Grafschafter Wochenanzeiger – Ewigkeitssonntag, stilles Gedenken

Im Zeichen des Todes

Noch war die Jugend mein, die schöne, ganze,
ein Morgen nur, ein Gestern gab es nicht;
da sah der Tod im hellsten Sonnenglanze,
mein Haar berührend, mir ins Angesicht.

Die Welt erlosch, der Himmel brannte trübe;
ich sprang empor entsetzt und ungestüm.
Doch er verschwand; die Ewigkeit der Liebe
lag vor mir noch und trennte mich von ihm.

Und heute nun – im sonnigen Gemache
zur Rechten und zur Linken schlief mein Kind;
des zarten Atems lauschend, hielt ich Wache,
und an den Fenstern ging der Sommerwind.

Da sanken Nebelschleier dicht und dichter
auf mich herab; kaum schienen noch hervor
der Kinder schlummerselige Gesichter,
und nicht mehr drang ihr Atem an mein Ohr.

Ich wollte rufen; doch die Stimme keuchte,
bis hell die Angst aus meinem Herzen schrie.
Vergebens doch; kein Schrei der Angst erreichte,
kein Laut der Liebe mehr erreichte sie.

In grauer Finsternis stand ich verlassen,
bewegungslos und schauernden Gebeins;
ich fühlte kalt mein schlagend Herz erfassen,
und ein entsetzlich Auge sank in meins.

Ich floh nicht mehr; ich fesselte das Grauen
und faßte mühsam meines Auges Kraft;
dann überkam vorahnend mich Vertrauen
zu dem, der meine Sinne hielt in Haft.

Und als ich fest den Blick zurückgegeben,
lag plötzlich tief zu Füßen mir die Welt;
ich sah mich hoch und frei ob allem Leben
an deiner Hand, furchtbarer Fürst, gestellt.

Den Dampf der Erde sah empor ich streben
und ballen sich zu Mensch- und Tiergestalt;
sah es sich schütteln, tasten, sah es leben
und taumeln dann und schwinden alsobald.

Im fahlen Schein im Abgrund sah ich’s liegen
und sah sich’s regen in der Städte Rauch;
ich sah es wimmeln, hasten, sich bekriegen
und sah mich selbst bei den Gestalten auch.

Und niederschauend von des Todes Warte,
kam mir der Drang, das Leben zu bestehn,
die Lust, dem Feind, der unten meiner harrte,
mit vollem Aug ins Angesicht zu sehn.

Und kühlen Hauches durch die Adern rinnen
fühlt ich die Kraft, entgegen Lust und Schmerz
vom Leben fest mich selber zu gewinnen,
wenn andres nicht, so doch ein ganzes Herz. –

Da fühlt ich mich im Sonnenlicht erwachen;
es dämmerte, verschwebte und zerrann;
in meine Ohren klang der Kinder Lachen,
und frische, blaue Augen sahn mich an.

O schöne Welt! So sei in ernstem Zeichen
begonnen denn der neue Lebenstag!
Es wird die Stirn nicht allzusehr erbleichen,
auf der, o Tod, dein dunkles Auge lag.

Ich fühle tief, du gönnetest nicht allen
dein Angesicht; sie schauen dich ja nur,
wenn sie dir taumelnd in die Arme fallen,
ihr Los erfüllend gleich der Kreatur.

Mich aber laß unirren Augs erblicken,
wie sie, von keiner Ahnung angeweht,
brutalen Sinns ihr nichtig Werk beschicken,
unkundig deiner stillen Majestät.

(Theodor Storm)

Ihr lieben Leser alle unseres Grafschafter Wochenanzeiger, wir haben bei unserer freitäglichen Redaktionssitzung lange überlegt, ob wir auch in diesem Jahr wieder einen Eintrag zum Ewigkeitssonntag machen wollen. Es sind doch eh schon so traurige Zeiten, und der Monat November trägt da nicht gerade zu mehr Freude bei mit seinen Gedenktagen. Wir haben uns dann entschlossen, es doch zu tun! Derzeit läuft es hier wie in meinem derzeitigen Lieblingslied von Reinhard Mey „Manchmal wünscht ich es wär nochmal Viertel vor sieben“ 

https://www.reinhard-mey.de/texte/alben/viertel-vor-sieben

vor allem ab der Textzeile „Das Fell wird dünner und leerer der Becher,
der Zaubertrank wirkt nur noch schwer.“

Da ist ein Eintrag mit besinnlichem Charakter doch ganz passend, gönnen wir der Seele eine Atempause, lassen wir Ruhe und Frieden in uns ein. Und so dachten wir uns, wir suchen diese Ruhe und diesen Frieden an einem friedvollen Ort, in diesen novembrigen Gedenktagen fiel uns dazu der Friedhof ein. 

Ein Friedhof (auch Bestattungsplatz oder Begräbnisplatz, veraltet Gottesacker, KirchhofTotenhof oder Leichenhof) ist ein Ort, an dem Verstorbene, in den meisten Fällen begleitet von einem religiösen oder weltlichen Ritusbestattet werden. Anlagen aus vorchristlicher Zeit werden in der Archäologie meist als Gräberfelder oder Nekropolen bezeichnet, der Begriff Friedhof findet dennoch auch für antike Anlagen Verwendung.

Friedhof leitet sich ursprünglich vom althochdeutschen „frithof“ ab, der Bezeichnung für den eingefriedeten Bereich um eine Kirche. Der Bedeutungswandel zu einem „Hof des Friedens“ vollzog sich mit dem Verblassen der etymologischen Wurzel.

(Quelle: Wikipedia)

https://de.wikipedia.org/wiki/Friedhof

Lassen wir Bilder sprechen:

Friedhofsbilder aus Sommertagen, ein Zeichen, daß das Leben immer wieder grünt und blüht. Daraus entwickelte sich die Symbolik, grünes und blühendes an den Gedenktagen im November auf die Gräber zu legen

Und Kerzen aufzustellen, auch ein Zeichen, sie leuchten in der Dunkelheit und erhellen diese, machen Hoffnung auf das wiederkehrende Licht. 

Engel bewachen und behüten unsere Gräber. 

Friedhöfe in der Malerei:

(Caspar David Friedrich)

(Caspar David Friedrich)

(Fritz von Wille)

(Carl Gustav Carus)

Friedhof im Herbst, mit den wunderbar bunten Farben des Herbstes, mit denen er uns versöhnen möchte mit dem kommenden, farblosen Winter. 

In diesem Jahr denken wir zum Ewigkeitssonntag natürlich besonders an unsere geliebte rasende Reporterin Mimi, unser aller Co-Autor in heaven. 

Der leuchtende Engel von Balkonien, den du so mochtest, Mimi, leuchtet jetzt auch für dich mit den Rosenblüten zu seinen Füßen. Wir haben dich lieb und vergessen dich nicht! 

Laß mich, Engel, nicht allein!
Wenn mich alle Liebe läßt,
Engel, halte du mich fest.

Laß mich, Engel, nicht allein,
führ aus Leib und Sterbehemde
in das ungeheure Fremde,
in den Ursprung mich hinein.
Engel, laß mich nicht allein.

(Werner Bergengruen)

Zum Schluß unseres stillen Eintrags haben wir noch Musik für euch, passend zum Eintrag und zur Stimmung, ich liebe dieses Stück. 

Und wenn er dann Geschichte ist, der heutige Ewigkeitssonntag, ja, dann erwartet uns am Horizont bereits das erste Adventslicht

und führt uns vom Friedhof zurück in die Zeit der Hoffnung und Erwartung, gleich einem Engel, der uns den künftigen noch dunklen Weg wieder erleuchtet. Das wünschen wir euch, das wünschen wir uns allen von ganzem Herzen für die kommende Adventszeit, laßt uns den Mut und die Kraft nicht verlieren in diesen dunklen Zeiten, macht euch gemeinsam mit uns auf den Weg in das wiederkehrende Licht. 

Einen guten, stillen und besinnlichen Ewigkeitssonntag wünscht euch allen euer Grafschafter Wochenanzeiger

mit Mimi in heaven Otto und Luzia. 

Paßt auf euch auf und bleibt oder werdet alle gesund!  

 

 

 

Grafschafter Wochenanzeiger – „rote Blätter fallen, graue Nebel wallen…..“

Novembertag 

Nebel hängt wie Rauch ums Haus,
drängt die Welt nach innen;
ohne Not geht niemand aus;
alles fällt in Sinnen.

Leiser wird die Hand, der Mund,
stiller die Gebärde.
Heimlich, wie auf Meeresgrund,
träumen Mensch und Erde.

(Christian Morgenstern, 1871 – 1914)  

Hallo, ihr lieben Leser vom Grafschafter Wochenanzeiger, nun ist schon wieder eine Woche im von mir so ungeliebten November vorüber, da haben wir bei unserer freitäglichen Redaktionssitzung wieder lange gegrübelt, was wir euch in unserer heutigen Sonntagsausgabe denn mal bieten könnten. 

Ruddi schaute dabei die ganze Zeit träumerisch aus dem Fenster, und meinte dann: „Sag mal, Frau Chefredakteurin, wenn du für den November so eine Art Glückstagebuch schreiben würdest, was würde denn da zum Beispiel drin stehen, was du schön findest im oder am November?“ Alle anderen Redaktionsmitglieder schauten mich fragend an, mmmhhhh, ja, mal überlegen…..doch, da fällt mir was ein, Ruddi, ich mag etwas am November, das sich bisher aber leider noch nicht gezeigt hat: 

NEBEL 

 

Das ganze Team blickte gespannt auf mich, kann man da einen Eintrag von machen? Auf mein bestätigendes Nicken machten sich alle sofort eifrig ans Werk, um alles zusammenzutragen, was zum Thema Nebel gefunden werden konnte. 

Ruddi nahm sofort den wissenschaftlichen Teil für sich in Anspruch, der Schlawiner weiß, wie man sich mittels Wikipedia sowas ganz bequem machen kann: 😉

Unter Nebel (althochdeutsch nebul, Germanisch *nebula m. Nebel, Dunkelheit und in allen germanischen Sprachen vertreten; verwandt z. B. mit lat. nebula Dunst, Nebel und griech. nephele Wolke, Gewölk) versteht man in der Meteorologie einen Teil der Atmosphäre, in dem Wassertröpfchen fein verteilt sind, und der in Kontakt mit dem Boden steht, wobei die Wassertröpfchen durch Kondensation des Wassers der feuchten und übersättigten Luft entstanden sind. Fachlich gesehen ist Nebel ein Aerosol, in der meteorologischen Systematik wird er jedoch zu den Hydrometeoren gezählt.

(Quelle: Wikipedia)

https://de.wikipedia.org/wiki/Nebel

Befriedigt lehnte sich unser Ruhrpottbengel zurück, er habe fertig! 😂 Die anderen guckten ihn ein bissel angesäuert an, aber die Freude an der Arbeit machte die Stimmung doch gleich wieder gut, zumal Ruddi sich dann auch anbot, den anderen weiter behilflich zu sein. 

Luzia zeichnet heute für das Gedicht verantwortlich, sie fand es so schön, und hat im Verbund mit Otto auch die Illustrationen übernommen, wofür Otto feine Servietten besorgt hat. 

Bruno hat sich aus den Bildern eines reserviert, weil er das so hübsch fand, er träumt derzeit ein bissel vom reisen, wenn schon nicht richtig in diesen Corona-Zeiten, dann aber doch wenigstens virtuell hier, schaut mal, welches Bild sich Bruno ausgesucht hat:

Eine Gondelfahrt bei Nebel in den bereits verschneiten Bergen, wir haben lange gesessen und uns das so ausgemalt, mit der Gondel hinauf in eine kleine, feine Berghütte und da gemütlich machen. 

Hamish hat sich auch ein Serviettenbild gemopst, die Beschreibung hat ihm so gut gefallen, „Highland-Schafe“, das war doch was für unser schottisches Bärchen:

Bei diesem schönen Bild hat er sich dann gleich das Thema „Mystik“ zum Nebel unter die Tatzen gerissen, das paßt ja auch richtig gut zu ihm. 

In der nordischen Mythologie hat der Nebel Bezug zu Niflheim, altnordisch Niflheimr, „dunkle Welt“, ein eisiges Gebiet im Norden, im Gegensatz zum heißen Muspellsheim, das im Süden steht. 

