Wir brauchen eine Pause

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Herbsttag

Herr, es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.

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Befiehl den letzten Früchten, voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin, und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

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Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

(Rainer Maria Rilke)

Wir brauchen eine Pause!:yes:
Wir, daß sind in diesem Falle mein Computer und ich!:yes:
Denn beide haben wir Speicherprobleme!:yes:

Mein Computer ist ja ein schon etwas betagteres Modell, und nun hat er sich neulich beschwert, er hat keinen Platz mehr zum Speichern!
Seit Tagen versuche ich nun, mit Hilfe meines Computerexperten ihm mehr Speicherplatz zu verschaffen, bisher nicht mit nachhaltigem Ergebnis!:no:

Ich bin verständlicherweise ein bissel genervt von all dem,:roll: zumal es zuvor schon Netzprobleme bei mir gab, und muß nun meinen Speicher auch erst einmal wieder ein bissel auffüllen!
Daher machen wir nun alle eine kleine schöpferische (und vor allem hoffentlich „speichernde“) Pause, mein Computer, mein und euer Co-Autor und ich!:yes:

Ich hoffe sehr, wir sind bald wieder hier, wünsche euch nun schon einmal einen guten Freitag und ein wunderschönes Wochenende, alles Liebe für euch und bis bald! (Daumendrück-Modus bitte anschmeißen!!!):yes:;D

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:wave:

In allen vier Ecken, soll Liebe drin stecken!

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Der Rose süßer Duft genügt,
du brauchst sie nicht zu brechen.
Und wer sich mit dem Duft begnügt,
den wird der Dorn nicht stechen.

(Friedrich von Bodenstedt)

Ein bißchen mehr Friede und weniger Streit,
ein bißchen mehr Güte und weniger Neid,
ein bißchen mehr Wahrheit immerdar
und viel mehr Hilfe bei jeder Gefahr.
Ein bißchen mehr „wir“ und weniger „ich“,
ein bißchen mehr Kraft, nicht so zimperlich –
und viel mehr Blumen während des Lebens,
denn auf den Gräbern, da sind sie vergebens.

(Nach Peter Rosegger)

Ein Album ist des Menschen reines Leben,
das aufbewahrt in Gottes Händen bleibt,
ein leeres Blatt wird jeglichem gegeben,
und jeder ist nur, was er darauf schreibt.

(Ernst Freiherr von Feuchtersleben)

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Das Poesiealbum, auch Freundschafstbuch genannt, ist ein fest eingebundenes, oftmals quadratisches Buch im Format von etwa 16 x 16 cm mit weißen Seiten, in das Zitate in Form von Reimen und Verse eingetragen werden können, Zeichnungen, Ornamente, Bilder, Fotos und Oblaten zieren die Zitate oft. Das Poesiealbum erinnert an Menschen, mit denen der Lebensweg oder Abschnitte davon geteilt wurde.

Am Ende des 16. Jahrhunderts entstand der Brauch, guten Freunden Namen, Wappen und Wahlspruch in das Stammbuch zu schreiben. Im 18. Jahrhundert kamen zu den Sinnsprüchen auch Widmungen und viele Zeichnungen. Im Laufe der Zeit wurden aus den Stammbüchern Erinnerungsbücher. Die Blütezeit erlebte das Poesiealbum im 19. Jahrhundert, als Mitglieder der literarischen Zirkeln sich gegenseitig mit Versen und künstlerischen Beiträgen in eigens dafür angelegten Heften „verewigten“.

Seit 1950 waren Poesiealben zum Teil mit einfachen kleinen Schlüsselchen verschließbar, es galt unter Kindern als Vertrauens- und Freundschaftsbeweis, sich eintragen zu dürfen.
Die Verse wurden durch Weitergabe des Albums an Mitschüler, Lehrer, Freunde und Verwandte gesammelt. Jedem Eintrag stand eine Seite, meist die rechte, zur Verfügung. Die linke Seite diente der künstlerischen Gestaltung. Beliebt waren Glanzbilder, Scherenschnitte und Glitzerbilder, später auch Sticker.
In den Einträgen wurden Handschriften und Schönschriften geübt, und der Geschmack bei der Auswahl von Texten.
Die Beliebtheit der Poesiealben ist stets einem Modetrend unterworfen.
Heute hat sich der Gebrauch der Alben auch durch eine zum Teil vorgefertigte Gestaltung seitens der Hersteller wieder gesteigert.
Eine Weiterentwicklung des Poesiealbums ist das Freundschaftsbuch, darin können Fotos, Hobbys, Lieblingslieder usw. eingefügt werden.

