Fernsehen bildet weiter…..

und bringt den nächsten Erinnerungsschub: Der WDR brachte heute „Meine Kindheit….auf dem Lande“ und ich schrub es ja neulich schon, ich kann nicht nur Stadt, ich war auch auf dem Land!:yes:

Meine Großmutter mütterlicherseits kam aus Höxter/Weserbergland, und wir hatten dort noch eine Menge Verwandtschaft, und so fuhren meine Eltern mit mir in meinem zarten Alter von 4 Jahren das erste Mal in den Ferien bzw. im Sommer dorthin, und seitdem jedes Jahr bis zu meinem 13. Lebensjahr. Das war mein Paradies!:yes:

Alleine die Anreise wird die geneigten Leser unter 30 Jahren erschüttern,:'( vielleicht auch ratlos machen,:??: wir fuhren nämlich, wie dunnemals üblich, mit der Eisenbahn, gezogen von einer Dampflok!:??::)) Das alleine war schon Abenteuer pur, vor allem, wenn diese Dampflok Wasser tanken mußte, das war toll!:yes: Und für die Reise bekam ich ein Köfferchen, wie war ich stolz, da kam alles rein, was ich notwendig brauchte, u.a. Pfefferminzbonbons,:)) das Köfferchen roch jahrelang danach, ja, auch Gerüche wecken Erinnerungen, nicht wahr?:yes:;D Bei Pfefferminzgeruch denke ich noch heute an das Köfferchen.:yes:
Und natürlich mußte Teddy Bernhard mit, die Leser kennen ihn, ohne ihn ging ich nicht auf Reisen. Ich hatte sogar eine Tragetasche für ihn, die gab es damals adäquat zu den Tragetaschen für Babys auch für Puppen, und da kam Teddy rein.;D

Ankunft in Höxter a.d. Weser, damals schon Kreisstadt, noch heute sehr sehenswert, sog. Weser-Renaissance, Fachwerkbauten mit reichhaltigster Verzierung, und nahe gelegen Schloß und Abtei Corvey, ehemalige Benediktinerabtei, mit einer herrlichen Orgel in der kleinen Schloßkirche.
Das interessierte mich als Kind aber nur am Rande, obwohl ich es durchaus schön fand.
Da meine Mutter mit mir Irrwisch auf der Fahrt eh alle Hände voll zu tun hatte,:oops: hat mein Vater vorsorglich die Koffer aufgegeben, so daß wir sie nicht schleppen mußten, sondern nur vom Bahnhof abholen. Das geschah mit einem sog. „Bollerwagen“, einem Handkarren mit Deichsel und Holzreifen. Und ich saß oben auf den Koffern und ließ mich fein fahren, schick war das!:yes:
Wie oben schon erwähnt, fuhren wir jeden Sommer, und regelmäßig für alle 6 Wochen Schulferien (nachdem ich dann in der Schule war) komplett. Somit ist meine Mama meist erst mal mit mir alleine gefahren, solange hatte Papa ja keinen Urlaub, er kam dann immer so für 14 Tage nach. Wir wohnten bei Verwandten, daher war das erschwinglich und eben damals dann auch schon möglich. Privilegiert, 1956 so einen langen Urlaub, hehehe!:>>
Meine Tante, (eigentlich meine Großtante) wohnte in einem echten Fachwerkhaus, mit für mich niedlichen kleinen Zimmern, die Häuser waren immer ein wenig schief, und das Nachbarhaus daneben stand so dicht dabei, daß man sich morgens mit den Nachbarn von Fenster zu Fenster die Hand reichen konnte!:yes: Und die Wohnung hatte draußen im Hof! ein ….Plumsklo,:??: eine Toilette ohne Wasserspülung, die älteren von uns erinnern sich bestimmt!:>> Und da man vor allem im Winter wenig Lust auf einen Hofspaziergang zur Toilette hatte, gab es in den Schlafzimmern halt noch sog. „Nachttöpfchen“,:??: hihihi! Heute sind das Museumsstücke, ebenso wie ein sog. Waschgeschirr, eine große Schale mit Krug, im Krug war das Wasser, in der Schale wusch man sich damit.:yes: Ich habe noch so eines, aber zur Zierde, jedoch bei Notsituationen wäre es durchaus zu gebrauchen. Booooaaaaah, wenn man das alles hier so schreibt, merkt man erst einmal, wie alt man schon ist!:'(:yes::))
Ich schlief mit meiner Mama in einem Bett, für mich war das wunderschön, für meine Mutter wahrscheinlich weniger, ich war das, was man einen „unruhigen Schläfer“ nennt.:oops::zz: Aber ich fand es soooo gemütlich, und am heimeligsten war es, wenn draußen mal der Regen pladderte, er rauschte dann auch an dem leider etwas undichten Regenrohr längs, und bei der damals vorherrschenden Einfachverglasung der Fenster hörte man das so schön.:yes:
Weniger schön waren allerdings Gewitter,:no: die ja nun mal im Sommer häufiger vorkamen, dann standen alle auf, man setzte sich zusammen in den Wohnraum, angezogen und mit bereitliegenden Papieren, denn das konnte bei den fehlenden Blitzableitern an den Häusern durchaus gefährlich werden, meine Tante zündete dann immer eine „Lichtmeßkerze“ an, die wurden zu Lichtmeß (kath. Feiertag am 2. Februar und das tradionelle Ende der Weihnachtszeit) in der Kirche geweiht und sollten halt Schutz gewähren, sie taten natürlich auch bei evtl. Stromausfall gute Dienste. Es gab dann auch regelmäßig Feueralarm, dann heulten die Sirenen in den Nachbardörfern, die Bauernhäuser mit Strohdächern waren eben sehr brandgefährdet bei Blitzeinschlag.:`( Ich fand das als Kind sehr bedrückend, und die Gewitter waren auch meist lang und schwer, meine Tante sagte dann immer „die kommen nicht über das Wasser (die Weser)“ und das konnte man am Tag auch wirklich beobachten, die Gewitterwolken ballten sich vor dem Fluß, kamen zurück und nahmen einen neuen Anlauf, bis sie dann endlich drüber waren.
Zum Glück ist bei meiner Tante in all den Jahren nie was passiert, und außerhalb von den Gewittern war es eben einfach nur wunderschön.:yes::yes::yes:

Hier mach ich nun wieder einen „Cliffhanger“, die restliche Umgebung und meine ländlichen Abenteuer schildere ich euch in einem folgenden Eintrag, sonst hat das hier bald das Format eines Romans,:oops: jaja, wenn man so ins Erzählen gerät, kann man kaum aufhören. Also freut euch auf die Landgeschichten zweiter Teil, es bleibt spannend!!!!! :yes:;D:))

:wave:

7 Gedanken zu “Fernsehen bildet weiter…..

  1. Hallo Monika,

    wieder hast du so nette Kindheitserinnerungen in Worte gefasst:D

    Danke dafür.

    Wir reisten als Kinder allein, ohne Erwachsene, mit einem Schild um den Hals;)

    Absender und Empfänger standen drauf und natürlich der Name des Pakets;) :))

    Außerdem wurden wir an Umsteigebahnhöfen von netten Menschen betreut.Von der Bahnhofsmission glaube ich.

    Du hast auf jeden Fall auch eine tolle Kindheit gehabt mit vielen herrlichen Erinnerungen.
    Es macht Spaß, das zu lesen:yes:

    Hab einen schönen Samstag und morgen natürlich einen tollen Fußballsonntag:wave:

    Liebe Grüße,
    Brigitte

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    • Liebe Brigitte,
      „und der Name des Pakets“, das ist lustig, die Kinder heute fliegen manchmal so, so ändern sich die Zeiten.
      „Eine glückliche Kindheit reicht für ein ganzes Leben“ sagt man, und ich denke, da ist was dran, man ist ein bissel gewappneter für die Wechselfälle des Lebens.
      Fein, das du Spaß hattest, auch dir ein schönes Wochenende und morgen wieder viel Spaß (hoffentlich!) bei WIR!
      Liebe Grüße
      Monika.

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  2. Liebe gute Monika,

    vielen herzlichen Dank für diese schönen Erlebnisse.
    Teilweise klingt es,als schreibst Du meine Erinnerungen auf!Ich bemerkte ja schon mal:Wir sind „Schwestern im Geiste“.
    Ich bin ja Jahrgang 55 und durfte auch manchmal bei einer älteren Verwandten als Kind Urlaub machen.Das war ein idyllischer kleiner Ort mit Holzhäusern.Es roch immer gut nach Heu.Bei Gewitter mussten wir nachts auch aufstehen und die Papiere „am Mann“haben.
    Waschgeschirr und Nachttopf kenne ich natürlich auch!

    Vor diesen großen schwarzen Dampfloks hatte ich etwas Angst.

    Nun warte ich schon wieder gespannt auf Deine Fortsetzung-sicher hab ich dann wieder ein „Deja vu“-oder wie das heißt ;-)) !

    Fein,Deine „Chliffhanger“-die tun wenigstens nicht weh :-)) !

    Ein wunderschönes Wochenende für Dich und liebste Grüße von Brigitte.

    Bei Christina schriebst Du wieder sehr berührend!

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    • Meine liebe Brigitte,
      ja, „Schwestern im Geiste“ kommt hin, vom Jahrgang her könnten wir ja auch gut Schwestern sein! Ich glaube, so eine wie dich hätte ich gerne als Schwester gehabt, manchmal ist es schon einsam für ein Einzelkind, ich merk das vor allem heute, wo beide Eltern tot sind und ich sonst keinen habe, mit dem ich Kindheitserinnerungen teilen könnte. Da müßt dann ihr hier herhalten, hihihi!
      Ich fand Dampfloks toll, ich hätte auch sooo gerne eine elektrische Eisenbahn gehabt als Kind, aber ich war doch ein Mädchen, nix wars! Ich hab aber auch wirklich gern und innig mit meinen Puppen gespielt, waren alles meine Kinder! Und mußten bei Ausfahrten a l l e in den Puppenwagen!
      Ich wünsche dir auch ein wunderschönes Wochenende, allerliebste Grüße
      Monika.

      P.S.: Christinas Eintrag war doch auch wieder sooo schön und berührend! Ein feiner Blog!

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  3. Meine liebe Monika,

    herzlichsten Dank für Deine liebe Antwort,habe mich soo gefreut!

    Ich wünsche Dir noch einen schönen Sonntag und einen erfolgreichen,spannenden Fußballabend-in Gedanken bin ich bei Dir!

    Liebste Grüße von Brigitte.

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  4. Huhu Monika,

    die Spannung steigt;)

    Was wird wohl das kleene Buddy Orakel diesmal sehen88|

    Du bist ja total fußballbegeistert, das bin ich überhaupt nicht.Mir macht nur das ganze Drumherum Spaß und natürlich wünsche ich WIR immer den Sieg, ist ja klar.

    Stell schon mal die Baldriantropfen parat oder einen Grappa ;) :))

    Liebe Grüße
    Brigitte

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    • Hallo, Brigitte,
      jaaaa, was wird uns das Buddy-Orakel diesmal weissagen?! Vielleicht kriegt der Kleene diesmal Konkurrenz, Christina hat mich mit ihrem knuffigen Katzen-Orakel auf die Idee gebracht, es mit meiner Mimi auch mal zu versuchen, hihihi, nun bin ich mal gespannt, was unsere „Viecherl“ diesmal orakeln!

      Wie gesagt, fußballbegeistert, dann aber total, immer nur bei EM oder WM!
      Also, der Grappa wär mir lieber als die Baldriantropfen, an denen hätte wahrscheinlich nur meine Mimi einen irren Spaß, Katzen lieben Baldrian und Katzenminze.

      Ich wünsch dir ein guts Nächtle, liebe Kraulgrüße an Buddy und bis denne
      Monika.

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