Guten Morgen!

Morgenwonne

Ich bin so knallvergnügt erwacht,
ich klatsche meine Hüften.
Das Wasser lockt. Die Seife lacht.
Es dürstet mich nach Lüften.

Ein schmuckes Laken macht einen Knicks
und gratuliert mir zum Baden.
Zwei schwarze Schuhe in blankem Wichs
betiteln mich „euer Gnaden“.

Aus meiner tiefsten Seele zieht
mit Nasenflügelbeben
ein ungeheurer Appetit
nach Frühstück und nach Leben.

(Joachim Ringelnatz)

Mit diesem kleinen Gedicht wünsche ich einen guten Morgen und einen schönen neuen Tag.:yes::yawn:
Freitag ist`s, das Wochenende naht!;D
Mit hoffentlich endlich einmal Sommerwetter!:??:

Macht das beste aus diesem neuen Tag!:p

:wave:

Schafskälte

Tja, nun hat sie uns erwischt, die Schafskälte, brrrrhhhh, es ist empfindlich kühl geworden, hier sind es zur Zeit 10 Grad.:??:

Was ist die Schafskälte und wie kommt sie zu ihrem Namen?

Die Schafskälte ist eine meteorologische Singularität (schlaues Wort, ha?). Um den 11. Juni (also in der Zeit vom 4. bis ca. 20. Juni) gibt es in Mitteleuropa einen Kälteeinbruch, der sich vor allem in Deutschland auswirkt. Durch kühle und feuchte Luft aus Nordwesten sinkt die Temperatur um 5 – 10 Grad. Ihren Namen hat die Schafskälte von der Tatsache, daß um diese Zeit die Schafe bereits das erste Mal geschoren sind, und der Kälteeinbruch kann für sie durchaus bedrohlich sein, daher werden Mutterschafe und Lämmer erst nach Mitte Juni das erste Mal geschoren.

(Quelle: Wikipedia)

Soviel denn mal an Information, und daran hängen sich jetzt die folgenden kleinen Geschichten auf:

Ich hatte vor langen Jahren, als ich noch jung war,;D einen Chef an meinem Arbeitsplatz, der ausgesprochen tierlieb war, da der Arbeitsplatz gleichzeitig sein Wohnhaus war, hatten wir dort Hunde, Katzen, Enten, Hühner mit Hahn, Kaninchen, und eben auch Schafe, es war eine Freude, dort zu arbeiten! Und bezüglich der Schafskälte gibt es die erste lustige Geschichte von diesen Schafen:
Auch sie wurden immer um diese Zeit geschoren, dazu kam dann allerdings ein Experte auf den Hof, ich hatte an diesem Tag einen freien Tag und kam somit erst am anderen Morgen wieder, und die Schafe kamen freudestrahlend ans Gatter gerannt, um mich zu begrüßen und gleichzeitig zu zeigen, wie fein sie geschoren waren.:yes: Sie waren mit all ihrer herrlichen Wolle vorher so richtig niedlich pummelig, und nun standen da plötzlich völlig kahle, gaaaanz schlanke Schafe, das sah so lustig aus, das ich lauthals gelacht habe. Es ist kein Scherz, die Schafe haben völlig verdutzt geguckt, sich beleidigt umgedreht, sind in ihre Hütte gelatscht und wurden den ganzen Tag von keinem mehr gesichtet! Wie konnte ich sie nur auslachen, unverschämt!:no::oops:
Zu jeder Schafherde gehört ein Bock, trotzdem unsere sehr klein war, hatten wir auch einen. Und das war so ein richtig kleiner hinterlistiger Teufel,:> wann immer man die Weide betrat, hat er sich versteckt, und aus dem Versteck heraus kam er dann über die ganze Wiese angerannt, immer von hinten, und rammte seinen seeeehr harten Kopf gegen die Oberschenkel des armen Opfers! Bevorzugt tat er das bei Männern, und ich schwöre, er stand danach hochzufrieden auf der Wiese und…..grinste!:>>

Eine schöne Geschichte von unseren Schafen ist auch die vom Lagerfeuer. Wir hatten im Herbst immer die Erlaubnis des benachbarten Bauern, seine Kartoffelfelder „nachzulesen“, heißt die Kartoffeln noch vom Feld zu holen, die die Erntemaschine nicht erfaßt. Die waren zwar meist klein, aber läcka! Und da haben wir dann auf der Schafweide ein Kartoffelfeuer gemacht, und Kartoffeln in Alufolie in der heißen Asche gegart. Jaaa, und unsere geliebten Mähs haben uns die heißen Kartoffeln aus der Hand gemopst und gefressen, das sie brennendheiß waren, hat sie nicht im mindesten gestört.:))

Neben unserer Schafweide, durch einen kleinen Weg getrennt, hatte ein Nachbar einen herrlichen Gemüsegarten, wie sie es geschafft haben, blieb uns immer ein Rätsel, aber unsere Schafe fanden immer den Weg in diesen Garten, hach, war das alles lecker, der Nachbar hat getobt,:## wir haben versucht, die Schafe da wieder raus zu kriegen, aber schieb mal eine Betonmauer beiseite, sie haben einfach alle viere in den Boden gerammt und sich um keinen Millimeter bewegt! Ich glaube, der Nachbar war der einzige, der unsere Schafe wirklich nicht liebte, hehehe, ich kann ihn verstehen.:))

Dann hatten wir sie mal auf einer etwas weiter weg gelegenen Weide zum Grasen untergebracht, und dann fing es in Strömen an zu regnen, wir wollten sie wieder auf ihre Weide und vor allem zu ihrer Hütte bringen, aber da sie da ungeschoren waren, hatte sich die Wolle so voll Wasser gesogen, das wir sie nur mit allergrößter Mühe vom Boden hoch bekommen haben, zum Glück haben sie sich nicht dabei erkältet, das sind so Sorgen eines Schafzüchters!

Apropos Züchter: Lämmer hatten wir auch, da unsere Herde nur aus dem Bock und zwei weiblichen Schafen bestand, waren es nur zwei, aber die waren soooooo niedlich, und wir durften sie auch ausgiebig knuddeln, da die Mutterschafe uns ja kannten. Obwohl das alles so lange her ist, sind mit gerade sogar wieder Namen eingefallen, der Bock hieß Otto, eines der Mutterschafe hieß Paulinchen, und die beiden kleinen, auch Böckchen, hießen Fritz und Graf Hans! Nett, ne?:DD
Fritz hat irgendwann mal aus Versehen versucht, beim Bock zu trinken, und hat seinen kleinen harten Schafskopf dem Bock ins Gemächte gerammt, du liebe Güte, ich habe noch nie einen Schafsbock aus dem Stand so hoch springen sehen, es war ein herrlicher Anblick! Er hat danach die Kleinen gemieden wie die Pest!:))

Von unseren Schafen habe ich auch gelernt, daß Schafe keineswegs geduldig sind, sie sind nur beharrlich, was sie sich in den Kopf gesetzt haben, das ziehen sie durch. Das geduldige kommt wohl eher daher, das selbst eine große Herde sehr gut miteinander zurecht kommt.

Ach ja, bezüglich der Rasse, unser Bock und ein Mutterschaf waren Texelschafe, das andere Mutterschaf war ein Schwarzkopfschaf, die sind so niedlich rund, und bei den Lämmern sah das scharze Köpfchen einfach nur oberniedlich aus. Ich habe auch noch Bilder von damals, da muß ich dann aber mal wieder Freunde bemühen, da ich hier technisch nicht zum einscannen ausgerüstet bin, wenn es mal klappt, kommt einfach noch mal ein Bildernachtrag, dann habt ihr noch was zum Freuen.:yes:

Ja, das waren nun die Erinnerungsgeschichten einer kleinen, aber feinen Schafherde, ich hoffe, ihr habt Freude daran, mir hat es riesigen Spaß gemacht, mich daran zu erinnern!:yes:

Nun hoffen wir mal, daß die Schafskälte nicht mehr so lange dauert, damit alle Schafe und wir einen herrlichen Sommer verleben können!

:wave: