Grafschafter Wochenanzeiger – Pfingsten – „Aus der Jugendzeit…“ oder „eine Schwalbe macht noch keinen Sommer!“

 

Die Schwalben

Hold Erinnern schwebt mir vor,
wie um Fensterbogen
an dem alten Kirchenchor
tausend Schwalben flogen.

Schwalben rings ohn Unterlaß
in den Lüften wiegend,
wo ich schöne Märchen las.
zwischen Gräbern liegend.

Jene grüne Einsamkeit
ist schon lang versunken,
wo ich in der Kinderzeit
Poesie getrunken.

Doch wenn heut die Schwalben schrein,
die im Licht sich schwenken,
meiner Kindheit Morgenschein
muß ich still gedenken.

Denn die Sehnsucht dauert fort
nach der Jugend Räumen,
und noch immer wandl’ ich dort
nachts in meinen Träumen.

(Heinrich Seidel, 1842 – 1906, deutscher Ingenieur und Schriftsteller)

Hallo, ihr lieben Leser alle vom Grafschafter Wochenanzeiger, nun haltet ihr also unsere diesjährige Pfingstfest- und Sonntagsausgabe in den Händen. Leider wird sich wohl überall in unserem Land das Wetter nicht gerade pfingstlich zeigen, der gesamte Mai war ja bis jetzt eher verregnet und verhagelt denn schön. Und so haben wir in unserer freitäglichen Redaktionssitzung wieder hin und her überlegt, was wir euch wohl zum heutigen Pfingstfest präsentieren könnten, und dieses Mal hatten die Bären eures Redaktionsteams die zündende Idee:

Schwalben!

Meine Redaktionscrew hatte mich den ganzen Mai über mit fragenden Augen beobachtet, wenn ich am Wohnzimmerfenster stand und lange in den Himmel schaute. „Wonach guckst du denn, Frau Cheffin?“ fragte Ruddi schließlich ganz ratlos. „Ja, Ruddi, nach den Schwalben, die doch nun aus dem Süden wieder zu uns zurückkehren, ich würde in diesem Jahr doch wieder so gerne der Türmer sein, der ihre Ankunft als erster vermelden darf!“ Na, das war ein Stichwort für mein Redaktionsteam, binnen kurzem versammelten sich alle am Wohnzimmerfenster wie weiland bei der sehnsüchtigen Ausschau im Winter nach Schnee

um mir bei der Sichtung meiner heißgeliebten Schwälbchen behilflich zu sein. 

Wie gebannt beobachten sie von nun an den Himmel, ich konnte derweil meinen hausfraulichen Tätigkeiten nachgehen, sie haben mir glaubhaft versichert, sie würden sofort „töööröööööööö“ rufen, wenn sie der ersten Schwalben ansichtig würden. 

Eines vorweg, es hat lange gedauert, in der Zwischenzeit hatten uns die Kinder aus Köln bereits wieder eingeholt und vermeldeten ihrerseits am 4. Mai, daß sie in diesem Jahr wieder der Türmer wären, die Schwalben wären da! Und meine Crew guckte weiter. 

Aber dann, am 20. Mai, am frühen Abend, erscholl endlich ein „Töööörööööö“ aus vielen begeisterten Bärenkehlen, sie waren da, die Schwalben, und kreisten am Abendhimmel, das war eine Freude in unseren Redaktionsräumen. Frau Chefredakteurin ließ alles stehen und liegen und kam sofort gucken. 

das sind Archivaufnahmen vom August 2016, da hatte ich mal das Glück, sie sogar mit meiner kleinen Knipse und nicht so ganz dollem Zoom am Himmel zu erwischen, beim ersten Bild ganz oben rechts, beim zweiten rechts/mittig zwischen den weißen Wolkenformationen. 

Zufrieden mit sich und ihrer Sichtung nahm meine Bärencrew wieder ihre gewohnten Plätze ein, und Bruno meinte dann, nun hätte er aber doch noch gerne erklärt, was es denn mit dem Türmer auf sich hätte, von dem ich gesprochen habe, der die Ankunft der Schwalben meldet, als Großstadtkind der Neuzeit konnte er damit natürlich so gar nichts anfangen. Da hat dann die Frau Chefredakteurin sich mal wieder ihren Theodor Storm an Land gezogen, dessen Zeit ja leider immer noch nicht auf Balkonien stattfindet, und bei dem die Schwalben als Motiv in seinen Gedichten und Novellen immer wieder auftauchen, in einer Novelle sind sie das zentrale Motiv in der Geschichte, und zwar in der Novelle „In St. Jürgen“ 

https://de.wikipedia.org/wiki/In_St._J%C3%BCrgen

Hier habt ihr eine kurze Inhaltsangabe der Novelle, die zu einer meiner Lieblingsnovellen von Theodor Storm gehört, damit ihr euch ein Bild von der Geschichte machen könnt. 

Siehst du, Bruno, das ist die Geschichte in meinem geliebten alten Storm-Buch, und sie beginnt mit den Worten:

„Es ist nur ein schmuckloses Städtchen, meine Vaterstadt; sie liegt in einer baumlosen Küstenebene, und ihre Häuser sind alt und finster. Dennoch habe ich sie immer für einen angenehmen Ort gehalten, und zwei den Menschen heilige Vögel scheinen diese Meinung zu teilen. Bei hoher Sommerluft schweben fortwährend Störche über der Stadt, die ihre Nester unten auf den Dächern haben; und wenn im April die ersten Lüfte aus dem Süden wehen, so bringen sie gewiß die Schwalben mit, und ein Nachbar sagt’s dem andern, daß sie gekommen sind.“

Und da, Bruno, kommen nun die bzw. der Türmer ins Spiel, die höchsten Gebäude in den Städten der vergangenen Jahrhunderte waren meist die Kirchen, und diese hatten einen Glockenturm, im Glockenturm wohnte der Türmer, der das Geläute der Glocken in Gang hielt, auch sonstige Verwaltungsaufgaben inne hatte, und aufgrund seiner Übersicht über die ganze Stadt zum Beispiel auch als erster Brände entdeckte und sie mit warnenden Glocken melden konnte, oder oft auch mit Trompetenstößen, ein solches Instrument diente ebenfalls der Warnung und Meldung, und er war es dann eben auch, der die ersten Schwalben entdeckte, wenn sie im Frühling heimkehrten, und das freudige Ereignis meldete er eben der ganzen Stadt mit seiner Trompete, deshalb „tööööröööö“, lach, und deshalb der alljährliche Wettbewerb zwischen den Kindern und mir, wer wohl in diesem Jahr der „Türmer“ wird! Guck, so wird wohl dazumalen die Aussicht eines Türmers gewesen sein

das ist aus meinem Storm-Buch, eine Zeichnung von Adolph von Menzel. 

Da konnte man wohl wirklich jeden Winkel sehen von hoch droben. Und hier hast du nun auch noch einen Auszug aus der Novelle, die unmittelbar von einem ebensolchen Türmer spricht, ich les es dir mal vor:

„Ich war auf den Kirchhof hinausgetreten und blickte an dem Turm hinauf; da sah ich oben auf der Galerie den Türmer stehen und sah, wie er sein langes Horn noch in der Hand hielt. Ich wußte es nun wohl; die ersten Schwalben waren gekommen, und der alte Jakob hatte ihnen den Willkommen geblasen und es laut über die Stadt gerufen, daß der Frühling ins Land gekommen sei. Dafür bekam er seinen Ehrentrunk im Ratsweinkeller und einen blanken Reichstaler vom Herrn Bürgermeister. – Ich kannte den Mann und war oft droben bei ihm gewesen; als Knabe, um von dort aus meine Tauben fliegen zu sehen, später auch wohl mit Agnes; denn der Alte hatte ein Enkeltöchterchen bei sich, zu dem sie Pate gestanden und deren sie sich auf allerlei Art anzunehmen pflegte. Einmal, am Christabend, hatte ich ihr sogar ein vollständiges Weihnachtsbäumchen den hohen Turm hinaufschleppen helfen. – „

Bruno war hochbefriedigt von meiner Erklärung. 

Der Eingangstext der Novelle „In St. Jürgen“ geht aber noch weiter, und da kommt jetzt ein Teil unseres Titels zur Geltung:

„So ist es eben jetzt. Unter meinem Fenster im Garten blühen die ersten Veilchen, und drüben auf der Planke sitzt auch schon die Schwalbe und zwitschert ihr altes Lied:

Als ich Abschied nahm, als ich Abschied nahm…“

Das ist aus dem Gedicht und Lied „Aus der Jugendzeit“ von Friedrich Rückert:

Aus der Jugendzeit, aus der Jugendzeit
klingt ein Lied mir immerdar;
o wie liegt so weit, o wie liegt so weit,
was mein einst war!

Was die Schwalbe sang, was die Schwalbe sang,
die den Herbst und Frühling bringt;
ob das Dorf entlang, ob das Dorf entlang
das jetzt noch klingt?

„Als ich Abschied nahm, als ich Abschied nahm,
waren Kisten und Kasten schwer;
als ich wieder kam, als ich wieder kam,
war alles leer.“

O du Kindermund, o du Kindermund,
unbewußter Weisheit froh,
vogelsprachekund, vogelsprachekund
wie Salomo!

O du Heimatflur, o du Heimatflur,
laß zu deinem heil`gen Raum
mich noch einmal nur, mich noch einmal nur
entfliehn im Traum!

Als ich Abschied nahm, als ich Abschied nahm,
war die Welt mir voll so sehr;
als ich wieder kam, als ich wieder kam,
war alles leer!

Wohl die Schwalbe kehrt, wohl die Schwalbe kehrt,
und der leere Kasten schwoll,
ist das Herz geleert, ist das Herz geleert,
wird`s nie mehr voll.

Keine Schwalbe bringt, keine Schwalbe bringt
dir zurück, wonach du weinst;
doch die Schwalbe singt, doch die Schwalbe singt
im Dorf wie einst:

„Als ich Abschied nahm, als ich Abschied nahm,
waren Kisten und Kasten schwer;
als ich wieder kam, als ich wieder kam,
war alles leer.“

Das hab ich natürlich auch noch für „auf die Ohren“ für euch, zwei ganz alte Versionen des schönen, ein bissel schwermütigen Liedes:

Ich hatte wohl sehr träumerische Augen bei dem Lied, denn meine Bärencrew wollte nun natürlich wissen, woran ich denn dabei dächte, ja, meine lieben Redaktionsmitglieder, das sind Laute aus meiner Jungendzeit, das Lied ebenso wie die Rufe der wunderschönen Schwalben, das alles erinnert mich so sehr an mein ehemaliges Kindheitsparadies in Höxter im Weserbergland. Nun bekam Otto große Augen, unser Handelsreisender, wenn von anderen Orten die Rede ist, ist er immer gleich Feuer und Flamme, in diesen kargen Reisezeiten ganz besonders. Guck, Otto, das ist mein Höxter

und dort an der Weser hab ich oft im Gras gelegen

und meine Mama hat auf einer Bank gesessen und konnte stundenlang ihren Lieblingsvögeln zugucken, den Schwalben, wie sie mit schrillen Schreien direkt über dem Wasser der Weser auf Insektenfang gingen, Urlaute, die mich noch heute vor Wohlbehagen erschauern lassen.

Hier muß ich nun wohl kurz einmal den Unterschied erklären zwischen Schwalben 

https://de.wikipedia.org/wiki/Schwalben

und Mauerseglern

https://de.wikipedia.org/wiki/Mauersegler

die den Schwalben zwar ähneln, aber nicht mit diesen näher verwandt sind. Trotzdem waren für mich immer beide Arten einfach Schwalben und der Inbegriff von Sommer. Die so bekannten Nester an der Wand

sind Schwalbennester, Mauersegler brüten in Hohlräumen. 

Otto war sehr angetan von meinen Erinnerungen und vor allem von der ihm fremden Stadt meines Kindheitsparadieses. Und Luzia, mit ihrem Faible für glitzern aller Art, betrachtete sich verträumt das glitzern meiner geliebten Weser. 

Ich zitiere noch einmal aus der Novelle von Theodor Storm, weil dies ja ein Eintrag über Schwalben ist, paßt es so schön:

„Wie oft zur Sommerzeit, ehe ich in die Kapellentür trat, bin ich in der Stille des Sonntagsmorgens zögernd auf dem sonnigen Hofe stehengeblieben, den von dem nebenliegenden Gärtchen her, je nach der Jahreszeit, Goldlack-, Nelken- oder Resedaduft erfüllte. – Aber dies war nicht das einzige, weshalb mir derzeit der Kirchgang so lieblich schien; denn oftmals, besonders wenn ich ein Stündchen früher auf den Beinen war, ging ich weiter in den Hof hinab und lugte nach einem von der Morgensonne beleuchteten Fensterchen im obern Stock, an dessen einer Seite zwei Schwalben sich ihr Nest gebaut hatten. Der eine Fensterflügel stand meistens offen; und wenn meine Schritte auf dem Steinpflaster laut wurden, so bog sich wohl ein Frauenkopf mit grauem glattgescheiteltem Haar unter einem schneeweißen Häubchen daraus hervor und nickte freundlich zu mir herab. »Guten Morgen, Hansen«, rief ich dann; denn nur bei diesem, ihrem Familiennamen, nannten wir Kinder unsere alte Freundin; wir wußten kaum, daß sie auch noch den wohlklingenden Namen »Agnes« führte, der einst, da ihre blauen Augen noch jung und das jetzt graue Haar noch blond gewesen, gar wohl zu ihr gepaßt haben mochte. Sie hatte viele Jahre bei der Großmutter gedient und dann, ich mochte damals in meinem zwölften Jahre sein, als die Tochter eines Bürgers, der der Stadt Lasten getragen, im Stifte Aufnahme gefunden. Seitdem war eigentlich für uns aus dem großmütterlichen Hause die Hauptperson verschwunden; denn Hansen wußte uns allezeit, und ohne daß wir es merkten, in behagliche Tätigkeit zu setzen; meiner Schwester schnitt sie die Muster zu neuen Puppenkleidern, während ich mit dem Bleistift in der Hand nach ihrer Angabe allerlei künstliche Prendelschrift anfertigen oder auch wohl ein jetzt selten gewordenes Bild der alten Kirche nachzeichnen mußte, das in ihrem Besitze war. Nur eines ist mir später in diesem Verkehr aufgefallen; niemals hat sie uns ein Märchen oder eine Sage erzählt, an welchen beiden doch unsere Gegend so reich ist; sie schien es vielmehr als etwas Unnützes oder gar Schädliches zu unterdrücken, wenn ein anderer von solchen Dingen anheben wollte. Und doch war sie nichts weniger als eine kalte oder phantasielose Natur. – Dagegen hatte sie an allem Tierleben ihre Freude; besonders liebte sie die Schwalben und wußte ihren Nesterbau erfolgreich gegen den Kehrbesen der Großmutter zu verteidigen, deren fast holländische Sauberkeit sich nicht wohl mit den kleinen Eindringlingen vertragen konnte. Auch schien sie das Wesen dieser Vögel genauer beobachtet zu haben. So entsinne ich mich, daß ich ihr einst eine Turmschwalbe brachte, die ich wie leblos auf dem Steinpflaster des Hofes gefunden hatte. »Das schöne Tier wird sterben«, sagte ich, indem ich traurig das glänzende braunschwarze Gefieder streichelte; aber Hansen schüttelte den Kopf. »Die?« sagte sie, »das ist die Königin der Luft; ihr fehlt nichts als der freie Himmel! Die Angst vor einem Habicht wird sie zu Boden geworfen haben; da hat sie mit den langen Schwingen sich nicht helfen können.« Dann gingen wir in den Garten; ich mit der Schwalbe, die ruhig in meiner Hand lag, mich mit den großen braunen Augen ansehend. »Nun wirf sie in die Luft!»rief Hansen. Und staunend sah ich, wie, von meiner Hand geworfen, der scheinbar leblose Vogel gedankenschnell seine Schwingen ausbreitete und mit hellem Zwitscherlaut wie ein befiederter Pfeil in dem sonnigen Himmelsraum dahinschoß. »Vom Turm aus«, sagte Hansen, »solltest du sie fliegen sehen; das heißt von dem Turm der alten Kirche, der noch ein Turm zu nennen war.«“

Da ist auch noch einmal ein Turm erwähnt im Zusammenhang mit dem Türmer, der die Ankunft der Schwalben meldete, aber ich liebe besonders die Zeilen „das ist die Königin der Luft, ihr fehlt nichts als der freie Himmel!“ Ja, das ist die Schwalbe sicherlich. 

Ihre Ankunft hier war spät in diesem Jahr, umso glücklicher bin ich samt meinem Redaktionsteam, daß sie nun da sind, die Zeit ist kurz, in der sie uns erfreuen, denn wie sagt eine alte Bauernregel: „An Maria Geburt ziehen die Schwalben furt.“ Maria Geburt ist am 8. September.

Zwei Bilder noch aus dem Spreewald, Schwalben in Ruhe, ein seltener Anblick! 

Hamish hatte nun die ganze Zeit recht still bei unseren Vorbereitungen gesessen, als ich ihn dann aber ansprach und meinte, ob er denn vielleicht mal gucken wolle, ob für unser schottisches Bärchen nicht auch was über die Mythologie der Schwalben dabei sei, da strahlte er auf und machte sich sofort auf die Suche. 

Die Schwalbe gilt als Frühlingsbote und Glücksbringer, wo sie nistet, ist das Glück zuhause und wer ihr begegnet, zu dem kehrt das Glück zurück. Sie prophezeit schlechtes Wetter, denn wenn sie tief fliegt, dann bedeutet das Regen. Sie steht für häusliches Glück, galt schon im Mittelalter als ein glücksbringendes Tier, man mußte sie sorgfältig hüten und durfte sie nicht verletzen oder gar töten. In Ägypten wurde sie der Göttin Isis, der Göttin des Lichts, geweiht. Fast alle Völker haben den Glauben an das gute Omen, das die Schwalben darstellen. 

Im Zusammenhang mit seiner Suche nach der Mythologie der Schwalbe hat Hamish noch einen ganz feinen Bericht gefunden, der bestimmt für alle hier interessant ist, denn wir alle sind doch Tier- und Vogelliebhaber, hier ist also der Link zu dem Bericht, den Hamish ganz stolz entdeckt hat:

https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/artenschutz/schwalben/13712.html

Eigentlich wollten wir hier dann unsere Sonntags- und Pfingstfestausgabe mit neuen Bildern von unseren Pfingstrosen im Garten abrunden, aber da tut sich noch nix, da müßt ihr noch ein bissel drauf warten. 

Und damit wünschen wir euch allen nun ein frohes, gesegnetes und schönes Pfingstfest, wenn es irgendwie geht, laßt die Sorgen außen vor, und laßt euer Gemüt wie eine Schwalbe hoch und frei in den Himmel fliegen, und auch, wenn die Sonne die Feiertage nicht beleuchtet, laßt es euch nicht verdrießen und habt einfach Sonne im Herzen. Vielleicht macht euch noch ein Lied, das wir so gerne noch in diesen Eintrag mit hineinnehmen wollten, richtig gute Laune, wir jedenfalls haben sehr vergnügt dabei geguckt und mitgesungen! 

Hier wäre der Text zum mitsingen, bitte, nicht lachen über die Schreibweise bei dem Link, ich hab auch die Augen verdreht, aber besser konnte ich es nicht finden, eher noch schlechter! 🙄

https://www.flashlyrics.com/lyrics/fred-bertelmann/schwalbenlied-93

Ein wunderschönes, frohes Pfingstfest wünscht euch noch einmal euer Redaktionsteam vom Grafschafter Wochenanzeiger mit Mimi in heaven

Otto und Luzia. 

Habts fein!  

 

 

 

 

Grafschafter Wochenanzeiger – Kleine Alltagsfreuden

Von der Freude

„Sage“, sprach ich, „holde Freude,
sage doch, was fliehst du so?
Hat man dich, so fliehst du wieder!
Niemals wird man deiner froh.“

„Danke“, sprach sie, „dem Verhängnis!
Alle Götter lieben mich;
wenn ich ohne Flügel wäre,
sie behielten mich für sich.“

(Johann Nikolaus Götz, 1721 – 1781, deutscher Geistlicher, Epigrammdichter und Übersetzer)

Hallo, ihr lieben Leser alle vom Grafschafter Wochenanzeiger am heutigen Sonntag, dem letzten Tag des 1. Monats des Jahres, dem Januar. Kaum zu glauben, daß der schon wieder um ist. Wir hatten ja im letzten Sonntagsblatt schon berichtet, daß es langsam schwierig wird, noch neue Themen zu finden, und so werden unsere freitäglichen Redaktionssitzungen hier immer zu einem Gedankenmarathon, lach! So auch wieder an diesem vergangenen Freitag, aber es geht eben nichts über ein gut eingespieltes Redaktionsteam, und so hatte dieses Mal mein gesamtes Bärenteam die zündende Idee: Kleine Alltagsfreuden!

Mein Team sitzt ja unter der Woche auch nicht untätig hier rum, lach, sie nehmen ja doch auch an meinem Alltag teil, und da sie alle gute Beobachter sind, fällt ihnen natürlich auf, über was sich die Frau Chefredakteurin untertags so vor sich hin freut. Und aus alle dem, über was speziell ich und im allgemeinen auch mein Team sich gefreut haben, da machen wir euch jetzt euer wohlvertrautes Sonntagsblatt vom Grafschafter Wochenanzeiger:

Beginnen wollen wir mit …..Schnee! Ja, lach, es gab ihn doch am letzten Wochenende noch in unserer Grafschaft, wieder einmal nächtens, und dieses Mal ist die Frau Chefredakteurin aufgeblieben, um ihn wenigstens in den Morgenstunden noch einigermaßen liegend und bei besserem Licht fotografieren zu können, Vorhang auf für die ersten Schneebilder aus der Liricher Grafschaft: 

 

Frühmorgens zur blauen Stunde, selbst die Straßenlaternen sind noch an. 

Und guckt mal, auch der rote Stern, der immer einer der ersten bei der Adventsbeleuchtung hier ist, leuchtet noch mit uns hier oben im Eulennest um die Wette! 

Mein Bärenteam drückte sich die Nasen an der Scheibe platt, nun auch endlich mal Schnee in der Grafschaft!

Auch hinten raus: Ein Wintermärchen

Würde eigentlich wieder für einen Schneemann reichen, aber bis die Kinder soweit waren, war schon fast die ganze Pracht wieder futsch. Bis jetzt sind wir recht stiefmütterlich behandelt worden hier, was den Schnee anbelangt. 

Jetzt kommt Kunst! 😂

Mein Team war entzückt von dem Bild, und ja, das ist immer noch die kleine elektrische Kerze, die seit November 2019 ! mit einer Batterie brennt. 