(Quelle: Wikipedia)

Das Poesiealbum!:D Wie viele Generationen haben diesen Brauch gepflegt, wie viele „alte Kinder“ besitzen heute noch ihr Album aus Kindertagen!
Und da die Zeit des Herbstes eine Zeit ist, in der man sich wieder nach „innen“ zurückzieht, ist dies an trüben, nebeligen und regnerischen Tagen eine wunderschöne Gelegenheit, in den erinnerungsträchtigen Alben zu blättern!:yes:

Ich hatte mein Poesiealbum schon einmal erwähnt, beim Eintrag meines Klassentreffens im letzten Jahr, in dem wir alle mit Freude und emotionaler Erinnerung in unseren Alben geblättert haben!:yes:
Und uns erinnert haben an die Stationen unserer Schulzeit und des weiteren Lebensweges, begleitet von lieben Menschen, die sich alle in unserem Poesiealbum „verewigt“ hatten!

Das ist mein Poesiealbum

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in das ich auf die 1. Seite folgenden Eintrag schrieb, gemäß der damaligen Gepflogenheit!:))

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Und in diesem Album ist natürlich auch der Spruch vertreten, der diesem Eintrag den Titel gab: „In allen vier Ecken soll Liebe drin stecken!“, meist tatsächlich verteilt auf die vier Ecken einer Seite!

Meine Mitschüler haben sich darin verewigt

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mit soooo schönen Glanzbildern auf der gegenüberliegenden Seite!

Und Menschen, die meinen Lebensweg ein Stück weit begleitet haben, wie zum Beispiel diese Dame

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die einen Kiosk in der Nähe meiner Schule betrieb, und bei der wir nach Schulschluß alle regelmäßige Gäste waren, um Süßigkeiten zu kaufen oder die beliebten Glanzbildchen, die für die Poesiealben benötigt wurden.
Jedem von uns hat sie einen Sinnspruch ins Album geschrieben, und jedem auf der linken Seite eine Zeichnung angefertigt, jedem eine andere, wie man sieht, künstlerisch sehr begabt! Wir waren alle so stolz darauf!:yes:

Natürlich haben sich auch Eltern, Lehrer und Verwandte eingetragen, mein Vater zum Beispiel mit einem Spruch, der zeigt, daß er seine kleine Tochter gut kannte, und der bis heute seine Gültigkeit nicht verloren hat!:oops:

„Glaube mir, du hast viel getan, wenn du Geduld gewöhnst dir an!“

Und meine Mutter hat ihrer Tochter einen Sinnspruch mit auf den Lebensweg gegeben, nachdem sie stets gehandelt hat und meist gut damit gefahren ist! Auch mir hat er sehr oft geholfen!

„Ehe du in deinem Leben,
fest auf einen Menchen baust,
geh mit Sorgfalt ihm entgegen
eh du dich ihm anvertraust.
Schau ihm fest und tief ins Auge,
ob stets offen ist sein Blick.
Denn des Menschen Herze trüget,
doch das Auge trüget nicht.“

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Und wer von euch kennt nicht die allseits beliebten Sinnsprüche, wie

„Rosen, Tulpen, Nelken
alle drei verwelken,
Stahl und Eisen bricht,
aber unsere Freundschaft nicht.“

oder

„Hinter einem Eisengitter
liegt ein Herz und weint so bitter,
heb es auf, zerbrich es nicht,
denn es heißt Vergißmeinnicht!“

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Es ist etwas sehr eigenes um Poesiealben, plötzlich steht die Zeit wieder vor uns, und die Gesichter sind wieder da! Und das alles wird von Generation zu Generation weitergegeben!
Denn alle hatten sie ein Poesiealbum!

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(v.links: meine Großmutter, meine Mutter, meine Großtante aus Höxter, die Schwester meiner Großmutter, und vorne ich)

Ich war schon selber einige Jahre Mutter, als mein Sohn mein Poesiealbum entdeckt hat, zu dem Zeitpunkt waren die Freundschaftsbücher modern, und er hatte auch eines, und wollte halt das von Mama sehen, er fand die Sprüche zum größten Teil zum totlachen! Aber er hatte sich gemerkt, mit welch glänzenden Augen die Mama die schönen Glanzbildchen betrachtet hatte, und von einen Klassenausflug ins Sauerland hat er der Mama mehrere Bögen Glanzbildchen mitgebracht, oben sind schon einige eingestellt, guckt mal, wieviele schöne noch!:yes:

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Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie ich mich gefreut habe!

Ich hab noch mehr zum Poesiealbum gefunden, diesen Link hier zum Beispiel, Poesiealben als Zeitspiegel!

http://www.bnmsp.de/home/e.huber/schulmuseum/poesiealbum/

oder eine feine kleine Kurzgeschichte von Ingrid Drewing, „Das dunkelbraune Poesiealbum“

http://www.e-stories.de/view-kurzgeschichten.phtml?26495

Ich hoffe sehr, die kleine Zeitreise hat euch wieder Freude gemacht, und mit einem kleinen, etwas „deftigen“:)) Sinnspruch von einer Tante von mir in meinem Album möchte ich euch in ein hoffentlich wunderschönes Wochenende entlassen!

„Gott gab uns nur einen Mund,
weil zwei Mäuler ungesund.
Mit dem einen Maule schon
schwätzt zuviel der Erdensohn.
Wenn er doppelmäulig wär,
fräß und lög er auch noch mehr!“

(Nach Heinrich Heine)

Das ist das Original:

Gott gab uns nur einen Mund,
weil zwei Mäuler ungesund.
Mit dem einen Munde schon
schwatzt zuviel der Erdensohn.

Hat er jetzt ein Maul voll Brei,
muß er schweigen unterdessen;
hätte er der Mäuler zwei,
löge er sogar beim Fressen.

(Heinrich Heine)

:wave:

Goldener Wochenanfang

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Oktoberlied

Der Nebel steigt, es fällt das Laub;
schenk ein den Wein, den holden!
Wir wollen uns den grauen Tag
vergolden, ja vergolden!

Und geht es draußen noch so toll,
unchristlich oder christlich,
ist doch die Welt, die schöne Welt,
so gänzlich unverwüstlich!

Und wimmert auch einmal das Herz –
stoß an und laß es klingen!
Wir wissen’s doch, ein rechtes Herz
ist gar nicht umzubringen.

Der Nebel steigt, es fällt das Laub;
schenk ein den Wein, den holden!
Wir wollen uns den grauen Tag
vergolden, ja vergolden!

Wohl ist es Herbst; doch warte nur,
doch warte nur ein Weilchen!
Der Frühling kommt, der Himmel lacht,
es steht die Welt in Veilchen.

Die blauen Tage brechen an,
und ehe sie verfließen,
wir wollen sie, mein wackrer Freund,
genießen, ja genießen!

(Theodor Storm)

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In den letzten Tagen ist einiges passiert, was traurig und betroffen gemacht hat, sei es hier bei uns persönlich, sei es draußen in der Welt!

Aber das Leben ist nicht statisch, es verweilt nicht beim gestern, es verändert sich und zeigt jeden Tag ein neues Gesicht!

Tröste dich, die Stunden eilen,
und was all dich drücken mag.
Auch das Schlimmste kann nicht weilen,
und es kommt ein andrer Tag.

In dem ew’gen Kommen, Schwinden,
wie der Schmerz liegt auch das Glück,
und auch heitre Bilder finden
ihren Weg zu dir zurück.

Harre, hoffe. Nicht vergebens
zählest du der Stunden Schlag:
Wechsel ist das Los des Lebens,
und – es kommt ein andrer Tag.

