.org/wiki/Kurisches_Haff

https://de.wikipedia.org/wiki/Kurische_Nehrung

Als mein Lieblingslehrer unser Lehrer wurde, waren wir im 4. Schuljahr, die älteren Klassen hatten uns alle vor ihm gewarnt, er wäre sehr streng. Und außerdem der Freund des Rektors! Meine Klasse und ich, wir waren aber sehr unerschrockene Schüler, lach, und ließen das mal auf uns zukommen, und siehe da, der so propagierte Lehrer erwies sich als absoluter Glücksfall für uns, wir kamen so gut zusammen zurecht, vielleicht hatten wir uns gesucht und gefunden, das kommt ja schon mal vor im Leben. Ich kann das wirklich mit Fug und Recht behaupten, denn bei unserem jetzt auch schon wieder länger zurückliegendem Klassentreffen nach über 40 Jahren haben mir das alle meine Mitschüler/innen bestätigt, sie schwärmten alle noch von ihm. 

Unterricht kann ja auch schon mal langweilig und ermüdend sein und immer wenn das der Fall war, fragten wir unseren Lehrer nach seiner Heimat und haben die schönsten Geschichten erzählt bekommen aus seinem Leben dort. Flutsch, war die Schulstunde zu Ende!  

Er war es auch, der meine Liebe zum Blockflötenspiel weckte, weil er selbst sehr gut spielen konnte, ich hab so doll geübt, und irgendwann haben wir dann das „Pommernlied“ zusammen gespielt, zweistimmig, was war ich stolz!

Ich hab euch mal zwei Fassungen des Lieds eingestellt, bei der zweiten ist der komplette Text sowohl eingeblendet als steht auch unten drunter bei „mehr anzeigen“! 

Auch die Liebe zu Theodor Storm, meinem Lieblingsdichter, hab ich meinem Lehrer zu verdanken, er weckte das Interesse für Literatur und begann damit mit Storms „Immensee“.

Die Liebe zu Gedichten ging damit Hand in Hand, mein Lehrer liebte Gedichte und brachte sie uns nahe, er ließ uns aber nicht nur auswendig lernen, sondern legte sehr viel Wert auf die Betonung beim vortragen. Ich erinnere mich noch so genau an sein Lieblingsgedicht „Die Frauen von Nidden“ von Agnes Miegel, in dem diese Zeilen vorhanden sind:

„Drei Tage lang, drei Nächte lang,
Wimmernd im Kirchstuhl die Glocke klang.
Am vierten Morgen, schrill und jach,
Ihre Stimme in Leide brach.“

Das wollte er so vorgetragen haben, daß man die Schwingung der Glocke in den ersten Zeilen quasi „hörte“, ich kann es heute noch genauso. So hat er uns gelehrt, die Musik in der Sprache zu erfühlen. Und so machten Gedichte Freude, und es ist irgendwie auch ein kleiner Tribut an ihn und seine Unterrichtsmethoden, wenn ich noch immer hier jeden Eintrag mit einem Gedicht beginne. 

Mein Lehrer war es auch, der mich zum Vorlesewettbewerb als beste Leserin meiner Schule anmeldete beim großen Vorlesewettbewerb aller Oberhausener Schulen, bei dem ich den 5. Platz belegt habe mit dem vorlesen aus dem Buch „Die kleine Hexe“ von Otfried Preußler. Der Wettbewerb fand in einem Herbst/Winter am späten Nachmittag statt, da war es nach Beendigung schon dunkel, und mein Lehrer, der natürlich dabei war, brachte mich dann treulich zu Fuß! nach Hause. 

Wir sind dann mal in einem Winter mit mehreren Klassen zum Schneevergnügen ins Sauerland gefahren, nach Meinerzhagen, mit dem Zug, und auf der Rückfahrt wurde ein Gesangswettbewerb ausgerufen, an dem die mitfahrenden Schulklassen sich beteiligen konnten, außer Literatur war die zweite Leidenschaft meines Lehrers die Musik, wir haben viel und oft gesungen, zwei- und dreistimmig, und so meldete er uns natürlich kurzerhand zu diesem Wettbewerb an. Aber was sollten wir singen? Es wurde der „König in Thule“ vorgeschlagen, denn den konnten wir rauf und runter, lach, und auch richtig schön mehrstimmig, gesagt, getan, geübt, teilgenommen……und den dritten Platz belegt! Was waren wir stolz, und unser Lehrer hat gestrahlt wie ein Honigkuchenpferd, es war auch ein Preis damit verbunden, ein Geldpreis für unsere Schulbücherei. Wie passend! 

Auch hier zwei Versionen des Liedes, das wir gesungen haben, beim zweiten steht ebenfalls der Text unter „mehr anzeigen“! 

Ihr werdet jetzt sicher lachen, aber von meinem Lieblingslehrer ist mir sogar sein Lieblingsduft noch in Erinnerung, „Old Spice After Shave“, auch Gerüche können Erinnerungen wecken! 

Ja, ihr lieben Leser unseres Grafschafter Wochenanzeiger, da kommen wir nun mal langsam zum Schluß unserer Sonntagsausgabe. Viel Text dieses Mal, aber zum Ende hin gönnen wir euch gleich auch noch ein paar schöne Herbstbilder, passend dazu, daß der Herbst Erinnerungen weckt! 

Dann gibt es jetzt noch das oben eingestellte Gedicht als Lied

Text wird eingeblendet und steht unter „mehr anzeigen“

und ein Lied von Reinhard Mey, mit der er seiner Lieblingslehrerin gedenkt

https://www.reinhard-mey.de/texte/alben/charlotte

und damit wünschen wir euch allen nun einen wunderschönen Sonntag mit vielen schönen Erinnerungen! Paßt auf euch auf, bleibt oder werdet gesund, es werden wieder bessere Zeiten kommen, in diesem Sinne wünscht euch alles Liebe und Gute euer Redaktionsteam vom Grafschafter Wochenanzeiger

mit Mimi in heaven und Otto und Luzia, den Freelancern. 

Habts fein!  

Türchen 23

  

MiBuRo  A d v e n t s k a l e n d e r

Türchen 

Morgen, Kinder, wird’s was geben

Morgen, Kinder, wird’s was geben,
morgen werden wir uns freun!
Welch ein Jubel, welch ein Leben
wird in unserm Hause sein!
Einmal werden wir noch wach,
heißa dann ist Weihnachtstag!

Wie wird dann die Stube glänzen
von der großen Lichterzahl,
schöner als bei frohen Tänzen
ein geputzter Kronensaal.
Wißt ihr noch vom vor’gen Jahr,
wie’s am Weihnachtsabend war?

Wißt ihr noch mein Räderpferdchen,
Malchens nette Schäferin,
Jettchens Küche mit dem Herdchen
und dem blankgeputzten Zinn?
Heinrichs bunten Harlekin
mit der gelben Violin?

    

Wißt ihr noch den großen Wagen
und die schöne Jagd von Blei?
Unsre Kleiderchen zum Tragen
und die viele Näscherei?
Meinen fleißgen Sägemann
mit der Kugel unten dran?

    

Welch ein schöner Tag ist morgen,
viele Freuden hoffen wir!
Unsre lieben Eltern sorgen
lange, lange schon dafür.
O gewiß, wer sie nicht ehrt,
ist der ganzen Lust nicht wert!

Nein, ihr Schwestern und ihr Brüder,
laßt uns ihnen dankbar sein,
und den guten Eltern wieder
Zärtlichkeit und Liebe weihn,
und aufs redlichste bemühn,
alles, was sie kränkt, zu fliehn.

Laßt uns nicht bei den Geschenken
neidisch auf einander sehn;
sondern bei den Sachen denken:
„Wie erhalten wir sie schön,
daß uns ihre Niedlichkeit
lange noch nachher erfreut?“

(Text: Karl Friedrich Splittegarb, Musik: Karl Gottlieb Hering)

Hach, das ist auch so ein schönes Weihnachtslied, das ich sehr mag, erinnert es unsere Jahrgänge doch so schön an die eigene Kindheit und die vielen Bescherungen im Familienkreis! Und es ist, bevor das besondere Türchen 24 zum Heiligen Abend folgt, der letzte Teil einer Trilogie, die mit Türchen 20 mit dem schenken begann, mit Türchen 21 besinnlich den Sinn des Festes dort einband, und mit Türchen 23 das alles abschließt mit unseren Kinderweihnachten!

