Türchen 6

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Der kleine Nimmersatt

Ich wünsche mir ein Schaukelpferd,
’ne Festung und Soldaten
und eine Rüstung und ein Schwert,
wie sie die Ritter hatten.

Drei Märchenbücher wünsch ich mir
und Farbe auch zum Malen,
und Bilderbogen und Papier,
und Gold- und Silberschalen.

Ein Domino, ein Lottospiel,
ein Kasperletheater,
auch einen neuen Pinselstiel
vergiss nicht, lieber Vater!

Ein Zelt und sechs Kanonen dann,
und einen neuen Wagen,
und ein Geschirr mit Schellen dran,
beim Pferdespiel zu tragen.

Ein Perspektiv, ein Zootrop,
’ne magische Laterne,
ein Brennglas, ein Kaleidoskop,
dies alles hätt ich gerne.

Mir fehlt – ihr wißt es sicherlich —
gar sehr ein neuer Schlitten,
und auch um Schlittschuh möchte ich
noch ganz besonders bitten.

Um weiße Tiere auch von Holz
und farbige von Pappe,
um einen Helm mit Federn stolz
und eine Flechtemappe.

Auch einen großen Tannenbaum,
dran hundert Lichter glänzen,
mit Marzipan und Zuckerschaum
und Schokoladenkränzen.

Doch dünkt dies alles euch zu viel,
und wollt ihr daraus wählen,
so könnte wohl der Pinselstiel
und auch die Mappe fehlen.

Als Hänschen so gesprochen hat,
sieht man die Eltern lachen:
„Was willst du, kleiner Nimmersatt,
mit all den vielen Sachen?“

„Wer soviel wünscht“ — der Vater spricht’s —
„bekommt auch nicht ein Achtel —
der kriegt ein ganz klein wenig Nichts
in einer Dreierschachtel.“

(Heinrich Seidel)

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Nikolaus-Tag!
Welch ein Zauber weht aus der Kindheit herüber, war es doch vor Weihnachten schon einmal eine kleine Bescherung! Und die Aufregung immer wieder groß!:yes:
Wer natürlich so viele Wünsche hat, wie der kleine Nimmersatt aus dem Gedicht, der wird wohl leer ausgehen!:))

Aber ihr seid sicherlich alle bescheidener, und ganz sicher ward ihr auch das ganze Jahr artig, oder?:??:
Das muß der Nikolaus doch gleich mal in sein Goldenes Buch eintragen

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und nachsehen, was ihr euch wünscht!
Dann werden die Geschenke sorgfältig verpackt

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ein Pfeifchen noch, bevor der Schlitten angespannt wird, mit den Rentieren davor

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damit es schnell geht, denn die Nacht ist kurz!

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Wo das Gelände nicht so rentier-geeignet ist, da tut es bevorzugt der Esel, der liebe:D

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da kommt es auch schon mal zu unerwarteten Begegnungen! Schon vor der nächtlichen Bescherung!:oops:

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Und wenn dann jedes Kind beschert worden ist, die Rentiere und der Esel wieder im Stall stehen und ihr wohlverdientes Heu mümmeln, kann sich auch der Nikolaus endlich ausruhen, bis zum nächsten Jahr!;D

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Wie war das immer schön früher, als Kind, und mit den eigenen Kindern!:yes:
Als mein Sohn zwei Jahre alt war, kam der Nikolaus mal persönlich ins Haus, und wie das ja mit kleinen Kindern oft so ist, mein Kind hatte Fieber und war so erkältet, aber er hatte sich doch so auf den Nikolaus gefreut, da haben wir es nicht ausfallen lassen, und der kleine Kerl hat tapfer und ein bissel heiser sein Nikolauslied gesungen und trotzdem strahlend seine Geschenke in Empfang genommen! Da gibt es sogar noch ein kleines Super8-Filmchen von, leider nicht digitalisiert, das müßte man alles mal machen!:yes:
Zu einem späteren Nikolausfest waren wir bei meiner Schwägerin eingeladen, die zwei Kinder hatte, auch beides Jungs, da haben wir mit Puderzucker im Flur die Fußspuren vom Nikolaus gelegt, wie waren die Kinder begeistert und aufgeregt!;D

Kein Nikolausfest ohne ein Lied, hier ist das bekannteste, so schön gespielt und gesungen!

