Schönes Wochenende!

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Dauerhaftem schlechten Wetter

Dauerhaftem schlechten Wetter
mußt du mit Geduld begegnen.
Mach es wie die Schöppenstetter:
Regnet es, so laß es regnen!

(Wilhelm Busch)

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Hi, Folks,
wir möchten euch ein schönes Wochenende wünschen!:yes:

Da das Wetter ja nun mal sehr zu wünschen übrig läßt88| (ich wünsch mir eigentlich nur Balkonien!!!), verbringt es einfach so relaxed wie ich!

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Da der Dosenöffner hier in den letzten Tagen „Frühjahrsputz“ (im Sommer!:crazy:) veranstaltet hat,:yawn: folgt ein größerer Eintrag in den nächsten Tagen! Es wird wieder was feines, ich hab schon mal gekiebitzt,;D und schummel jetzt mal heimlich ein Bildchen hier rein, hoffentlich merkt der Dosenöffner das nicht!:))

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Da habt ihr schon mal was zum freuen!

Natürlich wünscht euch mein Frauchen auch von ganzem Herzen ein wunderschönes Wochenende, und das es ganz bald wieder so aussieht

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und wir wieder nach Balkonien „reisen“ können, bis dahin nehmt es halt wie oben im Gedicht!:>>

Oder singt einfach das Lied hier mit, hab ich extra für euch rausgesucht, das ist schön fröhlich!

Habts fein!

:wave:

Johannistag

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Johanniswürmchen

Was tanzen so goldige Sternchen
umher in funkelnder Pracht?
Sind Käfer mit ihren Laternchen,
die fliegen spazieren bei Nacht.

Wenn einer begegnet dem andern,
dann grüßen sie sich, wie man tut,
erzählen sich was und wandern
dann weiter wohlgemut.

Und kehrt der Morgen wieder,
sucht jeder eilig sein Haus,
doch eh er sich leget nieder,
löscht er sein Laternchen aus.

(August Heinrich Hoffmann von Fallersleben)

24. Juni Johannistag
Dieser Tag wurde von der Kirche zur Feier der Geburt Johannes des Täufers bestimmt, weil auf diese Weise der Mittsommertag, das uralte Fest der Germanen, der Kelten und Sklaven eine christliche Deutung bekam.
An den Täufer erinnert die Sitte, in der Nacht vom 24. in Flüssen und Teichen schweigend zu baden.
In der Vorstellung der Alten ist der Johannistag mit so viel Zaubermacht erfüllt gewesen, weil die Sonne am höchsten steht, am meisten Macht besitzt und daher dem Feuerzauber die größte Wirksamkeit verleiht. Wer in dieser Nacht durch das Johannesfeuer springt, überwindet Unheil und reinigt sich von Krankheit, und wenn alle Paare um das Feuer herumtanzen, ist der Abwehrzauber noch wirksamer.
Es werden Kräuter gesammelt, die in der Johannisnacht besonders heilkräftig sind, wie Kamille, Thymian, Beifuß, Johanniskraut, Bärlapp und Beifuß.
Daraus wurden zusammen mit Rittersporn, Rosen, Kornblumen, Klatschmohn, Lilien und Eichenlaub Sträuße gemacht und Kränze gewunden, diese müssen manchmal aus siebenerlei, manchmal aus drei mal drei, also aus neunerlei Kräutern und Pflanzen bestehen.
Dicke Blumensträuße oder Kränze aus neunerlei Blumen und Kräutern, sog. Johannis-Quäste, kamen in Schweden in den Stall, um das Vieh zu schützen. In Mitteldeutschland hat man Johanniskränze übers Dach geworfen, um das Haus vor Unwettern zu schützen.
Mittsommerfeste werden mitunter bis zum Johannistag gefeiert!
Die Frauen haben tradionell „Holunderküchlein“ gebacken (die Blütendolde des Holunders in Pfannkuchenteig ausgebacken), weil Holunderblüten an diesem Tag gepflückt als besonders heilkräftig galten. Deshalb heißt der Johannistag auch oft „Holdertag“.