Ein treues Kerzchen, da wirkt der Kranz wie Sieger-Lorbeer! 😊

Ein Spitzenvögelchen, über das jetzt Ursel schmunzeln wird. 

Die nächste feine kleine Alltagsfreude wurde ebenfalls sämtlichen Redaktionsmitgliedern zuteil, denn die Frau Chefredakteurin hatte Schokoladenhunger und demgemäß einen…..nein, gleich drei herrliche Schokoladenkuchen gebacken. 😉😊😋

Da sind sie, ganz frisch aus der Form

und sowohl die Anzahl als auch die Form haben eine kleine Geschichte: Es war einmal eine Frau Chefredakteurin, die wollte einen feinen Schokoladenkuchen mit Schokoladenguß backen, aber oh Schreck! es gab im dafür vorgesehenen Fach für die Kuchenformen keine Kastenform mehr! Und nun? Na, dann nehmen wir eben die:

Glasformen, drei an der Zahl, genau ausreichend für die Menge an Teig, hier schon abgestellt zum spülen nach dem backen. 

Mit den Glasformen läßt sich prima backen, die Kuchen „flutschten“ regelrecht raus! 

Und nun die Schoko-Glasur:

Herrliche Matscherei mit Pinsel und Fingern, ihr könnt euch sicher alle vorstellen, daß mein Bärenteam mit heißen Wangen dabei war, und die Hälfte der Schoko-Glasur auf Bärentatzen landete! 🤣

Aber das Ergebnis konnte sich sehen und vor allen Dingen schmecken lassen:

Das ganze schreit nach Wiederholung, auch wenn die Küche hinterher entsprechend aussah:

Wozu hat der Mensch eine Spülmaschine! Und da kommt gleich die nächste Alltagsfreude ins Spiel, über die meine Bären jedes Mal schmunzeln: Anfang 2020 war hier ein Ventil für den Wasserzulauf der Spülmaschine defekt, ebenso war auch der Wasserkran in der Küche marode, es gab nur noch kaltes Wasser, weil der Heißwasserkran „eingerostet“ war und auch nicht mehr gängig gemacht werden konnte, mein Vermieter ist nicht unbedingt der schnellste bei solchen Sachen, langer Rede kurzer Sinn: Hier ist einige Zeit dann von Hand gespült worden mit der Beschaffung des heißen Wassers mittels Wasserkocher. Ich hasse spülen!!! 😝 Nach unangemessener Wartezeit kam er aber, der Handwerker, und mit ihm 

der schicke neue Wasserkran, das reparierte Ventil und ……die wieder voll funktionsfähige Spülmaschine! Das ist nun auch schon wieder eine ganze Weile her, aber ich strahle wirklich regelmäßig noch beim bedienen dieses schicken neuen Krans und beim befüllen und anstellen meiner Spülmaschine! 😊 Alltagsfreuden! 

Ein wenig neuer ist die Freude über dieses Teil

oh, neuer Kühlschrank, hör ich euch fragen, nee, eigentlich eines meiner altgedienten Küchengeräte, an dem aber nach Abbruch der Einhängung der Türe fürs Tiefkühlfach selbiges nicht mehr so recht funktionierte, im übrigen der Kühlschrank auch mal wieder abgetaut werden mußte, er hat zwar eine Abtauautomatik, aber die macht nicht immer, was sie soll, so muß ich ab und an „von Hand“ ran, und siehe obige Schneebilder, das Wetter war glänzend für eine solche Aktion, Kühlschrank ausräumen, alle Sachen gut und vor allem kalt auf Balkonien gelagert, abtauen, auswaschen, wieder in Betrieb nehmen, Türe für Tiefkühlfach mit Trick 17 (mit Klebeband, hihihi!) reparieren, Kühlschrankthermometer einlegen…..siehe da, – 18 Grad, Tiefkühlfach wieder benutzbar! Wie hab ich mich danach über Tiefkühlpommes und Eis gefreut, lach, das hab ich doch eine Weile entbehren müssen. 

Mäuschen an der Kühlschranktüre freut sich mit!

Es ist schon länger die Anschaffung einer neuen Kühl- und Gefrierkombi geplant, finanziell auch gesichert, aber da hat mir die Pandemie ein bissel einen Strich durch die Rechnung gemacht, ich möchte das nicht bestellen, sondern sehen, gucken, anfassen, hihihi, also im Laden, so lange, bis das wieder vernünftig geht, wird es so, wie es jetzt ist, langen, ich brauch auch ein spezielles Maß, nämlich schmal, also unter 50 cm in der Breite! Und da ist nun der wieder voll funktionierende Kühlschrank mit dem Tiefkühlfach auch eine meiner täglichen Alltagsfreuden! Die so wichtig sind in dieser verrückten Zeit!

Bei der nächsten Freude können wir mit Bildern noch nicht dienen: Die Kinder haben eine neue Wohnung! 

Nach den diversen Wasserschäden durch den über ihnen wohnenden Mieter und dem euch ja geschilderten Diebstählen der Fahrräder und eines Keyboardes aus dem verschlossenen Keller haben sie sich ja umgeguckt nach einem neuen Domizil, und nun hat es ganz schnell geklappt, genau das, was sie gesucht haben, ein Zimmer mehr als jetzt, wieder mit Balkon, größer als vorher, Erdgeschoß, Gartenmitbenutzung, allerdings nicht mehr auf der „schäl Sick“ 

https://de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%A4l_Sick

sondern in Köln-Ehrenfeld! Nun werden Pläne geschmiedet, Zimmer virtuell neu eingerichtet, und ich hoffe, alles läuft zu ihrer Zufriedenheit, in diesen Zeiten ja auch nicht gerade einfach, umzuziehen, aber es war so ein passendes Angebot, und die sind gerade in einer so großen Stadt wie Köln auch nicht so reich gesät! Also Daumendrücken für gutes Gelingen! Die Wohnung wird noch grundsaniert und renoviert, also quasi ein Erstbezug! 

Das ganze hat natürlich bei eurer Frau Chefredakteurin wieder das „Puppenstubengen“ ins Leben gerufen, lach, ich richte für mein Leben gern Zimmer ein, leider kann ich vor Ort bei den Kindern derzeit ja nicht gut behilflich sein in diesen Zeiten, na, da werden wir hier halt wieder aktiv, wir haben ja bis jetzt noch in unserer Weihnachtsdeko geschwelgt

in diesem Jahr wollte ich das so, es ist alles stehen geblieben mal wieder bis zum traditionellen katholischen Abplünderungstag am 2. Februar, Maria Lichtmeß, Ende der traditionellen Weihnachtszeit. So werden wir es uns an diesem Sonntag nochmal gemütlich machen darin, und am Montag ist dann auch hier Schicht im Schacht, alles wird wieder eingeräumt! Und dann leg ich hier endlich los in unseren Redaktionsräumen, diverse Pläne hab ich ja schon lange, dazumalen Mimis wegen auf Eis gelegt, das umräumen wollte ich ihr nicht mehr zumuten. Nu aber! Und wir werden berichten! Und ich hoffe, es läuft alles besser als in dem Lied von Reinhard Mey, das auch zu den kleinen Alltagsfreuden in den vergangenen Tagen hier zählte, weil man sich derzeit doch sehr nach der Erfüllung des Refrains sehnt: 

https://www.reinhard-mey.de/texte/alben/bei-ilse-und-willi-aufm-land

Für die Pausen zwischen den Arbeiten oder zur Erholung am Abend von selbigen steht hier derzeit wieder einiges an neuem Lesestoff zur Verfügung, auch Alltagsfreuden, oder Telefonate mit meiner Freundin hier, die sich den Beginn ihrer Rentier-Laufbahn auch anders vorgestellt hat als mitten in den Einschränkungen einer Pandemie! Sei’s drum, wir sind gesund und unsere Lieben auch, das ist derzeit die Hauptsache und nicht nur eine Alltagsfreude, sondern ein tägliches Dank- und Bittgebet!

So, ihr lieben Leser alle, das waren sie nun, unsere täglichen kleinen Alltagsfreuden, wir hoffen sehr, daß es solche oder ähnliche auch bei euch gibt, man muß sie eben aufpicken, die kleinen Glücke, und sie sind soviel wert! 

In diesem Sinne wünschen wir euch allen wieder einen schönen, gemütlichen Sonntag, paßt alle gut auf euch auf und bleibt oder werdet gesund, kommt am Montag alle wieder gut in die neue Woche und den zweiten Monat des Jahres, Februar, euer Redaktionsteam vom Grafschafter Wochenanzeiger mit Mimi in heaven

Otto und Luzia. 

Habts fein!  

Grafschafter Wochenanzeiger – Das Wort zum Sonntag

Ostpreußenlied

Land der dunklen Wälder
und kristall’nen Seen,
über weite Felder
lichte Wunder geh’n.

Starke Bauern schreiten
hinter Pferd und Pflug,
über Ackerbreiten
streicht der Vogelzug.

Und die Meere rauschen
den Choral der Zeit,
Elche steh’n und lauschen
in die Ewigkeit.

Tag ist aufgegangen
über Haff und Moor,
Licht hat angefangen,
steigt im Ost empor.

(Erich Hannighofer, 1908 – seit 1. Januar 1945 vermißt)

Hallo, ihr lieben Leser alle vom Grafschafter Wochenanzeiger, nun hat sie uns wohl erwischt, die zweite Welle von Corona, überall steigen die Fallzahlen, viele Großstädte sind mittlerweile Risikogebiete, daß doch wieder ein bissel unbeschwertere Leben wird zunehmend wieder schwieriger und unsicherer. Als wenn das alles nicht schon schwer genug wäre, wird natürlich auch das Geschrei und Gekeife der schwurbelnden „Freiheitsberaubten“ immer lauter und immer asozialer, es ist kaum noch zu ertragen, zu irgendwelchen Nachrichten noch Kommentare zu lesen. Und so kommt zu unserem heutigen Sonntagseintrag mal das Wort bzw. Vorwort zum Sonntag:

Wir haben eine weltweite Pandemie, daran gibt es nichts zu drehen und zu deuteln, der kann man nicht mit verdrehten Zahlen und verdrehten Verschwörungstheorien beikommen, da hilft nur gesunder Menschenverstand und und soziale Kompetenz, sprich Mitmenschlichkeit, da müssen wir uns ALLE in Verzicht, Vorsicht und Rücksicht üben, und das bedeutet das einhalten der AHA-Regeln, Abstand halten, Hygiene beachten, Alltagsmaske tragen. Keiner, wirklich keiner, ist gefeit, niemand weiß sicher, ob ihn sein vielleicht noch junges Alter schützt, und selbst die Experten können uns nicht sagen, was für Folgeschäden selbst nach milden Verläufen in naher oder ferner Zukunft noch möglich sind. Und wie sich das Virus noch weiter entwickelt und/oder in welche Richtung. Wir sitzen alle in einem Boot, und all die Vernünftigen weltweit wollen nicht, daß wir das vor die Wand fahren. Wer jetzt immer noch wie ein Kindergartenkind (und selbst die sind heute mitunter schon gescheiter!) trotzig mit den Füßen aufstampft und schreit „ICH will aber…..feiern, reisen, uneingeschränkt alles tun was ICH will, ohne Rücksicht auf Verluste…..“, der muß sich halt auch wie ein Kind behandeln lassen und mit empfindlichen Konsequenzen für sein Handeln rechnen. Steht so nämlich schon im von eben diesen Leuten so viel zitierten Artikel 1 des Grundgesetzes: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ Da steht nix von Freiheit eines einzelnen Volldeppen steht über allem! Die endet nämlich da, wo die des anderen beginnt. 

So, ihr lieben Leser alle, das mußte mal raus! Daß ich bei euch allen hier damit offene Türen einrenne, ist mir durchaus bewußt, aber manchmal muß man einfach trotzdem etwas schriftlich niederlegen, um sich vom innerlichen wütenden Druck zu befreien angesichts all der Covidioten da draußen! Danke, daß ihr mir zugehört habt! 

Und nun kommen wir endlich zu dem Teil unserer heutigen Sonntagsausgabe, auf den sich mein Team und ich schon so gefreut haben. 

Herbstzeit ist Erinnerungszeit, und so saß mein Redaktionsteam bei der freitäglichen Redaktionssitzung 

mit Mimi in heaven bei einer Tasse Tee und Kerzenschein und blätterte in diversen Unterlagen, um über einen Eintrag fürs Wochenende abzustimmen. Ruddi hatte dabei das Poesiealbum der Frau Chefredakteurin beim Wickel, und das gesamte Bärenteam schaute ihm interessiert über die Schulter. 

„Sag mal, Frau Cheffin, steht da eigentlich auch dein Lieblingslehrer drin, von dem du uns schon so oft erzählt und wohl auch schon oft was geschrieben hast?“ fragte Ruddi. „Ja, natürlich, Ruddi, komm, ich zeig es euch!“ 

„Das ist jetzt 56 Jahre her, daß mir mein Lieblingslehrer diese Zeilen von seinem Lieblingsdichter Werner Bergengruen in mein Poesiealbum schrieb, die ich als Kind noch nicht so verstanden habe, heute aber schon.“ 

Die auf mich gerichteten fragenden Augen meines Teams machten mir dann klar: Sie wollten einen Eintrag über meinen Lieblingslehrer, der schon so oft hier im Blögchen und auch im Grafschafter Wochenanzeiger präsent war. Nichts lieber als das! Zumal du, lieber Bruno, seinen Vornamen trägst, der war schon mit Bedacht gewählt, als du als asylsuchender Berliner Bär hier eingetrudelt bist, denn auch mein Lieblingslehrer war ein Flüchtling, er stammte aus Ostpreußen und ist getreckt, hat dann irgendwann in meiner Heimatstadt auch seine neue Heimat mit seiner Familie, Frau und Sohn, gefunden, aber das Heimweh hat ihn nie verlassen, deshalb auch das Ostpreußenlied als Gedicht im heutigen Eintrag. 

https://de.wikipedia.org/wiki/Ostpreu%C3%9Fen

Wie oft er uns von diesem seinem schönen Land erzählt hat. Er war Konrektor an unserer Schule, sein Freund und Kollege war unser Rektor, er stammte aus Pommern. 

https://de.wikipedia.org/wiki/Pommern

Auch von dort wußte mein Lehrer zu berichten, und so entstand in meiner Kinderseele aus seinen Erzählungen die Sehnsucht nach einem Land, das ich nicht kannte, aus dem Gedächtnis des Lehrers in das Gedächtnis des ihm zuhörenden Kindes: Masurische Seenplatte, Kurisches Haff, Kurische Nehrung, Bernstein, Elche, dunkle Wälder, lichte Seen, Ostsee! 

https://de.wikipedia.org/wiki/Masurische_Seenplatte

https://de.wikipedia.org/wiki/Kurisches_Haff

https://de.wikipedia.org/wiki/Kurische_Nehrung

Als mein Lieblingslehrer unser Lehrer wurde, waren wir im 4. Schuljahr, die älteren Klassen hatten uns alle vor ihm gewarnt, er wäre sehr streng. Und außerdem der Freund des Rektors! Meine Klasse und ich, wir waren aber sehr unerschrockene Schüler, lach, und ließen das mal auf uns zukommen, und siehe da, der so propagierte Lehrer erwies sich als absoluter Glücksfall für uns, wir kamen so gut zusammen zurecht, vielleicht hatten wir uns gesucht und gefunden, das kommt ja schon mal vor im Leben. Ich kann das wirklich mit Fug und Recht behaupten, denn bei unserem jetzt auch schon wieder länger zurückliegendem Klassentreffen nach über 40 Jahren haben mir das alle meine Mitschüler/innen bestätigt, sie schwärmten alle noch von ihm. 

Unterricht kann ja auch schon mal langweilig und ermüdend sein und immer wenn das der Fall war, fragten wir unseren Lehrer nach seiner Heimat und haben die schönsten Geschichten erzählt bekommen aus seinem Leben dort. Flutsch, war die Schulstunde zu Ende!  

Er war es auch, der meine Liebe zum Blockflötenspiel weckte, weil er selbst sehr gut spielen konnte, ich hab so doll geübt, und irgendwann haben wir dann das „Pommernlied“ zusammen gespielt, zweistimmig, was war ich stolz!

Ich hab euch mal zwei Fassungen des Lieds eingestellt, bei der zweiten ist der komplette Text sowohl eingeblendet als steht auch unten drunter bei „mehr anzeigen“! 

Auch die Liebe zu Theodor Storm, meinem Lieblingsdichter, hab ich meinem Lehrer zu verdanken, er weckte das Interesse für Literatur und begann damit mit Storms „Immensee“.

Die Liebe zu Gedichten ging damit Hand in Hand, mein Lehrer liebte Gedichte und brachte sie uns nahe, er ließ uns aber nicht nur auswendig lernen, sondern legte sehr viel Wert auf die Betonung beim vortragen. Ich erinnere mich noch so genau an sein Lieblingsgedicht „Die Frauen von Nidden“ von Agnes Miegel, in dem diese Zeilen vorhanden sind:

„Drei Tage lang, drei Nächte lang,
Wimmernd im Kirchstuhl die Glocke klang.
Am vierten Morgen, schrill und jach,
Ihre Stimme in Leide brach.“

Das wollte er so vorgetragen haben, daß man die Schwingung der Glocke in den ersten Zeilen quasi „hörte“, ich kann es heute noch genauso. So hat er uns gelehrt, die Musik in der Sprache zu erfühlen. Und so machten Gedichte Freude, und es ist irgendwie auch ein kleiner Tribut an ihn und seine Unterrichtsmethoden, wenn ich noch immer hier jeden Eintrag mit einem Gedicht beginne. 

Mein Lehrer war es auch, der mich zum Vorlesewettbewerb als beste Leserin meiner Schule anmeldete beim großen Vorlesewettbewerb aller Oberhausener Schulen, bei dem ich den 5. Platz belegt habe mit dem vorlesen aus dem Buch „Die kleine Hexe“ von Otfried Preußler. Der Wettbewerb fand in einem Herbst/Winter am späten Nachmittag statt, da war es nach Beendigung schon dunkel, und mein Lehrer, der natürlich dabei war, brachte mich dann treulich zu Fuß! nach Hause. 

Wir sind dann mal in einem Winter mit mehreren Klassen zum Schneevergnügen ins Sauerland gefahren, nach Meinerzhagen, mit dem Zug, und auf der Rückfahrt wurde ein Gesangswettbewerb ausgerufen, an dem die mitfahrenden Schulklassen sich beteiligen konnten, außer Literatur war die zweite Leidenschaft meines Lehrers die Musik, wir haben viel und oft gesungen, zwei- und dreistimmig, und so meldete er uns natürlich kurzerhand zu diesem Wettbewerb an. Aber was sollten wir singen? Es wurde der „König in Thule“ vorgeschlagen, denn den konnten wir rauf und runter, lach, und auch richtig schön mehrstimmig, gesagt, getan, geübt, teilgenommen……und den dritten Platz belegt! Was waren wir stolz, und unser Lehrer hat gestrahlt wie ein Honigkuchenpferd, es war auch ein Preis damit verbunden, ein Geldpreis für unsere Schulbücherei. Wie passend! 

Auch hier zwei Versionen des Liedes, das wir gesungen haben, beim zweiten steht ebenfalls der Text unter „mehr anzeigen“! 

Ihr werdet jetzt sicher lachen, aber von meinem Lieblingslehrer ist mir sogar sein Lieblingsduft noch in Erinnerung, „Old Spice After Shave“, auch Gerüche können Erinnerungen wecken! 

Ja, ihr lieben Leser unseres Grafschafter Wochenanzeiger, da kommen wir nun mal langsam zum Schluß unserer Sonntagsausgabe. Viel Text dieses Mal, aber zum Ende hin gönnen wir euch gleich auch noch ein paar schöne Herbstbilder, passend dazu, daß der Herbst Erinnerungen weckt! 

Dann gibt es jetzt noch das oben eingestellte Gedicht als Lied

Text wird eingeblendet und steht unter „mehr anzeigen“

und ein Lied von Reinhard Mey, mit der er seiner Lieblingslehrerin gedenkt

https://www.reinhard-mey.de/texte/alben/charlotte

und damit wünschen wir euch allen nun einen wunderschönen Sonntag mit vielen schönen Erinnerungen! Paßt auf euch auf, bleibt oder werdet gesund, es werden wieder bessere Zeiten kommen, in diesem Sinne wünscht euch alles Liebe und Gute euer Redaktionsteam vom Grafschafter Wochenanzeiger

mit Mimi in heaven und Otto und Luzia, den Freelancern. 

Habts fein!  

Langes Fädchen – faules Mädchen!

Wochenbrevier

Am Montag fängt die Woche an.
Am Montag ruht der brave Mann,
das taten unsre Ahnen schon.
Wir halten streng auf Tradition.

Am Dienstag hält man mit sich Rat.
Man sammelt Mut und Kraft zur Tat.
Bevor man anfängt, eins, zwei, drei,
bums – ist der Dienstag schon vorbei.

Am Mittwoch fasst man den Entschluss:
Bestimmt, es soll, es wird, es muss,
mag kommen, was da kommen mag,
ab morgen früh am Donnerstag.

Am Donnerstag fasst man den Plan:
Von heute ab wird was getan.
Gedacht, getan, getan, gedacht,
inzwischen ist es wieder Nacht.

Am Freitag geht von alters her,
was man auch anfängt, stets verquer.
Drum ruh dich aus und sei belehrt:
Wer gar nichts tut – macht nichts verkehrt.

Am Samstag ist das Wochen-End,
da wird ganz gründlich ausgepennt.
Heut anzufangen, lohnt sich nicht.
Die Ruhe ist des Bürgers Pflicht.

Am Sonntag möcht‘ man so viel tun.
Am Sonntag muss man leider ruhn.
Zur Arbeit ist es nie zu spät.
O Kinder, wie die Zeit vergeht.

(Fred Endrikat )

Nun ist das neue Jahr schon 14 Tage alt, und da sind sie endlich mal wieder, die Fragezeichen in euren Augen: Häääh??? Der Titel harmoniert ja noch mit der Girlande, das Gedicht paßt zum Montag, aber wohin führt das alles?

