Spuren eines Lebens – Volkstrauertag

Der Graben

Mutter, wozu hast du deinen aufgezogen?
Hast dich zwanzig Jahr mit ihm gequält?
Wozu ist er dir in deinen Arm geflogen,
und du hast ihm leise was erzählt?
Bis sie ihn dir weggenommen haben.
Für den Graben, Mutter, für den Graben.

Junge, kannst du noch an Vater denken?
Vater nahm dich oft auf seinen Arm.
Und er wollt dir einen Groschen schenken,
und er spielte mit dir Räuber und Gendarm.
Bis sie ihn dir weggenommen haben.
Für den Graben, Junge, für den Graben.

Drüben die französischen Genossen
lagen dicht bei Englands Arbeitsmann.
Alle haben sie ihr Blut vergossen,
und zerschossen ruht heut Mann bei Mann.
Alte Leute, Männer, mancher Knabe
in dem einen großen Massengrabe.

Seid nicht stolz auf Orden und Geklunker!
Seid nicht stolz auf Narben und die Zeit!
In die Gräben schickten euch die Junker,
Staatswahn und der Fabrikantenneid.
Ihr wart gut genug zum Fraß für Raben,
für das Grab, Kamraden, für den Graben!

Werft die Fahnen fort!
Die Militärkapellen
spielen auf zu euerm Todestanz.
Seid ihr hin: ein Kranz von Immortellen –
das ist dann der Dank des Vaterlands.

Denkt an Todesröcheln und Gestöhne.
Drüben stehen Väter, Mütter, Söhne,
schuften schwer, wie ihr, ums bißchen Leben.
Wollt ihr denen nicht die Hände geben?
Reicht die Bruderhand als schönste aller Gaben
übern Graben, Leute, übern Graben –!

(Kurt Tucholsky)

Vielleicht erinnert ihr euch noch an den Eintrag „Geteilte Freude ist doppelte Freude“, da hab ich in einem Kommentar an Christa von dem Fund einer Eintrittskarte für die Bayreuther Festspiele für einen Soldaten aus dem 2. Weltkrieg in einem alten Buch berichtet, und gemeint, das wäre mal einen Eintrag wert.

Und zum heutigen Volkstrauertag fand ich ihn passend.

Das war das Buch, das ich auf einem Trödelmarkt erworben hatte

mit diesem kleinen Heft dabei

Und darin befand sich das hier

Als ich es aufschlug, zeigte es mir diesen Inhalt:

Eine Eintrittskarte für die Bayreuther Festspiele, mit Datum vom 30. Juli 1944.

Wen es interessiert, ich habe mal ein bissel recherchiert über die damligen Festspiele

http://www.grin.com/de/e-book/230533/die-bayreuther-festspiele-im-dritten-reich

hier müßt ihr bissel scrollen zu den Infos, und das noch

https://de.wikipedia.org/wiki/Bayreuther_Festspiele

Die obige Aufführung der Eintrittskarte war wohl eine der letzten Vorstellungen im 2. Weltkrieg.

Es lag noch mehr dieser Eintrittskarte bei

und dieses noch:

Das Heftchen, in dem diese Karten und Formulare enthalten waren, sah so aus:

aus dem weiteren Inhalt mach ich jetzt mal eine kleine Vorschaugalerie, einfach das erste Bild anklicken, dann habt ihr alles in groß und lesbar.

Wir haben damals im Kommentar darüber nachgedacht, ob die Opernkarte wohl eingelöst worden ist, oder ob es dazu nicht mehr gekommen ist, ich vermute, die Aufführung ist nicht besucht worden, weil der Abrißabschnitt noch an der Karte vorhanden ist. Deshalb fand ich den Volkstrauertag als Anlaß für diesen Eintrag so passend, denn es wäre denkbar, daß der Soldat, dem diese Karte gehörte, zum Zeitpunkt der Aufführung vielleicht schon nicht mehr lebte. Ich hoffe aber sehr, daß es andere Gründe für einen verpaßten Besuch gab und er den Krieg überlebt hat.

Spuren eines Lebens! Wieviele Leben sind in zwei Weltkriegen und in unzähligen anderen Kriegen sinnlos zerstört und vernichtet worden und werden es heute noch! Daran will der Volkstrauertag erinnern, aber man sollte es nicht beim erinnern in der Vergangenheit belassen, sondern gerade heute wieder einmal mehr denn je vor allem mahnen:

WEHRET DEN ANFÄNGEN!

Denn immer noch gilt „Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch“, ein Zitat von Bertold Brecht. Das hat uns die letzte Zeit wieder sehr deutlich und drastisch vor Augen gehalten.

Der Krieg ist nicht „der Vater aller Dinge“ sondern die Wurzel allen Übels!!!

Mein Großvater war im ersten Weltkrieg, mein Vater im zweiten Weltkrieg. Mein Vater hat seine ihm aufgezwungene Soldatenzeit gehaßt, er war aus tiefstem Herzen Pazifist. Er hat in keinem Menschen seinen „Feind“ gesehen, und das hat er ganz tief sowohl bei mir als vor allem später bei meinem Sohn ins Herz geprägt, und der Tag, an dem mein Sohn den Wehrdienst verweigert hat und Zivildienstleistender geworden ist war für ihn ein großer Freudentag!

Anläßlich dieses Eintrag habe ich mal wieder in meiner Familien-Bild-Chronik gesucht, und laß nun einfach mal Bilder sprechen.

Mein Großvater mütterlicherseits und ein Großonkel, Bruder meiner Großmutter, als Soldaten

Mein Vater und sein Bruder im 2. Weltkrieg

auf dem unteren Bild ist mein Vater hinter seinem Bruder, auf dem rechten Bild hinten mein Vater mit seinem Hauptmann im Feld 1940.

links mein Vater

 ganz rechts an der Türe mein Vater

Mein Vater ganz links

am Flak-Geschütz

Zuhause haben Eltern um ihre Söhne, Geschwister um die Brüder und Kinder um ihre Väter gebangt, wenn sie denn dann mal auf „Heimaturlaub“ waren, versuchte man alle Ängste wenigstens eine Zeit lang zu verdrängen.

 

Der Bruder meiner Großmutter, mein Großonkel, mit Hundchen und seinem kleinen Sohn.

Heimaturlaub! Links ist meine Patentante, die Schwester meines Vaters, der Soldat rechts ist der älteste Bruder meines Vaters, neben meiner Patentante steht seine Frau und daneben mein Großvater väterlicherseits, der Vater des Soldaten.

Der Bruder meines Vaters mit links und rechts seinen Schwestern und seiner Frau.

Weitere Heimaturlaubsbilder

Auch Hochzeiten fanden im Krieg statt

eine Cousine meiner Mutter bei ihrer Hochzeit mitten im Krieg.

Alle die hier gezeigten Meinen haben Gott sei Dank den Krieg überlebt! Mein Vater ist schwer verwundet worden, dank eines großartigen Sanitäters im Lazarett ist sein rechter Arm nicht steif geblieben, und so konnte er nach russischer Gefangenschaft wieder zurückkehren ins Leben und zu den Seinen.

Dafür wird Leben gezeugt, nicht zum sterben auf den Schlachtfeldern dieser Welt

sondern um jung zu sein und sich zu verlieben und das kostbare Leben weiter zu geben! Meine Eltern im Juli 1946.

Und auf der Verlobungsfeier der jüngsten Schwester meines Vaters Pfingsten 1949

zweite Reihe von unten ganz rechts sind meine Eltern, ein Mädel daneben das Verlobungspaar.

Wir können uns alle glücklich schätzen, daß wir in unserem Land seit 72 Jahren in Frieden leben können und dürfen, ich wünsche mir, daß wir alle dazu beitragen, daß das so bleibt! Damit uns weitere Kriegsgräber wie diese hier aus dem zweiten Weltkrieg vom Liricher Friedhof hier bei mir

erspart bleiben. Es ist an der Zeit!

Und mit diesem Lied, „Es ist an der Zeit“, ein Lied von Hannes Wader, basierend  auf dem von Eric Bogle komponierten Lied No Man’s Land (The green fields of France), der dieses im Jahre 1976 nach einer Tournee in Frankreich schrieb. Die Soldatengräber in Nordfrankreich und Flandern hatten ihn so bewegt, dass er kurz darauf dieses Lied schrieb. Eric Bogle ist in Schottland geboren, lebt aber seit über 30 Jahren in Australien und ist seit 1982 Australier.  (Quelle: Wikipedia) 

Ich habe eine Fassung gewählt, in der Hannes Wader, Reinhard Mey und Konstantin Wecker gemeinsam singen.

http://www.reinhard-mey.de/start/texte/alben/dann-machs-gut/es-ist-der-zeit

Ich wünsche euch allen einen guten, friedlichen Sonntag!

 

25 Gedanken zu “Spuren eines Lebens – Volkstrauertag

  1. Meine liebe Monika,

    ich hab gestern schon dran gedacht,dass heute dieser besondere Tag begangen wird.Auf unserem Hauptfriedhof ist da auch jedes Jahr eine Kranzniedelegung am Mahnmal.
    Hab lieben Dank,dass du auch in deinem Blögchen daran erinnerst und mit dem wieder so gut passenden Gedicht das ernste Gepräge des Volkstrauertages unterstreichst.Bei vielen ist er leider schon in Vergessenheit geraten,eben weil wir schon so lang in Frieden leben können und das leicht selbstverständlich wird!

    Ich erinnere mich noch sehr gut an deinen Fund dieser Eintrittskarte in diesem feinen alten Buch,das mir schon mal große Augen macht.Wie liebe ich solche wertvollen alten Bücher! Was da in diesem besonderen Buch alles zum Vorschein kam,macht mich richtig ehrfürchtig und Gänsehaut! Wenn das alles erzählen könnte! Das wäre eine Geschichtsstunde der besonderen Art.
    Das ist alles ein ganz sehr wertvoller Schatz,aber das empfindest du genauso!
    Lieben Dank für die Links zu den Festspielen von damals und für alle Fotos !
    Ja,vielleicht warens doch andere Gründe für das verpassen…

    Du hast es schon sehr eindringlich formuliert,dass nicht nur das Gedenken wichtig ist,sondern vielmehr das Tun in der Gegenwart,das dann unsere Zukunft bestimmt!

    Ich kann mir sehr gut vorstellen,dass sich Björns Opa sehr über diese vorallem sinnvolle Entscheidung freute!

    Hab nun auch ganz vielen Dank für die feine Familienchronik mit allen Erklärungen,ich sehe gern solche alten Fotos an!
    Es ist schon erstaunlich,wie die Menschen trotz schrecklicher Zeit ein „normales“ Leben meisterten,es gebührt ihnen aller Respekt und Achtung!
    Ob es der heutigen Generation auch so gelingen würde?

    Mein Vater war auch Soldat im 2.Weltkrieg und kam zumindest unbeschadet am Leib zurück,er war noch in französischer Gefangenschaft.Ob es Seele und Gemüt auch soweit gut verkrafteten,kann ich nicht so genau sagen.Mein Papa war schon allgemein nicht so die „Plaudertasche“,und über diese zeit sprach er eh kaum.

    Nun hoffen wir ganz sehr dolle,dass diese Friedenszeit für immer anhält und tun das Unsere dafür und fangen schon mal im Kleinen damit an!
    Hab auch noch lieben Dank für das berührende und bewegende Lied-und überhaupt für alles wieder,es war doch trotz der Ernsthaftigkeit ein schöner und sehr interessanter Eintrag!

    Ich wünsche dir und Mimilein auch einen friedlichen und guten Sonntag und schicke euch liebste Grüße
    euere Brigitte.

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    • Meine liebe Brigitte,
      der Tag heute bot sich für dieses berührende Fundstück einfach an.
      Das Gedicht sprach mir aus der Seele! Es sollte mal zu allen „Feiern“ und Kranzniederlegungen an diesem Tag rezitiert werden, damit nicht vergessen wird, warum dieser Tag überhaupt begangen wird.
      Der Fund in dem alten Buch ging wirklich mit Gänsehaut-Gefühl einher, da hat man plötzlich etwas in der Hand, das einem an einem Stück eines Lebens teilhaben läßt, von dem man nun leider nicht weiß, wie es sich und ob überhaupt weiter entwickelt hat. Kann man einfach nur hoffen, daß es trotz allem dagegen sprechen positiv war.
      Björn ist da von seinem Großvater sehr geprägt worden, er war auch der einzige in der Familie, mit dem er, als Björn das Alter dafür erreicht hatte, über seine ihn sehr belastenden Kriegserlebnisse gesprochen hat. Tätige Erziehung zum Frieden!
      Ich glaube, in solchen Zeiten braucht man gerade diese kleinen Augenblicke der „Normalität“, um nicht von all den Grausamkeiten überwältigt zu werden.
      Der Krieg hat ganz sicher auch verheerende Spuren in die Seelen der daran beteiligten getragen, das wird auch bei deinem Vater so gewesen sein, die Männer seiner Generation waren da ja wohl allgemein sehr wortkarg, was das sprechen über diese Ereignisse anbelangt, mein Vater war da wohl eher die Ausnahme, denn er hat auch mit mir über seine Kriegserlebnisse gesprochen, wenn auch nicht in der Ganzheit wie bei seinem Enkel. Das ist wohl noch die alte Einstellung der Männer aus dieser Zeit, daß man Frauen und Kinder damit nicht belasten darf.
      Frieden beginnt immer und ausschließlich im eigenen Herzen, wenn wir in diesem Sinne wachsam bleiben, ist schon viel getan. Die ganze Welt kann man nicht retten, aber auch ein kleiner Stein zieht große Kreise, wenn er ins Wasser geworfen wird. Und der stete Tropfen höhlt den Stein.
      Wir wünschen dir noch einen schönen, friedlichen Sonntagnachmittag, liebste Grüße
      Monika und Mimi.

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  2. Liebe Mimi, liebe Monika!

    Erneut erinnert Ihr uns an einen Tag, den wir sonst vermutlich völlig vergessen hätten. Wie gut, dass Ihr darauf aufmerksam macht. Wunderschön geschildert. Diesen Zeilen kann man nichts hinzufügen. Ich sehe das ganz genauso und hoffe, das wir ohne Krieg in ruhigen friedlichen Zeiten leben können. Eure Worte sind wirklich wunderbar gewählt, das würde sich wirklich lohnen, sie in der Öffentlichkeit laut vorzutragen oder als Flugblätter zu verteilen. Man kann in dieser schnelllebigen Zeit nicht oft genug mahnen. Ihr geht in jedem Falle mit bestem Beispiel voran. Wir versuchen es gleichzutun und wünschen Euch einen gemütlichen entspannten Sonntag :)

    Herzliche Grüße
    Mallybeau

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    • Liebe Mallybeau,
      ja, dieser Tag gerät wohl gerne in Vergessenheit, dabei wäre er eigentlich so wichtig, wenn er sich nicht in oberflächlichen „Feierlichkeiten“ und Kranzniederlegungen erschöpfen würde.
      Und nach dem berührenden Fundstück fand ich diesen Tag ganz besonders dafür geeignet, es euch zu zeigen! Spuren eben eines Lebens, von dem man leider nicht weiß, wie es und ob es sich überhaupt weiter entwickelt hat.
      Ich hab schon gerade bei Brigitte/Plauen erwähnt, vielleicht sollte man den großen Reden an diesem Tag das von mir eingestellte Gedicht von Kurt Tucholsky als erstes rezitieren, viel mehr bräuchte man dann eigentlich nicht mehr zu sagen!
      Frieden beginnt immer im eigenen Herzen, und wenn wir uns darum bemühen, können wir zumindest in unseren kleinen Kreisen einiges tun, und damit vielleicht auch die Kreise vergrößern, es ist heute wieder wichtiger denn jeh!
      Wir wünschen euch auch einen ganz entspannten, schönen Sonntagnachmittag noch, liebe und herzliche Grüße hinauf auf die Alm
      Monika und Mimi.

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  3. Gute Morgen liebe Monika,

    das ist ein ergreifender Eintrag, für mich ganz besonders deshalb, weil der Vater meines Mannes in genau der Zeit der Wagner Aufführung vermisst gemeldet wurde und mein Mann erst einen Monat darauf zur Welt kam.
    Er hat seinen Vater nie kennen lernen dürfen wegen dieses unsäglichen Krieges. Es gab nie einen Hinweis auf seinen Verbleib. Das ist bis heute schmerzhaft und der Hinweis auf die nicht abgerissene Karte weckt die Erinnerung. Man möchte wissen, was ist aus beiden Männern geworden?
    Ließe sich doch eigentlich recherchieren, oder.
    Ich danke dir für deine klugen Worte, deine vielen wunderbaren Familienbilder, das Gedicht, das Lied.
    Es macht froh, dass dein Papa überlebt hat und es dadurch dich gibt, du Liebe.
    Ich wünsche dir und deiner Mimilein einen frohen Tag.
    Liebe Grüße von uns Bees, der Brigitte und dem Buddylein

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    • Nun schon fast einen guten Abend, liebe Brigitte,
      oooh, dann war mein Eintrag nachfühlbar sehr ergreifend für dich, wenn der Vater deines Mannes genau zu dieser Zeit vermißt gemeldet wurde und damit die Spur seines Lebens endete, ich stelle mir das immer noch schrecklicher vor, als wenn man dann erfuhr, daß jemand gestorben ist, so gar nicht mehr zu wissen, was geschah, und ob er vielleicht doch noch lebt, und wo und wie, das ist ganz schlimm. Wie traurig für deinen Mann, daß er seinen Vater nie kennenlernen konnte, wieviel Leid dieser unsägliche Krieg gebracht hat, und die Menschheit hört einfach nicht auf, sie zu führen.
      Die nicht abgerissene Karte hat mir beim finden damals eine Gänsehaut verursacht, da weht einem plötzlich etwas an aus der Vergangenheit, das man so gerne klären möchte und etwas wissen möchte über das weitere Schicksal dieser beiden Männer. Man müßte wissen, wo man bei der Suche ansetzen könnte, die Namen alleine sind häufig, ich hab, als ich gestern den Eintrag machte, schon daran gedacht, die Blog-Gemeinschaft hier bei WP ist ja sehr groß und weltübergreifend, woher Aufrufe und Leser kommen, sieht man ja immer an der Statistik, und das ist ja wirklich aus allen Ecken der Erde, vielleicht fällt mal jemandem dieser Eintrag auf und die Namen sagen jemandem was in diesem Zusammenhang.
      Das Lied war für mich ganz wichtig für diesen Eintrag, ich fand es immer schon so großartig, und diese Fassung gefiel mir eben besonders, weil auch Reinhard Mey dabei war, ich war aber auch schon immer ein Fan von Hannes Wader.
      Das gucken meiner Familienbilder war sehr emotional gestern, weil meine Mama auf die meisten Bilder hinten etwas persönliches geschrieben hatte.
      Dankeschön, über diese lieben Worte würde mein Papa sich sehr freuen, und ich mich natürlich auch, zumal sein Überleben ja für mich nicht nur mich, sondern eben auch Björn möglich gemacht hat, so schließt sich der Kreis.
      Wir wünschen dir und dem lieben Buddylein und deinem Mann noch einen frohen und schönen Sonntagnachmittag und -abend, liebe Grüße von deinen Emms.

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      • Hallo Monika,

        Über das Luftwaffenlazarett I/XII habe ich folgendes gefunden.

        „Die Kaserne wurde 1937 erbaut und diente bis 1945 als Luftwaffenlazarett I/XII „Hermann Göring“. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs übernahmen am 9. März 1945 U.S.-amerikanische Truppen die Liegenschaft und nutzten sie als Gefangen- und Fremdarbeiterlager. Kurz darauf übernahmen es die französischen Truppen und nutzten die Liegenschaft wieder als Militärhospital unter dem Namen „André-Curtillet-Lazaret“, das ab dem 1. Juni 1955 dann in Koblenz in der neu erbauten Klinik, dem heutigen Zentralgebäude des jetzigen Bundeswehrzentralkrankenhauses, stationiert wurde.“

        https://de.wikipedia.org/wiki/Krahnenberg-Kaserne_(Andernach)

        Da gibt es ein Museum, vielleicht interessiert die ja dein Fund?

        und das hier

        http://www.wehrmachtlexikon.de/

        da kannst du ja vielleicht Bilder deiner Fundsachen hinschicken. Sie sind ausdrücklich:

        „Anmerkung: Wir sind keine Plattform und kein Sprachrohr für Rechtsradikale !!“

        Liebe Grüße
        Brigitte

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        • Wow, Brigitte, das ist toll, ganz lieben Dank fürs suchen! Und für den Link, das ist so interessant, wenn man denkt, so ein kleines Stück dieser Geschichte hält man in den eigenen Händen.
          Und wegen des Museums und dem Link zu dem Wehrmachtslexikon werde ich auf jeden Fall mal gucken, ob das dort von Interesse ist, ich hab ja hier nun endlich auch die Möglichkeit des scannens, denn die Originale würde ich natürlich so nicht aus der Hand geben. Danke übrigens für die Anmerkung, da guck ich auch immer sofort nach, wenn ich aus solchen Recherche-Gründen mal solche Seiten aufrufe, aber da ist wohl alles so wie es sein soll.
          Nochmal ganz lieben Dank, liebe Brigitte, die Sache interessiert mich eben auch so sehr, vielleicht kann man ja auf diesem Weg sogar ein bissel Licht ins Dunkle bringen, wer weiß!
          Liebe Grüße
          Monika.

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          • Ich hab noch nie in meinem Leben solche Seiten aufgerufen,
            Ich würde natürlich nur Fotos schicken, ganz klar.
            Übrigens bin ich der Meinung, dass es sich bei beiden Männern nicht um Patienten handelt, sondern um Wehrmachtsangehörige. Ich dachte zunächst es seien Patienten.
            Was mich beunruhigt ist, dass das Lazarett ‚berüchtigt“ sein soll. Vielleicht findest du ja den Grund. Aber aus einem „berüchtigten“ Lazarett würde die Bundeswehr doch sicher nicht die „Wiege der Bundeswehr“ machen.
            Mal sehen, was du so raus findest. Ich finde es immer spannend, Dingen auf den Grund zu gehen.
            Das mache ich ja sogar beim kleinsten unbekannten Insekt, lol.
            Liebe Grüße
            Brigitte

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            • Das passiert schon mal beim suchen nach geschichtlichen Zusammenhängen, da klickst du dann ganz unbefangen eine Seite an und landest in sowas „deutschnationalem“, boaaah, da bin ich immer ganz schnell wieder weg.
              Ja, das waren wohl keine Patienten, in dem Schreiben vom Lazarett werden sie ja beide als Oberfeldwebel ausgewiesen und somit Wehrmachtsangehörige. Das Lazarett hat ja wohl nur die Erkrankung des Erstbefugten für die Opernkarte bescheinigt.
              Das würde mich jetzt auch interessieren, warum das Lazarett berüchtigt sein sollte. Ich werde auf jeden Fall da weiter gucken, sowas interessiert mich auch immer sehr, solchen Dingen geh ich auch immer gerne auf den Grund! Ach, ob die Bundeswehr da nicht vielleicht einfach das ach so kleidsame Mäntelchen des Schweigens drüber breiten würde, da bin ich mir nicht so sicher.
              Oh, gerade die kleinsten unbekannten Insekten muß man doch gucken, wer sie sind, ich finde das prima, daß du das machst!
              Ich bin irgendwie sehr gespannt, was ich da angefangen habe, und wie sich das wohl noch entwickelt, jedenfalls ganz lieben Dank für deine Mühe und dein Interesse, ich werde weiter berichten, liebe Grüße
              Monika.

              Gefällt 1 Person

  4. Ich erinnere mich, dass du diese nicht eingelöste Eintrittskarte erwähnt hattest.
    Schön, dass du einen Blogeintrag darüber gemacht hast.
    Ich würde auch gerne wissen, wieso die Karte nicht eingelöst worden ist, aber ich glaube, dass wir uns den Grund alle denken können.
    Zu traurig!

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    • Ja, wir hatten uns damals darüber ausgetauscht in den Kommentaren, liebe Christa!
      Ich fand den heutigen Tag einfach passend zum einstellen dafür, es lag mir selbst am Herzen, das zu tun. Ja, ich denke auch, daß wir uns denken können, warum die Karte wohl nicht eingelöst wurde, ich würde es aber auch gerne wissen, und ich hoffe sehr, daß es vielleicht doch anders war, als man es im ersten Moment annimmt.
      Ja, das ist alles sehr traurig, es ist so schwer zu verstehen, warum Menschen sich gegenseitig sowas antun, kein Gott, keine Religion, keine Weltanschauung ist es wert, dafür einen Krieg zu führen. Wir können nur hoffen und im kleinen weiter machen für den Frieden auf der Erde.
      Wir wünschen dir noch einen guten Sonntag, liebe Grüße nach Kanada
      Monika und Mimi.

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      • Eigentlich gibt es rein gar nichts, das es wert ist, darüber einen Krieg zu führen!
        Und wie schön wäre es, wenn die „Mächtigen“ , egal, wo sie sind, an was und an wen sie glauben und welche Hautfarbe sie haben, das endlich auch mal einsehen würden bzw. wollten!
        Danke für deinen schönen Eintrag!

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        • Da kann ich dir hundertprozentig zustimmen, es gibt nichts, was es wert wäre, deswegen einen Krieg zu führen! Und das ist wohl ein Menschheitstraum, daß den „Mächtigen“ dieser Welt dafür endlich auch mal die Einsicht aufdämmern würde!
          Er war mir ein Bedürfnis, dieser Eintrag, ich wünsche dir einen guten Start in die neue Woche mit lieben Grüßen
          Monika.

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  5. Nachdem ich die ganzen Links jetzt in Ruhe durchgelesen habe, ist mir wieder eingefallen, dass meine Kinder an der deutschen Schule in Montreal eine Kunstlehrerin gehabt habe, die Winnifried Laffarentz geheissen hat.
    Wenn man ihren Namen auf Google eintippt, dann kann man anhand des Stammbaumes ihre Verbindung/ihre Verwandtschaft zur Familie Wagner feststellen.

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  6. Liebe Monika,
    leider ist meine Kommentar-Erstfassung abgestürzt, weil Word Press nicht mehr reagiert hat. Das passiert leider öfters in deinem Blog.

    Also nun in gekürzter Form:
    Dein heutiger Beitrag mit den gefunden Papieren in deinem Buch vom Flohmarkt hat mich sehr berührt. Noch mehr beeindruckt hat mich das Gedicht und das Lied der drei Barden Wader, Mey und Wecker. Diese Zeilen sagen alles über den Kriegswahnsinn aus. Auch ich finde, dass das Gedicht von Tucholsky bewegender ist, als alle Reden zum heutigen Gedenktag für die Gefallenen der beiden Weltkriege.

    Die Soldatenbilder deiner Familie zeigen die Kriegsspuren in zwei Generationen auf, auch wenn diese Soldaten ihn überlebt haben. In meiner Familie war das Schicksal nicht so gnädig. Ein Bruder meiner Mutter und ein Bruder meines Vaters sind gefallen. Vom Bruder meiner Mutter habe ich noch viele Feldpostbriefe.

    Zu den Fundstücken des Oberfeldwebels in deinem Flohmarkt-Buch habe ich meine eigene Auslegung, nachdem ziemlich sicher ist, dass die Aufführung der Meistersinger von Nürnberg in Bayreuth am 30. Juli 1944 wohl stattgefunden hat, wenn auch vielleicht ohne den besagten Oberfeldwebel, weil das Ticket nicht abgerissen war.
    Ich glaube nämlich, dass der Mann den Krieg überlebt hat und deshalb seine Erinnerungen an diese verpasste Aufführung erhalten geblieben sind. Da das Buch erst 1943 aufgelegt worden ist, hat der Mann als Musikliebhaber es vielleicht erst nach dem Krieg gekauft und die Papiere dort verwahrt. Ich lege Artikel über Autoren auch immer in den entsprechenden Büchern in meinem Bücherregalen ab…
    Da seine Nachkommen in etwa in unserem Alter sein dürften, war es ihnen vielleicht wichtig, dass das Buch mit den Erinnerungsstücken ihres Vaters darin wenigstens einem Musikliebhaber seinen Fund bereichern würde und es deshalb nicht im Müllcontainer gelandet ist, wie das heute bei so vielen Haushaltsauflösungen von unserer Elterngeneration geschieht…

    Der Link von BrigitteE ist auch interessant und könnte weiter verfolgt werden, denn es gibt, wie ich heute ebenfalls zufällig entdeckt habe, Tausende von Namenslisten.

    Jedenfalls habe ich mich heute mehr mit dem Volkstrauertag befasst als in den vielen Jahren davor.
    Nachdenkliche Grüße
    Britta-Gudrun

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    • Liebe Britta-Gudrun,
      manchmal kann man solche Abstürze retten, ich arbeite ja mit dem Google-Browser und da gibt es rechts oben in der Leiste drei kleine Punkte untereinander für Einstellungen, wenn du die anklickst, kommt u.a. auch eine Einstellung „Verlauf“, wenn du darin dann das letzte „kürzlich geschlossen“ anklickst, hast du den Kommentar wieder, den dann rechts anklicken und auf „alles markieren“, neuen Kommentar aufrufen und dort dann mit Rechtsklick einfügen.
      Ich habe lange nach einem passenden Gedicht gesucht und fand dieses von Tucholsky auch so gut, es sprach mir aus der Seele. Und das Lied gehört schon lange zu meinen Lieblingsliedern, ursprünglich nur von Hannes Wader, aber die Fassung mit Wader/Mey/Wecker gefiel mir für diesen Eintrag am besten.
      Da war das Schicksal in deiner Familie wirklich nicht so gnädig. Dabei fiel mir dann nachträglich noch ein, daß der Verlobte meiner Patentante, die mit auf einem Bild war, ebenfalls gefallen ist, sie ist auch unverheiratet geblieben. Solche Feldpostbriefe, wie du sie noch vom Bruder deiner Mutter hast, sind sicher auch sehr berührend.
      Die Aufführung, zu der diese Karte gehörte, fand auf jeden Fall statt, die letzte Aufführung im Jahr 1944 fand am 9. August erst statt.
      Das ist ein sehr interessanter Aspekt, den du da reinbringst, auch eine der vielen Möglichkeiten, daß halt die Aufführung lediglich aus anderen Gründen verpaßt wurde und die Karten natürlich aufgehoben, das Buch wurde dann erst nach dem Krieg erworben und die Karten dort als „Andenken“ aufbewahrt. Und die Möglichkeit, daß seine Nachkommen das Buch tatsächlich bewußt samt Inhalt weitergegeben haben, möglicherweise hatten sie vielleicht auch die Bücher nicht durchgeguckt, und der Inhalt wurde unwissentlich weiter veräußert. Ja, heute landet sovieles in den Müllcontainern, wenn solche Haushaltsauflösungen anstehen, meinem Sammlerherzen tut das immer weh, da ist das schön, wenn man nochmal so etwas berührendes findet.
      Das ist wirklich so interessant, den Link von BrigitteE werde ich auf jeden Fall weiter verfolgen, mal gucken, wohin die Recherchen noch führen werden, ich werde berichten.
      Ich fand den Volkstrauertag halt so passend für diesen Eintrag, er soll ja eine Mahnung an die Nachgebliebenen sein, und wie könnte er das besser als anhand von realen Schicksalen.
      Ich wünsche dir eine gute Nacht und einen guten Start in die neue Woche mit lieben Grüßen
      Monika.

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  7. Liebe Monika,

    vielen Dank für den Tipp mit dem Verlauf, dessen Nachverfolgung ich zwar kenne, aber nicht, dass man damit noch etwas retten kann.
    Die Feldpostbriefe von Jakob, dem jüngsten Bruder meiner Mutter, hole ich nochmal hervor.
    Meine Mutter hat bei einem ihrer letzten Atemzüge beide Arme hochgestreckt und zweimal Jakob gerufen, so als wenn sie ihn „gesehen“ hätte und er sie quasi im Jenseits in Empfang genommen habe.
    Das hat mir Gänsehaut gemacht…..

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    • Liebe Britta-Gudrun,
      hab ich selbst schon ausprobiert, klappt wirklich!

      Oh, ja, guck doch mal nach den Feldpostbriefen vom jüngsten Bruder deiner Mutter.
      Das ist wirklich Gänsehaut pur, was du vom Sterben deiner Mutter erzählst, ich möchte es glauben, daß sie ihren Bruder gesehen und er sie wirklich in Empfang genommen hat, wir wissen so wenig, da ist der Glaube tröstlich und hoffend!

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