Die Johannisbeeren werden reif.
Und mit dem Johannistag endet die Rhababer- und Spargelernte.

(Quelle: Sybil Gräfin Schönfeldt, Das große Ravensburger Buch der Feste und Bräuche)

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Einen Eintrag zu Mittsommer hatten wir in diesem Blögchen bereits im letzten Jahr, nun also der Johannistag!:yes:
Der allerdings mit seinen Bräuchen sehr dem Mittsommertag ähnelt, mitunter gehen Mittsommerfeste bis zum Johannistag!88|
Daher „vermischt“ sich dieser Eintrag ein wenig, ich möchte euch nämlich unbedingt noch etwas hier einstellen, daß ich bezüglich Mittsommer gefunden habe,

einmal Carl Larsson – gården, wunderschöne Bilder eines wunderschönen Gartens, und

die Bilder von Carl Larsson, die so herrlich zu Schweden und Mittsommer und somit auch dem Johannistag passen!:yes:

Und dann hab ich noch so ein lustiges Lied gefunden,:D daß man in Schweden zum Mittsommertag singt und tanzt, guckt mal

Text, Übersetzung und Erklärung findet ihr hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/Sm%C3%A5_grodorna

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Zum Mittsommerfest und natürlich auch zum Johannistag gehört natürlich auch das gemeinsame Essen, Heringe, neue Kartoffeln, Kräutersaucen und Salate, Erdbeeren mit Sahne und sicher auch Lachs, über den sich diese beiden hier

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auch sehr freuen!

Noch etwas Wunderschönes beginnt um die Zeit des Johannistages, die Johanniskäfer oder Glühwürmchen beginnen mit ihrer Schwarmzeit und leuchten durch die lauen Sommernächte!

http://de.wikipedia.org/wiki/Leuchtk%C3%A4fer

Ich habe dieses wunderbare Erlebnis einmal im Garten meiner Freundin gehabt, es war ein zauberhaftes Schauspiel, unzählige Leuchtkäferchen flogen durch die Nacht, das hat etwas mystisches, märchenhaftes!

Mit einem Sommergedicht von Th. Storm möchte ich den Eintrag hier nun beenden, ich hoffe, es hat euch wieder Freude gemacht!;D

Sommermittag

Nun ist es still um Hof und Scheuer,
und in der Mühle ruht der Stein;
der Birnenbaum mit blanken Blättern
steht regungslos im Sonnenschein.

Die Bienen summen so verschlafen;
und in der offnen Bodenluk‘,
benebelt von dem Duft des Heues,
im grauen Röcklein nickt der Puk.

Der Müller schnarcht und das Gesinde,
und nur die Tochter wacht im Haus;
die lachet still und zieht sich heimlich
fürsichtig die Pantoffeln aus.

Sie geht und weckt den Müllerburschen,
der kaum den schweren Augen traut:
„Nun küsse mich, verliebter Junge;
Doch sauber, sauber! nicht zu laut.“

(Theodor Storm)

Ich wünsche euch eine gute neue Woche!:yes: Vielleicht seht ihr ja auch Glühwürmchen! Die leuchten dann in etwa so, wie meine kleinen Laternchen auf dem Balkon, die sich im Sonnenlicht aufladen!

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:wave:

Abendstimmung am Meer

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Meeresstrand

Ans Haff nun fliegt die Möwe,
und Dämmerung bricht herein;
über die feuchten Watten
spiegelt der Abendschein.

Graues Geflügel huschet
neben dem Wasser her;
wie Träume liegen die Inseln
im Nebel auf dem Meer.

Ich höre des gärenden Schlammes
geheimnisvollen Ton,
einsames Vogelrufen –
so war es immer schon.

Noch einmal schauert leise
und schweiget dann der Wind;
vernehmlich werden die Stimmen,
die über der Tiefe sind.

(Theodor Storm)

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Zum Abschluß eines heißen Tages und zum Start in einen wahrscheinlich noch heißeren Tag möchte ich euch mit kühlenden Bildern vom Meer erfrischen!

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Einen heißen Tag lang rollte das Meer Welle auf Welle an den Strand, im ewig gleichen Kreislauf!
Die Möwen umflogen den alten Leuchtturm.

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Doch wenn am Abend der Wind sich leise schlafen legt, die letzten Schiffe den Hafen anlaufen

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der alte Leuchtturm sein Licht über das Wasser schickt

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dann liegt das Meer in silbernem Glanz

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und die Luft atmet Kühle!

Der Mond geht auf und das Meer gibt seine Schätze preis

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Muscheln z.B., und

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Haifischzähne!:yes::))
Das sind wirklich Haifischzähne, gefunden am Strand von Cadzand in Zeeland/Niederlande, im Jahre 1985, es gibt dort einen kleinen Vogelpark, in dem sie auch in einem Schaukasten ausgestellt sind!

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mal etwas größer!

Das wollte ich euch schon so lange mal zeigen! Hier paßte es hin!:yes:

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Und damit geht ein Abend am Meer in die Nacht über, und mein Eintrag schließt mit einem herrlichen Lied mit wunderschönen Bildern!
Der Text des Liedes macht den Schluß!

Schifferlied

Es löscht das Meer die Sonne aus,
kühlendes Mondlicht ist erwacht,
der gold’ne Adler läßt sein Haus
müde dem Silberschwan der Nacht.
Flüsternd am Kahne glitzt der Brandung Lauf,
leise der Wind die Saiten rührt,
die Liebe zieht ihr Segel auf,
Sehnsucht das Ruder sicher führt.

Nun ruh an meinem Herzen still,
sicher auf schwanker Wellen Flur,
ein Schlummerlied dir singen will
rauschend die wogende Natur.
Küssend der Welle Nacken streift der Wind,
Liebchen, so laß die Wange mir,
und träume, daß dein Schifflein lind
ich durch das ganze Leben führ.

Wie wiegt sich sanft der leichte Kahn,
Liebchen, mit deiner süßen Last,
als Muschel zieht er seine Bahn,
die einer Perle Kleinod faßt.
Ach, daß mein Arm die traute Schale wär,
die dich umschlösse allezeit!
Mit meinem Ruder spielt das Meer,
Liebchen, mein Arm ist dir bereit.

(Friedrich Silcher)

Habt einen schönen Wochenteilungstag und übersteht die Hitze gut!
Viel trinken und einen Gang runterschalten!

:wave:

Roter Mohn

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Das Mohnfeld poppie2

Es war einmal, ich weiß nicht wann
und weiß nicht wo. Vielleicht ein Traum.
Ich trat aus einem schwarzen Tann
an einen stillen Wiesensaum.

Und auf der stillen Wiese stand
rings Mohn bei Mohn und unbewegt,
und war bis an den fernsten Rand
der rote Teppich hingelegt.

Und auf dem roten Teppich lag,
von tausend Blumen angeblickt,
ein schöner, müder Sommertag,
im ersten Schlummer eingenickt.

Ein Hase kam im Sprung. Erschreckt
hat er sich tief ins Kraut geduckt,
bis an die Löffel zugedeckt,
nur einer hat herausgeguckt.

Kein Hauch. Kein Laut. Ein Vogelflug
bewegte kaum die Abendluft.
Ich sah kaum, wie der Flügel schlug,
ein schwarzer Strich im Dämmerduft.

Es war einmal, ich weiß nicht wo.
Ein Traum vielleicht. Lang ist es her.
Ich seh nur noch, und immer so,
das stille, rote Blumenmeer.

