Das Wetter zum Montag

Winterfreuden

Nicht nur der Sommer, sondern auch
der Winter hat sein Schönes,
wiewohl man friert bei seinem Hauch,
so ist doch dies und jenes
im Winter wirklich angenehm,
besonders daß man sich bequem
kann vor dem Frost bewahren,
und auch im Schlitten fahren.

Das weite Feld ist kreidenweiß,
wem machte das nicht Freuden?
Die Knaben purzeln auf dem Eis,
wenn sie zu hurtig gleiten,
und ist nicht die Bemerkung schön,
bei Leuten, die zu Fuße geh’n,
daß sie schier alle springen
und mit den Händen ringen?

Und wenn man sich versehen hat,
mit Holz, um einzuheizen,


so muß die Wärme früh und spat
uns zum Vergnügen reizen,
man richtet mit zufried’nem Sinn
den Rücken an den Ofen hin,


und wärmet sich nach Kräften
für Haus- und Hofgeschäften.

Ein altes Buch zur Abendzeit
muß ich zumeist doch lieben,


wenn man da liest die Albernheit
der Vorzeit schön beschrieben,
man sitzt und liest und freuet sich
und danket Gott herzinniglich
genügsam und bescheiden
für uns’re jetzgen Zeiten.

(Ludwig Eichrodt )

 Hi, Folks,

Montag isses und da bin ich wieder, euer Co-Autor, eure Mimi!

Hihihihi, unschwer zu erkennen, wir wollen es nochmal wissen mit dem Winterwetter, mein Dosenöffner und ich (na ja, ich eigentlich nur für meinen Dosenöffner!), denn siehe da, am Sonntag kam er nochmal auf leisen Sohlen angeschlichen, der Winter, zwar blieb es so im großen und ganzen bei der üblichen Puderzucker-Nummer, aber anfangs sah das schon ganz fein aus, im warmen guck ich das ja auch ganz gern, also……tadaaaaaa, da isser wieder, der Winter:

 Ich schlief noch selig und fest in meiner geliebten Hängematte, als sich Frauchen mit der Fotoknipse anschlich! Huch!!!

Wer stört, und warum??? Ach, du bist es, Frauchen, was is’n los??? Hääääh??? Wie Schnee??? Echt gezz?? Laß gucken!

Wow! So im warmen eingekuschelt sieht das aber echt fein aus!

Zeig mal nah, Frauchen, der Schnee liegt so schön auf den Zweigen!

Frauchen flitzte ab ins Schlafzimmer, hinten raus die Grafschaft im Schnee ablichten, hihihihi!

Toll!!!

Dieweil hab ich mich aus der Hängematte geschält und bin schon mal in die Küche getrottet

Frühstück haben wollen, Frauchen! Fraaaaauuuuuchen!!! Frühstückszeit, das Näpfchen ist leer! Da kam er aber dann angesaust, mein Dosenöffner, ich kann sehr ungehalten werden, wenn meine Frühstückszeit nicht eingehalten wird (wann die ist, bestimme im übrigen ausschließlich ich!!!)

Ich hab mir dann gemütlich und genüßlich mein Frühstück einverleibt, Frauchen hatte sich derweil einen Kaffee gemacht und guckte beim trinken fröhlich in die Schneelandschaft! Grinste mich irgendwann an und meinte „siehste, Mimi, schön mit dem Schnee gerade heute zum gemütlichen Sonntagmorgen, da kann ich dir gleich die Bilderkes fertig machen von unserem neuesten Familienzuwachs in Sachen tierische Lesezeichen, das paßt dann prima für deinen Eintrag für morgen.“ Sprach’s, holte die Knipse wieder raus und legte los, und so kann ich euch nun hier den neuesten Familienzuwachs zeigen, passend zum Schnee natürlich…..naaaa, was??? Genau, guckt:

 Ein Eisbär! Von Frauchen richtig schön mit dem Schnee im Hintergrund am Wohnzimmerfenster präsentiert, die Orchideenblüten passen ja, weil wie weiß sind, auch schön dazu!

Isser nicht niedlich?!

Er guckte erst ganz irritiert, er ist ja neu hier, aber wir konnten schon erkennen, daß der Schnee draußen ihn gefreut hat, schließlich ist das ja sein Element! Und nun präsentiert er sich euch mal da, wo er eigentlich hin gehört, in einem Buch!

 Und klar, natürlich in unserem Feste- und Bräuchebuch, das paßte so schön!

Seine Niedlichkeit, Eisbär-Lesezeichen I. grüßt euch alle freundlichst am heutigen Montag.

Ach, ja, Folks, und ich löse hier jetzt mal ein Versprechen vom Dosenöffner ein, auch dies ist ja nun im weitesten Sinne wieder ein Wettereintrag (vor allem, weil Frauchen natürlich noch auf mehr von der weißen Pracht da draußen hofft!) und ich hab nun also mal gezählt:

193 Wettereinträge gab es in diesem Blögchen!!!

Neben unseren schon legendären 10 Frühlingsbeschwörungen  gab es Regentänze bei großen Hitzeperioden  oder es war das verkehrte Wetter zur entsprechenden Jahreszeit, zu naß  stürmisch

oder zu kalt  wenn es eigentlich warm sein sollte, oder der Schnee blieb aus im Winter, den Frauchen jedes Jahr so ersehnte  !

Ich bin als Katze ja eigentlich immer der Optimist und eine Pragmatikerin, was nicht paßt, wird passend gemacht, in meiner Hängematte und an all meinen Lieblingsplätzen in meiner Wohnung kann ich mir alles so erträumen, wie ich es gerne hätte, hihihihi! Frauchen mußte gerade so lachen, als ich das schrieb, ihr fiel ein Spruch aus einem Lied ein und jetzt sucht sie mal, ob sie das Lied findet, sie sagt, der Spruch hieß „Selbst für die Fürsten soll’s den grauen Alltag geben, meine Welt ist bunt, meine Welt ist bunt.“ Jaaa, Frauchen hat das Lied gefunden, ich finde auch, daß das prima paßt, also büddeschön, was fröhliches zum Montag, „Der lachende Vagabund“, gesungen von Fred Bertelmann, viel Spaß!

Jaaaa, Folks, meine Welt ist auch bunt, guckt:

Und damit wünschen wir beide, Frauchen und ich  euch einen ganz feinen Montag mit guter Laune und ganz bunt! Auch, wenn er vor Schnee weiß sein sollte! Oder wieder obligatorisch grau!

Habts fein! 

 

 

Leseratte, Bücherwurm & Co.

Verstaatlichung

Beschaut man sich die Schreibenden,
mit Lyrik handeltreibenden,
die Frauen, die Romane legenden,
die Männer, die Epos hegenden,
die Mädchen, die Sprache verhunzenden,
die Knaben, die lüstern grunzenden,
sich selber vergötternden,
und andre zerschmetternden,
die Menge, die pappelnde,
Parnaß umzappelnde:
Dann schreit sogar der Freigesinnte
nach der Verstaatlichung der Dinte.

(Otto von Leixner)

Die achte Todsünde

Ein Dichter darf mit seinen Sachen
uns wütend, darf uns rasend machen,
wir steckens schließlich ruhig ein,
wer wird denn immer »Kreuzigt!« schrein?
Nur eins wird man ihm nie verknusen,

und gäbs statt neun selbst neunzig Musen:
Wenn er in Reimen wäßrig tränt,
indes sein armer Leser gähnt.
Drum wer uns langweilt oder ledert,
verdient, daß man ihn teert und federt!

 

(Arno Holz)

Ja, nun wird es wohl mal langsam Zeit, daß ich euch endlich das Ergebnis meiner zurückliegenden Häkelabende hier zeige, die nette Leseratte  habt ihr schon kennen gelernt, unschwer am Titel zu erraten, daß sie Gesellschaft bekommen hat:

Hallo, hier kommen also Leseratte, Bücherwurm & Co.!

 Na, sind wir nicht eine klasse Vierer-Gang an Lesezeichen? Von links nach rechts: Die Leseratte, der Bücherwurm, der belesene Esel und der Findefuchs!

Hihihi, auch unten fein!

In voller Schönheit:

 Die Brille vom Bücherwurm ist übrigens eine Büroklammer!

Ich hab schon wieder eines in Arbeit, und ich habe noch Pläne für einige mehr, schließlich fehlen hier noch einige Lieblingstiere, es wird sich ganz sicher auch noch ein Eisbär dazu gesellen, lol! Ihr dürft also gespannt sein!

Das alles hab ich jetzt mal so zum Anlaß genommen, mal wieder ein bissel über das Lesen zu plaudern, neben handarbeiten und bloggen eine meiner Lieblingsbeschäftigungen! Denn ich bin eine Leseratte und ein Bücherwurm in einer Person, hihihi, von Kindesbeinen an!

Vererbt von meiner Mama, die auch so gerne gelesen hat. Bücher waren und sind mitunter teuer, zu meiner Kinderzeit war die Stadtbibliothek nur mit der Straßenbahn erreichbar, auch da war nicht immer so das Geld für vorhanden, aber glücklicherweise gab es im Stadtteil, in dem ich aufgewachsen bin, einen Zeitungs- und Tabakwarenladen, der auch eine kleine, hauseigene Bibliothek betrieb und dort hat meine Mama immer ihren Lesehunger gestillt. Für mich gab es natürlich zuhause die Märchen- und Geschichtenbücher für Kinder, und ich erinnere mich mit soviel Freude an all die schönen Nachmittage und Abende, in denen meine Mama mir vorgelesen hat, als ich noch nicht selber lesen konnte! Eingekuschelt in zwei zusammengeschobene Sessel, dessen eines noch vorhandene Kissen jetzt Mimi als Kuschelplatz im Wohnzimmer dient.

 Der ganze Sessel mit mir und Püppchen Christel und das Kissen, das noch vorhanden ist:

Im Winter war das immer ganz besonders gemütlich, wenn der Küchenherd wohlige Wärme abgab und durch die Schlitze in den Herdplatten das Feuer Lichtspiele an Decke und Wände zauberte, von mir, aus welchem Grund auch immer, lautmalerisch als „Flumm-flumm“ bezeichnet!

Und so war beim Schuleintritt für mich natürlich das höchste, das ich nun endlich lesen lernen durfte!

Mein erstes, eigenes Buch, als ich es konnte, ein Geschenk meiner Patentante:

Mit Widmung! Ja, früher wurden auch noch Namenstage gefeiert, ich hatte dazumalen immer am 4. Mai!

Das Buch handelt von einen kleinen Mädchen, daß auf einem Bauernhof aufwuchs, und all ihren Abenteuern mit ihrer Familie und den vielen Bauernhoftieren!

Neulich schon einmal erwähnt, Pixi-Bücher, die hab ich so geliebt, leider habe ich da keines mehr von gefunden, da muß ich in den tiefsten Tiefen des ehemaligen Kinderzimmers hier noch einmal „graben“, ich weiß aber, daß ich auch viele davon verschenkt habe!

In der Nachbarschaft, in der ich als Kind aufwuchs, sprach sich das auch schnell rum, wie gerne ich gelesen habe, und eine Nachbarin hat mir dann mal Bücher geschenkt, die noch aus ihrer Kinderzeit stammten, die waren noch in Sütterlin geschrieben, zum Glück haben wir das noch in der Schule „gestreift“ und da meine Mama es noch richtig gelernt hat, auch das schreiben, konnte und kann ich das lesen! Und da war dann auch mein jahrelanges Lieblingsbuch dabei, dieses hier:

Das Bild auf dem Umschlag ist leider nicht mehr da, und wie man sieht, ist es sehr abgelesen, ich hab es heiß geliebt!

Es war auch an einigen Seiten illustriert, und ich zeig euch mal einen kleinen Textauszug wegen der Schrift:

Heute wäre ja schon allein der Titel des Buches nicht „political correct“, aber im Gegensatz zur vielfach doch nur auf dem Papier vorhandenen Correctness von heute handelte dieses Buch von der Nächstenliebe, der Gleichberechtigung und der Achtung voreinander unabhängig von Stand und Hautfarbe. Und daß eben Liebe zu- und untereinander das einzige ist, das alle Menschen eint.

Und wo wir nun auch bei Schriften sind, ich erwähnte neulich mal, daß ich ein Buch in Schreibschrift besitze, ich hab meines leider nicht wiedergefunden, aber eines, daß es zu Björns Kinderzeiten gab:

Das war was ganz feines für Lese-Anfänger!

Zurück zu meinen Kinderbüchern: Ebenfalls heiß geliebt und oft gelesen, sicherlich euch allen bekannt und wahrscheinlich ebenso beliebt:

Ihr ahnt es? Jaaaa, genau

„Heidi“ von Johanna Spyri, beide Bände! Zu meinen Leseanfangszeiten hab ich mir das immer in der Pfarrbücherei ausgeliehen, später hatte ich dann ein eigenes Exemplar. Und war ganz glücklich, daß mir meine Patentante dann noch zwei so schöne Bücher von Johanna Spyri geschenkt hat: „Gritlis Kinder“, auch beide Bände „Wo Gritlis Kinder hingekommen sind“ und „Gritlis Kinder kommen weiter“. Vielleicht kennt ihr die Bücher ja auch?! Und noch ein Buch von Johanna Spyri hab ich immer wieder so gerne gelesen:

„Schloß Wildenstein“, eine Familiensaga, aus der Sicht von Kindern dieser Familie. Mein eigenes Exemplar ist mir mal irgendwie abhanden gekommen, da hab ich dann mal die Freude gehabt, es auf einem Trödelmarkt wiederzufinden, mit dieser berührenden Inschrift:

Schön, nicht? Ich liebe sowas!

Dann hat mir meine Mama mal ein Buch geschenkt, da war der Titel der Anlaß zum Kauf, hihihi, paßt mal auf:

Jaaa, hihihi, eine Namensvetterin von mir war Protagonisten dieses Buches, sie wohnte mit ihren Eltern in Salzburg, ein Onkel war Portier in einem großen, bekannten Hotel in Salzburg. Über diesen Onkel lernt Monika die kleine Amerikanerin Peggy kennen, ein ganz verwöhntes Gör, dessen Vater ein stinkreicher Industrieller ist, der aber wegen seines Berufes wenig Zeit für sein Töchterchen hat, die Mutter ist kränklich, so entwickelt sich Peggy zu einem kleinen Tyrann und zum Schrecken seiner Umwelt, bis sie halt Monika kennenlernt. Die Mädel befreunden sich im Laufe der Zeit, letztlich bleibt Peggy bei ihrer Freundin und deren Eltern in Salzburg, weil Peggys Vater sich verstärkt um die kränkelnde Mutter und seinen Beruf kümmern muß und seine Tochter für ein Jahr in der Familie von und bei Monika bleibt. Mit diesem Buch habe ich zeitlebens Sehnsucht nach Salzburg gehabt, weil es dort so schön beschrieben wurde, mittlerweile war ich auch schon da und war begeistert! Und ich hab die ersten englischen Vokabeln mit diesem Buch gelernt, das hat auch Spaß gemacht.

Ein Buch, daß mir auch ganz viel Freude gemacht hat, ist dieses hier:

Das war so lustig, da passierten immer die tollsten Dinge, und wie man auf dem Umschlag schon sieht, waren viele Tiere involviert, das war was für mich! Mimi fand natürlich dieses Buch am allerschönsten, ihr ahnt sicher schon warum, oder?

Ja, klar, dieserhalb und desderwegen

es spielte eine schwarze Katze mit, hihihi! Euer Co-Autor war restlos begeistert.

Ein Kinderbuch, das eine ganze Serie beinhaltete, die Protagonistin dieses Buches fand ich auch immer so klasse, so ein bissel eine freche, kleine Göre, die nur Streiche im Kopf hat, aber immer liebenswert und nie aus böser Absicht, auch das war was für mich, ich war ja selber nicht unbedingt ein artiges, kleines Mädchen, lol! Wenn ihr meine Mama noch befragen könntet, würde sie jetzt nur vielsagend schweigen, lächeln und nicken, hihihi!

Könnt ich euch noch an solche Schutzumschläge für Bücher erinnern wie dieses hier um mein Putzi-Buch?

War so ein bissel wie Noppenfolie!

Ja, und dann hab ich noch was hübsches wiedergefunden, ein kleines Büchlein, auch von meiner Patentante, ich bin ja ein katholisches Kind:

Ein Kinderbüchlein für die Heilige Messe, die in meiner Kinderzeit ja noch in Latein gehalten wurde und wo der Priester noch mit dem Rücken zur Gemeinde am Altar stand, da war das schon schön, wenn man anhand dieses Büchleins wußte, was überhaupt da vorne geschah! Die Bilder könnt ihr anklicken zum größer schauen!

Na, und wo ich nun schon einmal über meinen Kinderbüchern war, hab ich natürlich auch noch welche aus Björns Kindertagen gefunden, zum Beispiel das hier, das haben wir jahrelang gesammelt

da waren sooooo schöne Sachen drin, guckt mal:

Ein Spiel

und was zum malen oder kleben

schöne Gedichte und Geschichten, zum Beispiel wie hier von Wilhelm Busch

Tiere waren vertreten

und klasse Party-Tips, hihihihi!

Da gibt es ganz viele Bände von, von dieser Buchreihe.

Und das hier gab es auch noch in Björns Schatzkiste, den kennt ihr bestimmt auch alle, das Feuerzeug liegt wegen des Größenvergleichs daneben:

Auch in Schreibschrift, stell ich gerade fest!

Ich finde Büchersammlungen auch so hübsch in so passenden Schubern, guckt mal, was ich da noch für ein feines Schätzken habe, auch aus Björns Kinderzeit, und größenmäßig nicht viel größer als das Büchlein von Babar:

Und auch sehr abgeliebt/abgelesen!

Die Zeichnungen sind von Ludwig Richter!

So langsam nähere ich mich nun dem Ende meines Eintrags, aber ein Schmankerl hab ich noch bis zum Schluß aufgehoben, da werden hier dann alle Eisbärenfans leuchtende Augen bekommen, hihihihi!

Dazu gehörte dazumalen, als ich Björn das Büchlein kaufte, dieser hübsche Kerl:

Lars, der kleine Eisbär!

Jetzt hoffe ich sehr, der kleine Exkurs in meine kindliche Welt der Literatur hat euch gefallen, ich hab mir mal vorgenommen, das Literaturthema anhand meiner Bücher so ein bissel lose weiter zu führen, mal gucken, was draus wird!

Euer aller Co-Autor, meine Mimi  und ich wünschen euch nun einen ganz wunderschönen Sonntag, falls das Wetter allwieder mal nicht mitspielen sollte, wie wäre es mit lesen???

Habts fein! 

Rattenscharfer Montag

Die kluge Ratte

Es war einmal eine alte graue Ratte,
die, wie man sieht, ein Faß gefunden hatte.

Darauf, so schaut die Ratte hin und her,
was in dem Fasse drin zu finden wär‘.

Schau, schau! Ein süßer Honig ist darein,
doch leider ist das Spundloch viel zu klein.

Indes die Ratten sind nicht gar so dumm,
sieh nur, die alte Ratte dreht sich um.

Sie taucht den langen Schwanz hinab ins Faß
und zieht ihn in die Höh‘ mit süßem Naß.

Nun aber ist die Ratte gar nicht faul
und zieht den Schwanz sich selber durch das Maul.

(Wilhelm Busch)

 Hi, Folks,

hihihi, wie schön, zum ersten Mal ein Montagseintrag wieder von eurem Co-Autor in diesem Jahr und zum ersten Mal auch wieder Fragezeichen in euren Augen: Was wird das denn nun? Ein rattenscharfer Montag mit passendem Gedicht von Wilhelm Busch, wo zielt denn das nun hin?

Tja, ihr Lieben, wie sagt mein Dosenöffner da immer so ganz richtig? Am besten fängt man immer mit dem Anfang an!

Wir hatten in der letzten Woche eine sehr aktive und kreative Woche, am Samstag war Eisbär Knut’s Namenstag, also St.-Knut-Tag, und der ist traditionell der letzte Weihnachtstag in Schweden, danach verschwindet die Weihnachtsdeko wieder in Kisten und Kästen für das nächste Mal! Hat Frauchen dann auch gemacht, und den Sonntag waren wir dann ganz faul, hihihi, und deshalb gibt es jetzt eben wieder einen Eintrag zum ungeliebten Montag von mir! Und die Frage, was ich denn dann euch mal präsentiere für die neue Woche war dieses Mal leicht zu beantworten: Ratten!!! Ich lach mich kaputt, ich seh schon wieder über allen Köpfen Fragezeichen schweben, wie komm ich auf Ratten?!

Fangen wir also auch da mit dem Anfang an, wie im Märchen, mit „es war einmal….“, nämlich an den schönen Weihnachtstagen vom Dosenöffner bei ihren Kindern, da war ja auch die kleine Nichte der Kinder dabei, und Frauchen hat mir beim heimkommen berichtet, was für ein niedliches, aber eher ungewöhnliches geliebtes Stofftier die kleine Dame besitzt: Eine Ratte! 

Das hat bei meinem Frauchen mal wieder die kreative Ader angeregt, sie meinte dann, in meinem Mäusenest mit allen meinen Knuddelmäusen würde unbedingt noch eine Ratte fehlen, gesagt, getan: Frauchen suchte Wolle, Häkelnadel und Anleitung raus und siehe da, nach gar nicht so langer Zeit war der Familienzuwachs meiner Knuddeltiere fertig:

 Na, was sagt ihr???

Ist sie nicht herzig, meine Ratte? Bissel dunkel, das Bild? Ok, hier isse heller!

 So, in ganzer Pracht, ich finde den Rattenschwanz sooooo klasse! Ob sie schon einen Namen hat, wollt ihr wissen? Ja, aber klar hat sie: Es stellt sich vor:

Rufus, die Ratte! Meine neue Knuddel-Ratte! Sag was, Rufus!

Ja, äääh….hallo erstmal, also ich bin Rufus, aus der Familie der Häkelratten, kreiert vom Frauchen von der Mimi, deren Spielkamerad ich jetzt bin! Zusammen mit einer netten Familie kleiner Knuffelmäuse, guckt:

Ehrlich, ich fühl mich richtig wohl in meinem neuen Zuhause, die Mimi sagt gerade, sie macht euch jetzt mal eine Bildergalerie von mir, ich hab ja noch keine Ahnung, was das ist und wie man das macht, aber soviel hab ich schon erfahren, die Mimi ist ja ein ganz begabtes …..äääh, Mimi, wie hieß das noch, was du hier kannst und machst? Ach, ja, danke, also sie ist eine Bloggerkatze, tolles Wort! Ich sag dann mal tschüß, ich mümmel jetzt schon mal mein Käse-Abendbrot!

Yep, Folks, das ist also Rufus, und ich mach nun das, was er euch versprochen hat, eine Bildergalerie:

Ich sprach von einer kreativen Woche bei meinem Frauchen, sie hatte dann so eine Freude an Rufus (und mag, wie sie mir erzählt hat, die von den meisten Menschen doch recht ungeliebten Ratten sehr gerne!) und so bekam Rufus noch einen Gefährten, sehr passend zu den sonstigen Ambitionen meines Frauchens, ich war baß erstaunt und mußte sofort gucken:

Na, dämmert es euch schon?

Läcka, hihihihi, guckt:

 Jaaaa, genau, Folks, eine Leseratte!!!

 In voller Pracht! Ich finde sie herrlich, das ist doch mal ein Lesezeichen, die Anleitung hatte sich Frauchen aus dem Netz geholt, ich finde, das hat sie richtig prima gemacht, oder?!

Ich hab mich dann wieder in meine geliebte Hängematte verzogen

und Frauchen dabei zugeguckt, wie sie nun Rufus und die Leseratte hier fotografiert hat:

An meinem Kratzbaum, hihihi, war aber auch ein feines Plätzchen für die zwei!

Da war ich wieder raus aus meiner Hängematte, von der Couch aus konnte ich das besser begutachten, was Frauchen da mit der Knipse machte!

Hihihihi, sieht das nicht herrlich aus, die Leseratte in ganzer Länge???

Sie sieht doch richtig niedlich aus, oder? Ich weiß ja auch gar nicht, was die Menschen gegen Ratten haben, ich mag sie (ja, ich weiß schon, das kann man auch falsch verstehen, so nach dem Motto „zum fressen gern“, aber ich glaube, mit einer ausgewachsenen Ratte legt sich auch eine Katze oder ein Kater nicht so sehr unbedacht an, sie sind schon sehr wehrhaft, die kleinen Nagetiere!).

Jedenfalls hab ich der Leseratte sogar erlaubt, mal kurzfristig meine Hängematte auszuprobieren! Letztlich gefiel ihr aber die Sesselkante besser!

Da konnte sie sich wenigstens richtig ausstrecken, hihihihi!

Ja, das war die kreative Woche meines Dosenöffners, und die Idee für diesen Eintrag, aber wenn wir denn dann schon mal ein Thema haben, sammelt Frauchen ja auch gerne noch weitere Informationen dazu, und ihr habt ja auch die ganze kommende Woche dann noch Zeit zum lesen, hihihi, also geht es nun weiter im Text mit Frauchens gesammelten Werken, ich wünsche euch viel Spaß und einen guten Start in die neue Woche mit einem hoffentlich schönen Montag als Beginn, tschüssi sagt

eure Mimi! 

Ja, ihr Lieben, nun ist es an mir, den Eintrag weiter zu führen, interessiert mich immer sehr, was man zu einem Thema wohl so alles findet!

Allen bekannt ist sicherlich die Tragikomödie von Gerhart Hauptmann „Die Ratten“.

Und vielleicht auch die Fabel von Jean de La Fontaine „Der Rat der Ratten“?

http://gutenberg.spiegel.de/buch/jean-de-la-fontaine-fabeln-4576/13

(Der Rat der Ratten,  Gustave Doré)

Und auch von meinem Lieblingsdichter Theodor Storm gibt es etwas mit und über Ratten, in der Novelle “ Der Amtschirurgus – Heimkehr“ lebt ein alter Mann in seiner Einsamkeit mit Ratten auf dem Dachboden zusammen, ich zitiere noch mal die für mich immer so schöne Stelle mit der Gemeinsamkeit mit Tieren: “ Sie kannten sich wohl, das fremde unheimliche Tier und der einsame alte Mann; sie blickten sich traulich in die Augen, als hätten sie in deren Tiefe den kleinen Punkt gefunden, der unterschiedslos für alle Kreatur aus dem Urquell des Lebens springt.“

Und dann ist mir doch noch was aus meinen Kindertagen eingefallen, auch aus der Literatur, der Kinderliteratur, vielleicht erinnert sich der eine oder andere von euch noch an „Pixi-Bücher“?

https://de.wikipedia.org/wiki/Pixi-B%C3%BCcher

http://www.tagesspiegel.de/kultur/60-jahre-pixi-buch-puff-patta-puff/9808184.html

Der letzte Link ist ein Zeitungsartikel, die darin abgebildeten Pixi-Bücher hatte ich alle, und irgendwo hinten ist das Pixi-Buch „Hundegeschichten“ zu erkennen, darin ging es um den kleinen holländischen Hund Piet, der auf einem Hausboot wohnte, und der begegnete in seinen Abenteuer dem Rattenkönig!

Das fiel mir sofort bei unserem heutigen Thema ein, was man so alles im Gedächtnis abspeichert! Ich hab die Pixi-Bücher so heiß geliebt, ich denke mal, ein paar werden sich wohl noch in meinem Fundus befinden, weiß aber, daß ich auch einige verschenkt habe an Freundes-Kinder!

Es gibt ja auch viele Begriffe mit dem Thema Ratte, so zum Beispiel der Rattenschwanz, im Begriff „einen Rattenschwanz nach sich ziehen“ für viele, meist unangenehme Folgen einer Sache.

Oder der bekannte Text „die Ratten verlassen das sinkende Schiff“ als Ausdruck für Opportunisten, die schnell das Weite suchen, wenn es brenzlig wird. Tatsächlich kommt der Ausdruck wohl wirklich aus der Schifffahrt, die Ratten auf Schiffen hausten meist im unteren Bereich, und wenn dann Wasser in den Schiffsrumpf eindringt, treten sie die Flucht nach oben an. Daß sie aber Katastrophen dieser Art vorausahnen können und sich infolgedessen geschlossen ins Meer stürzen, gehört wohl in das Reich der Legenden.

Im chinesischen Horoskop gibt es das Zeichen der Ratte, die Menschen, die im Jahr der Ratte geboren wurden, gelten als ehrlich, fröhlich und charmant. Die Ratte ist das erste der zwölf Tierkreiszeichen im chinesischen Horoskop. In China gilt die Ratte als Symbol für Glück und Wohlstand.

Auch als Krafttier ist die Ratte ein Sympathieträger. Ratten sind Überlebenskünstler, und genau das will sie uns als Krafttier sagen: Nimm das Leben leicht! Aus jeder Situation oder Lage kann etwas Gutes und Neues entstehen, vorausgesetzt, man bringt seine innerlichen Müllberge in Ordnung, soll heißen, man läßt längst überholtes endlich los und wendet sich Neuem zu, ohne weiterhin innerlich die angesammelten Müllberge aus negativen Gedanken und Energien oder alten Kränkungen mit sich herumzuschleppen! Die Ratte scheut sich nicht, im Müll zu wühlen, im übertragenen Sinne sollte man/frau dies eben auch im innerlichen Müll nicht scheuen! Gefällt mir!

Es gibt auch einen ganz knuffigen Zeichentrickfilm mit einer Ratte, sicherlich auch euch allen bekannt, „Ratatouille“, der Held des Films ist die Wanderratte  Rémy.

https://de.wikipedia.org/wiki/Ratatouille_(Film)

Allseits bekannt ist natürlich die Sage „Der Rattenfänger von Hameln“ nach den Brüdern Grimm

https://de.wikipedia.org/wiki/Rattenf%C3%A4nger_von_Hameln

und dafür hab ich jetzt zwei feine musikalische Beiträge gefunden, bin mal gespannt, wie sie euch gefallen:

http://www.spielbann.de/songtext.php?id=21

Zum letzten Lied hab ich mal den Songtext der Gruppe verlinkt!

 

Und damit wünschen wir euch ganz viel Spaß mit diesem Eintrag über ein ungewöhnliches Tier!

Habt alle einen guten Start in die neue Woche und einen feinen, rattenscharfen Montag, hihihi!

Habts fein! 

 

Türchen 14

  

MiBuRo  A d v e n t s k a l e n d e r

Türchen 

                                      

Weihnachtslied

Vom Himmel in die tiefsten Klüfte
ein milder Stern herniederlacht.
Vom Tannenwalde steigen Düfte
und hauchen durch die Winterlüfte,
und kerzenhelle wird die Nacht.

Mir ist das Herz so froh erschrocken,
das ist die liebe Weihnachtszeit!
Ich höre fernher Kirchenglocken
mich lieblich heimatlich verlocken
in märchenstille Herrlichkeit.

Ein frommer Zauber hält mich wieder,
anbetend, staunend muß ich stehn;
es sinkt auf meine Augenlider
ein goldner Kindertraum hernieder,
ich fühl’s, ein Wunder ist gescheh’n.

(Theodor Storm)

Das heutige Türchen wird literarisch:

Weihnachten bei Theodor Storm

„Weihnachten – Es war immer mein schönstes Fest.“ (Theodor Storm)

20. Dezember 1856

Es wird Weihnachten! Mein Haus riecht schon nach braunen Kuchen – versteht sich, nach Mutters Rezept – und ich sitze so zu sagen schon seit einer Woche im Scheine des Tannenbaums.

Ja, wie ich den Nagel meines Daumens besehe, so ist auch der schon halbwegs vergoldet. Denn ich arbeite jetzt Abends nur in Schaumgold, Knittergold und bunten Bonbonpapieren; und während ich Netze schneide und Tannen- und Fichtenäpfel vergolde, und die Frauen, d.h. meine Frau und Röschen, Lisbeth’s Puppe ausputzen, liest Onkel Otto uns die “Klausenburg” von Tieck vor, oder gibt hin und wieder eine Probe aus den Bilderbüchern, die Hans und Ernst auf den Teller gelegt werden sollen.

Gestern Abend habe ich sogar Mandeln und Zitronat für die Weihnachtskuchen schneiden helfen, auch Kardamon dazu gestoßen und Hirschhornsalz. Den Vormittag war ich stundenlang auf den Bergen in den Wäldern herumgeklettert um die Tannenäpfel zu suchen. Ja, Ihr hättet mich sogar in meinem dicken Winter-Sürtout hoch oben in einer Tannenspitze sehen können. Freilich hatte ich mich vorher gehörig umgesehen; denn der Herr Kreisrichter durfte sich doch nicht auf einem ganz offenbaren Waldfrevel ertappen lassen.

Jeden Morgen, die letzten Tage, kommt der Postbote und bringt Päckchen oder einen Brief aus der Heimat oder aus der Fremde von Freunden. Die Weihnachtszeit ist doch noch gerade so schön wie sie in meinen Kinderjahren war.

Wenn nur noch der Schnee kommen wollte; wir wohnen hier so schön, da müsste der Weihnachtsbaum, wenn er erst brennt, prächtig in die Winterlandschaft hinausleuchten.

(Ein von Brief Theodor Storm (1817-1888) an seine Eltern)

Da hab ich noch etwas mit meinem Lieblingsdichter gemeinsam: Theodor Storm liebte die Advents- und Weihnachtszeit genau wie ich, mit allem, was dazu gehört. „Den Weihnachtsbaum, der auf der Diele steht und genau bis an die Decke reicht, habe ich bis auf das letzte Fädchen ganz allein hergestellt“, schreibt er am 24. Dezember 1856 an seine Eltern. Das war das erste Weihnachtsfest, das er mit seiner Frau und den Kindern in Heiligenstadt verbringt, wohin er aufgrund politischer Wirren in seiner Heimat gezogen ist. Sieben und ein halbes Jahr wird er dort bleiben, und gerade in der Weihnachtszeit wird seine Sehnsucht nach Husum groß gewesen sein.

Sein Weihnachtsfest ist aber nicht im eigentlichen Sinne ein christliches, zur Religion hatte er sein eigenes Verhältnis, er feiert das Fest als Fest der Familie mit ganz eigenen Ritualen und Traditionen, ein Fest-Verständnis, das ich mit ihm teile. Es erinnert mich dabei an meinen weiteren vor allem Weihnachts-Lieblingsdichter Charles Dickens.

Zum Ende seiner Heiligenstadt-Zeit hat Theodor Storm 6 Kinder, für die er mit viel Freude die Geschenke zur Weihnachtszeit beschafft. Er hat viele Kontakte, und so ist so manches schöne Geschenk für seine Kinder unter den Weihnachtsbaum gekommen, Puppen und ein Schaukelpferd, Globus und Mikroskop und vor allem auch Bücher. Und eingebettet in die Novelle „Unter dem Tannbaum“ schreibt er für seine Kinder ein Weihnachtsgedicht, allseits bekannt und beliebt auch heute noch „Knecht Ruprecht“, die Anfangszeilen „Von drauß vom Walde komm ich her, ich muß euch sagen, es weihnachtet sehr“ kennt wohl jeder von uns.

Seine Kinder hatten wohl sehr viel Freude an dem Fest, wie ihr Vater es für sie zelebrierte, es wurde wohl auch zusammen gebastelt und Tannenäpfel und Nüsse vergoldet, der selbst gemachte Weihnachtsbaumschmuck  gehört zu Weihnachten wie Zuckerzeug. Seine Tochter Gertrud schreibt später „unser Vater war ein echter, rechter Weihnachtsmann“, und diesen Brief möchte ich euch nicht vorenthalten, das ist so schön und sagt soviel über das Leben von Theodor Storm in der Weihnachtszeit.

http://www.weihnachtsgeschichten.org/weihnachten-bei-theodor-storm.htm

Novellen von Theodor Storm, die sich mit der Weihnachtszeit befassen, sind „Marthe und ihre Uhr“, sie entstammt einer Schülererinnerung, „Unter dem Tannenbaum“ schrieb Storm in der Zeit seines Exils, „Abseits“ entwickelte sich aus den damaligen politischen Verhältnissen heraus.

„Unter dem Tannenbaum“ ist davon meine Lieblingsnovelle, sie ist so stimmungsvoll, und Storm’s Heimweh spricht aus allen Zeilen, dennoch ist sie eine versöhnliche Geschichte.

Ich hab im Netz noch etwas entdeckt, das zeig ich euch mal, denn das wäre was für mich:

https://www.husum-tourismus.de/Unterkunft-buchen/Gruppenangebote/Bausteine-fuer-Gruppen/Weihnachten-zu-Gast-bei-Theodor-Storm

In der Weihnachtszeit eine Reise nach Husum! Irgendwann mal! Träume darf man nie aufgeben!

Ich hab noch ein paar Stimmungsbilder

und damit schließe ich das literarische Türchen 14 und wünsche euch allen einen wunderschönen Donnerstag, der bei mir wieder mit meiner Frühschicht in der Kirche beginnt.

Mimi schließt sich an

 schließlich gab es im Hause Storm immer Katzen, da werden sie auch das Weihnachtsfest dort schön verlebt haben.

Habts fein!  

Die Hälfte ist um!!!!!

November

Solchen Monat muss man loben:
Keiner kann wie dieser toben,
keiner so verdrießlich sein
und so ohne Sonnenschein!

Keiner so in Wolken maulen,
keiner so mit Sturmwind graulen!
Und wie nass er alles macht!
Ja, es ist ’ne wahre Pracht.

Seht das schöne Schlackerwetter!
Und die armen welken Blätter,
wie sie tanzen in dem Wind
und so ganz verloren sind!

Wie der Sturm sie jagt und zwirbelt
und sie durcheinanderwirbelt
und sie hetzt ohn‘ Unterlass:
Ja, das ist Novemberspass!

Und die Scheiben, wie sie rinnen!
Und die Wolken, wie sie spinnen
ihren feuchten Himmelsthau
ur und ewig, trüb und grau!

Auf dem Dach die Regentropfen:
Wie sie pochen, wie sie klopfen!
Schimmernd hängt’s an jedem Zweig,
einer dicken Thräne gleich.

O, wie ist der Mann zu loben,
der solch‘ unvernünft’ges Toben
schon im Voraus hat bedacht
und die Häuser hohl gemacht!

So, daß wir im Trocknen hausen
und mit stillvergnügtem Grausen
und in wohlgeborgner Ruh
solchem Greuel schauen zu!

(Heinrich Seidel)

HURRA!!!!!

Die Hälfte ist rum!!!

Wovon??? Na, vom ungeliebten November!

Das war die Prognose auf meinem Kalender für den Monat November 2017 nach dem Hundertjährigen Kalender:

„Regen und Sturm satt bis zum 5., anschließend die einzig schöne Woche des Monats. Danach wird jeder Tag etwas mieser als der vorherige. Zwischen dem 20. und 24. fegen orkanartige Stürme die letzten Blätter von den Bäumen. Es bleibt naßkalt.“

Wie recht er bisher hatte, der Hundertjährige Kalender, und wenn er so weiter geht wie angekündigt, dann kann man ehrlich froh sein, wenn dieser Grusel-grau-gräusliche-Monat endlich wieder um ist.

Aber heute ist bereits Bergfest! Und da wollte ich doch dazu und zum heutigen WTT mal wieder was hübsches und aufmunterndes mit euch teilen, damit wir auch die zweite Hälfte dieses Gruselmonats rum kriegen können!

Erinnert ihr euch noch an dieses Bild?

Meine flammenlosen Kerzen draußen vor der Korridortüre, die ich abends leuchten lasse, weil das immer so schön freundlich und einladend aussieht! Da hab ich beim letzten Einkauf was feines neues für gekauft: Flammenlose Kerzen mit Timer! Das ist so fein, die gehen nun abends von ganz alleine an, leuchten 5 Stunden und gehen dann ebenso selbsttätig für 19 Stunden wieder aus! Freu, freu!

Und wie im obigen Gedicht beschrieben, ist es ja was richtig feines, bei Gruselwetter schön gemütlich im warmen drinnen zu sitzen, und da hab ich gestern schon mal mein Weihnachts-Porzellanlicht angemacht, mit einem Vanille-Duftteelicht drin:

Und dann hab ich es mir mit Mimi so richtig gemütlich gemacht auf der Couch, euer Co-Autor mußte sich noch bissel in Form bringen

der Dosenöffner hat dann auch Platz genommen und wir haben genüßlich und gemütlich mit lesen einen anschließend beginnenden Tatort-Klassik-Fernsehabend eingeläutet:

In die Tasse kam Tee, hinten ist schon Weihnachtsgebäck zu sichten, hihihi, und jaaaaa, ich besitze als Fan eine Tatort-Tasse (nicht wahr, Brigitte/Plauen, zwinker, zwinker, hihihi!):

Wenn ich dann auf den Kalender gucke, der neben mir an der Wohnzimmerwand hängt, dann hab ich mit dem Blatt von diesem Monat schon so richtig bissel Vorfreude auf die Winterzeit, guckt mal:

Raureif auf Mistelzweigen! Richtig bissel vorweihnachtlich schon!

Sollte nun der November auch für die nächsten 15 Tage so ein gräusliches Wetter geplant haben, werden wir euch noch des öfteren mit so einem kleinen Aufmunterungseintrag erfreuen, bis wir ihn dann endlich um haben und der Dezember wieder mit der wunderschönen Advent- und Weihnachtszeit vor der Tür steht.

In diesem Sinne allen einen wunderschönen WTT gewunschen, bleibt gesund, macht es euch gemütlich und habts fein! 

 

 

Geteilte Freude ist doppelte Freude

Es ist das Glück…..

Es ist das Glück ein flüchtig Ding
und war’s zu allen Tagen;
und jagtest du um der Erde Ring,
du möchtest es nicht erjagen.

Leg’ dich lieber ins Gras voll Duft
und singe deine Lieder;
plötzlich vielleicht aus blauer Luft
fällt es auf dich hernieder.

Aber dann pack’ es und halt es fest
und plaudre nicht viel dazwischen;
wenn du zu lang es warten lässt,
möcht’ es dir wieder entwischen.

(Emanuel Geibel)

Da hab ich mich lange drauf gefreut, auf diesen Eintrag, vielleicht erinnert ihr euch noch an die Zeilen aus meiner Hommage an meinen Lieblingsdichter: „….. Aber herbstliche Couch-Zeit ist ja auch Lesezeit, da hab ich demnächst eh noch eine Überraschung für euch…..“ jaaaaa, und diese Überraschung ist jetzt da! Aber gemach, gemach, ich mach es natürlich spannend, hihihihi, bevor ich das kleine, hüpfende Paketchen da oben unter dem Gedicht öffne, greif ich nochmal auf einen alten Eintrag von mir zurück, guckt ihr hier:

https://mimisdosenoeffner.wordpress.com/2017/05/29/sommer-im-mai/

In diesem Eintrag hab ich euch gleich unter dem obligatorischen Gedicht noch einmal die Entstehung des Begriffes „Storm-Zeit“ erläutert, und dabei den herrlich dicken Wälzer erwähnt, mit dem diese Zeit begann! Lediglich beim Titel befand ich mich allerdings in einem Irrtum, aber dazu gleich mehr!

Ihr wißt ja, daß ich eine Gesamtausgabe von Theodor Storms Werken besitze, und noch zwei schöne Exemplare vom Trödelmarkt hab ich mal erstanden

Nach meinem Eintrag zu Theodor Storms 200. Geburtstag hab ich mich wieder an dieses schöne Buch aus der Bücherei erinnert, was mir deutlich vor Augen war, war das Bild vom Einband, also hab ich mich im Netz auf die Suche begeben, es war dieses Bild

das ich im Kopf hatte, und nun sucht mal danach ein entsprechendes Werk! Aber das Netz ist so klasse, ich hab es wirklich gefunden, wie gesagt, mit dem von mir vermuteten Titel war ich im Irrtum, es hieß „Am grauen Meer, Storms Gesammelte Werke“, herausgegeben als Gedenkausgabe zu seinem 75. Todestag.

Ihr ahnt es sicher schon? Jaaaaa, man konnte es gebraucht bestellen, da ich keinen entsprechenden Account zum Anbieter besitze, aber mein Sohn, hab ich ihn gebeten, mir das Buch zu bestellen, mit Versandadresse gleich an mich, hihihi, und natürlich hat Björn das prompt erledigt und so hielt ich am letzten Freitag mein heiß geliebtes Buch endlich wieder in den Händen!

Mit Schutzumschlag, der als einziges bissel Gebrauchsspuren hat, gebunden und mit Lesezeichen

und voilà…..

unter dem Schutzumschlag ist das mir so wohlbekannte Bild! Könnt ihr bestimmt alle nachvollziehen, wie glücklich ich bin!

Es beinhaltet auch wunderschöne Bilder

 wie auf der ersten Seite beschrieben, und das ist die Erläuterung zur Herausgabe des Buches, erschienen im Bertelsmann Lesering:

So beginnt es

daher auch sein Titel.

Schöne Zeichnungen

und Bilder auch aus Storms Leben

 das obere Bild ist Greetstorf, Husum 1863, Storms Vaterstadt, der Schauplatz vieler seiner Novellen, die „graue Stadt am Meer“, wo Storm in den Jahren 1864 – 80 als Landvogt und Amtsrichter wirkte (Text unter dem Bild).

Das untere Bild zeigt Westermühlen (Geburts- und Heimatort von Storms Vater Johann-Casimir) „Bei diesem Worte steigt ein ganzes Wald und Mühlenidyll in mir auf; das kleine in Busch und Baum begrabene Dorf war die Geburts- und Heimstätte meines Vaters. Obstgarten, Stallungen, Mühle und Brücke. alles lag unter den Wipfeln ungeheurer Eichbäume….“ (Text unter dem Bild)

Storms wohl bekannteste Novelle, „Der Schimmelreiter“, ist natürlich auch darin enthalten

mit einer schönen Zeichnung des namensgebenden Pferdes.

 

Euer aller Co-Autor, meine Mimi, hat sich natürlich riesig mit dem Dosenöffner gefreut über dieses Buch, sie liebt es, wenn ihr Frauchen liest, egal, ob sommers auf Balkonien oder in der beginnenden Herbstzeit wieder drinnen auf dem Sofa, das ist für sie so der Inbegriff von Gemütlichkeit! Daher hat sie mir beim präsentieren meines neuen Schatzes wieder sehr interessiert zugeguckt, und war hoch entzückt, als ihr Dosenöffner ihr dieses feine Bild von Adolf Menzel aus dem Buch präsentiert hat, Storm liebte ja doch auch Katzen

ich hab es mit meiner feinen Knipse mal bissel näher geholt

Mimi war restlos begeistert! Sie freut sich immer sehr, wenn in meinen Einträgen diverse Artgenossen vertreten sind!

Ja, ihr Lieben alle, das war es nun, was ich am heutigen WTT mit euch teilen wollte, ich hoffe, es hat euch Spaß gemacht, meine Neuerwerbung zu besichtigen!

Mit ein paar herbstlichen Stimmungsbildern

schließe ich jetzt diesen Eintrag und wir beide, Mimi  und ich, wünschen euch einen wunderschönen WTT!

Habts fein!