Weihnachten in unseren Kindertagen, welch ein Zauberwort! In meiner Erinnerung lag während der gesamten Adventszeit Schnee, das wird wohl so nicht gewesen sein, obwohl er früher doch häufiger war, da spielt die Fantasie mir einen Streich und faßt die Jahre irgendwie alle zusammen, also…..Schnee!!!

Wo man draußen Schneemänner bauen konnte, was haben wir herrlich im Schnee gespielt, Schlitten fahren, welche Wonne, jede Zentimetererhöhung wurde als Rodel“berg“ benutzt!

 

Und weil es so kalt war, trugen wir Mädchen ausnahmsweise lange Hosen unter den Röcken und Kleidern, ich mußte sie wirklich in den ersten Grundschuljahren noch in der Schule ausziehen, für den Heimweg wurden sie dann wieder angezogen, Unterricht nur in Rock oder Kleid, lach!

In der Adventszeit stand in unserer Klasse immer eine kleine Krippe, natürlich noch ohne Christkind, und da bekamen wir statt Fleißkärtchen für gute Arbeiten und/oder gutes Betragen jeweils einen Strohhalm für die Krippe, den konnten wir dann in die Krippe legen, damit durch unsere guten Taten das Christkind schön warm und weich zu liegen kam, das war immer ein Wettbewerb!

Und zuhause war die Adventszeit auch so heimelig, am Adventssonntag wurden die jeweiligen Kerzen angezündet, Mamas geliebter Küchen-Nickelherd verbreitete wohlige Wärme, durch die Herdplattenschlitze warf das Feuer Lichtspielereien an die Decke, die ich als Kind immer „Flumm-flumm“ genannt habe. Meine Mama hat vorgelesen, oder wir haben gesungen, Papa war ja im Gesangverein, zweiter Baß, der konnte so fein singen. Und später, als ich es konnte, hab ich oft Blockflöte gespielt.

Wie herrlich war es vor Weihnachten, Spielzeugläden zu gucken. Was die für Sehnsüchte weckten!

 

Wir hatten in meinen Kindertagen noch keinen Fernseher, aber Nachbarn über uns besaßen bereits einen, da durfte ich dann als Kind schon mal Kinderfilme gucken gehen, mein Lieblingsfilm zur Weihnachtszeit:

 

Ich war immer wie verzaubert, und ich könnte heute noch schwören, den Film in Farbe gesehen zu haben, was a) bei den damaligen Fernsehprogrammen gar nicht möglich war, und b) der Film ist nicht farbig! Aber das Buch, wahrscheinlich hab ich einfach „übertragen“. Meine Lieblingsszene: Die Nachtfee empfängt in ihrem Schloß die Sonne mit ihren Kindern, der Morgen- und der Abendröte und dem Morgen- und dem Abendstern, das fand ich so schön. Vor allem, wenn die beiden sich umarmen, wenn die Sonne die Nacht umarmt, ist es ganz hell, wenn die Nacht dann die Sonne umarmt, wird alles dunkel, wunderbar fand ich das.

Und so nahte langsam der Heilige Abend, was war das doch immer ein aufregender Tag, und für mich als Kind noch mehr, weil wir nämlich in meinen Kinderjahren immer erst am 1. Weihnachtstag morgens beschert haben, ich wollte das später selber so, erst in den Teenager-Jahren hab ich dann gesagt, nun könnten wir es auch am Heiligen Abend machen, ich fand halt die Vorfreude immer so schön.

Mein Papa hat dann, wenn ich am Heiligen Abend schon geschlafen habe (WENN ich geschlafen habe, hihihi, meist hab ich gehört, wenn Papa leise aus der Tür schlich) leise, still und heimlich den Tannenbaum aus dem Keller geholt und in unserer Wohnküche aufgestellt, meine Eltern haben ihn dann wunderschön geschmückt und sind dann auch zu Bett gegangen. Am Weihnachtsmorgen ist Papa immer als erster aufgestanden und hat schon mal den Herd angemacht, damit es schön warm wird in der Stube, was war ich da dann immer schon zappelig. Wenn wirklich richtig Winter war mit Eis und Schnee, dann waren die Fenster bis oben hin voller Eisblumen und es war so kalt im Schlafzimmer, meine Mama hatte aber so eine elektrische Wärmelampe, (die ich heute noch habe, eine Lampe mit Reflektor, die man auch für Rot- und Blaulicht als Therapielampe benutzen kann, sie funktioniert noch!!!) die wurde dann angemacht, dann wurde es doch bissel wärmer, Mama hat mich dann angezogen, so gut das bei mir Zappelphilipp ging, ich wollte doch das Glöckchen nicht überhören, wenn das Christkind geläutet hat, daß ich kommen konnte, und wenn das ertönte, dann gab es kein Halten mehr!