In der mythologischen Vorstellung mancher Völker ist der Nebel der Urstoff der Welt, die Seele muß bei Initiationen aus der Konfusion des Nebels ins klare Licht, in die Erleuchtung schreiten. 

Die Märchen in Mitteleuropa gehen oft davon aus, daß Nebel von Zwergen und Hexen durch brauen oder sieden verursacht wird, das steht für die Ungewißheit der Menschen gegenüber dem Kommenden und Jenseitigen, die nur durch Licht, die „Erleuchtung“, durchbrochen werden kann. 

Nebel bezeichnet im übertragenen Sinne oft den Zustand von Irrtum, Ungewißheit, Verlorenheit und Einsamkeit, so beschrieben in einem Gedicht von Hermann Hesse „Seltsam, im Nebel zu wandern! Einsam ist jeder Busch und Stein, kein Baum sieht den andern, jeder ist allein.“ Nebel ist eine Grauzone, zwischen real und irreal, vage und phantastisch. 

Avalon ist ein mystischer, im Nebel verborgener Ort, der aus der Artussage bekannt ist, nur Eingeweihten zugänglich, die die heilige Barke rufen können und den Weg durch die Nebel finden. (Die Nebel von Avalon, Fantasy-Roman von Marion Zimmer Bradley) 

Nacht- und Nebelaktionen sind Maßnahmen, die überraschend und heimlich durchgeführt werden, meist am Gesetz und Vorschriften vorbei. 

Hat er doch gut recherchiert, unser Hamish, nicht wahr, aber das mystische ist ja auch genau seine Domäne. 

Ich liebe den Nebel, halt auch seiner Mystik wegen, aber er hat eben auch so etwas „weichzeichnerisches“, er löst harte Kanten und Kontraste auf, er dämpft Geräusche, er hüllt einem ein wie ein Mantel, und wie im Gedicht beschrieben, er „drängt die Welt nach innen“, das tut oft gut. Und so haben mein Team und ich uns auf die Suche nach Archivbildern zum Thema Nebel gemacht: 

Ich hab auch noch zwei Anekdoten zum Nebel, ich erinnere mich noch, als ich auf meiner Bauernhofarbeitsstelle gearbeitet habe, bin ich am Abend immer mit einem Kollegen zur Post im zuständigen Stadtteil gefahren, der Weg führte eine ganze Weile durch fast unbewohntes Gebiet, rechts und links nur Felder und Weiden, als wir am Abend vom Büro aus los fuhren, war alles klare Sicht, beim einbiegen in die Straße zur Post stand der Nebel plötzlich wie eine Wand vor uns, völlig unvermittelt, die Scheinwerfer des Autos leuchteten wie abgeschnitten mehr das Innere des Wagens als die zu befahrende Straße aus, wir hatten null Sicht! Und so haben wir uns ganz langsam im fast Schritttempo die Straße entlang „getastet“, die Fenster runtergekurbelt sind wir quasi „nach Gehör“ anstatt nach Sicht gefahren. Am Ende der Straße war der Nebel so plötzlich weg, wie er am Anfang da war, das war Abenteuer pur. 

Und bei einem Urlaub anno dunnemals am Gardasee, noch ohne Kind und Kegel, sind wir an einem herrlichen Sommertag mit der Seilbahn auf den Monte Baldo bei Malcesine hinaufgefahren, wollten oben ein wenig wandern, wir waren noch nicht lange von der Seilbahnstation entfernt, da zog Nebel auf, so schnell und so dicht, wir konnten irgendwann wörtlich die Hand nicht mehr vor den Augen sehen! Und das alles auf einem Bergsattel, wo es manchmal nach einigen Schritten seitwärts lotrecht in die Tiefe ging, wir haben uns wirklich Schritt für Schritt an den Stimmen der anderen und den noch zu hörenden Geräuschen von der Seilbahn ganz vorsichtig wieder bis zur Station zurückgetastet. Auch ein Abenteuer! 

Wenn es draußen nebelt, ist es drinnen umso gemütlicher, das haben wir uns dann in unserer Redaktionssitzung auch noch so bildlich vorgestellt, gemütlich am Kamin mit lecker Tee, Kaffee oder Kakao und Gebäck in unserem Eulennest, und draußen vor Balkonien sitzt die Amsel im nebelverhangenen Baum

Und zu dieser Gemütlichkeit passen jetzt ganz wunderschön die Bilder von unseren Martinslaternen, die wir am Martinstag in der letzten Woche ins Fenster gehängt hatten zum leuchten, denn leuchten gehört ja auch zur Gemütlichkeit, ob mit Kerzen oder mit Laternen, in denen ja auch Kerzen leuchten. 

Wir haben eine Galerie gemacht, ihr wißt schon, anklicken, groß gucken! Es war wunderschön! Leider hat hier in unserer Grafschaft sonst keiner mehr geleuchtet! 

Und wo wir schon einmal bei neuen Bildern sind, wir möchten euch noch jemanden vorstellen, wir haben einen Neuzugang für unser Eulennest und unsere Eulensammlung, dieses Mal für die im Schlafzimmer ansässigen „weisen Bucheulen“, denn Kristina und Rani haben uns noch die zum Geburtstag der Frau Chefredakteurin bestimmten Geschenke, die aus dem ausgeraubten Paket, ihr erinnert euch sicher, noch da waren, nun noch einmal zugeschickt, dieses Mal hat alles problemlos geklappt! Und nun guckt:

Mittig mit jeweils zwei Porzellaneulen zu ihrer Seite, unsere Seifeneule! Ist sie nicht niedlich und hübsch? Und sie riecht so wonnig! Haben wir natürlich gleich wieder eine Fotosession von gemacht, weil wir uns so gefreut haben. 

Die beiden äußeren Eulchen können leuchten

Huuuuhuuuuuu, paßt auch zum Thema Nebel, hihihihi! 

In dem Paket war noch was sooooooo schönes, aber da müßt ihr wie aufs Christkind noch ein bissel drauf warten! 😊

Es ist November, und im November sind alle die Gedenktage an die uns voraus gegangenen Menschen und Tiere in heaven, wobei wir dieses Jahr natürlich besonders an unsere Mimi denken, an unsere rasende Reporterin, euer aller Co-Autor. In diesem Jahr hab ich keine besonderen Einträge zu den ersten Novembergedenktagen gemacht, die Corona-Zeiten machen eh so traurig, da wollten wir lieber was aufheiterndes. Hier aber stellen wir nun noch eines der Bilder extra noch einmal ein, die wir für diesen Eintrag gesucht hatten. 

In memoriam an alle unsere Menschen und Tiere, die wir lieben und vermissen. Ein Friedhof im Nebel.  

Zum Abschluß unserer heutigen Sonntagsausgabe haben wir noch was zum entspannen, passend zum Thema eine Entspannungsmusik für den Herbst, „Nebel über den Feldern“, viel Freude dabei:

Und damit wünschen wir euch allen einen schönen, gemütlichen, entspannten Sonntag! Vergeßt einfach einmal für ein paar Stunden alle Sorgen, es fällt nicht leicht, ich weiß das. Wir hoffen, wir konnten wenigstens ein wenig unser Scherflein dazu beitragen. Kommt alle gut wieder in die neue Woche, paßt auf euch auf und bleibt oder werdet alle gesund, euer Redaktionsteam vom Grafschafter Wochenanzeiger 

mit Mimi in heaven, Otto und Luzia. 

Habts fein!  

 

 

 

Grafschafter Wochenanzeiger – Wunsch der Woche: Leuchtende Tage!

Auf die Reise

Um Mitternacht, auf pfadlos weitem Meer,
wann alle Lichter längst im Schiff erloschen,
wann auch am Himmel nirgends glänzt ein Stern,
dann glüht ein Lämpchen noch auf dem Verdeck,
ein Docht, vor Windesungestüm verwahrt,
und hält dem Steuermann die Nadel hell,
die ihm untrüglich seine Richtung weist.
Ja! wenn wir’s hüten, führt durch jedes Dunkel
ein Licht uns, stille brennend in der Brust.

(Ludwig Uhland, 1787 – 1862, deutscher Lyriker und Germanist)

Hallo, ihr lieben Leser vom Grafschafter Wochenanzeiger, nun ist er schon 9 Tage alt, der von mir so ungeliebte November, wettertechnisch gab er sich bis jetzt ja alle Mühe, den nicht vorhandenen goldenen Oktober nachzuholen, ansonsten wird er aber seinem Ruf der düsteren Tage doch gerecht, Lichtblicke sind in diesen Zeiten rar, da dachten wir uns in unserer freitäglichen Redaktionssitzung, wir nehmen mal wieder eine alte Tradition aus Mimis Tagen wieder auf und machen für euch und uns einen entsprechenden Montagseintrag als Lichtblick zum Einstieg in die neue, zweite Novemberwoche. 

 

Und da ist schon der erste 😊, das gesamte Redaktionsteam hat sich mal zu einem Selfie versammelt, Luzia, die ja den Beinamen „die leuchtende“ trägt, mußten wir etwas „dazu mogeln“, weil die Frau Chefredakteurin nicht so lange Arme hat, um anders alle aufs Bild zu bannen. Und Luzia hat sich auch gleich das erste Thema dieses Eintrags unter die Tatzen gerissen, leuchten, leuchtende Tage, denn es gab wieder wunderschöne Himmelserscheinungen und Sonnenuntergänge in der Grafschaft. 

Ja, ihr lieben Leser, da hat mich die Frau Chefredakteurin ja schon gut angekündigt, dann zeig ich euch jetzt mal, was ich in den vergangenen Tagen an Lichtblicken für euch gesammelt habe:

Die Bilder vom „Blue Moon“ an Halloween zum Beispiel, nochmal ein lieber Gruß an unsere Kollegin Mimi in heaven:

Anklicken, groß gucken, beim nicht so großen Zoom der Kamera von Frau Chefredakteurin kann man sie so am besten sehen. 

Bilder mit rosa Wölkchen

sie wurden so hübsch von der untergehenden Sonne „angemalt“! 

Hinten raus, über der Burg Lirich, war es dunkel. 

Und wieder ein so schöner Sonnenuntergang, oft gezeigt, immer wieder schön!

Das Lieblingsbild von der Frau Chefredakteurin. 

Unser Birkenpferd mit rosa Wölkchen, die hat bestimmt Mimi dahin plaziert. 

Das ist mein Lieblingsbild, leuchten wie in Schichten, das fand ich so schön. 

Es hat richtig lange gedauert, bis das Leuchten erlosch, die Frau Chefredakteurin war ganz glücklich beim fotografieren. 

Unser kleiner leuchtender Halloweenkürbis auf Balkonien leuchtete auch schon mit, haben wir natürlich auch verewigt. 

Und noch was ganz schönes haben wir beim abendlichen fotografieren entdeckt:

Der rote Adventsstern leuchtet bereits wieder im Fenster der Häuser gegenüber, hier erst einmal nur zu ahnen, unten Mitte, untere Fenster

Da isser! Wir haben uns alle sehr gefreut, daß er in diesem Jahr schon so frühzeitig leuchtet, das tut richtig gut. 

Kleiner roter Punkt im dunklen, mit dem langsam verblassenden Sonnenuntergang. 

Das, ihr lieben Leser, war nun mein Beitrag für eine leuchtende Woche, paßt alle gut auf euch auf, und ich geb die Feder jetzt weiter an meinen Kollegen Ruddi. 

Da bin ich, euer Ruddi, euer Ruhrpottbengel und Volontär unserer Zeitung, und ich mach jetzt fast nahtlos da weiter, wo Luzia aufgehört hat, denn auch bei meinem Thema geht es ums leuchten! Schließlich ist in dieser Woche, genau zum Wochenteilungstag, St. Martin! 