Aus aktuellem Anlaß möchte ich hier noch erwähnen, daß der Heilige Nikolaus der Patron der Seefahrer ist

„In Seenot geratene Schiffsleute riefen in ihrer gefährlichen Lage den hl. Nikolaus an. Ihnen erschien ein mit Wunderkräften ausgestatteter Mann und übernahm die Navigation, setzte die Segel richtig und brachte sogar den Sturm zum Abflauen. Daraufhin verschwand der Mann wieder. Als die Seeleute in der Kirche von Myra zum Dank für ihre Rettung beteten, erkannen sie den Heiligen und dankten ihm.“
(Quelle: Wikipedia)

Bitten wir ihn um Schutz und Segen bei der drohenden Sturmflut an unseren Küsten und Errettung von Mensch und Tier aus der drohenden Gefahr!

Ich hoffe so sehr, es wird ein guter Nikolaustag!

:wave:

Türchen 5

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Eisblumen zu Weihnachten

Das unfruchtbare Eis, kalt, panzerglatt,
verhärtet Leben, das dem Tode dient,
der sich, der Farblose, mit ihm umschient –
das Eis, das keine Seele hat,
das unbewegte, allen Lebens Bann:
Das starre Eis selbst ist nicht tot.
In ihm auch wirkt gestaltendes Gebot,
der Schönheit Triebkraft ward auch ihm:
Es setzt geheimnisvolle Blüten an,
und Schwingenrispen, wie dem Seraphim
gefiederüppig sie aus Schulternrund,
gekraust, geschwungen, tausendförmig und
in tausend Formen eine Form, entsprießen,
siehst du im Eis nach innerstem Gesetz,
ein wunderbares Bild, zusammenschießen.
Die ärmste Scherbe trägt ein Wundernetz,
und alles gleißt von Wundersilberfliesen.

Sieh, Mensch, mit Andacht diesem Wunder zu
und glaub ans Leben! Überall sind Triebe.
Es ist kein Wahn: Im Tode selbst ist Liebe,
und neues Werden und bewegte Ruh.

(Otto Julius Bierbaum)

Das Kalendertürchen 5 ist, wie auch schon im letzten Jahr, Eisbär Knut gewidmet, der heute seinen 7. Geburtstag feiern würde!

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Lieber Knut, unser aller Zauberbärchen, herzlichen Glückwunsch zu deinem heutigen Geburtstag, den du sicher „dort oben“, „dort drüben“ oder wo auch immer, mit deinem Daddy Thomas Dörflein kräftig feiern wirst!
Auch dieses Blögchen hier ist mit durch dich entstanden, ohne dich hätten wir uns hier alle nicht gefunden, danke dafür! Du hast in deinem kurzen Leben zusammen mit deinem Ziehvater viel und viele bewegt!
Wir vermissen dich immer noch sehr, aber wir können wieder lächeln in Erinnerung an dich und wir werden nicht vergessen, was du uns hinterlassen hast: Leben und lieben im hier und jetzt!

Natürlich gibt es zum Geburtstag Geschenke, und ich hoffe, du freust dich über das, was ich hier für dich zusammengetragen habe!

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Gratulanten für dich!

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Dein liebstes Element: Schnee und Eis!

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(Bild: Stefanie Frech)

Und einige liebe Erinnerungen für alle hier:

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Deine Statue im Zoo Berlin, an der BrigitteP immer die feinen Blümchen für uns alle ablegt!

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Als du noch klein warst!

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Mein „Träumerle“ mit einer feinen „Münze“ von dir!
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Und da du nun mal in der Adventszeit Geburtstag hast, zeig ich hier jetzt, was in diesem Jahr bei mir nun endlich auch leuchtet, mein vorgezogenes Nikolausgeschenk von BrigitteP, über das ich mich sooooo gefreut habe!

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Allet jute, Knut!

Ich habe ein kleines Adventskalenderchen, mit wunderschönen Bildern und jeweils einem kleinen Sinnspruch für den Tag, den heutigen fand ich so passend, daß er den Abschluß dieses Eintrags bilden wird:

„In manchen Augenblicken ist es, als berührten sich Himmel und Erde – einen Atemzug lang.“ (Peter Friebe)

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Ich wünsche allen einen schönen Tag, mit der großen Hoffnung, daß der angesagte Sturm doch nicht so heftig ausfällt, wie angekündigt!
Paßt alle gut auf euch auf!

:wave:

Türchen 4

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Ich brach drei dürre Reiselein
vom harten Haselstrauch
und tat sie in ein Tonkrüglein,
warm war das Wasser auch.

Das war am Tag Sankt Barbara,
da ich die Reislein brach,
und als es nah an Weihnacht war,
da ward das Wunder wach.

Da blühten bald zwei Zweigelein,
und in der heil`gen Nacht
brach auf das dritte Reiselein
und hat das Herz entfacht.

Ich brach drei dürre Reiselein
vom harten Haselstrauch,
Gott läßt sie grünen und gedeihn
wie unser Leben auch.

(Text: Heinz Grunow, Melodie: Hugo Distler)

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Tag der heiligen Barbara
Sie hat im vierten Jahrhundert als Tochter eines reichen Kaufmanns in Nikodemien gelebt und den Martertod erlitten. Sie ist die Schutzheilige der Bergleute, wohl weil sie der Legende nach ihren Verfolgern durch einen Felsen entkam, auch die Patronin der Artillerie, und sie wird schließlich als Helferin in Feuersgefahr und Todesnöten verehrt.

Adonisgärtlein:
Im Osten sind die Getreidekörner das Symbol für diesen Tag. Man hat aus ihnen das Adonisgärtlein angelegt, Weizenkörner werden auf feuchtes Fliespapier gesät, das in einem Suppenteller liegt und immer schön feucht gehalten wird. Weihnachten ist das Feld grün, einstmals ein altes Hoffnungssymbol für das wiederkehrende Grün in der Natur, später dann in christlichen Sitten eingeordnet: Dieses grüne Feld wird zwischen Moos und Immergrün in die Landschaft um die Krippe herum gebaut.

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Barbarazweige:
Am 4. Dezember holt man Zweige vom Kirschbaum und von der Weichsel ins Haus, legt sie über Nacht in lauwarmes Wasser und stellt sie dann in einen Krug mit Wasser. In der Wärme des Hauses schwellen und treiben die Knospen, besonders wenn man darauf achtet, daß jeden dritten Tag das Wasser gewechselt wird. Weihnachten brechen dann die Blüten hervor, die an den Sproß aus der Wurzel Jesse erinnern sollen.

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Der blühende Zweig wird auch als Orakel betrachtet, wenn die Knospen tatsächlich springen, so deutet das auf eine baldige Hochzeit hin. In vielen Gegenden haben die Mädchen jedem Kirschzweig den Namen eines ihrer Verehrer gegeben. An wessen Zweig die Knospen zuerst aufblühten, der wird der künftige Bräutigam.

(Quelle: Sybil Gräfin Schönfeldt, Das große Ravensburger Buch der Feste und Bräuche)

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Das ist ein schöner alter Brauch, sich am Barbaratag Kirschbaumzweige ins Haus zu holen, die dann bis zum Heiligen Abend aufblühen, wenn man Glück hat! Auch das sollen sie im übrigen anzeigen, Glück für das künftige Jahr!:yes:

Und sie zeigen so deutlich und hoffnungsfroh, daß das Leben immer wieder neu entsteht, der Frühling auch nach dem härtesten Winter wiederkehrt und selbst die härteste, geschlossene Knospe von Wärme und Liebe aufgebrochen zum Blühen kommen wird!

Vielleicht habt ihr Lust, euch auch Zweige ins Haus zu holen, bei Forsythienzweigen z.B. geht das auch ganz wunderbar!:yes:

Für die Bergleute ist die heilige Barbara „ihre“ Heilige, meine Heimatstadt liegt mitten in einem ehemaligen Bergbaugebiet, ich bin mit dieser Heiligen aufgewachsen, es gibt auch eine Kirche namens St. Barbara, das ist mir deshalb so deutlich in Erinnerung geblieben, weil sie nicht weit von meinem Elternhaus stand und mein Vater mit mir als Kind immer dort hingegangen ist in den Weihnachtstagen, Krippchen gucken! Das war immer ein Fest, früher waren die Kirchen ja auch noch durchgehend geöffnet!:))

Und da hab ich noch etwas feines zum heutigen Türchen, ein Lied für die Heilige Barbara!

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Habt einen feinen Barbaratag!

:wave:

Türchen 3

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Weihnachtsgebäck

Weinbeer, Mandeln, Sultaninen,
süße Feigen und Rosinen,
welsche Nüsse – fein geschnitten,
Zitronat auch – muß ich bitten! –

Birnenschnitze doch zumeist
und dazu den Kirschengeist;
wohl geknetet mit der Hand
alles tüchtig durcheinand
und darüber Teig gewoben –
wirklich, das muß ich mir loben!

Solch ein Brot kann’s nur im Leben
jedesmal zur Weihnacht geben!
Eier, Zucker und viel Butter
schaumig rührt die liebe Mutter;
kommt am Schluß das Mehl daran,
fangen wir zu helfen an.

In den Teig so glatt und fein
stechen unsre Formen ein:
Herzen, Vögel, Kleeblatt, Kreise –
braune Plätzchen, gelbe, weiße
sieht man bald – welch ein Vergnügen –
auf dem Blech im Ofen liegen.
Knusprig kommen sie heraus,
duften durch das ganze Haus.

Solchen Duft kann’s nur im Leben
jedesmal zur Weihnacht geben!

(Isabella Braun)

Die himmlische Backstube wurde heute geöffnet!:yes:

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Das ist ein Bild aus einem weihnachtlichen Bilderbuch meines Sohnes, als er noch ganz klein war! Wer genau hinsieht, erkennt, daß Björn das Bild mit einer eigenen „künstlerischen Gestaltung“ versehen hat!:))

Die Idee kam mir am heutigen Abend, als der Himmel die Eröffnung der diesjährlichen Backsaison der Engel anzeigte!

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Christkindchen bäckt oder die Engel backen!:yes:

Spekulator hat man den heiligen Nikolaus früher genannt: den in geistliche Betrachtung Versunkenen.
Da die Model des Weihnachtsgebäcks oft den heiligen Nikolaus auf seinem Schimmel darstellen, soll sich sein Beiname auf das Gebäck übertragen haben.
Der Lebkuchenmann, der heute den heiligen Nikolaus oder den Weihnachtsmann darstellt, ist ursprünglich ein „Jahresmann“ gewesen, der den Lichtgott geneigt machen sollte, das kommende Sonnenjahr gut und fruchtbar werden zu lassen. Trägt der Weihnachtsmann den Tannenbaum direkt vor der Nase, so symbolisiert diese betonte Mittelachse das zweigeteilte Jahr.
Pfefferkuchen sind früher tatsächlich mit Pfeffer gewürztes Honiggebäck gewesen, weil der Pfeffer das teuerste Gewürz und deshalb kostbar genug für das Weihnachtsgebäck war.
Mit Pfeffer bezeichnete man aber auch alle anderen Gewürze, die aus Indien und von den Gewürzinseln kamen, Kardamom, Zimt, Nelken und Muskat.

Honigkuchen: Vor der Erfindung des raffinierten Rohr- oder Rübenzuckers war der Honig das einzige edle Süßmittel, der außerdem bei der reichen Wachsproduktion des Mittelalters abfiel und verbacken wurde.

Die Pfeffernuß mit ihrem weißen Zuckerguß ist ein Symbol für den Essigschwamm, mit dem sich Christus am Karfreitag die Lippen netzte.

Die Brezel stellt die beim Beten gekreuzten Arme des Klosterbruders dar, der die Hände in die Kuttenärmel steckt.

Zuckerwerk am Tannenbaum oder im bunten Teller stellt die Süßigkeit von Gottes Gnade dar.

Traditionell beginnt das Backen des Kleingebäcks und der Früchtebrote am 8. Dezember, dem Fest Maria Empfängnis.
In der Woche vor Weihnachten wird ein letztes Mal reichlich gebacken, denn im Norden war es Brauch, in den zwölf Nächten von Weihnachten bis zum Dreikönigstag nicht zu backen und zu brauen.

(Quelle: Sybil Gräfin Schönfeldt, Das große Ravensburger Buch der Feste und Bräuche)

Soll ich euch mal den Mund wässrig machen und euch zum backen animieren?
Voilà, bedient euch!;D

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Und wo gehören Plätzchen rein?
Rüüüchtüüüüg, in Plätzchendosen!:))

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Diese hier ist sogar eine Spieluhr, sie spielt „Oh Tannenbaum“!
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Ich besitze ja noch ein ganz besonderes Gefäß zur Aufbewahrung von Plätzchen, aber das ist ein zukünftiges Türchen und eine andere Geschichte!;D

Die Engel jedenfalls sind zufrieden mit ihrem Werk und schauen auf die Erde
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und ich hoffe, ihr seid wieder zufrieden mit mir!

Einen schönen neuen Tag gewunschen!

:wave:

Türchen 2

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Türchen 63

Altes Kaminstück

Draußen ziehen weiße Flocken
durch die Nacht, der Sturm ist laut;
hier im Stübchen ist es trocken,
warm und einsam, stillvertraut.

Sinnend sitz ich auf dem Sessel,
an dem knisternden Kamin,
kochend summt der Wasserkessel
längst verklungne Melodien.

Und ein Kätzchen sitzt daneben,
wärmt die Pfötchen an der Glut;
und die Flammen schweben, weben,
wundersam wird mir zu Mut.

Dämmernd kommt heraufgestiegen
manche längst vergessne Zeit,
wie mit bunten Maskenzügen
und verblichner Herrlichkeit.

Schöne Frauen, mit kluger Miene,
winken süßgeheimnisvoll,
und dazwischen Harlekine
springen, lachen, lustigtoll.

Ferne grüßen Marmorgötter,
traumhaft neben ihnen stehn
Märchenblumen, deren Blätter
in dem Mondenlichte wehn.

Wackelnd kommt herbeigeschwommen
manches alte Zauberschloss;
hintendrein geritten kommen
blanke Ritter, Knappentross.

Und das alles zieht vorüber,
schattenhastig übereilt —
Ach! da kocht der Kessel über,
und das nasse Kätzchen heult.

(Heinrich Heine)

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Hi, Folks,
hier meldet sich zu Türchen zwei, das Katzentier, dideldumdei!:))
Ha, euer Co-Autor kann dichten wie der Herr Heine, toll, was?!:yes:
Da hab ich doch wieder so ein schönes Gedicht von gefunden, wo wieder eine Katze vorkommt, wenn sie auch nicht gut wegkommt, weil sie ja naß wird!:))
Ihr erinnert euch doch sicher alle an das schöne Gedicht „Mimi“ von ihm, da war ich doch so stolz drauf!
Und mein Dosenöffner hatte halt gerade ein Gedicht für Türchen 2 gesucht, da hab ich sofort mein Pfötchen da drauf gelegt und miaut „das“,:yes: und ich machs, wo ich doch auch Kamine so schön finde!
Da ja heute auch wieder ein „oller Montag“ ist (O-Ton Dosenöffner!;D) sollte es ja auch wieder was lustiges sein!
Aber stimmungsvoll wird es auch, ist ja schließlich ein Adventskalender-Türchen, und da kommen jetzt ganz feine Kamine!:yes:
Hab ich auch ausgesucht, guckt mal genau hin, ob ihr meine Artgenossen findet!

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Aber der allerschönste Kamin ist doch unser, Frauchen hat geseufzt, das Bild wäre jetzt schon das dritte Mal hier drin, mir egal,:>> ich will es auch hier drin haben!

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Da isser zwar noch herbstlich dekoriert, aber so wie ich meinen Dosenöffner kenne, gibt es sicher bald auch eines mit der Weihnachtsdeko! Dann zeig ich ihn nochmal!:yes::))

Meine Balkonsaison ist ja nun zu Ende, und die Piepmätze haben wieder die Regie über mein geliebtes Reich übernommen, aber gerade abends muß ich doch immer noch mal gucken, ob auch alles in Ordnung ist!
Und nun guckt doch mal, wie schön das ist jetzt, wenn in den Häusern gegenüber die feinen Lichterkes alle an sind!:D

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Frauchen und ich wünschen euch allen einen schönen Montag und ich vor allen Dingen wünsche ihn meinen tierischen Mit-Adventskalender-Genießern!

:wave:

Die "Nationalfarben" des Dezember – rot und grün

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Dezemberlied

Harter Winter, streng und rauch,
Winter, sei willkommen!
Nimmst du viel, so gibst du auch,
das heißt nichts genommen!

Zwar am Äußern übst du Raub,
Zier scheint dir geringe,
Eis dein Schmuck, und fallend Laub
deine Schmetterlinge,

Rabe deine Nachtigall,
Schnee dein Blütenstäuben,
deine Blumen, traurig all
auf gefrornen Scheiben.

Doch der Raub der Formenwelt
kleidet das Gemüte,
wenn die äußere zerfällt,
treibt das Innere Blüte.

Die Gedanken, die der Mai
locket in die Weite,
flattern heimwärts kältescheu
zu der Feuerseite.

Sammlung, jene Götterbraut,
Mutter alles Großen,
steigt herab auf deinen Laut,
segenübergossen.

Und der Busen fühlt ihr Wehn,
hebt sich ihr entgegen,
läßt in Keim und Knospen sehn,
was sonst wüst gelegen.

Wer denn heißt dich Würger nur?
Du flichst Lebenskränze,
und die Winter der Natur
sind der Geister Lenze!

(Franz Grillparzer)

Nun ist er da, der langersehnte Dezember,:yes: und mein ungeliebter November hat sich verabschiedet,:>> ich weine ihm keine Träne nach!:no: Er war wirklich nicht schön in diesem Jahr!

Und mit dem Dezember kommt wieder die frohe Zeit der Erwartung von Weihnachten, der Advent!

Adventus bedeutet Ankunft, Advent ist die Vorbereitung auf das Fest der Geburt Christi, Beginn des Kirchenjahres!
Früher war der Advent der Beginn der Spinnstuben und der nachbarlichen Zusammenkünfte. Es wurde nicht nur gesponnen, sondern auch gewebt und gestrickt und es wurden Weihnachtsarbeiten gemacht.
Spinnen wird wohl heute kaum noch einer können (jedenfalls nicht mit dem Spinnrad!:))), aber nachbarschaftliche Zusammenkünfte zum klönen, handarbeiten und Weihnachtsarbeiten anfertigen könnte ich mir in unserer hektischen Zeit gerade in den Vorweihnachtstagen gut vorstellen, als Ruhepol!

Und was gehört noch ganz notwendig zum Advent?
Der Adventskranz!

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Der Adventskranz ist vermutlich die Wiederholung einer alten Wintersitte und geht wie viele andere auf den Ringzauber zurück: grüne Kränze oder Kränze aus geflochtenem Stroh brachten Segen und wehrten das Unheil von allem was grün werden und Frucht tragen soll. Deshalb umwand man die Zauberkränze zusätzlich mit goldenen und roten Bändern, gold und rot als Farbe des Lichts und des Lebens.
Aus dem heidnischen grünen Kranz hat der Hamburger Johann Heinrich Wichern, Begründer der Inneren Mission und des Rauhen Hauses, den Adventskranz gemacht.
Zuerst hat er die Adventstage nur mit Kerzen feiern lassen. Diese erste Andacht hat er 1838 in seinem Tagebuch beschrieben: Täglich um die Mittagszeit ward solch eine Kerzenandacht gehalten, im Laufe der Zeit wurden diese Adventsandachten jedoch als Vigil, in der Dämmerung, gefeiert. Wichern ließ nicht alle Kerzen auf einmal anzünden, er begann mit dem ersten Advent, und an jedem Abend wurde eine Kerze mehr angezündet. Am Heiligen Abend brannten dann alle Kerzen.
Für diese Kerzenfülle richtete ihm ein Freund, ein Architekt, einen gewaltigen Kronleuchter her, einen Holzreifen von zwei Metern Durchmesser, der im Versammlungssaal des Rauhen Hauses hing. Zuerst waren nur die Wände des Saales mit Grün geschmückt, dann umwanden die Brüder auch den Kranz mit Tannenzweigen. Das ist um 1860 gewesen, und in den nächsten 40 Jahren verbreitete sich diese Sitte überall in Norddeutschland, denn Wicherns Mitarbeiter nahmen die Idee des Adventskranzes überall hin mit. Aus dem großen Kronleuchter wurde dabei der Kranz aus Tannengrün geflochten, nur noch mit vier Kerzen besteckt, für jeden Adventssonntag eine.

(Quelle: Sybil Gräfin Schönfeldt, Das große Ravensburger Buch der Feste und Bräuche)

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Ich glaube, der Adventskranz fehlt wohl wirklich in keinem Haus, selbst wenn er nur in Gestalt eines kleinen Gestecks auftritt, und natürlich ist auch er, wie könnte es anders sein, den sich immer wieder verändernden Moden unterworfen, wenn es um seine Gestaltung und da besonders um seine Farben geht! Bestimmt war schon fast jede Farbe eine jährliche „Modefarbe“ für den Adventskranz oder den Weihnachtsbaum, aber für mich und sicherlich für viele sind die klassischen Farben rot und grün noch immer die schönsten!
Immergrüne Zweige haben unsere Vorfahren schon in der vorchristlichen Zeit in Haus und Hütte geholt. Es gab viele Erklärungen dafür, so sollte das „treue“ Grün den freundlichen Waldgeistern als Zuflucht für den Winter dienen, und die immergrünen Zweige waren Symbol der ewigen Lebenskraft, welche böse Dämonen verscheuchen.
Besonders heilkräftig waren Eibe, Buchsbaum (vertreibt den Teufel und wird daher auch gerne an Palmsonntag zur Weihe gebraucht), Fichte, Tanne, Stechginster, Wacholder, Kiefer, Föhre, Rosmarin, Kronbeere und Efeu.
Auch heute noch werden Kirchen und Häuser mit Grün geschmückt, ein Brauch schon aus dem Mittelalter, dieser grüne Schmuck blieb von Advent bis Lichtmeß, der tradionelle Tag auch des Weihnachtsbaumplünderns am 2. Februar.
Auch Ilex oder die Stechpalme gehört mit ihren stacheligen Blättern zu diesem Grün, Symbol der Dornenkrone, die roten Beeren als Symbol der Blutstropfen Christi.

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Lediglich der Mistelzweig wird als unverkennbar „heidnisches“ Grün nicht in den Kirchen verwendet sondern nur im Haus.

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Er ist ein Friedenssymbol, daher der „Kuß unter dem Mistelzweig“, wo sich Feinde unter dem Mistelzweig begegneten, versöhnten sie sich!

Das war nun ein kleiner Exkurs zu den „Nationalfarben“ des Dezember, rot und grün!:yes:

Und da nun heute der 1. Dezember ist, lebt nun eine feine Sache aus dem letzten Jahr wieder auf,:D der

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Ein Kind – von einem Schiefertafel-Schwämmchen
umhüpft – rennt froh durch mein Gemüt.
Bald ist es Weihnacht! – Wenn der Christbaum blüht,
dann blüht er Flämmchen.

Und Flämmchen heizen. Und die Wärme stimmt
uns mild. – Es werden Lieder, Düfte fächeln. –
Wer nicht mehr Flämmchen hat, wem nur noch Fünkchen glimmt,
wird dann doch gütig lächeln.

Wenn wir im Traume eines ewigen Traumes
alle unfeindlich sind – einmal im Jahr! –
Uns alle Kinder fühlen eines Baumes.
Wie es sein soll, wie’s allen einmal war.

(Joachim Ringelnatz)

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Das erste Türchen unseres Kalenders gibt sich angesichts des größeren Eintrages zum Dezember, der ja nun auch eine Tradition hier ist, bescheiden!;D

Trotzdem, denke ich, wird er euch freuen, denn euer Co-Autor, meine Mimi, sitzt hier natürlich neben mir und überwacht den ersten Adventskalender-Eintrag, sie freut sich schon wieder auf ihre eigenen Aktivitäten dabei, und möchte ihren Beitrag zu dem heutigen Eintrag leisten, indem sie euch die Farben des Dezembers, rot und grün, aus ihrer Sicht vorstellt:

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Ihr Lieblingssessel, wieder adventlich geschmückt in den klassischen Farben, und soooooo gemütlich! Und kuschelig! Für schöne Katzenträume!

Damit wünschen wir euch einen wunderschönen ersten Adventssonntag, habts fein und gemütlich!

:wave: