Stilles Gedenken – Ewigkeitssonntag

Herbst

Rings ein Verstummen, ein Entfärben:
Wie sanft den Wald die Lüfte streicheln,
sein welkes Laub ihm abzuschmeicheln;
ich liebe dieses milde Sterben.

Von hinnen geht die stille Reise,
die Zeit der Liebe ist verklungen,
die Vögel haben ausgesungen,
und dürre Blätter sinken leise.

Die Vögel zogen nach dem Süden,
aus dem Verfall des Laubes tauchen
die Nester, die nicht Schutz mehr brauchen,
die Blätter fallen stets, die müden.

In dieses Waldes leisem Rauschen
ist mir als hör`ich Kunde wehen,
daß alles Sterben und Vergehen
nur heimlich still vergnügtes Tauschen.

(Nikolaus Lenau)

Der letzte stille Feiertag, der Ewigkeitssonntag. Ohne viele Worte zeig ich euch nochmal einige Bilder vom Friedhof hier in meiner Grafschaft.

Meine Gräber sind auch wieder zum Ewigkeitssonntag bissel geschmückt, ich muß aber in der nächsten Woche noch einmal hin, ich hab neue Grabschilder für meine Eltern gemacht und die sind nun erst fertig geworden.

Die Tage des Novembers sind gezählt, so hauptsächlich trüb, wie er sich präsentierte, fällt der Abschied von ihm mal wieder sehr leicht und die Vorfreude auf die Adventszeit wächst!

Mit meinem herbstlichen Lieblingsgedicht von Rilke schließe ich diesen Eintrag und wünsche euch allen einen ruhigen, besinnlichen Ewigkeitssonntag.

Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.

Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.

Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.

Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.

(Rainer Maria Rilke)

 

 

16 Gedanken zu “Stilles Gedenken – Ewigkeitssonntag

  1. Liebe Mimi, liebe Monika!

    Wunderschöne Aufnahmen aus dem zwar tristen aber auch melancholisch sehr schönen November. Und wer könnte dazu bessere Zeilen liefern als der werte Herr Rilke. Immer ein Genuss und passend gewählt.
    Wir freuen uns ebenfalls auf die kommende Adventszeit und wünschen Euch ebenso einen ruhigen und gemütlichen Sonntag :)

    Herzliche Grüße von der mit Puderzuckerschnee bedeckten Alm
    Mallybeau

    Gefällt 3 Personen

    • Liebe Mallybeau,
      das dachte ich mir auch mit dem Gedicht von Herrn Rilke. Ich mag seine Gedichte sehr.
      Oh, wie schön, ihr habt schon Puderzuckerschnee, hier ist es einfach nur wieder trist, aber das erhöht die Vorfreude auf die bald beginnende Adventszeit.
      Wir wünschen noch einen ganz feinen Sonntagabend hinauf auf die Alm mit lieben Grüßen
      Monika und Mimi.

      Gefällt 1 Person

  2. Meine liebe Monika,

    habe herzlichen Dank für deine Worte und Fotos zum Ewigkeitssonntag,der als letzter im Kirchenjahr doch ein besonderes Gepräge hat.Vor einigen Jahren noch hab ich das nicht so empfunden wie jetzt,da doch viele der Lieben,die man um sich haben durfte,nicht mehr in der Zeitlichkeit sind.
    Dabei besonders eben die Eltern.Aber es ist doch sehr tröstlich,wenn man daran glauben kann,dass ihre Seelen in der Ewigkeit sind und man sich wiedersehen wird.Das Gegenteil kann niemand beweisen.

    Es ist doch auch schon gut,vom „Ewigkeitssonntag“ zu sprechen,als vom „Totensonntag“.

    Die beiden passend bebilderten Gedichte stimmen schön ein und schließen tröstlich ab.
    Deine Fotos vom Friedhof strahlen eine schöne Ruhe aus,so hübsch ist immer der kleine rote Baum,ein Ahorn war es wohl?

    Die Gräber deiner lieben Eltern sind ganz fein hergerichtet! Ich finde das mit den Fotos einen schönen Brauch,und die Schwälbchen bei deiner Mama sind allerliebst.

    Bei uns war der November auch größtenteils sehr trüb,und ich verabschiede ihn in der kommenden Woche auch leichten Herzens und freu mich auf die schöne Adventszeit! Vorallem dann mit allen Freunden hier bei dir!

    Ich wünsche dir und Mimilein auch einen ruhigen und besinnlichen Ewigkeitssonntag und schicke euch liebste Grüße
    Brigitte.

    Gefällt 2 Personen

    • Meine liebe Brigitte,
      ich finde den Ausdruck Ewigkeitssonntag auch viel schöner und tröstlicher als Totensonntag.
      Ich geh ja immer mal wieder gerne über den Friedhof, überhaupt über Friedhöfe, das sind sehr schöne Orte der Ruhe und Besinnlichkeit und haben letztlich doch auch was tröstendes. Ja, das kleine rote Bäumchen ist ein Ahorn, ganz wunderschön immer wieder.
      Ich mag das auch sehr mit den Fotos und wollte die Schilder schon längere Zeit mal umgestalten, nun hat es geklappt. Die Schwälbchen waren Mamas Lieblingsvögel und die nun an dem Schild sind, hatte sie zu Lebzeiten auf einem Bild in der Wohnung. Ich glaube, sogar mal von Höxter mitgebracht.
      Ich bin in diesem Jahr mal wieder ausgesprochen froh, daß der November um ist, er war doch sehr trüb.
      Und auf die Adventszeit freu ich mich auch sehr.
      Wir wünschen dir noch einen schönen Sonntagabend, liebste Grüße
      Monika und Mimi.

      Gefällt 1 Person

    • Liebe Christa,
      dankeschön, meine Mama liebte die Schwalben so sehr, daher die Zeilen, und die Schwälbchen, die ich am oberen Rand befestigt habe. Ja, der Spruch ist wirklich so wahr.
      Ich wünsche dir auch noch einen schönen Sonntag mit lieben Grüßen
      Monika.

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  3. Liebe Monika, es ist so schön, dass Du die Gräber Deiner Eltern hergerichtet hast. Die Bezeichnung Ewigkeitssonntag gefällt mir ausnehmend gut. Wir gehen doch alle in die Ewigkeit ein. Vielleicht können wir uns tatsächlich 2062 auf Gustav zum Picknick treffen, ich würde auch gern dazu kommen. Ich habe auch die Gräber meiner Eltern vor einiger Zeit fertig gemacht. Langsam wird es kalt.Heute war ich allerdings nachträglich zum Geburtstag meiner Freundin eingeladen. Wir waren in einem Lokal ausserhalb Berlins zum ersten Gänsebraten Essen in diesem Jahr. Es war wunderbar noch dazu weil heute morgen endlich wieder die Sonne schien nach dem vielen Regen der letzten Tage. Sag einmal, liebe Monika wohnst Du in der Straße mit dem Namen Deiner Lieblings Blumen? Sag mal bitte Bescheid. Ich wünsche Dir und Mimi einen wunderschönen gemütlichen Sonntag Abend. LG.Ursel

    Gefällt 2 Personen

    • Liebe Ursel,
      ich bin auch froh, daß ich erst mal wieder alles schön habe, nächste Woche bring ich die Schilder noch hin und dann ist alles wieder fein für den Winter.
      Mir gefällt die Bezeichnung Ewigkeitssonntag auch sehr viel mehr als Totensonntag!
      Ja, das wäre es doch, 2062 alle auf Gustav, du bist herzlich eingeladen.
      Hier ist es auch kalt geworden heute, ein bissel noch über dem Gefrierpunkt, und das nun wieder so unvermittelt.
      Schön, die nachträgliche Geburtstagseinladung von deiner Freundin, und lecker, der erste Gänsebraten, den hatte ich am Geburtstag von Björns Schwiegermama!
      Ich hab mal versucht, deine Frage per Mail zu beantworten!
      Ich wünsche dir auch noch einen wunderschönen gemütlichen Restsonntagsabend, Mimi schickt mal Schnurrgrüße, liebe Grüße
      Monika.

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    • Mein Monat ist der November auch nicht, schon seit Kindertagen mag ich ihn nicht!
      Dankeschön, daß dir der Beitrag gefällt! Ich besuche gerne Friedhöfe, und „meiner“ hier in der Nähe ist ein wunderbarer Ort der Ruhe und Besinnung.

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