(Theodor Fontane)

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So stellt das Leben immer wieder seine Herausforderung an uns, es zu bestehen, den Mut und die Lebensfreude nicht zu verlieren und uns eine optimistische Sicht auf die Dinge zu bewahren! Der Ruf des Lebens an uns!
Ich möchte mit diesem kleinen Wochenanfangs-Eintrag mein Scherflein dazu beitragen, diese Herausforderung immer wieder anzunehmen!
Mit meinen kleinen Gedichteinträgen und mit einigen schönen, optimistischen und bunten Herbstbildern!

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Unser lieber Co-Autor, meine Mimi, hat mich gebeten, auch von ihr ein feines Bildchen einzustellen, das sie selber ausgesucht hat!
Tiere leben im Hier und Jetzt, und sie können uns ein guter Lehrmeister sein, jeden Tag wie ein Geschenk zu begrüßen und zu versuchen, das beste aus ihm zu machen, ihm die Chance zu geben, der schönste des Lebens zu werden!

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Das ist nicht immer einfach, aber versuchen sollten wir es!

Ich wünsche euch von Herzen viel Kraft und Mut dazu, habt alle eine gute neue Woche! Und einen feinen Montag!

:wave:

Nur noch Erinnerung!

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Betrachtung der Zeit

Mein sind die Jahre nicht, die mir die Zeit genommen,
mein sind die Jahre nicht, die etwa möchten kommen.
Der Augenblick ist mein, und nehm ich den in acht,
so ist der mein, der Jahr und Ewigkeit gemacht.

(Andreas Gryphius)

Dieser Eintrag war eigentlich schon für den vergangenen Montag gedacht, er sollte euch einen fröhlichen Einstieg in die neue Woche vermitteln!

An diesen damaligen „Cliffhanger“ sollte er anknüpfen

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und neue, lustige Geschichten von meiner damaligen Arbeitsstelle erzählen, von unserem kleinen „Bauernhof“!

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Und dann habe ich am Sonntag erfahren, daß meine geliebte Arbeitsstelle in einer Nacht der letzten Woche einem Brand zum Opfer gefallen ist!
Glücklicherweise war es schon längere Zeit unbewohnt und es ist niemand zu Schaden gekommen!
Aber das Gebäude ist nunmehr eine Brandruine, vor allem der Dachstuhl ist völlig zerstört!

Ich bin so traurig!
So unendlich viele schöne, lustige, auch traurige und nachdenkliche Erinnerungen sind damit verbunden, nun haben sie keine „reale“ Heimat mehr und sind wirklich nur noch Erinnerungen, unwiderruflich!

Aber die Erinnerungen sind ja nicht mit abgebrannt, die kann mir keiner nehmen, sie haben für immer einen Platz in meinem Herzen und gehören zu meiner Geschichte!

Und natürlich hören damit auch meine Geschichten, die ich euch noch erzählen möchte, nicht auf, im Gegenteil, es ist mir jetzt umso wertvoller, sie mit euch zu teilen, aber im Augenblick kann ich noch nicht weiter erzählen, das ganze muß erst einmal sacken, ich denke, ihr habt Verständnis dafür!
Aber versprochen, es geht irgendwann weiter!

Damit die Traurigkeit nicht die Überhand gewinnt, kommen noch ein paar Bildchen, die Freude auf die Fortsetzung machen sollen, und wer Lust hat, kann ja noch mal in die alten Einträge gucken

http://midomo.blog.de/2013/01/09/schaefchen-15409794/

http://midomo.blog.de/2013/03/10/entchen-15611264/

http://midomo.blog.de/2013/04/13/fruehlingsgefuehle-erinnerungen-15753566/

Wenn ich das alles verarbeitet habe, wird es weitergehen, mit

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unseren Katzen

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unseren Hunden

und

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unseren Hunden und Katzen!

Ich wünsche euch allen einen wunderschönen Donnerstag!

:wave:

Vogelpredigt – Welttierschutztag

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Der weise Schuhu

Der Schuhu hörte stets mit Ruh,
wenn zwei sich disputierten, zu. –

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Mal stritten sich der Storch und Rabe,
was Gott der Herr zuerst erschaffen habe,
ob erst den Vogel oder erst das Ei.
„Den Vogel!“ – schrie der Storch –
„Das ist doch klar wie Brei!“

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Der Rabe krächzt: „Das Ei, wobei ich bleibe;
wer’s nicht begreift, hat kein Gehirn im Leibe!“

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Da fingen an zu quaken
zwei Frösch in grünen Jacken.
Der eine quakt: „Der Storch hat recht!“
Der zweite quakt: „Der Rab hat recht!“

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„Was?“ – schrien die beiden Disputaxe –
„was ist denn das für ein Gequakse??“ –
Der Streit erlosch. –
Ein jeder nimmt sich einen Frosch,
der schmeckt ihm gar nicht schlecht.

