Grafschafter Wochenanzeiger – Türchen 19

MiBuRo  A d v e n t s k a l e n d e r

Türchen

Das Vöglein auf dem Weihnachtsbaum

Ich hatt’ ein Vöglein, das war wunderzahm,
daß es vom Munde mir das Futter nahm.
Es flatterte bei meinem Ruf herbei
und trieb der muntern Kurzweil vielerlei,
drum stand das Türchen seines Kerkers auf
den ganzen Tag zu freiem Flug und Lauf.


Im Käfig war es aus dem Ei geschlüpft,
war nie durch Gras und grünes Laub gehüpft
und hatte nie den dunklen Wald geschaut,
wo sein Geschlecht die leichten Nester baut.


Und wie der Winter wieder kam ins Land,
das Weihnachtsbäumchen in der Stube stand,
da fand mein schmuckes, zahmes Vögelein
neugierig bald sich in den Zweigen ein.


Wohl trippelt es behutsam erst und scheu
dem Rätsel zu, so lockend und so neu,
doch bald war’s in dem grünen Reich zu Haus,
wie prüfend breitet es die Flügel aus;
so freudig stieg und fiel die kleine Brust,
als schwellte sie der Tannenduft mit Luft.


Und wie er nie vom Käfig noch erklang,
so froh, so schmetternd tönte sein Gesang!
Zum erstenmal berauscht vom neuen Glück,
kehrt es zu seinem Hause nicht zurück.
Hart an das Stämmchen duckt es, still und klein
und schlummert in der grünen Dämmrung ein.


Und sinnend sah ich lang des Lieblings Ruh
wie erst dem Spiel, dem zierlich heitren, zu,
als durch des Vogels Leib mit einemmal
sein seltsam Zittern wunderbar sich stahl;
das Köpfchen mit dem Fittich zugetan,
fing es geheim und süß zu zwitschern an:


Im Traum geschah’s … und Wald und Waldeswehn
schien ahnungslos durch diesen Traum zu gehen.
Und seltsam überkam’s mich bei dem Laut!
Was nie das Tierchen lebend noch geschaut,
des freien Waldes freie Herrlichkeit,
nun lag es offen da vor ihm und weit …
mich aber mahnt es einer anderen Welt,
und mancher Frage, zweifelnd oft gestellt,
und dieses Leben deuchte mir ein Traum
wie der des Vögleins auf dem Weihnachtsbaum.

(Hermann von Schmid)

Hallo, ihr lieben Leser vom Adventskalender im Grafschafter Wochenanzeiger! Draußen war es gestern eher wie im Frühling denn im Winter, Eis und Schnee sind wohl nicht mehr in Sicht zur Weihnacht, wie fast jedes Jahr ein Wärmeeinbruch kurz vorm Fest!

Aber auch wenn Schnee und Eis fehlen, unsere gefiederten Freunde werden ja ganzjährig gefüttert, und da hab ich mir gedacht, wir gucken hier in diesem Türchen nun mal Vögel im Winter und zur Weihnacht!

Schön, wenn Kinder schon früh lernen, wie man mit der Natur umgeht.

Wie nett, die hier haben sogar ein Nikolausstrümpfchen zur Vogelbescherung!

Zwei, die sich mögen!

Gut, daß die Menschen für sie alle sorgen!

Ganz was feines, so eine Sonnenblumenkerne-Futterglocke!

Die beiden hier haben noch Beeren ergattert, vom Ilex!

Die Farben vom Dompfaff kommen bei dem weißen Schneehintergrund besonders gut zur Geltung.

Im Frühling können sie dann hier wieder brüten!

Auch eine Idee, wie man das Futter servieren kann! Oder auch

so!

Der Weihnachtsmann denkt auch an unsere gefiederten Freunde!

Die drei haben doch wohl ein schönes, geschütztes Plätzchen gefunden, oder?

Wir wünschen euch allen einen schönen Donnerstag, bleibt oder werdet gesund, macht euch bitte alle keinen Streß, Frau Chefredakteurin hat heute morgen die letzte Frühschicht in dieser Adventszeit, das wird bestimmt wieder gut tun, bissel Ruhe und Besinnung gleich zu Beginn des neuen Tages!

Habts fein, wünschen euch euer Redaktionsteam des Grafschafter Wochenanzeiger!

18 Gedanken zu “Grafschafter Wochenanzeiger – Türchen 19

  1. Ach wie schön. Sogar mein Lieblingsvogel – der Stieglitz – ist auf einem der Bildchen zu sehen. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Das Gedicht hat mich aber traurig gemacht. Mir haben die Stieglitze und die Zeisige die mein Opa im Sommer gefangen hat, und die dann in kleinen Käfigen gesessen haben, ohne wieder frei fliegen zu können, immer so leid getan. Da sind mir meine Spatzen natürlich lieber, die immer schon warten, bis die alte Frau endlich mal mit dem Futter kommt. Socken hänge ich allerdings nicht auf :-)
    Einen schönen und gemütlichen Donnerstagmorgen wünsche ich dir. Liebe Grüße auch an Mimi. Meine Miezen schlafen noch in ihrem Zimmer

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    • Das freut mich nun aber sehr, liebe Ingrid, daß dein Lieblingsvogel, der Stieglitz, auch bei den Bildern dabei war. Ich hatte solche Freude an den Bildern, die gefielen mir so gut.
      Ja, das Gedicht hat schon auch ein bissel einen traurigen Klang, gefangene Vögel tun mir auch immer sehr leid, sie sollten doch besser alle frei fliegen können. Wir hatten allerdings auch Wellensittiche, aber die hatten ihren Freiflug in der Wohnung, ähnlich wie das Vögelchen in dem Gedicht.
      Ja, da haben es deine Spatzen allemal gut, auch wenn sie manchmal bissel auf die alte Frau warten müssen, bis die endlich mit dem Futter kommt, lach!!! Ich fand das Bild mit den Socken so drollig!
      Es war wieder eine schöne Frühschicht, zu dem Zeitpunkt schlief Mimi aber auch noch auf der Couch, jetzt wünschen wir euch einen schönen Nachmittag noch, mit Schnurrgrüßen von Mimi an deine viere und lieben Grüßen von uns allen,
      Monika.

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    • Wie mich das freut, liebe Eva, daß das ein Türchen ganz nach deinem Geschmack ist!
      Ich mag das Gedicht sehr, und über die Bilder ist der Eintrag entstanden, ich fand sie so schön! Das dachte ich mir wohl, daß dir mein Robin am besten gefällt, hast du doch so einen feinen bei dir im Garten!
      Ich wünsche dir noch einen schönen Nachmittag mit lieben Grüßen
      Monika.

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  2. Meine liebe Monika,

    das ist heute wieder ein ganz besonders niedliches Türchen so voller lieber Vögelchen.Als ich es öffnete,zwitscherte und piepste es mir schon in allen Tonlagen entgegen.
    ;)
    Ja,das Gedicht ist sehr schön und auch sehr nachdenklich vom Vöglein auf dem Weihnachtsbaum.
    Fein,dass es dieses schöne Erleben auf dem Weihnachtsbaum hatte,ein Traum in Erfüllung ging,von dem es vorher gar nichzs ahnte.So wie es auch in unserem Leben manchmal ist…

    Vöglein in Käfigen mag ich auch nicht,aber für manch Einsamen ists halt auch ein lieber Gefährte und einzige Gesellschaft..
    Natürlich werden die „Federbälle“ im Winter auch von mir gefüttert.Ich find es immer so niedlich,wenn sie einen mit zur Seite geneigten Köpfchen beim ansprechen zuhören und wenn die Amseln hier in den Pfützen baden.
    Man freut sich schon wirklich sehr drauf,wenn sie im Frühjahr wieder früh zeitig ihr gezwitscher anstimmen!
    Zur Zeit hängt hier an einem Strauch eine abgesägte Kokosnusschale an einer Kette als Futterspender,,das gefällt mir auch sehr gut!ist mal was anderes.
    Hier wars gestern auch wie Frühling,aber auf die Feiertage machen sie bissel Hoffnung auf kältere Temperaturen wenigstens,wenn schon ohne Schnee.davon können wir uns ja wieder beide Augen voll nehmen auf deinen so niedlichen Bildchen wieder allen,ich kann da richtig „hineinkriechen“!Alle sind wunderschön und allerliebst!Die Sonnenblumenkern-Futterglocke ist toll. Überhaupt alle Futterservierungsvorschläge und fein der Weihnachtsmann auch mit dabei.

    Der Donpfaff ist ein hübsches Kerlchen und die 3 Kerlchen im Briefkasten haben ein exklusives Plätzchen,so schön aneinandergekuschelt.
    Mir hat wieder alles viel Freude gemacht,hab lieben Dank dafür mit deinem Team!

    Für heute wünsch ich dir noch eine besinnliche und schöne letzte Frühschicht,habts fein!Bald schon gehen die ja wieder vor Ostern los,da sind euere Plätze fast noch warm. ;)

    Habt auch einen guten Donnerstag und liebste Grüße schickt euch Brigitte.

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    • Meine liebe Brigitte,
      jaaa, lach, kann ich mir gut vorstellen, daß dieses Türchen beim öffnen piepste und zwitscherte, lach!
      Ich mag das Gedicht auch sehr, das stimmt immer ein wenig nachdenklich, und daß mit den Träumen stimmt wohl so!
      Ich mag Vögel im Käfig eigentlich auch nicht, wir hatten aber auch Wellensittiche, die natürlich Freiflug in der Wohnung hatten. Und für viele Menschen, die einsam sind, sind auch sie sicher liebe Gefährten.
      Die Vögel an der Futterstelle zu beobachten ist immer wieder so unterhaltsam und manchmal so drollig, und ja, auf das Frühlingskonzert freue ich mich auch schon wieder, aber ich glaub, da brauchen wir gar nicht so lange zu warten, bei den derzeitigen Frühlingstemperaturen draußen, das ist doch wie kurz vor Ostern und nicht Weihnachten!
      Die halben Kokosnußschalen als Futterbehälter kenne ich, das ist eine feine Idee.
      Na, da bin ich ja mal gespannt, ob die Wetterfritzen recht haben, daß es zu den Feiertagen dann wenigstens wieder kälter werden soll.
      Die Bilder waren der eigentlich Anlaß für dieses Türchen, auch ein Zufallsfund, ich hatte was gesucht und bin auf diese wunderschönen Bilder gestoßen.
      Die drei Kerlchen im Briefkasten fand ich auch so klasse, das ist ein schönes Plätzchen!
      Die Frühschicht war wieder sehr schön und stimmungsvoll, ja, da lachen wir auch jedes Mal wieder drüber, daß letztlich bis zu den Osterfrühschichten unsere Plätze eigentlich noch warm sind, lach! Die Zeit rennt immer viel zu schnell.
      Wir wünschen dir jetzt noch einen schönen Nachmittag und Abend vom heutigen Tage, liebste Grüße
      Monika und das gesamte Redaktionsteam.

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    • Hach, das paßt ja wirklich fein, wenn du auf dem Weg zum Kind bist, um Vögel zu schnappen, hoffentlich warst du erfolgreich!
      Boooaaah, jaaaa, hier auch, und die Temperaturen sind wirklich auch danach, hihihihi, da hab ich auch schon dran gedacht, wir canceln die Gans und machen Grillparty und statt Glühwein gibt es Eistee, ich lach mich weg!
      Habt es auch fein, ihr lieben Bees, freut mich, daß das Türchen gefällt, liebe Grüße von uns Emms.

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  3. Oh wie fein dieses Türchen heute ist 😊 Ich als Vogelliebhaber freue mich ganz besonders darüber, dass auch die Vögel hier beim „Grafschafter“ ein eigenes Türchen bekommen haben. Das Gedicht zu Anfang ist allerliebst. Das kann man mit wachsender Begeisterung immer wieder von vorn lesen.
    Und die Vogelbilder an sich sind alle sehr hübsch und noch dazu mit guten Anregungen, wie man der Vogelschar in seinem eigenen Vogelgasthaus das Futter darbieten kann. Am meisten hat es mir aber das erste Bild mit den Kindern am Futterhaus angetan. Richtig schön!
    Derweil hat die Frau Chefredakteurin ihre letzte Frühschicht hinter sich. Dann wird es sicher etwas ruhiger bei Euch zugehen. Das ist doch auch was überaus Feines. Dann genießt die ruhige Zeit und macht es Euch richtig schön gemütlich miteinander.
    Liebe Grüße schickt Euch die Silberdistel, und ihre drei pelzigen Mitbewohner schicken an alle liebe schnurrige Grüße 😻😼😺

    Gefällt 5 Personen

    • Wie mich das freut, daß dieses Türchen soviel Freude ausgelöst hat, ja, natürlich bekommen auch die Vögel hier ihr eigenes Türchen, wir mögen sie doch auch sehr und sorgen für sie! Und die Bilder hatten es mir so angetan, da war das Thema ganz schnell klar für dieses Türchen! Das Gedicht gefällt mir auch sehr, hast du schön gesagt, daß man das mit Begeisterung immer wieder von vorn lesen kann, geht mir auch so!
      Wie gesagt, die Bilder waren der Anlaß fürs Türchen, ich war ganz hin und weg von ihnen, und da können wir uns nun auch die Hand reichen, das mit den Kindern am Vogelfutterhaus ist auch mein Favorit, zusammen mit den Vögelchen im Postkasten!
      Ja, das war sie nun heute schon, die letzte Frühschicht vor dem großen Fest, eigentlich immer schade, sie war auch wieder so schön und stimmungsvoll, aber da hab ich eh noch was für euch. Nun kann es hoffentlich wirklich langsam ruhiger werden hier, und wir können es uns schön gemütlich machen, das wünschen wir euch auch von Herzen, und schicken liebe, schnurrige und brummige (aber nicht im Wortsinne, lach, nur wegen der Brummbären, hihihihi!) an dich, liebe Silberdistel und die drei pelzigen Mitbewohner, habt einen schönen Abend,
      Monika und der Rest der Truppe.

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  4. Liebe Monika,
    Das ist so ein schönes Türchen über die Vögelchen. Es ist so traurig, wenn sie in einem Käfig sitzen müssen.Die Menschen machen sich meistens keine oder nur wenig Gedanken darüber.
    Leider sieht man hier bei mir in der Großstadt immer weniger Vögel. Früher war es morgens ein Gezwitscher. Heute sieht man fast nur noch Tauben und Krähen. Spatzen sind auch schon rar geworden. Bei dem Insektensterben finden die Vögel leider auch immer weniger Nahrung. Es ist schön zu sehen ,wie bei BrigitteE in Bremen ,die Vögel zur Futterstelle kommen. Hier auf den Balkonen ist es von den Nachbarn die darunter wohnen unerwünscht. Macht halt zu viel Schmutz ,den will keiner haben.
    Danke Dir ,für das schöne Gedicht und den feinen Eintrag.
    Wünsche Dir und Mimi einen schönen Abend. Hast Du Dir nach Deiner Frühschicht verdient.
    Lg.Ursel

    Gefällt 4 Personen

    • Liebe Ursel,
      ich freu mich hier richtig vor mich hin, weil du und alle hier das Türchen so schön finden.
      Ich mag es eigentlich auch nicht, wenn Vögel im Käfig sind, wir hatten aber auch mal zwei Wellensittiche, die hatten natürlich Freiflug in der Wohnung, aber ab und zu mußten sie halt doch auch mal im Käfig bleiben.
      Hier wird die Vielfalt an Vögeln auch immer geringer, Spatzen seh ich eigentlich nur noch im Zoo, aber freilebend natürlich, lach, ja, das liegt sicher auch am Insektensterben, sie finden eben immer weniger Nahrung. Das finde ich auch immer so toll, wieviele Vögel bei BrigitteE an der Futterstelle sind, und so viele verschiedene eben auch noch! Hier sind die Nachbarn zum Glück toleranter, ich glaub, fast jeder hat auf Balkonien ein Futterhäuschen, im Garten steht auch eines, und im Winter hängen auch Meisenknödel in den Büschen. Soviel Schmutz macht das doch auch eigentlich gar nicht.
      Büddeschön, sehr gerne geschehen, ja, das war nun die letzte Frühschicht heute vor dem großen Fest, eigentlich schade, aber bald sind ja schon wieder die für die Osterzeit, lach! Dankeschön, wir machen es uns auch gemütlich jetzt, und wünschen dir auch noch einen ganz feinen Abend, liebe Grüße
      Monika.

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      • Weisst Du liebe Monika,
        vor vielen Jahren hatte meine Mutter auch die Vögel bei sich auf dem Balkon gefüttert und hatte an den Piepmätzen ihre helle Freude.Leider fielen Körner und Schalen und auch sonstiges runter auf den darunter liegenden Balkon.Das hatte zu Folge,das ihre damaligen Nachbarn ,es zusammengekehrt hatten und meiner Mutter auf ihren Fussabtreter vor ihrer Tür entsorgt hatten.Du kannst Dir vielleicht vorstellen, wie sich meine arme Mutter damals darüber aufgeregt hatte .Es war grausam. Hätte mein Vater damals noch gelebt, hätten sich diese Nachbarn das nicht erlaubt. Hier bei meiner ehemaligen Nachbarn hat sich ähnliches abgespielt, mit dem Nachbarn unter ihr.
        Da sind die Menschen bei Dir im Haus sehr viel toleranter.
        Von daher unternehme ich gar nicht erst den Versuch .Lg.Ursel

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        • Ja, bei manchen Zeitgenossen kann man wahrlich nur den Kopf schütteln, was denen alles so einfällt! Kann ich mir so gut vorstellen, wie sehr sich deine Mama darüber aufgeregt hat, hätte ich auch! Ich bin richtig froh, daß das hier doch bei den meisten Nachbarn anders ist, Nörgler gibt es hier ja auch, aber die anderen sind wohl zum Glück in der Überzahl, und das ist richtig schön! Nee, den Versuch würde ich an deiner Stelle dann auch nicht unternehmen.
          Schlaf gut und komm gut wieder in den neuen Tag, liebe Grüße
          Monika.

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  5. Liebe Monika,

    schier unerschöpflich scheint die Vielfalt der Themen, die Eingang in den Grafschafter Anzeiger finden; und jedes Thema findet seine Rubrik.

    Heute lesen wir also in der „Heimische(n) Tier- und Pflanzenwelt“ von den vielfach geliebten aber leider neuestens auch bedrohten Vöglein, die uns gewöhnlich im Winter besuchen. Da tummelt sich die schöne, bunte Schar hinter dem 19. Türchen des Adventkalenders. Alle Bildchen sind so naturgetreu und zeigen allerliebste Szenen.

    Rani hat bei diesem Vogelpotpourrie ganz große Augen bekommen. Sie ist – man glaubt es sicher kaum – eine wahre Beschützerin der kleineren Vogelarten: Immer wenn sich ein Schwarm Dohlen, Krähen oder Elstern den Futterstellen nähert, an denen Amseln, Meisen, Finken oder das Rotkehlchen picken, spurtet Rani dazwischen und verjagt die großen Vögel. Die Kleinen sind’s längst gewohnt, haben Rani als harmlos eingestuft und kümmern sich nicht weiter. Nun will ich nicht behaupten, wir befänden uns hier auf der Arche Noah oder der Insel der Glückseligen …., dennoch kann ich aus Erfahrung nicht bestätigen, dass Katzen die gefürchteten Vogelräuber wären, für die mancher sie halten mag, trotz des zweifellos vorhandenen Jagdtriebes. Wie so oft, kommt es hier auf den Menschen an, der sich verantwortlich fühlen sollte: Achtsamkeit und entschlossenes Eingreifen sind gefragt, dann können auch Katzen „lernen“.

    Na, jedenfalls haben Rani und ich länger diskutiert, welches denn nun das jeweilige Lieblingsbild sei: Rani hat sich in das winzige gelbe Kükenbällchen (zwischen vorletzter und letzter Gedichtstrophe) verliebt; ich bin ganz entzückt von der Vogelrunde vor Hirschkulisse unterm großen, alten Baum. Und ein bißchen neidisch bin ich dabei auch. Denn in diesem Winter kommen zu uns zwar viele Vögel, aber wir vermissen schmerzlich die vielfältigen Arten früherer Jahre. Vielleicht liegt es an den frühlingshaft milden Temperaturen, oder vielleicht schmeckt ihnen das angebotene Futter nicht, oder die Vogelvielfalt hat sich wegen der Umweltschäden doch schon stark verringert, und nur den Zivilisationsfolgern geht es noch einigermaßen gut? Um Zweiflern vorzugreifen: an der Katze liegt es nicht, die war auch in den Jahren davor schon da.

    So hat uns dieses Türchen noch zu einigem Nachdenken über unsere heimischen Vögel gebracht. Doch auch ein wenig Nachdenklichkeit schadet wohl nicht in der Adventzeit. Also füttert alle weiter fleißig und haltet Eure Balkone und Gärten insektenfreundlich, verzichtet auf Unkrautvernichter und Insektizide, denn “ Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ Und sind nicht im biblischen Sinne alle Geschöpfe unsere Geschwister?

    Rani schaut ein wenig skeptisch, entschließt sich dann aber zögerlich zu nicken und verabschiedet sich mit mir und lieben Schnurrern und Grüßen an die eifrige Redaktion bis zur nächsten Ausgabe des Grafschafter Wochenanzeiger.

    Bleibt froh und munter!

    Kristina und Rani

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    • Liebe Kristina,
      jaaaa, lach, da bin ich aber auch richtig froh drüber, ich hab echt schon am Anfang überlegt, ob es dieses Mal wieder klappt, 24 Türchen zu füllen.
      Die sind wunderschön, die Bilder, nicht wahr, es war ein Zufallsfund, als ich nach was anderem gesucht hatte, dann hab ich mich verliebt und der Eintrag war klar!
      Ach, das ist ja drollig, daß Rani tatsächlich die kleineren Vögel beschützt, das hab ich auch noch nicht erlebt, Mimi ist da wirklich eher die Jägerin, wenn sie denn dann dran käme. Allerdings hab ich hier auch schon freigängerische Nachbarkatzen gesehen, die Vögel völlig links liegen lassen, da gibt es dann bestimmt genau wie bei uns Menschen ganz unterschiedliche Charaktere. Und ja, da gebe ich dir recht, auch Katzen können lernen und tun es auch, und wie bei so vielen Dingen gerade in der Natur, da ist der Mensch doch auch verantwortlich für.
      Hach, heiße Diskussion übers Lieblingsbild, und da hätte nun Mimi drauf getippt, daß Rani sich das süße Federbällchen aussucht, sie kennt sie ja auch schon recht gut von unseren legendären Partys hier! Übrigens läßt sie Rani ausrichten, trotz innerlicher Jägerin: Den süßen Piepmatz fände sie auch total niedlich und würde ihn nie anfassen! Dein Lieblingsbild finde ich auch so schön, ich hatte so Freude, daß so viele verschiedene Vögel darauf zu sehen waren. Die viefältigen Arten vermissen wir hier auch, und mittlerweile gibt es hier in unserem Garten unten gar keine Freigängerkatze mehr, Kohl- und Blaumeisen sind noch recht zahlreich und zu meiner Freude sind auch die Amseln wieder dabei, aber viele vermisse ich genau wie du. Keineswegs schadet Nachdenklichkeit in der Adventszeit, auch da freu ich mich immer, wenn ich was anstoßen kann. Genauso handhaben wir es auch in Zukunft weiter „was ihr dem geringsten meiner Brüder tut, das habt ihr mir getan.“ Wir sind alle Geschöpfe eines Schöpfers und einer Erde!
      Hihihi, ok, nach einiger Skepsis nickt Rani das auch ab, schön! Mimi freut sich und schickt ihrer Freundin liebe Schnurrgrüße, vom Rest der Truppe kommt ein verschlafen-vernuscheltes Brummen, bleibt auch froh und munter und ich schick euch liebe Grüße
      Monika und Mimi.

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