Türchen 22

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MiBuRo A d v e n t s k a l e n d e r

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Zum Weihnachten

Mädchen, in die Kinderschuhe
tritt noch einmal mir behänd!
Folg mir durch des Abends Ruhe,
wo der dunkle Taxus brennt.

Engel knien an der Schwelle,
hütend bei dem frommen Schein;
von den Lippen klingt es helle:
Nur die Kindlein gehen ein!

Doch du schaust mich an verwundert,
sprichst: „Vertreten sind die Schuh;
unter alt vergessnem Plunder
liegt die Puppe in der Truh`.“

Horch nur auf! Die alten Märchen
ziehn dich in die alte Pracht!
Wie im Zauberwald das Pärchen
schwatzen wir die ganze Nacht.

Von Schneewittchen bei den Zwergen,
wo sie lebte unerkannt

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und war hinter ihren Bergen
doch die Schönst`im ganzen Land.

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Von Hans Bärlein, der im Streite
einen Riesenritter schlug,
der die Königstochter freite,
endlich gar die Krone trug.

Von dem Dichter auch daheime,
der ein Mädchen, groß und schlank,
durch die Zauberkraft der Reime
rückwärts in die Kindheit sang.

(Theodor Storm)

Heute möchte ich meinen Eintrag der Bräuche und Rituale zu Weihnachten fortsetzen. Wird ja auch Zeit, lange dauert es nun nicht mehr, „dreimal werden wir noch wach…..“!

Überall, wo Weihnachten gefeiert wird, gibt es Weihnachtssänger. Das englische Wort „Carol“ (Weihnachtslied) weist auf eine lateinische Sitte, bei hohen Festen zu singen und im Kreis zu tanzen: das alte magische Mittel, einen Zauberkreis herzustellen, in dem das Böse – und die Gefahr aus der Tiefe der Natur – nicht eindringen kann.

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Kurrendesänger sind die bekanntesten Kindergruppen des ausgehenden Mittelalters, die frierend durch die Wintergassen gezogen sind und gesungen haben.
Das Wort stammt vom lateinischen „currere = laufen“, und gelaufen sind die Schüler mit ihrem Lehrer, meist in Trupps, mit großen Körben für die zu ersingenden Gaben.

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Das Quempassingen stammt aus Pommern, Sachsen und Schlesien.
Der Name ist durch das Verschleißen der ersten Wörter eines Weihnachtsliedes entstanden: „Quem pastores laudavere – den die Hirten lobten sehre“. Das Lied wird von verschiedenen Kindergruppen im Wechselgesang von Emporen, Altar und Orgel bei Kerzenlicht gesungen. Die Sänger marschieren oft mit ihren brennenden Kerzen und ihren weißen Chorhemden feierlich in die stockfinstere Kirche ein.

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Krippenspiel und Weihnachtsspiele, früher szenische Darstellungen des Weihnachtsevangeliums nur in der Kirche oder in Klöstern, findet man heute auch in Schulen und Familien.
Besonders schön sind die bayerischen und österreichischen Krippenspiele für Kinder.

Die Krippe füllen ist eine Sitte, die vor allem den Kindern den Geist der Nächstenliebe und der Selbstlosigkeit zeigen soll. Die Krippe, die am Heiligen Abend unter dem Weihnachtsbaum stehen soll, wird am ersten Adventssonntag in der Stube aufgestellt. Für jede Freundlichkeit und gute Tat, die die Kinder in der Adventszeit begehen, dürfen sie einen Strohhalm in die Krippe legen. Je weicher das Jesuskind Weihnachten liegen wird, desto besser.

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Die Tiere in der Weihnachtsnacht: Auf dem Land sorgten die Erwachsenen für das Vieh und gaben ihm eine tüchtige Weihnachtsration, während die Kinder Hund und Katze versorgten und ihnen eine Schale Futter oder Milch hinstellten, dabei feierlich gelobten, die Tiere im nächsten Jahr gut zu behandeln.
Die Menschen waren zum Überleben von der Natur und eben auch den Tieren abhängig, so bezogen sie sie in ihre Feste mit ein.
Die Legende erzählt, daß die Tiere in der Heiligen Nacht sprechen können, vor allem Ochs und Esel, weil sie das Christkind gehütet und mit ihrem Atem gewärmt haben. Man darf ihnen aber nicht zuhören: in diesem Verbot mischt sich die heidnische Furcht vor der gelösten Natur in die Legende.

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Die Tanne auf dem Friedhof: Im Elsaß, in Österreich und in Bayern bringt man am Nachmittag des Heiligen Abends einen kleinen Tannenbaum mit Kerzen auf den Friedhof. Die Bäumchen werden auf die Gräber gestellt, dann zündet man die Kerzen an, die durchs blaue Dämmerlicht schimmern. Die Sitte ist verhältnismäßig jung, sie wird im ausgehenden 19. Jahrhundert zum ersten Mal erwähnt.

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Die Christmette: Der Name hat nichts mit der Messe zu tun, sondern ist die Eindeutschung des lateinischen Begriffs „hora matutina“, des Morgengebetes. Es gehört eigentlich zu den klösterlichen Stundengebeten, doch ist die Bezeichnung auch für die Früh- „Metten“ in den Morgenstunden der Hauptfesttage von Weihnachten, Ostern und Pfingsten verwendet worden.

Die Rauh- oder Rauchnächte haben ihre Bezeichnung und Herkunft vermutlich von der Sitte, in den 12 Tagen und Nächten zwischen den Jahren die bösen Geister auszuräuchern und alles zu vermeiden, was Unsegen bringen könnte.
In diesen Tagen muß man alle geliehenen Gegenstände zurückgeben, man darf nicht waschen, muß auf seine Träume achten, denn sie gehen in Erfüllung.

(Quelle: Sybil Gräfin Schönfeldt, Das große Ravensburger Buch der Feste und Bräuche)

Damit haben wir dieses Kapitel nun abgeschlossen. Ich hoffe, es macht euch wieder Freude!

Und ich hoffe, es kehrt jetzt zum 4. Adventwochenende langsam Ruhe ein, falls es Hektik und Streß in den letzten Vorbereitungstagen gab.

Alles besorgt?
Der Tannenbaum?

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Dann wünsche ich euch einen hoffentlich ruhigen Adventssamstag mit viel Zeit für alle die Dinge, die in dieser geheimnisvollen Zeit so schön sind!

:wave:

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6 Gedanken zu “Türchen 22

  1. Meine liebe Monika,

    ich danke dir ganz sehr für diese feine Einstimmung auf den 4.Adventssamstag-soo schön wieder!
    Diese lieben alten Bräuche in der Weihnachtszeit finde ich sehr heimelig und zauberhaft.
    Vieles davon kenne ich,aber Manches ist mir auch neu.
    Besonders gefällt mir,wenn die lieben Tierlein so herzlich mit einbezogen werden,und wenn sie noch wie achtenswerte Mitgefährten behandelt werden und nicht wie Nutzgegenstände.Aber diese Beziehung ist eben leider oft nur noch auf dem Land so ausgeprägt.
    Das Gedicht und die Bildchen sind auch wieder herrlich,liebes Fleißbienchen Monika!
    Und der Kreuzchor und Thomanerchor mit den stimmungsvoll unterlegten Eindrücken runden erneut alles ab.
    Und du wirst sehen:Nach den Feiertagen wird dein traumhafter „MiBuRo Adventskalender“ mit in deinem schönen „Das große Ravensburger Buch der Feste und Bräuche“ zu finden sein-auf der ersten Seite ,ganz oben :) !

    Nun wünsche ich dir und Mimilein von Herzen auch einen besinnlichen Adventssamstag-und auch allen,die noch hier hereinschauen!

    Liebste Grüße von Brigitte.

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    • Meine liebe Brigitte,
      büdde schön, sehr gerne geschehen!
      Alte Bräuche finde ich auch sehr schön, vor allem in der Weihnachtszeit, manche helfen auch sehr dabei, die Zeit zu „entschleunigen“ und Ruhe und Besinnung einkehren zu lassen. Worum man die Menschen von früher wirklich beneiden kann, daß ist die Ruhe, mit der alles sorgfältig vorbereitet wurde, und daß man sich dabei auch untereinander half!
      Und daß die Tiere miteinbezogen werden, finde ich auch immer so fein, leider findet man das aber heute auf dem Lande auch nicht mehr überall, siehe entsprechende Massentierhaltung. Da bleibt für das einzelne Tier auch nicht mehr viel an Zuwendung übrig. Ich denke mal, wir müssen halt weg von unserer Gier, es muß doch wahrlich nicht jeden Tag Fleisch sein!

      Ich freu mich immer sehr, wenn ich denn dann deinen/euren Musikgeschmack treffe, manchmal ist es gar nicht einfach, was zu finden!

      Danke fürs liebe Kompliment, ach, die erste Seite musses nicht unbedingt sein, hihihi, Hauptsache, ihr freut euch und habt Spaß!

      Ich wünsche auch dir einen besinnlichen Adventssamstag, auch wenn das Wetter ja sehr zu wünschen übrig läßt, liebste Grüße
      Monika.

      Gefällt mir

  2. Huhu liebe Monika,

    ganz so ruhig wie erhofft ist er dann halt doch nicht, der heutige Adventssamstag, leider:no:

    Viele kleine Dinge sind noch zu erledigen, die sich dann doch summieren, leider;)

    Aber bald haben wir auch das geschafft und dann kann´s Weihnachten werden:yes:

    Dein heutiger Eintrag ist fein und ich werde ihn gewiss noch mehrmals nachlesen.

    Ich kannte auch einiges, aber längst nicht alles:no:

    Am besten gefällt mir wie immer das Gedicht, das kannte ich auch nicht.

    Angeregt durch deinen schönen Adventskalender habe ich gestern noch mal Pole Poppenspäler nachgelesen.

    Hat Spaß gemacht, denn vorher war ich bei ARTE und habe mich aufklären lassen, wie wir durch die verschiedensten von Menschen gemachten Schrecklichkeiten einen Weltuntergang hervorrufen können.:(

    Aber das schieben wir jetzt mal beiseite und freuen uns auf Weihnachten, gell:)

    Dankeschön, habt einen schönen Resttag, du und Mimi.

    Liebe Grüße von

    Brigitte

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    • Huhu, liebe Brigitte,
      hach, ja, so geht es mir heute auch, ich dachte auch, ich wäre schon weiter, aber nun kommen doch noch viele Kleinigkeiten dazu, naja, aber das meiste ist jetzt fast weg, und dann ist wohl hoffentlich wirklich Ruhe angesagt!

      Freu mich wieder, daß der Eintrag gefällt und du Freude hast am öfteren Nachlesen!

      Das Gedicht hatte ich auch fast „übersehen“, aber es paßte mit der Märchenstimmung doch hier rein!

      Oh, Pole Poppenspäler, eine meiner Lieblingsnovellen, das ist eine wunderbare Erzählung, nicht wahr, paßt auch so fein in diese Zeit!

      Ich bin überzeugt davon, daß wir Menschen x Varianten haben, diesen Planeten zu ruinieren, und ich glaub auch, wenn die Erde wirklich mal untergeht, dann isses hausgemacht, da waren wir dann sehr maßgeblich dran beteiligt!

      Aber die Hoffnung stirbt ja nun mal zuletzt, vielleicht denken wir doch noch mal um, und darum freuen wir uns jetzt auch auf Weihnachten, jawoll!

      Ich wünsche dir auch einen feinen Resttag, hoffentlich ruhiger, knuddel Buddylein mal ganz lieb, und liebe Grüße
      Monika.

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  3. Liebe Monika,

    heute hat bei mir das Internet gestreikt, und ich hatte schon die schlimmsten Befürchtungen. Jetzt funktioniert es wieder auf wundersame Weise.

    Dieses Gedicht kannte ich auch noch nicht und von den Bräuchen nur wenige. Es war wie immer sehr interessant zu lesen.

    Die gestrigen Untergangszenanirien konnte ich mir nicht länger ansehen, das regt mich zu sehr auf. Ich glaube nämlich wirklich, dass der Weltuntergang aus dem Kosmos auf uns zu kommt und die beiden anfänglichen Beispiele haben mir gereicht. Was die Menschheit bis zu diesem Zeitpunkt aus der Erde machen wird, stimmt auch düster.

    Um die Weihnachtszeit und den Jahreswechsel bin ich immer etwas dünnhäutig, auch wenn ich versuche tapfer zu sein.

    Liebe Grüße und gute Nacht
    Britta-Gudrun

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    • Liebe Britta-Gudrun,
      ach, du liebes bißchen, oh, da wäre ich auch erschrocken gewesen, gerade so auch in dieser Zeit kann man sich das ja gar nicht ohne Internet vorstellen, es ist doch auch eine schöne Verbindung zu lieben Menschen! Wie gut, daß alles wieder funktioniert!

      Wie schön, daß es dir wieder gefallen hat und es neues für dich zu erfahren gab, das ist für mich immer eine Freude, das alles rauszusuchen, vieles ist mir dann auch neu!

      Ich guck mir diese Weltuntergangsszenarien auch nicht an, die Welt ist auch ohne das nicht immer einfach zu ertragen. Und irgendwie müssen wir doch die Hoffnung aufrecht halten, das nicht alles nur schlecht ist!
      Ich war heute nachmittag in der Kirche, die Pfadfinder haben das Licht von Bethlehem gebracht und man konnte es dann mit nach Hause nehmen, das war wieder sehr schön!

      http://www.friedenslicht.de/friedenslicht

      Mir geht es in diesen Tagen auch häufig so wie dir, bin dann auch sehr dünnhäutig, und ich freue mich dann immer über die Verbundenheit hier im Blögchen, da kann man sich austauschen und sich unterstützen oder mit irgend etwas hübschem eine Freude machen, und obwohl man sich ja nicht persönlich kennt, fühlt man sich doch nicht so allein und die anderen sind doch irgendwie vertraut!

      Danke für deinen lieben Kommentar, und ich wünsche dir ganz viel Mut und Kraft, damit du gut über die Feiertage kommst, wenn dir danach ist, schreib einfach auch zwischendurch, das tut ja mitunter auch gut!

      Ich wünsche dir einen schönen 4. Advent, gute Nacht und ganz liebe Grüße
      Monika.

      Gefällt mir

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