Und es ist so schade, aber in diesen Corona-Zeiten werden keine Martinsumzüge stattfinden, mir tun die Kinder so leid, welch ein Spaß ist es doch in jedem Jahr wieder, mit den schönen gekauften oder selbst gebastelten Laternchen hinter dem St. Martin auf seinem stolzen Roß herzulaufen und all die schönen Martinslieder zu singen begleitet von der schmetternden Kapelle  

In unserer Stadt und somit eben auch für unsere Grafschaft hier hat die Wochenzeitung, die fast unseren Namen trägt, letzte Woche einen Artikel verfaßt und angeregt, daß doch vielleicht alle Haushalte zum St. Martin eine beleuchtete Laterne ins Fenster hängen sollten, dann könnte man vielleicht beim Spaziergang, natürlich nur im kleinen Kreis, ein bissel St.-Martins-Zug-Gefühl haben bei all den leuchtenden Laternen. Das fanden wir eine ganz prima Idee und wir werden am Mittwoch leuchten, wir haben ja genug Laternen, ich kram sie für euch nochmal aus dem Archiv:

Frau Chefredakteurin hat für die Gans schon einen feinen Platz zum leuchten am Mittwoch gefunden

am Wohnzimmerfenster

das sieht dann sicher fein aus! Und wir sind schon ganz gespannt, wer da alle mitmachen wird, vielleicht legt sich Frau Chefredakteurin ja mal mit der Knipse auf die Lauer. Das wäre doch alles so schön für die Kleinen, ein bissel Entschädigung für das ausfallende Fest. Ja, und wo ich das hier nun so schreibe, seh ich gerade die aufleuchtenden Augen von meinem Redaktionskollegen Otto, dann büddeschön, Otto, hier ist die Feder, dann mach du jetzt weiter! 

Halli, hallo, ihr lieben Leser, jooo, Ruddi, ich hab da natürlich eine Idee, womit ich jetzt weiter machen werde, schließlich bin ich als euer Handelsreisender doch als einziger komplett coroanamäßig ausgerüstet und wenn hier schon zu St. Martin geleuchtet werden soll, dann braucht es doch noch was zum Martinsfest, wozu doch ich mal wieder mein Scherflein beitragen kann, ich werde dann an besagtem Tag zum Bäcker düsen und für Brezel und Stutenkerle sorgen, denn die gehören doch notwendig dazu, oder etwa nicht??? Hach, ich wußte es, begeisterte Zustimmung auf den billigen Plätzen 😂! 

Lecker Kakao, Kaffee oder Tee dazu, da werden wir alle Spaß haben. Und natürlich geben wir euch allen gerne was ab, denn St. Martin ist schließlich das Fest des teilens! Und teilen, das möchte jetzt auch mein Redaktionskollege Hamish mit euch, nämlich seine Bilder zum heutigen Thema, ich reich dann mal die Feder an Hamish weiter. 

Latha math, ihr lieben Leser alle hier vom Grafschafter Wochenanzeiger, ich bin’s, euer Hamish. Als Außenreporter hab ich derzeit oft Heimweh, ist ja nix mit reisen, aber wie ihr ja alle wißt, ich bin so gerne hier neu zuhause und hab natürlich sowohl zum Thema als auch zum Heimweh stillen was schönes für euch und mich, denn die Frau Chefredakteurin hat kürzlich am Halloween-Abend in unseren Redaktionsräumen unseren Kamin angezündet, und das hab ich natürlich gleich für mich reserviert:

Erstmal die Kerzen, und der feine Kürbiskopp

Kerzchen im Wohnzimmerfenster und an Mimis Kratzbaum, 

sieht das nicht schön gemütlich aus? 

Herbstblätter, die auch leuchten, und draußen im Flur brannte ein feines, elektrisches Teelicht, 

das ist, wenn es aus ist, richtig orangefarben, so hübsch. 

große Laterne vor dem Kamin und die schöne rote Kerze

die mag ich so gerne. 

Guckt mal, wer am Kürbiskopp liegt

der Fledermausstein von Brigitte/Plauen, sieht doch klasse aus, was?

Und nun….tadaaaaa….

Der Kamin ist an!

Das war nun mein Beitrag zum leuchten, den nächsten Lichtblick macht euch jetzt mein Redaktionskollege Bruno, denn er hat….ach, nee, das soll er mal selber schreiben, büddeschön, Bruno, hier ist die Feder für dich!

Ja, da bin icke, ihr Lieben, euer Bruno, und ihr werdet kaum glauben, was ich mir unter meine Tatzen gerissen habe, ick steh nämlich jetzt Modell für die neuesten Kreationen in Richtung Wintermode für dieses Jahr von der Frau Chefredakteurin, Vorhang auf!

Naaaa, da staunt ihr, wat, Schal und Mütze, selbstgestrickt von unserer Frau Chefredakteurin, den Schal gab es schon, die Mütze ist neu.

Da kommt man doch hervorragend durch den arktischsten Winter mit, oder was meint ihr? Außerdem finde ich, daß mir die Farbe ausnehmend gut steht, aber ich hab ja für den Winter ein dickes Eisbärenfell, da überlass ich die warmen Dinger doch lieber der Frau Chefredakteurin. 

Das ist eine Jacke, die noch dazu gehört und auch schon länger fertig war, Frau Chefredakteurin hat Restgarn verwertet. Genau wie bei dieser neuen Mütze

das ist doch ein Prachtstück, mmmhhh? Kommt übrigens oben noch ein Bommel drauf, soweit war die Frau Chefredakteurin noch nicht. 

Ich finde, Mützen stehen mir gut, was meint ihr? Meine Kollegen/innen haben irgendwie blöd gegrinst, versteh ich nicht! Ick find mir schick!

Superschick!!!

Fürs Modell stehen durfte ich sogar mal in die geliebte Hängematte von Mimi, ich glaub, sie hat sich gefreut, daß die mal wieder belegt war. Das ist aber auch ein gemütliches Teil! 

Als ich da so drin saß, kam der Frau Chefredakteurin eine Idee, wenn schon ich den Part mit Modell stehen mache, dann die anderen alle flugs dazu, große Fotosession bei der Redaktionssitzung, 😂😎!

Einmal mit mir ganz zuoberst, da fehlt aber Luzia, jetzt aber mit alle Mann/Frau

na, und da hängen wir doch jetzt auch nochmal das Selfie in voller Pracht mit dran:

So, gesamte Redaktion zum Fototermin angetreten! 😊

Ich bin aber noch nicht ganz am Ende meiner Lichtblicke für euch, denn ich hab die Frau Chefredakteurin im Schlafzimmer noch auf was aufmerksam gemacht, auf was wir uns jetzt alle wieder freuen, guckt:

Die Weihnachtskakteen

setzen die ersten Blüten an!

Schön, nicht wahr? Solche Blüten jedes Jahr wieder sagt die Frau Chefredakteurin sind Hoffnungszeichen! 

Damit sind wir am Ende unserer redaktionellen Beiträge angekommen, aber wie könnte es anders sein, wo wir hier doch eine alte Tradition aus Mimis Zeiten haben wieder aufleben lassen, nämlich den fröhlichen Montagsbeginn, da muß doch auch noch was von Mimi in heaven folgen, und das kommt nun auch, denn

Mimi hätte da noch ein schönes, passendes Lied zu unserem heutigen Eintrag, ihr Lieblingslied von Reinhard Mey, das ihr die Frau Chefredakteurin so oft vorgesungen hat, es war ja ihr Lied:

https://www.reinhard-mey.de/texte/alben/alles-ist-gut

Und dazu passend hat jetzt die Frau Chefredakteurin nochmal ein schönes Gedicht. 

Segen sei mit dir,
der Segen strahlenden Lichtes,
Licht um dich her
und innen in deinem Herzen,
Sonnenschein leuchte dir
und erwärme dein Herz,
bis es zu blühen beginnt
wie ein großes Torffeuer,
und der Fremde tritt näher,
um sich daran zu wärmen.

Aus deinen Augen strahle
gesegnetes Licht,
wie zwei Kerzen
in den Fenstern eines Hauses,
die den Wanderer locken,
Schutz zu suchen dort drinnen
vor der stürmischen Nacht.

Wen du auch triffst,
wenn du über die Straße gehst,
ein freundlicher Blick von dir
möge ihn treffen.

(Altirischer Segenswunsch)

Wir bräuchten für diesen Montag noch ein paar abkömmliche Daumen zum drücken, denn meine Schwiegertochter hat heute ihren neuen Termin im Krankenhaus, bei dem sich das weitere Vorgehen bezüglich ihres Bandscheibenvorfalls entscheiden wird! Danke! ❤❤❤

Und noch ein letzter Lichtblick aus den vergangenen Tagen, der soll jetzt hier zum traditionellen fröhlichen Abschluß führen: Das unsägliche Trumpeltier aus Amerika ist Geschichte! 

Congratulations, Mr. President-elect Joe Biden, good luck! 

Dazu hätten wir jetzt noch was richtig lustiges zum Ende unseres Eintrags, ein Video zum Thema das Trumpeltier räumt nicht freiwillig das Feld:

https://funpot.net/?136799

Wir haben uns gebrezelt beim angucken! 😂🤣😂

Damit wünschen wir euch allen nun eine frohe, leuchtende neue Woche mit hoffentlich vielen Lichtblicken, paßt alle gut auf euch auf und bleibt oder werdet gesund, euer Redaktionsteam vom Grafschafter Wochenanzeiger 

mit Mimi in heaven, Bruno und Luzia. 

Habts fein!  

Grafschafter Wochenanzeiger – Samhuinn, Samhain, Halloween – anders als zuvor!

Das Geisterschloß

In der Täler grünstem Tale
hat, von Engeln einst bewohnt,
gleich des Himmels Kathedrale
golddurchstrahlt ein Schloß gethront.
Rings auf Erden diesem Schlosse
keines glich;
herrschte dort mit reichem Trosse
der Gedanke – königlich.

Gelber Fahnen Faltenschlagen
floß wie Sonnengold im Wind –
ach, es war in alten Tagen,
die nun längst vergangen sind! –
Damals kosten süße Lüfte
lind den Ort,
zogen als beschwingte Düfte
von des Schlosses Wällen fort.

 

Wandrer in dem Tale schauten
durch der Fenster lichten Glanz
Genien, die zum Sang der Lauten
schritten in gemeßnem Tanz
um den Thron, auf dem erhaben,
Marmorschön,
würdig solcher Weihegaben,
war des Reiches Herr zu sehn.

Perlen- und rubinenglutend
war des stolzen Schlosses Tor,
ihm entschwebten flutend, flutend
süße Echos, die im Chor,
weithinklingend, froh besegen
– süße Pflicht! –
Ihres Königs hehres Prangen
in der Weisheit Himmelslicht.

Doch Dämonen, schwarze Sorgen,
stürzten roh des Königs Thron. –
Trauert, Freunde, denn kein Morgen
wird ein Schloß wie dies umlohn!
Was da blühte, was da glühte
– Herrlichkeit! –
Eine welke Märchenblüte
ist’s aus längst begrabner Zeit.

Und durch glutenrote Fenster
werden heute Wandrer sehn
ungeheure Wahngespenster
grauenhaft im Tanz sich drehn;
aus dem Tor in wildem Wellen,
wie ein Meer,
lachend ekle Geister quellen –
Weh! sie lächeln niemals mehr!

(Edgar Allan Poe, 1809 – 1849, übersetzt von Hedwig Lachmann, 1865 – 1918)

Hallo, ihr lieben Leser alle vom Grafschafter Wochenanzeiger, wieder einmal wird ein geplanter Eintrag unserer Redaktion von aktuellen Ereignissen und Entwicklungen umdiktiert. Nicht nur, daß ein Eintrag zu Halloween in diesem Jahr ohnehin schon etwas traurig gefärbt gewesen wäre, weil unser aller Co-Autor, unsere rasende Reporterin Mimi, nicht mehr unter uns weilt, war es doch immer ihr großes Fest in der Nacht der Nächte. Auch die neuesten Entwicklungen bezüglich Corona waren nicht unbedingt geeignet, den Eintrag trotzdem wenigstens bissel fröhlich zu gestalten, und dann ereilten uns noch vor der freitäglichen Redaktionssitzung weitere schlechte Nachrichten von den Kindern, meine Schwiegertochter wurde am Freitag mit einem Bandscheibenvorfall ins Krankenhaus eingeliefert, das sie zum Glück nach akuter Schmerzbehandlung noch am gleichen Tag verlassen konnte. Wieder Sorgen! 

So saßen wir hier wieder alle mit betrübten und sorgenvollen Gesichtern, aber wir haben uns dann doch entschlossen, den Eintrag zu erstellen, um in diesen ohnehin schon wieder so angespannten und besorgten Tagen ein bissel für Freude und Zerstreuung bei uns allen, das Redaktionsteam eingeschlossen, zu sorgen. 

