Erntedank

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Herbst

Die Sense rauscht, die Ähre fällt,
die Tiere räumen scheu das Feld,
der Mensch begehrt die ganze Welt.

Schon ins Land der Pyramiden
flohn die Störche übers Meer;
Schwalbenflug ist längst geschieden,
auch die Lerche singt nicht mehr.

Seufzend in geheimer Klage
streift der Wind das letzte Grün;
und die süßen Sommertage
ach, sie sind dahin, dahin!

Nebel hat den Wald verschlungen,
der dein stillstes Glück gesehn;
ganz in Duft und Dämmerungen
will die schöne Welt vergehn.

Nur noch einmal bricht die Sonne
unaufhaltsam durch den Duft,
und ein Strahl der alten Wonne
rieselt über Tal und Kluft.

Und es leuchten Wald und Heide,
daß man sicher glauben mag,
hinter allem Winterleide
lieg`ein ferner Frühlingstag.

Und sind die Blumen abgeblüht,
so brecht der Äpfel goldne Bälle;
hin ist die Zeit der Schwärmerei,
so schätzt nun endlich das Reelle!

(Theodor Storm)

Das Erntedankfest ist eine traditionelle Feier nach der Ernte im Herbst, bei dem Gott für die Gaben der Ernte gedankt wird.
Es wird meist in der Kirche, regional aber auch in Prozessionen veranstaltet.
Feldfrüchte, Getreide, Obst, Mehl, Honig und Wein werden dekorativ im Altarraum aufgestellt.
In manchen Gemeinden werden dazu Mosaiken aus den Früchten gelegt.
Nach dem Fest werden die Gaben an karikative Einrichtungen verteilt.
Erntedankfeste gab es schon in vorchristlicher Zeit.
In der römisch-katholischen Kirche ist das Fest seit dem 3. Jahrhundert belegt. Es gibt aber keinen einheitlichen Termin dafür.
Der Termin variiert zwischen dem 29. September (Michaelistag), dem Sonntag davor oder danach, oder dem 1. sonntag im Oktober, wie es heute in der römisch-katholischen Kirche üblich ist.
In den USA wird der „Thanksgiving Day“ am vierten Donnerstag im November gefeiert und ist ein staatlicher Feiertag. Das Fest erinnert an das erste Erntedankfest der Pilgerväter. Traditionell wird dazu Truthahn verspeist.

(Quelle: Wikipedia)

„The turkey is a funny bird,
his head goes wobble, wobble.
And all he says is just one word,
„Gobble, gobble, gobble.“:>>

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Wir pflügen und wir streuen
den Samen auf das Land,
doch Wachstum und Gedeihen
steht in des Himmels Hand:
Er tut mit leisem Wehen
sich mild und heimlich auf
und träuft, wenn heim wir gehen,
Wuchs und Gedeihen drauf.
Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn,
drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm,
dankt und hofft auf ihn!

(Matthias Claudius)

Das Erntedankfest ist ein Fest des Dankes für das gute Gelingen der Ernte, für die Gaben, welche uns die Natur gibt, auch heute noch, obwohl wir nicht gerade sehr gut mit ihr umgehen. Es sollte auch ein Dank sein, der uns daran erinnert, daß es nicht selbstverständlich ist, immer aus dem vollen zu schöpfen und alles stets zur Verfügung zu haben. Und das es auf dieser Welt viele Menschen gibt, die nicht einmal das notwendigste besitzen.
„Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht genug für jedermanns Gier.“ (Mahatma Gandhi)

Und so möchte ich hier einmal „meine“ Herbstfrüchte Revue passieren lassen:

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(alle Bilder: Bilder von Brigitte, BrigitteE)

Und dann möchte ich auch danke sagen,:yes: danke an BrigitteE,:yes: daß ich mir für meine Herbstfrüchte-Serie ihre wunderschönen Bilder „mopsen“ durfte,;D sie haben dieses Blögchen sooo schön aufgewertet!:yes::yes:
Danke, liebe Brigitte!

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Bunt sind schon die Wälder,
gelb die Stoppelfelder,
und der Herbst beginnt.
Rote Blätter fallen,
graue Nebel wallen,
kühler weht der Wind.

Wie die volle Traube
aus dem Rebenlaube
purpurfarbig strahlt!
Am Geländer reifen
Pfirsiche, mit Streifen
rot und weiß bemalt.

Flinke Träger springen,
und die Mädchen singen,
alles jubelt froh!
Bunte Bänder schweben
zwischen hohen Reben
auf dem Hut von Stroh.

Geige tönt und Flöte
bei der Abendröte
und im Mondesglanz;
junge Winzerinnen
winken und beginnen
frohen Erntetanz.

(Johann Gaudenz Frhr. v. Salis-Seewis)

Am heutigen Erntedankfest bringe ich nun meine Herbstfrüchte-Serie zum Abschluß. Und da ganz notwendig noch etwas fehlt, kommen hier noch einmal zwei Bilder von BrigitteE, die unbedingt dazu gehören:

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(Bild von Brigitte, BrigitteE)

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(Bild von Brigitte, BrigitteE)

Der Kürbis! Was wäre der Herbst und vor allem das kommende Halloween-Fest ohne Kürbisse!:no: Und diese sind soooo schön!:yes:
Einen gesonderten Eintrag bekommen sie erst zu Halloween, hier kommt nochmal eine Frucht dabei, die ebenfalls noch fehlt:

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Die Tomate! Was kann man nicht alles leckeres mit Tomate machen!:yes:

Und somit kommt hier nun ein letztes Mal (aber nur für die Herbstfrüchte!) das buch_u_013 Rezeptbuch:

Kürbis-Chutney

125 g Zwiebeln
2 El Öl
500 g Kürbis (geschält gewogen)
500 g Äpfel
1 Stück Ingwerknolle
1 Zitrone
2 Stangen Zimt
1 Tl Koriander
175 g Zucker
1 Prise Salz

Zwiebeln pellen und würfeln, in heißem Öl goldgelb dünsten, Kürbis in kleine Würfel schneiden, Äpfel waschen, schälen und zerteilen, grob zerkleinern. Ingwerknolle schälen und in Scheibchen schneiden, Zitrone heiß abwaschen, dünn abschälen.
Kürbis- und Apfelstücke mit Ingwer, Zitronenschale und Gewürzen zu den gedünsteten Zwiebeln geben und unter häufigem Umrühren bei milder Hitze 30 – 40 Minuten schmoren lassen. Die Äpfel dürfen zerkochen, der Kürbis sollte etwas stückig bleiben. Zitronenschalen und Zimtstangen aus dem fertigen Chutney herausnehmen, abschmecken, evtl. nachwürzen und kochend heiß in Gläser mit Twist-Off-Deckel füllen, sofort verschließen.
Schmeckt super zu Fisch-, Fleisch- und Wildgerichten und Reis- und Currygerichten.

Tomaten-Ketchup

2,5 kg Tomaten
500 g Zwiebeln
1/4 l Essig
3 Lorbeerblätter
50 g Salz
150 g Zucker
Paprikapulver
Petersilie
Liebstöckl
Thymian
Muskat
im Mullsäckchen:
1 Tl Pfefferkörner
1 Tl Nelken
1 Tl Koriander
etwas Muskat

Tomaten waschen, je nach Größe halbieren oder vierteln, Zwiebeln pellen und in Stücke schneiden. Beides zusammen mit Essig, Gewürzen und den Kräutern in einen Topf geben. Die festen Gewürze in ein Mullsäckchen füllen, damit man sie besser herausnehmen kann. Alles zum Kochen bringen und 45 Minuten kochen lassen. Die eingebundenen Gewürze herausnehmen. Die Tomatenmasse durch ein Haarsieb streichen,in einen breiten Topf geben und unter gelegentlichem Rühren im offenen Topf dicklich einkochen. Das fertige Ketchup heiß in saubere Gläser füllen und sofort verschließen.

Viel Spaß wieder beim Nachkochen und später dann beim Genießen!

pilz_01 Das ist nun der krönende Abschluß meiner Herbstfrüchte-Serie, ich hoffe, es hat euch genau soviel Spaß gemacht wie mir!
Man könnte noch ein paar Herbstfrüchte erwähnen, die hier außen vor geblieben sind:
Sanddorn, Vogelbeeren, Quitten, Schlehen und natürlich die Gewürzgurken, da hab ich früher ganze Gläser von eingekocht, mit frischem Dill, den es um diese Zeit ja auch gibt. obst_077obst_023gemuese_u_13gemuese_u_12

Noch einmal die ganze Fülle, ich wünsche euch einen wunderschönen Erntedank-Sonntag, hoffentlich mit schönerem Wetter als die letzten Tage!

:wave:

7 Gedanken zu “Erntedank

  1. Meine liebe Monika,

    als Allererstes m u s s ich dir heute einmal ein großes „Fleißbienchen“ verleihen-sooo viele schöne Einträge allein in dieser Woche-herzlichsten Dank!
    Und der Aktuelle ist eine gaanz feine Einstimmung auf den heutigen besonderen Tag.Eben mit viel Liebe und Hingabe gestaltet.Die passenden Gedichte,die vielen tollen Herbstfrüchte-Fotos.Auch von mir nochmal herzlichen Dank,liebe BrigitteE.!
    Das Blögchen wird eine richtige schöne Jahreschronik,liebe Monika.

    Im anderen Teil Deutschlands,wo ich ja aufwuchs,
    hieß es zur Erntezeit“Ohne Gott und Sonnenschein bringen wir die Ernte ein!“ Naja,Ansichtssache.

    Ich werde heute Vormittag in unserer Kirchengemeinde,die immer sehr reichlich zum Erntedankfest geschmückt ist,dem lieben Gott für Alles danken.Dazu fand ich auch einen kleinen Vers:
    Du lässt die liebe Sonne scheinen,
    schaffst Regenauch zu seiner Zeit
    und segnest deine schöne Erde
    mit Wachstum und mit Fruchtbarkeit.

    Danke,meine Liebe,für diesen wahrhaft krönenden Herbstfrüchte-Abschluss -mir hats viel Spaß gemacht!Und für dich und Mimi auch einen wunderschönen Erntedanksonntag-machts euch gemütlich!

    Liebste Grüße von Brigitte.

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    • Meine liebe Brigitte,
      danke dir so sehr für das „Fleißbienchen“, hihihi!
      Ich freu mich so, daß du den Eintrag schön findest, ich hatte auch soviel Freude beim klöppeln!
      Und ich freu mich schon auf viele weitere, und wo du Jahreschronik schreibst, vor allem nachher für die Weihnachtszeit.
      Ach ja, die „tollen“ Sprüche, also ohne Sonnenschein geht nun mal gar nicht, und der Rest, da hast du recht, das ist Ansichtssache, ich seh es auch anders.
      Das war bestimmt ein schöner Gottesdienst, mit einer reich geschmückten Kirche, da wirst du Freude gehabt haben.
      Der Vers ist sehr schön!

      Ich wünsche dir auch von Herzen einen wunderschönen Erntedanksonntag, sogar das Wetter spielt heute mit, es ist strahlend schön, hoffentlich bleibt es noch eine Weile so, mach es dir auch gemütlich und liebste Grüße
      Monika.

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  2. Hallo liebe Monika,

    was für einen schönen Eintrag du wieder verfasst hast. Dadurch erscheint der Herbst so richtig schön bunt und fröhlich!! Und wenn die Sonne scheint, ist es ja auch wirklich so, aber gestern war es ja schrecklich düster und nass. Was ich im Herbst auch so gerne mag, sind die Felder, auf denen die ganzen Heuballen stehen. Das sieht immer sher schön aus, aber auch das ganze Obst leuchtet in warmen Farben.

    Ich wünsche dir noch einen schönen Tag du liebe
    und sende dir ganz herzliche Grüße
    Conchi

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    • Liebe Conchi,
      danke dir sehr für deinen lieben Kommentar, ich freu mich, daß dir der Eintrag gefallen hat.
      Und dazu scheint heute auch noch richtig schön die Sonne, und dann strahlen die Herbstfarben so toll, da hast du recht, wenn du sagst „bunt und fröhlich!“
      Die Heuballen auf den Feldern finde ich auch schön, irgendwie strahlt das so eine Gemütlichkeit aus.

      Danke für deine lieben Wünsche, ich wünsche dir auch einen schönen Tag, und einen guten neuen Wochenanfang morgen, ganz herzliche Grüße
      Monika.

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      • Liebe Monika,

        sehr gerne, ich lese ja immer gerne deine Einträge!!
        Ja, hier scheint auch die Sonne und der Tag ist schön.

        Danke dir, ich wünsche dir auch einen guten Start in die neue Woche, und sende dir ganz herzliche Grüße
        Conchi

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  3. Liebe Monika,

    das ist ja wirklich sagenhaft, was du wieder alles zusammengetragen hast.

    Ganz herrlich und dass ich die Fotos dazu beisteuern konnte war/ist mir eine große Freude:D

    Deine Gedichte sind ein Gedicht;)

    Ja, es ist wirklich so schade, dass heutzutage der Überfluss regiert(mancherorts) und die Lebensmittel nicht mehr hoch geachtet werden.
    Dass Mais usw. zu Benzin verarbeitet wird, will mir auch nicht in den Kopf.

    Kastanien und bestimmt auch Bucheckern liegen haufenweise auf den Böden und verrotten, Äpfel und Pflaumen dito.Das sehe ich jeden Tag in den Gärten, an denen ich vorbeispaziere.Nun, wenigstens habe die Tiere dann noch etwas davon, gell.

    Ach, jetzt war ich pessimistisch und das will ich doch gar nicht sein.Ich will mich an deinem schönen Beitrag erfreuen, jawoll:D

    Dankeschön, liebe Monika

    Buddy und Frauchen senden Mimi und Frauchen die allerschönsten Sonntagsgrüße:wave:

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    • Liebe Brigitte,
      freu, freu, daß dir der Eintrag wieder gefallen hat! Ich hab mich wirklich soooo sehr über deine schönen Fotos gefreut, ohne sie wäre das alles nur halb so schön geworden! Nochmal danke!

      Die Gedichte für die Einträge zu suchen ist immer mein größter Spaß, manchmal muß man lange suchen, aber meist findet sich was. Und einige fallen mir dann auch ganz spontan ein!

      Wie man auf die Idee kommen kann, Lebensmittel zu Benzin zu verarbeiten, erschließt sich mir auch nicht. Und viele andere Sachen in dieser Richtung sind auch völlig blöde, aber so ist das, wenn man nichts als die Dollarzeichen in den Augen hat.
      Das die Sachen auf dem Boden verrotten, ist hier ganz genauso, aber da haben, wie du schon schreibst, wenigstens die Tiere noch was davon. Aber Lebensmittel einfach wegzuschmeißen, anstatt sie weiterzugeben, das ist doch abartig!

      Nö, ist doch nicht pessimistisch, das ist halt leider die Realität, und nur wenn man auch dran denkt, kann man ja vielleicht auch was ändern.
      Und das hindert einem ja auch nicht, trotzdem Freude zu haben an allen schönen Dingen!

      Ich freu mich jedenfalls an deiner Freude, und Mimi und Frauchen senden Buddy und Frauchen auch ganz liebe Sonntagsgrüße
      Monika.

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