Grafschafter Wochenanzeiger – Türchen 24

MiBuRo  A d v e n t s k a l e n d e r

Türchen

Christnacht

Wieder mit Flügeln, aus Sternen gewoben,
senkst du herab dich, o heilige Nacht;
was durch Jahrhunderte alles zerstoben –
du noch bewahrst deine leuchtende Pracht.

Ging auch der Welt schon der Heiland verloren,
der sich dem Dunkel der Zeiten entrang,
wird er doch immer aufs neue geboren,
nahst du, Geweihte, dem irdischen Drang.

Selig durchschauernd kindliche Herzen,
bist du des Glaubens süßester Rest;
fröhlich begangen bei flammenden Kerzen,
bist du das schönste, das menschlichste Fest.

Leerend das Füllhorn beglückender Liebe,
schwebst von Geschlecht zu Geschlecht du vertraut –
wo ist die Brust, die verschlossen dir bliebe,
nicht dich begrüßte mit innigstem Laut?

Und so klingt heut noch das Wort von der Lippe,
das einst in Bethlehem preisend erklang,
strahlet noch immer die lieblichste Krippe –
tönt aus der Ferne der Hirten Gesang …..

Was auch im Sturme der Zeiten zerstoben –
senke herab dich in ewiger Pracht,
leuchtende du, aus Sternen gewoben,
frohe, harzduftende, heilige Nacht!

(Ferdinand von Saar)

s begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, daß alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. Und jedermann gind, daß er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt. Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war, damit er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger.

nd als sie dort waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.

nd es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr.

nd der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.

nd alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.

nd als die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Laßt uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen. Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, das zu ihnen von diesem Kinde gesagt war.

nd alle, vor die es kam, wunderten sich über das, was ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen.

nd die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.

(Lukas 2, Verse 1-20, nach der Übersetzung Martin Luthers)

Liebe Leser vom Adventskalender des Grafschafter Wochenanzeiger, und nun ist sie da, die Heilige Nacht, das 24. Türchen unseres Adventskalenders, das Hochfest der Liebe!

Wir beginnen sie auch in diesem Jahr wieder mit der Weihnachtsgeschichte aus dem Evangelium, auch das bereits seit Jahren eine liebe Tradition in unserem Blögchen.

Und dann wünscht das gesamte Redaktionsteam vom Grafschafter Wochenanzeiger

allen seinen Lesern, den stillen wie den bekannten, von Herzen eine

Was die Frau Chefredakteurin ist, die fährt am heutigen Mittag zu ihren Kindern nach Köln, von dort aus geht es zur Bruder-Familie von Steffi, und dort wird der Heilige Abend gefeiert, mit 7 Erwachsenen, 1 Kind und 1 Hund! Das wird laut, fröhlich und lustig!

Und nun laß ich den Rest des Redaktionsteams nochmal an die Arbeit hier, lach!

Hallo, ihr lieben Leser, oder Hi, Folks, von eurer Reporterin Mimi, sowie von Ruddi, eurem Volontär, Bruno, dem Redaktionsboten, und natürlich von Hamish, eurem Außenkorrespondenten!

Wenn die Frau Chefredakteurin unterwegs ist, werden wir uns das in den Redaktionsräumen so richtig fein gemütlich machen, es ist schon alles bestens vorbereitet worden, Speis und Trank stehen genügend für uns und einen schönen Heiligen Abend bereit, wir dürfen Videos gucken, freu, freu, und dann werden wir klönen und uns Geschichten erzählen, wir dürfen sogar den Kamin anmachen, weil der ja elektrisch ist. Das wird bestimmt ganz fein und gemütlich, unter der Leitung von Mimi, die ja schon ihre Erfahrungen hat mit Weihnachten im Grafschafter Hause!

Ungefähr so wird das dann, lach! Und wenn die Frau Chefredakteurin dann wieder zuhause ist am 1. Feiertag, dann feiern wir alle nochmal gemeinsam mit Bescherung, da sind wir schon alle ganz aufgeregt, vor allem natürlich die Jungs, die erleben das ja hier zum ersten Mal!

Unser Beitrag zum Heiligen Abend sind jetzt noch zwei Videos, eines von Mimi ausgesucht:

das ist sooooo süß! Und eines ist noch von uns Bärenjungs:

Das ist nun sooooo schön romantisch!

Viel Spaß dabei und dann wünschen wir euch allen eine frohe, gesegnete Weihnacht!

Eure Mimi, euer Ruddi, Bruno und

Hamish!

Und dann müssen wir noch liebe Grüße mit bestellen, für all unsere tierischen Leser hier, unser feines Trüppchen für diverse Partys in unserem Hause, natürlich auch noch mit Extragrüßen von uns allen, also:

Liebe Grüße von Rani, die uns schon Weihnachtspost geschickt hatte! Danke, liebe Rani!

So, mein Redaktionsteam „hat fertig“, dann komm ich jetzt mal hier zum Schluß unseres 24. Türchens. Da hätte ich nämlich noch was wunderschön-besinnliches für euch, das schönste Weihnachtslied „Stille Nacht, heilige Nacht“ in einer ganz bezaubernden Fassung:

Und hier kommt der Text, denn in dieser Fassung werden alle 6 Strophen gesungen, die das Lied eigentlich hat:

Stille Nacht! Heilige Nacht!
Alles schläft. Einsam wacht
Nur das traute heilige Paar.
Holder Knab’ im lockigten Haar,
Schlafe in himmlischer Ruh!
Schlafe in himmlischer Ruh!

Stille Nacht! Heilige Nacht!
Gottes Sohn! O! wie lacht
Lieb’ aus Deinem göttlichen Mund,
Da uns schlägt die rettende Stund’.
Jesus! in Deiner Geburt!
Jesus! in Deiner Geburt!

Stille Nacht! Heilige Nacht!
Die der Welt Heil gebracht,
Aus des Himmels goldenen Höh’n
Uns der Gnade Fülle läßt seh’n
Jesum in Menschengestalt!
Jesum in Menschengestalt!

Stille Nacht! Heilige Nacht!
Wo sich heut alle Macht
Väterlicher Liebe ergoß
Und als Bruder huldvoll umschloß
Jesus die Völker der Welt!
Jesus die Völker der Welt!

Stille Nacht! Heilige Nacht!
Lange schon uns bedacht,
Als der Herr vom Grimme befreit,
In der Väter urgrauer Zeit
Aller Welt Schonung verhieß!
Aller Welt Schonung verhieß!

Stille Nacht! Heilige Nacht!
Hirten erst kundgemacht
Durch der Engel „Hallelujah!“
Tönt es laut bei Ferne und Nah:
„Jesus der Retter ist da!“
„Jesus der Retter ist da!“

Und damit wünsche ich euch allen eine friedvolle, frohe, gesegnete Weihnachten, habt Freude im Kreise eurer Lieben, genießt das Fest, bleibt oder werde alle gesund und wir lesen uns nach den Festtagen wieder!

Habts fein, wünschen euch Monika und Mimi und der Rest der Truppe (s.o., lach!)

 

Grafschafter Wochenanzeiger – Türchen 23

MiBuRo  A d v e n t s k a l e n d e r

Türchen

Lied einer weihnachtsgeschädigten Katze

Alle Jahre wieder
kommt das Weihnachtsfest
auf die Erde nieder
und mein Frauchen hetzt!

Kehrt mit ihrem Besen
jedes Zimmer aus,
ist auch im Eck` gewesen!
Wo ist meine Maus?

Schmückt in allen Räumen
mit Licht und Tannengrün.
Selbst in meinen Träumen
seh ich Lämpchen glühn!

Keine Zeit zum spielen…
„Mimi, doch nicht jetzt!
Muß Kisten noch durchwühlen,
bin viel zu abgehetzt!“

Frauchen, halt mal inne!
Du gibst mir den Rest!
Schärfe deine Sinne
für das wahre Fest!

Das soll Frieden bringen,
Frieden und auch Ruh!
Nicht das Besenschwingen
und Deko-Wahn dazu!

Laß am Kamin uns kuscheln,
wir beide, ich und du!
Alle Jahre wieder
ist dann endlich Ruh!

(© Mimi La Bohème cong meau, nach der Melodie von „Alle Jahre wieder“)

Hi, Folks, ihr lieben Leser alle vom Adventskalender im Grafschafter Wochenanzeiger, nun ist heute der letzte Montag in diesem feinen Kalender und da muß ich doch mal wieder selber ran mit einem Türchen!

Da meine Montagstürchen ja immer lustig sein sollen, wir aber alle so kurz vorm Fest doch mal einen kleinen Durchhänger haben, weil vorher noch so einiges gemacht werden mußte hier, Frauchen noch die anderen Türchen auch vorbereitet hat, und heute noch der letzte Rest für die Fahrt von Frauchen zu den Kindern gemacht werden muß, da hab ich mir gedacht, wir machen es heute mal kurz und bündig, lach, und deshalb hab ich euch allen nochmal mein Gedicht rausgekramt, daß ich vor Jahren mal hier in der Adventszeit für den Adventskalender gedichtet habe.

Ich hoffe, es macht euch allen noch mal Spaß, habt alle einen ganz feinen Montag, laßt euch nicht stressen, bleibt oder werdet alle gesund, noch einmal schlafen, und dann ist er da, der Heilige Abend.

Wir feiern hier ja alle in den Redaktionsräumen erst gemeinsam, wenn Frau Chefredakteurin am 1. Weihnachtstag irgendwann wieder hier eintrudelt. Wir „dürfen“ also alle noch bissel länger schlafen, hihihihi, und wir sind natürlich auch alle entsprechend nervös, vor allem die Bären, die feiern ja ihr erstes Weihnachten hier bei uns. Und sind alle sooooo gespannt!

Habts fein, wünschen euch eure Reporterin Mimi und das gesamte Redaktionsteam vom Grafschafter Wochenanzeiger!

Grafschafter Wochenanzeiger – Türchen 22

MiBuRo  A d v e n t s ka l e n d e r

Türchen

Auf des Weihnachtsmanns Spuren

In dieser Nacht,
als niemand wacht,
ging durch den Tann
der Weihnachtsmann.

Sein Sack hing schwer
vom Rücken her
und schleift im Schnee,
ganz deutlich seh
ich seine Spur,
folgt mir nur!

Hier an diesem Dornenbusch
ging er eine Strecke,
deutlich seh ich’s, glaubt ihr’s nicht?
Folgt mir um die Ecke!
Aber sacht,
kein Geräusch gemacht!
Hier an diesem Dornenbusch
blieb der Sack ihm hängen,
und er mußte mühsam sich
durch das Dickicht zwängen!

Hier an diesem Dornenbusch
ist sein Sack zerrissen!
Aus dem Sack
klick klack, klick klack
tröpfelte es Nüssen! –

Eichhörnchen hat vom Tannenzweig
das Unglück schon gesehen,
doch warnt es nicht den Weihnachtsmann,
es läßt ihn weitergehen.
Er schlägt den Schwanz zum Kringel,
der kleine braune Schlingel,
und klettert flink und munter
vom Tannenbaum herunter.

Nun sitzt es dort in guter Ruh’
am Weihnachtstisch, seht ihm nur zu,
knackt Nüsse sehr bedächtig.
Ihr seht, es schmeckt ihm prächtig!
. . . . . . . Vergnügten Gesichts
tat der Alte, als merkte er nichts,
dachte an Kinder und frohe Gesichter,
dachte an Spielzeug und Weihnachtsbaumlichter,
ging indessen zum Wald hinaus. –
Immer näher an unser Haus


führte ganz deutlich seine Spur,
denkt euch nur! –
„Mutter, Mutter, wir haben’s gesehen,
denkt doch, des Weihnachtsmanns Spuren gehen
deutlich bis dicht vor unsere Tür!
Mutter, war er vielleicht schon hier?“


Spricht die Mutter: „Denkt doch mal an,
eben war bei mir der Weihnachtsmann!
Plötzlich hört’ ich ein starkes Klopfen,
öffnete selbst, da trat er ein,
bat mich, ich möchte den Sack ihm stopfen,


denkt doch, ihm riss ein Loch hinein!
Und da hat er mir vieles erzählt,
wie ihm dies und jenes gefehlt.
Aber der Sack war doch noch sehr voll,
hat auch gefragt, was er hier lassen soll!?
Sachte, Kinder, hübsch artig immer!
Und geht mir nicht an das Weihnachtszimmer!“

(Paul Kaestner, 1876 – 1936)

So, ihr lieben Leser vom Adventskalender im Grafschafter Wochenanzeiger, den Inhalt dieses Türchens hat vor ein paar Tagen BrigitteE in ihrem Blog angestoßen, als sie die lustige Frage stellte, warum der Weihnachtsmann Rentiere benutzt, um seinen Schlitten zu ziehen! Und das wollte ich nun ganz genau wissen, wie ist denn nun der Weihnachtsmann tatsächlich zu seinen Rentieren gekommen?

In Lappland sind die Rentiere eng mit der Kultur der Sami verbunden. Sie betreiben die Rentierzucht, die ihnen in Schweden auch vorbehalten ist. Während des größten Teils des Jahres leben die Rentiere frei. Sie sind perfekt dem nordischen Klima angepaßt. Ihr dichter Pelz schützt sie vor tiefen Temperaturen und mit ihren großen Hufen können sie gut im Schnee laufen und nach Futter unter dem Schnee graben. Das Rentier ist ein Herdentier, bei dem beide Geschlechter ein Geweih tragen.

Soviel zu den Tieren, aber wie kamen sie denn nun in die Weihnachtssymbolik und ziehen den Schlitten vom Weihnachtsmann?

Der Mythos der Rentiere begann vor gut 200 Jahren mit einem Gedicht, dem Gedicht von Clement Clarke Moore, einem Professor aus New York, der 1822 für seine Kinder ein Weihnachtsgedicht geschrieben und damit die geweihtragenden Kuriere erfunden hat. Das Gedicht heißt „A Visit From St. Nicholas“ oder „The night before Christmas“. In diesem Link gibt es noch Informationen dazu und das Gedicht im Original,

https://www.tetti.de/X-MAS/clemens-clark-moore.html

die deutsche Übersetzung darf aus Urheberrechtsgründen nicht eingestellt werden. Wie ihr aber sicherlich festgestellt habt, im Original des Gedichtes sind  die Namen der Rentiere erwähnt, die den Schlitten ziehen, als da sind

  • Dasher
  • Dancer
  • Prancer
  • Vixen
  • Comet
  • Cupid
  • Donner
  • Blitzen

Diese 8 Rentiere werden in dem Gedicht erwähnt, nun fragt ihr euch sicher alle, was ist mit Rudolph mit der roten Nase? Rudolph kam später als 9. Rentier dazu, er war gerade wegen seiner leuchtenden roten Nase eigentlich nicht zum ziehen des Schlittens vorgesehen, wie es trotzdem dazu kam, erzählt euch dieses kleine Video:

Und dieses kleine Video fand ich nun ganz besonders fein und passend zu meiner Recherche, wie die Rentiere vor den Schlitten vom Weihnachtsmann kamen, denn diese Geschichte im Video wird vom Fliegenden Weihnachtsmann, in luftiger Höhe über dem St. Johanner Markt erzählt, der Höhepunkt des Saarbrücker Christkindl-Marktes, und davon hat uns vor Jahren schon einmal Britta-Gudrun berichtet und sogar Bilder davon zur Verfügung gestellt, die ich hier nun mit höchstem Vergnügen noch einmal aus dem Archiv gekramt habe:

Das Plakat mit der Ankündigung

Das ist doch wirklich in luftiger Höhe, nicht wahr, und sieht bestimmt richtig echt aus, wenn der Weihnachtsmann mit seinem Rentiergespann über den Markt fliegt! Ich hab noch ein so schönes Video gefunden, da kann man es wunderbar sehen, es sieht wirklich magisch aus!

Und mit meinem absoluten Lieblings-Rentier-Bild schließe ich nun dieses Türchen 22!

Und ihr wißt nun alle, wie der Weihnachtsmann zu seinem Rentier-Gespann gekommen ist! Ich hoffe, es hat euch Spaß gemacht, lieben Dank, BrigitteE, für den feinen Such-Anstoß!!!

Wir wünschen euch allen einen schönen, frohen und entspannten 4. Adventssonntag macht es euch alle gemütlich, das Fest ist nah, noch zweimal schlafen!

Habts fein, wünscht euch euer Redaktionsteam vom Grafschafter Wochenanzeiger!

Grafschafter Wochenanzeiger – Türchen 21

MiBuRo  A d v e n t s k a l e n d e r

Türchen

Weihnachtsabend

Die fremde Stadt durchschritt ich sorgenvoll,
der Kinder denkend, die ich ließ zu Haus.
Weihnachten war’s, durch alle Gassen scholl
der Kinder Jubel und des Markts Gebraus.

Und wie der Menschenstrom mich fortgespült,
drang mir ein heiser Stimmlein in das Ohr:
„Kauft, lieber Herr!“ Ein magres Händchen hielt
feilbietend mir ein ärmlich Spielzeug vor.

Ich schrak empor, und beim Laternenschein
sah ich ein blasses Kinderangesicht;
wes Alters und Geschlechts es mochte sein,
erkannt ich im Vorübergehen nicht.

Nur von dem Treppenstein, darauf es saß,
noch immer hört ich, mühsam, wie es schien:
„Kauft, lieber Herr!“ den Ruf ohn Unterlaß;
doch hat wohl keiner ihm Gehör verliehn.

Und ich? War’s Ungeschick, war es die Scham,
am Weg zu handeln mit dem Bettelkind?
Eh’ meine Hand zu meiner Börse kam,
verscholl das Stimmlein hinter mir im Wind.

Doch als ich endlich war mit mir allein,
erfaßte mich die Angst im Herzen so,
als säß’ mein eigen Kind auf jenem Stein
und schrie nach Brot, indessen ich entfloh.

(Theodor Storm)

Liebe Leser unseres Adventskalenders vom Grafschafter Wochenanzeiger,

nun haben wir wieder das Türchen 21, das traditionsgemäß immer einem besinnlichen oder nachdenkenswerten Thema gewidmet war, diese Tradition möchten wir auch in diesem Jahr beibehalten.

Da ist mir in diesem Jahr Theodor Storms obiges Gedicht mal wieder in die Hände gefallen, und während des Lesens fielen mir Parallelen zu unserer heutigen Zeit ein, deren „Brückenschlag“ aber nicht ganz so simpel und einfach ist, wie es auf den ersten Blick scheinen mag, denn das Thema von heute, welches mir dazu einfiel, ist der Klimawandel, ist die Bewegung „Fridays for future“.

Wie läßt sich das mit Storms Bettelkind in Einklang bringen?

Adaptieren wir das Bettelkind aus Storms Gedicht doch einfach mit den Kindern und Jugendlichen von heute, die auch auf die Straße gehen, die uns auch etwas „anbieten“ bzw. uns auf etwas aufmerksam machen wollen wie weiland das Kind mit seinem feilgebotenem Spielzeug im Gedicht: Sie fürchten genau wie dieses Kind um ihre Zukunft, um ihre Existenz in einer auf Dauer geschädigten Umwelt, die ihnen auf lange Sicht eventuell nicht einmal mehr das überleben sichern könnte. Und was tun wir?

Wir handeln wie Storm in seinem Gedicht, wir lassen uns „vorübertreiben“, und das Stimmchen/die Stimmen „verschallen hinter uns im Wind“!

In der letzten Strophe seines Gedichts spricht Storm von seiner Angst, die ihn erfaßte, als er begriff, was eigentlich geschehen war, daß er nicht gehandelt hatte, daß er zu zögerlich war, daß er sich vorbeitreiben ließ: „Als säß mein eigen Kind auf jenem Stein und schrie nach Brot, indessen ich entfloh.“ Die Kinder und Jugendlichen heute schreien nicht im Wortsinne nach Brot, aber im übertragenen Sinne eben doch, es geht um das „Brot“ des Lebens, um das Leben selbst im lebenswerten Umfeld. Und, wenn man den Gedanken des Klimawandels ohne Änderung bis zum Ende durchdenkt, letztlich eben doch auch um Brot im physischen Sinne!

Lassen wir also die Stimmen nicht hinter uns im Wind verschallen, „handeln“ wir „am Wege mit dem Bettelkind“, stellen wir uns an seine Seite und sorgen wir damit mit für seine Zukunft, sein Überleben, denn dieses eine Bettelkind ist stellvertretend für alle, und alle sind unsere Kinder, denen wir nicht entfliehen dürfen, wenn sie nach uns rufen und unsere Hilfe brauchen.

Mir ist durchaus bewußt, daß es verschiedene Ansichten über das Thema „Klimawandelt“ gibt, und daß nicht wenige der Meinung sind, das sei alles maßlos übertrieben, hätte es immer schon gegeben, hätte sich immer alles von selbst wieder reguliert, und außerdem wäre das alles ohnehin bloß ein riesengroßer Hype von verwöhnten Kindern, die zu faul wären, in die Schule zu gehen. Da hätte ich dann nochmal Storm anzubieten:

Euch allen ist sicherlich „Der Schimmelreiter“ von Theodor Storm bekannt? Da geht es um den jungen Deichgrafen Hauke Haien, der schon in seiner Jugend ein Denker und Grübler ist, und der, als er dann Deichgraf geworden ist, zum Schutze und Wohle seiner Mitmenschen Deiche bauen läßt, die ein anderes Profil als die althergebrachten haben und somit größeren Schutz vor der Nordsee und ihren oft verheerenden Fluten bietet. Aber diese neuen Deiche erfordern viel Arbeit und Kosten, und schon murren alle, allen voran sein Widersacher Ole Peters, der den ihm so überlegenen ehemaligen Kleinknecht haßt, weil sein einfacher Sinn, der nur auf seine eigene Bequemlichkeit und Behaglichkeit gerichtet ist, nicht begreift, daß durch die neuen Deiche etwas geschaffen wird, wovon Generationen später noch profitieren können. Erschließt sich die Parallele zu heute? Und wie sie wieder meckern, alle die Ole Peters dieser Welt? Hauke Haien scheitert tragisch an dieser Figur und seinen Mitmenschen, die seine Weitsichtigkeit nicht erkennen konnten oder wollten! Theodor Storm schließt seine Novelle mit den Worten des Schulmeisters, der die Geschichte vom Schimmelreiter erzählt:

„Der Dank, den einstmals Jewe Manners bei den Enkeln seinem Erbauer versprochen hatte, ist, wie Sie gesehen haben, ausgeblieben; denn so ist es, Herr: dem Sokrates gaben sie ein Gift zu trinken, und unsern Herrn Christus schlugen sie an das Kreuz! Das geht in den letzten Zeiten nicht mehr so leicht; aber – einen Gewaltsmenschen oder einen bösen stiernackigen Pfaffen zum Heiligen oder einen tüchtigen Kerl, nur weil er uns um Kopfeslänge überwachsen war, zum Spuk und Nachtgespenst zu machen – das geht noch alle Tage.“

Weise Worte!

Ganz trocken wollen wir aber dieses Türchen nun nicht schließen, also lassen wir hier  noch ein paar Bilder von der Schönheit unserer Welt und der Natur gerade in diesen so schönen Weihnachtstagen ihre eigene Sprache sprechen:

Damit schließen wir unser Türchen 21 in diesem Jahr und wünschen euch allen einen schönen Samstag, den ihr hoffentlich entspannt genießen könnt, in Vorfreude auf das große Fest, denn auch Freude ist wichtig im Leben, sonst werden wir mutlos!

Habts fein, wünschen euch allen euer Redaktionsteam vom Grafschafter Wochenanzeiger!

Grafschafter Wochenanzeiger – Türchen 20

MiBuRo  A d v e n t s k a l e n d e r

Türchen

Der Baum des Friedens

Ich weiß, im Dunkel steht ein Baum
mit Kerzen übervoll besteckt.
Manchmal in einem schönen Traum
ein Engel sie zum Leuchten weckt.

Der ganzen Erde Menschen seh‘
ich stehen unter seinem Grün,
aus ihren Herzen will kein Weh‘,
will nur verklärte Freude blüh’n.

Kein Kampf und Sieg ist unter ihm,
nicht eine einzige Stimme flucht,
indes ein gold’ner Cherubim
in seinen Zweigen Früchte sucht.

Es steigt der Engel Tag und Nacht
hinauf, hinab und will nicht ruh’n,
und legt der süßen Früchte Fracht
den Menschen in die off’nen Truh’n.

                                           

                               

(Alfons Petzold)

Seid gegrüßt, ihr lieben Leser des Adventskalenders vom Grafschafter Wochenanzeiger!

Heute öffnen wir bereits das Türchen 20, gestern war schon wieder die letzte unserer kirchlichen Frühschichten hier in meiner Heimatgemeinde, da dachte ich mir, ich nehme euch einfach mal mit auf meinem Weg frühmorgens in die Kirche.

Dunkel ist es natürlich noch, das war der Versuch, ein bewegliches Leuchten an einem Fenster zu fotografieren. Der Mond stand am Himmel

und die Burg Lirich leuchtet spärlich in die Dunkelheit.

Das ist die Straße, die zu meiner Kirche führt

und das ist die „Hauptstraße“ meiner Grafschaft, links geht es dann direkt zur Kirche.

So ist der Anblick für mich, wenn ich direkt darauf zulaufe, und der Bewegungsmelder für bessere Beleuchtung mich noch nicht „entdeckt“ hat.

Da hat er mich entdeckt, und ihr könnt nun auch besser gucken. Links das „Gestell“, das ist unser Glockenturm mit der einzigen Glocke, die wir noch aufstellen können.

So, und hier habt ihr nun die legendäre „Unterkirche“, in der unser Frühstück nach der Andacht stattfindet, die Treppe runter befindet sich ganz rechts neben der Haupttreppe zur Kirche.

Eines der mittigen Fenster, dahinter ist die Taufkapelle, die Weihnachtsbäume stehen schon! In der Kirche auch!

Das Gebäude im Hintergrund, das ist Björns ehemaliger Kindergarten, er liegt direkt neben der Kirche.

Noch einmal der Mond! Vom Eingang der Kirche aus fotografiert.

Die Andacht war wieder sehr stimmungsvoll, mit drei Kerzen bereits am Adventskranz, Lichtern auf dem Altar und dem Weihrauchgefäß, wo bei den Fürbitten Weihrauch aufgestreut wird.

Das Motto der letzten Frühschicht war:  Alarm – Fürchtet euch nicht!

In einer kleinen Geschichte ging es dann darum, welch ein Alarm gemeint ist, der nämlich, der die eigentlichen adventlichen und weihnachtlichen Gefühle so oft überdeckt, der der Hektik, des Stresses, was wohl noch alles zu besorgen und zu erledigen ist, wie viele Feiern noch besucht werden müssen usw. usf.! Und diesem Alarm gegenüber die Botschaft der Engel: Fürchtet euch nicht! In diesem Falle auf „gut deutsch“ laß mal 5 gerade sein, was nicht geht, geht halt nicht, halt mal inne, hör mal auf zu rennen, besinne dich auf das wesentliche der Weihnacht: Die Engel verkünden die Frohe Botschaft!

Unser Geschenk zu dieser Frühschicht war wieder ein sehr passendes:

Schlecht zu erkennen am Kaminkranz?

Ein Engelsflügel!

Die Engel als Verkünder der Frohen Botschaft und der beruhigenden Worte: Fürchte dich nicht!

Denn Furcht lähmt und macht handlungsunfähig!

Alle Symbole unserer Frühschichten:

Ja, das waren sie nun wieder, unsere weihnachtlichen Frühschichten in diesem Jahr.

Nach dem Nachhausekommen hab ich mich dann noch bissel hingelegt, und als ich wieder aufgestanden bin, hab ich euch nun was fotografiert, ich glaub, das ist ein Novum in unseren Adventskalendern, guckt mal:

Jaaaaa, das war die Temperatur auf Balkonien am 19. Dezember um die Mittagszeit, im Schatten!

Mimi konnte es kaum glauben

Ja, ist denn schon wieder Frühling statt Weihnachten??? Na, dann aber ab nach draußen

Sonne pur, herrlich, mein Dosenöffner! Komm auch! Wie man auf diesem Bild sieht

und Mimi es inspiziert: Die weihnachtliche Deko auf Balkonien wartet noch auf ihren Einsatz, alles bissel verlangsamt in diesem Jahr.

Warum Mimi hier so „entsetzt“ guckt?

 

Ja, ich hatte Blumen gegossen und ooooh, fürchterbar:

der Balkonboden war naß, igitt, wie sollte Mimi denn nun da vorbei wieder rein kommen können, lach! Hat sie natürlich geschafft, im Stechschritt, hihihihihi!

Und das war es nun wieder, unser 20. Türchen, ich hoffe, es hat euch wieder bissel Spaß gemacht, habt alle einen schönen Freitag, macht euch keinen „Alarm“, bleibt oder werdet gesund und vergeßt nicht die Frohe Botschaft der Engel.

Habts fein, wünschen euch allen euer Redaktionsteam vom Grafschafter Wochenanzeiger!

Grafschafter Wochenanzeiger – Türchen 19

MiBuRo  A d v e n t s k a l e n d e r

Türchen

Das Vöglein auf dem Weihnachtsbaum

Ich hatt’ ein Vöglein, das war wunderzahm,
daß es vom Munde mir das Futter nahm.
Es flatterte bei meinem Ruf herbei
und trieb der muntern Kurzweil vielerlei,
drum stand das Türchen seines Kerkers auf
den ganzen Tag zu freiem Flug und Lauf.


Im Käfig war es aus dem Ei geschlüpft,
war nie durch Gras und grünes Laub gehüpft
und hatte nie den dunklen Wald geschaut,
wo sein Geschlecht die leichten Nester baut.


Und wie der Winter wieder kam ins Land,
das Weihnachtsbäumchen in der Stube stand,
da fand mein schmuckes, zahmes Vögelein
neugierig bald sich in den Zweigen ein.


Wohl trippelt es behutsam erst und scheu
dem Rätsel zu, so lockend und so neu,
doch bald war’s in dem grünen Reich zu Haus,
wie prüfend breitet es die Flügel aus;
so freudig stieg und fiel die kleine Brust,
als schwellte sie der Tannenduft mit Luft.


Und wie er nie vom Käfig noch erklang,
so froh, so schmetternd tönte sein Gesang!
Zum erstenmal berauscht vom neuen Glück,
kehrt es zu seinem Hause nicht zurück.
Hart an das Stämmchen duckt es, still und klein
und schlummert in der grünen Dämmrung ein.


Und sinnend sah ich lang des Lieblings Ruh
wie erst dem Spiel, dem zierlich heitren, zu,
als durch des Vogels Leib mit einemmal
sein seltsam Zittern wunderbar sich stahl;
das Köpfchen mit dem Fittich zugetan,
fing es geheim und süß zu zwitschern an:


Im Traum geschah’s … und Wald und Waldeswehn
schien ahnungslos durch diesen Traum zu gehen.
Und seltsam überkam’s mich bei dem Laut!
Was nie das Tierchen lebend noch geschaut,
des freien Waldes freie Herrlichkeit,
nun lag es offen da vor ihm und weit …
mich aber mahnt es einer anderen Welt,
und mancher Frage, zweifelnd oft gestellt,
und dieses Leben deuchte mir ein Traum
wie der des Vögleins auf dem Weihnachtsbaum.

(Hermann von Schmid)

Hallo, ihr lieben Leser vom Adventskalender im Grafschafter Wochenanzeiger! Draußen war es gestern eher wie im Frühling denn im Winter, Eis und Schnee sind wohl nicht mehr in Sicht zur Weihnacht, wie fast jedes Jahr ein Wärmeeinbruch kurz vorm Fest!

Aber auch wenn Schnee und Eis fehlen, unsere gefiederten Freunde werden ja ganzjährig gefüttert, und da hab ich mir gedacht, wir gucken hier in diesem Türchen nun mal Vögel im Winter und zur Weihnacht!

Schön, wenn Kinder schon früh lernen, wie man mit der Natur umgeht.

Wie nett, die hier haben sogar ein Nikolausstrümpfchen zur Vogelbescherung!

Zwei, die sich mögen!

Gut, daß die Menschen für sie alle sorgen!

Ganz was feines, so eine Sonnenblumenkerne-Futterglocke!

Die beiden hier haben noch Beeren ergattert, vom Ilex!

Die Farben vom Dompfaff kommen bei dem weißen Schneehintergrund besonders gut zur Geltung.

Im Frühling können sie dann hier wieder brüten!

Auch eine Idee, wie man das Futter servieren kann! Oder auch

so!

Der Weihnachtsmann denkt auch an unsere gefiederten Freunde!

Die drei haben doch wohl ein schönes, geschütztes Plätzchen gefunden, oder?

Wir wünschen euch allen einen schönen Donnerstag, bleibt oder werdet gesund, macht euch bitte alle keinen Streß, Frau Chefredakteurin hat heute morgen die letzte Frühschicht in dieser Adventszeit, das wird bestimmt wieder gut tun, bissel Ruhe und Besinnung gleich zu Beginn des neuen Tages!

Habts fein, wünschen euch euer Redaktionsteam des Grafschafter Wochenanzeiger!

Grafschafter Wochenanzeiger – Türchen 18

MiBuRo  A d v e n t s k a l e n d e r

Türchen

Weihnachten

Liebeläutend zieht durch Kerzenhelle,
mild, wie Wälderduft, die Weihnachtszeit.
Und ein schlichtes Glück streut auf die Schwelle
schöne Blumen der Vergangenheit.


Hand schmiegt sich an Hand im engen Kreise,
und das alte Lied von Gott und Christ
bebt durch Seelen und verkündet leise,
dass die kleinste Welt die größte ist.

(Joachim Ringelnatz)

Liebe Leser vom Adventskalender im Grafschafter Wochenanzeiger, nun ist das Küchenfenster mit meinem kleinen Weihnachtsdorf richtig fertig und geschmückt

der Window-Color-Kranz hängt auch wieder!

Und das möchte ich heute mal zum Anlaß nehmen, über geschmückte Fenster in der Advents- und Weihnachtszeit zu plaudern.

Wer in der Advents- und Weihnachtszeit durch die Straßen geht, sieht festlich erleuchtete Fenster. Schwibbögen, Kerzenleuchter, Lichterketten, oder, wie schon vorgestellt in einem Türchen, Engel und Bergmann mit Kerzen in den Händen, leuchten in die Dunkelheit hinaus. Der Ursprung der weihnachtlichen Beleuchtung liegt sogar schon in heidnischen Zeiten, zur Zeit der Wintersonnenwende, die steigendes Licht bedeutete und letztlich auch den Anstoß zur Tradition der Weihnachtsbäume gab. Die Lichter auf den Schwibbögen haben ihren Ursprung ebenfalls wie Engel und Bergmann in der Sehnsucht nach Licht in der dunklen Zeit, aus dieser Sehnsucht heraus entstand der Brauch, ein Licht abends in das Fenster zu stellen.

Und so werden heute nach dem Ewigkeitssonntag nach alter Tradition die Fenster geschmückt und leuchten mit ihrem Licht in die Dunkelheit hinaus, verbreiten festliche Stimmung und machen die Herzen weit. Wie im Gedicht von Ringelnatz, das hier den Anfang machte.

Mein Küchenfenster ist da in all den Jahren manchem Wandel unterlegen, ich hab mal im Archiv gekramt:

Britta-Gudrun hatte mir in einem Adventskalender mal Bilder von ihren Fenstern zur Verfügung gestellt, die möchte ich nun hier auch nochmal zeigen:

Einige meiner nostalgischen Bilder von Weihnachtsfenstern sollen noch folgen

Zum Schluß das eine Licht, mit dem alles begann!

Dann hab ich noch was ganz feines für dieses Türchen

und damit schließe ich dieses Türchen und wir wünschen euch allen einen ganz feinen WTT, bleibt oder werdet gesund, freut euch an den schönen Lichtern, die Zeit ist kostbar dafür!

Habts fein, wünschen euch allen euer Redaktionsteam vom Grafschafter Wochenanzeiger.

 

Grafschafter Wochenanzeiger – Türchen 17

MiBuRo  A d v e n t s k a l e n d e r

Türchen

Berliner „Nationalgedicht“

Ick sitze da un esse Klops.
Uff eenmal klopps.


Ick kieke, staune, wundre mir,
Uff eemal jeht se uff, de Tür.


Nanu denk ick, ick denk nanu,
Jetzt is se uff, erst war se zu?
Un ick jeh raus un blicke
Un wer steht draußen? – Icke!

(Original von Jean de Bourgeois, Pseudonym)

Jaaa, ihr lieben Leser alle vom Adventskalender im Grafschafter Wochenanzeiger, nu isses soweit, und gewieft, wie ihr doch alle seid, wißt ihr längst, wer nun für Türchen 17 verantwortlich ist, oder??? Jenau,

icke Bruno, Redaktionsbote vom Grafschafter!

Und seines Zeichens ein asylsuchender Flüchtlingsbär aus der Hauptstadt Berlin, was liegt da näher, als daß dies ein „Berliner“ Türchen wird, und bei der Liebe zu Bären im allgemeinen und Eisbären im besonderen sowohl in den Redaktionsräumen unserer Zeitung als auch hier im Blögchen, ein Türchen vom „Berliner Bär“!

Der Berliner Bär ist seit ungefähr 1280 das Wappentier Berlins und schmückt bis heute das Wappen Berlins.

Vermutungen zufolge soll das Berliner Wappentier, der Bär, auf Albrecht I. „den Bären“, Eroberer und Begründer der Mark Brandenburg zurückzuführen sein. Diese Theorie vermag jedoch nicht das mittelhochdeutsche Diminutivsuffix -lein / -lin zu erklären, was den Städtenamen „kleiner Bär“ (Bärlein) bedeutete. Es steht fest, dass der Berliner Bär ununterbrochen seit 1280 im Siegel oder Wappen erscheint. Die herrschende Meinung in der Forschung geht beim Ortsnamen von einem slawischen Ursprung aus, nämlich von dem slawischen Wort berl (Sumpf).[1] Der Stadtname ist bildhaft in ein „Bärlein“ umgesetzt. Es handelt sich hierbei um ein klassisches „redendes Wappen“.

(Quelle: Wikipedia)

https://de.wikipedia.org/wiki/Berliner_B%C3%A4r

So, nun wißt ihr, wie Berlin zu seinem Wappentier kam. Urkundlich zum ersten Mal abgebildet wurde er auf dem Siegel eines Briefes  der Kürschnergilde vom 22. März 1280.

Ursprünglich wurde der Bär im Wappen immer durch den roten Adler und später auch mit dem schwarzen preußischen Adler eingerahmt, erst durch die Gründung der Weimarer Republik und die Abschaffung der Monarchie in Preußen bekam der Berliner Bär seinen alleinigen Platz im Wappen.

Berlin hat einen Bärenzwinger, der glücklicherweise heute nicht mehr für Bären genutzt wird. Als lebende Wappentiere wurden vier Bären am 17. August 1939 an das Märkischen Museum in Berlin-Mitte übergeben, wo sie im nahen Köllnischen Park in einem Bärenzwinger lebten. Der Platz an der Spree wurde wegen seiner Nähe zur Fischerinsel und dem Nikolaiviertel gewählt, die als Wiege der Doppelstadt Berlin-Cölln gelten. Wer sich von euch für die Bären, die dort gelebt haben, interessiert, da hätte ich eine schöne Seite für euch

https://www.biologie-seite.de/Biologie/Berliner_B%C3%A4r

bissel scrollen, da kommt dann der Abschnitt mit dem Bärenzwinger.

Natürlich ist der Berliner Bär auch ganz großer Fan von Hertha BSC Berlin, der „Alten Dame“, dem Fußballverein in Berlin, wie man sieht: Und sie haben jetzt die kleine Eisbärin Hertha aus dem Tierpark Berlin als Patenkind!

Und dann hab ich noch was mit dem Berliner Bären gefunden, worüber die Frau Chefredakteurin ganz entzückt war:

Der Berliner Bär pustet Seifenblasen, und sie meinte, das wäre ja fein, denn gerade jetzt in der Weihnachtszeit würde das so eine schöne Kindheitserinnerung auslösen: Einkaufen zur Advent- und Weihnachtszeit als Kind mit den Eltern in Essen, dazumalen schon richtig Großstadt, und vor einem dortigen Spielzeugladen saß ein großer Plüschbär und ……pustete Seifenblasen!

Ja, ihr lieben Leser, das war es, was ich euch alles zum Berliner Bären erzählen kann, aber natürlich hab ich noch bissel was anderes bäriges in petto, zum Beispiel dieses wunderschöne Video

das werdet ihr bestimmt mit dem gleichen Entzücken gucken wie hier die gesamte Redaktion, als ich es mit Hilfe der Frau Chefredakteurin gefunden hatte.

Und noch was feines, als weltgewandter Hauptstadtbär kann ich natürlich auch bissel englisch, aber auch ohne entsprechende Sprachkenntnisse kann man dieses Video „verstehen“, auf deutsch war es leider nicht zu finden:

Da sagt der Bär doch:

Ach, das ich es nicht vergesse, das Gedicht zum Eingang gibt es auch als „Klopslied“ musikalisch:

So, und damit komme ich nun zum Ende meines ersten eigenen Eintrag hier im Adventskalender vom Grafschafter Wochenanzeiger, nehmt euch für die letzte Woche vor dem Fest, die ja erfahrungsgemäß doch immer bissel stressig wird, den Bären hier zum Vorbild

Balu, der Bär!

Damit wünsche ich euch allen einen schönen Dienstag und eine gute, entspannte Woche, trotz Festtagsvorbereitungsstreß, bleibt oder werdet alle gesund und

habts fein, wünscht euch euer Bruno, Redaktionsbote vom Grafschafter Wochenanzeiger und das gesamte restliche Team!

 

Grafschafter Wochenanzeiger – Türchen 16

MiBuRo  A d v e n t s k a l e n d e r

Türchen

Der Wald schläft

Friedlich schläft der Winterwald.
Rauhreif glitzert auf den Fichten.
Märchen werden zur Gestalt,
und es leben Spukgeschichten.

Ruprecht steigt herab ins Tal.
Unter tiefverschneiten Tännchen
stapft der alte Rübezahl,
trippeln kleine Wichtelmännchen.

Brombeerstrauch und Seidelbast
schlummern an der Haselhecke.
Eichkatz träumt auf einem Ast
unter weißer Daunendecke.

Buchen ragen stark und alt
aus dem Schnee wie Patriarchen.
Friedlich schläft der Winterwald,
und man hört die Bäume schnarchen.

(Fred Endrikat)

Hallo, ihr lieben Leser vom Adventskalender im Grafschafter Wochenanzeiger, das Team vom selbigen

Frau Chefredakteurin Monika und Reporterin Mimi,

unser Volontär Ruddi

Redaktionsbote Bruno und unser Außenkorrespondent

Hamish setzen hier nun mal eine alte, drollige Tradition unserer gesammelten Adventskalender in diesem Blögchen fort: Ein „Schwächeanfall“ zu den Türchen 16 oder 17, eine kurze Ideenlosigkeit, die infolgedessen stets für ein kurzes Türchen zu jeweils einem der Daten oder beiden zusammengefaßt führte, lach!

Somit haben wir heute also ein Gedicht, das versammelte Redaktionsteam in Wort und Bild, und ein Video, das Reporterin Mimi (da es ja eigentlich ihr lustiges Montagstürchen wäre!) unbedingt nochmal hier einstellen wollte, weil es eben doch ein lustiges Türchen werden sollte!

Ihr erinnert euch? Text steht bei Youtube drunter, dann singt und swingt mal mit

Lustige Bildergalerie folgt noch

und dann sagen wir tschüß und wünschen euch einen ganz feinen Montag und einen guten Wochenbeginn der letzten Woche vor Weihnachten, macht euch keinen Streß, bleibt oder werdet gesund und

habts fein, euer Team vom Grafschafter Wochenanzeiger!

Grafschafter Wochenanzeiger – Türchen 15

MiBuRo  A d v e n t s k a l e n d e r

Türchen

Bergmannsgruß

Glück auf, du holdes Sonnenlicht,
sei innig mir gegrüßt!
Der achtet deiner Strahlen nicht,
der täglich sie genießt.

Ich aber steige Tag für Tag
hinab in tiefen Schacht,
wo bei des Fäustels muntern Schlag
kein Sonnenstrahl mir lacht.

Drum grüßt dich auch der Bergmann froh,
steigt er zum Licht herauf;
kein ander‘ Herz begrüßt dich so,
kein Mund ruft so: Glück auf!

(Moritz Wilhelm Döring )

Hallo, ihr lieben Leser vom Adventskalender unseres Grafschafter Wochenanzeiger, na, ich denke mal, bei der obigen Girlande und dem Gedicht wußtet ihr gleich: Das Türchen macht Ruddi! Bergmann, Glück auf und solch ein Gedicht, das ist doch so passend für den Ruhrpottbengel!

Recht habt ihr, ich hab ja schon soooo darauf gewartet, daß ich nun auch endlich mal zum Zuge komme hier in dem feinen Adventskalender, entsprechend hibbelig war ich dann auch bei unserer letzten Redaktionssitzung, wo es um den Eintrag zum 3. Adventssonntag ging. Hach, und die Frau Chefredakteurin sprach mich dann auch gleich an und meinte, sie hätte da was ganz feines für mich! War ich gespannt!!!

Und so erzählte sie uns, daß sie, wenn sie hier in der Grafschaft einkaufen geht, wo ja auch unterwegs alles so schön weihnachtlich geschmückt ist, immer an einem Fenster vorbeikommt, auf daß sie sich jeden Advent freut, und nun hätte sie davon auch mal ein Foto gemacht, und das wäre dann ein ganz tolles Thema für mich:

Jaaa, das ist doch genau das richtige für mich: Bergmann und Engel im Fenster, Figuren aus dem Erzgebirge, aber doch ebenso Bergbau wie hier im Ruhrpott, also machte ich mich gleich ans Werk.

Eine Bergmannsfigur ist ein traditioneller Weihnachtsschmuck, der heute von der erzgebirgischen Handwerkskunst hergestellt wird. Als Bergmannsleuchter auf Altären sind sie eine regionale Besonderheit der liturgischen Leuchter, die sich nur im Erzgebirge und dessen Umland entwickelt hat.

(Quelle: Wikipedia)

https://de.wikipedia.org/wiki/Bergmannsfigur

Bereits im 16. Jahrhundert gab es in den Kirchen Bergmannsdarstellungen. Knappenfiguren, aus Zinn gefertigt, dienten als Träger der Altarkerzen. Nicht nur im Erzgebirge, in allen Bergbaugebieten war die Beziehung Bergmann, Licht und Gotteshaus sehr eng verbunden. Für die gefahrvolle Tätigkeit unter Tage war das Licht ein symbolträchtiges Sinnbild für Glaube, Glück und Leben, war es doch die Beleuchtungsquelle überhaupt, und der Bergmann besaß ein stark emotionales Verhältnis zum Licht, wie es ja auch im obigen Gedicht zum Ausdruck kommt.

Als im 19. Jahrhundert das Weihnachtsfest zum Lichterfest wurde, kamen auch die ersten, selbstgefertigten hölzernen Lichterbergleute dazu, gedrechselte Dockenfiguren, meist in der Uniform eines einfachen Hauers, mit dem grünen Schachthut und den bergmännischen Symbolen Schlegel und Eisen. Nach und nach wurde ihm ein Lichterengel zur Seite gestellt, der mit seiner langen Kulturgeschichte über den Kirchenraum als Verkündigungsengel schließlich auch in die Weihnachtsstuben des Erzgebirges Einzug hielt.

Noch heute ist die Bemalung traditionell nach dem Biedermeier, weißer Körper mit Streublumendekor, und der im kräftigen rot, grün oder blau gehaltenen Schürze.

Aus der ursprünglichen Zackenkrone entwickelte sich so nach und nach die Form, die dem Schachthut ähnlich wurde.

Hier ist es noch mehr eine Zackenkrone.

Noch heute gibt es in vielen erzgebirgischen Familien den Brauch, den Mädchen zu ihrer ersten Weihnacht einen Engel und den Jungen einen Bergmann zu schenken. Das war ein Geschenk, daß einem durchs ganze Leben begleitete und auch mit in die Ehe gebracht wurde. Zur Weihnachtszeit werden dann Engel und Bergmann ins Fenster gestellt, und wenn Kinder kamen, kamen ihre Figuren dazu, so konnten Vorbeikommende von außen erkennen, wieviel Jungen und Mädchen in der Familie wohnen. Frau Chefredakteurin meinte dann, das käme dann bei dem Fenster in der Grafschaft wohl hin, denn dort wohne ihres Wissens ein älteres Ehepaar, dessen Kinder dann wohl schon aus dem Haus sind und ihre Figuren mitgenommen haben.

Ich finde, das ist ein richtig schöner Brauch!

Und der ganze Eintrag zu diesem Türchen ist auch ein kleiner Tribut von einen Bären aus dem Ruhrpott namens Ruddi an die bergmännischen Kollegen im Erzgebirge, um mal mit dem Motto der ersten Frühschicht von Frau Chefredakteurin zu sprechen, auch wir sitzen alle in einem Boot, da sollten sich Streitigkeiten um die Zugehörigkeit des Steigerliedes bezüglich des Weltkulturerbes doch wahrlich erübrigen!

Ich hab jedenfalls mit Hilfe der Frau Chefredakteurin auch noch was feines für „auf die Ohren“ gefunden, nämlich das obige Gedicht als Lied, der „Bergmannsgruß“ wurde nämlich von Moritz Wilhelm Döring verfaßt und von August Ferdinand Anacker vertont, und heißt dann „Steigerarie“ aus dem Liedzyklus „Bergmannsgruß“ von 1832.

Und die gesamte Kantate:

So,  ihr lieben Leser hier alle, das war dann mein Eintrag im diesjährigen Adventskalender, ich hoffe, es hat euch allen Spaß gemacht und ihr seid auch mit meinem Werk zufrieden!

Wir wünschen euch allen einen schönen, gemütlichen und besinnlichen 3. Adventssonntag , vielleicht auch nachmittags zu Kaffee oder Tee so eine feine Torte, wie wir sie heuer haben!

Kugeltorte mit Bratäpfelchen-Füllung, läcka!!! Wir teilen auch gerne, langt zu!

Habts fein, wünscht euch euer Volontär Ruddi mit dem gesamten Redaktionsteam vom  Grafschafter Wochenanzeiger.