Dies cinerum – Aschermittwoch

Aschermittwoch

Im Kreise

Das eilende Schiff, es kommt durch die Wogen
wie Sturmwind geflogen.
Mit Jubel verkünden der Stimmen gar viele:
Wir nahen dem Ziele!
Der Fährmann am Steuer nur stöhnet leise:
Wir segeln im Kreise! –

(Marie Ebner-Eschenbach)

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333Der Kehraus! Die närrischen Tage sind vorbei, Aschermittwoch! Der Kreis schließt sich und das Ende wird wieder neuer Anfang!

Wie das, fragt ihr? Nun, es galt einmal wieder, etwas neues für den Aschermittwoch zu finden, der in diesem Blögchen ja nun auch schon mehrmals vertreten war, und da bin ich über die Asche vom Aschermittwoch auf diese Idee gekommen:

Denn die Asche, Symbol unserer Vergänglichkeit, ist die Asche der geweihten Palmzweige vom vorjährigen Palmsonntag.

Palmsonntag ist der letzte Sonntag vor Ostern, der letzte Sonntag der Fastenzeit. Da werden die Palmzweige geweiht, die wunderschön geschmückt zur Palmweihe mitgebracht werden.

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Sie bestehen meist aus Buchsbaumzweigen

800px-Illustration_Buxus_sempervirens0 (Illustration Buxus sempervirens, Flora von Deutschland, 1885)

und werden nach der Weihe zu Hause ans Kruzifix gesteckt, an einen Spiegel oder ein Heiligenbild, ans Weihwasserbecken oder auch im Stall an einen Balken. Dann allerdings in einfacherer Ausfertigung wie die oben gezeigten

Foto6617 Foto6618 in der Regel als kleines Handsträußchen wie auf dem rechten, kleinen Bild.

Nach Palmsonntag beginnt die Karwoche, sie endet mit dem Karsamstag und in der Nacht von Karsamstag auf Sonntag beginnt das Osterfest mit der Feier der Auferstehung Christi.

So nimmt dann nach Ostern das Jahr wieder seinen Lauf, über alle bekannten Feste bis hin zu Weihnachten, Silvester, dem Beginn des neuen Jahres und dort dann wieder der beginnenden Karnevalszeit im Februar/März, die wiederum endet mit dem Aschermittwoch, an dem die vorjährigen Palmzweige zu Asche verbrannt werden, mit der geweihten Asche wird das Kreuz auf die Stirn gezeichnet, und der Kreis schließt sich!

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Das Feuer, daß auch zur Verbrennung der Palmzweige benutzt wird, ist ein Sonnensymbol. Die Sonne überwindet den Nebel: Das Feuer, das den Fasching, die Winterpuppe aus Stroh, verbrennt, vernichtet mit diesen Sinnbildern den Todeszauber. Deshalb taucht das Feuer im Jahreslauf immer wieder auf, flammt als Trost im Dunkeln, knattert als Schutz gegen böse Geister und leuchtet als Segen für künftige Fruchtbarkeit. Was jedoch überwunden worden ist, wirkt in seinen Resten und Überbleibseln abermals als Zauber, nun aber als guter: Deshalb schätzte man die Asche des Opferfeuers (oder der Palmzweige, Anm. der Red.) und glaubte in ihr die weiterwirkende Kraft des einstigen Widersachers zur Verfügung zu haben.

(Quelle: Sybil Gräfin Schönfeldt, Das große Ravensburger Buch der Feste und Bräuche)

Ich hab zu diesem Thema ein Video gefunden, das dieses Thema ebenfalls aufgreift

Bitte, guckt euch dieses Video an, ich war so überrascht, als ich es fand, denn der Pater, der den Text dort spricht, war früher einmal im Kloster an der Liebfrauenkirche hier in Oberhausen und hat Björn getauft und seine Eltern getraut! Die Welt ist so klein!

Über diesen Link hab ich das Video gefunden:

http://gemeinden.erzbistum-koeln.de/pfarrverband_solingen_minor-V8/GLAUBEN/Jahreskreis/Aschermittwoch/

Ich hab mich so gefreut!

Herings- oder Kücheltag heißt der Aschermittwoch auch, nach den ersten klassischen Fastenspeisen, denn er läutet das hier ein:

fasching II

Die Fastenzeit beginnt und dauert bis zur Osternachtfeier am Karsamstag, ausgenommen vom Fasten sind lediglich die Sonntage einschließlich des Palmsonntags.

Schon irgendwie ein Anlaß für bedröppelte Gesichter, nicht wahr, so ähnlich vielleicht wie auf diesem Bild, das ich fürs Thema mal wieder aufgestöbert habe:

Wojtkiewicz_Witold,_Popielec

(Meditation am Aschermittwoch, Witold Wojtkiewicz, 1908)

Aber Fasten muß ja nichts „sauertöpfisches“ haben, es ist einfach eine Gelegenheit, im Überfluß unserer heutigen Gesellschaft mal wieder ein bissel was ursprüngliches zu finden, nicht immer alle Genüsse jederzeit zur Verfügung zu haben und damit wieder die Freude daran besser zu finden, es dient der Reinigung und der Entschlackung und erdet! Ich persönlich betreibe es „moderat“, soll heißen, Genußmittel werden reduziert oder ganz weggelassen (wie z.B. Alkohol), Fleisch und Süßigkeiten werden reduziert und durch Obst und Gemüse ersetzt. Und ich freu mich dann jedes Jahr wieder so sehr auf die Osternacht und das Fastenbrechen, da merkt man dann doch mal wieder, wie sehr man verwöhnt ist durch die Tatsache, jederzeit alles im Überfluß zur Verfügung zu haben.

Den Faschingsdienstag haben wir gemütlichst mit den kulinarischen Resten der Karnevalszeit und einem feinen „Schlöckchen“ Sekt ausklingen lassen, Mimi und ich und unser feiner Narr

und dann kann nun die Fastenzeit beginnen.

Wir wünschen euch allen eine gute, ob ihr nun fastet oder nicht, und natürlich einen guten Aschermittwoch. Bleibt oder werdet alle gesund!

fasching II

9 Gedanken zu “Dies cinerum – Aschermittwoch

  1. Meine liebe Monika,

    ja,nun ist der Karneval schon wieder vorbei und ein neuer Jahresabschnitt beginnt und damit die stillen Wochen,einschließlich der Karwoche..Es ist immer wieder ein ewiger Kreislauf mit Anfang und Ende und macht eben auch die eigene Vergänglichkeit bewusst:.

    Ich bedanke mich auch gleich am Anfang für alles heute hier im Blögchen wieder,eh ichs am Ende vergesse-auch ein Krielauf. :)

    Deine Ausführungen zu diesem Tag finde ich sehr interessant,denn in meiner Konfession spielt er keine große Rolle.Die Osterzeit dann schon wieder. Das mit der Asche aus den vorjährigen Palmzweigen wußte ich auch nicht.Die Tradition mit dem Aschenkreuz auf der Stirn gefällt mir.
    Das Feuer als Sonnensymbol,das immer wieder auftaucht,ist sehr tröstlich!

    Natürlich hab ich das Video geguckt.Und ich freu mich mit dir und es ist einen ganz feine Überraschung,dass der Pater spricht,der euch traute und Björn taufte.Ein sympatischer Mensch.Ich freu mich echt mit dir!Das sollte so sein,es gibt keine Zufälle.
    Danke auch für den Link!

    Die Fastenzeit ist schon sinnvoll in unserer Überflussgesellschaft,ja,sie erdet.Es ist ganz sehr toll,dass du sie so durchziehst und ernst nimmst,alle AchtungI Ich wünsch dir gutes Durchhalten!Man ist dann doch stolz und freut sich aufs und am Ende..Und du dich dann auch wieder auf die Osternacht.

    Die Fotos von euerem gemütlichen Faschingsdienstag sind fein!

    Von Herzen für euch auch erstmal einen schönen Aschermittwoch und dann eine gute Fastenzeit. und bleibt natürlich auch gesund! Gute Besserung für alle,die es brauchen!

    Liebste Grüße an dich und Mimilein von Brigitte.

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    • Meine liebe Brigitte,
      so ist das, ich bin gerade wieder zuhause, hab mir in der Kirche bei der Messe mein Aschenkreuz wieder abgeholt, nun kann die Fastenzeit beginnen.
      Ja, das ist wohl mehr in der katholischen Kirche vertreten, die Osterzeit haben wir ja dann alle wieder gemeinsam. Und für mich beginnen dann ja in der nächsten Woche auch wieder die Frühschichten der Fastenzeit, da freue ich mich schon drauf, das ist immer eine schöne Vorbereitung aufs Osterfest.
      Feuer und Licht haben immer etwas tröstlich, daher wurden sie ja auch schon in grauer Vorzeit sehr gehütet.
      Pater Richard ist wirklich ein sehr symphatischer Mensch, ich erinnere mich immer noch mit großer Freude an unser Taufgespräch damals vor der Taufe von Björn bei uns zu Hause. Und nach der Taufe war er dann auch noch auf einen Kaffee da. Eine auch nicht zufällige und schöne Verbindung gibt es mit ihm auch noch mit meinen Freunden, von denen ich Mimi übernommen habe, die Freundin, mit der ich auch auf dem Weiberball war, wohnt im Einzugsbereich der Kirchengemeinde, die er damals betreute, und kennt ihn von Kindesbeinen an, natürlich hab ich ihr das Video auch zukommen lassen, sie hat sich sehr gefreut.
      Ich hoffe, es klappt alles, wie ich es mir vorgenommen habe.

      Und ich möchte deinen Kommentar und meine Antwort darauf hier dazu benutzen, herzlichste Grüße von Britta-Gudrun auszurichten, mit der ich heute telefoniert habe, sie ist immer noch im Krankenhaus, es geht ihr auch nicht gut, und sie kann alle unsere guten Wünsche sehr gebrauchen. Ich hoffe sehr, daß sie bald wieder bei uns ist hier im Blögchen, ich vermisse sie und ihre Kommentare doch sehr.

      Hab noch einen schönen Abend, bleib auch fein gesund, liebste Grüße
      Monika.

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      • Meine liebe Monika,

        lieben Dank für die Grüße von Britta-Gudrun.Ich wünsche ihr natürlich auch von Herzen das Allerbeste,und dass sie bald wieder mit hier sein und teilnehmen kann an unserer schönen Community!
        Da ich in der engeren Verwandtschaft auch einen ernsten Krankheitsfall habe,werde ich für Beide an höchster Stelle Fürbitte einlegen!

        Liebste Grüße und auch einen schönen Abend für euch
        Brigitte.

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  2. LiebeMonika, vielen Dank für Deinen informativen Eintrag über Aschermittwoch.So genau habe ich es auch nicht gewusst,da ich ja evangelisch bin.Für uns ist der Karfreitag der höchste Feiertag.Aber das weisst Du sowieso.Das Gedicht im Kreise ,gefällt mir besonders gut,es ist auch wirklich so schön wenn man mal darauf hingewiesen wird ,man denkt meistens überhaupt nicht darüber nach und lebt so vor sich hin,bis man irgendwann auf den Boden der Tatsachen fällt,wir werden ja alle nicht jünger. …… Die Fastenzeit ist sicher eine gute Gelegenheit ,den Körper ein bisschen zu reinigen und vielleicht nimmt man dabei auch noch ab,das wäre ein begrüßenswerter Nebeneffekt.Durch Deine wunderbare Aufklärung habe ich beschlossen ,mich auch in den nächsten 40 Tagen ,mit Fleisch und Süßigkeiten zurück zu halten.Alkohol trinke ich sowieso sehr selten,da habe ich kein Problem mit.Da ich meistens auch mit dem Auto unterwegs bin ,verbietet sich das von Alleine. Hier scheint die Sonne als ob sie dafür bezahlt würde.Kälte, Sturm,Schnee und Regen sind vergessen.Es riecht nach Frühling,ach ist das schön und neue BlumenKästen habe ich auch schon erstanden.Von mir aus kann es losgehen,mit dem Bepflanzen und Blühen.Raus in die Frühlingsluft.Auf dem Friedhof wollen die Gräber der Eltern auch bald bepflanzt werden ,mit Stiefmütterchen,die haben so schöne Gesichter,ich mag sie besonders gern. EIN NEUER ANFANG BEGINNT! Icke freu mir so ,sagt der Berliner!Ich wünsche Dir auch einen schönen Aschermittwoch.Lg.Ursel

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    • Liebe Ursel,
      ja, das war mir bekannt, daß der Karfreitag bei euch der höchste Feiertag ist, und ich freu mich, daß dir der Eintrag gefallen hat und du noch was informatives davon hattest, so sollte das, hihihi!
      Genau so sehe ich das auch, deshalb habe ich dieses Gedicht auch ausgesucht, ich suche da immer gerne bissel sorgfältig nach, es soll ja nun auch einen Bezug zum Thema haben. Nee, wir werden sicherlich alle nicht jünger, aber hoffentlich weiser, lach, im Moment merk ich da bei mir allerdings noch nicht viel von, hihihi!
      Der Effekt des abnehmens bei der Fastenzeit ist auf jeden Fall gegeben, das ist wirklich ein prima Nebeneffekt, den ich auch immer sehr zu schätzen weiß.
      Fein, daß du auch ein bissel mitmachen wirst, da fühl ich mich hier nicht so alleine, lach! Ich trinke sehr gerne abends schon mal ein Gläschen Rotwein, und das wird dann für mich auch der größte Verzicht, aber so ab und an mal ein kleines Glas an den fastenfreien Sonntagabenden werde ich mir wahrscheinlich doch wieder gönnen, und mich dann aufs fastenbrechen in der Osternacht freuen, wo wir nach der Messe immer eine kleine Feier in unserer Unterkirche haben, natürlich mit wieder ordentlich gedeckten Tischen und eben….Wein!
      Na, da habt ihr aber mal wieder den Vogel abgeschossen mit dem Wetter, ich gönn es euch, hier hat es den ganzen Tag geschüttet wie aus Kübeln, ich bin vorhin gerade aus der Kirche zurückgekommen, wo ich mir mein Aschenkreuz geholt habe in der Messe, und war froh, daß meine Kirche nicht weit von meiner Wohnung entfernt ist, ich war auf dem kurzen Stück schon klatschnaß.
      So langsam kann für mich nun auch der Frühling beginnen, da es eh nicht mehr geklappt hat mit Schnee und Eis, kann es jetzt auch richtig schön werden, und Stiefmütterchen liebe ich auch sehr, ja, genau, sie haben richtige kleine Gesichter, und ich freu mich auch auf die ersten Veilchen, die finde ich dann immer am Grab meiner Eltern, da ist ein ganzer Teppich, wenn sie anfangen zu blühen, herrlich! Icke froi mir ooch, hihihi!

      Ich wünsch dir einen schönen Abend mit lieben Grüßen
      Monika.

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  3. Interessant wie immer, liebe Monika!
    Viel Schreiben darf ich nicht, aber gucken geht ja wohl ;)
    Ich wünsche dir dann eine angenehme Fastenzeit.
    Ein Schlückchen Vino trinke ich ab und zu für dich mit, damit du gesund bleibst,
    denn wie du siehst, hielt schon Plutarch ihn für eine Arznei, lol.

    My Birthday Party (explored)

    „Der Wein ist unter den Getränken das Nützlichste, unter den Arzneien das Schmackhafteste, unter den Nahrungsmitteln das Angenehmste.“
    Plutarch (um 80 n.Chr.)

    LG Brigitte

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    • Daaaanke, liebe Brigitte, ich freu mich immer sehr, wenns gefällt und vor allem, wenn es interessant ist, so im vierten Jahr „Wiederholung“ ist es nicht immer so leicht, noch was zu finden, lach! Aber dieses war halt der schöne Zufall von dem Video, da hab ich mich so drüber gefreut.

      Gucken ist doch auch schön, und lieben Dank, daß du trotzdem geschrieben hast, viel muß doch nicht, und du sollst dich doch auch schonen, auch hier und an dieser Stelle nochmal gaaaaaanz gute Besserung gewunschen.

      Hach, das ist aber ausgesprochen lieb von dir, ab und zu mal ein Gläschen Vino für mich und auf meine Gesundheit mitzutrinken, das ist für mich eigentlich wirklich ein großer Verzicht, und da freue ich mich dann immer schon sehr auf den Ostersamstag, lach!

      Ich denke mal, da hatte Plutarch aber sowas von recht, wenn er Wein als Arznei bezeichnete, kann man doch auf deinem feinen Bild schon sehen, so herrlich rot funkelnd kann doch nur was gutes aussehen, hihihi, und dann noch vor der Kulissen, herrlich, und so ein kleines „Schlöckchen“ an den fastenfreien Sonntagabenden werde ich mir wohl auch gestatten, lol!

      Ich wünsche dir einen schönen Abend und nochmals gute Besserung mit lieben Grüßen
      Monika.

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  4. Pingback: „So ein Tag…. | mimisdosenoeffner

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