Mit Verspätung – Die Heiligen Drei Könige

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Geburt Christi

Hättest du der Einfalt nicht, wie sollte
dir geschehn, was jetzt die Nacht erhellt?
Sieh, der Gott, der über Völkern grollte,
macht sich mild und kommt in dir zur Welt.

Hast du dir ihn größer vorgestellt?

Was ist Größe? Quer durch alle Maße,
die er durchstreicht, geht sein grades Los.
Selbst ein Stern hat keine solche Straße.
Siehst du, diese Könige sind groß,

und sie schleppen dir vor deinen Schoß

Schätze, die sie für die größten halten,
und du staunst vielleicht bei dieser Gift -:
aber schau in deines Tuches Falten,
wie er jetzt schon alles übertrifft.

Aller Amber, den man weit verschifft,

jeder Goldschmuck und das Luftgewürze,
das sich trübend in die Sinne streut:
alles dieses war von rascher Kürze,
und am Ende hat man es bereut.

Aber (du wirst sehen): Er erfreut.

(Rainer Maria Rilke)

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Dieser Eintrag sollte eigentlich pünktlich zum Dreikönigstag im Blögchen erscheinen, da mich gleich in der ersten Jahreswoche eine Erkältung erwischt hatte, kommt er nun mit Verspätung, und trotzdem noch mit Bezug:

Die katholische Kirche feiert am Sonntag nach Erscheinung des Herrn das Fest der Taufe des Herrn, mit dem der Weihnachtsfestkreis endet.
Und da ich krankheitsbedingt in diesem Jahr die Sternsinger nicht angefordert hatte, war ich am gestrigen Samstag in der Vorabendmesse, in der die Sternsinger der Gemeinde noch einmal den Jahressegen spenden und an der Türe dann die Dreikönigs-Zettel verteilen.

Mit diesem Zettel möchte ich nun hier als „Hausmutter“ meines Blögchens diesen Segen wieder an euch alle weiterreichen

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Von den Sternsingern wollte ich in diesem Eintrag erzählen und berichten, ich hab über die Feiertage mal wieder in meinem Archiv gekramt und ein paar „Schätzkes“ zutage gefördert.

Sternsingen : In Süddeutschland und Österreich ziehen am Vorabend des Dreikönigstages Kinder durchs Dorf, als Kaspar, Melchior und Balthasar verkleidet und mit dem großen goldenen Stern aus Goldpapier oder mit Sternlaterne am langen Stecken. Sie singen vor Häusern und Höfen ihr Sternsingerlied und bekommen dafür Weihnachtsgebäck, Obst oder Geld. Manchmal ist mit dem Sternsingerlied auch ein kleines Spiel verbunden, das sich auf die Geschichte der Heiligen Drei Könige bezieht. Heute ziehen die Sternsinger oft durch die Gemeinde und sammeln gezielt für einen wohltätigen Zweck.
Die Überlieferung schreibt den Heiligen Drei Königen starke Schutzkräfte zu. Sie sollen Schicksalsschläge und alles Böse von Mensch, Haus und Vieh abwenden.
Am Groß-Neujahr, wie dieser Tag früher genannt worden ist, schreibt deshalb der Pfarrer oder der Hausvater die Anfangsbuchstaben der Namen der Heiligen Drei Könige über die Tür, und setzt drei Kreuze und die Jahreszahl dazu. Das kann auch anders gedeutet werden: Die drei Kreuze werden als dreifacher Hammer des Donnergottes Thor betrachtet, und die drei Buchstaben CMB bedeuten für den frommen Christen: Christus mansionem benedicat, Christus möge mein Haus schützen.

(Quelle: Sybil Gräfin Schönfeldt, Das große Ravensburger Buch der Feste und Bräuche)

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Natürlich ist mein Sohn in seiner Kinderzeit auch als Sternsinger gelaufen, ich kann sagen, mit Begeisterung!
Und da kommen wir nun zu den „Schätzkes“, Mutter hat was wiedergefunden

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die selbstgebastelte Krone des kleinen Königs, die mit Stolz getragen wurde!
Wie man hier sehen kann:

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Viele Jahre ist er so von Haus zu Haus gezogen, anfangs noch, ohne „bestellt“ worden zu sein, was dann an manchen Türen für Enttäuschung bei den Kindern sorgte, weil man ihnen schlicht die Türe vor der Nase zuschlug. Aber die meisten der damaligen Erfahrungen waren positiv, und die Freude der Menschen, vor allem die der alten und kranken, war eine große Motivation, jedes Jahr neu sich wieder Wind und Wetter auszusetzen. Und an Wetter hatten wir in all den Jahren wirklich alles, von frühlingshaften Temperaturen bis zu Frostgraden, die nach dem Heimkommen ein auftauen in der heißen Badewanne notwendig machte. Und auch bei Sturm und Regen, wie es nun dieses Jahr wieder der Fall war, allerdings wurden natürlich bei angesagten Orkanböen aus Sicherheitsgründen die Hausbesuche vertagt.

Viele schöne Erinnerungen gibt es an diese Zeit, und ich glaube, die Kinder haben wertvolle Erfahrungen dabei gemacht.

Ich hab beim kramen noch etwas wiedergefunden, was noch in diesen Eintrag paßt

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einen Engel, den Björn in seinen Kindergartentagen mal gebastelt hat als Einladungskarte für eine Weihnachtsfeier im Kindergarten für die Eltern.

Und dann hab ich in Mamas Nachlaß gekramt und voller Freude und Entzücken den Engel zutage gefördert, der in meinen Kindertagen die Spitze unseres Weihnachtsbaumes zierte

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das paßt zum offiziellen Ende der Weihnachtsfestlichkeiten, nun werden ja überall auch die letzten Bäume geplündert und die Weihnachtssachen wieder eingemottet.

Aber der Engel hat noch etwas wachgerufen, die Verkündigung des Engels an die Hirten der frohen Botschaft

„Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der HERR, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen:

Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden und den Menschen, die guten Willens sind.“

(Lukas 2)

Angesichts der letzten schrecklichen Ereignisse in unserem Nachbarland Frankreich ist es wichtiger denn je, klar zu machen, daß es keinen Gott gibt, der für sich das Töten verlangt! In keiner Religion!! Und wir die Furcht besiegen müssen, die uns ein kleines Häufchen fehlgeleiteter Irrer beizubringen versucht!!!
Frieden beginnt in den Herzen der Menschen!

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Engel haben es heutzutage nicht leicht (oder hatten sie das nie?) und da hab ich so eine feine kleine Geschichte gefunden, eine Predigt, wer mag, kann ja mal lesen:

http://www.reformiert-info.de/8176-0-84-9.html

Damit entlasse ich euch nun in den Sonntag, habt einen guten, und die Engel und Gottes Segen mögen euch begleiten!

:wave:

7 Gedanken zu “Mit Verspätung – Die Heiligen Drei Könige

  1. Meine liebe Monika,

    wenn dein feiner Eintrag auch etwas verspätet erscheint,ist er doch ein schöner Abschluss der Weihnachtszeit.Und euere Vorabendmesse war ja doch auch erst gestern Abend!

    Ich freu mich,dass es dir wieder soweit besser ging,und du an der Messe teilhaben konntest und somit unter den Segen der Sternsinger!
    Und ganz lieben Dank fürs weitergeben Desselbigen an uns!

    Hier in unserer Gegend ist dieser schöne Brauch des Sternsingens nicht so geläufig,Aber an unserer Kirchentür hab ich diese Segenszeichen schon gesehen.Unter den Christen in Plauen herrscht also eine feine Einigkeit.

    Lieben Dank auch für das Hintergrundwissen,das passende Gedicht,die niedlichen Bildchen,den Link zu der Predigt und besonders für die berührenden Erinnerungsfotos!

    Björn als Sternsinger sieht sehr fesch aus,die selbstgebastelte Krone ist mit viel Hingabe entstanden.Ich kann mir gut vorstellen,dass vielerlei Erinnerungen und Erfahrungen damit verbunden sind.
    Der Engel von Björn und der aus deiner Kindheit bewegen mich besonders,das sind wahre Kleinode und verdienen eine lebenslange Aufbewahrung!

    Ja,die Engel verkündeten den Frieden,der eigentlich in allen Religionen Gültigkeit hat!Die Menschen müssen aber gewillt sein,die Engel mit ihrer Botschaft anzunehmen und ins Herz einzulassen-sie stehen für jeden Menschen bereit-sonst geht es dann so aus wie in den vergangenen Tagen.Alle guten Wünsche für unsere Nachbarn!

    Bei uns ist es auch heute wieder stürmisch,bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und einzelnen Schneeflocken.Rausgehen wird fast zur Mutprobe ;)-

    Für dich und Mimilein auch einen beschützten und gesegneten Sonntag und viele liebste Grüße von
    Brigitte.

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    • Meine liebe Brigitte,
      ja, so war es ja nun auch gedacht, als ein schöner Abschluß der Weihnachtsfeiertage und der Weihnachtszeit.
      Schön, daß es dir gefällt!
      Ich hatte mich auch gefreut gestern, daß es mir soweit wieder gut ging, daß ich zur Messe konnte, ich wollte doch den feinen Zettel haben, ist doch schon ein bissel eine kleine, liebe Tradition, den Dreikönigs-Segen auch hier im Blögchen weiterzugeben.
      Das ist ja schön zu hören, daß unter den Christen in Plauen Einigkeit herrscht, das muß man sich bewahren. Ich finde das aber auch fein, daß an eurer Kirche die Segenszeichen der Heiligen Drei Könige sind.
      Die Predigt fand ich auch sehr berührend, ein schöner Gedanke, daß mal so auszuführen.

      Ja, Björn hatte doch sehr seine Freude an der Sternsingeraktion, und du weißt doch, ich bin ein Sammler, daher hab ich ja die ganzen Sachen eben noch!
      Es bleibt sehr zu hoffen, ob die Engelsbotschaft vom Frieden auf Erden und unter den Menschen irgendwann mal Gestalt annimmt, und ja, da hast du recht, es braucht eben den guten Willen dazu, und ein Zurückstellen des eigenen Egos und dem ewigen Kampf um Macht und Geld!

      Hier ist es im Moment nur windig, kälter geworden ist es auch, von Schnee keine Spur. Ich hoffe so sehr, daß vor allem der Sturm nun mal endlich nachläßt, war ja wohl überall schon wieder genug an Schäden zu beklagen.

      Ich wünsche dir auch einen gesegneten Sonntag, und Mimi schickt liebe Schnurrgrüße, liebste Grüße
      Monika.

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  2. Liebe Monika,

    auch die verspäteten Dreikönige sind hier herzlich willkommen mit ihrem Segen in deinem Blögchen.
    Bei mir waren sie pünktlich aber klitschnass! Ich lobe meine Sternsinger auch immer in den höchsten Tönen für ihren Einsatz bei Wind und Wetter, den sie alljährlich mit dem größten Spendenvolumen von über 40 Mio Euro ersingen. Die größte Spende weltweit von Kindern für Kinder!
    Bei uns kommen sie ohne Bestellung, weil in kleineren Orten die Akzeptanz noch größer ist als in großen Städten.
    Und wie wichtig ihre Botschaft des Friedens ist, haben die schrecklichen Ereignisse in unserem Nachbarland Frankreich gezeigt.

    Die Engelspredigt ist sehr berührend und der Fundus aus Björns aktiver Sternsingerzeit auch!

    Heute hatte ich mein ausgefallenes Weihnachtsessen bei meiner Freundin, deshalb bin ich auch erst so spät zum Lesen hier gekommen.

    Jetzt übernimmt das karnevalistische Dreigestirn das Zepter für eine extrem kurze Session.

    Dir und Mimi sonntägliche Grüße
    von Britta-Gudrun & Django

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    • Liebe Britta-Gudrun,
      das freut mich, sie durften hier ja doch auch eigentlich nicht fehlen, passiert ja nun schon im dritten Jahr!
      Och, je, die armen Kinderkes, kann ich mir vorstellen, wie pitschenass sie waren, ich kenn das ja, und sie werden sich sehr über dein Lob gefreut haben, da war Björn auch immer ganz stolz und begeistert, wenn die Leute das taten.
      Das ist tatsächlich die größte Spendenaktion von Kindern für Kinder, genau, und ich freue mich jedes Jahr wieder, daß es doch immer noch wieder „Nachschub“ gibt für diese so wichtige und schöne Sache, von der nun wirklich alle Beteiligten etwas haben.
      Ja, klar, wenn es so um kleinere Orte geht, da gehen die Kinder noch ohne die Einbestellung los, aber wie gesagt, zu Björns Zeiten war das auch hier noch so, und es ist ein ziemlich umfangreicher und dichtbesiedelter Stadtteil hier, den die Kinder dann abgeklappert haben.
      Ich fand ihre Botschaft in diesem Jahr auch wichtiger denn je!

      Ich mußte diese Predigt unbedingt mit euch teilen, ich fand sie auch so berührend, das ist doch mal eine Predigt, die sicherlich niemanden langweilt.
      Tja, mein Sammlerherz, hihihi, so ist eben noch einiges vorhanden aus Björns aktiver Sternsingerzeit.

      Hach, stimmt, heute hattest du ja dein Weihnachtsessen bei der Freundin, da hattest du ja sicher einen wunderschönen Sonntag.

      Jau, die Session ist kurz dieses Jahr, nicht wahr, na, da werden die Narren dafür umso mehr aufdrehen, da muß man ja dann was von haben, lach!

      Wir wünschen dir und Django einen feinen Sonntagabend, hoffentlich ohne Sturm, hier isses wieder ruhig, aber a…kalt, Mimi schnurrt liebe Grüße an den Kumpel, liebe Grüße
      Monika und Mimi.

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  3. Liebe Monika!

    Na weißt Du, was sind das für Sachen? Ich bin gerade wieder munter, da wirst Du krank? Hoffentlich geht es Dir inzwischen wieder gut.

    Letztes Jahr hat bei uns auch eine Gruppe Sternsingerkinder geklingelt – eher ungewöhnlich, da hier fast alle evangelisch sind. Sie kamen vom Kindergarten aus der Parallelstraße und waren entzückend anzusehen. In diesem Jahr kamen sie nicht, schade.

    Frieden beginnt in den Herzen der Menschen, damit hast Du recht. Zuerst einmal muss er im eigenen Herzen beginnen; denn wenn wir es nicht schaffen, mit uns selbst und unseren Allernächsten im Einklang zu leben, wie soll das dann für die ganze Menschheit gehen? Im übrigen sind wir uns sicher einig, dass solche Dinge wie in Frankreich, der 11. September und alle derartigen Ereignisse nichts mit irgendeiner Religion zu tun haben; dabei geht es immer nur um Macht und Geld (das war schon bei den Kreuzzügen so).

    Ich wünsche Dir und Mimilein noch einen gemütlichen Nachmittag und Dir weiterhin schnelle und gute Heilung!

    Liebe Grüße,
    Sabine

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    • Liebe Sabine,
      da bin ich aber froh, daß es dir wieder gut geht!
      Mittlerweile geht es mir auch wieder besser, aber bei dem unsäglichen Wetter bleibt sowas ja auch nicht aus.

      Das hattest du letztes Jahr noch zum Dreikönigs-Eintrag hier geschrieben, da kann ich mich noch dran erinnern, daß die Kinder bei euch waren zum Singen, wie schade, daß sie dieses Jahr nicht da waren!

      Das ist ja das Problem, da hast du so recht, selbst im kleinen gelingt es ja schon oft nicht mit dem „Frieden auf Erden“, wie soll das dann auf der ganzen Erde klappen! Da müssen wir wohl alle heftig erst mal an uns selbst arbeiten!
      Genauso ist es, das hat nicht im entferntesten mit irgendeiner Religion zu tun, da geht es ausschließlich um die Gier nach Macht und Geld, und das war von Anbeginn an so, wenn uns Terror als „Glaubenskrieg“ erklärt werden sollte!

      Danke dir sehr für deine lieben Besserungswünsche, ich geb mir alle Mühe, lach, ich wünsche dir und deinem lieben Rudel einen feinen Abend, liebe Grüße
      Monika.

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  4. Pingback: Dreikönigs-Tag | mimisdosenoeffner

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