D`r Fastelovend es erüwer – Aschermittwoch

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Daß nichts Ewigs…

Daß nichts Ewigs hier zu hoffen, lehret uns das schnelle Jahr,
macht die räuberische Stunde, die den Tag entführet, wahr.
Linder Südwind bricht den Frost, Sommers Glut vertreibt den Maien,
Weicht dem Herbst, der Früchte streut, und bald will es wieder schneien.
Doch der Mond erholt sich wieder, wenn er abgenommen hat;
wir, wenn wir einmal erreichen unsrer Väter Lagerstatt
werden nach dem Leibe Staub, sehen diese Welt nicht wieder.
Wer weiß ob uns morgen noch geht die göldne Sonne nieder!
Warum suchst du denn dein Geld so begierig aufzuheben?
Was des Erben Geiz entgeht, bringt dir Dank bei deinem Leben.

(Hans Aßmann von Abschatz)

Der Aschermittwoch (lateinisch Feria quarta cinerum, „vierter Tag (Mittwoch) der Asche“ oder Dies cinerum, „Tag der Asche“) stellt in der Westkirche seit dem Pontifikat Gregors des Großen den Beginn der 40-tägigen Fastenzeit dar.
Die Bezeichnung Aschermittwoch kommt von dem Brauch, im Gottesdienst am Aschermittwoch die Asche vom Verbrennen der Palmzweige des Vorjahres zu segnen und die Gläubigen mit einem Kreuz aus dieser Asche zu bezeichnen.
Seit der Spätantike mußten im Christentum Menschen, denen eine Kirchenbuße auferlegt wurde, am Anfang der Fastenzeit ein Bußgewand anziehen, und sie wurden mit Asche bestreut.
Während dieser Brauch um das Ende des 10. Jahrhunderts verlorenging, setzte sich die Aschenbestreuung aller Gläubigen durch, nachdem zunächst einzelne aus Solidarität mit den Büßern sie auf sich genommen hatten.
Das Aschenkreuz wurde ursprünglich bei Männern auf das Haupt gestreut und bei Frauen auf die Stirn gezeichnet. Heute sind beide Formen unabhängig vom Geschlecht üblich. Mit diesem Ritual soll der Mensch an seine Vergänglichkeit erinnert und zur Umkehr aufgerufen werden.

(Quelle: Wikipedia)

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(Popielec, Ash Wednesday, Julian Falat, 1881)

„Bedenke Mensch, daß du Staub bist und zum Staub zurückkehrst“ (lateinisch: „Memento homo, quia pulvis es et in pulverem reverteris“)

„Die Zeit des Gauklers ist vorbei…“ (Reinhard Mey)

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„und das Fest, das wir endlos wähnen, hat doch, wie alles, seinen Schluß…“ (Reinhard Mey)

Der Fastelär 2014 ist Geschichte, Aschermittwoch!

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(Aschermittwoch, Carl Spitzweg)

Die Fastenzeit beginnt, die Zeit des Verzichts! Verzicht auf was?
In unserer heutigen von allem übersättigten Zeit, in der alles jederzeit vorhanden ist oder beschafft werden kann, keine einfache Frage!
Wir haben uns so an den Überfluß gewöhnt, da ist Verzicht nicht populär, nicht zeitgemäß!

Eines ist uns aber dabei abhanden gekommen: Zeit!
Auf die verzichten wir freiwillig, hetzen und hasten von einem Termin und einem Event zum anderen! Bloß nicht still stehen, bloß nicht innehalten!
Und daß hab ich mir nun für die Fastenzeit vorgenommen!
Zeit zu haben, sie mir bewußt zu nehmen, für meine Familie, meine Freunde, Menschen um mich rum!
Für die ganz bewußt genossene Tasse Kaffee am Morgen, für den Gesang der Vögel, für den Geruch des Frühlings, der nun bald wieder beginnt, für ein Buch, für ein Gespräch, für ein ganz dasein im Augenblick, im Jetzt und Hier! Denn der Augenblick ist kostbar und unwiderbringlich!
Nur die Gegenwart ist wichtig, die Vergangenheit ist unveränderbar und in die Zukunft blicken kann keiner!

„Wer zwingen will die Zeit, den wird sie selber zwingen;
Wer sie gewähren läßt, dem wird sie Rosen bringen.“
(Friedrich Rückert)

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Betrachtung der Zeit

Mein sind die Jahre nicht, die mir die Zeit genommen,
mein sind die Jahre nicht, die etwa möchten kommen.
Der Augenblick ist mein, und nehm ich den in acht,
so ist der mein, der Jahr und Ewigkeit gemacht.

(Andreas Gryphius)

Ich wünsche euch eine gute Fastenzeit mit vielen schönen Augenblicken!

:wave:

9 Gedanken zu “D`r Fastelovend es erüwer – Aschermittwoch

  1. Hallo Monika!Na,da hast Du gestern ja wieder lange ausgehalten,hihihi.Das Gedicht und die Bildchen sind wieder sehr schön,auch Deine Erklärungen waren sehr interresant.Und das Aschekreuz,das kenne ich wohl auch,das ist ein schöner Brauch.Und das die Menschen sich zur Umkehr besinnen,das wäre gerade in der heutigen Zeit sehr wichtig.Sich auf das wesentliche besinnen,und nicht immer nach allem streben,was der andere hat,und auch mal verzichten können,damit zufrieden sein können,was man hat oder vielleicht,was man in seinem Leben schon geschafft oder erreicht hat,das wäre auch sehr wichtig.Wenn man immer alles haben könnte,hätte man ja keine Wünsche mehr und auch keine Träume,das wäre kein schönes und zufriedenes Leben.Man muß sich auch Träume und Wünsche bewahren,auch das gibt dem Leben das gewisse etwas.Dein Sonnenaufgang ist sehr schön,und auch Carl Spitzweg ist immer wieder schön.Na,nun sind die dollen Tage ja schon wieder vorbei,aber der nächste Karneval kommt bestimmt,also nicht traurig sein,sondern sich aufs nächste Jahr freuen.Lassen wir es ruhig angehen,und freuen uns aufs kommende Frühjahr,wenn alles wieder zum Leben erwacht.Danke für Deinen schönen Eintrag,einen Streichler für Mimi,liebe Grüße,auch an alle Mitschreiberinnen von Claudia aus Gladbeck und dem tierischen Anhang!

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    • Hallo, Claudia,
      jau, gestern hat es mal wieder gedauert, ich hatte für den Eintrag noch was gesucht und konnte es nicht finden, und das kennst du ja sicher auch, wie man sich da dann dran festbeißen kann!
      Das Aschekreuz ist wirklich ein schöner Brauch, irgendwie ist es dann auch so ein Abschluß, gefällt mir immer sehr!
      Wenn man sich mal so eine Liste machen würde, was alles gut gelaufen ist oder was man erreicht hat, oder womit man sehr zufrieden war, ich glaube, man würde sich wundern, wieviel dabei zusammen kommt!
      Und da hast du so recht, was wäre das Leben ohne Wünsche und Träume, das wäre wirklich nicht schön! Selbst, wenn manche Träume auch nicht in Erfüllung gehen, es ist doch schon schön, sie überhaupt zu haben, ich finde auch, daß das dem Leben das gewisse Etwas gibt!
      Über den Spitzweg hab ich mich sehr gefreut, ich hatte einfach nach alten Bildern fürs Thema gesucht, da ist man mitunter überrascht, wer welches Thema auch bei der Malerei so aufgegriffen hat!
      Jau, lach, kann man sich wieder aufs nächste Jahr freuen, aber erst einmal aufs kommende Frühjahr, au ja, da freue ich mich auch schon sehr drauf!
      Freu mich wieder sehr, daß dir der Eintrag gefallen hat, Kommentar von mir kommt nun entgegen meiner sonstigen Gewohnheit bissel später, ich hatte Ärger mit Kopfschmerzen heute nachmittag, nix ging mehr, aber nun isses wohl wieder gut!
      Streichler an Mimi ist ausgerichtet und wird wieder an den tierischen Anhang weitergeleitet, hihihi, liebe Grüße
      Monika.

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  2. Meine liebe Monika,

    das ist heute ein sehr zum Nachdenken anregender Eintrag,uns schon mal die Zeit zur Besinnung nehmen.
    Ja,leider ist der Überfluß für die meisten Menschen in unserem Land selbstverständlich,man nimmt ihn nicht mehr bewußt wahr.Und verzichten? Das geht nun überhaupt nicht!Das kann der Nachbar tun.
    Bei all diesem Streben nach viel Besitz ist die kostbare Zeit verloren gegangen-Augenblick,verweile doch,du bist so schön!Da ist wieder die Verbindung zum alten Herrn Geheimrat.
    Du hast dir für die Fastenzeit sehr Schönes vorgenommen-die Zeit genießen,an andere denken.Das ist toll!
    Den Brauch mit dem Aschenkreuz finde ich gut als sichtbares Zeichen einer Herzenseinstellung.
    Ich danke dir sehr für diese gelungene Einstimmung
    in einen besonderen Zeitabschnitt,der sein Ende im hoffnungsvollen Auferstehungsfest findet.

    Habe einen besinnlichen Aschermittwoch und liebste Grüße von Brigitte.
    Dicken Knuddler für Mimilein und liebe Grüße auch an alle hier.

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    • Meine liebe Brigitte,
      ich freu mich, daß die Botschaft angekommen ist!
      Genau das hatte ich eben auch dabei empfunden, wieviel Zeit einem entgeht, wenn man immer nur vorwärts strebt und niemals mal innehält, oder eben auch mal ein bissel Rückschau!
      Du wirst lachen, der alte Geheimrat fiel mir beim Augenblick auch ein, danke, daß du ihn eingebracht hast!
      Ich hoffe, ich hab auch die Ausdauer, meine Vorsätze in die Tat umzusetzen, bin mal gespannt, was zum Ende der Fastenzeit dabei herauskommt!

      Das hast du schön formuliert, „der sein Ende im hoffnungsvollen Auferstehungsfest findet“!
      Danke für deinen lieben Kommentar, meiner kommt heute bissel später als sonst, Kopfschmerzenbedingt war ich heute nachmittag bissel „ausse Bahn“!

      Knuddler an Mimi ist ausgerichtet, liebste Grüße
      Monika.

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  3. Liebe Monika,

    schöne und besinnliche Anstöße hast du uns für Aschermittwoch auf den Weg gegeben.
    Der Spruch von Rückert gefällt mir am besten.
    Und wieder hast du von Reinhard Mey ein so passendes Lied gefunden. Du hast ein fantastisches Gedächtnis – oder ein prima Stichwortverzeichnis!

    Für BrigitteE freue ich mich ganz besonders über das Eisbärmädchen im ZAM, da braucht sie wahrlich ihre Freude nicht zu reduzieren und soll ihren baldigen Besuch dort aus vollem Herzen genießen.

    Allen liebe Grüße aus dem heute sonnigen Saarland
    von Britta-Gudrun

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    • Liebe Britta-Gudrun,
      da bin ich ja mit meinem Eintrag zufrieden, wenn er schöne Anstöße enthält!
      Der Spruch von Rückert gefällt mir auch sehr gut!
      Es ist das Gedächtnis, hihihi, in Bezug auf Musik und Literatur hab ich da wirklich ein gutes, und bei Reinhard Mey im besonderen sowieso!

      Jaaa, für BrigitteE freu ich ich auch sehr, daß es eine „lüttje Deern“ ist, sie wird sich bestimmt schon sehr auf den ersten Besuch freuen, kann ich gut verstehen!

      Das Ruhrgebiet war heute nachmittag auch sonnig, Mimi hat sogar mal ein Viertelstündchen den Brotkasten getestet, ich war leider wegen Kopfschmerzen bissel indisponiert, deshalb kommt auch der Kommentar hier nun umso vieles später als gewöhnlich!

      Liebe Grüße
      Monika.

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  4. Liebe Monika!

    Beim Fasching in der „Birke“ sagte eine Bewohnerin betreffs der Fastenzeit etwas sehr Wahres zu mir: „Die meisten Menschen hierzulande haben ganz verlernt, sich darüber zu freuen, dass sie überhaupt etwas zu essen haben.“ Das stimmt, wenn ich beobachte, wie viele Kinder heute am Essen mäkeln. Aber sie werden von der Nahrungsmittelindustrie ja auch dazu erzogen, und wenn die Eltern da nicht gegensteuern…

    Machst Du denn eine Fastenkur? Zu einer echten Fastenkur habe ich mich ehrlich gesagt noch nie durchringen können. Dafür habe ich von meinen Großeltern und Eltern zu oft gehört, wie weh Hunger tut und habe mir geschworen, in meinem Leben nie freiwillig auch nur einen Tag zu hungern. Aber ich schränke z.B. das Naschen stark ein und Verzicht auf Fleisch ist für mich nicht nur zur Fastenzeit ohnehin klar. Deine Anregungen für die vorösterliche Zeit werde ich ebenfalls gern aufnehmen.

    Hab noch einen angenehmen Tag und sei herzlichst gegrüßt von

    Sabine (die heute noch mal feiern geht, der Beste wird nämlich 60)!

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    • Liebe Sabine,
      oh, ja, da hat die Bewohnerin wirklich ein wahres Wort gesprochen! Da müßte man als Eltern nun wirklich gegensteuern. Und wenn man bedenkt, wieviele Lebensmittel einfach weggeworfen oder entsorgt werden, das bringt mich immer furchtbar auf die Palme!

      Nein, ich mache auch keine Fastenkur, ich hab da die gleichen Erfahrungen von Eltern und Großeltern vermittelt bekommen wie du, aber ja, Naschen wird auch eingeschränkt, und Fleisch ist für mich auch das ganze Jahr über nicht so viel.

      Oh, dann mal herzlichen Glückwunsch nachträglich und unbekannterweise an den Besten zum 60.!

      Guts Nächtle und einen schönen neuen Tag mit lieben und herzlichsten Grüßen
      Monika.

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  5. Pingback: „So ein Tag…. | mimisdosenoeffner

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