Ja, da ist er nun wieder, der Halloween-Tag und die Nacht der Nächte, so oft im Blögchen und später im Grafschafter Wochenanzeiger vor allem von Mimi in heaven begeistert zelebriert, und so beginnen wir diesen Eintrag auch mit unserer Halloween-Queen, in memoriam! 

Nun schaut sie wirklich aus der Wolke auf ihr „Halloween-Volk“, im letzten Jahr haben wir es mit allen tierischen und menschlichen Freunden noch so fröhlich gefeiert, nicht ahnend, was kommt. Was wohl auch gut so ist! Da haben wir uns im Redaktionsteam gedacht, wir laden hier auch heute noch einmal alle tierischen Freunde von Mimi virtuell zu einer kleinen Halloween-Samhuinn-Samhain-Feier ein, real wäre es in diesen Corona-Zeiten ja eh nicht gegangen. 

   

 

 

 

Alle vertreten, Buddy, Django, Devil, Rani, Steve, Lakritze, Tobias, Amira, Luna, Storm, Keks, Torty, die graue Eminenz, Balou und Angel. Und alle haben ein feines Halloween-Kürbiskerzchen mitgebracht. Da wird sich unsere Mimi in heaven freuen, und auf Wolke und Stern zurückdenken an herrliche Tage!

Mit Feiern auf ihrem geliebten Balkonien, hier noch aus vergangenen Tagen so wunderschön gruselig geschmückt zur Ankunft der Gäste! Tempi passati! 

Ein bissel noch in Erinnerung schwelgen? Als Geister euch begrüßten am Eingang Kürbisköppe leuchteten, schröckliche Gestalten ihr Unwesen trieben Mimi die Gäste erschreckte, Speis und Trank bereitstanden und unsere Fledermäuse die Gäste bewachten und bewirteten?! Und Hamish euch im letzten Jahr auf sein schottisches Schloß derer von McBär-Duff eingeladen hat?! Wie war er glücklich! Und    wie herrlich gruselig war es dort!  Könnt ihr euch noch an den Butler erinnern? Tja, der hat in diesen unsäglichen Corona-Zeiten nun auch Kurzarbeit. Es dürfen ja keine Gäste mehr kommen, aber er wollte es sich trotzdem nicht nehmen lassen, „seine“ Gäste hier zumindest virtuell zu begrüßen und zu bewirten 

Da wären wir nun fast am Ende unseres etwas anderen Eintrags zu unser aller Lieblingsfest, aber wir haben noch einen Auftrag von Mimi in heaven, sie möchte von Wolke und Stern doch ihr Scherflein dazu beitragen, all ihre geliebten Leser und Leserinnen samt sämtlichem tierischen Anhang dabei zu unterstützen, gegen das furchtbare Gespenst Corona anzukämpfen, sie würde es ja gerne mit ihren fürchterlichsten Halloween-Bildern vertreiben, 

aber das ist ihr ja auch bewußt, daß das leider so einfach nicht geht! 

Also hat sie uns beauftragt, euch allen ein Kerzchen in die Hand zu geben daß euch in den dunklen Zeiten leuchten und Mut machen soll, und Kraft geben, sich auch weiterhin an die Regeln zu halten, die so nötig sind, damit möglichst alle gesund bleiben oder wieder werden. Und die Hoffnung in euch bewahren, daß eines hoffentlich nicht zu fernen Tages dieses Scheiß-Virus genauso verpufft und sich in nichts auflöst wie das Gespenst über der Kerze! 

Damit wünschen wir euch allen einen schönen Halloweentag und vielleicht auch ein bissel eine gruselige Nacht der Nächte, wenn ihr mögt, man kann es sich ja auch zu Hause bissel feierlich machen, halt bloß nicht im Rudel! 

Einen schönen darauffolgenden Sonntag wünschen wir euch auch, mit dem heutigen Tag ist auch der Oktober 2020 bereits Geschichte und der November beginnt. Und wird vielleicht besser, als wir alle jetzt befürchten! In diesem Sinne:

Habts fein! Paßt auf euch auf! Und bleibt oder werdet gesund! Euer Redaktionsteam vom Grafschafter Wochenanzeiger 

mit Mimi in heaven und Otto und Luzia! 

 

 

 

Grafschafter Wochenanzeiger – Geburtstagsfeier in der VIP-Lounge

Geburtstagsgruß

Ach wie schön, daß Du geboren bist!
Gratuliere uns, daß wir Dich haben,
daß wir Deines Herzens gute Gaben
oft genießen dürfen ohne List.

Deine Mängel, Deine Fehler sind
gegen das gewogen harmlos klein.
Heut nach vierzig Jahren wirst Du sein:
Immer noch ein Geburtstagskind.

Möchtest Du: nie lange traurig oder krank
sein. Und: Wenig Häßliches erfahren. –
Deinen Eltern sagen wir unseren fröhlichen Dank
dafür, daß sie Dich gebaren.

Gott bewinke Dir
alle Deine Schritte;
ja, das wünschen wir,
deine Freunde und darunter (bitte)
dein

(Joachim Ringelnatz, 1883 – 1934)

deine Mom. 

Ja, ihr lieben Leser alle vom Grafschafter Wochenanzeiger, dann nehmt bitte alle Platz in der VIP-Lounge

heute feiern wir gemeinsam den 40. Geburtstag meines Sohnes! 

Der Kellner steht schon mit den Geschenken bereit, aber gemach, gemach, soweit sind wir natürlich noch nicht. Zuerst einmal möchte ich dir, Björn, hier in unserem Grafschafter Wochenanzeiger ganz, ganz herzlich zu deinem heutigen Ehrentag gratulieren, ich wünsche dir alles Liebe und Gute, Gesundheit und einen wunderbaren Geburtstagstag, an dem wir leider wegen dem doofen Corona-Virus nicht gemeinsam feiern können, da hab ich mir gedacht, mein Redaktionsteam und ich, wir machen dir hier einen schönen Eintrag zu deinem Fest! Wir hoffen alle, du freust dich!!! 

Die Frau Chefredakteurin, was deine Mom ist, lach, ist nun diejenige, die eine kleine bildliche Rückschau auf dein bisheriges Leben hält, wer könnte das besser als eine Mama, die alles so gut in ihren Erinnerungen archiviert hat:

 

So fing es an, am 24. Oktober 1980 wurdest du an einem Freitag geboren! Und wir, dein Papa und ich, waren glückliche Eltern! 

Musik war schon immer deine ganz große Leidenschaft, da kommen wir später noch drauf zurück. 

Der „Ernst“ des Lebens begann, du kamst in die Schule. Vier Grundschuljahre haben dich begeistert, der Rest dann wohl nicht mehr sooo sehr, lach, aber du hast es geschafft und du hast es gut gemacht!

Deinen anschließenden Zivildienst hast du dazumalen in dem Altenheim gemacht, in dem auch ich gearbeitet habe. 

Und dann kam die schönste Zeit deines Lebens:

Verliebt verlobt

verheiratet!

Ich wünsche euch beiden, gerade heute an deinem Geburtstag ganz besonders, ein langes, wunderschönes gemeinsames Leben! Denn dank dir bin ich ein glückliches Mutter- und Schwiegermuttertier! 

So, und nun macht mein Redaktionsteam mal mit den Geschenken weiter, für die der Kellner oben schon parat stand, lach!

Ruddi fängt mal an:

Ja, lieber Björn, als Ruhrpottbengel so wie du, da hab ich doch was feines für dich, denn die Frau Chefredakteurin hat mir verraten, daß das als Kind deine Lieblingssendung war:

Die Sendung mit der Maus, hihihi, ich hätte da noch was aus den 80ger-Jahren für dich:

https://www.wdrmaus.de/filme/sachgeschichten/knallerbsen.php5

https://www.wdrmaus.de/filme/sachgeschichten/schokoladenhohlfigur.php5

Viel Spaß beim gucken und herzlichen Glückwunsch, dein Ruddi

Bruno, als ehemaliger Hauptstadtbär, der dirigiert jetzt ein Orchester für dich

kleiner Vorgeschmack fürs große Werk:

Viel Freude beim hören und herzlichen Glückwunsch, dein Bruno

Hamish, unser schottischer Außenkorrespondent, beglückt dich natürlich mit deinem geliebten Edinburgh, aber zuerst einmal bestand er darauf, dich hier zu deinem Ehrentag mit einem entsprechenden Frühstück zu erfreuen:

Greif zu und laß es dir schmecken, Geburtstagskind! Und nun zu Edinburgh:

Das Instrument für schottische Musik, die du doch auch so sehr liebst, der Dudelsack da hab ich natürlich auch noch was für dich: 

und im Verband mit Ruddi, unserem Ruhrpottbengel, hab ich ein Schmankerl gefunden:

Hihihihi, haben wir uns so drauf gefreut, das Steigerlied mit Dudelsack!

Ich hab natürlich auch noch was aus meinem (und deinem!) geliebten Edinburgh

Ich hab jetzt richtig Heimweh bekommen, aber habt ihr schon gut gemacht damals, du und Steffi, daß ihr mich hier für den Grafschafter Wochenanzeiger auf dem Edinburgher Flughafen angeworben habt! Viel Spaß beim gucken, und herzlichen Glückwunsch, dein Hamish

Otto, unser Handelsreisender, der hat mit Hamisch getuschelt, denn er hat dem Otto einen Tipp für deinen Geburtstag gegeben, aber dafür mußte sich unser Handelsreisender erst einmal corona-mäßig ausstaffieren, schließlich geht bei uns Sicherheit vor und wir sind rücksichtsvolle Zeitgenossen, also hat Otto Maske angelegt

und sich auf den Weg in die Stadt gemacht, um dir das hier zu besorgen:

schottischen Whisky, dein Lieblingsgetränk! Da stoßen wir alle später noch mit dir an! Ich hoffe, ich hab die richtige Sorte ausgewählt, ich hatte dran geschnuppert, und mir gefiel er sehr gut! Laß es dir schmecken, herzlichen Glückwunsch, dein Otto

Luzia, die schimmernde, hat etwas leuchtendes für dich, sie hatte neulich hier so einen wunderbaren Sonnenuntergang entdeckt und ihn von mir für dich fotografieren lassen, büddeschön:

Ich hoffe, das grafschaftliche Herbstleuchten gefällt dir, möge auch dein Leben immer leuchten, herzlichen Glückwunsch, deine Luzia

Damit ist nun mein Redaktionsteam am Ende seiner Gratulation angekommen. Aber fehlt da nicht noch jemand? Oh, natürlich, unsere rasende Reporterin Mimi in heaven hat doch auch an dich gedacht und schickt von ihrer Wolke und ihrem Stern ein Bild für dich:

Sie wünscht dir so dein Leben, behütet in liebenden Händen eurer Zweisamkeit, mit rosa Wölkchen, nicht immer, aber immer wieder! 

So, liebes Geburtstagskind geboren im Sternzeichen Skorpion, dann mußt du jetzt noch die Kerzen an deiner Geburtstagstorte auspusten

wir stoßen alle mit dir an und sagen Prost auf noch ganz viele wunderbare Jahre

es bringt dir noch jemand ein Ständchen, lach, wir sagen alle nochmals  

Bestimmt ist dir und allen hier auch bei der Musikauswahl aufgefallen, das der Titel „Highland Cathedral“ noch an ein anderes Lied denken ließ, ja, klar, das haben wir ja auch nicht ohne Absicht ausgesucht, denn nun kommt auch noch das Lied, das deine jetzige Heimatstadt beschreibt und nach dem Original von den Bläck Fööss geschrieben wurde:

Damit sind wir nun wirklich fast am Ende deines Geburtstagseintrages hier, das ganze Redaktionsteam des Grafschafter Wochenanzeigers wünscht dir einen wundervollen Geburtstagstag

mit Mimi in heaven und Otto und Luzia. 

Hab einen wunderschönen Tag, mein Geburtstagskind, und feier trotz allem richtig schön, ich hab dich lieb! 

Allen unseren Lesern wünschen wir ein wunderschönes Wochenende, paßt auf euch auf und bleibt oder werdet gesund, bleibt hoffnungsvoll und zuversichtlich auch in diesen besch………..Zeiten, ich hab da noch ein Lied für uns alle gefunden, das fand ich so schön:

Habts fein!  

 

Grafschafter Wochenanzeiger – zwischen Frust und Hygge

Großer Zorn 

Mein Zorn ist groß und fürchterlich,
ja, fürchterlich und groß,
denn dieser dumme Erdplanet
blamiert sich grenzenlos.

Ich wollt‘, ich wär‘ ein Haifisch
im tiefen, tiefen Meer!
Dann fräß‘ ich alles, was da schwimmt,
vergnüglich ringsumher.

Oder ein Aasgeier möcht‘ ich sein
mit scharfer, scharfer Krall‘:
Ich fräß das ganze Vogelgeschlecht,
Kolibri wie Nachtigall.

Ich wollt‘, ich wär‘ eine Klapperschlang‘
in der dummen freien Natur:
Vergiftet wär‘ in kurzer Zeit
die ganze Kreatur!

Ich wollt, ich lief mit Wutgebrüll
herum als Mordhyäne,
ich nähm‘ die ganze Menschheit wild
als Frühstück zwischen die Zähne.

Am End‘ fräß ich mit kaltem Blut
mich selber noch dazu,
denn eher kommt meine große Wut
doch nimmermehr zur Ruh.

(Joseph Victor von Scheffel, 1826 – 1886)

Hallo, ihr lieben Leser alle vom Grafschafter Wochenanzeiger!

Wenn ich mich hier als Chefredakteurin unserer Zeitung in der trauten Runde meiner Leser mit der heutigen Sonntagsausgabe in den Händen so umsehe, dann sehe ich doch allwieder mal die Fragezeichen in euren Augen. Schon eine seltsame Mischung, die herbstliche Kürbisgirlande und ein Gedicht über Zorn, und auch der Titel gibt Rätsel auf?

Tja, eigentlich sollte dies einfach nur ein hübscher, herbstlicher Eintrag werden, aber noch bevor wir uns in unseren Redaktionsräumen zur freitäglichen Redaktionssitzung zusammen setzen konnten, holte uns ein Ereignis ein, das meine Zornesader schwellen ließ und den Frust im Titel erklärt. Muß ich jetzt ein bissel ausholen:

Seit März diesen Jahres bedingt die Corona-Zeit möglichst wenig reisen, viele Urlaubspläne oder andere reisebedingenden Unternehmungen sind wohl bei allen ins Wasser gefallen, so auch bei meinen Kindern. Um aber wenigstens noch die Natur und die nähere Umgebung ungefährdet von Bus- und Bahnreisen erkunden zu können, haben sie sich Mitte August Fahrräder gekauft. 

Und waren so glücklich, sind gleich am ersten Tag schon losgeradelt, haben seitdem schon so manchen feinen Ausflug damit unternommen, sind schon zur Arbeit damit gefahren, und haben in ihrer unmittelbaren Stadtumgebung sogar ein herrliches Waldgebiet entdeckt. 

Das Glück war nur von kurzer Dauer, denn stellt euch bloß vor: Am letzten Donnerstag sind ihnen die Räder aus dem verschlossenen Keller gestohlen worden! Aufgebrochen, der Keller, und die Räder waren weg! Natürlich war die Polizei da und hat den Diebstahl aufgenommen, aber in solchen Fällen besteht ja meist wenig Hoffnung, den Diebstahl aufklären zu können, den/die Dieb(e) dingfest zu machen und die gestohlenen Räder wiederzubekommen. Ihr könnt euch sicher alle vorstellen, wie groß Frust und Zorn sowohl bei den Besitzern als auch bei mir waren. 

Und das gab eben nun den Anlaß sowohl für den Titel unseres heutigen Eintrags als auch für das Gedicht. Hier hingen erst mal alle Köpfe bei unserer Redaktionssitzung am Freitag, weil wir das als so gemein und hinterhältig empfanden. Es wird euch beim lesen der Schandtat nicht anders ergangen sein, denken wir uns. 

Da brauchte es ein bissel Zeit, bis wir uns so langsam wieder auf den eigentlichen Eintrag besinnen konnten, den wir aber trotzdem hier noch einstellen möchten, er war doch auch schon so schön vorbereitet und die Mühe sollte nicht umsonst sein, außerdem braucht alles im Leben seine Waage! 

Also fangen wir nun noch einmal mit einem kleinen Gedicht an, zum eigentlichen Thema konnte ich dieses Mal echt nicht fündig werden, aber das ausgesuchte paßt auch: 

Herbstbild

Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
die schönsten Früchte ab von jedem Baum.

O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält;
denn heute löst sich von den Zweigen nur,
was vor dem milden Strahl der Sonne fällt.

 

(Christian Friedrich Hebbel, 1813 – 1863)

Kein goldener Oktober weit und breit, Usselwetter allerorten, da haben wir es uns in unseren Redaktionsräumen so richtig hyggelig gemacht, und da ist es, das Wort, das ebenfalls im Titel vorkommt, Hygge: Vertrautheit, Behaglichkeit, Geborgenheit, Wärme, eine Art, mit kalten und dunklen Herbst- und Winterabenden umzugehen. Dazu gehört Tee

ebenso wie Kerzenschein  

Und Zeitungen! Feine Zeitungen mit Herbstbildern, ihr kennt ja alle mein Sammlergen, da hat die Frau Chefredakteurin mal wieder in alten Broschüren geblättert, und ist fündig geworden für unseren Beitrag zur heutigen Sonntagsausgabe. 

Früchte des Herbstes, Kürbisse! 

Die Kürbisse (Cucurbita) bilden eine Pflanzengattung aus der Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae). Bekannte Vertreter sind der Riesen-Kürbis (Cucurbita maxima), der Moschus-Kürbis (Cucurbita moschata) und der Garten-Kürbis (Cucurbita pepo), die landwirtschaftlich genutzt werden.

(Quelle: Wikipedia)

https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCrbisse

Es gibt eine solche Vielfalt an Sorten von Kürbissen, und einige wollen wir euch nun hier mal vorstellen:

Butternut/Butternuß, für (fast) alles zu gebrauchen, Suppen, Risotto oder Ofengemüse. 

Mandarinenkürbis, gebraten mit Petersilienpesto, gefüllt oder roh als Salat, der Minikürbis schmeckt süßlich. 

Ölkürbis, aus ihm stammen die feinen und gesunden grünen Kürbiskerne, die auch zu Öl gepreßt werden können. 

Accorn, ein grüner Kürbis, sehr gut roh zu verzehren und ganz köstlich, fein gehobelt als Salat. Gekocht schmecken sie süß und mehlig. 

Baby Boo, das ist der richtige Mini-Kürbis für kleine Gärten. Er schmeckt süßlich mit fruchtig-nussigem Aroma und ist als Dekokürbis sehr beliebt. 

Spaghetti-Kürbis, den Namen hat er davon, daß sein faseriges Fruchtfleisch wie die Nudeln aussehen. So kann man ihn auch verarbeiten: Kochen, Stränge auffasern und mit Nudelsoße servieren. 

Marina di Chioggia, er wird auch „Drachenkürbis“ genannt, weil er eine grüne, gefaltete Oberfläche besitzt, er kann bis zu 5 kg schwer werden. Sein dunkelgelbes Fleisch schmeckt maronenartig. 

Hokkaido, wohl einer der bekanntesten Kürbissorten, man muß ihn nicht schälen und er schmeckt vielseitig: salzig, süß, als Suppe, Blechgemüse oder Kartoffel-Kürbis-Pürree. 

Crown Prince, er hat nussiges Fruchtfleisch, eignet sich für Kürbisrisotto, oder in Spalten geschnitten zum kurzbraten mit Knoblauch. 

Muskatkürbis, Muscat de Provence, kann man nach dem backen (den ganzen Kürbis) als Pürree verarbeiten. 

Bischofsmütze, oder Turbankürbis, er ist ideal für Suppen, weil man die Suppe in der Schale servieren kann, bedeckt mit dem vorher abgeschnittenen gewölbten Deckel. 

Zu so was leckerem, sowohl für den Gaumen als auch fürs Auge, gehört natürlich dann auch wieder das hier:

Unser Rezeptbüchlein!

Kürbisknödel (Zutaten für 5 – 6 Knödel)

  • 200 g altbackene Semmeln, klein geschnitten
  • 100 ml Wasser
  • 100 ml Sahne
  • 1 Zwiebel
  • 1 EL frisch gehackte Petersilie
  • 200 g Kürbis (Hokkaido oder Butternuß)
  • 1 EL Butter
  • 1 TL Salz, eine Prise Pfeffer
  • 1 EL Chiliflocken
  • 2 Eier
  • 150 g geriebener Käse
  • etwas frisch geriebene Muskatnuß
  • Parmesan zum bestreuen
  • 1 EL Kürbiskernöl

Semmeln in eine Schüssel geben. Sahne und Wasser mischen, leicht erwärmen und über die Semmelmasse gießen, 15 Minuten ziehen lassen. Zwiebel schälen, in kleine Würfel schneiden, in etwas Butter andünsten und die Petersilie zugeben. Den Kürbis waschen, in kleine Würfel schneiden und ca. 5 Minuten in Butter weich dünsten, mit Salz, Pfeffer und Chiliflocken würzen. Die gedünsteten Zwiebel und die Kürbismasse zum Knödelteig geben, ebenso die Eier, den geriebenen Käse und die frisch geriebene Muskatnuß. Die Masse mit den Händen kräftig durchmengen. Sollte der Teig zu feucht sein, 1 – 2 Eßlöffel Mehl dazugeben. Mit feuchten Händen 5 – 6 Kürbisknödel formen, in simmerndem Wasser die Knödel gar ziehen lassen. Anrichten, Parmesan drüber hobeln und mit Kürbiskernöl beträufeln. 

Guten Appetit!

Der Kürbis ist im übrigen das Symbol der Apotheker, die ihn früher als Vorratsgefäß für Arzneimittel und Pulver verwendeten, vor allem im alten China, dadurch ist er zu einer Magie für ein langes Leben geworden. Bei den Afrikanern ist er ein Symbol der Fruchtbarkeit, und  über die Kelten und ihrem Fest Samhain in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November kam er zu Ruhm und Ehren, ausgehöhlt, mit furchteinflößenden Masken geschnitzt und mit einer Kerze, die ihn von innen beleuchtet, kennen wir ihn zu Halloween:

 

Für die Römer war er ein Sinnbild für Aufgeblasenheit und Dummheit, schnell wachsend, hohl und aufgeblasen und schnell verderblich. 

In der Medizin ist der Kürbis bekannt für Wirkungen z.B. bei Entzündungen, Nierensteinen, Depressionen, Hautirritationen und parasitären Infektionen. Das Öl der Kürbiskerne enthält Stoffe, die dazu führen, dass sich Darmparasiten nicht an der Darmwand anhaften können. Die Kerne an sich sind ein natürliches Diuretikum. Das bedeutet, sie wirken harntreibend und helfen so auch bei Blasenbeschwerden. 

Damit sind wir nun am Ende unseres heutigen Sonntagsblättchen zu Ehren des Kürbis! Wir hoffen, es hat euch allen wieder gefallen und wünschen euch einen schönen, herbstlichen Sonntag. Paßt bitte weiter alle gut auf euch auf, bleibt oder werdet gesund, laßt euch nicht die Zuversicht rauben, daß auch wieder bessere Tage kommen als die derzeitigen! Eine liebe Umarmung von uns für euch alle!

Euer Redaktionsteam vom Grafschafter Wochenanzeiger

mit Mimi in heaven und Otto und Luzia. 

Habts fein!  

 

Grafschafter Wochenanzeiger – Das Wort zum Sonntag

Ostpreußenlied

Land der dunklen Wälder
und kristall’nen Seen,
über weite Felder
lichte Wunder geh’n.

Starke Bauern schreiten
hinter Pferd und Pflug,
über Ackerbreiten
streicht der Vogelzug.

Und die Meere rauschen
den Choral der Zeit,
Elche steh’n und lauschen
in die Ewigkeit.

Tag ist aufgegangen
über Haff und Moor,
Licht hat angefangen,
steigt im Ost empor.