Und dann stand ich wie geblendet von den (echten!) Kerzen am Weihnachtsbaum, und all dem Glanz und Flitter der schönen Silberkugeln, und hoch entzückt vom Naschwerk, das drin hing und abgeplündert werden durfte, wenn der Baum entsorgt wurde später, woran ich in dem Moment natürlich keinen Gedanken verschwendet habe, mit taten die armen Bäume später ohnehin immer so leid, wenn sie gehen mußten.

Und dann kam das Geschenke auspacken, manchmal hab ich die Schnüre nicht aufbekommen, weil ich vor Aufregung Zitterhändchen hatte, und was für eine Freude dann immer über all die Herrlichkeiten, neue Puppenkleider, oder was feines zum anziehen für einem selbst, ich erinnere mich da immer noch so gerne an diverse Samtkleidchen mit Spitzenkragen, in rot, blau und grün hatte ich im Laufe der Kinderjahre eines, einbeschert von den Eltern und Großeltern meiner besten Freundin. Ihre Eltern gingen arbeiten, die Großeltern konnten auch nicht immer einhüten, und so ist sie so oft nach der Schule mit zu uns gekommen, bis ihre Oma sie abends dann abgeholt hat, dafür waren sie meinen Eltern natürlich sehr dankbar, und so bekam ich dann zu Weihnachten meist das gleiche Kleidchen wie meine Freundin, da hab ich mich immer sehr drüber gefreut. Ja, und an einem Weihnachten der Puppenwagen, meine Puppenkinder, feine Stofftiere mit dem Knopf im Ohr, und Süßigkeiten (die bei mir meist bis Ostern gehalten haben, lach, die Chance hätten sie heute auf keinen Fall mehr!), es war wirklich eine Seligkeit!

Am Nachmittag wurden dann die Großeltern besucht, auch dort gab es noch mal eine kleine Bescherung, bei den Großeltern väterlicherseits mit meiner Cousine, die fast gleichaltrig war, und zwei jüngeren Cousins, das war ein Spaß! Mit vielen Kindern macht viele Freude, lach!

Wir haben dann auch zusammen musiziert, ein Cousin spielte Klavier, der zweite und ihr Vater spielten Gitarre, meine Cousine und ich Blockflöte, der Rest mußte singen! Herrlich war das!!!!!

 

Jetzt mach ich euch mal eine Dia-Show von meinen „echten“ Kinderweihnachtenbildern, wenn ihr Lust habt, nehmt euch einen Kaffee und guckt mal durch!

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Das waren meine Kinderweihnachten, selige Zeiten, eigentlich könnte ich noch lange weiter schreiben, aber ich muß mir ja auch noch was übrig lassen für den Adventskalender 2019, lach!

Ich hoffe, es hat euch allen Spaß gemacht, wir wünschen euch einen schönen, besinnlichen 4. Adventssonntag! 

Da brennt tatsächlich heute schon die vierte Kerze,  wie doch die Zeit wieder dahin geflitzt ist! Ich fand die Adventszeit mit euch allen hier wunderschön und anregend, es hat mir soviel Freude gemacht, na, ein Türchen kommt ja auch noch!

Habts fein wünschen euch  Mimi und Monika.

Musik – die Sprache der Seele

Nur ein Lied färbt die Grauseele bunter

Ich setze mich hin unter nächstbesten Busch
und sing’s Blau mir vom Himmel herunter;
nur ein Lied färbt die Grauseele bunter.
Aus dem Grautag, in welchen die Sorge öd weint,
wird ein Blautag, sobald nur ein Lied hell erscheint;
die verstockteste Wolke wird munter.
Wo ein Liebeslied rot wie die Sonne aufgeht,
jede Wange frohleuchtend voll Herzblut dasteht.
So ein Rot geht dann schwer mehr herunter.

(Max Dauthendey)

Heute ist der Tag der Hl. Cäcilia. Sie hat im 3. Jahrhundert als vornehme Christin in Rom gelebt, zu den ältesten in der römischen Kirche gefeierten Heiligengestalten gehört, und ist Schutzpatronin der Musik geworden. Mit ihrem Tag beginnt die Zeit der Hausmusik und der Konzerte.

(Quelle: Sybil Gräfin Schönfeldt, Das große Ravensburger Buch der Feste und Bräuche)

Der Beginn der Konzerte, das war das Stichwort für diesen Eintrag, die Erinnerung an das schönste Konzerterlebnis, das ich einmal meinem Vater machen konnte. Und wie das Gedicht es ja schon beschreibt, was gibt es schöneres bei diesen usselgrauen Novembertagen, als Musik zu hören.

Bei dem Konzert und meiner Erinnerung daran handelt es sich um das hier:

Das Jubiläums- und Abschiedskonzert der Don Kosaken unter Leitung von Serge Jaroff zum 75. Jubiläum, die Tournee 1971/1972. Und dafür hatte ich Karten ergattert für mich und meinen Papa, in der Stadthalle Oberhausen. Wie hab ich mich gefreut!

https://de.wikipedia.org/wiki/Don_Kosaken_Chor_Serge_Jaroff

Das war das Programm

Das war das Lieblingslied meines Vaters

„Eintönig klingt hell das Glöcklein“, der Text war leider nicht aufzutreiben.

Es war ein herrlicher Abend, die Bühne für den Auftritt der Don Kosaken war nur ganz dezent dekoriert, die Sänger sollten die ganze Aufmerksamkeit haben. Die ganze Aufmerksamkeit meines Vaters hatten sie allemal, als ich ihn während des Konzertes einmal verstohlen von der Seite betrachtet habe, sah ich, daß er vor Rührung weinte, das hat mich sehr bewegt, ich war damals gerade mal 19 Jahre alt und hatte meinen Vater noch nie weinen sehen. Werde ich nie vergessen!

Bleiben wir noch ein wenig bei der Musik der Don Kosaken.

Und nun kommt mein Lieblingslied von den Don Kosaken

„Ich bete an die Macht der Liebe“

https://de.wikipedia.org/wiki/Ich_bete_an_die_Macht_der_Liebe

Mein Vater verehrte die Don Kosaken sehr und war immer restlos begeistert vom Dirigenten Serge Jaroff mit seinen sparsamen Bewegungen, mit denen er seinen Chor dirigierte während der Auftritte. Kein Wunder, denn mein Vater war jahrelang 2. Baß in einem Männerchor, nämlich dem MGV „Eintracht 1875“ Oberhausen-Osterfeld

http://www.eintracht-osterfeld.de/

das ist die Internetseite des Chores heute,  ein Onkel von mir, Witwer der jüngsten Schwester meines Vaters, singt dort heute noch.

Da hab ich noch eine schöne Seite vom Internetauftritt dieses Chores von der Chorgeschichte

http://www.eintracht-osterfeld.de//pages/chorgeschichte.php

und das zweite Bild, das dort abgebildet ist, habe ich auch, guckt mal:

denn zu der Zeit war mein Vater noch aktives Mitglied, in der zweiten Reihe von unten der 4. von rechts.

Näher rangeholt, zweit Reihe von unten, der 1. rechts!

Ich hab das Bild auch mal in der farbigen Einstellung fotografiert, so finde ich es auch schön.

Ich war auf vielen Konzerten von Papas Gesangverein, und wie könnte es anders sein, ich hab natürlich auch davon noch wenigstens eine Karte, hihihi!

und von einem Konzert gibt es sogar noch eine Schallplatte!

Schick, die alten LP-Scheiben noch, nicht wahr, dafür braucht man aber noch das hier,  einen feinen Schallplattenspieler, und den hab ich auch noch, da kann ich mir die schöne Platte immer noch mit anhören!

Und hier nochmal das Platten-Cover, da kann man die Lieder besser lesen.

War ein wundervoller Abend im Stadttheater Oberhausen.

Mal ein bißchen reinhören? Gerne doch, aber die Platte aufnehmen ging leider aus technischen Gründen nicht, also hab ich mal zwei Lieder im Netz gesucht, büdde schön:

„Pferde zu vieren traben“, mein Lieblingslied, das hör ich so gerne!

Und ganz klassisch, Nachthelle von Franz Schubert

Ja, wir sind eine musikalische Familie, mein Papa, wie gesagt, 2. Baß im Gesangverein, ich spiele Blockflöte, Björn Klavier, Orgel und Elektrobaß, andere familiäre Instrumente sind noch Akkordeon, Mundharmonika und Gitarre. Am allerschönsten waren da immer die häuslichen Konzerte zu meiner Kinder- und Jugendzeit an Weihnachten, das war eine Freude, Klavier, diverse Blockflöten, Gitarre und Gesang, da erinnere ich mich so gerne dran. Mit Björn war es dann die elektronische Orgel und meine Flöte, das war auch immer fein!

Und das ist doch nun mal ein feiner Anlaß, euch meine Flöten auch mal zu zeigen, gehört habt ihr sie ja schon im letzten Adventskalender, wie die Zeit rennt, meine Güte, jetzt geht schon bald der nächste wieder los!

Also, Vorhang auf für meine Flöten:

Die kleine Mundharmonika dabei hat Björn mal von seinem Musiklehrer geschenkt bekommen.

Und da hätten wir in einem kleinen Kirchen-Gesangbuch auch das schöne Lied „Ich bete an die Macht der Liebe“ wieder.

Meine Sopranflöte, mit der ich Flöte spielen gelernt habe mit 8 Jahren. Sie begleitet mich schon fast mein ganzes Leben.

Und meine Sopran-Barockflöte

mit der „barocken Griffweise“

Meine Altflöte ist die größere Flöte auf den Bildern, mit dem für sie typischen unteren Griff

So, nun pack ich alle wieder ein

hihihi, was das wohl für ein Koffer unter den verpackten Flöten ist, möchtet ihr wissen? Jaaaa, das ist mein Highlight, da hab ich mich drauf gefreut, dann paßt mal gut auf, wir machen jetzt den Koffer auf…….tadaaaaaaaa!!!

Naaa??? Dämmert es? Jawoll, das ist ein Dudelsack  der gehört eigentlich Björn, verwundert ja irgendwie nicht bei seiner Vorliebe für Schottland und des schönen Urlaubs in Edinburgh in diesem Jahr, oder?

alle Pfeifen

die Anschlüsse am Dudelsack

 und die Spiel-„Pipe“

Unten wunderschön verziert:

Björn hat sich diesen Dudelsack mal im Internet besorgt, und wollte auch spielen lernen, dazumalen war er noch hier zuhause, und hat, als der Dudelsack angeliefert wurde, ihn natürlich begeistert ausgepackt, zusammengesetzt, stand dann im Wohnzimmer und wollte spielen, ehrlich, meine Lieben, ich hab vor lachen bald wörtlich am Boden gelegen, es ist nämlich gar nicht so einfach, einen Dudelsack zu spielen, und die ersten Töne, die man diesem schönen Instrument entlockt, hören sich wirklich an wie die einer verendenden Kuh, sorry, aber anders kann man die Töne echt nicht beschreiben, mir stehen schon wieder die Tränen vor lachen in den Augen, hihihihi, es war göttlich!

So hört sich das dann richtig an:

So, nun kommen wir langsam zum Ende dieses Eintrags, Musik ist ja sehr vielfältig, und meine Generation ist ja musikalisch auch sehr durch diese Herren geprägt worden  „The Beatles“! Da muß ich heute immer noch so über einen Witz lachen, den ich, als noch richtig Beatles-Zeitalter war, mal in einer Zeitung gelesen habe, da sitzen alte Menschen im Altenheim und hören sich neumodische Musik an und einer seufzt „Gott, wenn ich da noch an die guten alten Beatles denke“, tja, und heute ist das nun schon für uns soweit, lol!

Ich hoffe, der Eintrag hat euch bissel Freude gemacht und bringt bissel Licht in die Novemberdüsternis!

Übrigens, da ja nun Mimi, unser aller Co-Autor, nicht fehlen darf: Sie läßt ausrichten, sie mag sehr gerne Reinhard-Mey-Lieder (wen das wundert, bei meiner Vorliebe, hihihi!) und so möchte sie euch jetzt hier zum Abschluß noch ein schönes, passendes Lied von Reinhard Mey einstellen, also, von Mimi  für euch:

„Welch ein Geschenk ist ein Lied“!

http://www.reinhard-mey.de/start/texte/alben/welch-ein-geschenk-ist-ein-lied

Und damit wünschen wir beide euch einen wunderschönen WTT!

Habts fein!