Grafschafter Wochenanzeiger – „Advent, Advent, ein Kerzchen brennt…..“ 🕯🎀🎠🎁🌲

Verse zum Advent

Noch ist Herbst nicht ganz entflohn,
aber als Knecht Ruprecht schon
kommt der Winter hergeschritten,
und alsbald aus Schnees Mitten
klingt des Schlittenglöckleins Ton.

Und was jüngst noch, fern und nah,
bunt auf uns herniedersah,
weiß sind Türme, Dächer, Zweige,
und das Jahr geht auf die Neige,
und das schönste Fest ist da.

Tag du der Geburt des Herrn,
heute bist du uns noch fern,
aber Tannen, Engel, Fahnen
lassen uns den Tag schon ahnen,
und wir sehen schon den Stern.

(Theodor Fontane, 1819 – 1898, dt. Schriftsteller, Journalist, Erzähler und Theaterkritiker)

Hallo, ihr lieben Leser alle vom Grafschafter Wochenanzeiger, mit dem heutigen Tage hat der November 2022 nur noch eine Dauer von vier Tagen, dann ist auch er wieder Geschichte! Er war sanftmütig in diesem Jahr, und beschert uns nun auf seine alten Tage bereits den 1. Advent die Dunkelheit weicht, das Licht kehrt wieder! Welch eine Freude! 

Bei unserer freitäglichen Redaktionssitzung hatten die Bärchen meines Redaktionsteams schon alle das freudige glitzern in den Augen, Vorfreude auf stimmungsvolle Einträge hier, auf ein weihnachtlich geschmücktes Eulennest, auf adventliche Leckereien, das üben der Weihnachtslieder, auf Kerzenglanz, vielleicht sogar auf Schnee schon in den Adventstagen ❄❄❄⛄…..“und, ach, Frau Cheffin…..?“ 5 bärige Augenpaare sahen mich erwartungsvoll an, „…..wir machen doch wieder unseren Adventskalender, oder?“    

Aber sicher, meine Bärchen, wir können doch unsere lieben Leser nicht enttäuschen, die freuen sich doch sicher schon genauso darauf wie ihr, und das ist doch eine liebe und nun schon ins 11. Jahr gehende Tradition! 

Ihr könnt euch sicher alle den Jubel hier vorstellen, wir hoffen nun natürlich, ihr seid auch alle wieder freudig dabei! Und genauso hoffen wir, daß wir auch in diesem Jahr wieder 24 Türchen gefüllt bekommen. 

Stimmungsvoll, so wollen wir hier auch den 1. Advent wieder zelebrieren, da könnt ihr euch dann auch schon vorfreuen auf noch mehr solcher schönen Bilder, „alle Jahre wieder“!

mit viel Schnee und niedlichen Tieren. 

In der Redaktion unseres Grafschafter Wochenanzeiger ist bereits schon liebe Adventspost angekommen

eine so schöne Karte, die schon an unserer Kartenleine hängt

und die ein geheimnisvolles Paket im Schlepptau hatte

dessen Inhalt natürlich noch nicht verraten, sondern nur ebenso geheimnisvoll angedeutet wird

wir haben hier demnächst schließlich noch 24 Adventskalendertürchen zu füllen! 

Das Paket kam von Kristina mit Rani und Fleckchen, und hier haben wir nun leider was überhaupt nicht schönes zu berichten, denn Kristina geht es derzeit gesundheitlich gar nicht gut, da bitten wir euch alle um euer Daumendrücken und eure Fürbitten 🙏🍀🍀🍀🙏 damit sie alles gut übersteht und dann hoffentlich bald wieder ganz gesund ist. Alles Liebe und Gute für dich, liebe Kristina, und nochmals danke für die liebe Adventfreude! 🙏🍀🤗❤❤❤

Was die Deko in und um unser Eulennest angeht, ist die Frau Chefredakteurin mal wieder eine „Klüngelfutt“, wie mein Vater zu Lebzeiten seine kleine, säumige Tochter zu bezeichnen pflegte, wenn sie mal wieder was verschusselt und verträumt hatte 🤭😊 die Herbstdeko wartet noch aufs abräumen, und der bereits erworbene Adventskranz noch auf seinen Einsatz heute, gut Ding will Weile haben, der Advent hat vier Wochen (die aber wahrscheinlich wieder so schnell rum sind wie in allen vorhergehenden Jahren, lach!) und in der Ruhe liegt die Kraft! Und wie gesagt, wir „müssen“ ja noch 24 Türchen füllen. 😁

Manches schmückt sich aber auch bereits selber, so blüht zum Beispiel unser geschenktes Flammendes Käthchen bereits zum zweiten Mal

gestern abend noch fotografiert, und unser Weihnachtskaktus steht auch pünktlich zum ersten Advent in Blüte

auch am Abend fotografiert. 

Die herbstliche Timer-Kerzchen-Beleuchtung beginnt zu schwächeln, 

aber im Zuge der geplanten Adventsdeko ziehen sie eh um, wohin, wird noch nicht verraten, wie gesagt, 24 Türchen! 😂 Neue Batterien liegen schon bereit. 

Hattet ihr alle Spaß an den Häusern in der Girlande? Wenn alles klappt, wie wir es hier in der Redaktion geplant haben, haltet die mal im Hinterkopf, da gibt es dann im Adventskalender eine feine Überraschung bezüglich Häuser, Türen, Fenster! 

Laßt uns alle diesen Advent mit allen Sinnen genießen, die Zeit ist so kurz und doch immer wieder die schönste des Jahres, die Seele braucht Schönes, sonst verkümmert sie, die Zeiten sind eh schon so kalt, laßt uns sie mit Wärme füllen wenigstens hier und mit uns allen, und vielleicht strahlt auch etwas davon in die liebearme Zeit da draußen, ähnlich wie es im Lied von Reinhard Mey, „Gute Nacht, Freunde“ heißt: 

„Für die Freiheit, die als steter Gast bei euch wohnt,
habt Dank, dass ihr nie fragt, was es bringt, ob es lohnt.
Vielleicht liegt es daran, daß man von draußen meint
daß in euren Fenstern das Licht wärmer scheint.“ 

Die Advent- und Weihnachtszeit, ein Fest für die Sinne: 

Für die Ohren 👂

Für die Augen 👁

Für die Nase 👃

Für den Mund 😋👄👅

Und für’s Herz ❤

Ja, ihr lieben Leser alle, das wäre unsere Sonntagsausgabe zum heutigen 1. Advent nun bitten wir unser Engelchen vom letzten Jahr wieder, uns die erste Kerze am Adventskranz anzuzünden 

und wünschen mit dem Licht der ersten Kerze all unseren lieben Lesern, den stillen wie den bekannten, einen frohen, gesegneten, stimmungsvollen ersten Advent. Habt alle eine wunderbare Adventszeit, laßt das Lied vom Frieden auf der Erde wieder in euren Herzen erklingen, seid friedlich, freundlich, liebevoll, paßt alle gut auf euch auf, bleibt oder werdet gesund, startet alle gut wieder in die neue Woche am Montag und habt eine schöne, das wünscht euch von ganzem Herzen euer Redaktionsteam vom Grafschafter Wochenanzeiger mit Mimi in heaven

Otto und Luzia  

Habt Frieden im Herzen!  

Und habts fein!  

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Grafschafter Wochenanzeiger – fallende Blätter 🍁🍂🍁 – nahendes Licht ⭐🌟🕯 – Ewigkeitssonntag ⚱🕯

Herbst

Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.

Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.

Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: Es ist in allen.

Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.

 

(Rainer Maria Rilke, 1875 – 1926, österreichischer Erzähler und Lyriker)

Ihr lieben Leser alle vom Grafschafter Wochenanzeiger, der letzte stille Feiertag vom Monat November, der Ewigkeitssonntag! Bei unserer freitäglichen Redaktionssitzung haben wir überlegt, welches Thema wir dazu nehmen könnten, dieweil Luzia bereits unser Archiv nach einem Gedicht durchsucht hat. Als sie uns dann zeigte, welches sie gewählt hatte, hatten wir auch unser Thema: Himmel, Bäume und fallende Blätter…..und am Horizont der erste Adventsschimmer. 

Ewigkeitssonntag, wir gedenken all unserer Lieben, Mensch oder Tier, die uns vorausgegangen sind. Die fallenden Blätter der herbstlichen Bäume sind da ein Symbol voller Trost, im Abschied färben sie sich in ihr buntes Kleid und die kahlen Äste der Bäume, die sie zurücklassen, bilden schon die ersten Knospenansätze aus, die im Winter schlafend auf das steigende Licht und die Wärme im Frühling warten, um in leuchtendem, frischen jungen Grün wieder aufzuerstehen, der ewige Kreislauf des Lebens. 

Die Bäume rund um unser Eulennest sind auch jetzt, schon fast wieder am Ende vom November, noch immer so herbstlich-bunt, aber langsam fallen auch die Blätter alle, wie man auf dem letzten Bild sieht. Heute Nacht wird es wohl den ersten Frost geben, da wird es bald vorbei sein mit der bunten Pracht. Und der November zieht sein berühmt-berüchtigtes graues Kleid an, in das er Natur und Himmel kleidet. 

 

Traurige Stimmung des Abschiednehmens. 

Und doch: Wir werden nicht ohne Hoffnung gelassen, denn siehe da, im eintönigen grau des Himmels röten sich zarte Wölkchen, denn die Sonne ist ja immer noch da, hinter den Wolken verborgen verspricht sie einen neuen, lichten Morgen

ganz zart am Horizont

Und in all dem Dunkel, das wir fürchten, öffnet sich der Himmel im Licht, 

unter der lastenden dunklen Wolke öffnet sich ein Lichtspalt, das war so ein wunderbares Schauspiel am Abendhimmel in der Grafschaft, beobachtet von unserem Eulennest! 

ein Versprechen wie ein Regenbogen: Es wird wieder licht! 

Ein Gruß aus der Ewigkeit, ein Blick ins Land hinter den Wolken, ein vereinen der dies- und der jenseitigen Welt. 

Der Himmel steht offen! Einen Spalt breit! Lichte Grüße! 

Wenn man nicht nur die dunklen Wolken sieht, so ist das wohl ein Symbol! 

Aus der äußersten Ecke unseres Wohnzimmerfensters fotografiert, mit dem Stern für Mimi an der Scheibe! 

Wie mit dem Lineal gezogen, die leuchtende Linie, noch ein kurzer Moment und dann schlossen sich die „Himmelspforten“ wieder. Es war ein wundervolles Schauspiel. 

Der November, der ungeliebte Monat der Frau Chefredakteurin, nimmt nun schon langsam wieder seinen Abschied, rein wettertechnisch war er in diesem Jahr nicht so schlecht wie sein Ruf, aber letztlich gehören sie ja doch dazu, die trüben grauen Tage mit den entlaubten Bäumen

und den Silhouetten des Herbstes

Vielleicht färben sich die Blätter im Herbst nur so bunt, um uns den Übergang zu erleichtern, schwelgen wir noch ein wenig in bunten Herbstblättern. 

Mit einem wunderschönen Musikstück, das ich meiner Mama auf ihrem letzten Weg mitgegeben habe,

zünden wir nun noch ein Kerzchen an für all unsere vorausgegangenen Lieben, Mensch oder Tier

 

und kehren vom Friedhof zurück

in der Hoffnung, daß die Lichter auf den Gräbern uns zum Licht des Advents führen. 

Vielleicht schneit es sogar bald, dann verkündet uns das süße kleine Rotkehlchen, daß auch so gerne auf Friedhöfen weilt, 

  daß das Licht vom Advent da ist und uns das Dunkel wieder erhellt, „immer ein Lichtlein mehr…..“ wie es in einem schönen Adventsgedicht von Matthias Claudius heißt. 

Geht frohen Mutes durch die letzten Novembertage auf das Licht im Advent zu, ihr lieben Leser alle, habt einen besinnlichen Ewigkeitssonntag heute und unbeirrte Freude für die kommenden lichteren Tage, habt einen guten Start in die letzte vollständige Novemberwoche und ein frohes Herz, bleibt oder werdet gesund und paßt alle gut auf euch auf, das wünscht euch von Herzen euer Redaktionsteam vom Grafschafter Wochenanzeiger mit Mimi in heaven

Otto und Luzia  

Habt Frieden im Herzen  

Und habts fein!  

 

Grafschafter Wochenanzeiger – Martinsgänse – Martinslaternen 🏮 – Martinssommer 🌞 – Martini im Eulennest! 🦉🐎🏮🎺🍗🍂🍁☀

Einladung zur Martinsgans

Wann der heilge Sankt Martin
will der Bischofsehr entfliehn,
sitzt er in dem Gänsestall
niemand findt ihn überall,
bis der Gänse groß Geschrei
seine Sucher ruft herbei.

Nun dieweil das Gickgackslied
diesen heilgen Mann verriet,
dafür tut am Martinstag
man den Gänsen diese Plag,
daß ein strenges Todesrecht
gehn muß über ihr Geschlecht.

Drum wir billig halten auch
diesen alten Martinsbrauch,
laden fein zu diesem Fest
unsre allerliebste Gäst
auf die Martinsgänslein ein,
bei Musik und kühlem Wein.

(Carl Joachim Friedrich Ludwig „Achim“ von Arnim, 1781 – 1831, deutscher Schriftsteller)

Hallo, ihr lieben Leser alle vom Grafschafter Wochenanzeiger, da haben wir uns bei unserer freitäglichen Redaktionssitzung doch wieder so drauf gefreut, auf die Fragezeichen in euren Augen! 👁❓ Ist das Martinsfest nicht schon vorbei? Und der Grafschafter hinkt hinterher? Nein, beileibe nicht, wir hatten so eine schöne, stimmungsvolle Redaktionssitzung am Freitag, dieweil die Frau Chefredakteurin, pünktlich zum Martinstag am selbigen, unsere schöne Redaktionsganslaterne wieder ins Fenster gehängt hatte

und die Bärchen sie versonnen betrachteten, und so wurde ganz schnell die Idee für unsere Sonntagsausgabe am heutigen Sonntag geboren: Wir machen noch einen Martins-Eintrag, schließlich finden ja auch die Martinsumzüge rund um das eigentliche Datum statt, manchmal schon ein bissel eher, manchmal auch Tage später. 

Da die feine Ganslaterne so quasi der Anschubser für unsere Sonntagsausgabe war, beginnen wir nun auch mal mit den Martinsgänsen, wie im Titel und im Gedicht ja schon aufgeführt. 

Martinsgänse mit Gänseblümchen, 😊 das paßt! 

Die Legende von den Martinsgänsen, wie auch im obigen Gedicht beschrieben, ist euch sicherlich allen bekannt, dieser Legende nach sollte Martin zum Bischof von Tours ernannt werden, doch er wollte dieses Amt nicht annehmen und versteckte sich in einem Gänsestall. Aber die Gänse schnatterten so laut, daß er schnell entdeckt und schließlich doch zum Bischof von Tours geweiht wurde. Der Ursprung der Legende liegt allerdings in den damaligen bäuerlichen Traditionen, Am 11. 11., dem traditionellen Zinstag, wurden die Schulden oft in Naturalien beglichen. Dazu gehörten auch Gänse, die zu dieser Zeit schlachtreif waren. Daher bot es sich an, die Gänse an diesem Tag bei einem Festessen zu verspeisen. So mußten die Tiere nicht durch den Winter gebracht werden und man konnte sich vor der strengen Fastenzeit noch einmal richtig satt essen. Heute wird die Martinsgans traditionell mit Rotkohl und Klößen zubereitet.

Gänse sind feine Tiere, und auch, wenn ich Gänsebraten mag, wird hier doch jedes Tier geachtet und so haben wir mal wieder unser Archiv und unseren Serviettenfundus durchgesehen, um euch Bilder zeigen zu können. 

Aus dem Kaisergarten hier in meiner Heimatstadt

 

Wir haben aber auch Gänse in den Redaktionsräumen, außer unserer Laternengans, eine kleine Gänsefamilie, guckt mal:

Das ist der Ganter, der stolze Herr Papa!

Das ist seine Frau, die Gänsemama, mit ihren Gösseln

das Nesthäkchen! 

Und die ganze stolze Familie

Fein, nicht wahr, sie haben ihren Platz eigentlich am zum Topfschrank umfunktionierten ehemaligen Gefrierschrank, aber um für euch zu posen sind sie mal schnell alle auf den Küchentisch geflogen. Mama und ihre kleinen Gösseln sind nämlich „Kantentiere“ sieht man ja auch auf den Bildern. 

Und noch weitere Gänse beherbergen die Redaktionsräume hier, nämlich eine als Eierbecherschmuck und ganz viele als Serviettenringe, guckt:

herbstliches Geschirr!

Für die, die sich nach all den niedlichen Bildern nun so gar nicht (mehr) mit einem Gänsebraten anfreunden können, hätten wir was ganz feines zum entspannten „Gänsebraten“ genießen: 

https://www.oetker.de/rezepte/r/martinsgaense-fuer-kinder

Gan(s)z ohne schlechtes Gewissen! 

Kommen wir nun zum zweiten Teil unseres Titels, den Martinslaternen und dem Laternelaufen, jedes Jahr wieder ein so schönes Fest für die Kinder, leider hat die Frau Chefredakteurin auch in diesem Jahr wieder keinen Martinszug zu sehen bekommen, obwohl sie zu der Zeit zum einkaufen unterwegs war. Dann schwelgen wir halt hier in unserer Sonntagsausgabe in schönen Bildern von und mit Laternen. Und in der Erinnerung an unsere eigenen Laternenumzüge und die mit unseren Kindern bzw. bei einigen unserer Leser auch schon die mit den Enkelkindern. 

 

Laterne, Laterne 

Laterne, Laterne,
Sonne, Mond und Sterne.
Brenne auf, mein Licht,
brenne auf, mein Licht,
aber nur meine liebe Laterne nicht!

Laterne, Laterne,
Sonne, Mond und Sterne.
Sperrt ihn ein, den Wind,
sperrt ihn ein, den Wind,
er soll warten, bis wir alle zu Hause sind!

Laterne, Laterne,
Sonne, Mond und Sterne.
Bleibe hell, mein Licht,
bleibe hell, mein Licht,
denn sonst strahlt meine liebe Laterne nicht!

(Volkslied aus Norddeutschland)

Der Brauch der Martinsumzüge und des Laternenlaufens ist weit verbreitet, für den Brauch der Laternen gibt es verschiedene Erklärungen: So ist überliefert, dass der Leichnam Martins in einer großen Lichterprozession nach Tours überführt worden sein soll. Als Erinnerung daran wurden später am Gedenktag des Heiligen Lichter und Laternen angezündet.

Der theologische Erklärungsansatz für den Laternenbrauch bezieht sich auf die frühere Leseordnung für den 11. November. Das Evangelium vom Licht unter dem Scheffel (Lk 11,33) besagt, dass der Glaube nicht versteckt, sondern wie ein helles Licht in die Welt getragen werden soll.

Außerdem war es bis in die Neuzeit üblich, daß Kinder aus Rüben und Kürbissen Laternen schnitzten, Kerzen hineinstellten, damit umherzogen und um Süßigkeiten oder Gebäck bettelten.

Die heutige Form der Martinsumzüge mit Laternen hat sich Ende des 19. Jahrhunderts im Rheinland entwickelt. Damals entstanden in vielen Städten und Dörfern Sankt Martins-Vereine, die geordnete Laternenumzüge organisierten. Das Martinsspiel mit der Darstellung der Mantelteilung wurde zum zentralen Element des Martinsfestes. Zum Abschluß des Martinszugs werden Tüten mit Süßigkeiten und Gebäck wie Weckmänner an die Kinder verteilt. Vom Rheinland aus hat sich diese Gestaltung des Sankt-Martins-Tags in ganz Deutschland verbreitet. Auch in Österreich und der Schweiz sind Laternenumzüge am Martinstag ein beliebter Brauch.

(Quelle: Sybil Gräfin Schönfeldt, Das große Ravensburger Buch der Feste und Bräuche) 

Die Mantelteilung auf einem alten Gemälde. 

Laternenkinder auf ihren Heischegängen

(Heinrich Hermanns, St.-Martins-Zug vor dem Düsseldorfer Rathaus, 1905) 

Das letzte Bild ist das Lieblingsbild der gesamten Redaktion, es ist so stimmungsvoll und natürlich, man spürt die Freude und die Aufregung und lächelt leise, weil sich daran wohl bei den meisten teilnehmenden in 117 Jahren bis heute nichts geändert hat. 

Eine kleine Galerie unserer Laternen, als wir sie 2020 in unsere Redaktionsfenster gehängt haben, zum leuchten, weil doch die Martinszüge coronabedingt ausgefallen waren. 

 

 

 

Ein Bild zur Mantelteilung haben wir noch, das wollte die Frau Chefredakteurin noch mit rein haben, weil ihr dabei immer wieder die kleine Geschichte aus ihren Kindertagen einfällt, wenn der Martinszug der Schule der damals kleinen Monika beendet war, dann mußte oben in der Wohnküche der elterlichen Wohnung die Mantelteilung nochmal nachgespielt werden, zu diesem Zweck mußte sich der Papa auf den Boden setzen als armer Bettler und Monika/Martina ritt auf ihrem imaginären Roß durch Schnee und Wind (rund um den Küchentisch! 🤭😁) wo sie dann nach einigen Umritten ihren Mantel (ein Bettlaken!) mit dem armen Bettler teilte. Das alles bei der Beleuchtung durch die Laterne und dem Glimmfeuerschein aus dem Küchennickelherd. Sehr stimmungsvoll und bis auf die wohlige Wärme im Raum bestimmt sehr adäquat zu den ursprünglichen Zeiten von St. Martin. 😊

Zum Abschluß des zweiten Teils haben wir noch ein so schönes Video für euch, die Kleinsten glücklich mit ihren Laternchen, wir hoffen, ihr habt so viel Freude daran wie unser gesamtes Team sie hatte: 

Und damit kommen wir zum dritten Teil unserer Martini-Sonntagsausgabe, dem Martinssommer:

Der Martini-Sommer oder Martinssommer gehört zu den meteorologischen Singularitäten. Martini-Sommer ist ein volkstümlicher Begriff in der Schweiz und Süddeutschland für eine typische Schönwetterperiode gegen Ende der ersten November-Dekade mit stabilen Hochdrucklagen, die in entsprechenden Jahren in den Weinbaugebieten eine Novemberlese möglich machen. Schweizer Meteorologen verwenden seit Generationen diesen aus dem Mittelalter des christlichen Abendlandes stammenden Ausdruck auch heute noch in ihren Wetterprognosen. Mittlerweile wird der Ausdruck Martini-Sommer im ganzen deutschsprachigen Raum angewendet. Martini-Sommer wird gerne mit Altweibersommer verwechselt. Letzterer betrifft jedoch die späten schönen Sommertage im Monat September.

Der Legende nach ereignete sich dieses Wetterphänomen erstmals beim Tod des heiligen Martin im französischen Tours. Der Bischof starb unerwartet während eines Besuches im Kloster, das er gegründet hatte. Beim Transport des Leichnams auf der Loire in die Stadt geschah das vermeintliche Wunder eines raschen Wärmeeinbruchs, so dass die Ufer neu ergrünten und Fruchtbäume zu blühen begannen.

(Quelle: Wikipedia)

Solch einen Martinssommer gab es in diesem Jahr mal wieder rund um den Martinstag, und er bescherte uns hier oben in unserem Eulennest und unserer Grafschaft einen richtig spektakulären Sonnenuntergang, den wir natürlich sofort fotografisch für euch festgehalten haben. Da wird sich nun Christa aus Kanada freuen, denn sie hatte auch solch einen fantastischen Sonnenuntergang in ihrem Blog, und bei den Bildern kommen wir dann auch zu der besprochenen Deutung einiger Bilder. 

Noch relativ „normal“ der Himmel mit unserem Hoppriel

aber gen Westen zeichneten sich schon sehr spezielle Wolken ab

und dann begann das Schauspiel über unserem Birkenpferd

Rosafärbung wie ein Strahlenkranz, 

als hätte Hoppriel einen Heiligenschein! 

Auf der anderen Seite entwickelten sich die Wolken weiter

ich hab mal zwei Bilder mit dem Katzennetz gemacht, um das in der Gesamtheit zeigen zu können

Hoppriel eingehüllt in herrlichen Farben

und bei diesem Bild nähert sich nun langsam die Deutung, die mir beim Anblick kam, achtet mal auf die Wolke direkt unter dem Zweig. 

das ist doch eine Schwalbe, oder? Der Martinssommer beschert mir Schwalbenkind meine geliebten Schwälbchen noch einmal mitten im November mit einer Wolkenformation ganz groß am Himmel, ich hab mich so gefreut, und die Bärchen waren auch ganz hin und weg. 

Und langsam löste sich alles auf! 

Ich hab gar nicht aufhören können zu fotografieren, das war einfach nur wunderschön! 

Das war unser Beitrag zum Martinssommer, zum Schluß unserer heutigen Sonntagsausgabe haben sich die Bärchen meines Redaktionsteams mal wieder mit unserem kleinen Küchenchef zusammengetan, Otto war wieder unterwegs bezüglich der Zutatenliste, und wir präsentieren euch nun leckeres zum Martini-Fest, es ist ja Sonntag heute, da schmeckt das alles ganz sicher auch noch ein paar Tage nach dem eigentlichen Termin. Guten Appetit! 

 

Ein Schmankerl hat sich die Frau Chefredakteurin noch bis hierhin aufbewahrt, die Bärchen und ich, wir haben nämlich einen kleinen Freudentanz hier aufgeführt neulich, denn stellt euch mal vor, wer bzw. was wieder da ist? Der schöne rote Stern in einem Fenster unserer Nachbarn, der immer gleich zu Beginn vom ungeliebten November leuchtete und den wir im letzten Jahr so schmerzlich vermißt haben, er ist wieder da, er leuchtet wieder, keine Ahnung, warum er pausiert hat, aber nun ist er wieder da und wir treten den Beweis an:

Da ist er wieder, direkt im Fenster neben der beleuchteten Haustüre! Wir haben gejubelt! 😁❤

Und damit wünschen wir euch allen nun einen wunderschönen Sonntag, mit oder ohne Martinssommer, paßt alle gut auf euch auf und bleibt oder werdet gesund, laßt euch nicht unterkriegen, und startet am Montag gut wieder in eine neue und hoffentlich schöne Woche, das wünscht euch von Herzen euer Redaktionsteam vom Grafschafter Wochenanzeiger mit Mimi in heaven

Otto und Luzia  

Habt Frieden im Herzen!  

Und habts fein!  

 

 

Grafschafter Wochenanzeiger – Remember – November – Tage für Stille 🕯📖✒🕰🍁🍂🌫🌟

Was dann?

Wo wird es bleiben,
was mit dem letzten Hauch entweicht?
Wie Winde werden wir treiben –
vielleicht!?

Werden wir reinigend wehen?
Und kennen jedes Menschen Gesicht.
Und jeder darf durch uns gehen,
Erkennt aber uns nicht.

Wir werden drohen und mahnen
als Sturm,
und lenken die Wetterfahnen
auf jedem Turm.

Ach, sehen wir die dann wieder,
die vor uns gestorben sind?
Wir, dann ungreifbarer Wind?
Richten wir auf und nieder
die andern, die nach uns leben?

Wie weit wohl Gottes Gnade reicht.
Uns alles zu vergeben?
Vielleicht? – Vielleicht!

(Joachim Ringelnatz, 1883-1934, deutscher Schriftsteller, Kabarettist und Maler)

Ihr lieben Leser alle vom Grafschafter Wochenanzeiger, der herrliche goldene Oktober des diesjährigen Herbstes ist nun schon seit 5 Tagen Geschichte, ordnungsgemäß hat sich nach anfänglichem sträuben der November in seine Farben gekleidet, grau und trüb das Wetter, naß das abgefallene Laub, das der Wind teilweise kräftig von den Bäumen wehte. Da saßen wir wieder rund um den Redaktionstisch, mein Bärenteam und ich, und überlegten, was wir unseren Lesern zur heutigen, ersten Sonntagsausgabe im November wohl anbieten könnten. Eine Gedichtzeile ging der Frau Chefredakteurin durch den Kopf, die Bärchen sahen mich fragend an und ich rezitierte:

Novembertag

Nebel hängt wie Rauch ums Haus,
drängt die Welt nach innen.
Ohne Not geht niemand aus,
alles fällt in Sinnen.
Leiser wird die Hand, der Mund,
stiller die Gebärde.
Heimlich, wie auf Meeresgrund
träumen Mensch und Erde.

(Christian Morgenstern, 1871-1914, deutscher Dichter)

Das fanden wir dann alle passend und sehr schön, und so wird dies ein besinnlicher Eintrag, dem November entsprechend, dessen erste Gedenktage, Allerheiligen und Allerseelen, schon vorbei sind. Es soll aber trotz dieser Tendenz kein trauriger Eintrag werden, wir wollen versuchen, die Balance zu halten zwischen Elegie und Frohsinn, halt wie im richtigen Leben, wo auch nicht alle Tage gleich sind. Tod und Leben gehen immer Hand in Hand, Schatten und Licht sind Geschwister. Und wenn man müde ist, muß man ausruhen dürfen, um neue Kraft zu sammeln zum weitergehen, ein schönes Sinnbild zum baldigen Ende des Jahres, auf den letzten Metern zur Ruhe kommen, innerlich werden, Kraft tanken und wieder vorwärts schreiten mit neuer Kraft und neuem Mut ins kommende Jahr.

Der Friedhof ist für viele Menschen ein guter Ort zum innehalten, zum erinnern, für Stille und Friedlichkeit, die wir alle so nötig haben. Beginnen wir damit also unseren Bilderbeitrag unserer heutigen Sonntagsausgabe:

(Fritz von Wille)

Neues Leben regt sich auch auf Friedhöfen, wenn der Frühling wiederkehrt

wo im Winter nur das Immergrün die alten Gräbermale schmückte.

Im Herbst leuchten die bunten Blätter

und die roten Früchte vom Ilex durchbrechen graue Tristesse und lassen schon eine Ahnung von Weihnachten spüren.

Die Bäume sind noch bunt

und rahmen den Ort des Abschieds und der Trauer verheißungsvoll ein, mit der Hoffnung auf einen Neubeginn.

Welke Blüten entfalten ihren morbiden Charme

Efeu rankt an Grabkreuzen

leise Trauer geht über die Wege, aber die Herbstsonne vergoldet immer noch alles

welke Blätter liegen auf Wegen und Wiesen

aber wie ein „stirb und werde“ leuchten uns die herbstlichen Bäume und Sträucher entgegen

Der Himmel schickt Schäfchenwolken und rosa Wolken zum strahlenden Abschied im Herbst dazu

Und ein Rotkehlchen singt sein abendliches Lied!

Die Gräber sind geschmückt mit Kerzen und Tannengrün-Gestecken

Der Winter hält seinen Einzug.

Das rote Ahornbäumchen ist entlaubt, alles Leben erstarrt.

Bis im Frühling das Leben wieder erwacht

und die Bäume wieder grünen,

die Blüten wieder blühen, der See wieder vom Eise befreit ist

und die Sonne ihre wärmenden Strahlen schickt. Der weihnachtliche Ilex erwacht zu neuem Leben

mit zartgrünen neuen Trieben, der Pulsschlag des Lebens ist wieder da.

Auch auf dem Friedhof!

Und alles beginnt wieder von vorn, bis zum nächsten Herbst und zum nächsten November.

Und immer so weiter.

Es leuchtet ein Licht in die Ewigkeit

„Licht ist ein ebenso musikalisches Agens als der Ton mit ganz analogen Wirkungen auf das Gefühl.“ (August Pauly)

Auch das ist Tod: Frieden nach langem Kampf, Ruhe nach einem ruhelosen Leben.

Machen wir den November zu einem friedlichen Monat, im Angesicht des Todes sollten wir uns mehr denn je daran erinnern, die Sonne über unserem Zorn nicht untergehen zu lassen, vergeben und verzeihen können wir nur im Leben, im Tod ist es zu spät. Es ist so viel Unfrieden in der Welt, beileibe nicht nur in all den Kriegen, die die Erde überziehen, sondern auch in unseren zwischenmenschlichen Beziehungen, der Ton ist rau und der Umgang miteinander rücksichtslos geworden in den vergangenen Jahren der Pandemie, das ICH ersetzt das WIR, aber wir brauchen einander, hier und jetzt und im Leben, der Tod radiert das kleine egomanische Ich rücksichtslos aus und allen geschieht, wie es in einem Gedicht von Theodor Storm heißt:

Auf Erden stehet nichts, es muß vorüberfliegen.
Es kommt der Tod daher, du kannst ihn nicht besiegen.
Ein Weilchen weiß vielleicht noch wer, was du gewesen.
Dann wird das weggefegt, und weiter kehrt der Besen.

Was dann? fragt unser Gedicht am Anfang, ja, was dann, was bleibt? Nichts als die Liebe!

Wir wünschen euch allen einen liebevollen Monat November, bald leuchtet wieder das Licht der Laternen zu Ehren des Heiligen Martin, der Liebe gab und teilte

und so zu einem Licht wurde in dunkler Jahreszeit.

Am Ende des Monats November beginnt dann wieder die Adventszeit mit all ihrem Leuchten

so wünschen wir all unseren lieben Lesern eine gute Balance im ja eigentlich von mir so ungeliebten Monat November zwischen der Tristesse

die, wie man sieht, sogar fröhlich machen kann und der Hoffnung und der Freude auf das wiederkehrende Licht.

Dafür haben wir euch noch zwei Engel ausgesucht, die euch durch den November begleiten sollen, zwei Friedensengel, schon mit weihnachtlicher Tendenz, sprich mit Vorfreude!

Am Ende unseres Eintrages haben wir noch ein Lied von Reinhard Mey für euch, auch er hat den November besungen

Und der Text:

https://l-hit.com/de/918

Bleibt alle gesegnet, behütet und heiter, bleibt oder werdet gesund, paßt alle gut auf euch auf und auch aufeinander und habt einen schönen Sonntag, kommt gut wieder in die neue Woche, das wünscht euch von Herzen euer Redaktionsteam vom Grafschafter Wochenanzeiger mit Mimi in heaven

Otto und Luzia

Habt Frieden im Herzen!

Und habts fein!