(Erich Hannighofer, 1908 – seit 1. Januar 1945 vermißt)

Hallo, ihr lieben Leser alle vom Grafschafter Wochenanzeiger, nun hat sie uns wohl erwischt, die zweite Welle von Corona, überall steigen die Fallzahlen, viele Großstädte sind mittlerweile Risikogebiete, daß doch wieder ein bissel unbeschwertere Leben wird zunehmend wieder schwieriger und unsicherer. Als wenn das alles nicht schon schwer genug wäre, wird natürlich auch das Geschrei und Gekeife der schwurbelnden „Freiheitsberaubten“ immer lauter und immer asozialer, es ist kaum noch zu ertragen, zu irgendwelchen Nachrichten noch Kommentare zu lesen. Und so kommt zu unserem heutigen Sonntagseintrag mal das Wort bzw. Vorwort zum Sonntag:

Wir haben eine weltweite Pandemie, daran gibt es nichts zu drehen und zu deuteln, der kann man nicht mit verdrehten Zahlen und verdrehten Verschwörungstheorien beikommen, da hilft nur gesunder Menschenverstand und und soziale Kompetenz, sprich Mitmenschlichkeit, da müssen wir uns ALLE in Verzicht, Vorsicht und Rücksicht üben, und das bedeutet das einhalten der AHA-Regeln, Abstand halten, Hygiene beachten, Alltagsmaske tragen. Keiner, wirklich keiner, ist gefeit, niemand weiß sicher, ob ihn sein vielleicht noch junges Alter schützt, und selbst die Experten können uns nicht sagen, was für Folgeschäden selbst nach milden Verläufen in naher oder ferner Zukunft noch möglich sind. Und wie sich das Virus noch weiter entwickelt und/oder in welche Richtung. Wir sitzen alle in einem Boot, und all die Vernünftigen weltweit wollen nicht, daß wir das vor die Wand fahren. Wer jetzt immer noch wie ein Kindergartenkind (und selbst die sind heute mitunter schon gescheiter!) trotzig mit den Füßen aufstampft und schreit „ICH will aber…..feiern, reisen, uneingeschränkt alles tun was ICH will, ohne Rücksicht auf Verluste…..“, der muß sich halt auch wie ein Kind behandeln lassen und mit empfindlichen Konsequenzen für sein Handeln rechnen. Steht so nämlich schon im von eben diesen Leuten so viel zitierten Artikel 1 des Grundgesetzes: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ Da steht nix von Freiheit eines einzelnen Volldeppen steht über allem! Die endet nämlich da, wo die des anderen beginnt. 

So, ihr lieben Leser alle, das mußte mal raus! Daß ich bei euch allen hier damit offene Türen einrenne, ist mir durchaus bewußt, aber manchmal muß man einfach trotzdem etwas schriftlich niederlegen, um sich vom innerlichen wütenden Druck zu befreien angesichts all der Covidioten da draußen! Danke, daß ihr mir zugehört habt! 

Und nun kommen wir endlich zu dem Teil unserer heutigen Sonntagsausgabe, auf den sich mein Team und ich schon so gefreut haben. 

Herbstzeit ist Erinnerungszeit, und so saß mein Redaktionsteam bei der freitäglichen Redaktionssitzung 

mit Mimi in heaven bei einer Tasse Tee und Kerzenschein und blätterte in diversen Unterlagen, um über einen Eintrag fürs Wochenende abzustimmen. Ruddi hatte dabei das Poesiealbum der Frau Chefredakteurin beim Wickel, und das gesamte Bärenteam schaute ihm interessiert über die Schulter. 

„Sag mal, Frau Cheffin, steht da eigentlich auch dein Lieblingslehrer drin, von dem du uns schon so oft erzählt und wohl auch schon oft was geschrieben hast?“ fragte Ruddi. „Ja, natürlich, Ruddi, komm, ich zeig es euch!“ 

„Das ist jetzt 56 Jahre her, daß mir mein Lieblingslehrer diese Zeilen von seinem Lieblingsdichter Werner Bergengruen in mein Poesiealbum schrieb, die ich als Kind noch nicht so verstanden habe, heute aber schon.“ 

Die auf mich gerichteten fragenden Augen meines Teams machten mir dann klar: Sie wollten einen Eintrag über meinen Lieblingslehrer, der schon so oft hier im Blögchen und auch im Grafschafter Wochenanzeiger präsent war. Nichts lieber als das! Zumal du, lieber Bruno, seinen Vornamen trägst, der war schon mit Bedacht gewählt, als du als asylsuchender Berliner Bär hier eingetrudelt bist, denn auch mein Lieblingslehrer war ein Flüchtling, er stammte aus Ostpreußen und ist getreckt, hat dann irgendwann in meiner Heimatstadt auch seine neue Heimat mit seiner Familie, Frau und Sohn, gefunden, aber das Heimweh hat ihn nie verlassen, deshalb auch das Ostpreußenlied als Gedicht im heutigen Eintrag. 

https://de.wikipedia.org/wiki/Ostpreu%C3%9Fen

Wie oft er uns von diesem seinem schönen Land erzählt hat. Er war Konrektor an unserer Schule, sein Freund und Kollege war unser Rektor, er stammte aus Pommern. 

https://de.wikipedia.org/wiki/Pommern

Auch von dort wußte mein Lehrer zu berichten, und so entstand in meiner Kinderseele aus seinen Erzählungen die Sehnsucht nach einem Land, das ich nicht kannte, aus dem Gedächtnis des Lehrers in das Gedächtnis des ihm zuhörenden Kindes: Masurische Seenplatte, Kurisches Haff, Kurische Nehrung, Bernstein, Elche, dunkle Wälder, lichte Seen, Ostsee! 

https://de.wikipedia.org/wiki/Masurische_Seenplatte

https://de.wikipedia.org/wiki/Kurisches_Haff

https://de.wikipedia.org/wiki/Kurische_Nehrung

Als mein Lieblingslehrer unser Lehrer wurde, waren wir im 4. Schuljahr, die älteren Klassen hatten uns alle vor ihm gewarnt, er wäre sehr streng. Und außerdem der Freund des Rektors! Meine Klasse und ich, wir waren aber sehr unerschrockene Schüler, lach, und ließen das mal auf uns zukommen, und siehe da, der so propagierte Lehrer erwies sich als absoluter Glücksfall für uns, wir kamen so gut zusammen zurecht, vielleicht hatten wir uns gesucht und gefunden, das kommt ja schon mal vor im Leben. Ich kann das wirklich mit Fug und Recht behaupten, denn bei unserem jetzt auch schon wieder länger zurückliegendem Klassentreffen nach über 40 Jahren haben mir das alle meine Mitschüler/innen bestätigt, sie schwärmten alle noch von ihm. 

Unterricht kann ja auch schon mal langweilig und ermüdend sein und immer wenn das der Fall war, fragten wir unseren Lehrer nach seiner Heimat und haben die schönsten Geschichten erzählt bekommen aus seinem Leben dort. Flutsch, war die Schulstunde zu Ende!  

Er war es auch, der meine Liebe zum Blockflötenspiel weckte, weil er selbst sehr gut spielen konnte, ich hab so doll geübt, und irgendwann haben wir dann das „Pommernlied“ zusammen gespielt, zweistimmig, was war ich stolz!

Ich hab euch mal zwei Fassungen des Lieds eingestellt, bei der zweiten ist der komplette Text sowohl eingeblendet als steht auch unten drunter bei „mehr anzeigen“! 

Auch die Liebe zu Theodor Storm, meinem Lieblingsdichter, hab ich meinem Lehrer zu verdanken, er weckte das Interesse für Literatur und begann damit mit Storms „Immensee“.

Die Liebe zu Gedichten ging damit Hand in Hand, mein Lehrer liebte Gedichte und brachte sie uns nahe, er ließ uns aber nicht nur auswendig lernen, sondern legte sehr viel Wert auf die Betonung beim vortragen. Ich erinnere mich noch so genau an sein Lieblingsgedicht „Die Frauen von Nidden“ von Agnes Miegel, in dem diese Zeilen vorhanden sind:

„Drei Tage lang, drei Nächte lang,
Wimmernd im Kirchstuhl die Glocke klang.
Am vierten Morgen, schrill und jach,
Ihre Stimme in Leide brach.“

Das wollte er so vorgetragen haben, daß man die Schwingung der Glocke in den ersten Zeilen quasi „hörte“, ich kann es heute noch genauso. So hat er uns gelehrt, die Musik in der Sprache zu erfühlen. Und so machten Gedichte Freude, und es ist irgendwie auch ein kleiner Tribut an ihn und seine Unterrichtsmethoden, wenn ich noch immer hier jeden Eintrag mit einem Gedicht beginne. 

Mein Lehrer war es auch, der mich zum Vorlesewettbewerb als beste Leserin meiner Schule anmeldete beim großen Vorlesewettbewerb aller Oberhausener Schulen, bei dem ich den 5. Platz belegt habe mit dem vorlesen aus dem Buch „Die kleine Hexe“ von Otfried Preußler. Der Wettbewerb fand in einem Herbst/Winter am späten Nachmittag statt, da war es nach Beendigung schon dunkel, und mein Lehrer, der natürlich dabei war, brachte mich dann treulich zu Fuß! nach Hause. 

Wir sind dann mal in einem Winter mit mehreren Klassen zum Schneevergnügen ins Sauerland gefahren, nach Meinerzhagen, mit dem Zug, und auf der Rückfahrt wurde ein Gesangswettbewerb ausgerufen, an dem die mitfahrenden Schulklassen sich beteiligen konnten, außer Literatur war die zweite Leidenschaft meines Lehrers die Musik, wir haben viel und oft gesungen, zwei- und dreistimmig, und so meldete er uns natürlich kurzerhand zu diesem Wettbewerb an. Aber was sollten wir singen? Es wurde der „König in Thule“ vorgeschlagen, denn den konnten wir rauf und runter, lach, und auch richtig schön mehrstimmig, gesagt, getan, geübt, teilgenommen……und den dritten Platz belegt! Was waren wir stolz, und unser Lehrer hat gestrahlt wie ein Honigkuchenpferd, es war auch ein Preis damit verbunden, ein Geldpreis für unsere Schulbücherei. Wie passend! 

Auch hier zwei Versionen des Liedes, das wir gesungen haben, beim zweiten steht ebenfalls der Text unter „mehr anzeigen“! 

Ihr werdet jetzt sicher lachen, aber von meinem Lieblingslehrer ist mir sogar sein Lieblingsduft noch in Erinnerung, „Old Spice After Shave“, auch Gerüche können Erinnerungen wecken! 

Ja, ihr lieben Leser unseres Grafschafter Wochenanzeiger, da kommen wir nun mal langsam zum Schluß unserer Sonntagsausgabe. Viel Text dieses Mal, aber zum Ende hin gönnen wir euch gleich auch noch ein paar schöne Herbstbilder, passend dazu, daß der Herbst Erinnerungen weckt! 

Dann gibt es jetzt noch das oben eingestellte Gedicht als Lied

Text wird eingeblendet und steht unter „mehr anzeigen“

und ein Lied von Reinhard Mey, mit der er seiner Lieblingslehrerin gedenkt

https://www.reinhard-mey.de/texte/alben/charlotte

und damit wünschen wir euch allen nun einen wunderschönen Sonntag mit vielen schönen Erinnerungen! Paßt auf euch auf, bleibt oder werdet gesund, es werden wieder bessere Zeiten kommen, in diesem Sinne wünscht euch alles Liebe und Gute euer Redaktionsteam vom Grafschafter Wochenanzeiger

mit Mimi in heaven und Otto und Luzia, den Freelancern. 

Habts fein!  

Grafschafter Wochenanzeiger – 30 Jahre Wiedervereinigung: Ein Reisebericht

Augen in der Großstadt

Wenn du zur Arbeit gehst
am frühen Morgen,
wenn du am Bahnhof stehst
mit deinen Sorgen:
da zeigt die Stadt
dir asphaltglatt
im Menschentrichter
Millionen Gesichter:
Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
die Braue, Pupillen, die Lider –
Was war das? vielleicht dein Lebensglück . . .
vorbei, verweht, nie wieder.

Du gehst dein Leben lang
auf tausend Straßen;
du siehst auf deinem Gang,
die dich vergaßen.
Ein Auge winkt,
die Seele klingt;
du hasts gefunden,
nur für Sekunden . . .
Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
die Braue, Pupillen, die Lider;
Was war das? kein Mensch dreht die Zeit zurück …
Vorbei, verweht, nie wieder.

Du mußt auf deinem Gang
durch Städte wandern;
siehst einen Pulsschlag lang
den fremden Andern.
Es kann ein Feind sein,
es kann ein Freund sein,
es kann im Kampfe dein
Genosse sein.
Es sieht hinüber
und zieht vorüber . . .
Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
die Braue, Pupillen, die Lider.
Was war das?
Von der großen Menschheit ein Stück!
Vorbei, verweht, nie wieder.

(Kurt Tucholsky, 1890 – 1935 )

Hallo, ihr lieben Leser vom Grafschafter Wochenanzeiger zum heutigen Feiertag! 

30 Jahre Wiedervereinigung!

Und da fiel doch der Frau Chefredakteurin ein, daß da noch was in den Archiven unserer Zeitung steckt, das sich herrlich zu diesem Tage eignen würde, eine kurze Beratung bei der freitäglichen Redaktionsbesprechung mit meinem Team und die Sache war gebongt: Es folgt ein Reisebericht von der Frau Chefredakteurin herself, wie unschwer an der Girlande unseres Eintrags zu erkennen ist, aus dem Osten unseres nunmehr seit 30 Jahren wiedervereinigten Landes, nämlich aus Frankfurt/Oder und Umgebung, bereist anno domini im Juli 1993!

Von dieser Reise gibt es nämlich ein Foto-Album

dann schlagen wir es mal auf:

Bemerkungen alle von der Frau Chefredakteurin, die das Album auch gestaltet hat, lach! 

1993, das war nicht lange nach der Wiedervereinigung, Björns Papa ist derzeit nach der Wende in den Osten „abkommandiert“ worden, um in seinem Berufsfeld „drüben“ Einarbeitungen zu geben, war ganz begeistert von Land und Leuten und so haben wir 1993 diese Urlaubsfahrt angetreten. Unser Hotel: 

und das Frühstückszimmer

Wir haben uns dort sehr wohl gefühlt, Björn war ja dazumalen auch erst 12 Jahre alt, und hatte zu seiner größten Freude ein eigenes Zimmer zwei Zimmer vor unserem. Mit eigenem Fernseher und Kühlschrank. Toll! 

Frankfurt/Oder

gleich am ersten Tag war Stadterkundung angesagt

alles vorhanden an Reiseführer, was man dazu braucht. Ich war jedenfalls vom historischen Frankfurt/Oder restlos begeistert, zumal im Juli hunderte!!! von Schwalben um Rathaus und Kirche flogen, so kannte ich das aus unseren Städten nicht. 

Von Frankfurt aus haben wir viele Ausflüge unternommen, einer davon ging an den Helene-See,

der Prospekt, auch die Bilder von dort sind aus dem Prospekt, auch da haben wir wahrscheinlich mal wieder mehr gefilmt als fotografiert. 

Aber gerade vom Helene-See haben wir auch noch ein paar eigene Bilder, ich glaub, die hat Björn dazumalen sogar noch mit meiner kleinen und einfachen Agfa-Klick gemacht:

Mutter und Sohn am abendlich glänzenden und glitzernden See. 

Mama alleine! 

Still ruht der See!

Das ist ein herrliches Fleckchen Erde, überhaupt die ganze Umgebung dort, ich hatte in meinen Reisenotizen im Foto-Album vermerkt, daß mich die ganze Landschaft nicht nur an die Bücher von Fontane, und da natürlich logischerweise die „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“, erinnerte, sondern auch an Th. Storm, denn die Landschaft hat etwas nordisch-herbes, und auch die Erzählungen meines alten Lieblingslehrers aus Ostpreußen bekamen hier landschaftliche Kontur. 

Das nächste Blatt im Fotoalbum zeigt das hier

die hübschen Marktstände sind dazumalen von Björn gemalt worden, die eingeklebte Papierspitze zwischen dem Text hat ihre Bewandtnis, zu der wir noch kommen. Wir waren natürlich auch bei unseren polnischen Nachbarn zu Besuch, über die Oderbrücke in Frankfurt ist das ein Katzensprung, und ich glaub, ich muß hier bei euch allen nicht erwähnen, daß die Bezeichnung „Polenmärkte“ nichts abwertendes beinhalten, ganz im Gegenteil. Die Spitze symbolisiert nämlich zum Beispiel die wundervollen Spitzenhandarbeiten, die dort erworben werden konnten. Und auf dem Markt in Guben gab es herrliches Gemüse, ich konnte mich da immer gar nicht los reißen. Auf beiden Märkten war alles vertreten, was das Herz begehrte, Kleidung, Porzellan, Keramik, Glas, die erwähnten Spitzenerzeugnisse, und lecker Essen gab es dort auch, zum Beispiel ganz erstklassige Schaschlikspieße! 

Nächster Ausflugspunkt:

Jaaaa, lach, ihr lieben Leser, ich mal wieder, das muß doch immer sein bei mir, bissel Veräppelei, natürlich hatten wir im Juli nicht ein solches Wetter im Spreewald, hihihihi! Aber sieht doch einfach bezaubernd aus, oder? Deshalb hab ich es ja auch mitgebracht und eingeklebt. 

„Stoßkahnfahren“ auf den Spreewaldkanälen, da kommt man sich vor wie in Venedig, allerdings singt der spreewäldlerische Gondolierie nicht so schön wie sein Kollege in Venedig, lach! 

Dieses Haus ist eine Art „Jugendherberge“, da war Björn damals ganz begeistert bei dem Gedanken, dort mal mit seiner Schulklasse Klassenfahrt hin zu machen und dann morgens mit dem Kahn zum Brötchen holen staken, hihihihi! 

Wir fanden es wundervoll dort, das ist noch oder war zumindest damals noch fast unberührte Natur, und auch ein bissel mystisch und geheimnisvoll, im Spreewald gibt es viele Sagen, und als ich dort dann auch noch meine geliebten Schwälbchen

mal einfach so in den Büschen entdeckt habe,

hatte der Spreewald mein Herz gestohlen! 

Wir waren dann auch noch im Spreewald-Museum Lübbenau-Lehde

ich liebe solche Freiluftmuseen, zum Glück sah das meine Familie immer genauso, also hatten wir alle Spaß beim gucken. 

Wie man sieht! Das Häuschen hätten wir am liebsten gekauft, so hab ich es damals im Fotoalbum untertitelt. 

Außer Schwalben und, wie hier zu sehen, Schafe, hat mich noch was so begeistert, was es bei uns nicht so oft zu sehen gab, nämlich das:

Störche! Sie hatten überall ihre Nester in den Dörfern um Frankfurt/Oder, das war eine Freude, denn so live und in freier Wildbahn hatten wir sie noch nicht gesehen. 

Tolles Nest, oder?

 

Hier gehört eine lustige kleine Anekdote hin, Björn hatte mit seiner Oma zuhause telefoniert, hatte ihr von den vielen Störchen erzählt und sie hat ihm dann gesagt, da solle er mal gut aufpassen, daß der Storch die Mama nicht ins Bein beißt! Da Björn zu der Generation Kinder gehörte, die nicht mit der Storchenmär vom Kinder kriegen groß geworden ist, war er nach dem Gespräch sehr ratlos und meinte, da sei die Oma doch wohl bissel überbesorgt, wie solle der Storch denn wohl die Mama beißen! Wir haben herzlich gelacht und unseren Sohn erst einmal „aufgeklärt“! 

Nächste Station:

Das Schiffshebewerk in Niederfinow

Ein technisches Meisterwerk! Das ist die Ansicht der unteren Wanne.

Von dort unten

nach hier oben wird das Schiff angehoben. Wir konnten einem Schleusenvorgang beiwohnen. 

Und in den Gestängen der Schleuse nisteten die Schwalben! 

Aussicht auf die Landschaft

Und nun kommen wir zum Höhepunkt unserer Reise

Wir fuhren nach Berlin!

Im Fotoalbum/Reisetagebuch hab ich dazu folgendes notiert:

Die Fahrt nach Berlin begann wie es sich gehört mit einem Stau. Aber wir schafften es und fanden etwas außerhalb auch sofort einen Parkplatz. Beunruhigende Frage: Brauchten wir einen Parkschein? Zum Glück lief uns ein echter Berliner Polizist über den Weg, er hätte mit seiner Figur und mit seinem Aussehen am besten noch eine Pickelhaube tragen müssen! Unsere Frage wurde freundlichst beantwortet: „Ick jloobe nich, det da eener kontrolliert!“ Ein schöner Anfang!

Fernsehturm am Alexanderplatz, der „Alex“! Stolze Höhe: 365 m, wir waren oben. 

Ganz Berlin liegt uns zu Füßen! 

Ich zitiere weiter aus unserem Fotoalbum:

Vom Alex aus gingen wir über die berühmte Straße „Unter den Linden“ auf das Brandenburger Tor zu, es war ein so bewegender Augenblick, vom Osten Berlin aus auf das Brandenburger Tor zuzugehen, ohne Mauer und Stacheldraht, einfach durch, wunderbar! 

Und genau dieser herrliche Augenblick war es, an den ich mich erinnert habe und weshalb ich euch heute zum 30. Jahrestag der Wiedervereinigung diesen Eintrag machen wollte. 

Mit dem Taxi sind wir dann zum Kudamm gefahren, da wollten wir doch auch unbedingt hin, der Taxifahrer war ein echter Berliner, stolz auf seine Stadt, während der Fahrt hat er uns alles, was er wußte, über „sein“ Berlin erzählt. Und wo ließ er uns aussteigen? Na, klar, „Kudamm Ecke Tauentzien“, wie es in dem berühmten Lied von Hannes Wader heißt: „Hallo Taxi, schnell zum Kudamm, Ecke Tauentzien….“ (Kokain, Hannes Wader). 

Wir waren dann noch an der Gedächtniskirche, und in der neuen Kirche dort, deren Fenster ganz in blau gehalten sind, ein wunderbarer, ganz stiller Moment nach all dem Trubel draußen, das blaue Licht der Fenster, Orgelmusik, für einen Augenblick Besinnung und Dankbarkeit, hier sein zu dürfen, ermöglicht eben auch durch die Wiedervereinigung. 

Wir haben übrigens keinen Koffer in Berlin, aber dafür von anno dunnemals von unserer Reise noch ein Gutscheinheft von einem Restaurant in Berlin, 

ob sie den wohl auch über den Dezember 1993 hinaus noch einlösen würden, lach?! Beachtet mal die Preise: D-Mark! 

Und weiter geht es: Potsdam, Sanssouci!

Im Juli, in der üppigsten Vegetation, war es herrlich in Sanssouci! Erwähnt werden muß hier noch das Schloß Charlottenhof, als Kronprinzenschloß Friedrich Wilhelm IV. errichtet, was Björn zu der Bemerkung veranlaßte, daß er als Sohn eines Königs gleich ein eigenes Schloß statt eines Kinderzimmers hätte, vorwurfsvoller Seitenblick auf seinen Vater, lach! 

Wir waren in diesen Tagen auch immer herrlich speisen, das gehört ja auch zu einem Urlaub, am liebsten taten wir das hier

eine Dorfgaststätte am Rande von Frankfurt/Oder, wo wir zum ersten Mal Soljanka gegessen haben, so lecker, und ich durfte mir sogar das Rezept mit nach Hause nehmen, ich koch es heute noch oft, jetzt in der Herbstzeit ist wieder die genau richtige Zeit für dieses deftige Essen. 

https://de.wikipedia.org/wiki/Soljanka

Ganz besonders war aber das Essen an einem anderen Tag, nämlich diesem

Wir haben nämlich in unserem Urlaub in Frankfurt/Oder unseren 20. Hochzeitstag gefeiert, Björns Papa und ich, das war ein herrlicher Abend im Ratskeller von Frankfurt/Oder. Und Schampus im Hotel! 

Mein Fotoalbum/Reisetagebuch endet mit diesem Bild

Sonnenblumenfelder, die haben wir überall gesehen. 

Erwähnenswert wäre nun noch, daß wir im Oktober des gleichen Jahres nochmal mit dem Wohnmobil am Helene-See auf dem Campingplatz waren, der Oktober war golden und auch das waren herrliche Tage! 

Damit endet nun unser Beitrag vom Grafschafter Wochenanzeiger zum heutigen 30. Jahrestag der Wiedervereinigung. Ich hoffe, es hat euch allen gefallen, und darf in eigener Sache noch vermerken: Nun hat er mich auch erwischt, der neue Editor, bei diesem doch wieder etwas umfänglichen Eintrag hab ich mich aber für die Classic-Variante entschieden, mal gucken, wie ich mich später peu à peu in den neuen einarbeite. 

Da am Sonntag auch Erntedankfest ist, schließe ich unseren Eintrag mit schönen Herbstbildern

 

Wir wünschen euch allen ein wunderschönes Wochenende, einen guten Feiertag, paßt alle gut auf euch auf und bleibt oder werdet gesund, euer Redaktionsteam vom Grafschafter Wochenanzeiger 

mit Mimi in heaven, und Otto und Luzia. 

Habts fein!  

Grafschafter Wochenanzeiger – Nostalgie

Kindheit

Es wäre gut viel nachzudenken, um
von so Verlornem etwas auszusagen,
von jenen langen Kindheit-Nachmittagen,
die so nie wiederkamen – und warum?

Noch mahnt es uns – vielleicht in einem Regnen,
aber wir wissen nicht mehr was das soll:
nie wieder war das Leben von Begegnen,
von Wiedersehn und Weitergehn so voll

wie damals, da uns nichts geschah als nur
was einem Ding geschieht und einem Tiere:
da lebten wir, wie Menschliches, das Ihre
und wurden bis zum Rande voll Figur.

Und wurden so vereinsamt wie ein Hirt
und so mit großen Fernen überladen
und wie von weit berufen und berührt
und langsam wie ein langer neuer Faden
in jene Bilder-Folgen eingeführt,
in welchen nun zu dauern uns verwirrt.

(Rainer Maria Rilke, 1875 – 1926)

Hallo, ihr lieben Leser vom Grafschafter Wochenanzeiger! Der Herbst, der nun auch kalendarisch begonnen hat, ist neben all seiner Schönheit auch eine melancholische Zeit, es liegt ein Abschied in der Luft, vom Sommer, von Wärme, vom außen! Alles wird wieder inniger, begibt sich im Wortsinne nach innen, und die Seele hält Rückschau auf vergangene Tage und Zeiten.

Nostalgie, unser Titel, die Sehnsucht nach gestern, das Heimweh nach einer anderen, vergangenen Zeit. gerade in diesem Herbst in Zeiten von Corona oft so besonders ausgeprägt. So war auch meine vergangene Woche mental nicht so gelungen, ich hatte so vieles um dieses Thema herum so satt, mit den steigenden Fallzahlen machte sich die Sorge verstärkt breit, wie es wohl weiter gehen wird, nun im Herbst und Winter, und mit der Angst um all unsere Lieben und letztlich auch um uns selber, ob wir alle gesund durchkommen.

Meine Therapie in solchen Zeiten ist unter anderem Musik, und so ging ich mal wieder auf die Suche und wurde, wie so oft, bei meinem Lieblingssänger Reinhard Mey fündig:

https://www.reinhard-mey.de/texte/alben/viertel-vor-sieben

Und dann war die Idee für unseren neuen Eintrag zum Sonntag im Grafschafter Wochenanzeiger geboren: Kinderzeit, Nostalgie, die Einfachheit der Dinge, die Unbeschwertheit der Kindheit, wie kann man sie besser darstellen als in Bildern aus dieser Zeit, also zweite Therapie gegen trübe Gedanken: Alte Bilder raussuchen und gucken!

Ich war ein glückliches Kind, meine Eltern haben mir ein sehr gutes Rüstzeug fürs Leben mitgegeben, für das ich ihnen heute noch dankbar bin. Vielleicht reicht eine glückliche Kindheit nicht immer für ein ganzes Leben, aber sie macht zumindest aus, daß man mit schwierigen Lebensphasen etwas leichter und optimistischer umgehen kann. Das berühmte Glas Wasser, das halb voll oder halb leer sein kann.

Meine dritte Therapie ist schreiben, also hab ich mich am Freitag mit meiner Idee mit meinem Redaktionsteam kurzgeschlossen, alle waren davon angetan und meine bärigen Redaktionsmitglieder legten die Feder für den Eintrag in die bewährten Hände der Frau Chefredakteurin.

Wie sagte unser aller Co-Autor, unsere rasende Reporterin Mimi in heaven immer so ganz richtig: Der Worte sind genug gewechselt, nun laßt uns endlich Bildkes sehen.

Mit Mutter und Vater, das Kind Monika, zugegeben, beim Bild links guck ich nicht ganz so glücklich, ich mochte keine gestellten Fotografenbilder, lach! Aber mit Papa posieren auf dem Rodeneckturm in Höxter, das machte Spaß!

Zu Tieren fühlte ich mich schon

immer hingezogen, in diesem Fall meine Hunde in meinem kleinen Kindheitsparadies Höxter.

So bin ich ins Leben gestartet, da war ich drei Monate alt.

Zweiter Geburtstag mit neuem Teddy und Blümchen!

Die gab es im Garten der Großeltern auch! Forscherdrang, lach!

Ich war ein Familienkind, ich liebte es, mit allen zusammen zu sein.

Mit Mama und der Mama meiner Mama, meiner Oma!

Die Großeltern mütterlicherseits.

Mein Cousin, Sohn vom Bruder meiner Mutter, mit seiner Mama und mir. Ich habe ja keine Geschwister, aber viele Cousins und Cousinen, da war ich immer gerne mit zusammen.

Ich hab manche Bilder zweimal fotografiert, die nicht ganz so nah rangezoomten sind meist deutlicher.

Meine Cousine, meine Patentante und ich, meine Cousine war nur ein knappes Jahr jünger als ich, wir waren immer die besten Freundinnen.

Noch eine Cousine, und ganz viele Schafe, lach!

Wir beide auf dem berühmt-berüchtigten Mäuerken in Höxter an der Weser!

Ich war auch ein begeistertes Schulkind, ich hab die Schule genossen, ich glaub, ganz wesentlich dabei war das Zusammensein mit meinen Schulkameraden.

So ein altes Radio kommt im Lied von Reinhard Mey auch vor, und auch unser Apparat war ein „Grundig“! Mal ohne viel Text: Bilder einer glücklichen Kinderzeit:

Das war auf dem Hof vor unserem Haus! Was ansatzweise am oberen Bildrand rechts noch zu sehen ist, war in den Kriegstagen ein Bunker.

Eine meiner Schulfreundinnen bei uns im Hof.

Mein Lieblingsbild, hoch zu Roß auf einem Polizeipferd, Roß und Reiter sind uns im Duisburger Wald in der Nähe vom Duisburger Zoo begegnet, und meinen begehrlichen Blicken konnte der Onkel Polizist nicht widerstehen, ich durfte aufsitzen.

Mutter und Tante (Freundin meiner Mama) staunen!

Mit Nachbarskindern im Garten!

Sonntagsfein mit Karo-Kleidchen, und das einzige farbige Bild meiner Kinderzeit, ich erinnere mich noch daran, daß der Stoff von dem Kleidchen ein ganz weicher Wollstoff war. Papa, Mama und die Freundin von Mama, für mich gehörte sie mit ihrem Mann aber einfach zur Verwandtschaft, ich hab ja auch Tante und Onkel gesagt, besagter Onkel wird da wohl fotografiert haben.

Ich mach euch jetzt mal eine Diashow von meinen gesammelt fotografierten Werken für diesen Eintrag:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Ja, ihr lieben Leser alle, und so hab ich in all meinen trüben Gedanken einfach mal wieder mein innerliches Kind an die Hand genommen, und das innere Kind macht der erwachsenen Frau wieder Mut, nach vorne zu schauen. Auf dem Weg des Lebens darf man immer mal wieder gerne auf dem Gipfel eines Berges oder am Ende eines steinigen Weges den Blick zurück schweifen lassen auf das, was hinter oder unter einem liegt, um Kraft zu sammeln zum weiter gehen.

Trotzdem, es ist doch oft so, wie in diesen Zeilen aus dem Lied von Reinhard Mey:

„Das Fell wird dünner und leerer der Becher,
der Zaubertrank wirkt nur noch schwer.
Der Kummer ist tiefer, der Trost scheint schwächer,
und es heilt nicht alles mehr.“

Und dann wünsche ich mir das auch aus nämlichen Lied

„Manchmal wünscht‘ ich, die Dinge wär‘n so einfach geblieben
und die Wege gingen nur gradeaus,
manchmal wünscht‘ ich, es wär‘ noch mal viertel vor sieben
und ich wünschte, ich käme nach Haus!“

Doch in dieser Fassung seines Liedes, welches er in den Corona-Zeiten noch einmal gesungen hat

spricht Reinhard Mey am Ende des Liedes einen Text aus dem Psalm 23, „Und ob ich schon wanderte im finstern Tal“, ich hatte es vor einiger Zeit schon einmal hier eingestellt, und das läßt mich noch einmal einen Satz aus seinem Lied zitieren:

„Und glauben können: Alles wird gut!“

Das möchten wir am Ende unseres Eintrages auch, glauben können, alles wird gut, und das wünschen wir euch allen auch, von ganzem Herzen!!! Und haben uns himmlischen Beistand dazu geholt,

der Engel von Kristinas Karte mit dem Freundschaftsbändchen vom meiner Mimi in heaven

soll euch alle zusammen mit euren vierpfotigen Lieblingen und Lebensgefährten segnen, beschützen und behüten.

Wir wünschen euch einen schönen Herbst-Sonntag, paßt auf euch auf und bleibt oder werdet gesund, euer Redaktionsteam vom Grafschafter Wochenanzeiger

mit Mimi in heaven, Otto und Luzia.

Habts fein!

 

Grafschafter Wochenanzeiger – Stacheliger Wochenbeginn!

Der Igel

Als ob man sägte, rasselt’s von
dem alten Gartenhausbalkon!
Wird heimlich Holz gemacht?
Oh, welch Verdacht!

Im Laub liegt dort ein Igelpaar
und schläft sich aus so wunderbar,
dass weit sein Sägeschnarchen dröhnt,
wenn’s nicht grad vor Behagen stöhnt.
Ich will es schnarchen lassen.
Es soll den Tag verpassen
und sich nur tüchtig stärken
zu neuen Säuberwerken…

Es leuchtet heller Mondenschein
da trippelt’s auf der Treppe,
das Männchen ist’s und hinterdrein
die Igelin als Schleppe.

Nun schnobern sie durch Busch und Strauch
auf zierlich feinen Füßen
und füllen ihren feisten Bauch
mit Schnecken und mit süßen
vom Baum gefallenen Früchten an;
mit Maikäfern und Grillen
sie ihren Hunger stillen.

Da kommt ein Feind, der Dackelhund!
Schnell macht man seinen Rücken rund,
stellt Stacheln auf, rasch wie der Blitz,
dass sich die Hundeschnauze ritz’.
Schon tönt ein Jaulen kläglich,
bald frisst man fort behäglich.

Und endlich satt, denkt man daran,
wie man den lieben Kindern

den Hunger auch kann lindern.
So schleppt das Paar viel Räupchen fett
den Kindern an ihr mollig’ Bett,
von allem nur das Beste,
dass man sie kräftig mäste.

(Otto Nebelthau, 1894 – 1943)

Sorry, wir sind als Sonntagsausgabe am Frühstückstisch vermißt worden, das ehrt uns natürlich und freut uns auch, aber bei dem traumhaft-köstlichen Herbstwetter hatten wir in der Redaktion beschlossen, daß das auffüllen des Vitamin D-Speichers vor den sicher kommenden herbstlichen Usseltagen gerade in diesen Krisenzeiten doch von großer Wichtigkeit ist, damit keine redaktionellen Ausfälle durch gesundheitliche Unbilden verzeichnet werden müssen. Im Klartext: Wir waren faul und haben Balkonien genossen!

Zum Glück bekamen wir Mitte der Woche Post von unserer saarländischen Außenstelle, Freund Django von Mimi in heaven ließ uns über sein Frauchen Britta-Gudrun was feines zukommen.

Also, nehmt euch eine Tasse Kaffee oder Tee