Ja – denkt der Schuhu – so bin ich!
Der Weise schweigt und räuspert sich!

(Wilhelm Busch)

Heute ist Welttierschutztag, er kam im letzten Jahr in diesem Blögchen schon einmal vor, und soll auch in diesem Jahr nicht vergessen werden!

Im letzten Jahr übernahm mein Co-Autor die Aufgabe, für den Welttierschutztag zu schreiben, und Mimi erinnerte dabei daran, daß der Welttierschutztag der Namenstag des Hl. Franziskus ist, des Schutzpatrons der Tiere!

Und so soll er auch im zweiten Eintrag gebührend gewürdigt werden, er war der Freund aller Tiere und mahnt uns bis heute stetig, unsere Mitgeschöpfe als „Brüder und Schwestern“ zu sehen und entsprechend zu lieben und mit ihnen umzugehen!

Mimi erwähnte in ihrem Eintrag auch seine Vogelpredigt, und die möchte ich heute hier einmal einstellen:

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„Meine Brüder Vögel! Gar sehr müßt ihr euren Schöpfer loben und ihn stets lieben; er hat euch Gefieder zum Gewand, Fittiche zum Flug gegeben und alles, was ihr nötig habt. Vornehm machte euch Gott unter seinen Geschöpfen, und in der reinen Luft schuf er euch Wohnung. Ihr sät nicht und erntet nicht, und doch schützt und leitet er euch, ohne dass ihr euch um etwas zu kümmern braucht.“

Zu meiner großen Freude habe ich dann entdeckt, daß es sogar ein Musikstück über die Vogelpredigt gibt, von Franz Liszt, „Legende Nr.1“, wer möchte, kann sie sich hier anhören!

Ich wollte einen fröhlichen Eintrag zum heutigen Tage, denn Verzagtheit, Humorlosigkeit und Frust bringt uns beim Tierschutz nicht weiter, wir brauchen Mut und Kraft und eine gehörige Portion Widerstandskraft gegen das, was unseren Mitgeschöpfen tagtäglich angetan wird, Tieren wie Menschen! Lassen wir uns nicht beirren im Ringen um eine gute Welt, in der alle gleichberechtigt miteinander leben können, und halten wir es dabei mit einem anderen Heiligen, Don Bosco, der da sagte: „Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen!“

Und hoffen wir, daß eines nicht zu fernen Tages ein Welttierschutztag nicht mehr nötig sein wird, weil wir dann gelernt haben, in Frieden miteinander zu leben!

In diesem Sinne wünsche ich euch einen schönen und fröhlichen Welttierschutztag mit zwei fröhlichen Herbstbildchen von unseren Mitgeschöpfen!

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Goldene Tage – der Oktober und Höxter III

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Herbstlied

Der Frühling hat es angefangen,
der Sommer hat`s vollbracht.
Seht, wie mit seinen roten Wangen
So mancher Apfel lacht!

Es kommt der Herbst mit reicher Gabe,
er teilt sie fröhlich aus,
und geht dann wie am Bettelstabe,
ein armer Mann, nach Haus.

Voll sind die Speicher nun und Gaden,
daß nichts uns mehr gebricht.
Wir wollen ihn zu Gaste laden,
er aber will es nicht.

Er will uns ohne Dank erfreuen,
kommt immer wieder her:
Lasst uns das Gute drum erneuen,
dann sind wir gut wie er.

(August Heinrich Hoffmann von Fallersleben)

(Gaden: Ein-Raum-Häuschen, Vorratskammer, Anm.d.R.)

Der Oktober ist da, und wir hoffen auf goldene Tage, um die herrlichen Farben des Herbstes draußen noch genießen zu können!
Aber es werden ganz sicher auch trübere Tage kommen, erste Nebeltage, in denen wir uns wieder nach „innen“ zurückziehen werden.
Und was kann schöner sein an solchen Tagen, als sich gemütlich in eine Sofaecke zurückzuziehen mit einer Kuscheldecke und zu lesen!

Und ich verbinde hier nun mal beides, noch einmal einen Ausflug in die Natur und zu Sehenswürdigkeiten, und was feines zum Lesen!
Das ganze ist dann Höxter Teil III, vor längerer Zeit schon versprochen!

Wir besuchen die Benediktinerabtei und Schloß Corvey!

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Schloß Corvey war bis 1792 eine reichsunmittelbare Benediktinerabtei auf dem heutigen Stadtgebiet der ostwestfälischen Stadt Höxter in Nordrhein-Westfalen.
Corvey gehört zu den bedeutendsten karolingischen Klöstern und verfügte über eine der wertvollsten Bibiliotheken des Landes.
Die Abtei entwickelte sich im 9. und 10. Jahrhundert zu einem kulturellen, geistigen und wirtschaftlichen Zentrum im Gebiet der Sachsen.
Corvey bewirbt sich um den Status des Weltkulturerbes.

Auf dem Friedhof befindet sich das Grab des Dichters August Heinrich Hoffmann von Fallersleben. Er war von 1860 – 1874 Bibliothekar in Corvey, wo er auch am 19.2. 1874 starb.

Erwähnenswert ist auch die wunderschöne Barock-Orgel der Klosterkirche.

(Quelle: Wikipedia)

Wer mehr wissen möchte:

http://de.wikipedia.org/wiki/Corvey

Schloß und Abtei Corvey, eine zauberhafte Erinnerung meiner Kindheit, das Paradies meiner Phantasie!
Wie oft war ich in den Räumen des Schlosses, vorzugsweise in der Bibliothek, (wundert nicht wirklich, oder?:no:), Sonntags zur Messe in der herrlichen Klosterkirche, oder zu Orgelkonzerten, die Orgel ist ein Traum, der Klang ist wirklich himmlisch!
Ich hab schon als Kind ein Faible für altes Gemäuer gehabt,:)) auch für Geschichten aus alter Zeit, und Corvey hat dabei immer sehr meine Phantasie beflügelt!:yes:
Allein der Schloßeingang hat schon dazu beigetragen!

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Jahrzehnte später hab ich dann in einer sozialen Einrichtung gearbeitet, (die mit dem „Bauernhof“, der gehörte dazu!) und hab dann in den Peronalunterlagen eines unserer ZDL (Zivildienstleistende, so hießen die damals!;))durch Zufall entdeckt, daß dort als Geburtsort „Corvey“ eingetragen war, und da wohl von meinen Vorfahren, die ja aus Höxter stammten, einige auf dem Schloß „gedient“ haben, haben wir uns immer kaputtgelacht darüber, daß halt meine Vorfahren unter seinen gedient haben und er nun unter mir!:)) So ändern sich die Zeiten!:>>

Was aber neben dem Schloß es mir fast noch mehr angetan hatte, war ein Ort mit dem geheinmnisvollen Namen „Dreizehnlinden“!88|

Dreizehnlinden bezeichnet eine Stelle am nördlichen Ende der Eichenallee am Weserufer vor dem Kloster Corvey in Höxter. Dort steht ein von vier Linden umrahmtes Steinkreuz. Dieses Kreuz ließ Kaspar II. von Böselager-Honeburg 1750 während seiner Amtszeit als Abt von Corvey durch den Bildhauer Johannes Pollmann aus Marsberg errichten. Nach dem gleichnamigen Epos des aus Bad Driburg stammenden Friedrich Wilhelm Weber soll sich an dieser Stelle ein Mord zugetragen haben.

(Quelle: Wikipedia)

Ob es ursprünglich wirklich einmal dreizehn Linden waren, kann heute nicht mehr nachgewiesen werden.

Und damit kommen wir nun zum literarischen Teil unserer Oktober-Ausgabe!

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Dreizehnlinden, ein Epos von Friedrich Wilhelm Weber, in Gedichtform, es beschreibt den Kampf zwischen Franken und Sachsen zur Zeit der Christianisierung. Da die christliche Religion vorzugsweise von den Mönchen gepredigt wurde, hat der Dichter sein Werk nach dem fiktiven Kloster „Dreizehnlinden“, dem „Konvent von Dreizehnlinden“ genannt.
Da der reale Ort Schloß Corvey in unmittelbarer Nähe liegt, hat der Dichter selbst es jedem freigestellt, sich dies als eigentlichen Ort des Geschehens vorzustellen, zumal es mit Lage, Gründungszeit und Umgegend dem fiktiven Ort entspricht.

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Die Handlung spielt im Nethegau, etwa vom Frühjahr 822 bis zum
Sommer 823. Der Stoff selbst ist freie Erfindung, dennoch werden auch geschichtliche Persönlichkeiten genannt, z.B. Badurad, der Bischof von Paderborn, oder Warin, der Abt von Corvey.

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Der Sachse Elmar, Herr auf dem Habichtshof, ist heidnischen Glaubens, er haßt die Franken, liebt aber die fränkische Christin Hildegunde.
Es schwelt zu dieser Zeit noch immer der Sachsenkrieg zwischen den Sachsen und den fränkischen Eroberern.
Da wird Elmar von Gero, dem fränkischen Königsboten, fälschlich der Brandstiftung beschuldigt. Der Graf des Nethegau erklärt Elmar nach einem Thing für vogelfrei.

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Gero hat es natürlich ebenfalls auf Hildegunde abgesehen, und er ergreift die Gelegenheit und trifft Elmar mit einem vergifteten Pfeil. Um sein Leben ringend, findet Elmar Aufnahme im Kloster von Dreizehnlinden, jenseits von Haß und Gewalt gesundet er unter der Obhut des greisen Abtes und des Priors.

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Erst hier wird Elmar die Bedeutung der Gewaltlosigkeit klar, die das Christentum zwar predigt, die seine fränkischen Anhänger aber wohl kaum zum missionieren gebraucht haben. Ein Widerspruch, der ja bis heute besteht, getreu dem Motto „Das was du tust schreit so laut, daß ich nicht höre, was du sagst!“ Elmar läßt sich taufen und gewinnt natürlich Hildegunde zur Frau!
Eine wichtige Persönlichkeit in diesem Epos ist im übrigen auch die greise Drude Swanahild, die eben diesen Widerspruch zwischen kriegerischen Handlungen und christlicher Friedensbotschaft aufzeigt!

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Ich besitze zwei Ausgaben dieses feinen Werkes, eines ist noch von meinem Großvater, das oben eingestellte mit dem roten Einband,Auflage 1922, mein Großvater konnte ellenlange Texte davon auswendig, es war immer wieder herrlich, ihm zuzuhören!:yes:
Die zweite Ausgabe ist diese

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die hab ich mal auf einem Trödelmarkt aufgetrieben, und aus der sind auch die wunderschönen obigen Illustrationen, es ist eine Illustrierte Volksausgabe aus dem Jahre etwa 1938.
Ich hab noch ein paar von den schönen Illustrationen zum zeigen

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paßt zum Oktober, ein Erntekranz!

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wunderschöne Eingangsverzierungen für ein neues Kapitel!

Das war nun meine Einstimmung in den Oktober, ein Monat, der uns die Gemütlichkeit und Geborgenheit unseres Hauses oder unserer Wohnung wieder vermitteln kann!
Dann laßt den Teekessel sausen und holt euch das hier

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und macht es euch mit einem Buch gemütlich!

Enden möchte ich meinen Eintrag nun mit dem ersten und dem letzten Vers des Schlußkapitels aus Dreizehnlinden, damit ihr auch einen Eindruck vom Werk bekommt!

Und nun ist mein Lied zu Ende,
und ich hab es doch gesungen,
alter Uhu, dir zum Trotze,
dir und deinen Lästerungen.

Helf uns Gott den Weg zur Heimat
aus dem Erdenelend finden:
Betet für den armen Schreiber,
schließt der Sang von Dreizehnlinden.

(F.W. Weber)

Habt einen wunderschönen, goldenen Oktober, mit viel Zeit für ganz viele schöne Dinge!

:wave: