Fronleichnam

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Fronleichnamsprozession

O weites Land des Sommers und der Winde,
der reinen Wolken, die dem Wind sich bieten.
Wo goldener Weizen reift und die Gebinde
des gelben Roggens trocknen in den Mieten.

Die Erde dämmert von den Düften allen,
von grünen Winden und des Mohnes Farben,
des schwere Köpfe auf den Stielen fallen
und weithin brennen aus den hohen Garben.

Des Feldwegs Brücke steigt im halben Bogen,
wo helle Wellen weiße Kiesel feuchten.
Die Wassergräser werden fortgezogen,
die in der Sonne aus dem Bache leuchten.

Die Brücke schwankt herauf die erste Fahne.
Sie flammt von Gold und Rot. Die Seidenquasten
zu beiden Seiten halten Kastellane
im alten Chorrock, dem von Staub verblaßten.

Man hört Gesang. Die jungen Priester kommen.
Barhäuptig gehen sie vor den Prälaten.
Zu Flöten schallt der Meßgesang. Die frommen
und alten Lieder wandern durch die Saaten.

In weißen Kleidchen kommen Kinder singend.
Sie tragen kleine Kränze in den Haaren.
Und Knaben, runde Weihrauchkessel schwingend,
im Spitzenrock und roten Festtalaren.

Die Kirchenbilder kommen auf Altären.
Mariens Wunden brennen hell im Licht.
Und Christus naht, von Blumen bunt, die wehren
die Sonne von dem gelben Holzgesicht.

Im Baldachine glänzt des Bischofs Krone.
Er schreitet singend mit dem heiligen Schrein.
Der hohe Stimmenschall der Diakone
fliegt weit hinaus durch Land und Felderreih’n.

Der Truhen Glanz weht um die alte Tracht.
Die Kessel dampfen, drin die Kräuter kohlen.
Sie ziehen durch der weiten Felder Pracht,
und matter glänzen die vergilbten Stolen.

Der Zug wird kleiner. Der Gesang verhallt.
Sie ziehn dahin, dem grünen Wald entgegen.
Er tut sich auf. Der Glanz verzieht im Wald,
wo goldne Stille träumt auf dunklen Wegen.

Der Mittag kommt. Es schläft das weite Land,
die tiefen Wege, wo die Schwalbe schweift,
und eine Mühle steht am Himmelsrand,
die ewig nach den weißen Wolken greift.

(Georg Heym)

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Das Fronleichnamsfest (lat. Sollemnitas Sanctissimi Corporis et Sanguinis Christi, Fest des heiligsten Leibes und Blutes Christi) ist ein Hochfest im Kirchenjahr der katholischen Kirche, mit dem die leibliche Gegenwart Jesu Christi im Sakrament der Eucharistie gefeiert wird.
Die Bezeichnung „Fronleichnam“ leitet sich vom mittelhochdeutschen „vrone licham“ ab, vron von Herrn, licham, der Leib.

Fronleichnam wird am Donnerstag nach Trinitatis (das ist der 1. Sonntag nach Pfingsten), also am 60. Tag nach dem Ostersonntag gefeiert.
Der Donnerstag als Festtermin steht in enger Verbindung zum Gründonnerstag, an dem die Einsetzung der Eucharistie beim letzten Abendmahl erfolgte. Die stille Karwoche erlaubt aber keine große Festlichkeit, so daß Fronleichnam auf den Donnerstag der zweiten Woche nach Pfingsten gelegt wurde.
Das Fest wurde erstmals 1246 im Bistum Lüttich gefeiert und 1264 von Papst Urban IV. zum Fest der Gesamtkirche erhoben.
Die Anregung zu der Schaffung dieses Festes geht auf eine Vision der heiligen Juliana von Lüttich im Jahre 1209 zurück. In ihrer Vision habe sie den Mond gesehen, der an einer Stelle verdunkelt war, Christus selber habe ihr erklärt, daß der Mond das Kirchenjahr bedeute und der dunkle Fleck das Fehlen eines Festes des Altarsakramentes.

Die Reformation stand dem Fronleichnamsfest ablehnend gegenüber, da es sich biblisch nicht begründen lasse.

Schon Ende des Gründungsjahrhunderts veranstaltete man in den damals großen Städten Prozessionen, und diese Sitte ist geblieben. In den Städten wandern Priester und Gemeinde mindestens einmal um die Kirche herum.
In Dörfern und Gemeinden werden und wurden bei der Hauptprozession an allen vier Ecken des Dorfes sog. Segensaltäre aufgestellt. Priester und Gemeinde machen vor jedem Altar Halt, und es wird ein Stück aus dem Evangelium gelesen.
Der wichtigste Teil des Fronleichnamsfestes ist die Heilige Messe, die vielfach im Freien zelebriert wird.
An die Heilige Messe schließt sich die Prozession an, bei der die Gläubigen die vom Priester oder Diakon getragene Monstranz (ein meist goldenes Zeigegerät für den Leib des Herrn, lat. monstrare – zeigen)
mit dem „Allerheiligsten“, einer konsekrierten Hostie, in einem Festzug unter Gebet und Gesang durch die Straßen begleiten.
Die Monstranz wird dabei von einem „Himmel“ genannten Stoffbaldachin beschirmt. An den Segensaltären wird der Segen über die Stadt und in alle Himmelsrichtungen erteilt.

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Die Prozession wird außer mit Weihrauch und Altarschellen oft auch mit gestreuten Blumen gegrüßt.

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Das Schmücken ganzer Straßenzüge für die Prozession ist bis heute verbreitet. Prozessionsfähnchen werden am Wegesrand aufgestellt. Blumenteppiche werden ausgelegt, und die Segensaltäre mit Blumen geschmückt:

https://www.google.de/search?q=fronleichnam+bilder&tbm=isch&tbo=u&source=univ&sa=X&ei=okKlUfe-Aci2hAfHjoCoDA&ved=0CDEQsAQ&biw=1016&bih=597

Regional gibt es die Fronleichnamsprozession auch als „Prozession zu Pferd“ (Antlassritt) oder als Schiffsprozession.
Eine der bekanntesten und ältesten Schiffsprozessionen ist die „Mülheimer Gottestracht“ auf dem Rhein in Köln-Mülheim. Dort fährt ein „Sakramentschiff“, begleitet von kleinen und großen Schiffen.

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Die Prozessionen schließen meist in der Pfarrkirche mit dem Tantum Ergo und dem Te Deum.

In Deutschland ist Fronleichnam ein gesetzlicher Feiertag in den Ländern Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland.

(Quellen Text: Wikipedia, Sybil Gräfin Schönfeldt, Das große Ravensburger Buch der Feste und Bräuche)

Fronleichnam ist vor allem ein Fest meiner Kinderzeit.
Wir Kinder hatten in der Prozession immer einen besonderen Platz, vor allem natürlich in dem Jahr, in dem man das entsprechende Kommunionkind war, also das Kind, das zum ersten Male zur Heiligen Kommunion gegangen ist. Die Mädchen in ihren weißen Kleidchen und die Jungen in den festlichen Anzügen waren immer ein schönes Bild.

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Ich hab mal wieder in meinem „Foto-Archiv“ gestöbert, und Bilder gefunden von mir und meinem Sohn als Kommunionkind.

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Die wunderhübsch geschmückten Fenster auf dem Wege der Prozession haben mich als Kind immer sehr berührt!
Und natürlich das oben erwähnte Tantum Ergo und Te Deum zum Abschluß in der Kirche, dieser Musik kann man sich nicht entziehen, und ich habe heute noch eine Gänsehaut, wenn ich z.B. das Te Deum höre!
In der Kinderzeit meines Sohnes haben wir in unserer Kirchengemeinde das Aufstellen der Prozessionsfähnchen am Wegesrand übernommen, und ich habe in einem Jahr mal einen Altar geschmückt, der direkt hier bei unseren Wohnhäusern (es ist eine kleine Stichstraße!) aufgestellt wurde! Ich hatte bzw. habe eine Waschgarnitur, also eine Waschschüssel und einen Krug, da hab ich dann weiße und rosa Rosen, Glockenblumen und Phlox und verschieden Farne drin arrangiert, es sah sehr schön aus!

Es ist aus meiner Sicht ein sehr schönes Fest, ich bin immer gerne mitgegangen, trotzdem ist es wichtig, den Hinweis nicht zu unterlassen, daß der Glaube nicht von Äußerlichkeiten abhängig ist und abhängig gemacht werden kann, und immer den Respekt und die Achtung für den Glauben der anderen beinhalten muß. Ein Glaube kann nur überzeugen durch Taten und der tiefen Liebe zum Menschen und allen Geschöpfen, treu dem Gebot, das Christus selbst eingesetzt hat: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!
Worte und Äußerlichkeiten sind nur leere Hülsen, wenn sie davon nicht getragen werden!
Es gibt ein afrikanisches Sprichwort, daß das sehr treffend ausdrückt:

„Das was du tust, schreit so laut, daß ich nicht höre, was du sagst!“

Und damit möchte ich euch allen einen gesegneten Feiertag wünschen, so ihr ihn denn dann habt, und allen anderen natürlich einfach einen gesegneten Tag!

Kleine regionale Anmerkung:
Hier in Oberhausen begann gestern mit dem sog. „Kirmesheiligenabend“ traditionell die Sterkrader Fronleichnamskirmes

http://www.fronleichnamskirmes.de/

die ebenso traditionell am nächsten Montag mit einem großen Feuerwerk endet! Das ist immer fein!

Und auch ein an sich religiöser Eintrag darf mit fröhlichen Bildern enden!

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:wave:

14 Gedanken zu “Fronleichnam

  1. Meine liebe Monika,

    was macht man am frühen Morgen an einem grün angestrichenen Wintertag? Man schläft!Nee,falsch!Man schaut in dein feines „Bildungsblögchen“!

    Den Fronleichnamstag kannte ich bisher mehr oder weniger nur vom Namen und wußte nicht so viel darüber.In meiner Konfession wird er nicht begangen.In unserem Bundesland ist er kein Feiertag,und somit hört und sieht man hier kaum etwas davon!Für mich ist es immer interessant,mal über den Tellerrand hinauszuschauen und was anderes kennenzulernen.
    Das konnte ich hiermit wieder tun-habe herzlichen Dank für deine Ausführungen,die feinen Bilderkes und die Links!Das Te Deum geht sehr ins Herz und berührt mich auch immer dolle.
    Das Gedicht sagt vieles aus über diesen Tag,es ist sehr stimmungsvoll.
    Am besten gefallen mir die Fotos von dir und deinem Sohn,so hübsch und allerliebst ihr Beiden-und Björn ist ganz Mutters Sohn!
    Ja,an die Feste in der Kinderzeit hat man die schönsten Erinnerungen,weil man sie einfach vorbehaltloser und intensiver und unbeschwerter erlebte.
    Der von dir geschmückte Altar sah sicher wunderschön aus,hast ja eine künstlerische Ader :)!
    Für mich als Christ sind auch Äußerlichkeiten völlig nebensächlich.Andere Glaubensrichtungen respektieren,wenn sie gewaltfrei sind,und Taten sprechen lassen,macht sehr viel aus im menschlichen Zusammenleben.Das afrikanische Sprichwort bringt es auf den Punkt!

    Die Fronleichnamskirmes bei euch ist sicher wunderschön,und so ein Feuerwerk zum Abschluß bestimmt imposant.Könnt ihr das von euch aus sehen,und hat Mimi Angst wenn es knallt?

    Dann wünsche ich dir und Mimilein von Herzen einen gesegneten und angenehmen Feiertag,auch all den anderen hier,die ihn begehen!

    Liebste Grüße euch Beiden von Brigitte.

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    • Meine liebe Brigitte,
      „Bildungsblögchen“, da bin ich jetzt ja richtig stolz!
      Ich freu mich, daß es dir wieder gefallen hat!
      Und schön, daß ich dir das Fest ein bissel näher bringen konnte, da dieser Tag ja bei euch nicht begangen wird! Ich finde es auch immer gut und interessant, mal über den eigenen Tellerrand zu schauen! Ich denke, daß ist auch schon wichtig!

      Das Te Deum berührt wirklich sehr, ich hab mich sehr gefreut, daß ich diese Fassung finden konnte, ich war selbst gestern nacht ganz hin und weg, es ist ein wundervolles Lied!
      Manchmal bin ich selber überrascht, zu wievielen Anlässen man Gedichte finden kann.
      Ach, ja, da sind schon Ähnlichkeiten zwischen mir und Björn!

      Mit der Unbeschwertheit der Kinderzeit hast du wirklich so recht, man war doch noch ganz unbelastet und einfach nur voller Freude, es ist manchmal schade, daß man sich davon nicht mehr bewahren konnte als die Erinnerungen! Aber manches Mal führen auch sie wieder zu einem anderen Erleben und Fühlen, und man ist sehr dankbar, daß man sie hat!

      Das afrikanische Sprichwort bringt es wirklich auf den Punkt!

      Doch, ja, die Fronleichnamskirmes ist schon immer wieder ein Großereignis hier, und das Feuerwerk kann ich von meinem Küchenfenster aus sehen, sehr bequem, hihihi, und wenn ich das Fenster zu lasse, dann macht es Mimi nix aus, da es auch weiter weg und dadurch nicht so laut ist, Feuerwerk in der Nähe, da flitzt sie dann meist hinter die Couch, das ist ihr nicht geheuer!

      Danke für deine lieben Wünsche und den lieben Kommentar, ich wünsche dir auch einen gesegneten Tag, liebste Grüße
      Monika.

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  2. Hallöchen!

    Weißt Du, wie man im Rheinland zu Fronleichnam sagt? Happy Kadaver. Einerseits finde ich das respektlos, und andererseits ist es auch falsch. Denn das Wort leitet sich nich von „froh“ oder „fröhlich“ (engl. happy) ab, sondern vom mittelalterlichen Frondienst, den die Leibeigenen ihren Herrn leisten mussten. Aber der Volksmund will es halt so.

    Wenn Du heute Feiertag hast (hier in Berlin haben wir ja keinen), genieße ihn und mach was Schönes draus.

    Liebe Grüße, auch an Mimilein kommen von
    Sabine

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    • Hallo, Sabine,
      jau, das kenne ich natürlich auch, na, und Rheinland und Ruhrpott sind nun mal ein bissel respektlos und bringen viele Dinge ganz einfach auf den Punkt!
      Aber falsch ist die Bezeichnung auf jeden Fall, ist halt eine Art „wörtlicher“ Übersetzung, bei „fron“ hatte man wohl eine Verballhornung des Wortes „frohen“ im Kopf, aber wie du schon richtig schreibst, kommt es von Fron.
      Da gibt es eine lustige Geschichte zu, ich hab vor vielen Jahren eine Umschulung zur Altenpflegerin gemacht, und in der Schule gab es natürlich auch ein Fach, daß sich mit unterschiedlichen Religionen beschäftigte, und eine Gruppe mit mir sollte mal eine Aufstellung der katholischen Feiertage machen, und aus purem Joke haben wir dann bei Fronleichnam tatsächlich Happy Kadaver reingesetzt, und zu unser aller Entzücken (und Schadenfreude!) hat der Lehrer, der wohl gar keine Ahnung davon hatte, daß wörtlich so übernommen, wir haben nicht schlecht gelacht!

      Wir haben heute Feiertag, ja, Berlin hat keinen, aber ich wünsche dir trotzdem einen feinen Tag, hier kann man eigentlich nur die Wohnung genießen, draußen ist es wieder mal „unsäglich“!

      Liebe Grüße und einen lieben Knuddler an Wendy und Barny, Mimi dankt für den Gruß, hihihi,
      Monika.

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  3. Guten Morgen liebe Monika,

    ein festlicher Tag, ein festlicher Eintrag und ein festliches Gedicht.

    Vielen Dank dafür.

    Als Teenager lebte ich ja in der Nähe von Aachen und kann mich besonders gut an die geschmückten Straßen erinnern.

    Links und rechts der Straßen waren in bestimmten Abständen dünne Rohre für die kleinen Birken in die Erde gelassen und wir pflückten tagelang Blumenköpfe auf den Wiesen für die Blumenteppiche.

    Es gab wunderschöne künstlerische Arrangements, aber auch einfache Wiesenblumenteppiche.

    Dann kam die Prozession, die ich auch sehr beeindruckend fand, obwohl ich sie als Protestant gar nicht verstand, aber festlich schön war sie halt.

    Danke auch für deine umfassenden Erklärungen und für die feinen Kommunionsbilder von dir und deinem Sohn.

    Ich wünsche dir einen schönen Fronleichnamstag und hoffe für alle, dass er nicht ‚ins Wasser‘ fällt.Das wäre wirklich schade.

    Liebe Grüße
    Brigitte

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    • Moin moin, liebe Brigitte,
      ich freu mich sehr, daß es dir wieder gefällt!
      Und ich bin selbst immer wieder überrascht, zu wievielen Anlässen es passende Gedichte gibt!

      Es ist ein schönes Bild, die geschmückten Straßen, nicht wahr, und die Blumenteppiche sind mitunter wahre Kunstwerke! Trotzdem sind gerade die schlichteren aus den Wiesenblümchen die anrührendsten, es steckt halt auch viel Liebe beim anfertigen drin!
      Und die Prozessionen sind schon sehr beeindruckend, aber ich glaube, es gibt auch viele Katholiken, die sie nicht oder nicht mehr verstehen!
      Hier ist heute leider die Prozession unserer Gemeinde „ins Wasser gefallen“, sie findet dann halt in der Kirche statt, wenn es sehr regnet!
      Ich kann mich noch daran erinnern, daß Regen früher kein Hinderungsgrund für die Prozession war, mußte man sich halt ein bissel regenfester anziehen, aber die Beteiligung an solchen Ereignissen ist ja eh sehr geschrumpft, und bei entsprechend schlechtem Wetter wird das dann noch weniger, da kann man es wirklich besser in die Kirche verlegen!
      Wir hatten auch schon das andere Extrem, da war es so heiß, daß die Meßdiener in ihren warmen Kutten tatsächlich umgekippt sind, mein Sohn war in dem Jahr auch dabei, und unser Pastor hat dann verfügt, daß die Jungs und Mädels die Kutten ausziehen können und in normaler Kleidung laufen, daß war schon gut!

      Ich hoffe auch sehr, daß der Tag nicht überall ins Wasser gefallen ist, das wäre wirklich sehr schade, in diesem Mai meint es das Wetter echt nicht gut mit uns!

      Liebe Grüße
      Monika.

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  4. Liebe, liebe Monika,

    Gänsehaut pur am PC bei meinem Lieblingskirchenlied
    seit Kindertagen – Te Deum „Großer Gott wir loben Dich“( und heute auch Monika einmal ganz besonders!).
    Mit Deinem heutigen Eintrag vermittelst Du auch denen, die dieses Fest nicht kennen, einen Einblick in den ganz besonderen Zauber dieses Festes, das ich ebenso wie Du mit allen Einzelheiten kenne und als Kind so intensiv erlebt habe und liebte – mit Trompetenklängen, Weihrauch und das ganze Gepränge dieses Festes.

    Eines meiner schönsten Kinderfotos ist genau das im weißen Kleid und Kränzchen als Vorkommunionkind. Bei uns durften immer zwei Kommunionjahrgänge in weißen Kleidern mitgehen, also die neuen Kommunionkinder und die, die im darauffolgenden Jahr zur Kommunion gehen durften,
    bei den Jüngeren war das aber nur ein einfaches, normales weißes Kleid, also nicht das spätere Kommunionkleid.

    Über viele Jahre wurde unser großer Wohnzimmerteppich mit vielen roten Ornamenten für den Altar am Nachbarhaus ausgeliehen. Wir Kinder zupften tagelang Körbeweise Wiesenblumenköpfchen für die Blumenteppiche, die von den Erwachsenen oder größeren Mädchen gelegt wurden.
    Der Wohnzimmerteppich war somit das ganze Jahr ein gesegnetes Stück in unserer Wohnung!

    Ach wie schön war diese Zeitreise heute mit Dir, und was mir besonders gefallen hat: Im Kölner Dom sah man sogar den Karnevalsverein “ Die Hillijen Knechte und Mägde“ aus dem Altarraum kommend durch das Kirchenschiff schreiten. Dat is Kölle: Alles unter einer Kappe, wie der Karnevalist und Diakon Willibert Paules es schon so treffend in der „Bütt“ sagte.

    Leider hat das Fronleichnamsfest vor 12 Jahren für mich auch eine traurige Wende erfahren, weil es so zeitnah mit dem Tode meines Mannes verbunden war…
    Dennoch bleiben die Kindheitserinnerungen mit diesem Fest froh und unvergessen.

    Man kann zu diesem Fest als Christ oder Andergläubiger stehen wie man will: Es ist gezeigter Glaube und verdient den Respekt, den wir jeder anderen Glaubensgemeinschaft auch zu zollen haben, da stimmen wir hier wohl alle überein.

    Dein Knäblein sieht schon sehr „erwachsen“ aus in seinem silbergrauen Kommunionanzug. Unsere Knaben damals trugen ausschließlich dunkelblau und für den Anzug gab es jeweils eine lange Hose und eine kurze Hose dazu!

    Die höheren Weihen zum Blumenteppichlegen habe ich nie erreicht, ich weiß aber nicht mehr warun.

    Ganz lieben Dank für die schönen Festerinnungen heute und wir haben sogar zeitweise Sonnenschein,
    Du hoffentlich auch.
    Herzlichst
    Britta-Gudrun

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    • Liebe Britta-Gudrun,
      ich hab es gewußt, und mich schon so sehr darauf gefreut, daß du, genau wie ich, eine Gänsehaut bei diesem herrlichen Lied haben wirst! Ich liebe es ja auch so sehr!
      Oh, danke für das Lob, macht mich ja richtig verlegen!
      Genau das war die Absicht, dieses Fest auch denen nahe zu bringen, die es nicht kennen! Und seinen Zauber! Denn den hat es, wobei ich ehrlich sagen muß, ich liebe ohnehin sehr das Gepränge, ich mag sogar Weihrauch, es muß doch auch Hochfeste geben im Jahreslauf!
      Natürlich kommt es nicht nur auf die Äußerlichkeiten an, gerade den Katholiken wird das ja gerne vorgeworfen, ich hab das mal damit verglichen, daß bei privaten familiären Feiern doch auch keiner die angeschlagenen Tassen rausholt und die fleckige Tischdecke auflegt, da „schmückt“ man den Tisch doch auch, stellt Blumen drauf und nimmt das „gute“ Geschirr und die „feinen“ Gläser!
      Bei uns durften auch immer zwei Jahrgänge mit weißen Kleidchen gehen, allerdings jeweils der Kommunionsjahrgang mit den entsprechenden Kränzchen im Haar, und der vom vorigen Jahr halt ohne das Kränzchen! Ich hab sogar mein Kränzchen noch! Und das feine Spitzentuch für die Kerze!

      Oh, das mit dem Wohnzimmerteppich ist ja wirklich wunderschön, kann ich mir sehr gut vorstellen, daß du dich da gerne dran erinnerst, daß das ganze Jahr ein gesegnetes Stück in eurer Wohnung war!

      Für mich war das auch eine herrliche Zeitreise, ich hab mich beim Erstellen auch an so vieles erinnert! Ja, und genau das ist mir auch aufgefallen, als ich das Te Deum rausgesucht habe, die „Hillijen Knechte und Mägde“, das fand ich auch so schön, darum hab ich diese Fassung gewählt! Ja, dat is Kölle, und im Karneval in der Bütt der Diakon Willibert Pauels ist immer ein Höhepunkt!

      Das tut mir sehr leid, daß für dich das Fronleichnamsfest eine so traurige Wendung erfahren hat durch den Tod deines Mannes!
      Umso schöner, daß du dir die Kindheitserinnerungen daran bewahren konntest!

      Genau so sehe ich das halt auch, das Fest ist gelebter und gezeigter Glaube, und verdient den gleichen Respekt, den man auch anderen Glaubensgemeinschaften entgegen bringen muß, ich denke auch, daß wir da hier alle übereinstimmen!

      Zu meiner Kinderzeit trugen die Knaben auch nur dunkelblau, aber zu Björns Kommunion war das schon sehr gelockert, und ja, sowohl er als auch die anderen seines Jahrgangs sahen darin schon sehr erwachsen aus! Das war für mich als Mutter auch sehr berührend!

      Ein Blumenteppich war es hier in unserem Wohnviertel ja auch nicht, nur ein kleiner Altar, den es zu schmücken galt, aber es hat wirklich sehr viel Freude gemacht!

      Ich freue mich sehr, daß du Freude hattest an den Erinnerungen, und daß bei euch nun auch endlich mal die Sonne wieder scheint! Hier hielt sie das heute nicht für nötig, hihihi, und so ist die Prozession hier in unserer Gemeinde auch wörtlich „ins Wasser gefallen“!
      Ich wünsche dir von Herzen einen gesegneten Feiertag (ihr habt doch einen, oder?) mit lieben Grüßen
      Monika.

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  5. Liebe Monika,

    ich vergaß noch das schöne Gedicht zu erwähnen. Dem Inhalt nach beschreibt es wohl auch eine Prozession, die in grauer Vorzeit noch entlang von Wiesen und Äcker führte ? Wie schön da alle Einzelheiten beschrieben sind, einfach wunderbar.

    Den Ausspruch von BrigitteP mit dem grün angestrichen Wintertag werde ich in mein Vokabular aufnehmen, so köstlich finde ich den!
    Und das Afrikanische Sprichwort ist sehr weise und einprägsam.

    Von einer Kirmes am Fronleichnamstag habe ich noch nie gehört. Aber auch hierbei steht die Kirche sozusagen mitten drin.
    Dazu fällt mir eine gedankliche Verbindung zu Don Camillo und Peppone ein: Gab es da nicht auch eine „Konkurrenzveranstaltung“ zu einem Kirchenfest von dem ungläubigen Peppone?

    Bei den heutigen Vereins- oder Dorffesten stört mich allerdings die Feuerwerksmanie sehr. In erster Linie natürlich wegen der Tiere und zum zweiten: „Musset denn immer so laut sein“?, wie Marc Metzger einmal so schön sang.
    Nun halte schön die Fenster dicht, damit Mimi bei dem Krach nicht so leiden muss.

    Ich habe mir mein Fronleichnamsbild noch einmal näher angesehen. Ich glaube, da gingen alle kleinen Mädchen weißgekleidet mit, wenn ich mir das genau betrachte, war ich damals höchstens sechs oder sieben Jahre alt auf dem Foto.
    Ich glaube, die Neu-und Altkommunionkinder durften bei der feierlichen Messe im Altarraum stehen ?

    Was Du noch alles aus Deiner Kindheit in Verwahrung hast ist ja unglaublich – das Spitzentüchlein für die Kerze, zu niedlich!
    Die dem Wasser zum Opfer gefallene heutige Prozession bei Euch ist schade und Du hast recht: Früher war man da härter im Nehmen, egal ob Nässeschäden oder Hitze-Ohnmachtsopfer – die Prozession fand statt.

    Nun denn, es war schön hier mit Dir zu plaudern und in Erinnerungen zu schwelgen, die BrigitteP auch so liebevoll und treffend beschrieben hat.

    Liebe Grüße
    Britta-Gudrun

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    • Liebe Britta-Gudrun

      es ist zu viel der Ehre,aber der Ausdruck „grün angestrichener Winter“ stammt von Heinrich Heine.
      Ich will mich ja nicht mit Federn schmücken,die ihm gehören :))!

      Trotzdem lieben Dank und liebe Grüße von Brigitte

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    • Liebe Britta-Gudrun,
      ja, das Gedicht beschreibt eine Prozession aus früheren Zeiten, der Dichter ist 1887 geboren, ich hab mich beim Lesen auch in die so liebevoll beschriebenen Details verliebt! Und eine Prozession so an den Feldern entlang finde ich ganz besonders schön!

      Die Sterkrader Fronleichnamskirmes gibt es meines Wissens schon seit so ca. 180 Jahren, das ist wirklich eine Tradition, ich glaube, ganz am Anfang war es wohl eher ein großer Markttag, aber auch heute noch im wahrsten Sinne des Wortes rund um die Kirche St. Clemens! Sie steht wirklich mitten drin!
      Ja, da schwant mir auch noch was, hat nicht Peppone draußen vor der Kirche so eine politische Versammlung abgehalten, und Don Camillo hat dann einfach die Glocken geläutet, hat dann keiner mehr was verstanden, hihihi, ich glaub, so ähnlich war das. Ich habe diese Filme geliebt!

      Ach, hier hält sich das mit der Feuerwerksmanie in Grenzen, ich weiß eigentlich nur die halt jetzt kommenden Montag zum Abschluß der Kirmes, und dann im Winter, zum Liricher Lichterfest, das ist aber wirklich immer sehr, sehr schön!
      Und die Fenster bleiben dicht, klar, und dann stört es Mimi nicht besonders! Es ist halt weiter weg, da ist der Genuß des Sehens Gott sei Dank größer als der des Hörens!

      Ja, da hast du auch wieder eine Erinnerung geweckt, stimmt, wir durften als Alt- und Neukommunionkinder im Altarraum stehen bei der Messe, daß war ja gerade für die Mädels ein echtes Ereignis, weil wir ja früher den Altarraum sonst nicht betreten durften!

      Ich bin schon von Kindesbeinen an ein „Sammler“, ich hab sogar als Kind schon immer Karten aufbewahrt von irgendwelchen Veranstaltungen, Kasperle-Theater oder Kino-Karten, und mit einem Schreibheft so ein Album angelegt, hihihi, und das ist bis heute so geblieben!

      Ja, da hast du wohl recht, man war früher schon härter im Nehmen, heute muß es ja alles ohne Anstrengung sein, obs immer gut ist, wage ich zu bezweifeln!

      Ich freu mich immer riesig darüber, wenn wir hier in Erinnerungen schwelgen können, wir haben nun mal eben schon jede Menge davon! Und für die „Nachwelt“ isses ja mitunter auch noch interessant, lach!

      Liebe Grüße
      Monika.

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    • Hallo, Jens,
      danke dir, ich wünsche dir auch ein schönes Wochenende!
      Mmmhhhh, Vienna hat lecker Eistorte, bzw. noch die Reste davon, hihihi! Danke für das schöne Bild von der feinen Bärin!

      Liebe Grüße
      Monika.

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  6. Pingback: Mülheimer Gottestracht | mimisdosenoeffner

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