Zu einem kunterbunten Montagseintrag, denn eigentlich wollten wir beide, meine Mimi und ich, euch schon einen Wochenend- bzw. Sonntagseintrag machen, aber wir waren sooooooo faul!  Dabei wollten wir  am Sonntag, dem 13. Januar, zum berühmten St. Knut’s Day unserem Zauberbären in heaven zu seinem Namenstag gratulieren, was wir hiermit nachholen: Liebe Namenstagsglückwünsche für dich, lieber Knut!  Dein Namenstag ist ja auch gleichzeitig in Schweden, Norwegen und Finnland das Ende der zwanzigtägigen Weihnachtszeit, und so werden wir uns wohl am heutigen Tag auch so langsam von unserer Weihnachtsdekoration trennen, bissel verspätet (ich sag’s doch, wir sind so faul, lach, Winterschlaf oder Frühjahrsmüdigkeit, hihihi!) und einige Sachen bleiben auch noch bissel stehen bis zum 2. Februar, wenn das offizielle Ende der Weihnachtszeit auch in der katholischen Kirche erreicht ist. Wollten wir euch noch ein bissel von unserer schönen Deko zeigen, auch das holen wir dann heute nach.

 Unsere neue Weihnachtsbaumkugel von Ursel, über die wir uns so gefreut haben!!! Danke, Ursel!

Schöne rote Schmücke am Adventskranz

 und die feine letztjährige Schleife, das neue Schleifenband vom Adventskranz, das zur letzten Weihnachtszeit die rot-grün-Ära eingeläutet hat.

Bissel dunkel, aber doch wohl erkennbar: Neuer kleiner Spitzenanhänger mit Schaukelpferd, von Brigitte aus Plauen eingeritten, hihihihi!

Und wir hatten noch gar kein Bild vom weihnachtlich geschmückten Balkonien, wird ebenfalls nachgeholt:

Leider war/ist das Wetter so unsäglich trüb und grau und doof, da ging das fotografieren irgendwie nicht besser.

Am Sonntagnachmittag gab es nochmal weihnachtliches Kaffeetrinken mit meinem Weihnachtsgeschirr

nun wird auch das wieder eingeräumt.

Zu unserer Faulheit und Müdigkeit trug auch sicher das absolut unsägliche Wetter der letzten Tage bei, es wurde gar nicht richtig hell, dunkelgrau war die vorherrschende Farbe und es regnete ohne Unterlaß, und auch, wenn er wirklich nötig ist, der Regen, er tut das, was ich im heißen Sommer 2018 schon erwartet hatte, als wir uns alle nach ihm sehnten: Er nervt, lach!

Grafschafter Tristesse, selbst Burg Lirich ist im Nebel und Dauergrau verschwunden

das war am eigentlich hellerlichten Tag, und überall sind die Lichter an. Mimi fand das auch sehr öde, aber als Katze ist sie ja von Haus aus Pragmatikerin und machte das beste aus diesem Sauwetter:

Sie verschlief die Ödnis in ihrer gemütlichen und geliebten Hängematte! Lediglich abends vor Fütterungszeit der Raubtiere tauchte sie wieder aus den tiefsten Tiefen der gemütlichen Höhle auf:

Schwänzchen schläft noch, hihihihi!

Hej, gibt es nun bald Abendbrot? Mach hinne, Frauchen!

Ja, so sind die faulen Tage so verdümpelt hier bei uns, aber, hör ich euch fragen, gut, so ist das faule erklärt vom Titel, aber was ist denn bloß mit dem langen Fädchen? Jaaaa, seht ihr, soooo faul war nämlich zumindest ich nicht, wenn schon Usselwetter und Ödnis draußen, ist es ja drinnen, vor allem mit dem halt noch vorhandenen Weihnachtsschmuck, doch umso gemütlicher, und was mach ich dann gerne, wenn es so gemütlich ist? Genau, ihr seid gut, handarbeiten! Und so sind infolge der usseligen Tage hier wieder zwei neue Bewohner der Gattung Lesezeichen-Tiere eingezogen, lach, die sich jetzt mal vorstellen wollen, und damit ist nun auch das lange Fädchen erklärt:

Ein bissel schüchtern im Dunklen, aber jetzt:

Hallo, wir sind die neuen Lesezeichen, rechts bin ich, Rudolph Rotnase, Rentier des Weihnachtsmannes, und links neben mir, daß ist der kleine Polarfuchs Icie! Der Kumpel ganz rechts, das ist ein ganz niedliches Kanten-Rentier, weil es so schön paßte, wollte er unbedingt mit aufs Bild.

Icie

Rudolph Rotnase

 Kantenrentier

 Ist mein Geweih nicht schick geworden?

 Und Icie hat so schöne blaue Augen!

 Wie es sich gehört, wir zwei beide im Buch! Da kann man uns auch unten sehen, hihihihi!

 Mal in voller Länge und ganzer Schönheit!

Meine rote Rudolph-Rotnase mal ganz nah!

Hab ich richtig Spaß, daß ich wieder zwei feine Lesezeichen-Tiere fertig habe, und da es um ein Rentier ging, bin ich mal bissel in der Wohnung rumgestöbert, außer dem Kanten-Rentier treibt sich hier ja noch mehr nordisches Getier rum.

 Das ist Knut, mein Türstopper-Elch!

 Meine Elchfamilie!

Die zwei sind Klämmerchen, süß, nicht wahr, Päckcheninhalt von Brigitte/Plauen!

Der Knuffling hängt am Küchenfenster, dank der Spiraldrähte kann er herrlich „hopsen“!

Auf dem Gardinenbord elcht es auch!

Ich hab auch schon wieder was neues in Arbeit, handarbeitlich, es geht „tierisch“ weiter, denn ich stricke zur Zeit auf Wunsch der Mama von der kleinen Nichte meiner Kinder einen Schal, ihr könnt euch sicher schon denken, welches Tier es wird, denn die Vorliebe für Ratten von der kleinen Maus habt ihr ja bildlich schon bei den Hochzeitsfotos der Kinder gesehen, ich zeig ihn euch, wenn er fertig ist. Langeweile kehrt ja auch nach der Fertigstellung noch nicht ein, denn es wartet ja noch mein Gewinn auf seine Fertigstellung, der kleine gehäkelte Eisbär, da könnt ihr euch eh schon mal drauf vorfreuen, denn da hab ich noch was feines für vor, wenn er mal sich fertig hier vorstellt.

Tja, da wären wir nun langsam am Ende vom heutigen Eintrag angelangt, aber bei dem „herrlichen“ Wetter draußen und dem wieder einmal vor allem mir fehlendem Schnee in unserer Grafschaft mach ich zum Schluß nochmal eine kleine „Frühlingsgalerie“, mit Tulpenbildern, denn die sind ja jetzt schon so ein schöner Farbtupfer in der grauen Ödnis.

Damit wünschen wir beide euch nun einen wunderschönen Montag, macht es euch fein, egal, bei welchem Wetter, und startet alle gut in die neue Woche!

Habts fein wünschen  Mimi und Monika.

 

 

 

Türchen 18

  

MiBuRo  A d v e n t s k a l e n d e r

Türchen 

Geburt Christi

Hättest du der Einfalt nicht, wie sollte
dir geschehn, was jetzt die Nacht erhellt?
Sieh, der Gott, der über Völkern grollte,
macht sich mild und kommt in dir zur Welt.

Hast du dir ihn größer vorgestellt?

Was ist Größe? Quer durch alle Maße,
die er durchstreicht, geht sein grades Los.
Selbst ein Stern hat keine solche Straße.
Siehst du, diese Könige sind groß,

und sie schleppen dir vor deinen Schoß

Schätze, die sie für die größten halten,
und du staunst vielleicht bei dieser Gift -:
aber schau in deines Tuches Falten,
wie er jetzt schon alles übertrifft.

Aller Amber, den man weit verschifft,

jeder Goldschmuck und das Luftgewürze,
das sich trübend in die Sinne streut:
Alles dieses war von rascher Kürze,
und am Ende hat man es bereut.

Aber (du wirst sehen): Er erfreut.

(Rainer Maria Rilke)

Wir setzen ein ungeschriebenes Gesetz in den Adventskalendern hier im Blögchen der vergangenen Jahre fort: Türchen zwischen 16 und 18, davon hatte mindestens eines einen „Einbruch“, soll heißen, es war kürzer als die anderen. Aus unterschiedlichen Gründen, dieses Mal bin ich einfach ein bissel „müdchen“!

Trotzdem ist mir noch was Hübsches eingefallen, hoffe ich wenigstens, ihr erinnert euch an dieses Buch beim Eintrag vom Türchen 16?

Ich hab was ganz feines im Netz gefunden, das präsentiere ich euch hier

das Buch als Hörbuch mit den Bildern aus dem Buch, so habt ihr mal einen richtigen Einblick.

Die Kürze dieses Türchens hat dann auch noch einen Nebeneffekt: Es lenkt die Aufmerksamkeit auf das Wesentliche, das wichtigste an Weihnachten:

Auf das Kind in der Krippe.

Euer aller Co-Autor, meine Mimi, findet das auch, hat gesucht und ein liebes kleines Bild gefunden, an dem auch eine Katze an der Krippe sitzt, guckt:

Suchbild!

Wir wünschen euch allen einen schönen Dienstag, laßt es ruhig angehen in den letzten Vorbereitungstagen vor dem großen Fest, und wir hoffen, ihr seit vom kurzen Türchen nicht enttäuscht!

Habts fein wünschen  Mimi und Monika.

Türchen 16

  

MiBuRo  A d v e n t s k a l e n d e r

Türchen 

Vom Schenken

Schenke groß oder klein,
aber immer gediegen.
Wenn die Bedachten die Gabe wiegen,
sei dein Gewissen rein.

Schenke herzlich und frei.
Schenke dabei,
was in dir wohnt
an Meinung, Geschmack und Humor,
so dass die eigene Freude zuvor
dich reichlich belohnt.

  

Schenke mit Geist ohne List.
Sei eingedenk,
dass dein Geschenk –
Du selber bist.

(Joachim Ringelnatz)

Das ist ein richtig schönes Gedicht von Joachim Ringelnatz, ich mag es sehr, und bei dem Thema schenken, das ja in der Weihnachtszeit von großer Bedeutung ist, hab ich überlegt, was ich denn dazu einstellen könnte, was man (außer Puppen und Bären natürlich, lach!) noch so richtig gern unter dem Weihnachtsbaum hätte, und, wie könnte es anders sein bei mir Leseratte, was fiel mir ein? Bücher natürlich!

Und deshalb zeig ich euch jetzt mal meine gesammelten Werke an Büchern zu und über Weihnachten, vielleicht ist ja sogar noch die eine oder andere Geschenke-Anregung dabei. Und gleichzeitig ist das hier nun auch die Fortsetzung der kleinen, losen Serie, die ich mal über all meine Bücher machen wollte und dazumalen mit den Kinderbüchern begonnen habe. Los geht’s!

Da sind sie alle, meine Schätze von und über Weihnachten! Dieses hier

lag oben drauf und ist auf dem Gesamtbild nicht so gut zu sehen gewesen.

 Das sind die Lesebücher, ich denke mal, „Ein Weihnachtslied“ von Charles Dickens ist bestimmt allen bekannt. Kästners „Interview mit dem Weihnachtsmann“ haben mir mal die Kinder zu Weihnachten geschenkt, weil ich Kästner so liebe, das ist so ein wunderschönes Buch. Auf die Bücher gehe ich später noch bissel näher ein.

 Ich bin mal ein wenig näher ran an „Ein Weihnachtslied“, und so kann man auch die Titel der beiden gesammelten Weihnachtsgeschichten besser lesen, die davor liegen.

„Ein Weihnachtslied“ oder „Ein Weihnachtslied in Prosa“ von Charles Dickens ist mit Abstand mein Lieblingsweihnachtsbuch, ich habe diese wunderschönen Ausgabe mit den Bildern von Roberto Innocenti, die Bilder darf ich nicht einstellen, aber den Buchtitel, und da ist eines der Bilder drauf, die sind so wunderschön, einfach zum reinträumen. Leider gibt es im Netz auch keine Buchvorschau mit den Illustrationen, denn diese Ausgabe wird nicht mehr aufgelegt.

Meine „Kinderbücher“ zu Weihnachten, da kommt auch noch näheres.

 Weihnachtslieder im Buch dürfen natürlich nicht fehlen, das Buch „Alle Jahre wieder“ ist eine Rarität, geh ich auch noch näher drauf ein. Dann noch ein ganz altes Buch über Weihnachtsbräuche, basteln, backen usw. Und noch ein kleines Liederheft!

Glühwein & Co. kennt ihr ja schon auszugsweise von Rezepten, „Rundum die Weihnachtszeit“ ist was besonderes und wird auch noch näher vorgestellt. Und ein kleines Heftchen von Adventsdeko.

 Dies Buch ist eine echte Rarität, aus einer einzelnen Fotografie entstand die Dokumentation aller Oberhausener Krippen mit ihrer Geschichte und ihren Geschichten. Die Autorin hat die einzelnen Kirchen in der Advents- und Weihnachtszeit besucht, und aus ihren Fotografien entstand dieses Buch, der Verlag ist auch gleichzeitig mein hiesiger Buchladen und hat früher immer alles für unsere November-Buchausstellung in unserer Kirchenbücherei zusammengestellt, als meine Freundin und ich sie noch geleitet haben. War eine schöne Zeit!

Drei Krippen stelle ich euch jetzt mal vor

St. Johannes Evangelist war meine Kirchengemeinde, als ich noch bei meinen Eltern wohnte, dort war auch meine Erstkommunion.

Die Krippe meiner jetzigen Pfarrgemeinde, St. Katharina, Oberhausen-Lirich

Und die Krippe der Pfarrgemeinde St. Barbara in Mülheim-Dümpten, am Stadtrand von Oberhausen, da bin ich immer mit meinem Papa in der Weihnachtszeit Krippchen gucken gegangen.

Ein Auszug aus dem großen Weihnachtsliederbuch, dieses Buch hüte ich wie einen Schatz, denn es ist ein Geschenk von Björns langjährigem Musiklehrer für mich mal zu Weihnachten, er war ein großartiger Lehrer und Mensch, und ist im letzten Jahr verstorben.

Das ist aus dem alten Weihnachtsbuch, sind die Zeichnungen nicht wunderhübsch? Das Buch hab ich mal auf einem Trödelmarkt aufgetrieben.

Weil es so schön ist: Noch einmal das Weihnachtslied:

 Von Charles Dickens gibt es noch Weihnachtserzählungen und Weihnachtsmärchen, die Bände hab ich auch immer in dieser Zeit wieder beim Wickel. Manchmal glaub ich, so wie im Sommer Storm-Zeit ist, ist im Winter Dickens-Zeit, lach!

Ein sehr, sehr schönes Kinderbuch, in dem Oma von vergangenen Weihnachtszeiten erzählt, mit dem man auch zusammen basteln kann, richtig „gemütlich“!

Mein Glühwein-Buch, schon die Aufmachung ist ein Hingucker!

Innen genauso stimmungsvoll wie außen!

Das ist ein zauberhaftes Buch mit ganz raffinierten Bildern:

Seht ihr das Bändchen mit den „Rauf-runter-Zeigern“ an der Seite? Da kann man dann dran ziehen, in diesem Fall nach unten am Kreis längs

dann verschiebt sich das Bild langsam und ein Bild-im-Bild wird sichtbar

So sieht dann das andere Bild darunter aus. Schön, nicht wahr? Hat Björn als Kind stundenlang gucken können, an der Seite sind noch wunderschöne Gedichte abgedruckt.

Ein kleines Advent- und Weihnachtsgedichtbändchen!

Dieses Büchlein kennt ihr schon, da hab ich schon Bilder von gezeigt, aber seit neuestem gibt es so eine liebe Geschichte davon, ich bin nämlich von einer Dame per E-Mail angeschrieben worden, ob ich von diesem Büchlein, daß sie in meinem Blögchen entdeckt hatte, wohl Titel, Autor und Verlag wüßte, sie hätte es als Kind mal besessen und könne es nicht wiederfinden. Ich konnte, und die Dame war glücklich!

 Ein Büchlein mit neuzeitlichen Weihnachtsliedern!

Kleinere Heftchen, aber auch wichtig, Deko und Gedichte!

 Dieses Buch zählt nun zu den ganz neuen und wird auch nicht lange hier bleiben, es ist nämlich für die kleine Nichte der Kinder zu Weihnachten gedacht. Wer Astrid Lindgren kennt, weiß, wie schön das ist und die Illustrationen von Lars Klinting sind wunderbar!

Zum Buch von Erich Kästner „Interview mit dem Weihnachtsmann“ stell ich mal den Klappentext ein: „Weihnachtsgeschichten und -gedichte von Erich Kästner: Ein herzerwärmendes Lesefest rund um rauschebärtige Langfinger, geschenklose Ehemänner, das Problem der Bescherungsgerechtigkeit und die wiederkehrende Erfahrung, daß am Ende des Jahres zuverlässig eine schöne Bescherung droht.“

Die „Kleine Bettlektüre zur schönen Advents- und Weihnachtszeit“ ist laut Klappentext „ein literarischer Nikolaussack mit Erlebtem, Erdachtem und Anregendem für die Großen, die uns die Zeit zwischen Nikolaus und Christfest zur schönsten des Jahres machen – und für die Kleinen, die in diesen Wochen ihre buntesten Träume träumen.“

„Frohe Weihnacht“ enthält Weihnachtsgeschichten von bekannten Autoren wie Antoine de Saint-Exupéry, Dietrich Bonhoeffer, Michael Ende und viele mehr.

Ja, ihr Lieben alle, damit sind wir hier am Ende vom literarischen Türchen 16, ich hoffe, es hat euch wieder gefallen! Zum Thema lesen hab ich noch ein paar weihnachtliche Stimmungsbilder raus gesucht

 hübsch, nicht wahr, sieht ein bissel so wie ein Wimmel-Bild aus, finde ich, da paßt es doch schön.

Ist das nicht herrlich? Ich stell mir vor, man sitzt im Wohnzimmer, schaut in den verschneiten Garten mit dem Pavillon, und liest! Mit Tee! Und Gebäck! Und Mimi, lach, und sie hatte natürlich im weiten Sinne von Bücher noch ein feines Bild bezüglich Bücher schenken

 Weihnachtsmäuse!

Wir wünschen euch allen nun von ganzem Herzen einen

Habts fein, wünschen  Mimi und Monika.

Ein kunterbunter Herbst-Montag

 Im Herbst 

Der schöne Sommer ging von hinnen,
der Herbst, der reiche, zog ins Land.
Nun weben all die guten Spinnen
so manches feines Festgewand.

Sie weben zu des Tages Feier
mit kunstgeübten Hinterbein
ganz allerliebste Elfenschleier
als Schmuck für Wiese, Flur und Hain.

Ja, tausend Silberfäden geben
dem Winde sie zum leichten Spiel,
die ziehen sanft dahin und schweben
ans unbewusst bestimmte Ziel.

Sie ziehen in das Wunderländchen,
wo Liebe scheu im Anbeginn
und leis verknüpft ein zartes Bändchen
den Schäfer mit der Schäferin.

(Wilhelm Busch)

Große Ereignisse werfen in dieser neuen Woche ihre Schatten voraus, der Countdown läuft, noch 5 Tage, und dann ist die Hochzeit meiner Kinder!

Da machen wir, euer Co-Autor, meine Mimi, und ich euch nochmal einen kunterbunten Eintrag, bevor wir uns dann in eine kleine Pause hier im Blögchen begeben bis nach dem wunderschönen Termin!

Apropos Hochzeit: Mein Outfit als Bräutigams-Mutter ist ausgesucht, und ich teile es gerne hier mit euch:

Ein kurzes, graues Jäckchen ergänzt das ganze, falls es kühl werden sollte! Mein Geschenk ist auch bereits fertig verpackt, das zeig ich euch natürlich noch nicht, hihihi, da müßt ihr euch bis nach dem Fest gedulden, denn…..Feind guckt hier ab und an mit!!!

Ich bin schon ganz hibbelig und nervös und freu mich wie Bolle!

Kunterbunt hab ich euch versprochen, da kommt jetzt nochmal eines meiner gehäkelten Lesezeichen hier zu Ehren, der Lese-Fuchs, weil er farblich so wunderschön zum Herbst paßt:

 Er freut sich schon auf den Lese-Herbst, wenn die Tage wieder drinnen gemütlich werden!

Und zeigt euch auch gleich noch eine Neuerwerbung für unsere künftig anstehende Herbstdeko auf Balkonien, guckt mal:

 Ein Kürbiskopf, solarbetrieben, ich fand ihn so knuffig!

Und guckt mal, wie schön der leuchtet:

Zur Zeit leuchtet er am Wohnzimmerfenster, aber zur Herbstdeko zieht er um auf Balkonien!

Und dann haben wir auch noch Familienzuwachs bekommen, und zwar für die hier ortsansässige Familie der Nachteulen

die sich sehr darüber gefreut haben, es gab nämlich bei unserer Blogfreundin Kristina mit Mimis Freundin Rani eine einsame kleine Herbsteule, die immer ganz sehnsüchtige Augen bekam, wenn die beiden ihr von unserem feinen Eulennest hier erzählt haben, da hat Kristina sie kurzerhand auf die Reise ins grafschaftliche Eulennest geschickt, und hier ist sie wohlbehalten eingetroffen und freut sich riesig über die wunderbar zahlreiche Eulenfamilie hier bei uns, mit einer hat sie sich schon richtig herzlich angefreundet:

Wir haben sie Eulalia getauft!

 Ist sie nicht eine kleine Schönheit? Dann sagen wir auch mal herzlich willkommen hier im Blögchen, Eulalia! Sie zwinkert mal ganz schüchtern, hihihi!

Und wo wir nun schon einmal bei Tieren sind, ich hab sie ja schon des öfteren hier im Blögchen erwähnt, die beiden süßen Kaninchen, die hier mal ihr Zuhause hatten, als Björn noch bei Muttern wohnte, ich hab leider nur jeweils ein Bild von ihnen finden können, und stell sie euch mal vor:

Das war Nepomuk

 ein Halbwidderchen, ein Öhrchen stand, ein Öhrchen hing, den haben wir von den Freunden von Mimi dazumalen bekommen, die ihn aus schlechter Haltung befreit hatten und ihn selber aber leider nicht halten konnten, da haben sie an uns gedacht, haben wir uns sehr gefreut!

 Nepomuk hat sich hier auch sehr wohl gefühlt, er hatte auch Freilauf hier, wir haben viel Freude mit ihm gehabt, aber leider nicht sehr lange.

Die Nachfolge von Nepomuk trat dann Jonny Odin an, sein vollständiger Name lautete eigentlich Jonny Odin Raspelmöhre Mümmelheu von und zu lieblich Knuffeltal, lach, aber das war zum rufen zu lang, ihn haben wir aus dem Tierheim geholt.

Er war ganz schwarz, ein fröhlicher keiner Bursche, der hier gerne die Wohnung unsicher gemacht hat, oder sich beim abendlichen Fernsehgucken gemütlich unter der Wolldecke einkuschelte. Er hatte auch einen Käfig bei meiner Mama, die damals noch lebte, wenn ich mal längere Zeit ortsabwesend war, ist er dort hingezogen und hatte auch Urlaub, hihihi! Wir hatten 4 Jahre eine schöne Zeit zusammen, wie alt er vorher schon war, bevor er zu uns kam, wußten wir leider nicht.

Das Bild von ihm ist von einem schon etwas verblaßten Bild abfotografiert, deshalb ist es ein bissel undeutlich, aber so wißt ihr doch nun auch mal, wie meine Kaninchen aussahen.

Damit nun kunterbunt nicht nur von den Themen her hier vertreten ist, zeig ich euch nochmal einige Archivaufnahmen von meinen Herbstblumen

und damit schließen wir nun diesen Eintrag und wünschen euch allen einen schönen Montag und einen guten Start in die neue Woche wieder!

Wir lesen uns hier dann nach dem nächsten Wochenende wieder, bleibt oder werdet alle gesund, paßt gut auf euch auf wünschen euch  euer Co-Autor Mimi und Frauchen Monika.

Habts fein! 

 

Storm-Zeit mit Strandfeeling

Meeresstrand

Ans Haff nun fliegt die Möwe,
und Dämmrung bricht herein;
über die feuchten Watten
spiegelt der Abendschein.
Graues Geflügel huschet
neben dem Wasser her;
wie Träume liegen die Inseln
im Nebel auf dem Meer.

Ich höre des gärenden Schlammes
geheimnisvollen Ton,
einsames Vogelrufen –
so war es immer schon.

Noch einmal schauert leise
und schweiget dann der Wind;
vernehmlich werden die Stimmen,
die über der Tiefe sind.

(Theodor Storm)

Ich hatte zum beginnenden Wochenende ein bissel Sehnsucht nach heiler Welt, die zurückliegende Woche war in vielerlei Hinsicht „verschattet“, da braucht es Lichtgedanken und Bilder, die Kraft schenken und wieder nach vorne schauen lassen.

Da bietet sich immer wieder und zu allen Zeiten meine „Storm-Zeit“ und das Meer an, und so begab ich mich auf die Suche für diesen Eintrag.

Meine „Storm-Zeit“ ist euch allen hinlänglich bekannt, und auch in diesem so ungewöhnlich heißen Sommer konnte ich sie wieder genießen, das schöne alte, von mir neu erworbene „Erinnerungsbuch“ von meinem Lieblingsdichter

 hab ich wieder mit Genuß „beim Wickel“ gehabt und einmal wieder ausgelesen!

Mimis Kumpel Devil  hat zum letzten Wochenende freudig sein Frauchen nach ihrem Urlaub wieder begrüßt und befindet sich nun wieder in gewohnter Obhut, was wir beide, meine Freundin und ich, am letzten Sonntag mit einem herrlichen Klönnachmittag und -abend gekrönt haben.

Und ich hatte die große Freude, ein liebes Geschenk von meiner Freundin zu bekommen für die Betreuungsdienste fürs Katerchen, und dieses Geschenk lieferte mir jetzt den Anlaß für die Bilder dieses Eintrages, einfach mal schön in Szene gesetzt für „heile Welt“!

Tee von der Ostseeküste, der Name ist schon ein Genuß, Strandliebe, und so wie sich das anhört, schmeckt es auch, nach Erdbeer-Sahne, wirklich schade, daß es kein Duft-Internet gibt, sonst hättet ihr jetzt am Tee-Tütchen riechen können.

Tee braucht natürlich auch eine Tasse, die lieferte mir meine Freundin gleich dazu, guckt:

Schön, nicht?! Ja, genau, richtig geraten, hihihi, meine Freundin war in Dahme an der Ostsee! Herrlich ist es da, ich hab Bilder gesehen! Und wenn ich Ostsee höre, wandern die Gedanken, an meinen alten Lehrer, ans kurische Haff und die kurische Nehrung, von der er so oft erzählt hat, ich möchte so gerne mal hin, auch deshalb

denn dort kann man Bernstein suchen! (BrigitteE wird jetzt schmunzeln!)

Tasse im Detail:

Weil ich weiß, wie der Tee schmeckt, hab ich sie natürlich auch schon ausprobiert!

Stimmungsbilder mit und ohne Tee und Tasse:

 Leuchttürme faszinieren mich, dieser ist natürlich wieder ein Serviettenmotiv!

Zu solch einem Thema such ich ja auch immer gerne nach alten Bildern und bin wieder fündig geworden:

(Claude Monet „Strandweg zwischen Weizenfeldern nach Pourville“, 1882)

(Peder Mork Mönsted, „Badehäuschen am See“, 1914)

Und dieses Bild ist etwas ganz besonderes

Panorama Mesdag heißt ein Gebäude und ein Gemälde in Den Haag in den Niederlanden. Das zylinderförmige Gemälde ist etwa 14 Meter hoch und hat einen Umfang von 120 Metern, es zeigt eine Aussicht auf Strand und Nordsee bei Scheveningen an der Haager Küste. Es wurde 1881 von Hendrik Willem Mesdag gemalt.

Der Besucher betritt den runden Panorama-Saal über eine Treppe von der Mitte her und kann von einem Rundgang aus das beleuchtete Gemälde betrachten. In der Nähe befindet sich eine Sammlung mit Werken von Mesdag, der der impressionistischen Haager Schule angehört hatte.

(Quelle: Wikipedia)

https://de.wikipedia.org/wiki/Panorama_Mesdag

Ausschnitt aus dem Gemälde:

(Ausschnitt aus dem Bild Panorama-Mesdag, Hendrik Willem Mesdag, 1881)

https://denhaag.com/de/ort/12444/panorama-mesdag

Manchmal ist das Netz ja drollig, als ich meine Bilder zu diesem Eintrag hochgeladen hatte, bot mir mein Bildprogramm etwas hübsches an, das sie mir zusammengestellt hatten, das zeig ich euch nun mal und hoffe, es macht euch auch solche Freude wie mir:

Und mit einem Lied von Reinhard Mey, daß mir gestern den ganzen Tag nicht aus dem Sinn ging

https://www.reinhard-mey.de/start/texte/alben/alles-ist-gut

schließe ich jetzt diesen Wochenend-Eintrag und wir beide, euer Co-Autor, meine Mimi  und ich, wünschen euch allen ein wunderschönes Wochenende, an dem ihr hoffentlich alle entspannen könnt, für alle, die Daumen und Pfötchen gebrauchen können, Tier oder Mensch, sind sie gedrückt!!!

Habts fein! 

 

Sonntagslektüre

 

Morgenandacht

Sehnsucht hat mich früh geweckt;
wo die alten Eichen rauschen,
hier am Waldrand hingestreckt,
will ich dich, Natur, belauschen.

Jeder Halm steht wie erwacht;
grüner scheint das Feld zu leben,
wenn im kühlen Tau der Nacht
warm die ersten Strahlen beben.

Wie die Fülle mich beengt!
So viel Großes! so viel Kleines!
Wie es sich zusammendrängt
in ein übermächtig Eines!

Wie der Wind im Hafer surrt,
tief im Gras die Grillen klingen,
hoch im Holz die Taube gurrt,
wie die Blätter alle schwingen,

wie die Bienen taumelnd sammeln
und die Käfer lautlos schlüpfen –
oh Natur! was soll mein Stammeln,
seh ich all das dich verknüpfen:

   

wie es mir ins Innre dringt,
all das Große, all das Kleine,
wie’s mit mir zusammenklingt
in das übermächtig Eine!

(Richard Fedor Leopold Dehmel)

Vielleicht erinnert ihr euch noch an diesen Eintrag?

https://mimisdosenoeffner.wordpress.com/2018/01/28/leseratte-buecherwurm-co/

In diesem Eintrag hatte ich seinerzeit angekündigt, noch weitere von meinen Büchern in loser Folge vorzustellen, und da ich vor einigen Tagen mal wieder nach Lektüre für Balkonien gesucht habe, ist mir ein Buch in die Hände gefallen, das ich euch hier nun zeigen möchte!

 Ein Buch über ein Fischottern-Weibchen.

Dieses Buch war ein Weihnachtsgeschenk meines Vaters an mich, er war ein großer Naturfreund, und den Autor dieses Buches kannte er persönlich, somit enthält es für mich noch einen Schatz, nämlich

eine persönliche Widmung des Dichters! Wie hab ich mich darüber gefreut, ich war damals 12 Jahre alt.

Interessiert am Dichter?

https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Malzkorn

Der Inhalt des Buches ist die Beschreibung des Lebens der Fischottern-Fähe Patschel und ihrer Familie, ihres Sohnes Troll und dem Hecht Neptun, der Familie von Patschel ist letztlich das Glück nicht hold, es ist also eine Geschichte ohne Happy-End, die aber dennoch versöhnlich ausklingt, weil sie in einem umfassenden Naturverständnis endet, das Leben und Tod gleichermaßen beinhaltet.

Und es hat wunderbare Naturbeschreibungen vom Hariksee und vom Schwalmtal.

https://de.wikipedia.org/wiki/Hariksee

Ein Bild vom Hariksee aus dem Buch.

Das Buch ohne Schutzumschlag

und mal ein bissel in der Natur in Szene gesetzt:

 mit Licht und Schatten

Den Schluß des Eintrags machen jetzt hier meine Otternbilder, alle aus dem Duisburger Zoo:

und eines aus dem Kölner Zoo vom letzten Besuch im vorigen Monat:

Mimi hat sich natürlich auch sehr für das Buch interessiert, wie ihr hier gucken könnt

 

sie läßt euch herzliche Schnurrgrüße ausrichten und vermeldet, daß sie nun ihr Frauchen wieder ganz für sich hat, alldieweil der Katerfreund Devil seit Freitag sein Frauchen wieder zuhause hat, wie meine Freundin berichtete, war die Freude beiderseits groß! Und heute nachmittag bin ich bei ihr eingeladen zu einem feinen Klönnachmittag- und -abend, mit Bildern und Berichten vom Urlaub an der Ostsee, ich bin schon sehr gespannt!

Ich hoffe, der Sonntagslektüren-Eintrag hat euch bissel Freude gemacht, und wir beide,  Mimi und ich, wünschen euch nun einen ganz feinen, entspannten Sonntag, vielleicht auch mit einem schönen Buch! Kommt gut wieder in die neue Woche und

habts fein! 

Wer schreibt, der bleibt…..von Hieroglyphen bis Datenschutz

Zorn

Beschüttet mich mit eurem Haß und Spotte
und scheltet und verdammt: Ich trag‘ es gern;
doch meiner Seele Heiligtum und ihrem Gotte,
unfreundliche Bedränger, bleibet fern!

Ja, raubt sie mir, des Lebens schönste Stunden,
zerstört, was ihr nicht kennt: Ein heißes Glück;
jedoch vor dem, was ich so wahr empfunden,
verstummt und weicht gesenkten Blicks zurück!

Ich will sie freudig tragen, all die Schrecken,
die mir gescheh’n nach eures Willen Lauf,
doch wagt ihr’s, lästernd meinen Zorn zu wecken:
Erbebt! Denn mit ihm steht die Rache auf!

(Therese Dahn,  geb. Therese von Droste-Hülshoff,  Nichte der Annette von Droste-Hülshoff)

„Wer schreibt, der bleibt“ pflegte schon mein alter Lieblingslehrer in meinen Schuljahren zu sagen, wenn wir uns wieder einmal seufzend an einen geforderten Aufsatz setzten oder mal wieder ein ellenlanges Gedicht abschreiben sollten. „Wer schreibt, der bleibt“, entweder mit seinen Gedanken und dem aufgeschriebenen im Gedächtnis seiner Nachwelt, oder etwas auf- oder abgeschriebenes bleibt im eigenen Gedächtnis.

Schon immer wollten die Menschen etwas von sich hinterlassen, nicht nur ihre Nachkommenschaft, nein, etwas aus dem eigenen gelebten Leben, von Erfahrungen, Gedanken, Gefühlen, vielleicht, damit von einem selbst etwas ganz eigenes bleibt, vielleicht auch, um der Nachwelt einen Einblick in die Zeit zu geben, in der man lebte.

Schon in den Höhlen der Steinzeitmenschen existierten Höhlenmalereien, die allererste Form des Schreibens, Überlieferungen für die Nachkommen.

( Reproduction of a bison of the cave of Altamira, Urheber Rameessos, Bild vom Urheber als gemeinfrei freigegeben)

https://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6hlenmalerei

Solche Höhlenmalereien erstrecken sich mitunter bis zu 500 m breit über die Höhlenwände.

Im Laufe der Erdgeschichte entwickelte sich diese Erinnerungskultur, die Entwicklung der Schrift begann. Hochkulturen wie die Ägypter und Sumerer entwickelten erste Schriftsysteme aus Zeichen und bildhaften Symbolen und erfanden so den Vorläufer unseres heutigen Alphabets. Um etwa 3000 vor Christus entstanden in Ägypten die Hieroglyphen.

(Zeichnung nach einem Wandrelief aus dem Felsengrab des Renni (EK7) in el-Kab, Ägypten, Paris 1809, Francois Jomard)

Hieroglyphenschrift (von altgriechisch ἱερός hierós, deutsch ‚heilig‘ sowie γλυφή glyphē ‚Eingegrabenes, Gravüre‘) ist eine unspezifische Bezeichnung für Schriften, welche sich im Wesentlichen aus Zeichen in Form von schematischen Bildern (Piktogrammen) zusammensetzen.

(Quelle: Wikipedia)

https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%84gyptische_Hieroglyphen

Schon an ein Alphabet angelehnt sind die alten Schriftzeichen der Germanen, die Runen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Runen

2000 Jahre später erfinden die Ägypter ein weiteres Medium, um wichtige Ereignisse festzuhalten: Papyrus. Ein aus der Schilfpflanze hergestelltes Material zum beschreiben. Das eigentliche Papier, wie wir es heute kennen, wurde 200 Jahre vor Christus in China erfunden, Kontakt zu diesem Medium gab es in Europa erst im 12. Jahrhundert. Von da an verbreiteten sich die Bücher, handgeschrieben natürlich.

1450 erfolgt dann der Durchbruch in Deutschland mit der Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg. Ab dem 19. Jahrhundert ist gedrucktes Wissen für jedermann zugänglich.

Auch bildlich kann jetzt archiviert werden.

Aber die Entwicklung der Erinnerungskultur schreitet weiter fort, um 1840 wird in Frankreich die Fotografie erfunden. Der Anfang neuer Medien. Schwarz-weiß und aufwendig, aber ein Meilenstein.

 (Meine Urgroßeltern väterlicherseits)

Und bewegte Bilder lassen dann nicht all zu lange auf sich warten, 20 Jahre später wird der Mikrofilm erfunden. Übrigens eine der sichersten Möglichkeit der Datenspeicherung bis heute, Haltbarkeit von Film und Foto in schwarz-weiß bis zu 700 Jahren, in farbig nur bis zu 150 Jahre.

Aber nicht nur visiuell werden Wege gesucht, wichtige Kulturgüter für immer zu speichern, auch akustisch ist es bald möglich, Lieder und Texte den nächsten Generationen weiter zu geben. Analoge Tonträger wie die Schellack-Platte machen den Anfang, die Entwicklung geht dann über die Vinyl-Langspielplatte bis zur heutigen Technik der Speicherung von Tonaufnahmen.

Mit der Entwicklung über die ersten Schriftzeichen bis zu gedruckten Text- und Bilddateien verbreiten sich natürlich auch Nachrichten aus allen Ecken und Enden der Erde immer weiter und schneller. Mit einem Medium, das für eine solche Datenübertragung entwickelt wurde, habe ich selbst noch zu tun gehabt in meiner damaligen Bauernhofarbeitsstelle, nämlich mit dem Telex oder auch Fernschreiber genannt

https://de.wikipedia.org/wiki/Telex

Die Texte, die man dort mit einer Schreibmaschinentastatur eingab, konnten auf einem mitlaufenden Lochstreifen gespeichert werden, 

(Typendruck-Schnelltelegraph von Siemens & Halske : Lochstreifen)

https://de.wikipedia.org/wiki/Lochstreifen

mit diesen Lochstreifen haben wir uns immer einen Spaß gemacht, es war nämlich möglich, mittels der Schreibtaste „klein-x“ Bilder zu „malen“, haben wir dann gemacht, auf den Lochstreifen gespeichert, den Lochstreifen eingelegt, irgendwen angewählt zum Daten übertragen und dann den Lochstreifen durchlaufen lassen, natürlich ohne „Kennung“, also ohne die eigene Identifizierung des Absenders! Aber wehe, die Gegenseite schaltete sich beim senden ein, dann mußte man schnell sein und sofort ausschalten, weil ansonsten die entsprechende Kennung hätte angefordert werden können vom „Beschenkten“ dieses Machwerks, hihihihi!

Und damit sind wir bei der Datenspeicherung angekommen, im digitalen Zeitalter wird elektronisch archiviert. Diese große Wende der Datenspeicherung leitete die Erfindung des Computers ein, 1941 in Deutschland. Was früher viel Platz in Bibliotheken und Archiven beanspruchte, läßt sich jetzt auf engstem Raum speichern. Die Datenmengen steigen entsprechend an.

https://de.wikipedia.org/wiki/Computer

Und damit bin ich da, wo ich mit diesem Eintrag eigentlich hin wollte: Allwieder einmal beim bald in Kraft tretenden neuen Datenschutzgesetz!

Eins vorab: Ich bin für Datenschutz, ich bin für Urheberrechtsgesetz und für das Recht am eigenen Bild. Aber nicht in der Form, in dem dieses neue Datenschutzgesetz nun selbst dem kleinsten Feld-, Wald- und Wiesenblogger und dem kleinsten Unternehmen, das sich in der alles verschlingenden Groß- und Größtkonzernwelt eh kaum behaupten kann, droht! Dessen unausgereifte und mit der heißen Nadel gestrickten Vorschiften und Regeln für alles und jeden nur noch nach jahrelangem Jurastudium wirklich rechtssicher (und selbst dann nicht, wie Juristen ja heute schon zugeben!) überhaupt umgesetzt werden können. Aus diesem Grund habe ich heute diesen kleinen Exkurs in die Welt der Datenentwicklung praktisch von der Steinzeit bis heute entwickelt: Denn wenn schon unsere Vorfahren ein solches Gesetz hätten umsetzen müssen, gäbe es heute keinen Einblick in das Leben und Wirken der uns vorausgegangenen Epochen, keine Bilder, keine Bücher, kein World Wide Web, denn alles was uns da von Anbeginn an übermittelt worden ist, waren „persönliche Daten“. Ich bitte, mich nicht falsch zu verstehen, dem Mißbrauch von Daten und dem verhökern derselben nach dem Maßstab von, um nur mal einen zu nennen, Mr. M.Z. aus den USA und anderen ähnlich gestrickten Abzockern gilt es auf jeden Fall, einen Riegel vorzuschieben!!! Aber wie man das nun dadurch erreicht, in dem in jedem von mir oben erwähnten Privat-Blog jedwede Verlinkung, jeder Kommentar, jede Kommentarfunktion, jedes Erkennungsbildchen für die Kommentare untersagt wird und entsprechendes aus der Vergangenheit zu löschen ist, das erschließt sich mir beim allerbesten Willen nicht. Und es in diesem Zusammenhang nicht einmal rechtlich und gesetzlich abgesichert zu schaffen, eine eindeutige Formulierung für einen privaten Blog zu schaffen, ist ein Armutszeugnis sondergleichen und wirft ein treffendes Licht auf die Verursacher dieses „Machwerks“! Vom grünen Tisch beschlossen und abgesegnet, meilenweit an der Realität und der Entwicklung in der heutigen Medienlandschaft vorbei, noch weiter entfernt von den vielen kleinen Netzwerken und der privaten Bloggerlandschaft, die hier und anderswo von jedem einzelnen mit Herzblut, Freude und Leidenschaft aufgebaut worden ist. Und die jetzt einer Horde von Abmahn“Anwälten, Trollen und sonstigen mißgünstigen Leuten ausgeliefert ist, wenn sie hier wie gewohnt weiter machen wollen.

Und für alle, die nun wieder lautstark nach dem Schutz vor der eigenen Dummheit nach gerade diesem Datenschutzgesetz und möglichst sogar noch mehr davon rufen:

Es gibt nur einen einzigen 100%-igen Datenschutz: Netz abschalten! Stecker ziehen! 

Denn auch mit diesem Datenschutzgesetz werden die ewigen Datenkraken weiterhin ihre Geschäfte machen, denn sie kennen dank ihrer Anwaltslobby die Lücken, auch mit diesem neuen Gesetz werden weiterhin für alle möglichen und unmöglichen Zwecke unserer Daten abgegraben, die Dummen sind auch hier, wie so oft und wo auch immer, die Kleinen! Kommt einem irgendwie bekannt vor, oder?!

Viel wird es nicht bringen, weil es Perlen vor die Säue sind, aber vielleicht mal was für ins Stammbuch der „Väter“ dieses Gesetzes: Tradition (und in weitestem Sinne halt Datenübertragung) ist das weitergeben der Flamme und nicht das bewahren der Asche!

Also pustet mal die Asche raus!!!

So, nach all den Wochen unsäglicher Beschäftigung mit diesem Datenschutzgesetz mußte das nun einfach mal raus und gesagt werden, ich wäre sonst irgendwann geplatzt!!!

Was euer Co-Autor, meine Mimi, dazu meint?  Hi, Folks, tja, wir Katzen geben unser Wissen, unsere Erfahrungen und Gefühle an unsere Nachkommen mit unseren Genen und unseren Instinkten weiter, und da lassen wir uns auch von keiner Datenschutzverordnung reinfummeln! Vielleicht sind wir und unsere anderen tierischen Mitgeschöpfe doch bissel klüger als die „Krone der Schöpfung“, zu der sich der Mensch selbst ernannt hat, hihihihi! Denkt mal drüber nach!

Wen von euch es interessiert: Es gibt über die Schiene der Fotografie mittlerweile eine Petition gegen die neue Datenschutzverordnung

https://www.change.org/p/european-parliament-die-datenschutz-grundverordnung-dsgvo-darf-so-nicht-in-kraft-treten

lest sie euch gründlich durch und entscheidet selbst.

Und damit wünschen wir euch trotz alledem einen wunderschönen Montag und einen guten Start in die neue Woche, ganz datenschutzkonform betten wir hier noch ein Video ein, natürlich von Reinhard Mey, denn so „dröge“ und unlustig soll der Montag hier doch nicht sein:

http://www.reinhard-mey.de/start/texte/alben/klagelied-eines-sentimentalen-programmierers

Habts fein! Und genießt den Mai!