(Gustav Falke)

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Mohn ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Mohngewächse (Papaveraceae) mit weltweit 50 bis 120 Arten.
Die leuchtend roten Blüten des in Mitteleuropa wilden Klatschmohns (Papaver rhoeas) blüht ab Ende Mai und kennzeichnet den Beginn des Frühsommers.
Mohn-Arten sind ein-, zwei-,mehrjährige oder ausdauernde krautige Pflanzen. Die Pflanzenteile führen einen weißen oder gelben Milchsaft, der giftige Alkaloide enthält.
Die aufrechten Stängel sind meist borstig behaart, selten kahl, verzweigt oder unverzweigt und können beblättert oder unbeblättert sein.
Die Blüten stehen meist einzeln.
Die Farben variieren von meist rot, orangerot bis gelb, selten weiß oder lavendelfarben. Es werden Kapselfrüchte gebildet, die viele Samenkörner enthalten.
Schlafmohn ist eine Art, die Samen dieser Art werden auch für Süßspeisen und Kuchen verwendet. Des weiteren dient er zur Gewinnung von Morphin.
In Deutschland sind nur 2 Sorten mit einem sehr niedrigen Morphingehalt zum genehmigungspflichtigen Anbau zugelassen.
Bei Mohnkuchen und Mohnbrötchen können die Opiate durch Erhitzen im Ofen unschädlich gemacht werden.

(Quelle: Wikipedia)

Die Mohnblume hat eine große symbolische Bedeutung.
In Großbritannien steckt man sich zum Gedenken an gefallene Soldaten Mohnblumen ins Knopfloch. Dieser Brauch rührt daher, daß auf den frischen Gräbern der gefallenen Soldaten stets zuerst die Mohnblumen blühten. („Weit in der Champagne im Mittsommergrün, dort, wo zwischen Grabkreuzen Mohnblumen blühn,…“, Hannes Wader, aus „Es ist an der Zeit“)
Mohn ist auch ein Symbol für Fruchtbarkeit, Vergänglichkeit und Vergessen, die Blume des Schlafes, aber auch ein Symbol für Trost.

Soweit einmal wieder der wissenschaftliche Teil!

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Aber welch ein Zauber liegt in dieser Blüte!
Die Farbe und die zarten, so schnell vergänglichen Blätter wecken Erinnerungen an die Kornfelder von früher, in denen sie immer so ein hübscher, leuchtender Farbklecks waren! Gemeinsam mit Kornblumen und ihrem leuchtenden Blau!

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„Dank“ der heutigen Monokulturen sieht man sie in Kornfeldern heute nur selten!
Dabei war es doch so schön, (obwohl natürlich verboten, damit das Korn nicht zertrampelt würde!:oops:) wenn wir als Kinder so herrliche Sommersträuße pflücken und nach Hause bringen konnten!

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Sie brachten den Sommer in die Wohnung, auch wenn gerade die Mohnblumen nicht langlebig waren und sehr schnell ihre Blüten verloren, aber es waren ja meist genug Knospen zum weiteren Aufblühen dran!

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Ich liebe diese Blume sehr, ist sie doch unmittelbar mit den schönsten Kindheitserinnerungen an endlose Sommer, die Wärme der Sonne und dem Duft der Kornfelder verbunden! Selige Zeit!
„und den Duft von Sommer noch auf meiner Haut“, singt Reinhard Mey in seinem Lied „Sommer“! (Natürlich wie immer leider gesperrt in unserem Lande!)

Ich bastel schon mal gerne mit Serviettentechnik, und so hab ich mir mal eine Serviette mit Mohnblumen besorgt, die ziert jetzt eine Lampe, die hier neben meinem PC immer so nett und freundlich meine Einträge beleuchtet!;D

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Servietten sind auch das nächste Bild, aus dem ich das Mohnfeld-Bildchen oben schon eingestellt habe!

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Und da zu diesem Wochenende die ersten hochsommerlichen Temperaturen angekündigt wurden, wollte ich dieser wunderschönen Blume mal einen Eintrag widmen und damit vielleicht auch wieder bei euch Erinnerungen anschieben an wunderschöne, unbeschwerte Sommertage!

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Ich wünsche euch ein wunderschönes, sommerliches Wochenende, vielleicht mit einem Spaziergang an reifenden Kornfeldern, in denen sich irgendwo eine Mohnblume versteckt hat?!

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Ein Schmankerl hab ich noch, natürlich ist der „Rote Mohn“ auch besungen worden, das hier ist ein Schätzchen!:yes:

und das auch, wenn auch kein altes! Aber mit sooo schönen Bildern!

Träumt euch rein!

:wave:

Gute neue Woche!

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Auf die Katze des Petrarch

Nach dem Lateinischen des Antonio Querci;
in den »Inscriptionibus agri Pataviani«

Warum der Dichter Hadrian
die Katzen so besonders leiden kann?
Das lässt sich leicht ermessen!
Daß seine Verse nicht die Mäuse fressen.

(Gotthold Ephraim Lessing)

mimi

Hi, Folks,
ich bin es nochmal, euer Co-Autor, eure Mimi!

Ich wollte euch einen guten neuen Wochenanfang wünschen und einen feinen Montag,:yes: obwohl mein Dosenöffner ja immer sagt, Montage wären nicht fein!:no:

Das kann sich ja vielleicht ändern, wenn ihr seht, was ich für euch noch habe, nämlich einen feinen Nachtrag zu meinem Wochenend-Eintrag!

Es gibt ein neues Video! Vom besagten Wochenende auf meinem Balkon! (Ja, meinem, der Dosenöffner ist bloß Untermieter!):>>

Die Eroberung des Liegestuhls, hihihi!:))
Guckt ihr

Infolge dieses Videos ergab sich danach eine Diskussion mit dem Dosenöffner:

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Wie, deiner???

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Meiner, siehste doch!!!

Ich werde ihn nun zukünftig auch so lange besetzt halten, bis ich das hier endlich durchgesetzt habe, verschärfte Version! Haben will!

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Samt Hut und Cocktail!:))

So, ich hoffe, so fängt für euch alle die Woche und der Montag fröhlich an! Ich spendier euch noch ein feines blaues Glockenblümchen

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Und weiterhin alles erdenklich Gute und alle guten Wünsche für ein baldiges Ende der Flutkatastrophe für alle Menschen und Tiere!

Habt eine gute neue Woche!

:wave:

Innehalten

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Graue Tage

Es ist mitunter,
als wären alle Fäden abgeschnitten ..
als wäre alles um dich her
weitab und leer,
ein toter Raum,
und du dir selbst ein fremder Traum ..

als käme nie die Sonne wieder,
als klänge nie ein Lied mehr durch,
als höre alles langsam auf ..

und plötzlich flimmert’s durch die Wolken
und plötzlich trifft ein Klang ans Ohr
und leise fliegt auf goldenem Flügel
ein Schmetterling am Weg empor!

(Cäsar Flaischlen)

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Ich möchte hier in meinem Blögchen ein wenig innehalten mit neuen Einträgen aufgrund der Hochwasser-Katastrophe im Süden und Osten unseres Landes.

Die oben eingestellte Mohnblume ist ein Symbol für Trost und Hoffnung, und mit ihr und dem kleinen Gedicht möchte ich allen Betroffenen viel Kraft und Mut zur Bewältigung des furchtbaren Ereignisses wünschen und allen Helfern einen Dank aussprechen.

Und der großen Hoffnung Ausdruck verleihen, daß ganz bald ein solches Bild

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das Ende der furchtbaren Zeit ankündigt und die Menschen wieder nach vorne sehen können!

Alle guten Wünsche für Mensch und Tier!

Juni – Stormzeit

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Die Nachtigall

Das macht, es hat die Nachtigall
die ganze Nacht gesungen;
da sind von ihrem süßen Schall,
da sind in Hall und Widerhall
die Rosen aufgesprungen.

Sie war doch sonst ein wildes Blut
nun geht sie tief in Sinnen,
trägt in der Hand den Sommerhut
und duldet still der Sonne Glut
und weiß nicht, was beginnen.

Das macht, es hat die Nachtigall
die ganze Nacht gesungen;
da sind von ihrem süßen Schall,
da sind in Hall und Widerhall
die Rosen aufgesprungen.

(Theodor Storm)

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Da mein Blögchen ja am 1. Mai 1 Jahr alt geworden ist, sprach ich es ja da schon an, daß wir nun mit den Monatseinträgen in die Wiederholungen geraten!:yes: Somit bin ich nun gefordert, dies zu verhindern, denn die entsprechenden Monatseinträge sind ja nun doch eine liebe Gewohnheit!:yes:

Daher hab ich mich nun zuerst einmal mit dem hundertjährigen Kalender beschäftigt, der ist ja jeden Monat wieder interessant!
Nun also:

1. – 4. Juni herrlich schönes Wetter
5. Juni sehr nebelig
6. Juni starker Regen
7. – 27. Juni schönes warmes Wetter, es regnet nur 2 x kurz
28. – 29. Juni es regnet
30. Juni sehr kalte Nacht

Und als ich diese Aussichten gelesen habe, war mein Eintrag klar:

Es ist wieder Stormzeit!

Diesen Ausdruck hab ich mal geprägt, ich liebe ja Theodor Storm sehr, und habe mir vor etlichen Jahren mal aus der hiesigen Bücherei ein reich bebildertes Buch mit seinen Gedichten und Novellen ausgeliehen!
Das war in einem Sommer, und ich hab mich mit diesem Buch auf den Balkon zurückgezogen und war restlos begeistert!:yes:
Seit der Zeit habe ich mir regelmäßig zu Beginn des Sommers wieder dieses Buch ausgeliehen, die gespeicherten Ausleihzeiten im Computer der Bücherei belegen das über Jahre!88|
Und damit war der Ausdruck „Es ist wieder Stormzeit!“ geboren!

Heute besitze ich eine Gesamtausgabe der Werke von Th. Storm

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und noch immer hole ich sie jeden Sommer aus dem Bücherregal!
Warum gerade im Sommer, kann ich eigentlich auch nicht recht erklären, die Novellen spielen ja beileibe nicht nur in der Sommerzeit, und Storm liebte ja z.B. auch die Weihnachtszeit sehr! Vielleicht ist es die Sehnsucht nach Sonne und Meer, Dünen, Strand, Möwengeschrei, die gerade im Sommer erwacht, und Storm ist nun mal „am grauen Meer“ beheimatet, und bis auf wenige Ausnahmen spielen ja auch alle Novellen und Gedichte dort!
Und so lese ich mich jeden Sommer von „Aquis submersus“ bis „Zur Chronik von Grieshuus“ einmal durch!:))

Und möchte nun hier versuchen, ein Sommer-Stimmungsbild von und mit dem geliebten Dichter zu zeichnen!

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Hans Theodor Woldsen Storm
geboren am 14. September 1817 in Husum
gestorben am 4. Juli 1888 in Hademarschen

Die Stadt

Am grauen Strand, am grauen Meer
und seitab liegt die Stadt;
der Nebel drückt die Dächer schwer,
und durch die Stille braust das Meer
eintönig um die Stadt.
Es rauscht kein Wald, es schlägt im Mai
kein Vogel ohn Unterlass;
die Wandergans mit hartem Schrei
nur fliegt in Herbstesnacht vorbei,
am Strande weht das Gras.
Doch hängt mein ganzes Herz an dir,
du graue Stadt am Meer;
der Jugend Zauber für und für
ruht lächelnd doch auf dir, auf dir,
du graue Stadt am Meer.

(Theodor Storm)

Sicher Storms bekanntestes Gedicht! Aber die „graue Stadt“ war auch sicherlich nicht immer grau, auch sie kannte herrliche Sommertage!

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Morgens

Nun gib ein Morgenküsschen!
Du hast genug der Ruh;
und setz dein zierlich Füßchen
behende in den Schuh!
Nun schüttle von der Stirne
der Träume blasse Spur!
Das goldene Gestirne
erleuchtet längst die Flur.
Die Rosen in deinem Garten
sprangen im Sonnenlicht;
sie können kaum erwarten,
daß deine Hand sie bricht.

(Theodor Storm)

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Rosen spielen in Storms Werk eine große Rolle! Wie passend! Eine seiner Novellen heißt sogar „Späte Rosen“.

Lied des Harfenmädchens

Heute, nur heute
bin ich so schön;
morgen, ach morgen
muß alles vergehn!
Nur diese Stunde
bist du noch mein;
sterben, ach sterben
soll ich allein.

(Theodor Storm)

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Erdbeeren, die Früchte des Monats Juni, spielen bei Storm ebenfalls eine Rolle, in seiner Novelle „Immensee“, wo Reinhard und Elisabeth, die beiden Protagonisten, Erdbeeren suchen gehen.
„Immensee“ war in der Schulzeit meine erste Novelle von Th. Storm, wir mußten dazu eine Interpretation schreiben, so begann meine Liebe zu Storm!

Ein ganz großes Thema bei Storm ist aber das Meer!

Die Möwe und mein Herz

Hin gen Norden zieht die Möwe,
hin gen Norden zieht mein Herz;
fliegen beide aus mitsammen,
fliegen beide heimatwärts.

Ruhig, Herz! du bist zur Stelle;
flogst gar rasch die weite Bahn –
und die Möwe schwebt noch rudernd
überm weiten Ozean.

(Theodor Storm)

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Ich hoffe, ihr habt Freude an meinen Stimmungsbildern und natürlich an den Gedichten von Storm! Vielleicht ist es mir doch ein bissel gelungen, rüberzubringen, was es mit dem Begriff „Stormzeit“ für mich auf sich hat!;D

Mit einem letzten Gedicht und Bild entlaß ich euch jetzt in den Monat Juni und wünsche euch allen eine gute Zeit!

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Gode Nacht

Över de stillen Straten
geit klar de Klokkenslag;
god Nacht! Din Hart will slapen,
und morgen is ok en Dag.

Din Kind liggt in de Weegen,
un ik bün ok bi di;
din Sorgen und din Leven
is allens um un bi.

Noch eenmal lat uns spräken:
Goden Abend, gode Nacht!
De Maand schient ob de Däken,
uns‘ Herrgott hölt de Wacht.

(Theodor Storm)

:wave:

Und natürlich meldet sich zum Monatseintrag auch noch euer Co-Autor!

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Hi, Folks, hier bin ich mal wieder, euer Co-Autor, eure Mimi!
Also, ich finde den Blögcheneintrag vom Dosenöffner prima, weil, wenn nämlich bei meinem Dosenöffner „Stormzeit“ ist, dann isses schönes Wetter und der Balkon ist für mich zur Besetzung frei gegeben, hihihi!:))
Und ihr glaubt gar nicht, wie herrlich gemütlich und so ganz „kätzisch“ das ist, mein Frauchen sitzt im Liegestuhl und liest und ich lieg in meinem geliebten Brotkasten oder auf meinem Schattenplätzchen und laß es mir richtig gut gehen!:>>
Aber ich wollte natürlich auch noch was passendes zum Eintrag haben, und darum hab ich hier vorhin Frauchen bequengelt und bequatscht, bis sie mir ein neues Kleidchen ausgesucht hat, passend zur Storm`schen Rosenzeit! Isses nicht fein?!:yes:

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Und damit wünsche ich euch auch einen schönen und sonnigen Juni, habts fein!

:wave: